EBM

Abrechnung

Informationen zu Beschlüssen und Änderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses

Auf dieser Seite finden Sie wichtige Abrechnungshinweise zu den Beschlüssen und Änderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) für Ihre tägliche Arbeit in den Praxen. Bitte beachten Sie, dass die vollständigen Beschlüsse, mit zusätzlichen Informationen zu den Entscheidungen im Detail jeweils auf den Internetseiten des G-BA unter www.g-ba.de zu finden sind.

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Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM)
& weitere Informationen

EBM-Reform zum 01.04.2020 bzw. 01.01.2021

Strahlentherapie: Strukturelle Änderungen im EBM zum 01.01.2021

Strahlentherapie

Strukturelle Änderungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) zum 01.01.2021

Das Kapitel 25 hat im Rahmen der Neufassung eine grundlegende strukturelle und kalkulatorische Überarbeitung der einzelnen Leistungen erfahren. Gleichzeitig wurde an den aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik angepasst. Der Leistungskatalog des Kapitels 25 wurde aktualisiert und durch die Aufnahme neuer Gebührenordnungspositionen (GOP) vervollständigt. Zudem wurden die in den Sachkostenpauschalen 40840 und 40841 EBM enthaltenen Kosten in Leistungen und verfahrensbezogene Zusatzziffern des Kapitels 25 überführt.

Die wichtigsten Änderungen möchten wir Ihnen kurz vorstellen:

Umstellung der Bewertungs- und Abrechnungssystematik in der Hochvolttherapie

Bei der Abrechnung strahlentherapeutischer Leistungen im Rahmen der Hochvolttherapie waren bisher die therapeutischen Bestrahlungsziffern nach den GOP 25320 und 25321 EBM je Bestrahlungsfraktion berechnungsfähig. Infolge des Anstiegs der bei einem Patienten zu bestrahlenden Zielvolumina erfolgt eine Änderung der Abrechnungsbestimmung von „je Fraktion“ in „für das erste Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung“ beziehungsweise „je Bestrahlungsserie“.
Mit der Umstellung wird die Hauptleistung der Bestrahlung aufgrund des zeitlich größten Aufwands in der Bestrahlungsgrundleistung abgebildet. Der zeitliche Mehraufwand für die Bestrahlung jedes weiteren Zielvolumens wird in Form einer neuen Zuschlagsziffer abgebildet.
Durch die Anpassung werden die zu bestrahlenden Zielvolumina nicht mehr linear vergütet, sondern das erste mit einem höheren Wert und die weiteren als niedriger bewerteter Zuschlag. Bisher wurde bei der Bestrahlung von mehr als einem Zielvolumen die Bestrahlungsziffer GOP 25320 und 25321 EBM mehrfach angesetzt. Eine Begrenzung der maximal zu berechnenden Zielvolumina ist in der Nummer 5 der Präambel 25.1 vorgegeben. In der Nummer 4 der Präambel 25.1 erfolgte eine Neufestlegung der strahlentherapeutischen Begriffsdefinitionen Zielvolumen, Bestrahlungssitzung und Bestrahlungsserie.

Umstrukturierung der Hochvolttherapie im Abschnitt 25.3.2 EBM

Die therapeutische Bestrahlungsleistung bei gutartigen Erkrankungen wird über die GOP 25316 EBM neu im Abschnitt 25.3.2 EBM abgebildet. Die bisherige GOP 25320 EBM (Bestrahlung mit Telekobaltgerät bei gut- oder bösartigen Erkrankungen oder Bestrahlung mit einem Linearbeschleuniger bei gutartigen Erkrankungen) wurde gestrichen, da Telekobaltgeräte in der modernen Strahlentherapie nicht mehr zur Anwendung kommen.
Zur neuen Bestrahlungsgrundleistung nach der GOP 25316 EBM bei gutartigen Erkrankungen sind zwei Zuschläge zusätzlich in den EBM aufgenommen worden:

› GOP 25317 EBM als Zuschlag für die Bestrahlung von mehr als einem Zielvolumen

› GOP 25318 EBM als Zuschlag für die Bestrahlung mit bildgestützter Einstellung (IGRT)

Zur Bestrahlungsgrundleistung nach der GOP 25320 EBM zur Bestrahlung bösartiger Erkrankungen oder raumfordernder Prozesse des zentralen Nervensystems sind sechs Zuschläge neu aufgenommen worden:

› GOP 25324 EBM als Zuschlag für die Bestrahlung von mehr als einem Zielvolumen

› GOP 25325 EBM als Zuschlag für die Bestrahlung in Hochpräzisionstechnik

› GOP 25326 EBM als Zuschlag für die Bestrahlung mit bildgestützter Einstellung (IGRT)

› GOP 25327 EBM als Zuschlag für die Bestrahlung in Hochpräzisionstechnik in Kombination mit IGRT

› GOP 25328 EBM als Zuschlag bei Überschreitung der Einzeldosis ≥ 2,5 Gy

› GOP 25329 EBM als Zuschlag für die Bestrahlung von Kindern

Auflösung der Sachkosten des Abschnitts 40.15 EBM

Medizinisch-technische Weiterentwicklungen der Strahlentherapieleistungen wie die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) und weitere Verfahren der Hochpräzisionstechnik sowie IGRT wurden bisher über die Sachkostenpauschalen 40840 und 40841 EBM im Abschnitt 40.15 querfinanziert. Um die Weiterentwicklung sachgerecht im EBM abzubilden, erfolgte eine Auflösung des Abschnitts 40.15 und Umlegung der Kosten auf die Gebührenordnungspositionen des Kapitels 25.

Kalkulation

Alle strahlentherapeutischen Leistungen sind auf betriebswirtschaftlicher Grundlage mithilfe des Standardbewertungssystems kalkuliert. Die Aktualisierung der Praxiskosten erfolgte auf Basis der Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes. Die Kalkulationszeiten der einzelnen Leistungen wurden auf Basis von Experteneinschätzungen festgelegt.

Finanzierung und Vergütung

Die Finanzierungsempfehlung setzt die Bereitstellung der notwendigen Finanzmittel für die Strahlentherapie innerhalb der MGV für einen begrenzten Zeitraum um. Dafür werden die Leistungen des Kapitels 25 für die Jahre 2021 und 2022 in die MGV überführt.

Dies erfordert eine Vergütungsregelung im HVM, welche nach der Beschlussfassung Ende November hier veröffentlicht wird:

Strahlentherapie – Übersicht

GOP Änderungen
Präambel 25.1 Nr. 2 Aufnahme der GOP 01951 und 01952 in die Nr. 2 der Präambel 25.1 EBM
Außer den in diesem Kapitel genannten GOP sind von den in der Präambel genannten Vertragsärzten […] nachfolgende GOP berechnungsfähig: […] 01951, 01952, […] EBM
Präambel 25.1 Nr. 4 Das Zielvolumen ist bei benignen und malignen Erkrankungen definiert als das Volumen, in dem ein definiertes Behandlungsziel (Gesamtdosis) unter Anwendung einer einheitlichen Bestrahlungstechnik und Energiedosis erreicht werden soll. Sollen in räumlich zusammenhängenden, unmittelbar nebeneinanderliegenden oder sich überlappenden Zielvolumina unterschiedliche Energiedosen appliziert werden, so werden entsprechend unterschiedliche klinische Zielvolumina festgelegt. Zielvolumina sind z. B. Primärtumor, Tumorloge, Primärtumorregion, Metastasen oder regionale Lymphabflusswege. Ein Zielvolumen kann auch ein Teilvolumen innerhalb eines größeren Volumens sein (simultan integrierter Boost). Primärtumor bzw. Primärtumorregion und Lymphabflusswege stellen grundsätzlich zwei Zielvolumina dar. Eine Bestrahlungssitzung umfasst eine oder mehrere Bestrahlungen, die in engem zeitlichen Zusammenhang (kleiner sechs Stunden) durchgeführt werden. Eine Bestrahlungsserie umfasst alle Bestrahlungssitzungen der Strahlenbehandlung eines Zielvolumens oder mehrerer onkologisch zusammenhängender Zielvolumina.
Präambel 25.1 Nr. 6 Die GOP 25316 EBM ist grundsätzlich nur berechnungsfähig bei einer Mindestreferenzdosis von 0,5 Gy im Zielvolumen. Die GOP 25321 EBM ist grundsätzlich nur berechnungsfähig bei einer Mindestreferenzdosis von 1,5 Gy im Zielvolumen. Muss diese Dosis bei der GOP 25316 oder 25321 EBM im Einzelfall unterschritten werden, ist eine Begründung auf dem Behandlungsausweis erforderlich.
Präambel 25.1 Nr. 7 Die GOP 25340 bis 25342 EBM sowie die GOP 34360 und 34460 EBM können grundsätzlich je Zielvolumen und je Bestrahlungsserie berechnet werden. […] Eine mehrfache Berechnung dieser GOP allein oder nebeneinander bei der Behandlung desselben Zielvolumens ist nur zulässig, wenn während der Behandlung wesentliche Änderungen der Bestrahlungsplanung durch Umstellung der Technik (Umstellung von Stehfeld- auf Pendeltechnik), […] notwendig werden.
Präambel 25.1 Nr. 12 (neu) Die im Zusammenhang mit den strahlentherapeutischen GOP entstehenden Sachkosten sind mit Ausnahme der GOP 40580 EBM nicht gesondert berechnungsfähig, sondern Bestandteil der in Kapitel 25 genannten Gebührenordnungspositionen.
25210 und 25211 Konsiliarpauschale bei bösartiger Erkrankung oder bei raumfordernden Prozessen des zentralen Nervensystems
Obligater Leistungsinhalt
[…]
- Regelmäßige Verlaufskontrolle des Bestrahlungsverlaufs,

Fakultativer Leistungsinhalt
[…]
- Patientenaufklärung,
- Überprüfung der vorliegenden Indikation,
- Ärztlicher Bericht entsprechend der Gebührenordnungsposition 01600,
- Individueller Arztbrief entsprechend der Gebührenordnungsposition 01601, […]
25213 Zuschlag zur den GOP 25211 EBM bei Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern,
25214 Fakultativer Leistungsinhalt
[…]
- Ärztlicher Bericht entsprechend der GOP 01600 EBM,
- Individueller Arztbrief entsprechend der GOP 01601 EBM,
- In Anhang 1 aufgeführte Leistungen,
25316 (neu) Bestrahlung mit einem Linearbeschleuniger bei gutartigen Erkrankungen Obligater Leistungsinhalt
- Bestrahlung mit Linearbeschleuniger,
- Überwachung und Kontrolle während der Bestrahlung,
für das erste Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung
25317 (neu) Zuschlag zur GOP 25316 EBM für die Bestrahlung von mehr als einem Zielvolumen,
je weiterem Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung
25318 (neu) Zuschlag zur GOP 25316 EBM für die Bestrahlung mit bildgestützter Einstellung (IGRT),
je Bestrahlungsserie
25320 Leistung gestrichen
25321 […]
Obligater Leistungsinhalt
- Bestrahlung mit Linearbeschleuniger, Fakultativer Leistungsinhalt
- Bestrahlung von mehr als zwei Bestrahlungsfeldern,
- Bestrahlung in 3-D-Technik,
- Überwachung und Kontrolle während der Bestrahlung, für das erste Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung

Die GOP 25321 EBM ist nur bei Vorliegen einer […] der im Folgenden genannten gutartigen Neubildungen berechnungsfähig: […] D35.3 Gutartige Neubildung: Ductus craniopharyngealis, […] D44.4 Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens: Ductus craniopharyngealis, […] G20.- Primäres Parkinson-Syndrom und G50.0 Trigeminusneuralgie.
25322 und 25323 Leistungen gestrichen
25324 (neu) Zuschlag zur GOP 25321 EBM für die Bestrahlung von mehr als einem Zielvolumen,
je weiterem Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung
25325 (neu) Zuschlag zur GOP 25321 EBM für die Bestrahlung in Hochpräzisionstechnik

Obligater Leistungsinhalt
- Anwendung von intensitätsmodulierter Radiotherapie (IMRT) und/oder
- Anwendung von fraktionierter Stereotaxie,

je Bestrahlungssitzung
25326 (neu) Zuschlag zur GOP 25321 EBM für die Bestrahlung mit bildgestützter Einstellung (IGRT),

je Bestrahlungssitzung
25327 (neu) Zuschlag zur GOP 25321 EBM für die Bestrahlung in Hochpräzisionstechnik in Kombination mit bildgestützter Einstellung (IGRT)

