Stimmungsbild der westfälischen Kassenärzte – Ergebnisse des Ärztemonitors 2012 vorgestellt
Zufriedenheit trotz hoher Arbeitsbelastung
Dortmund, den 02. August 2012
Die Vertragsärzte und –psychotherapeuten in Westfalen-Lippe sind mit ihrem Beruf sehr zufrieden, wünschen sich aber größtenteils auch mehr Zeit für ihre Patienten – dies ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Instituts für angewandte Sozialwissenschaften infas im Auftrag von NAV-Virchow-Bund und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV). Die Meinungsforscher interviewten zwischen Februar und Mai 2012 telefonisch bundesweit rund 11.000 niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten, darunter etwa 650 aus Westfalen-Lippe. Weitere Ergebnisse der Umfrage: Die Ärzte und Therapeuten in Westfalen-Lippe versorgen pro Tag fast 16 Prozent mehr Patienten als ihre Kollegen im Bundesgebiet. Das durchschnittliche Arbeitspensum der westfälischen Kassenärzte beträgt laut Studie etwa 56 Stunden pro Woche, in denen im Schnitt ca. 54 Patienten pro Tag behandelt werden.
Obwohl zwei von drei Behandlern der Meinung sind, dass ihnen durch die Mechanismen des heutigen Gesundheitswesens zu wenig Zeit für ihre Patienten bleibt, stimmen nahezu alle (rund 92 Prozent) der hiesigen Ärzte und Therapeuten der Aussage „Meine Arbeit macht mir Spaß“ voll und ganz bzw. eher zu. Zudem bewerten 98 Prozent der Befragten ihre tägliche Arbeit mit den Patienten als „sinnvoll und nützlich“. „Angesichts einer Arbeitssituation, die im Praxisalltag oft von hohen Belastungen gekennzeichnet ist, verdie- nen diese Bewertungen unser aller Respekt“, kommentiert der 1. Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), Dr. Wolfgang-Axel Dryden, die Umfrageergebnisse. Besonders erfreulich ist nach Meinung Drydens, dass sich etwa 81 Prozent der westfälischen Ärzte und Therapeuten auch noch nach vielen Jahren aktiver Tätigkeit in der ambulanten Patientenversorgung von ihrem Beruf inspiriert fühlen. Vor allem die Angehörigen der „älteren“ Medizinergeneration sehen ihre Tätigkeit nach wie vor als Berufung.
Doch auch kleinere Schattenseiten gehören zum Beruf des Vertragsarztes. Über die Hälfte der Befragten (64 Prozent) gibt ebenso an, dass sie oft ihre Pläne für private oder Familienaktivitäten auf Grund beruflicher Verpflichtungen ändern bzw. einschränken müssen. Unbeliebt ist auch der wöchentliche Aufwand für die Erledigung der Bürokratie: Durchschnittlich 7,8 Stunden bzw. 14 Prozent der gesamten Wochenarbeitszeit müssen die Kassenmediziner für Verwaltungsarbeiten aufwenden. „Wäre diese Zeit in Sprechstunden zu transformieren, stünde den Kolleginnen und Kollegen praktisch rund 22 Prozent mehr Zeit für Patienten zur Verfügung. Deshalb müssen wir weiterhin für eine deutliche Reduzierung des unnötigen ‚Papierkrams’ eintreten. Denn niemand sollte darauf setzen, dass sich auch die zukünftige Medizinergeneration diesen Anforderungen unterwirft. Die allgemein sinkenden Niederlassungszahlen sollten uns allen eine deutliche Warnung sein“, so Dryden.
Unterm Strich aber ist die überwiegende Mehrheit der Ärzte und Therapeuten der Auffassung, es mit ihrer Niederlassung in Westfalen-Lippe richtig gemacht zu haben. 61 Prozent würden diesen Lebensweg erneut anschlagen. Auch mit diesem Ergebnis kann Westfalen-Lippe damit sogar knapp den Bundestrend übertreffen – bundesweit lag die Rate der potentiellen „Wiederholungstäter“ bei „nur“ 59 Prozent.
Sie finden die Umfrageergebnisse auch im Internet unter www.kvwl.de/aerztemonitor
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Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, abgekürzt KVWL, vertritt die Interessen von rund 13.000 niedergelassenen Vertragsärzten und -psychotherapeuten im Landesteil Westfalen-Lippe. Für ihre Mitglieder schließt die KVWL Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen, rechnet die Leistungen ab und verteilt das Honorar an die Ärzte und Psychotherapeuten. Für die Bürgerinnen und Bürger gewährleistet die KVWL eine am Bedarf orientierte, wohnortnahe ambulante medizinische Versorgung von hoher Qualität.
