Abrechnung - Diagnosekodierung

Ab 1. Januar 2012: Praxissoftware unterstützt bei der
Kodesuche nach ICD-10-GM

Mit dem endgültigen Wegfall der Ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) werden zu Jahresbeginn die Funktionalitäten in der Praxissoftware entsprechend angepasst. Die KBV hat das Software-Update für das Quartal 1/2012 an die PVS-Hersteller ausgeliefert. "Alle jetzt noch enthaltenen Informationen zu den AKR in der Software werden danach komplett herausgenommen", heißt es in dem Dezember-Rundschreiben der KBV.

Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten können sich nunmehr Hinweise zur Anwendung der ICD-10-GM anzeigen lassen. Die Nutzung dieses Services ist freiwillig. Er soll Praxen bei der Verschlüsselung von Behandlungsdiagnosen unterstützen. Mit dem Versorgungsstrukturgesetz wird zwar die Vorgabe zur Vereinbarung von AKR auf Bundesebene entfallen, die gesetzliche Verpflichtung zum Kodieren nach der ICD-10-GM bleibt aber weiterhin bestehen.

Welche Auswirkungen hat dies für die Praxis?

AKR-Inhalte werden in der Praxisverwaltungssoftware nicht mehr angezeigt. Kodes und Regeln der ICD-10-GM sind nach wie vor hinterlegt.

Es gibt weiterhin zwei Schalter zum freiwilligen Ein- und Ausschalten von Unterstützungsfunktionen zur Anwendung der ICD-10-GM in der Praxissoftware.

Schalter 1: Ablagemöglichkeit für anamnestische Diagnosen

Ärzte, die die AKR schon angewendet haben und eine Gliederung der Dauerdiagnosen in anamnestische und behandlungsrelevante Dauerdiagnosen vorgenommen haben, können somit den Schalter auf freiwilliger Basis nach wie vor aktiviert lassen. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Aufteilung erhalten bleibt. Sie entspricht den Vorgaben der ICD-10-GM und ist weiterhin sinnvoll. Inwieweit eine Praxis diese Unterscheidung in anamnestische und Dauerdiagnosen weiterhin nutzen will, bleibt ihr selbst überlassen.

Schalter 2: Aktivierung von Hinweisen zur richtigen Anwendung der ICD-10-GM

Bereits freigeschaltete Regelwerke mit Hinweisen zur korrekten Kodierung nach ICD-10-GM können ebenfalls durch Einschalten des entsprechenden Schalters weiter auf freiwilliger Basis genutzt werden. Die Regeln wurden

Die ICD-10-GM-Stammdatei wurde an die Version 2012 angepasst. In der von der KBV ausgelieferten ICD-10-GM-Stammdatei wurden die Einträge, die als hausarztrelevant gelten, gekennzeichnet. Damit unterstützt neben dem systematischen und alphabetischen Verzeichnis der ICD-10-GM eine dritte Suchmöglichkeit besonders Hausärzte bei der Ermittlung eines ICD-10-Kodes im Rahmen einer Freitextsuche. Diese Funktion steht zur optionalen Einbindung in die Praxisverwaltungssoftware zur Verfügung.

Keine weiteren Kosten für Ärzte und Psychotherapeuten

Weiter teilt die KBV mit, dass Ärzten und Psychotherapeuten durch diese Maßnahmen keine weiteren Kosten entstehen. Bereits durchgeführte Anpassungen und Bereinigungen von Diagnosenkodierungen bleiben bestehen. Geleistete Arbeit geht somit nicht verloren.

Weitere Unterstützungsangebote stellt die KBV auf ihrer Internetseite unter www.kbv.de/kodieren zur Verfügung .

Beispiele zur sachgerechten Kodierung

Wie kodiere ich in der Praxis richtig? Diese Beispiele werden in den kommenden Monaten um weitere ergänzt.

PDF PDF Stand KB
Augenheilkunde 14.06.2013 52
Erkrankungen in der Schwangerschaft 18.01.2013 532
Asthma bronchiale, COPD, Pneumonien 01.05.2012 1180
Demenzerkrankungen 22.09.2012 1089
Diabetes mellitus 20.01.2012 825
Gastrointestinale Erkrankungen 17.12.2012 530
Hypertonie Primäre 22.10.2012 1020
Karzinome und Metastasierungen 26.03.2012 662
Koronare Herzerkrankung und Herzinsuffizienz 21.02.2012 980
Neurologische Erkrankungen 01.04.2012 1239
Nierenerkrankungen 25.06.2012 977
Pädiatrie 27.02.2013 538
Schmerztherapie 01.08.2012 1445
Suchterkrankungen 30.07.2012 600

Eine praxisnahe Kodierhilfe - Neuauflage der Thesauren

Die genaue Abbildung der in der Praxis erbrachten ärztlichen Leistungen belegt die
Qualität der medizinischen Versorgung - macht aber bei rund 16.000 Diagnoseschlüsseln im ICD-10-GM auch zusätzliche Arbeit. Die vom Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) herausgegebenen Thesauren sollen an diesem Punkt die Handhabung erleichtern. Sie stellen eine Auswahl der ICD-10-GM Version 2013 dar. Die Neuauflage der handlichen Flyer enthalten rund 80 Prozent der im Jahre 2009 von der jeweiligen Fachgruppe in Deutschland dokumentierten Diagnosen.

Die Thesauren ersetzen nicht die ICD-10-GM Vollversion. Bitte nutzen Sie zur Dokumentation weiterer spezifischer Diagnosekodes die vollständige Version der
ICD-10-GM.

Nutzen Sie die neuen Thesauren auch im Internet unter:

www.zi-berlin.de in der Rubrik "Projekte"

 

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