Qualität - Sicherung und Management
Multi-Resistente Erreger (MRE)

"Methicillin-Resistenter-Staphylococcus-Aureus (MRSA)"
Infektionen gehören zu den häufigsten Komplikationen medizinischer Behandlungen. In Deutschland treten jährlich schätzungsweise 400.000 bis 600.000 Fälle auf. Unter ihnen weisen die Fälle, bei denen sich Patientinnen und Patienten mit dem Methicillin-Resistenten-Staphylococcus-Aureus (MRSA) anstecken, vermehrt einen schweren Krankheitsverlauf auf. Der Erreger verursacht insbesondere Lungenentzündung, Wundinfektionen und Blutvergiftungen.
Die Resistenz schränkt die Behandlungsmöglichkeiten erheblich ein und begünstigt die weitere Verbreitung. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat sich seit 2005 im Rahmen des EU-Projektes EUREGIO-MRSA Twente/Münsterland intensiv mit diesem Thema befasst.
Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat zusammen mit dem Institut für Hygiene der Universität Münster sowie der AOK Westfalen-Lippe Möglichkeiten geschaffen, dass niedergelassene Ärzte die Leistungen im Rahmen der Behandlung von MRSA abrechnen können.
Dazu wurden folgende Gebühren- und Symbolnummern entwickelt.
- Jeder MRSA-Fall sollte durch die Eintragung der Symbolnummer 90830
auf dem Abrechnungsschein gekennzeichnet werden. Notwendige verschriebene Medikamente könnte so - im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung - aus dem Budget heraus gerechnet werden. - Labor - Aufträge für Abstriche sollten auf dem Überweisungsschein durch Eintragung der Ziffer 32006 gekennzeichnet werden. Diese Aufträge laufen dann nicht gegen den Wirtschaftlichkeitsbonus. Der Laborarzt trägt
dieselbe Ausnahmeziffer auf seinen Abrechnungsschein ein. - Sollte die Sanierung nicht erfolgreich sein, stellt sich die Frage, ob sich der Patient bei Personen in seinem persönlichen Umfeld immer wieder ansteckt. MRSA-Kontaktpersonen in diesem Sinne brauchen zunächst keine Praxisgebühr bezahlen. Die Ärzte sollten einen Fall
anlegen und ihn mit der Symbolnummer 80033 kennzeichnen. Bei
positivem Abstrich ist die Praxisgebühr nachzuzahlen, um die notwendige Medikamentenverordnung sicherzustellen.
Der Erfolg dieser Behandlung ist aber entscheidend davon abhängig inwieweit die Krankenhäuser und die niedergelassenen Ärzte sowie auch die Angehörigen zusammenarbeiten.
Dazu wurden entsprechende Merkblätter veröffentlicht, die wir mit freundlicher Genehmigung des EUREGIO MRSA-net auf unserer Homepage anbieten dürfen:
Infodaten zum Download
MRSA-net Broschüre (PDF - 1.16 MB)
Informationsblatt zu MRSA für Patienten und Angehörige (PDF - 1.72 MB)
Aufklärungsbogen zu MRSA für MRSA-Kontaktpersonen (PDF - 300 KB)
Aufklärungsbogen zu MRSA (Kurzversion) für Patienten und Angehörige (PDF - 308 KB)
Informationsblatt zur Sanierung von MRSA-Patienten (PDF - 1.91 MB)
Sanierungschema-Übergabebogen (PDF - 1.25 MB)
Umgang mit MRSA in der Arztpraxis und bei Hausbesuchen (PDF - 537 KB)
Umgang mit MRSA-Patienten beim Krankentransport (PDF - 90 KB)
Krankentransport-Übergabebogen MRSA (PDF - 944 KB)
MRSA-Management in Senioren- und Altenheimen (PDF - 179 KB)
Merkblatt zum Umgang mit MRSA in der ambulanten Pflege (PDF - 285 KB)
Weitere Informationen:
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