Obligater Leistungsinhalt
- Anwendung von intensitätsmodulierter Radiotherapie (IMRT) in Kombination mit IGRT und/oder
- Anwendung von fraktionierter Stereotaxie in Kombination mit IGRT,

je Bestrahlungssitzung
25328 (neu) Zuschlag zur GOP 25321 EBM bei Überschreitung der Einzeldosis ≥ 2,5 Gy,

je Bestrahlungssitzung
25329 (neu) Zuschlag zur GOP 25321 EBM für die Bestrahlung von Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern,

je Bestrahlungssitzung
25340 […]
Fakultativer Leistungsinhalt
- Simulation(en)
25341 […]
Obligater Leistungsinhalt
- Ärztliche Definition der Zielvolumina und der Risikobereiche,
- Physikalische Bestrahlungsplanung,
- Autorisierung des Bestrahlungsplans

Fakultativer Leistungsinhalt
- Simulation(en)
25342 […]
Obligater Leistungsinhalt
- Ärztliche Definition der Zielvolumina und der Risikobereiche,
- Physikalische Bestrahlungsplanung,
- Autorisierung des Bestrahlungsplans

Fakultativer Leistungsinhalt
- Simulation(en)

Die Berechnung der GOP 25342 EBM setzt das Vorliegen eines Bestrahlungsplanungs-CT oder -MRT nach der GOP 34360 oder 34460 EBM voraus.
25343 (neu) Zuschlag zur GOP 25342 EBM für die rechnerunterstützte Hochpräzisionsbestrahlungsplanung (IMRT und/oder fraktionierte Stereotaxie),

je Bestrahlungsserie
Abschnitt 40.15 Abschnitt gestrichen

EBM-Reform: Honorare bleiben stabil

Die am 1. April 2020 startende „kleine“ EBM-Reform ist das finale Ergebnis einer erneut vom Gesetzgeber geforderten Überprüfung der bisherigen Gebührenordnung. Die Ziele der Novellierungen sind insbesondere die Absenkung der Kalkulationszeiten sowie die Stärkung der sprechenden Medizin. Die politische Vorgabe war, dass diese Aufwertung mit einer entsprechenden Abwertungen bei technischen Leistungen einhergehen mussten. Die beschlossenen Änderungen sollten zudem punktsummenneutral sein, sich also per Saldo gegenseitig aufheben.

Die Mehrzahl der Gebührenordnungspositionen (GOP) ändert sich bei dieser Reform nicht. In anderen Fällen werden nur marginale Änderungen der Bewertungen vorgenommen. Am Ende werden nur wenige Bewertungen um 10 Prozent oder mehr erhöht oder abgesenkt. Eine Aufwertung erfahren beispielsweise Gespräche oder die Strukturpauschale für konservativ tätige Augenärzte. Absenkungen betreffen hingegen die Akupunktur sowie die Koloskopie.

Eine weitere Ebene dieser kleinen EBM-Reform sind zudem strukturelle Änderungen in Bezug auf die Allergologie, die Mutterschaftsvorsorge und die Kardiologie. Dazu werden vereinzelt neue Gebührenordnungspositionen eingeführt sowie bei einigen Leistungen – wie etwa der Hautkrebsfrüherkennung – die Leistungsinhalte angepasst. Alle Details finden Sie hier unter „Strukturelle Änderungen des EBM nach Fachgruppen“.

Die Auswirkungen der EBM-Änderungen

EBM-Bewertungsänderungen sind nur bei extrabudgetären Leistungen mit Honorarveränderungen in entsprechendem Maße gleichzusetzen. Bei den Leistungen, die innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) vergütet werden, ist der Honorarverteilungsmaßstab (HVM) maßgeblich (s. S. 22, Änderungen des Honorarverteilungsmaßstabs der KVWL zum 01.04.2020), insbesondere die Höhe der Regelleistungsvolumina (RLV).

Arztgruppen mit Honorarvolumina (RLV und QZV)

Die bisherige und bewährte Berechnung der RLV wird auch unter dem modifizierten EBM vorerst unverändert fortbestehen. Dadurch ist gewährleistet, dass sich das Honorar aller Praxen, die sowohl vor als auch nach der EBM-Reform ihre Honorarvolumina ausschöpfen, allenfalls geringfügig verändert.

Für Praxen, die das Honorarvolumen bislang nicht ausgeschöpft haben und die unter dem neuen EBM mehr Leistungsbedarf abrechnen, sind Honorarsteigerungen möglich. Dies wird vor allem bei zahlreichen Nervenärzten, Psychiatern und Kinder- und Jugendpsychiatern der Fall sein.

Umgekehrt kann es vorkommen, dass Praxen weniger Honorar erwirtschaften, wenn sie ihr Honorarvolumen unter dem neuen EBM nicht mehr ausschöpfen. Dies ist am ehesten z. B. bei Praxen mit hoher technischer Ausrichtung denkbar.

Psychotherapeuten

Psychotherapeuten können sich in Folge der EBM-Novellierungen auf eine grundsätzliche Erhöhung der meisten aus der MGV vergüteten Leistungen einstellen. Das Honorarkontingent der Psychotherapeuten wird erhöht, sodass sich die Bewertungsanpassungen in entsprechenden Honorarsteigerungen niederschlagen.

Radiologen und Nuklearmediziner

Die Bewertungen fast aller Leistungen der EBM-Kapital 17 und 34 werden mit der EBM-Reform abgesenkt. Da aber das Honorarkontingent der Radiologen und Nuklearmediziner unverändert bleibt, werden die niedrigen Bewertungen durch höhere Vergütungsquoten ausgeglichen. Somit werden die Honorare der Radiologen und Nuklearmediziner ab dem 1. April 2020 genauso berechnet wie vor der Reform.

Fazit

Die KVWL geht davon aus, dass über 90 Prozent der Praxen in Westfalen-Lippe unter dem novellierten EBM leichte Gewinne oder zumindest gleichbleibende Honorare erwirtschaften werden. Verantwortlich dafür ist der Honorarverteilungsmaßstab der KVWL, der die Berechnung der Regelleistungsvolumina unverändert lässt. Zu vereinzelten Honorarrückgängen kann es nur unter zwei Voraussetzungen kommen: Das Honorarvolumen wird von der Praxis nicht ausgeschöpft – oder die Abwertung einzelner extrabudgetärer Leistungen wirkt sich negativ aus, wenn die Praxis ihren Schwerpunkt genau in diesen Leistungen hat.

KOMMENTAR
Der westfälische Weg

In der Honorarverteilung hat die KVWL seit Jahren ein klares Ziel: Wir wollen unseren ärztlichen und psychotherapeutischen Mitgliedern die Stabilität ihres Honorars gewährleisten. In diese Tradition stellt sich auch der aktuelle Vorstand.

Die auf Bundesebene beschlossenen Reformen in der Gebührenordnung und ihrer Umsetzung machen das Erreichen dieses Zieles nicht immer einfach. Natürlich ist der EBM die Grundlage für das Honorar. Und ebenso selbstverständlich ist es, dass Kolleginnen und Kollegen dann auch profitieren, wenn ihnen ein höheres Honorar für ihre Leistungen zugestanden wird. Gleichzeitig wollen wir aber – wie schon immer in den letzten Jahren – dafür sorgen, dass die westfälischen Praxen bei gleicher Arbeit mindestens ein gleiches Honorar wie in den Vorquartalen erwirtschaften können.

Dies wird uns über die abgestimmte Honorarverteilung der KVWL auch mit der jetzigen, kleinen EBM-Reform wieder weitgehend gelingen. Mit nur sehr wenigen Abstrichen werden die westfälischen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten auch künftig gleichbleibende Honorare realisieren oder gar entsprechend zusätzliche Gewinne erwirtschaften. Das, so finde ich, ist genau die Entwicklung, die wir in unserer KV im Konsens haben wollen.

Dr. Dirk Spelmeyer,
1. KVWL-Vorsitzender

Strukturelle Änderungen des EBM nach Fachgruppen zum 01.04.2020

Mit dem Beschluss aus seiner 455. Sitzung setzt der Bewertungsausschuss (BA) wesentliche Maßnahmen zur Weiterentwicklung des EBM um. Neben einigen strukturellen Änderungen wurde die Bewertung aller Leistungen an die aktuelle Kostenstruktur angepasst. Der grundsätzliche Aufbau des EBM bleibt dabei erhalten. Eines der wesentlichen Ziele - die sprechende Medizin zu fördern - wird mit dem ab 1. April 2020 gültigen EBM umgesetzt. Die Details aus dem Beschluss finden Sie hier nach Fachgruppen gegliedert, einschließlich einer Kurzübersicht:

Schwerpunktthemen

Ärztliche Kommunikation
(Stand: 26.10.2020)

Anpassungen der elektronischen Kommunikation – Höchstwerte ausgesetzt!

Die zum 1. Juli eingeführten Höchstwerte der Gebührenordnungspositionen (GOP) 40110 und 40111 EBM je Arztgruppe werden bis zum 30. September 2021 ausgesetzt. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass eine zeitnahe Realisierung der flächendeckenden Nutzung elektronischer Kommunikation nicht möglich ist. Übergangsweise ist die Versendung konventioneller Briefe und Faxe also für Ärzte und Psychotherapeuten weiterhin uneingeschränkt möglich.

Weiterhin wird klargestellt, dass die Kostenpauschalen 40110 und 40111 des EBM nicht von den in der Präambel 12.1 Nr. 1 genannten Fachärzten, u. a. Fachärzten für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie und Vertragsärzten, die Auftragsleistungen des Abschnittes 32 EBM erbringen, berechnet werden können.

Weitere Informationen zur Neuregelung der ärztlichen Kommunikation finden Sie im Folgenden:

Neue quartalsbezogene Kommunikationspauschale

Die Vergütungssystematik für den Versand von Arztbriefen wurde zum 1. Juli 2020 umgestellt mit dem Ziel, die elektronische Kommunikation zu fördern. Der elektronische Versand von Arztbriefen wird besser vergütet als der Versand per Fax, für den Versand per Post gibt es nur noch eine Porto-Kostenpauschale.

Die Vergütungssystematik für den Versand von Arztbriefen wurde zum 1. Juli 2020 umgestellt mit dem Ziel, die elektronische Kommunikation zu fördern. Der elektronische Versand von Arztbriefen wird besser vergütet als der Versand per Fax, für den Versand per Post gibt es nur noch eine Porto-Kostenpauschale.

Die Kommunikationspauschale wird im Erstattungsnachweis ausgewiesen.

Neuregelung der EBM-Vergütung für Porto und Fax zum 1. Juli 2020

Zum 1. Juli 2020 wurden die Bestimmungen für die Abrechnung von Porto und Fax geändert. Aus gegebenem Anlass weisen wir darauf hin, dass u. a. die GOP 40144 EBM zum 1. Juli 2020 gestrichen wurde.

Zum 1. Juli 2020 gestrichen:

GOP Leistungsbeschreibung
40144 Kostenpauschale für fotokopierte oder EDV-technisch reproduzierte Befundmitteilungen, Berichte, Arztbriefe und andere patientenbezogene Unterlagen ausschließlich für den mit- oder weiterbehandelnden oder konsiliarisch tätigen Arzt oder den Arzt des Krankenhauses

Im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) weiterhin enthalten ist die GOP 01602 EBM. Sie stellt keine Ersatzleistung für die GOP 40144 EBM dar, ist aber bei Erfüllung des Leistungsinhalts weiterhin berechnungsfähig:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01602 Gebührenordnungsposition für die Mehrfertigung (z. B. Kopie) eines Berichtes oder Briefes nach den Gebührenordnungspositionen 01 600, 01 601, 01 794, 01 841, 08 575, 11 230 oder 11 233 an den Hausarzt gemäß § 73 Abs. 1b SGB V

Bei der Berechnung der Gebührenordnungsposition 01 602 ist auf dem Behandlungsausweis die Arztabrechnungsnummer oder der Name des Hausarztes gemäß § 73 Abs. 1b SGB V anzugeben.

Die Gebührenordnungsposition 01 602 für die Kopie eines Berichtes oder Briefes an den Hausarzt ist nur berechnungsfähig, wenn bereits ein Bericht oder Brief an einen anderen Arzt erfolgt ist.

Die Gebührenordnungsposition 01 602 ist im Behandlungsfall nicht neben den Gebührenordnungspositionen 17 210, 19 210, 24 210 bis 24 212, 25 210, 25 211, 25 213 und 25 214 berechnungsfähig.
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Neugestaltung der Vergütung ärztlicher Kommunikation: eArztbriefe, Post, Telefax

Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä): Vergütung des eArztbriefes wird in der TI-Finanzierungsvereinbarung weitergeführt

In der TI-Finanzierungsvereinbarung (Anlage 32 BMV-Ärzte) wird die Erstattung der Kosten für die Übermittlung von eArztbriefen ab dem 1. April 2020 in der neuen Anlage 8 abgebildet:

Kostenerstattung für die Übermittlung von eArztbriefen ab 1. April 2020:

  • 0,28 Euro für den Versand eines eArztbriefes (SNR 86900)
  • 0,27 Euro für den Empfang eines eArztbriefes (SNR 86901)

Für beide Pauschalen gilt ein gemeinsamer Höchstwert von 23,40 Euro je Quartal und Arzt.

Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM): Vergütungsregelungen für die ärztliche Kommunikation ab 1. Juli 2020

Ab dem 1. Juli 2020 beziehungsweise später treten neue Vergütungsregelungen für die ärztliche Kommunikation in Kraft (Beschluss des Bewertungsausschusses (BA) 481. Sitzung).

Strukturförderpauschale (Gebührenordnungsposition (GOP) 01660)

Es wird eine Strukturförderpauschale eingeführt. Die GOP 01660 EBM ist für die Versendung eines eArztbriefes berechnungsfähig und hat eine Höhe von einem Punkt (10,99 Cent). Dies soll einen Anreiz für den Arzt schaffen, auch über die Erreichung des Höchstwertes für eArztbriefe hinaus, eArztbriefe anstelle von Telefaxen zu versenden. Die Finanzierung der Strukturförderpauschale erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV). Die Strukturförderpauschale ist vorerst für 3 Jahre befristet.

Eine Pauschale für den Postversand

Für den Versand von Arztbriefen und anderen Unterlagen per Post gibt es ab Juli nur noch die Porto-Kostenpauschale 40110. Sie ist mit 81 Cent bewertet. Die bisherigen Kostenpauschalen 40120 bis 40126 für das Porto sowie die Kostenpauschale 40144 für Kopien werden zum 1. Juli gestrichen.

Neue Fax-Kostenpauschale

Ebenfalls neu ab dem 1. Juli 2020 ist eine eigene Fax-Kostenpauschale im EBM – auch dies ist eine weitere Vorgabe des Gesetzgebers mit dem Ziel, einen schnellstmöglichen Umstieg auf die elektronische Kommunikation zu erreichen. Die Abrechnung erfolgt über die neue GOP 40111 EBM und gilt für den Versand eines Telefaxes. Die Fax-Pauschale ist zunächst mit zehn Cent je Telefax bewertet, ab 1. Juli 2021 mit fünf Cent.

Die Kostenpauschalen 40110 und 40111 unterliegen einem gemeinsamen Höchstwert je Arzt. Der Höchstwert ist arztgruppenspezifisch festgelegt. Die Höchstwert-Übersicht und weitere Details zu dem Beschluss des BA finden Sie unter folgendem Link:

Arztgruppe Höchstwert in Euro

Höchstwertregelung ausgesetzt – bis 30.09.2021
Ermächtige Ärzte, Institute und Krankenhäuser 34,83
Allgemeinmedizin, hausärztliche Internisten und praktische Ärzte 38,88
Kinder- und Jugendmedizin 38,88
Anästhesiologie 29,97
Augenheilkunde 42,12
Chirurgie 115,02
Gynäkologie 45,36
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde 68,85
Dermatologie 53,46
Humangenetik 93,96
Innere Medizin
ohne Schwerpunkt 198,45
Angiologie 239,76
Endokrinologie 294,03
Gastroenterologie 264,06
Hämatologie/Onkologie 278,64
Kardiologie 309,42
Nephrologie 126,36
Pneumologie 367,74
Rheumatologie 317,52
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie 22,68
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie 23,49
Neurologie, Neurochirurgie 149,04
Nuklearmedizin 405,81
Orthopädie 150,66
Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen 108,54
Psychiatrie 51,84
Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie 141,75
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie 5,67
Psychotherapie 6,48
Radiologie 445,50
Strahlentherapie 133,65
Urologie 140,94
Physikalische und Rehabilitative Medizin 73,71

Die Details zur Änderung des EBM zum 01.07.2020 finden Sie unter: www.g-ba.de und auf dieser Seite.

Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung
(Stand: 29.10.2020)

Die Leistungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust und des Genitales bei Frauen wurden zum 1. Januar 2020 neu strukturiert, an die entsprechenden Richtlinienbeschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses angepasst und um das organisierte Programm zur Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses ergänzt. Sie werden im Einheitlichen Bewertungsmaßstab in einem neu aufgenommenen Abschnitt 1.7.3.2 abgebildet.

Folgend eine Übersicht der Leistungen:

Alter Leistung
20-65 Gesetzlich Versicherte erhalten eine Einladung zur Teilnahme an dem Früherkennungsprogramm
20-34 Jährlicher Anspruch auf zytologische Untersuchung mittels Pap-Abstrich
Ab 20 Bei auffälligen Befunden besteht bei allen teilnehmenden Frauen Anspruch auf eine Abklärungsdiagnostik
Ab 35 Alle drei Jahre Anspruch auf Kombinationstestung aus Pap-Abstrich und HPV-Test

Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust und des Genitales nach der KFE-RL

GOP Leistungsbeschreibung
01760 Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen bei der Frau gemäß Abschnitt B. II. §§ 6 und 8 der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie

Gebührenordnungspositionen (GOP) im Zusammenhang mit der Früherkennung Zervixkarzinome

Primärscreening zur Früherkennung des Zervixkarzinoms nach oKFE-RL

GOP Leistungsbeschreibung
01761 Untersuchung zur Früherkennung des Zervixkarzinoms gemäß Teil III. C. § 6 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)
01762 Zytologische Untersuchung gemäß Teil III. C. § 6 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)
01763 Nachweis von Humanen Papillom-Viren gemäß Teil III. C. § 6 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)

Die Teilnahme am Früherkennungsprogramm ist für Frauen nach zervixerhaltender Partialhysterektomie nicht ausgeschlossen. Sofern anatomisch kein Gewebe des Zielorgans des Zervixkarzinomscreenings mehr sichtbar ist, ist als präventive Leistung nur die Früherkennung nach der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) ohne Zytologie und HPV-Test nach der GOP 01760 EBM berechnungsfähig.

Im Primärscreening und in der Abklärungsdiagnostik werden Zytologie und HPV-Test vom Gynäkologen ausschließlich über Muster 39 veranlasst. Hierauf erfolgt auch die Abrechnung der Untersuchungen (Scheinart 21). Sofern beide Untersuchungen nicht in einer Praxis durchgeführt werden können, kann der Zytologe mittels Muster 10 und der Kennzeichnung „präventiv“ den HPV-Test als Weiterüberweisung veranlassen. Hierbei kann der Erstveranlasser angegeben werden. Die Abrechnung des HPV-Tests erfolgt ausschließlich in dieser Fallkonstellation - Weiterleitung des HPV-Tests durch den Zytologen - auf Muster 10 (Scheinart 27). Die Transportkostenpauschale GOP 40100 EBM darf nur von der den Auftrag (Zytologie, HPV-Test, Ko-Test) erstmals annehmenden Praxis abgerechnet werden. Bei einer Weiterüberweisung ist die Abrechnung der GOP 40100 EBM nicht zulässig.

Sofern eine laborärztliche Praxis ausschließlich den Untersuchungsauftrag HPV-Test für das Primärscreening oder die Abklärungsdiagnostik erhält, wird dieser auf Muster 39 veranlasst und ist auf diesem abzurechnen (Scheinart 21). In diesem Fall muss das Laborsystem das Einlesen/Verarbeiten des Musters 39 und die Übernahme der Abrechnungsdaten in die Scheinart 21 implementieren.

Sollten Zytologie und HPV-Test an verschiedene Vertragsärzte überwiesen werden, muss das Ergebnis der HPV-Untersuchung an den Zytologen für die Erstellung eines Gesamtbefundes übermittelt werden.

Ist eine Patientin nach durchgeführter Aufklärung durch den Arzt nicht bereit, einen HPV-Test im Rahmen der Krebsfrüherkennung durchführen zu lassen, ist dieses vom Arzt zu dokumentieren. Der Leistungsinhalt der GOP 01761 EBM ist bei ausschließlicher Erbringung einer zytologischen Untersuchung nicht erfüllt und die GOP somit nicht abrechenbar. Ab dem Alter von 35 Jahren haben Frauen nur noch Anspruch auf eine Untersuchung gemäß der KFE-RL nach der GOP 01760 EBM (Krebsfrüherkennung bei der Frau gem. Abschnitt B. II. §§ 6 und 8 KFE-RL) oder eine Untersuchung mit kombiniertem Zervixkarzinomscreening gemäß der oKFE-RL nach der GOP 01761 EBM (Krebsfrüherkennung bei der Frau gem. Teil III. C. § 6 oKFE-RL).

Sofern bei einer Untersuchung gemäß der KFE-RL die klinische Untersuchung auffällig ist und die Versicherte trotzdem keinen HPV-Test und damit keine Früherkennungsuntersuchung nach der oKFE-RL erhalten möchte, ist die zytologische Untersuchung als kurative Leistung zu erbringen.

Abklärungsdiagnostik zur Früherkennung des Zervixkarzinoms nach oKFE-RL

GOP Leistungsbeschreibung
01764 Abklärungsdiagnostik gemäß Teil III. C. § 7 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)
01765 Abklärungskolposkopie gemäß Teil III. C. §§ 7 und 8 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)
01766 Zytologische Untersuchung gemäß Teil III. C. § 7 mittels Zytologie der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)
01767 Nachweis von Humanen Papillom-Viren gemäß Teil III. C. § 7 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)
01768 Histologie bei Abklärungskolposkopie gemäß Teil III. C. § 7 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)
01769 Zuschlag zu den Gebührenordnungspositionen 01763 und 01767 für die Genotypisierung auf HPV-Typ 16 und HPV-Typ 18 bei einem positiven Nachweis von High-Risk-HPV-Typen

Überweisung zur Abklärungskolposkopie:

Die Überweisung zur Abklärungskolposkopie erfolgt mittels Muster 6 mit der Kennzeichnung „präventiv“. Dem Kolposkopiker sind mit der Überweisung die Ergebnisse der Zytologie und des HPV-Tests für die Programmdokumentation zu übermitteln.

Eine Liste der Ärzte, die eine Genehmigung für die Abklärungskolposkopie von der KVWL erhalten haben, finden Sie unter der Verlinkung:

Neu ab dem 1. Oktober 2020: Die Übergangsregelung zur Aussetzung der Dokumentationsverpflichtung im Rahmen der Krebsfrüherkennungsprogramme endete mit dem 30. September 2020. Hintergrund der Aussetzung der Dokumentation war, dass es nicht allen Softwareanbietern gelang, zum Starttermin der Programme die nötige Dokumentationssoftware anzubieten. Die Dokumentationsverpflichtung wurde so lange ausgesetzt, bis eine flächendeckende Implementierung der Software in die Praxisverwaltungssysteme möglich gemacht wurde. Der G-BA hat nun den Beginn der Dokumentationsverpflichtung für die Verfahren der organisierten Krebsfrüherkennungsrichtlinie (o-KFE-RL) ab dem 1. Oktober beschlossen.

Folgende Übergangsregelung für Muster 39 gilt weiterhin:

Da das Formular inhaltlich aktuell nur die Veranlassung des Primärscreenings abbildet, nicht aber die Leistungen zur Abklärungsdiagnostik auffälliger Befunde, haben KBV und GKV-Spitzenverband hierzu eine Übergangslösung vereinbart, nach der ab dem 1. März 2020 die für die differenzierte (Teil-)Beauftragung von Primärscreening oder Abklärung erforderlichen Informationen mit Codes in der ersten Zeile des Freitextfeldes „Gyn. Diagnose“ abgebildet werden können. Hierzu wurden in den Vordruckerläuterungen der Anlage 2 (Stand: 01.10.2020) des Bundesmantelvertrags (BMV) für Ärzte bundeseinheitliche Codes vereinbart. Damit ist nun im Rahmen einer Übergangslösung eine eindeutige Beauftragung möglich. Folgende bundeseinheitliche Codes wurden vereinbart:

P-HPV nur HPV-Test im Primärscreening
P-Zyto nur zytologische Untersuchung im Primärscreening
P-KoTest Ko-Test im Primärscreening
A-HPV nur HPV-Test in der Abklärung
A-Zyto nur zytologische Untersuchung in der Abklärung
A-KoTest Ko-Test in der Abklärung

Auf der Grundlage der weiteren Evaluation wird die KBV in Abstimmung mit den Berufsverbänden das Muster 39 gemeinsam mit dem GKV-Spitzenverband erneut überarbeiten und bedarfsgemäß anpassen.

Weitere Informationen zu den Krebsfrüherkennungsprogrammen finden Sie hier:

HINWEISE zu bestehenden Regelungen

Nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa): Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten

Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten von nichtärztlichen Praxisassistentinnen und -assistenten

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 522. Sitzung beschlossen, die Einsatzmöglichkeiten für Besuche der nichtärztlichen Praxisassistenten zu erweitern. Damit sind die Gebührenordnungspositionen (GOP) 03062 bis 03065 EBM und die GOP 38200, 38202, 38205 und 38207 Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) auch dann berechnungsfähig, wenn im Vorquartal ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt oder ein Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde stattgefunden hat und eine Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale berechnet wurde. Bisher war die Berechnung der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale in demselben Quartal erforderlich.

