Bundesweite Angleichung der Honorare im ambulanten Bereich ist dringend notwendig - Ministerpräsident Rüttgers soll sich für Ärzte einsetzen
Ärzte und Psychotherapeuten fordern politische Unterstützung der Landesregierung
Dortmund, 14. Dezember 2009
Mit einer Resolution hat sich die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, das Selbstverwaltungsparlament der rund 13.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten im Landesteil, an die Landespolitik und insbesondere an die Regierung Nordrhein-Westfalens gewandt. Ihre Forderung: Gleiches Geld für gleiche Arbeit! Denn trotz einheitlichen Beitrags aller Versicherten und bundesweit gleicher Verteilung der Mittel über den Gesundheitsfonds werden die Behandlungen in den Praxen regional noch sehr unterschiedlich honoriert. Die Vertragsärzte aus dem größten Bundesland NRW bilden dabei das Schlusslicht. Deutlich besser stehen sich Ärzte in den süddeutschen Ländern.
Auch die Versicherten und Patienten werden strukturell benachteiligt. Sie zahlen ihre - nun bundesweit einheitlichen - Beiträge in ein System, das für ihre Behandlung dann aber deutlich weniger Mittel bereit hält, als in anderen Bundesländern. Behandlungen in gleichem Umfang und in gleicher Qualität gibt es nur, wenn die westfälischen Ärzte bereit sind, mehr zu arbeiten, als bezahlt werden kann. In der Tat werden zurzeit Leistungen im Umfang von 80 Millionen Euro im Jahr nicht honoriert, weil die entsprechenden Mittel in andere Regionen der Republik fließen.
Die bayrische Landesregierung, allen voran der agile Gesundheitsminister Söder, positioniert sich für die eigenen Landeskinder und die Ärzte im Freistaat. Sie wollen eine gerechte Umverteilung verhindern. Nordrhein-Westfalen muss dagegen halten - zum Wohl des gesamten NRW-Gesundheitswesens, der Patienten und ihrer Ärzte.
„Die Landesregierung ist gefordert, aktiv zu werden“, appelliert die Vertretung der Ärzteschaft deshalb an Ministerpräsident Rüttgers. Sie fordern für ihre Patienten die gleichen Mittel, wie sie den Kollegen in anderen Ländern zur Verfügung stehen.
„Wir fordern nicht mehr Geld von den Versicherten und ihren Krankenkassen“, stellt der 1. Vorsitzende der KVWL klar. „Wir fordern eine neue, gerechte Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel zwischen den Ländern. Es kann und darf nicht sein, dass die Behandlung eines Diabetes in Dortmund deutlich schlechter honoriert wird, als in Augsburg.“ Der NRW-Landesregierung müssten die Konsequenzen klar sein: Welcher junge Arzt oder Psychotherapeut würde noch in unserem Land eine Praxis übernehmen, wenn er in Bayern für die gleiche Arbeit ein Drittel mehr verdienen könnte?