Gemeinsame Pressemitteilung des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe, des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, der Sektion der Hausärzte im Berufsverband der Internisten (BDI), des Landesverbandes hausärztlicher Internisten (LHI) und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL)
In Westfalen-Lippe soll es keine Zersplitterung in der hausärztlichen Versorgung geben
Dortmund, 29. März 2007
Die in einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossenen Berufsverbände der hausärztlich tätigen Ärztinnen und Ärzte im Landesteil Westfalen-Lippe haben sich für den Abschluss künftiger regionaler Hausarztverträge auf direkte Verhandlungen mit den Kassen verständigt und dafür eine gemeinsame Strategie mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) gegenüber den Krankenkassen verabredet. „Durch diese Absprache wird es in Westfalen-Lippe keine Zersplitterung der Patientenversorgung durch zahlreiche unterschiedliche Hausarztverträge geben“, betonten Dr. Norbert Hartmann, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe, und Dr. Ulrich Thamer, 1. Vorsitzender der KVWL. „Davon sollen die Patientinnen und Patienten, aber auch alle hausärztlich tätigen Kolleginnen und Kollegen und nicht zuletzt auch die KVWL als Dienstleister profitieren.“
Bereits im Vorfeld hatten sich die betroffenen Ärzteverbände im Landesteil Westfalen-Lippe - der Hausärzteverband, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die Sektion der Hausärzte im Berufsverband der Internisten (BDI) und der Landesverband hausärztlicher Internisten (LHI) - zu einer Interessen- und Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Ziel ist die einheitliche „Hausarztzentrierte Versorgung“ durch alle in § 73 SGB V angesprochenen Gruppen und die gemeinschaftliche Ausgestaltung der Verträge mit den Krankenkassen. Für alle hausärztlich tätigen Ärztinnen und Ärzte soll es kollektiv ein Teilnahmerecht am Vertrag geben.
„Als zusammengeschlossene Hausärzte sind wir realistisch genug, um auf das Know-how unserer Kassenärztlichen Vereinigung zu bauen“, erläutert Dr. Hartmann die jetzt geschlossene Vereinbarung mit der KVWL und die Interessen- und Arbeitsgemeinschaft ergänzt: „Das Mandat für Vertragsverhandlungen bleibt einstweilen bei uns.“ Einig sind sich beide Seiten, die Umsetzung und Abrechnung der Verträge durch die KVWL anzustreben.
Hintergrund
Nach der ab dem 1. April 2007 geltenden neuen Gesundheitsreform (Wettbewerbs-Stärkungsgesetz) müssen die gesetzlichen Krankenkassen allen Versicherten sogenannte Hausarztverträge anbieten. Bei rund 250 Krankenkassen könnte es ebenso viele Verträge mit unterschiedlichen Inhalten geben. Die Versicherten müssten gegebenenfalls ihren vertrauten Hausarzt wechseln, wenn dieser von ihrer Krankenkasse keinen Vertrag bekommt. Ärzte müssten jedes Mal nachsehen, welche Versicherte sie überhaupt noch und wenn ja, zu welchen vertraglichen Bedingungen behandeln dürfen. Eine solche Zersplitterung wollen die Ärztinnen und Ärzte in Westfalen-Lippe vermeiden.