Die Details des Beschlusses und weitere Detailänderungen entnehmen Sie bitte der Veröffentlichung unter:

Substitutionsbehandlung: Verlängerung der Regelungen zur GOP 01953

Substitutionsbehandlung: Verlängerung der Regelungen zur Gebührenordnungsposition (GOP) 01953 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) bis zum Jahresende

Der Bewertungsausschuss (BA) hatte zum 1. April 2020 die Behandlung von Opioidabhängigen mit einem Depotpräparat im EBM abgebildet und hierfür die neue GOP 01953 EBM aufgenommen. Die Einführung der GOP 01953 EBM und die damit zusammenhängenden EBM-Änderungen waren zunächst befristet bis zum 30. September 2020. Diese Regelungen wurden nun bis zum 31. Dezember 2020 verlängert.

Nach der Verlängerung wird nun bis zum 8. Dezember 2020 geprüft, ob eine Anpassung der Regelungen zur GOP 01953 EBM und/oder der GOP 01949 EBM erforderlich ist.

GOP 01102 EBM – Inanspruchnahme an Samstagen

Abrechnungsfähigkeit der GOP 01102 EBM

Aufgrund vieler Nachfragen zur Abrechnungsfähigkeit der GOP 01102 EBM – Inanspruchnahme an Samstagen - möchten wir nochmal auf die erweiterte Abrechnungsmöglichkeit in der Zeit von 7.00 bis 19.00 Uhr hinweisen. Für die GOP 01102 EBM gilt dies auch dann, wenn Patienten zu diesen Zeiten einbestellt wurden oder Sie Sprechstunde zu diesen Zeiten abhalten. Darüber hinaus ist die GOP 01102 EBM zukünftig auch im Rahmen einer Videosprechstunde an Samstagen zwischen 7.00 und 19.00 Uhr abrechnungsfähig.

TSVG: Besondere Kennzeichnung von Kontakten im September

TSVG: Besondere Kennzeichnung von Kontakten in der offenen Sprechstunde im September 2020

Am 31.08.2020 endet der im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vorgesehene Bereinigungszeitraum für die offene Sprechstunde. Deshalb ist im September 2020 eine besondere Kennzeichnung der erbrachten Leistungen in der offenen Sprechstunde notwendig.

Bei jedem Patienten, der erstmalig im September in die offene Sprechstunde kommt, muss der Behandlungstag mit der speziellen Symbolnummer (SNR) 88210 (Wertigkeit 0,00 Euro) gekennzeichnet werden.

Mit dieser Kennzeichnung wird sichergestellt, dass die extrabudgetäre Vergütung der Leistungen im Zusammenhang einer offenen Sprechstunde, die ab dem 1. September 2020 erbracht wird, nicht mehr zur Bereinigung herangezogen wird.

Außerdem setzen Sie die SNR 88210 bitte weiterhin an, um Kontakte einer TSVG-Konstellation zu kennzeichnen, in der keine weiteren berechnungsfähigen Leistungen abgerechnet werden können.

Beispiel:

Ein Patient wird im August 2020 in der normalen Sprechstunde behandelt, der Arzt rechnet die Grund-/Versichertenpauschale und gegebenenfalls weitere erbrachte Leistungen ab.

Im September 2020 kommt der Patient in die offene Sprechstunde. Unabhängig von weiteren berechnungsfähigen Leistungen am Tag der offenen Sprechstunde wird die Kennzeichnung SNR 88210 eingetragen und kennzeichnet den Behandlungsfall mit der Vermittlungsart 4 – offene Sprechstunde. Sollte die Behandlung in der offenen Sprechstunde noch im August 2020 erfolgen, so sollte die SNR 88210 nicht dokumentiert werden.

Definition des Behandlungstages hier: Abrechnung von Probenuntersuchungen

Seit dem 01.04.2020 Neuregelung zur Abrechnung von Probenuntersuchungen

Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie erneut auf die Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 01.04.2020 hinweisen. In den EBM wurde in den Allgemeinen Bestimmungen eine neue Definition des Behandlungstages im Hinblick auf die Abrechnung von Probenuntersuchungen, der Abschnitte 11.4, 19.3, 19.4, 32.2, 32.3 EBM oder entsprechende Untersuchungen im Abschnitt 1.7 oder 8.5 des EBM, aufgenommen.

Entsprechend der Allgemeinen Bestimmung 3.8.5 gilt für in-vitro-diagnostische Leistungen das Datum des Tages der Probenentnahme als Behandlungstag. Dies bedeutet für Ihre Abrechnung, dass bei Probenuntersuchungen nicht wie bisher der Tag der Leistungserbringung anzugeben ist, sondern der Tag der Materialentnahme. Bitte berücksichtigen Sie die Änderung des EBM bei der Erstellung Ihrer Abrechnung.

Eine Überweisung ist auch dann gültig, wenn eine Behandlung/Untersuchung nicht innerhalb eines Quartals abgeschlossen wird oder wenn der auf Überweisung tätig werdende Arzt die Behandlung erst im Folgequartal beginnt. Eine erneute Ausstellung eines Überweisungsscheins für Leistungen im Folgequartal ist nicht mehr erforderlich. Als Versicherungsnachweis ist bei persönlichem Arzt-Patientenkontakt das Einlesen der eGK erforderlich.  Eine quartalsbezogene Abrechnung ist jedoch weiterhin erforderlich. Dabei ist zu beachten, dass - mit Ausnahme von Probenuntersuchungen -  Leistungen immer an dem Tag abzurechnen sind, an dem der Leistungsinhalt einer Gebührenordnungsposition (GOP) vollständig erbracht wurde.

Besonderheit bei sonstigen Kostenträgern (Polizei etc.): Diese Patienten benötigen immer eine Überweisung für das jeweils aktuelle Behandlungsquartal.

Änderungen zum 01.10.2020

Abrechnung Coronavirus: Zusätzliche Vergütung für SARS-CoV2 Abstriche

Zusätzliche Vergütung für SARS-CoV2 Abstriche

Abstrichentnahme zum Nachweis des SARS-CoV2 bei symptomatischen Patienten wird auch nach EBM gesondert vergütet. Abrechnung für Antigentests in Vorbereitung (Stand 06.10.2020 bei Redaktionsschluss)

Da die Entnahme eines Abstrichs zum Nachweis des SARS-CoV2 bei symptomatischen Patienten bisher nicht gesondert vergütet werden konnte, hat die KVWL im Honorarverteilungsmaßstab eine Regionallösung geschaffen (siehe KVWL-Telegramm 76 vom 17.09.2020). Diese stellt im vierten Quartal eine Vergütung in Höhe von 10 Euro bzw. samstags in Höhe von 15 Euro je Abstrich zusätzlich zur Versicherten- oder Grundpauschale sicher.
Mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 525. Sitzung wird die Regelung der KVWL nun größtenteils in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) überführt.

Ab dem 1. Oktober 2020 erhalten Ärzte für die Abstrichentnahme bei symptomatischen Patienten und bei Personen, die aufgrund eines Hinweises der Corona-Warn-App getestet werden, gemäß EBM rund 8 Euro. Dies gilt im Zusammenhang mit den etablierten PCR-Tests (GOP 32816 EBM) und auch bei Antigentests (GOP 32779 EBM), die zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses in den Markt eingeführt wurden.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
02402A Zusatzpauschale im Zusammenhang mit der Entnahme von Körpermaterial für Untersuchungen nach der GOP 32811 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App

oder
02402 nach der Gebührenordnungsposition 32779 oder 32816 bei begründetem Verdacht auf Vorliegen einer beta-Coronavirus SARS-CoV-2 Infektion zum Ausschluss einer Erkrankung

Obligater Leistungsinhalt
  • Abstrichentnahme(n) aus den oberen Atemwegen (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat)),
Fakultativer Leistungsinhalt
  • Gespräch im Zusammenhang mit einer möglichen Testung auf eine beta-Coronavirus SARS-CoV-2 Infektion,
  • Ergebnismitteilung,
  • Ausstellung eines ärztlichen Zeugnisses über das Vorliegen einer Infektion mit SARS-CoV-2,
einmal am Behandlungstag, vier Mal im Behandlungsfall
73

› Bei Patienten mit einer Warnung durch die Corona-Warn-App ist die GOP 02402 EBM auch dann berechnungsfähig, wenn als Ergebnis dieses Gesprächs keine Abstrichentnahme erfolgt.

Bei Personen mit Hinweis durch die Corona-Warn-App:

› Dokumentation mit der neuen bundeseinheitlichen Symbolnummer (SNR) 02402A
› In diesen Fällen dürfen die abgerechneten Leistungen nicht mit der SNR 88240 gekennzeichnet werden.

Sollte keine Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliar- oder Notfallpauschale abrechenbar sein, kann eine neue Zusatzpauschale angesetzt werden, die den Wert der Abstrichentnahme auf 15 € erhöht.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
02403 Zuschlag zur GOP 02402,(…)

einmal am Behandlungstag, vier Mal im Behandlungsfall
64

Hinweis für Quartal 4/2020:
Im Zusammenhang mit den in der KVWL eingeführten Symbolnummern (SNR) 97040 und 97042 (Abstrichentnahme) verweisen wir auf unser Telegramm Nr. 77. Diese SNRN müssen entgegen unserer Mitteilung im Telegramm Nr. 76 vom 17.09.2020 nicht mehr von Ihnen eingesetzt werden. Zur Aufstockung der EBM-Beträge gem. HVM fügt die KVWL die SNRN automatisch zu.

Im vierten Quartal 2020 werden Abstriche gemäß der GOP 02402 EBM somit an Wochentagen mit 10.- € und an Samstagen mit 15.- € vergütet.

Erstmalig wurden auch Antigentests zum Direktnachweis von SARS-CoV-2-Antigenen in den EMB aufgenommen. Diese werden aktuell in den Markt eingeführt, achten Sie hierzu bitte auf entsprechende Veröffentlichungen.
› Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.
› Die GOP 32779 EBM ist vor dem Hintergrund der besonderen Anforderungen an den Arbeitsschutz nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig.
› Sogenannte Labor-Schnelltests und auch Point-of-Care (POCT) Tests (z.B. Latextests oder Untersuchungen mittels vorgefertigter Reagenzträger, sind nicht über die GOP 32779 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in EUR
32779 SARS-CoV-2 10,80 €

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Unsere Telegramme finden Sie in unserer Mediathek:

DPD-Mangel: Neue Leistung im EBM

Ab 1. Oktober neue Leistung für Testung auf DPD-Mangel

Mit der 513. Sitzung hat der Bewertungsausschuss (BA) die Neuaufnahme einer Gebührenordnungsposition (GOP) für die Genotypisierung zur Bestimmung des Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD)-Metabolisierungsstatus in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) beschlossen.

Damit wurde den übereinstimmenden Empfehlungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) Rechnung getragen, wonach ein teilweiser oder vollständiger DPD-Mangel ein erhöhtes Risiko für eine schwere und in einigen Fällen fatale Toxizität bei Behandlung mit 5-Fluorouracil oder dessen Vorstufen darstellen kann.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
Bewertung in EUR
32867 Genotypisierung zur Bestimmung des Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD)-Metabolisierungsstatus vor systemischer Therapie mit 5-Fluorouracil oder dessen Vorstufen gemäß der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation)

Obligater Leistungsinhalt
  • - Untersuchung des DPYD Gens auf die Varianten c.1905+1G>A, c.1679T>G, c.2846A>T und c.1236G>A/HapB3
einmal im Krankheitsfall
120,00€

Die Berechnung der GOP 32867 EBM setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraus.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Künftig Ersatzverfahren bei Kindern ohne eGK

Künftig Ersatzverfahren bei Kindern ohne eGK

Zum 1. Oktober 2020 entfällt die erste Bestimmung zum Abschnitt 1.7.1 im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM), wonach die ersten Untersuchungen nach der Kinder-Richtlinie über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) eines Elternteils abgerechnet werden. Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 513. Sitzung den entsprechenden Beschluss gefasst.
Hintergrund ist eine geplante Erweiterung des § 22 Abs. 2 BMV-Ä. Demnach ist künftig das Ersatzverfahren anzuwenden, wenn für einen Patienten bis zum vollendeten 3. Lebensmonat zum Zeitpunkt der Arzt-/Patientenbegegnung bzw. der Untersuchungen nach der Kinder-Richtlinie noch keine elektronische Gesundheitskarte vorliegt.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Telekonsil: Neue Leistungen im EBM

Neue Leistungen für vertragsärztliche und sektorenübergreifende Telekonsilien ab 1. Oktober 2020 im EBM

Zur Förderung von Telekonsilien in der vertragsärztlichen und sektorenübergreifenden Versorgung werden neue Leistungen in den einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Dies hat der ergänzte Bewertungsausschuss (ergBA) in seiner 60. Sitzung beschlossen.

