KPQM 2006
Einführung KPQM 2006
Gem. § 135a Abs. 2 SGB V sind alle Vertragsärzte ab dem 01.01.2004 verpflichtet, einrichtungsintern ein Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln.
Die KVWL hat das eigene Qualitätsmanagementsystem KPQM 2006 entwickelt, das die bewährten Standards aus Industrie und Verwaltung auf einerseits Kleinbetriebe herunterbricht andererseits die Methode des Qualitätsmanagements für das ärztliche Handeln leicht umsetzbar macht.
KPQM 2006 ermöglicht jeder Praxis, in kürzester Zeit, den Nachweis qualitätsmanagementgesteuerten Handelns zu erbringen und eine entsprechende Zertifizierung zu erlangen.
Aber auch ohne Zertifizierung bereitet sich die Praxis optimal auf die Anforderungen, die die Qualitätsmanagementrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses definiert, vor.
Ziele
Qualitätsmanagement ist ein systematischer Weg, Zufälle und Risiken zu eliminieren, Fehler und Probleme zu vermeiden, um somit eine Zeit- und Kostenersparnis und bessere Patientenversorgung zu erreichen. Dies führt zu einer effektiven und wirtschaftlichen Praxisführung.
Methoden KPQM 2006
Qualitätsziele definieren und selbst überprüfen.
Erfolgreiche Fehlervermeidungsmaßnahmen.
Dokumentationsvorschriften und Anleitungen für Arbeitsschritte in einer vorgegebenen, allgemeinverständlichen Form, die es ermöglicht sich ohne Vorkenntnisse in entsprechende Arbeitsabläufe einzuarbeiten.
Praxisvertretungen und Einarbeitung neuer Mitarbeiter oder in neue Bereiche und Erledigung seltener, nicht alltäglicher Aufgaben um ein vielfaches leichter und strukturierter gestalten.
Kontrollmechanismen zur interne Kontrolle, ob Aufgaben in effizienter Weise bis zum gewünschten - richtigerweise zum geplanten - Ergebnis abgearbeitet werden.
Ergebnisse sowie den Weg dorthin transparent verdeutlichen und vermitteln.
Externe Bestätigung
Die Methode KPQM 2006 findet externe Bestätigung. Die Vorstände der KVWL und Kassenärztliche Bundesvereinigung haben in einem "Letter of intent" die besondere Vereinbarkeit des KPQM 2006 mit dem QEP der KBV definiert:
"KPQM und QEP stellen demnach eine ideale Kombination zum Aufbau eines vertragsarztspezifischen Qualitätsmanagements dar: KPQM bietet den Einstieg in den selbstständigen Aufbau eines Qualitätsmanagements, das nach der Abbildung der Qualitätspolitik der anwendenden Praxis und der Darstellung von mindestens zehn Prozessen - die aus dem QEP - Qualitätszielkatalog entnommen sein sollten - bereits mit einem Zertifikat nach dem KVWL Regularium belegt werden kann."
Das ÄZQ bescheinigt: "KPQM 2006 unterstützt den Vertragsarzt auf dem Wege zur Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen und soll darüber hinaus dem tätigen Vertragsarzt die Sinnhaftigkeit eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements zur adäquaten Erfüllung des Versorgungsauftrags sowie zu einem umfassenden Anspruch an die medizinische Erfüllung seiner täglichen Arbeiten gewährleisten. KPQM 2006 versucht den Spagat zwischen ständig steigenden Ansprüchen des Qualitätsmanagements mit der ebenfalls steigenden Dokumentations- und Bürokratieflut in Einklang zu bringen und einen akzeptablen Aufwand für den Vertragsarzt zu gewährleisten.[...] Wir beglückwünschen die Autoren und Herausgeber zur Publikation von KPQM 2006."
Maßnahmen
KPQM 2006 bietet die Option zur Zertifizierung. Namhafte Zertifizierer im Gesundheitssystem überprüfen das Qualitätsmanagementsystem auf Schlüssigkeit und Einhaltung der Konventionen. Sie bedienen sich hierbei in der Regel niedergelassener Ärzte bzw. Psychotherapeuten, die besondere Kenntnisse im Qualitätsmanagement nachgewiesen haben. Diese Auditoren können somit das System in der Praxis mit dem Auge des Qualitätsmanagers, aber auch mit dem Auge des Heilberuflers und Kleinunternehmers betrachten.
Die von den akkreditierten Zertifizierungsunternehmen eingesetzten Auditorinnen und Auditoren sind in der Regel Fachkollegen.
Crosswalk zwischen KPQM und KPQM 2006
Was ist neu im KPQM 2006? Einige Pflichtprozesse müssen beschrieben werden, es muss ein Organigramm für die Praxis (und ggf. deren Umfeld) erstellt werden. Die Qualitätspolitik muss Ansätze des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses durch Zielformulierung und deren regelmäßige Überprüfung erkennen lassen. Anhand von Qualitätsindikatoren sind die Ergebnisse einer Patientenbefragung darzustellen. Zu den Pflichtprozessen zählen das Notfallmanagement, die Teambesprechung, das Beschwerdemanagement und die Beschreibung der Kooperationen an den Nahtstellen der Versorgung.
Qualitätsmanagement und Qualitätszirkel
Beide Instrumente werden durch die KVWL noch enger miteinander verzahnt. Qualitätszirkel mit ihrer konstruktiven und vertrauensvollen Mitglieder- und Kommunikationsstruktur lassen sich ideal als Plattform zur Entwicklung der einrichtungsinternen Qualitätsmanagementsysteme in den einzelnen Praxen nutzen.
Daher bietet die KVWL Ihren Qualitätszirkeln einen neuartigen Service an:
Kurzreferat: QM im Qualizirkel!
Die Mitarbeiter der Fachabteilung stellen Ihnen in einem kurzen Referat alle wichtigen Eckpunkte zur Richtlinie einschl. Stichprobenüberprüfung, Handlungsmöglichkeiten mit Hilfe des KPQM 2006 und Umsetzungsstrategien im Qualitätszirkel vor. Es besteht selbstverständlich auch Gelegenheit zur Diskussion.
Sie können für Ihre nächste Qualitätszirkelsitzung gerne mit der Fachabteilung einen Termin vereinbaren. Dieser Service ist für Qualitätszirkel selbstverständlich kostenfrei.
Mit der Teilnahme an diesen Qualitätszirkelsitzungen erreichen Sie den ersten Schritt zur Umsetzung der Qualitätsmanagementrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses in der sog. Planungsphase. (Durchführung von Maßnahmen, die der Planung eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements dienen gem. § 6 Abs. 1 Ziff. 1 Satz 1.)
Kontakt
|
KVWL |
Christina Robers |