Innovative Versorgungsformen

Innovationsfonds

Im Zuge des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes (2015) wurde ein Innovationsfonds eingerichtet. Mit diesem Fonds sollen Projekte zu neuen Versorgungsformen gefördert werden, die über die Regelversorgung hinausgehen. Ebenso werden Versorgungsforschungsprojekte gefördert, um neue Erkenntnisse zur Verbesserung der bestehenden Versorgung in der GKV zu gewinnen. Übergeordnetes Ziel des Innovationsfonds ist, die Versorgung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung zu verbessern.

Welche Projekte Fördermittel erhalten, entscheidet der beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GB-A) angesiedelte Innovationsausschuss. In regelmäßigen Förderbekanntmachungen legt er auch die zu erfüllenden Kriterien fest.

Von 2016 bis 2019 stehen insgesamt 1,2 Milliarden Euro an Fördermitteln bereit. Krankenkassen und deren Projektpartner können sich per Antragsverfahren auf die Projektmittel bewerben, wobei häufig eine Krankenkasse oder deren Verband die Konsortialführung übernimmt. Alle Innovationsfondsprojekte werden extern evaluiert.

Die KVWL engagiert sich derzeit in fünf verschiedenen Projekten als Konsortialpartner.

Projekte

AdAM

Was ist AdAM?

AdAM steht für
Anwendung für digital unterstütztes Arzneimitteltherapie-Management“ und ist ein Gemeinschaftsprojekt von KVWL und der BARMER Krankenkasse in Kooperation mit verschiedenen Universitäten in NRW und Hessen. Das Projekt wird von der Bundesregierung gefördert und vom Gemeinsamen Bundesausschuss begleitet.

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Was ist das Ziel von AdAM?

Ziel von AdAM ist eine verbesserte Versorgung von Patienten, die eine kontinuierliche Medikation mit fünf oder mehr Wirkstoffen über wenigstens zwei Quartale hinweg erhalten. Dabei erhält der behandelnde Hausarzt über eine spezielle Software nicht nur eine strukturierte Übersicht der eigenen Verordnungen, sondern auch über die Verordnungen der mitbehandelnden Fachkollegen, Krankenhausdaten sowie Einblick in alle Heil- und Hilfsmittelverordnungen für den Patienten. Ergänzt durch spezifische Hinweise zu Kontraindikationen, Rote-Hand-Briefe und andere AMTS-Risikowarnungen ist eine strukturierte und optimierte Betreuung dieser Patienten möglich. Über zwei Jahre können in diesem Programm bis zu 40.000 BARMER-Patienten versorgt werden.

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Wer kann an AdAM teilnehmen?

An dem Projekt können in der Region Westfalen-Lippe ca. 1400 Hausarztpraxen mitmachen. Voraussetzung ist, dass die Praxen über einen KV-SafeNet-Anschluss verfügen und eine ausreichende Anzahl von BARMER-Versicherten mit Polypharmazie versorgen. Die KVWL wird hierzu Potenziallisten erstellen und die Praxen gezielt ansprechen. Eine Übersicht über die Vertragsinhalte entnehmen Sie bitte dem unten stehendem Dokument.

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Evaluation

AdAM wird wissenschaftlich evaluiert. Im besten Fall werden so belastbare Daten zusammengetragen, dass eine Überführung in die Regelversorgung möglich ist.
Alle Hausärzte, die sich für eine Teilnahme an dem Projekt entscheiden und sich in das Projekt einschreiben, werden per Zufall einer Interventions- oder Kontrollgruppe zugeordnet. Die Evaluation erfolgt nicht arztindividuell, sondern es werden Gruppen von jeweils 700 Ärzten betrachtet. Zusätzlich wird im Rahmen von Interviews und Fokusgruppenbefragungen der Umgang mit der neuen Versorgungsform geprüft. Die Universität Bielefeld übernimmt eine gesundheitsökonomische Betrachtung nach Abschluss der Interventionsphase.

 

Infoblatt AdAM als PDF

Kurzinfo Vertragsinhalte Projekt AdAM

Julia Jachmich

Ansprechpartnerin

Julia Jachmich

0231 94 32 32 33
0231 94 32 83 23 3

E-Mail

 

CIRSforte

Was ist CIRSforte?

CIRSforte ist ein Projekt zur Fortentwicklung von Fehlerberichts- und Lernsystemen (CIRS) hin zu einem implementierungsreifen System für die ambulante Versorgung. Neben dem federführenden Institut für Allgemeinmedizin an der Universität Frankfurt sind weitere Partner das Wissenschaftliche Institut der Techniker Krankenkasse (WINEG), das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS), das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), die KVWL und die Asklepios-Kliniken GmbH.

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Was ist das Ziel von CIRSforte?

Die aktive Teilnahme an einem Fehlerberichts- und Lernsystem (CIRS) ist eins der wichtigsten Werkzeuge im Risikomanagement für niedergelassene Vertragsärzte. Doch es reicht nicht aus, das System nur bereitzustellen – es muss auch genutzt werden. Auf Basis praxisnaher Analysen sollen Empfehlungen dahingehend entwickelt, erprobt und umgesetzt werden, wie Nutzungsbarrieren überwunden und Praxisteams in der ambulanten Versorgung für die Teilnahme an CIRS gewonnen werden können.

Was passiert bei CIRSforte?