Mit dem Ziel einer Ausweitung und Etablierung von Telekonsilien in der vertragsärztlichen und sektorenübergreifenden Versorgung werden die Gebührenordnungspositionen (GOP) 01670, 01671 und 01672 in den Abschnitt 1.6 des EBM aufgenommen. Diese Leistungen können von allen Facharztgruppen berechnet werden.

Die neuen GOP im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01670 Zuschlag im Zusammenhang mit den Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen für die Einholung eines Telekonsiliums

Obligater Leistungsinhalt
  • Beschreibung der medizinischen Fragestellung,
  • Zusammenstellung und elektronische Übermittlung aller für die telekonsiliarische Beurteilung der patientenbezogenen, medizinischen Fragestellung relevanten Informationen,
  • Einholung der Einwilligung des Patienten bzw. Überprüfung des Vorliegens einer Einwilligung,
Fakultativer Leistungsinhalt
  • Abstimmung mit dem konsiliarisch tätigen Arzt, Zahnarzt bzw. Psychotherapeuten
zweimal im Behandlungsfall
110
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01671 Telekonsiliarische Beurteilung einer medizinischen Fragestellung

Obligater Leistungsinhalt
  • Konsiliarische Beurteilung der medizinischen Fragestellung gemäß der Gebührenordnungsposition 01670 bzw. der entsprechenden Leistung nach dem Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen,
  • Erstellung eines schriftlichen Konsiliarberichtes und elektronische Übermittlung an den das Telekonsilium einholenden Vertragsarzt oder Vertragszahnarzt,
  • Dauer mindestens 10 Minuten,
Fakultativer Leistungsinhalt
  • Abstimmung mit dem das Telekonsilium einholenden Vertragsarzt oder Vertragszahnarzt
einmal im Behandlungsfall
128
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01672 Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 01671 für die Fortsetzung der telekonsiliarischen Beurteilung,

je weitere vollendete 5 Minuten, bis zu dreimal im Behandlungsfall
65

Hinweise zur Abrechnung
Wird im Rahmen eines Telekonsiliums ein Videokonsilium zwischen einholendem und konsiliarisch tätigem Arzt mittels eines zertifizierten Videodienstanbieters durchgeführt, ist der Technikzuschlag nach der GOP 01450 für den initiierenden Arzt berechnungsfähig.

Die bestehenden Leistungen im Zusammenhang mit telekonsiliarischen
Befundbeurteilungen von Röntgenaufnahmen und CT-Aufnahmen gemäß Abschnitt 34.8 EBM sind von den Neuregelungen nicht umfasst. Am Behandlungstag sind die GOP 01670 bis 01672 nicht neben den telekonsiliarischen Leistungen des Abschnitts 34.8 berechnungsfähig.

Der Beschluss steht noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium.

Vakuumversiegelungstherapie: Neue Leistungen im EBM

Vakuumversiegelungstherapie neue Leistungen im EBM ab 1. Oktober 2020

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte mit Beschluss vom 19.12.2019 die Vakuumversiegelungstherapie als neue Behandlungsmethode in die Richtlinie Methoden der vertragsärztlichen Versorgung (MVV-RL) aufgenommen. Nachfolgend hat der Bewertungsausschuss (BA) in seiner 513. Sitzung beschlossen, mit Wirkung zum 01. Oktober 2020 im Zusammenhang mit der Vakuumversiegelungstherapie die nachfolgenden Abschnitte und neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufzunehmen:

  • Aufnahme einer sechsten Bestimmung zum Abschnitt 2.3 EBM
  • Aufnahme einer Leistung nach der GOP 02314 in den Abschnitt 2.3 EBM
  • Aufnahme der Abschnitte 31.2.14, 36.2.14 und 40.17 in den EBM

Die neuen Gebührenordnungspositionen im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
02314 Zusatzpauschale für die Vakuumversiegelungstherapie zum intendierten sekundären Wundverschluss gemäß Nr. 33 der Anlage I MVV-RL

Obligater Leistungsinhalt
  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
  • Anlage und/oder Wechsel eines Systems zur Vakuumversiegelung im unmittelbaren Anschluss an eine Wundversorgung…
Fakultativer Leistungsinhalt
  • Einweisung des Patienten in die Pumpenbedienung,
  • interdisziplinäre Abstimmung,
  • Einstellen der Pumpe,
  • Behälterwechsel,
einmal am Behandlungstag (BHT)
135

Entsprechend der Aufnahme der 6. Bestimmung in die Präambel zum Abschnitt 2.3 ist die GOP 02314 EBM von operativ tätigen Fachärzten und weiteren Fachgruppen berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
31401 Zuschlag zu einem Eingriff des Abschnitts 31.2 68
36401 bzw. 36.2
für die Anlage eines Systems zur Vakuumversiegelung zum intendierten primären Wundverschluss gemäß Nr. 33 der Anlage I MVV-RL

Obligater Leistungsinhalt
  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt
Fakultativer Leistungsinhalt
  • Einweisung des Patienten in die Pumpenbedienung im zeitlichen Zusammenhang mit der Operation,
  • Einstellen der Pumpe,
einmal am BHT
64

Die GOP 31401 und 36401 EBM sind ohne Angabe eines Operations- und Prozedurenschlüssels (OPS) von operativ tätigen Fachärzten als Zuschläge zum jeweiligen Haupteingriff berechnungsfähig.

Die GOP 02314, 31401 oder 36401 EBM sind nur bei Patienten berechnungsfähig, bei denen aufgrund wund- oder patientenspezifischer Risikofaktoren unter einer Standardwundbehandlung keine ausreichende Heilung zu erwarten ist. Die Leistungen sind einmal am Behandlungstag und nicht nebeneinander berechnungsfähig.

Die im Rahmen der Vakuumversiegelungstherapie anfallenden Sachkosten sind über Kostenpauschalen im Abschnitt 40.17 abgebildet.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in EUR
40900 Kostenpauschale für die Sachkosten im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 31401 EBM

je durchgeführter Leistung
430,67 €
40901 Kostenpauschale für die Sachkosten im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 02314 EBM bei einer Wundfläche bis einschließlich 20 cm², je durchgeführter Leistung

dreimal in der Kalenderwoche
65,49 €
40902 Kostenpauschale für die Sachkosten im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 02314 EBM bei einer Wundfläche > 20 cm², je durchgeführter Leistung

dreimal in der Kalenderwoche
71,39 €
40903 Kostenpauschale für die Vakuumpumpe im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 02314 EBM

je Kalendertag
47,54 €

Mit Beschluss des BA in seiner 522. Sitzung wird klargestellt, dass die Sachkostenpauschalen des Abschnittes 40.17 EBM nicht in belegärztlichen Behandlungsfällen abrechnungsfähig sind.

Die Vergütung der Leistungen und Sachkostenpauschalen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Die weiteren Details der Beschlüsse finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Siponimod: Neue Leistung im EBM

Neue Leistung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ab 1. Oktober 2020: Beobachtung und Betreuung bei oraler Gabe von Siponimod (Mayzent®)

Ab 1. Oktober 2020 kann von den Fachgruppen des Kapitels 16 (Neurologie, Nervenheilkunde) für die Beobachtung und Betreuung eines Kranken für die Dauer von mehr als sechs Stunden bei oraler Gabe von Siponimod die Gebührenordnungsposition (GOP) 01517 EBM berechnet werden. Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 512. Sitzung die Aufnahme in den EBM befristet für zwei Jahre beschlossen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01517 Zusatzpauschale für die Beobachtung und Betreuung eines Kranken für die Dauer von mehr als sechs Stunden bei oraler Gabe von Siponimod gemäß aktuell gültiger Fachinformation

Die GOP 01517 EBM ist nicht neben den GOP 01510 bis 01512, 01514, 01516, 01910,01911, 02100, 02101, 04564 bis 04566, 04572, 04573, 13610 bis 13612, 30708 und 34503 bis 34505 EBM berechnungsfähig.
1299

In den Gremien des BA wurde die Fachinformation zum Medikament Mayzent® (Wirkstoff: Siponimod), das unter bestimmten Voraussetzungen zur Behandlung von Erwachsenen mit sekundär progredienter Multipler Sklerose angewendet wird, geprüft (gemäß § 87 Abs. 5b Satz 5 SGB V; AMNOG). Der BA hat festgestellt, dass auf dieser gesetzlichen Grundlage kein Anpassungsbedarf im EBM besteht.
Da laut Fachinformation dennoch unter bestimmten Voraussetzungen nach Gabe von Siponimod eine mehrstündige Überwachung medizinisch geboten sein kann, wird für zwei Jahre eine gesonderte Leistung in den EBM-Abschnitt 1.5 aufgenommen. In diesem Zeitraum wird die GOP 01517 EBM extrabudgetär vergütet. Zum 1. Oktober 2022 wird die GOP 01517 EBM in den Leistungskatalog nach den GOP 01510 bis 01512 EBM überführt und ab diesem Zeitpunkt erfolgt die Vergütung innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Durch die Aufnahme der GOP 01517 in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in der Präambel des betroffenen Fachkapitels und weiteren Bestimmungen des EBM. Die weiteren Details entnehmen Sie bitte der schriftlichen Beschlussfassung unter:

Balneophototherapie nun auch bei atopischen Ekzem

Balneophototherapie nun auch bei atopischem Ekzem

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2020 ist die Balneophototherapie auch für das atopische Ekzem mit der Gebührenordnungsposition (GOP) 10350 EBM berechnungsfähig. Der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) hat am 20. März 2020 eine Anpassung der Richtlinie des G-BA zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der Vertragsärztlichen Versorgung beschlossen, aus der die Indikationserweiterung der Balneophototherapie hervorgeht. Mit dem Beschluss der 511. Sitzung des Bewertungsauschusses wurde nun auch die Leistungslegende der GOP 10350 EBM entsprechend angepasst.

Soziotherapie: Verordnungsleistungen für Fachärzte mit Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie

Soziotherapie: Fachärzte mit Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie können Verordnungsleistungen abrechnen

Ab 1. Oktober 2020 können auch Fachärzte mit Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie für die Verordnung von Soziotherapie die Gebührenordnungspositionen (GOP) 30810 und 30811 EBM (Erst- und Folgeverordnung) abrechnen. Die GOP unterliegen der Genehmigungspflicht. Ein entsprechender Antrag ist verfügbar unter:

Der Bewertungsausschuss (BA) hat eine entsprechende Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) sowie eine Verlängerung der befristeten extrabudgetären Vergütung der GOP 30810 und 30811 EBM bis zum 30. September 2022 beschlossen.

Muster 10 und 10A: Anpassung der Abbildung von Laboruntersuchungen – Weiterverwendung nicht möglich

Muster 10 und 10A: Anpassung der Abbildung von Laboruntersuchungen zum 1. Oktober 2020

Zum 1. Oktober 2020 werden die Laborformulare 10 und 10A angepasst. Dann wird es unter anderem auf dem Anforderungsschein eine neue Rubrik „Gesundheitsuntersuchungen“ mit Ankreuzfeldern für den Harnstreifentest, die Nüchternplasmaglukose und das Lipidprofil geben. Wir möchten Ihnen die wichtigsten Änderungen näher vorstellen:

Labor-Anforderungsschein 10A: Gesonderte Abbildung der Gesundheitsuntersuchung

Auf dem „Anforderungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen bei Laborgemeinschaften“ (Muster 10A) wurde eine gesonderte Abbildung der Untersuchungen im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung erforderlich.
Zur Umsetzung erhält das Muster 10A eine Rubrik „Gesundheitsuntersuchungen“ mit drei neuen Feldern ohne Materialbezug für den Harnstreifentest (GOP 32880 EBM), Nüchternplasmaglukose (GOP 32881 EBM), Lipidprofil (GOP 32882 EBM).

Zudem wurden einige weitere Änderungen umgesetzt:

  • Anstelle des Feldes „Diagnosen“ wird ein Freitextfeld für „Zusätzliche Angaben zu Untersuchungen“ geschaffen. Es ist vorgesehen zur Angabe von weiteren Untersuchungen (bspw. Urinsammelzeit und - sammelmenge bei Kreatinin-Clearance) oder den Patienten betreffenden Informationen (bspw. Hinweise auf bestimmte Medikamente, die Einfluss auf Untersuchungsergebnisse haben können).
  • Die Auswahl der Untersuchungen wurde an den Stand der Wissenschaft und an die vertragsärztlichen Erfordernisse angepasst. So ist bei Reihenfolge der Untersuchungen der Bereich „Gesundheitsuntersuchungen“ im linken Bereich zu finden und der Bereich „Citrat-Blut“ wurde in den rechten Bereich verschoben.
  • Zur Sicherstellung einer möglichst reibungslosen Umstellung vom aktuell gültigen zum neuen Muster 10A wurden die Anforderungs-IDs für die Untersuchungen jeweils beibehalten und auf eine Chronologie verzichtet.

