Patienten aus den Niederlanden erwartet
Westfalens Ärzte und Psychotherapeuten sind für den EU-Wettbewerb bestens gerüstet
Dortmund, 5. Dezember 2007
Rund 500 Millionen Europäer sollen schon bald überall in der EU zum Arzt oder mit einem Rezept in die Apotheke gehen können - egal, wo sie leben oder versichert sind. „Darauf sind die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Westfalen-Lippe bestens vorbereitet“, weiß Dr. Ulrich Thamer, 1. Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL): „Denn wir bieten nicht nur qualitativ hochwertige Medizin, sondern haben ein patientenfreundliches System, in dem jeder schnell einen Termin bei einem Haus- oder Facharzt seines Vertrauens findet.“
Insbesondere die Nähe der Region Westfalen-Lippe zu den Niederlanden spricht für eine Patienten-Wanderung in unseren Landesteil. Die Krux bei den Nachbarn: Niederländische Patienten müssen sich an das so genannte Primärarztsystem halten. Hausärzte dort dürfen nur an Fachkollegen überweisen, die in einem Krankenhaus arbeiten. Für die Patienten bedeutet das: überfüllte Kliniken und Wartelisten für Operationen. Anders in Deutschland. Die KVWL stellt beispielsweise die hoch qualitative ambulante Grundversorgung in einem niederschwelligen Gesundheitssystem sicher.
Mit anderen Worten: Patienten können ihren Arzt frei wählen und ohne Hindernisse zum Beispiel bei ambulanten Operationen einen Facharzt ihres Vertrauens beanspruchen. Rund 13.000 Vertragsärzte und Psychotherapeuten kümmern sich in Westfalen-Lippe um das Wohl der Menschen. Für Kranke in Großbritannien, Schweden oder den Niederlanden könnte die grenzübergreifende Grundversorgung, und hier konkret der Weg zu uns, Erleichterung bringen.
EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou will das geplante Gesetz zur Öffnung der 27 Gesundheitssysteme in der EU am 5. Dezember vorstellen. Die Krankenkassen sollen die Kosten für die Behandlung im EU-Ausland demnach bis zum üblichen Satz im eigenen Land erstatten. Ziel ist es, den Wettbewerb zwischen den nationalen Systemen anzukurbeln und Patienten mehr Mobilität und Auswahl zu ermöglichen. In Westfalen-Lippe sind die niedergelassenen Ärzte darin Vorreiter.