Abrechnung

Gendiagnostik

Seit dem 1. Februar 2012 muss ein Arzt eine besondere Qualifikation vorweisen, wenn er eine Beratung zu genetischen Untersuchungen anbieten bzw. durchführen möchte. Die Anforderungen an die Qualifikation des Arztes zur Beratung im Rahmen von genetischen Untersuchungen regelt die am 11. Juli 2011 in Kraft getretene Richtlinie der Gendiagnostik-Kommission (GEKO) über die Anforderungen an die Qualifikation zur und Inhalte der genetischen Beratung gemäß § 23 Abs. 2 Nr. 2 a und § 23 Abs. 2 Nr. 3 GenDG (in der Fassung vom 1.7.2011, veröffentlicht und in Kraft getreten am 11.7.2011).

Danach ist die erforderliche Qualifikation abhängig von der Fragestellung, ob eine diagnostische, prädiktive oder vorgeburtliche genetische Untersuchung durchgeführt wird sowie von der Fachgebietszugehörigkeit des beratenden Arztes. Fachärztinnen und Fachärzte für Humangenetik bzw. mit der Zusatzbezeichnung Medizinische Genetik verfügen bereits über die Qualifikation zur Beratung im Rahmen diagnostischer, prädiktiver und vorgeburtlicher genetischer Untersuchungen.

Diagnostische genetische Untersuchungen

Für Beratungen im Rahmen diagnostischer genetischer Untersuchungen können alle Ärzte die Kompetenz zur genetischen Beratung erwerben.

Prädiktive genetische Untersuchungen

Für Beratungen im Rahmen prädiktiver genetischer Untersuchungen können nur solche Ärzte die Qualifikation zur genetischen Beratung erwerben, zu deren Weiterbildungsinhalten Kenntnisse über erbliche Krankheiten gehören und die prädiktive genetische Untersuchung in dem jeweiligen Fachgebiet durchführen.

Für den Erwerb beider Qualifikationen (diagnostische und prädiktive Untersuchungen) sind ein mindestens 72-stündiger theoretischer sowie ein praktischer-kommunikativer Teil nach Ablauf einer Übergangsfrist von fünf Jahren nach Inkrafttreten der Richtlinie erforderlich.

Vorgeburtliche genetische Untersuchungen

Für Beratungen im Rahmen einer vorgeburtlichen genetischen Untersuchung ist der Nachweis eines achtstündigen theoretischen und praktisch-kommunikativen Teils nach Ablauf der Übergangsfrist von fünf Jahren nach Inkrafttreten der Richtlinie erforderlich.

Wissenskontrolle

Für eine Übergangszeit von fünf Jahren nach Inkrafttreten der Richtlinie kann der theoretische Teil durch eine bestandene Wissenskontrolle ersetzt werden; danach gilt diese Sonderregelung weiter für Ärztinnen und Ärzte mit mindestens fünfjähriger Berufstätigkeit nach Facharztanerkennung. Die Wissenskontrollen werden derzeit von den Landesärztekammern durchgeführt.

EBM-Gebührenordnungspositionen

Gebührenordnungspositionen mit Beratungsinhalten zu genetischen Untersuchungen im obligaten Leistungsinhalt sind im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) im Abschnitt 11.2 in den Gebührenordnungspositionen 11210 bis 11212 sowie im Abschnitt 8.5 in den Gebührenordnungspositionen 08570 und 08572 enthalten. Für diese enthält der EBM in der Nr. 5 der Präambel des Abschnitts 8.5 die Bestimmung, dass die Gebührenordnungspositionen 08570 und 08572 nur von Ärzten mit der Gebietsbezeichnung Humangenetik und /oder von Ärzten mit der Zusatzbezeichnung medizinische Genetik abgerechnet werden können. Für alle anderen Gebührenordnungspositionen, die eine Beratungspflicht gemäß dem Gendiagnostikgesetz auslösen - wie beispielsweise eine Amniozentese - kann die Pflicht zur Beratung auch durch eine Mit- und Weiterbehandlung auf Überweisung erfüllt werden.

Das bedeutet, dass momentan solche Ärzte, welche die Qualifikation zur fachgebundenen Genetischen Beratung erworben haben (also nicht über die Gebietsbezeichnung Humangenetik oder Zusatzbezeichnung medizinische Genetik verfügen), leider (zur Zeit) keine EBM-Gebührenordnungspositionen für die genetische Beratung abrechnen können.

Ansprechpartner

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