Weitere Änderungen betreffen beide Formulare: 10A und 10

Die weiteren Änderungen betreffen sowohl den Anforderungsschein 10A als auch den „Überweisungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen als Auftragsleistung“ (Muster 10):

  • Das Feld „ggf. Kennziffer“ wird zum 1. Oktober ersetzt durch das Feld „Knappschaftskennziffer“. Die Angabe von Kennnummern ist mit Inkrafttreten der Laborreform zum 1. April 2018 auf den Mustern 10 und 10A nicht mehr erforderlich.
  • Um die Angabe der Schwangerschaftswoche zu ermöglichen, wird ein Feld „SSW“ eingeführt.

Stichtag 1. Oktober 2020 beachten!
Die Umsetzung erfolgt aufgrund der Neustrukturierung der Untersuchungen zum Stichtag 1. Oktober 2020. Alte Formulare dürfen nicht weiterverwendet werden.

Videosprechstunde: Uhrzeitenangaben bei Konferenzen oder Gruppenbehandlung erforderlich

Videosprechstunde: Uhrzeitenangabe bei Konferenzen oder Gruppenbehandlung

Nach der Anmerkung zur Gebührenordnungsposition (GOP) 01450 EBM gilt ein Höchstwert von 40 Punkten je Arzt und je Konferenz/Gruppenbehandlung. In seiner 508. Sitzung hat der Bewertungsausschuss mit Wirkung zum 01. Oktober 2020 präzisiert, dass der Höchstwert von 40 Punkten je Videokonferenz für die Berechnung des Zuschlags nach der GOP 01450 EBM auch im Zusammenhang mit der GOP 01442 EBM gilt. Die GOP 01450 EBM ist außerdem nur von dem Vertragsarzt berechnungsfähig, der die Videofallkonferenz initiiert.

Zur Vermeidung von Honorareinbußen folgender Hinweis:
Sofern die GOP 01450 EBM im Zusammenhang mit den nachfolgenden GOP/SNR zur Konferenz/Gruppenbehandlung abgerechnet wird, ist die Angabe einer Uhrzeit bei der GOP 01450 EBM erforderlich. Ohne diese Uhrzeitangabe kann am Behandlungstag nicht zwischen zwei unterschiedlichen Konferenzen unterschieden werden.

Videofallkonferenzen und Videofallbesprechungen

GOP Kurzbeschreibung/Anmerkung
01442 Videofallkonferenz mit Pflegekräften
30210 Teilnahme an einer multidisziplinären Fallkonferenz zur Indikationsüberprüfung eines Patienten mit diabetischem Fußsyndrom
30706 Teilnahme an einer schmerztherapeutischen Fallkonferenz
30948 Teilnahme an einer MRSA-Fall- und/oder regionalen Netzwerkkonferenz
37120 Fallkonferenz Pflegeheim gemäß Anlage 27 BMV-Ä
37320 Fallkonferenz Palliativversorgung gemäß Anlage 30 BMV-Ä
37400 Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

Videofallkonferenzen und Videofallbesprechungen

Symbolnummer Kurzbeschreibung/Anmerkung
35112V Übende Interventionen als Gruppenbehandlung bei Erwachsenen
35113V Übende Interventionen als Gruppenbehandlung bei Kindern und Jugendlichen

Weitere Informationen zur Videosprechstunde finden Sie unter:

Rückwirkende Änderungen zum 01.07.2020

Endoskopische Zusatzinstrumente als Einmalprodukte

Endoskopische Zusatzinstrumente als Einmalprodukte:
Finanzierungsempfehlung rückwirkend zum 1. Juli 2020 neu gefasst

Wie bereits in der Juli-Ausgabe der KVWL Kompakt bekannt gegeben, hat der Bewertungsausschuss drei Kostenpauschalen in den neuen EBM-Abschnitt 40.9 aufgenommen, um die für die Vertragsärzte erforderliche Umstellung auf Einmalprodukte im EBM abzubilden.

Rückwirkend zum 1. Juli 2020 wurde in der 509. Sitzung die Finanzierungsempfehlung für die neuen Kostenpauschalen für endoskopische Zusatzinstrumente zur Einmalnutzung geändert. Damit wird Teil B des ursprünglichen Beschlusses neu gefasst.

Von den Änderungen betroffen sind insbesondere Polypektomieschlingen, PE-Zangen sowie Clipapplikatoren für Hämostase-/Endoclips.

Im Gegenzug wurde die Bewertung der entsprechenden ärztlichen Leistungen wie Koloskopie, Gastroskopie, Bronchoskopie und Urethroskopie sowie der entsprechenden Zuschläge für Polypenentfernung und gegebenenfalls weitere zusätzlich Leistungen abgesenkt, da in diesen GOP die Kosten für mehrfach verwendbare Instrumente sowie die Aufbereitungskosten enthalten waren.

Aus diesem Grund möchten wir Sie daran erinnern, im Falle der Anwendung von Einmalinstrumenten im Zusammenhang mit dem vorgenannten Sachverhalt unbedingt die Kosten nach den GOP 40460-40462 EBM einzutragen!

Die Details zum Beschluss finden Sie unter www.g-ba.de.

EBM-Detailänderungen: GOP 03335 EBM

EBM-Detailänderungen rückwirkend zum 1. April und zum 1. Juli 2020

Rückwirkend zum 1. April 2020 und zum 1. Juli 2020 erfolgen einzelne Detailänderungen im EBM (Beschluss des Bewertungsausschusses, 498. Sitzung, schriftliche Beschlussfassung). Sie dienen der Korrektur des Beschlusses zur EBM-Weiterentwicklung (455. Sitzung). Unter anderem wurden die Bewertungen der Gebührenordnungspositionen (GOP) 04514 (Zusatzpauschale Koloskopie) und 04560 (Zusatzpauschale kontinuierliche Betreuung eines chronisch niereninsuffizienten Patienten) rückwirkend zum 1. April 2020 gegenüber den in der 455. Sitzung beschlossenen Bewertungen leicht angehoben:

GOP Bewertung bis
31.03.2020 in Punkten
Bewertung ab
01.04.2020 in Punkten
04514 1766 1608
04560 209 211

Darüber hinaus ändert der Bewertungsausschuss die Abrechnungsausschlüsse zu den Komplexen für ärztliche Maßnahmen bei Kindern zur Früherkennung von Krankheiten rückwirkend zum 01.Juli 2020. Für die GOP 03335 EBM (Orientierende audiometrische Untersuchung nach vorausgegangener, dokumentierter, auffälliger Hörprüfung) wird der Nebeneinanderberechnungsausschluss zu den GOP der Früherkennungsuntersuchungen GOP 01711 bis 01717, 01719 und 01723 aufgehoben, da nur im Leistungsumfang der U8 (GOP 01718) eine audiometrische Untersuchung enthalten ist. Der Nebeneinanderberechnungsausschluss der GOP 03335 zur GOP 01718 bleibt bestehen.

Die weiteren Details entnehmen Sie bitte, der schriftlichen Beschlussfassung unter: www.g-ba.de.

Änderungen zum 01.07.2020

Endoskopische Zusatzinstrumente als Einmalprodukte

Endoskopische Zusatzinstrumente als Einmalprodukte: Neue Kostenpauschalen im EBM

Hersteller und Vertreiber von wiederverwendbaren endoskopischen Zusatzinstrumenten der Gruppe „kritisch B“ hatten Ende 2019 bekannt gegeben, dass sie einige bisher in wiederverwendbarer Form zur Verfügung stehende Endoskopieinstrumente spätestens zum 31. März 2020 auf Einwegprodukte umstellen werden. Hintergrund ist unter anderem die neue europaweit geltende Medizinprodukteverordnung – Medical Device Regulation (MDR).

Um die für die Vertragsärzte erforderliche Umstellung auf Einmalprodukte im EBM abzubilden, hat der Bewertungsausschuss drei Kostenpauschalen in den neuen EBM-Abschnitt 40.9 aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung

40460

Kostenpauschale im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der Gebührenordnungspositionen (GOP) 01742, 04515, 04520, 08334, 13260, 13401, 13402, 13423 und 30601 bei Verwendung einer Einmal-Hochfrequenzdiathermieschlinge für eine Polypektomie oder eine Mukosektomie

12,00 €

40461

Kostenpauschale im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 01741, 04511, 04514, 08311, 09315, 09317, 13400, 13421, 13422, 13430, 13662, 26310 und 26311 bei Verwendung einer Einmal-Probenentnahmezange

8,00 €

40462

Kostenpauschale im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 01742, 04511, 13400 und 13423 bei Verwendung eines Clips inkl. Einmal-Endo-/Hämo-Clipapplikator,

je Clip

20,80 €

Die Bewertungen der ärztlichen Leistungen werden entsprechend der bisher in den Gebührenordnungspositionen enthaltenen Kosten für mehrfach verwendbare Instrumente sowie die Aufbereitungskosten abgesenkt.

Hinweise zur Veröffentlichung
Der Beschluss steht noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium.

Dokumentationsaufwand bei der Nierenersatztherapie

Dokumentationsaufwand bei der Nierenersatztherapie nach den Vorgaben der DeQS-RL: Neue Leistung im EBM ab 1. Juli 2020

Durch die Aufnahme des Verfahrens Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS NET) in die Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) hat sich der Dokumentationsaufwand erhöht. Der Bewertungsausschuss hat in seiner 501. Sitzung beschlossen, zum 1. Juli eine neue Gebührenordnungsposition (GOP) in den EBM-Abschnitt für Nephrologie und Dialyse beziehungsweise für pädiatrische Nephrologie und Dialyse aufzunehmen:

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 04567 in den Abschnitt 4.5.4 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
04567 Zuschlag im Zusammenhang mit der GOP 04562

Obligater Leistungsinhalt

- Dokumentation gemäß der Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL), Verfahren 4, Anlage II Buchstabe a,

einmal im Behandlungsfall
120

Aufnahme einer Leistung nach der Gebührenordnungsposition 13603 in den Abschnitt 13.3.6 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
13603 Zuschlag im Zusammenhang mit der GOP 13602

Obligater Leistungsinhalt

- Dokumentation gemäß der Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL), Verfahren 4, Anlage II Buchstabe a,

einmal im Behandlungsfall
120

Die GOP 13603 EBM darf von Fachärzten für Innere Medizin mit der Schwerpunktbezeichnung „Nephrologie“ und/oder von Vertragsärzten, die eine Genehmigung für Blutreinigungsverfahren haben, im zeitlichen Zusammenhang mit der Zusatzpauschale nach der GOP 13602 EBM abgerechnet werden. Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit der Zusatzweiterbildung Kinder-Nephrologie, die eine Genehmigung für Blutreinigungsverfahren haben, können die GOP 04567 EBM ebenfalls im zeitlichen Zusammenhang mit der GOP 04562 EBM abrechnen.

Der Beschluss des Bewertungsausschusses ist zunächst befristet bis zum 30. September 2021. Der Bewertungsausschuss prüft bis spätestens zum 30. Juni 2021, ob eine Verlängerung beziehungsweise eine Anpassung in den Regelungen des Beschlusses erforderlich ist.

Programmier- und Auslesegeräte von kardialen Implantaten

Aufnahme von neuen Leistungen in den EBM für Programmier- und Auslesegeräte von kardialen Implantaten zum 01. Juli 2020

In der Vergangenheit stellten die Hersteller den Vertragsärzten Programmier- und Auslesegeräte für kardiale Implantate kostenfrei zur Verfügung. Mit Einführung des Antikorruptionsgesetztes änderte sich das. Es wurden sukzessive Mietgebühren von den betroffenen Kardiologen gefordert.

Um den Ärzten die entstehenden Kosten für die Miete der Programmier- und Auslesegeräte zu erstatten, hat der Bewertungsausschuss in seiner 506. Sitzung neue Zuschläge nach den Gebührenordnungspositionen (GOP) 04417 und 13577 in den EBM aufgenommen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
04417 Zuschlag zu den GOP 04411, 04413 und 04415 40
13577 Zuschlag zu den GOP 13571, 13573 und 13575 40

Die Vergütung der Leistungen erfolgt innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Der Beschluss steht noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium.

