Kassenärzte in Westfalen-Lippe fordern angemessene Finanzierung der ambulanten Versorgung – Resolutionen beschlossen

Krankenkassen müssen ihrer Verpflichtung nachkommen

 

Dortmund, den 22. September 2012

Mit zwei am heutigen Samstag, den 22. September 2012, beschlossenen Resolutionen fordern die ärztlichen und psychotherapeutischen Berufsverbände in Westfalen-Lippe sowie die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die gesetzlichen Krankenversicherungen ultimativ auf, ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen und die ambulante medizinische Versorgung der Versicherten ausreichend und angemessen zu finanzieren. Gleichzeitig verurteilen die Mediziner die innerhalb der letzten Wochen und Monate von Kassenseite her initiierten Diffamierungskampagne gegen die Ärzteschaft auf das Schärfste. Die Delegierten der Vertreterversammlung sowie die bei der Vertreterversammlung anwesenden Berufsverbände stellten sich darüber hinaus uneingeschränkt hinter die aktuelle Mindestforderung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nach einem Ausgleich der Kostensteigerungen in den Praxen und der Inflationsrate.

„Seit 2008 sind die Kostensteigerungen trotz des eindeutigen Rechtsanspruchs der Ärzteschaft unberücksichtigt geblieben. Die daraus entstandene Unterdeckung geht demzufolge zu Lasten der Praxisinhaber, der Investitionskraft für die Versorgung der Patienten sowie der Arbeitsplatzsicherheit für alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den jeweiligen Praxen.“ Des Weiteren bekräftigen die Vertreter der Vertragsärzte und –psychotherapeuten in Westfalen-Lippe ihre an die Krankenseite gerichtete Forderung nach einer Beseitigung der regionalen Finanzierungsmissstände. Denn noch immer stellen die Kassen im Bundesland NRW deutlich weniger Geldmittel für die Versorgung ihrer Versicherten zur Verfügung, als in anderen Regionen Deutschlands. So steht in Westfalen-Lippe mit durchschnittlich etwa 321€ pro Jahr wesentlich weniger Geld für die ambulante Behandlung eines gesetzlich Versicherten bereit, als beispielsweise in Hamburg (376€) oder Berlin (386€). „Damit muss Schluss sein!“

„Zur Herstellung einer gleichen Leistungsfähigkeit der ambulanten Versorgung und um zu verhindern, dass sich der ärztliche Nachwuchs gegen eine Niederlassung in unterfinanzierten Regionen entscheidet, muss der finanzierte Behandlungsbedarf der behandelten Morbidität angepasst werden – insbesondere in Westfalen-Lippe.“ Die Vertreterversammlung fordert von den in Westfalen-Lippe vertretenen Krankenkassen deshalb: „Gleichen Lohn für gleiche Arbeit!“

Ohne eine Erfüllung dieser Forderungen werde die ambulante medizinische Versorgung nach Meinung der Delegierten nicht mehr in gewohnter Weise funktionieren. Die Vertreterversammlung begrüßt deshalb die spürbare und klare Bereitschaft aller niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland, diese Forderungen solidarisch und nachhaltig gegenüber den Krankenkassen wie der Gesundheitspolitik zu vertreten. Insbesondere in Richtung des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen äußerten die ärztlichen und psychotherapeutischen Berufsverbände in Westfalen-Lippe ebenso die deutliche Forderung, endlich zu einer respektvollen Anerkennung der ärztlichen Arbeit zurückzukehren. „Das Hintergehen der Versicherten durch gezielte Fehlinformationen und fälschlich behauptete Transparenz ist zu unterlassen“. Andernfalls können auf Grund der von den Krankenkassen zu verantwortenden vergifteten Atmosphäre zukünftig keine Vertragsverhandlungen auf einer partnerschaftlichen Augenhöhe geführt werden.

Beide Resolutionen sowie weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Homepage der KVWL unter www.kvwl.de

 

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Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, abgekürzt KVWL, vertritt die Interessen von rund 13.000 niedergelassenen Vertragsärzten und -psychotherapeuten im Landesteil Westfalen-Lippe. Für ihre Mitglieder schließt die KVWL Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen, rechnet die Leistungen ab und verteilt das Honorar an die Ärzte und Psychotherapeuten. Für die Bürgerinnen und Bürger gewährleistet die KVWL eine am Bedarf orientierte, wohnortnahe ambulante medizinische Versorgung von hoher Qualität.

 

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