Zunächst erfassen Projektmitarbeiter Erfahrungen mit der Einführung und Nutzung von CIRS. Dies geschieht über:

  • eine umfangreiche internationale Literaturrecherche
  • eine Erhebung von systematischen Erfahrungsberichten zu bestehenden Berichtssystemen in Deutschland, England und weiteren Staaten
  • eine quantitative Erhebung mittels Fragebogen in zirka 2.000 Arztpraxen in Westfalen-Lippe

Mit diesen Ergebnissen erarbeitet eine bundesweite Arbeitsgruppe Empfehlungen dazu, wie CIRS im ambulanten Versorgungsbereich besser eingesetzt werden kann. Anschließend erfolgt die Praxisphase, in der diese Empfehlungen in rund 400 Praxen in mehreren Regionen umgesetzt werden, zum Teil auch sektorenübergreifend. Dies ermöglicht disziplinübergreifende Lösungen für Sicherheitsprobleme. Das Projekt unterstützt die Praxisteams, CIRS optimal für das interne Qualitätsmanagement zu nutzen, und fördert den Austausch der Praxen untereinander. Der Erfolg dieser Implementierung wird evaluiert. Die empirisch überprüften Empfehlungen kann anschließend der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) prüfen und ggf. bei der Gestaltung von Richtlinien nutzen.

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Wer kann an CIRSforte teilnehmen?

Vorgesehen ist die Teilnahme von zirka 400 Praxen im gesamten Bundesgebiet. Dabei liegt der Fokus auf Ärztenetzen, lokalen Gruppen oder anderen regionalen Zusammenschlüssen. Die Vorarbeiten (Literaturrecherche, Interviews, Befragung, Erarbeitung von Empfehlungen) werden zirka ein Jahr in Anspruch nehmen, sodass die Praxisphase voraussichtlich im Frühjahr 2018 beginnt.

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Evaluation

Niedergelassene Vertragsärzte sind laut QM-Richtlinie des G-BA verpflichtet, Fehlermel­desysteme zu nutzen. Dafür stehen verschiedene Fehlerberichts- und Lernsysteme zur Verfügung, die öffentlich zugängig sind:

Da jedoch die alleinige Bereitstellung nicht ausreicht, soll die Implementierungsstudie einen Machbarkeitsnachweis erbringen, um durch spezifische Empfehlungen eine Umsetzung dieser Richtlinie in der Regelversorgung zu ermöglichen.

Ansprechpartnerin

Marina Buchmann

0231 94 32 35 81
E-Mail

 

 

RESIST

Was ist RESIST?

RESIST steht für
Resistenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen“. RESIST wurde von verschiedenen KVen gemeinsam mit dem Verband der Ersatzkassen initiiert und wird mit rund 14 Millionen Euro gefördert.

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Was ist das Ziel von RESIST?

Ziel des Projektes ist es, Patienten und Ärzte zu einem gezielteren Einsatz mit Antibiotika bei akuten Atemwegserkrankungen zu motivieren und die Zahl unnötiger Antibiotikaverordnungen weiter einzudämmen. Dabei steht vor allem die Kommunikation zwischen Arzt und Patient im Mittelpunkt.

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Wer kann an RESIST teilnehmen?

An dem Projekt können sich ca. 400 Praxen der Fachgruppen Hausarzt, Kinderarzt, HNO und Internisten ohne Schwerpunkt beteiligen. Voraussetzung ist, dass die Praxen im Durchschnitt mindestens 20 Patienten mit Atemwegsinfekten der beteiligten Ersatzkassen je Quartal versorgen. Interessierte Praxen absolvieren nach der Teilnahmeerklärung drei Schulungsmodule von je 45 Minuten. Anschließend erhalten die teilnehmenden Ärzte, nach Beantwortung der dazugehörigen Fragen, jeweils zwei CME-Punkte und ein umfassendes, von der KBV erstelltes, Informationspaket für die Praxis. Erst mit dem erfolgreichen Abschluss der Online-Schulung sind alle Voraussetzungen erfüllt, um die Patienten nach dem neuen Versorgungsmodell zu behandeln. Eine Übersicht über die Vertragsinhalte entnehmen Sie bitte dem unten stehendem Dokument.

Sind Sie Hausarzt, Kinderarzt, HNO-Arzt oder Internist ohne Schwerpunkt und haben einen KV-SafeNet- oder Flexnet-Zugang? Dann melden Sie sich hier an!

Antwortfax - Teilnahmeerklärung Projekt RESIST

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Evaluation

Wie alle Projekte des Innovationsfonds wird das neue Versorgungsmodell wissenschaftlich evaluiert.. Diese Evaluation erfolgt nicht arztindividuell, es werden stattdessen in aggregierter Form Feedbackbögen an ausgewählte Praxen und Patienten ausgegeben sowie Behandlungsdaten quantitativ erfasst – alle Daten werden anonymisiert.

Wichtige Information

Die Online-Fortbildung des Innovationsfonds-Projektes RESIST finden Sie nach der Anmeldung im KV-SaveNet oder Flexnet unter der Rubrik „Dienste“ » „KV-übergreifende Anwendungen“ » „Fortbildungsportal“.

Eva Leicher

Ansprechpartnerin

Eva Leicher

0231 94 32 34 14
0231 94 32 83 41 4

E-Mail