Einführung der Systemischen Therapie als Richtlinienverfahren

Einführung der Systemischen Therapie als Richtlinienverfahren und weitere Änderungen in der Psychotherapie

Bereits im November 2018 hat der der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den sektorenübergreifenden Nutzen und die medizinische Notwendigkeit der Systemischen Therapie als Psychotherapieverfahren festgestellt. Hierzu hat der G-BA im November 2019 die entsprechend notwendigen Anpassungen der Psychotherapie-Richtlinie (PT-RL) beschlossen. Das Bundesgesundheitsministerium hat die Richtlinie nicht beanstandet, so dass sie nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 24. Januar 2020 in Kraft getreten ist. Die Psychotherapie-Vereinbarung wurde damit zum 01. März 2020 um die Genehmigungsvoraussetzungen für die Systemische Therapie erweitert.

Bitte beachten Sie, dass die Systemische Therapie ausschließlich bei Erwachsenen zur Anwendung kommen kann, nicht bei Kindern und Jugendlichen.

Neben diversen Klarstellungen im Zusammenhang mit der Systemischen Therapie finden sich in der PT-RL folgende wissenswerte Punkte zu dem neuen Psychotherapieverfahren:

  • Systemische Therapie kann in der Einzel- oder Gruppentherapie durchgeführt werden. Außerdem kann die Systemische Therapie als Behandlung des Patienten zusammen mit relevanten Bezugspersonen aus Familie oder sozialem Umfeld (Mehrpersonensetting) nicht nur in Einzel- und Gruppentherapie, sondern auch in Kombination mit Einzel- und Gruppentherapie Anwendung finden.
  • Die Bezugspersonen werden im Mehrpersonensetting in der Gruppentherapie nicht in die maximale Anzahl von neun Patienten hineingezählt. Die in der PT-RL vorgegebene Begrenzung bezieht sich nur auf Patientinnen und Patienten und nicht auf Bezugspersonen. Dadurch kann die Gesamtzahl auf über neun Personen ansteigen.
  • Probatorische Sitzungen nach der GOP 35150 EBM können ebenfalls im Mehrpersonensetting stattfinden.
  • Im Rahmen der Akutbehandlung nach der GOP 35152 EBM kann das Mehrpersonensetting angewendet werden. Die Mindestdauer beträgt dann jedoch 50 Minuten mit entsprechender Verminderung der Gesamtsitzungszahl.
  • Bei Anwendung des Mehrpersonensettings im Rahmen der Systemischen Therapie ist dies in Einheiten von mindestens 50 Minuten und in doppelstündigen Sitzungen mit entsprechender Verminderung der Gesamtsitzungszahl durchzuführen.
  • Die Systemische Therapie kann als Einzeltherapie auch in Einheiten von 25 Minuten mit entsprechender Vermehrung und in doppelstündigen Sitzungen mit entsprechender Verminderung der Gesamtsitzungszahl Anwendung finden.
  • Die Vorgaben hinsichtlich Anzeige-, Antrags- und Gutachterpflicht gelten wie für die anderen Richtlinienverfahren, dabei sind die Bewilligungsschritte wie folgt gegliedert: bis 36 Stunden einschließlich Gruppentherapie in Doppelstunden; Höchstgrenze 48 Stunden einschließlich Gruppentherapie in Doppelstunden. Die letzten 8 der 48 Therapieeinheiten können zur Rezidivprophylaxe genutzt werden.

Für die vorgenannten Einzel- und Gruppentherapien wurden folgende Leistungen in den Abschnitt 35 des EBM aufgenommen:

Systemische Therapie als Einzelbehandlung im Abschnitt 35.2.1

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
35431 Kurzzeittherapie 1,
je vollendete 50 Minuten;
höchstens 12 Sitzungen
922 Punkte
35432 Kurzzeittherapie 2;
je vollendete 50 Minuten;
höchstens 12 Sitzungen
922 Punkte
35435 Langzeittherapie
je vollendete 50 Minuten;
922 Punkte

Abrechnungsbeispiel:
1. Tag: GOP 35431 (Einzeltherapie KZT 1, 50 Minuten)
2. Tag: keine GOP abrechnungsfähig (Einzeltherapie Einheit von 25 Min.)
3. Tag: GOP 35431 (Einzeltherapie 2. Einheit 25 Min.)
4. Tag: GOP 35431 (Einzeltherapie, 50 Minuten)
5. Tag: GOP 35431 2x (Einzeltherapie, Dauer 100 Min.)

Die GOP 35431, 35432 und 35435 EBM sind auch bei Durchführung der Leistung im Mehrpersonensetting berechnungsfähig. In diesem Fall ist eine Unterteilung in zwei Einheiten von jeweils mindestens 25 Minuten Dauer nicht möglich.

Bitte beachten Sie, dass auch bei der Systemischen Therapie eine vorangegangene Akutbehandlung auf das Kontingent der nachfolgenden Kurzzeittherapie (KZT 1) angerechnet wird.

Systemische Therapie als Gruppenbehandlung im Abschnitt 35.2.2:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
35703 bis 35709 Komplex für Gruppentherapien (KZT 1 oder 2);

je vollendete 100 Minuten;
höchstens 24 Sitzungen
922 Punkte
35713 bis 35719 Komplex für Gruppentherapien (Langzeittherapie);

je vollendete 100 Minuten
922 Punkte

Abrechnungsbeispiel:
1. Tag: GOP 35703 (Gruppentherapie, KZT, 100 Minuten)
2. Tag: GOP 35703H (Gruppentherapie, 50 Minuten)
3. Tag: GOP 35703 x2 (Gruppentherapie, 200 Minuten)

Die neuen Zuschläge nach dem Abschnitt 35.2.3.2 für die ersten zehn Sitzungen einer Kurzzeittherapie sind auch für die Kurzzeittherapie im Rahmen der Systemischen Therapie berechnungsfähig. Die Leistungslegenden der Zuschläge (GOP 35591 bis GOP 35599) sind im EBM entsprechend angepasst worden. Weitere Details zum Beschluss finden Sie unter: www.g-ba.de

Bei Psychologischen Psychotherapeuten gilt die fachliche Befähigung für die Ausführung und Abrechnung der Systemischen Therapie als Einzeltherapie bei Erwachsenen durch folgende Punkte als nachgewiesen:

  • durch den Fachkundenachweis gemäß § 95c SGB V aufgrund einer vertieften Ausbildung mit Erwerb eingehender Kenntnisse und Erfahrungen in der Systemischen Therapie bei Erwachsenen
    oder
  • durch einen Fachkundenachweis gemäß § 95c SGB V in analytischer Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie oder Verhaltenstherapie und zusätzlich der Berechtigung zum Führen der Zusatzbezeichnung Systemische Therapie, aus der sich ergibt, dass eingehende Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Systemischen Therapie bei Erwachsenen erworben wurden.

Zur Erlangung der Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung der Systemischen Therapie eingereichte Einzelnachweise werden von der KVWL aktuell nicht geprüft. Die Unterlagen können bei der Psychotherapeutenkammer zur Beurteilung zwecks Berechtigung zum Führen der Zusatzbezeichnung eingereicht werden.

Ärztliche Psychotherapeuten weisen die fachliche Befähigung für die Ausführung und Abrechnung der Systemischen Therapie als Einzeltherapie bei Erwachsenen durch folgende Punkte nach:

  • durch die Berechtigung zum Führen der Bezeichnung Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie oder der Zusatzbezeichnung Psychotherapie
    und
  • durch Vorlage von Weiterbildungszeugnissen, aus denen sich ergibt, dass eingehende Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Systemischen Therapie bei Erwachsenen erworben wurden.

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe hat die Systemische Therapie bei Redaktionsschluss noch nicht als Zusatz-Weiterbildung in ihre Weiterbildungsordnung aufgenommen. Entsprechend ist es der KVWL aktuell nicht möglich, zur Erlangung der Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung der Systemischen Therapie eingereichte Einzelnachweise zu prüfen. Die Unterlagen sollten bei der zuständigen Ärztekammer zur Beurteilung und Bescheinigung eingereicht werden.

Auch die Ausführung und Abrechnung von Eye-Movement-Desensitization (EMDR), ausschließlich als Methode zur Therapie posttraumatischer Belastungsstörungen bei Erwachsenen als Einzeltherapie, ist nach Genehmigung durch die KV im Zusammenhang mit der Genehmigung im Richtlinienverfahren der Systemischen Therapie möglich.

Darüber hinaus wird die Psychotherapie-Vereinbarung erneut zum 01. Juli 2020, in einigen generellen Punkten, geändert.

So wird ab dem 01. Juli 2020 das Therapieende nicht mehr über das Formblatt PTV 12 angezeigt, sondern über eine Kennzeichnung in der Quartalsabrechnung mittels „Pseudo-Ziffern“. Zur Kennzeichnung der Beendigung einer Psychotherapie ohne anschließende Rezidivprophylaxe verwenden Sie bitte in Ihrer Abrechnung an dem Behandlungstag der letzten Sitzung die Symbolnummer (SNR) 88130. Erfolgt die Beendigung der Psychotherapie mit anschließender Rezidivprophylaxe kennzeichnen Sie den Behandlungstag bitte mit der SNR 88131. Zu beachten ist, dass die Übermittlung „unverzüglich“, also im entsprechenden Quartal des Therapieendes, möglichst zum Zeitpunkt der letzten Sitzung, erfolgen muss. Kann ein Therapieende noch nicht sicher abgesehen werden, ist eine Übermittlung der Kennzeichnung auch in den zwei darauffolgenden Quartalen zulässig. Wird eine Psychotherapie länger als ein halbes Jahr unterbrochen, ist nach § 11 Absatz 13 der Psychotherapie‐Vereinbarung weiterhin eine formlose schriftliche Begründung an die Krankenkasse erforderlich; die Übermittlung der Kennzeichnung erfolgt dann nach der tatsächlichen Beendigung der Psychotherapie.

Die Krankenkassen müssen ab dem 01. Juli 2020 auch in der Kurzzeittherapie wieder eine Mitteilung über ihre Leistungspflicht an den Psychotherapeuten versenden.

Bei Einbezug von Bezugspersonen in die Akutbehandlung bei Kindern und Jugendlichen sowie Menschen mit einer geistigen Behinderung wird hierfür ein zusätzliches Kontingent im Verhältnis 1:4 geschaffen. Es sind also bis zu 6 zusätzliche Therapieeinheiten Akutbehandlung à 25 Minuten je Krankheitsfall möglich. Damit ist die Akutbehandlung nach der GOP 32152 EBM für diese Personengruppen bis zu 30-mal statt wie bisher 24-mal im Krankheitsfall berechnungsfähig. Dies entspricht drei Therapieeinheiten bei Anrechnung auf eine nachfolgende Kurz- oder Langzeittherapie. Bei Menschen mit einer geistigen Behinderung ist das Vorliegen einer Diagnose des Abschnitts Intelligenzstörung (F70-F79) nach ICD-10 Voraussetzung.

Entgegen der bisherigen Regelung können ab dem 01. Juli 2020 während einer laufenden Langzeittherapie in allen Psychotherapieverfahren psychodiagnostische Testverfahren nach den GOP 35600 bis 35602 EBM bis zu siebenmal abgerechnet werden (bisher fünfmal).

Es gilt zu beachten, dass alle Formblätter der PT-V überarbeitet wurden und ab dem 01. Juli 2020 die neuen Formblätter verpflichtend verwendet werden. Ein entsprechendes Starterpaket hat die KVWL an alle Psychotherapeuten und Ärzte mit einer Genehmigung im Richtlinienverfahren bereits versendet.

Nukleinsäurenachweis von SARS

Anpassung der Bewertung der Vergütung PCR-Test auf SARS-CoV-2 (GOP 32816 EBM) zum 1. Juli 2020

Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat in seiner 65. Sitzung eine Anpassung der Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 EBM beschlossen. Die Vergütung für den PCR-Test wird auf 39,40 Euro abgesenkt.

Grundlage dieser Entscheidung war der Schiedsspruch für das Zusatzentgelt im Krankenhaus in Höhe von 42,00 Euro abzüglich 2,60 Euro Transportkosten. Darüber hinaus wurde die Berechnungsfähigkeit der GOP 32816 EBM auf fünfmal im Behandlungsfall beschränkt.

Eine weitere Überprüfung der Bewertung der GOP 32816 EBM durch ein Expertengremium unter Beteiligung der unparteiischen Mitglieder des Bewertungsausschusses wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 2020 vereinbart.

Die Aufnahme einer weiteren Anmerkung beschränkt die Abrechnung der GOP 32816 EBM auf Patienten mit einer akuten Covid19 assoziierten Symptomatik und / oder bei klinischen und radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie unter Angabe einer medizinischen Begründung.

Änderung zum 15.06.2020

Corona Warn-App

Corona-Warn-App: Neuaufnahme von Gebührenordnungspositionen mit Wirkung zum 15. Juni 2020

Im Zusammenhang mit der Einführung der sogenannten Corona-Warn-App, die Versicherte freiwillig nutzen können, hat der Bewertungsausschuss (BA) Anpassungen im EBM beschlossen, die zum 15. Juni 2020 in Kraft treten (500. Sitzung des BA).

