Abrechnung

Blankoformularbedruckung

Der EDV-abrechnende Arzt oder Psychotherapeut kann, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, jedes Formular im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung mit Ausnahme des Arzneiverordnungsblatts (Vordruck 16) mittels Laserdruckers alternativ auf Blankoformularpapier erzeugen, und zwar das Formular mitsamt den patientenbezogenen Eintragungen.

Die vertraglichen Vorschriften

Die Vorschriften zur Blankoformularbedruckung (BFB) finden sich im Bundesmantelvertrag (§§ 34, 42 BMV). Die Einzelheiten sind in der Anlage 2a des BMV (Vordruckvereinbarung für BFB) niedergelegt.

Das BFB-Verfahren

Als Formular dient ein Blanko-Sicherheitspapier, das es in zwei Größen gibt: DIN A4 und DIN A5. Besondere Merkmale wie UV-Aufdruck auf der Rückseite und Wasserzeichen im Papier erhöhen die Sicherheit. Zusätzlich wird auf das Formular ein zweidimensionaler Barcode gedruckt, der die Daten der Krankenversichertenkarte enthält, ergänzt um weitere Angaben wie Formularcode, Arztnummer und Ausstellungsdatum, insgesamt bis maximal 165 Zeichen. Dieser Barcode wird an eine bestimmte Position des Formulars gedruckt, in der Regel in den freien Raum über dem Feld für den Arztstempel. Ein so beschriftetes Formular kann auf einfache Weise gescannt werden, indem der positionierte Barcode gelesen wird.

Das Blankoformular muß nicht unbedingt in vollständig ausgefülltem Zustand gedruckt werden, zwingend anzugeben sind (in der betreffenden Eingabemaske) nur die Daten, die auch Teil des Barcodes sind; die übrigen Daten können auch manuell ergänzt werden. Zwingend anzugeben ist insbesondere das Ausstellungsdatum, so daß die BFB nicht "auf Vorrat" erfolgen kann.

Für die Erzeugung von Formularen im Rahmen der Psychotherapie gilt ein vereinfachtes Verfahren. Die PT-Formulare werden ohne Barcode und auf normales weißes DIN-A4-Papier der Stärke 80 g/m² gedruckt.

Vor- und Nachteile

Ob sich für Sie als "Formular-Produzent" die BFB rechnet, hängt von Ihrer Praxis und deren EDV-Ausstattung ab.

Für die BFB benötigen Sie einen Laserdrucker mit drei oder vier Schächten, davon zwei für das Spezialpapier der Blankoformulare. Ein Ausfall des Laserdruckers oder ein verbrauchter Toner, der nicht kurzfristig ersetzt werden kann, weil ein Ersatz in der Praxis nicht verfügbar ist, hat unangenehme Folgen. Selbst die Alternative, die herkömmlichen Vordrucke manuell auszufüllen, besteht nicht, da diese mit Ausnahme des Arzneiverordnungsblatts in der Praxis nicht mehr bevorratet werden.

Ein Vorteil der BFB ist nämlich die Beschaffung und Bevorratung im Grundsatz nur noch dreier Formulare (Blankosicherheitspapier im DIN A4- und DIN A5-Format, Arzneiverordnungsblatt). Druckerprobleme infolge unterschiedlicher Papierstärken gehören der Vergangenheit an. Die Druckqualität steigt. Als Nachteil sind die höheren Kosten für das Verbrauchsmaterial (Toner) zu nennen, es muß auch mehr Datenvolumen gedruckt werden, da das Formular mitgedruckt wird, bei Mehrfachschreibsätzen mehrfach, entsprechend der Anzahl der Blätter des Vordrucks.

Sofern sämtliche patientenbezogenen Angaben des Formulars maschinell gedruckt werden, kann bei Formularen, denen Mehrfachschreibsätze zugrundeliegen, das für den Arzt vorgesehene Exemplar entfallen, da alle Daten bereits im EDV-System des Arztes vorhanden sind.

Was müssen Sie tun, um am BFB-Verfahren teilzunehmen?

Sofern Ihr EDV-System von der Prüfstelle der KBV für die BFB zertifiziert ist, können Sie die BFB bei der KVWL beantragen. Damit der Antrag die notwendigen Angaben enthält, bitten wir Sie, das folgende Antragsformular zu verwenden.

Das Blanko-Sicherheitspapier erhalten Sie in den Formularausgabestellen der KVWL.

Die entsprechenden Vordruck-Muster zur Blankoformularbedruckung finden Sie auf unseren Seiten unter: Rechtsquellen / Verträge- Bundesmantelvertrag-Ärzte

 

Ansprechpartner:

  E-Mail Service-Center           Tel: 0231 94 32 10 00