Problem MRSA – Kassenärzte engagieren sich bei der Bekämpfung von „Multiresistenten Erregern“
Damit die Waffe Antibiotika nicht stumpf wird
Dortmund, 12. Januar 2012
Am gestrigen Mittwoch, den 11. Januar 2012, fand in der Stadthalle Münster-Hiltrup die Jahresauftaktveranstaltung „MRSA in der ambulanten Versorgung“ statt. Die von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) organisierte Veranstaltung wurde von mehr als 700 Ärzten, Medizinischen Fachangestellten sowie Vertretern des hiesigen Gesundheitswesens besucht. Ziel der Veranstaltung war es, einen umfassenden Überblick über effektive Therapie- und Präventionswege gegen „Multiresistente Erreger“ in der ambulanten Praxis zu geben. Denn multiresistente Keime und Bakterien sind in der heutigen Medizin ein wachsendes Problem: Sie sind zunehmend unempfindlich gegen die Wirkung gängiger Antibiotika mit der Folge, dass sowohl dem Arzt als auch dem Patienten letztlich immer weniger Therapiewege übrig bleiben.
„Nicht nur die derzeitigen Diskussionen um vermeintlich belastete Lebensmittel zeigen, wie allgegenwärtig die Gefahr resistenter Keime mittlerweile ist. Um in Zukunft nicht die positive Wirkung unserer ‚Waffe Antibiotika’ zu verlieren, müssen wir jetzt aktiv gegensteuern und über sinnvolle Schutzmaßnahmen informieren“, sagte der 1. KVWL-Vorsitzende Dr. Wolfgang-Axel Dryden. Da gerade Vertragsärzte sehr häufig die in Krankenhäusern begonnene Keim-Sanierung eines Patienten in der eigenen Praxis weiterführen müssen, sei eine qualitativ hochwertige ambulante Weiterbehandlung der Betroffenen nach Drydens Worten das Gebot der Stunde. Aus diesem Grund wird die KVWL bis Ende März 2012 sieben weitere MRSA-Informationsveranstaltungen für Ärzte und Medizinische Fachangestellte in Westfalen-Lippe durchführen – darunter in Bielefeld, Castrop-Rauxel und Siegen. Bislang haben sich dazu über 4.500 Interessierte angemeldet. Dryden: „Ich freue mich über die große Resonanz auf unserer Veranstaltungen. Es zeigt sich, wie aktiv sich die westfälischen Vertragsärztinnen und Vertragsärzte an der Bekämpfung Multiresistenter Erreger im Sinne ihrer Patienten beteiligen.“
MRSA-Bekämpfung „Made in Westfalen-Lippe“
Dass die Abwehr und Eindämmung von Multiresistenten Erregern im Bereich Westfalen-Lippe dabei bereits seit Jahren als bundesweit vorbildlich gilt, zeigt sich u.a. an dem seit 2005 bestehenden länderübergreifenden MRSA-Netzwerk Twente/Münsterland. Da resistente Erreger nicht vor Ländergrenzen halt machen, werden regelmäßig gemeinsame Schulungen von deutschen und niederländischen Ärzten durchgeführt. In den Niederlanden gilt die MRSA-Bekämpfung seit Jahren als besonders erfolgreich. Zudem engagiert sich die KVWL seit 2009 im EurSafety-Health-Net und fördert die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern, Vertragsärzte und Pflegeeinrichtungen.
Darüber hinaus setzte sich die KVWL dafür ein, dass die ambulante Behandlung von MRSA-Patienten bundesweit eine gesetzliche Basis erhält. Denn bislang konnte Vertragsärzte die Sanierung betroffener Patienten nur unter großen Hindernissen zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung durchführen. Durch die Schaffung einer gesonderten Abrechnungsziffer in der ärztlichen Gebührenordnung wurde diese Bestrebung nun aufgegriffen und eine deutschlandweite Behandlungsmöglichkeit für MRSA-Patienten eingeführt bzw. ermöglicht. Ab April 2012 können dann alle Vertragsärzte und Patienten bundesweit von den Erkenntnissen der MRSA-Bekämpfung „Made in Westfalen-Lippe“ profitieren.
Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, abgekürzt KVWL, vertritt die Interessen von rund 13.000 niedergelassenen Vertragsärzten und psychologischen Psychotherapeuten im Landesteil Westfalen-Lippe. Für ihre Mitglieder schließt die KVWL Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen, rechnet die Leistungen ab und verteilt das Honorar an die Ärzte und Psychotherapeuten. Für die Bürgerinnen und Bürger gewährleistet die KVWL eine am Bedarf orientierte, wohnortnahe ambulante medizinische Versorgung von hoher Qualität.
Ansprechpartner für die Presse
KVWL
Christopher Schneider
(Pressesprecher)
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