Ab sofort haben Vertragsärzte, die bei Personen einen Abstrich für einen PCR-Test auf SARS-CoV-2 vornehmen, für diese Leistung eine eigene Gebührenordnungsposition (GOP), die ausschließlich abgerechnet werden kann, wenn die Person aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App zum Ausschluss einer Erkrankung in die Praxis kommt.

Für die Laboruntersuchung des Materials, das nach einer Warnung durch die Corona-Warn-App entnommen wurde, gibt es ebenfalls eine neue GOP. Für die Veranlassung dieser Laborleistung zur SARS-CoV-2-Testung gibt es zudem einen neuen Vordruck Muster 10 C.

Ebenfalls wurden im Zusammenhang mit der neuen GOP für den Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-Co-V-2 Zuschlagsleistungen für die nachweiserbringenden Vertragsärzte im Rahmen von Probeneinsendungen aufgenommen.

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 02402 in den Abschnitt 2.4 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten

02402

Zusatzpauschale im Zusammenhang mit der Entnahme von Körpermaterial für Untersuchungen nach der GOP 32811 EBM auf das beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App zum Ausschluss einer Erkrankung

Obligater Leistungsinhalt

- Gespräch im Zusammenhang mit einer möglichen Testung auf eine beta-Coronavirus SARS-CoV-2 Infektion

und/oder

-Abstrichentnahme(n) aus den oberen Atemwegen (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat)),

- einmal am Behandlungstag

91

Nach der Meldung „erhöhtes Risiko“ in der Corona-Warn-App kann die Gebührenordnungsposition 02402 auch abgerechnet werden, wenn nur ein Gespräch und kein Abstrich erfolgt.

Für die Diagnostik kann der Veranlasser die Kennnummer 32006 EBM angeben.

Bei der Berechnung der GOP 02402 EBM ist die Kennzeichnung der in diesem Zusammenhang abgerechneten Leistungen mit der Ziffer 88240 nicht zulässig.

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 12221 in den Abschnitt 12.2 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten

12221

Zuschlag zur GOP 32811 für Fachärzte für Laboratoriumsmedizin sowie für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie bei Probeneinsendungen zur Untersuchung auf das beta-Coronavirus SARS-CoV-2 nach der GOP 32811,

- je Auftragsleistung nach der GOP 32811

14

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 32811 in den Abschnitt 32.3.12 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro

32811

Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App

Obligater Leistungsinhalt

Untersuchung von Material der oberen Atemwege (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat)),

- einmal am Behandlungstag

39,40

Aufnahme einer Kostenpauschale 40101 in den Abschnitt 40.3 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro

40101

Zuschlag zur GOP 32811 bei Probeneinsendung für Versandmaterial, Versandgefäße usw. sowie für die Versendung bzw. den Transport von Untersuchungsmaterial, ggf. auch von infektiösem Untersuchungsmaterial, einschl. der Kosten für die Übermittlung von Untersuchungsergebnissen,

- einmal am Behandlungstag

2,60

Entsprechend § 11 der Rechtsverordnung nach § 20i Abs. 3 Satz 2 SGB V wird der Bewertungsausschuss den Beschluss auch vor dem 31. März 2021 aufheben, wenn der Bundestag die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite nach § 5 Abs. 1 Satz 2 IfSG aufhebt.

Die Vergütung der Leistungen nach den GOP 02402, 12221, 32811 und 40101 EBM erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Die sich aus den vorgenannten Änderungen ergebenden Abrechnungsausschlüsse und weitere Detailänderungen entnehmen Sie dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 500. Sitzung unter www.g-ba.de. Bitte beachten Sie, dass der Beschluss noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit steht.

Zu diesem Zeitpunkt lagen noch nicht sämtliche Informationen insbesondere zum neuen Formular Muster 10 C vor, bitte informieren Sie sich an dieser Stelle über weitere Informationen.

Änderungen zum 01.05.2020

Nukleinsäurenachweis von SARS

Anpassung der GOP 32816 EBM zum 1. Mai 2020

Die GOP 32816 EBM wird zum 1. Mai erneut geändert und der Leistungsinhalt an den Stand der Entwicklungen in der Diagnostik von SARS-CoV-2 angepasst. Durch die Streichung „mittels RT-PCR“ sind dann auch andere Nukleinsäure-Amplifikationsverfahren abrechnungsfähig. Darüber hinaus müssen Fachärzte für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, die die Leistung abrechnen dürfen, verpflichtend an den Maßnahmen zur externen Qualitätssicherung teilnehmen.

Hinweis: Beide Beschlussteile (Bewertungsausschuss 494. Sitzung) befinden sich im Unterschriftsverfahren und stehen danach noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium.

Rückwirkende Änderungen zum 01.04.2020

EBM-Detailänderungen zur GOP 04514 und 04560 EBM: neue Bewertungen

EBM-Detailänderungen rückwirkend zum 1. April und zum 1. Juli 2020

Rückwirkend zum 1. April 2020 und zum 1. Juli 2020 erfolgen einzelne Detailänderungen im EBM (Beschluss des Bewertungsausschusses, 498. Sitzung, schriftliche Beschlussfassung). Sie dienen der Korrektur des Beschlusses zur EBM-Weiterentwicklung (455. Sitzung). Unter anderem wurden die Bewertungen der Gebührenordnungspositionen (GOP) 04514 (Zusatzpauschale Koloskopie) und 04560 (Zusatzpauschale kontinuierliche Betreuung eines chronisch niereninsuffizienten Patienten) rückwirkend zum 1. April 2020 gegenüber den in der 455. Sitzung beschlossenen Bewertungen leicht angehoben:

GOP Bewertung bis
31.03.2020 in Punkten
Bewertung ab
01.04.2020 in Punkten
04514 1766 1608
04560 209 211

Darüber hinaus ändert der Bewertungsausschuss die Abrechnungsausschlüsse zu den Komplexen für ärztliche Maßnahmen bei Kindern zur Früherkennung von Krankheiten rückwirkend zum 01.Juli 2020. Für die GOP 03335 EBM (Orientierende audiometrische Untersuchung nach vorausgegangener, dokumentierter, auffälliger Hörprüfung) wird der Nebeneinanderberechnungsausschluss zu den GOP der Früherkennungsuntersuchungen GOP 01711 bis 01717, 01719 und 01723 aufgehoben, da nur im Leistungsumfang der U8 (GOP 01718) eine audiometrische Untersuchung enthalten ist. Der Nebeneinanderberechnungsausschluss der GOP 03335 zur GOP 01718 bleibt bestehen.

Die weiteren Details entnehmen Sie bitte, der schriftlichen Beschlussfassung unter: www.g-ba.de.

Schwangerschaftsabbruch

Schwangerschaftsabbrüche: Berechnungsausschluss der Gebührenordnungsposition (GOP) 01901 neben der GOP 01904 EBM rückwirkend zum 1. April 2020 aufgehoben

Mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 499. Sitzung wird der Berechnungsausschluss der GOP 01901 EBM (Untersuchung vor Abruptio) und GOP 01904 EBM (Abruptio, medizinische oder kriminologische Indikation) im Behandlungsfall aufgehoben, um die Durchführung der klinischen Untersuchung, die den primären Leistungsinhalt der GOP 01901 EBM darstellt, im Vorfeld der Durchführung des operativen Schwangerschaftsabbruchs unter medizinischer oder kriminologischer Indikation nach der GOP 01904 EBM durch die gleiche Praxis im gleichen Quartal zu ermöglichen.

In diesem Zusammenhang erfolgen sowohl die Streichung der ersten Anmerkung zur GOP 01901 als auch die Streichung der vierten Anmerkung zur GOP 01904 im Abschnitt 1.7.7 EBM.

Substitution: therapeutisches Gespräch mittels Videosprechstunde

Substitution: Ausweitung der Gebührenordnungsposition (GOP) 01952 EBM für das therapeutische Gespräch

Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Pandemie ist die GOP 01952 EBM für das therapeutische Gespräch (mindestens zehn Minuten Dauer) nun auch bei telefonischem Arzt-Patienten-Kontakt und bei Durchführung im Rahmen einer Videosprechstunde berechnungsfähig. Erfolgt das therapeutische Gespräch vorübergehend im Rahmen einer Videosprechstunde ist die Symbolnummer (SNR) 01952W einzutragen. Die Abrechnungshäufigkeit wird zudem von bisher viermal auf achtmal im Behandlungsfall ausgeweitet.

Die Durchführung von Videosprechstunden ist vorab einmalig der KVWL anzuzeigen. Ein entsprechendes Formular und weitere Informationen finden Sie unter:

Diese Änderungen gelten rückwirkend zum 1. April 2020 und sind zunächst bis zum 30. Juni 2020 befristet. Ende Mai wird der Bewertungsausschuss prüfen, ob eine Anpassung beziehungsweise Verlängerung der Regelungen erforderlich ist.

Substitution mit einem Deptopräparat – neue GOP 01953

Substitutionsgestützte Behandlung mit einem Depotpräparat Neue Gebührenordnungsposition (GOP) 01953

Rückwirkend zum 1. April 2020 hat der Bewertungsausschuss (BA) (493. Sitzung, schriftliche Beschlussfassung) die Behandlung von Opioidabhängigen mit einem Depotpräparat in den EBM aufgenommen.

Hintergrund ist, dass die Gabe einer Zubereitung von Buprenorphin zu den anerkannten substitutionsgestützten Behandlungsmethoden Opioidabhängiger zählt, diese jedoch bislang noch nicht im EBM abgebildet war.

Das Buprenorphin-Depotpräparat (Buvidal®) ist für die substitutionsgestützte Behandlung Opioidabhängiger zugelassen und wird in Form einer subkutanen Injektion durch den Arzt oder medizinisches Fachpersonal appliziert. Für die Behandlung mit einem Depotpräparat und die Betreuung im Rahmen der Nachsorge wird zur Abrechnung die GOP 01953 in den EBM aufgenommen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01953

Substitutionsgestützte Behandlung Opioidabhängiger gemäß Nr. 2 Anlage I "Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses mit einem Depotpräparat

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
  • subkutane Applikation eines Depotpräparates

und/oder

  • Betreuung im Rahmen der Nachsorge bei Behandlung mit einem Depotpräparat,

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Veranlassung klinischer Untersuchung(en), je Behandlungswoche

Ärzte, die über eine Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung von Leistungen der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger gemäß Anlage I Nr. 2 der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung (RL-MVV) verfügen, können die GOP 01953 EBM abrechnen.

Der Beschluss ist zunächst befristet bis zum 30. September 2020. Der Bewertungsausschuss wird bis zum 31. August 2020 prüfen, ob eine Anpassung dieses Beschlussteils und/oder der GOP 01949 EBM für die substitutionsgestützte Behandlung Opioidabhängiger im Rahmen der Take-Home-Vergabe erforderlich ist. Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter: https://institut-ba.de/ba/beschluesse.html

Änderungen zum 01.04.2020

Befristete Regelung zur Telefonkonsultation

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 491. Sitzung eine Ausweitung der Telefonkonsultation während der Corona-Pandemie mit Wirkung zum 1. April 2020 befristet bis zum 30. Juni 2020 beschlossen. Im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) wurden die Gebührenordnungspositionen (GOP) 01433 und 01434 EBM aufgenommen.

Fachgruppen       GOP 01434
(65 Punkte / 7,14€)
GOP 01433
(154 Punkte / 16,92€)
  • Ärztliche und psychologische Psychotherapeuten
  • Kinder- & Jugendlichenpsychotherapeuten 
  • FÄ f. Neurologie
  • FÄ f. Nervenheilkunde
  • FÄ f. Neurologie & Psychiatrie
  • FÄ f. Psychiatrie & Psychotherapie
  • FÄ f. Neurochirurgie
  • FÄ f. Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • FÄ f. Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. Kinder- & Jugendpsychiatrie & -Psychotherapie
Keine Abrechnung möglich
  • Gespräch mit dem Pat. und/oder der Bezugsperson
  • Je vollendete 10 Minuten berechnungsfähig
  • Höchstens 20-mal im Arztfall*
    (=200 Minuten)
  • Ist im Behandlungsfall (BHF)** neben den Grundpauschalen (GP) berechnungsfähig, aber nicht in derselben Sitzung
  • Hausärzte
  • Kinder- & Jugendärzte
  • Schmerztherapeuten
  • Gespräch mit dem Pat. und/oder der Bezugsperson
  • Je vollendete 5 Minuten berechnungsfähig
  • Höchstens 6-mal im Arztfall (=30 Minuten)
  • Ist im BHF neben den Versichertenpauschalen (VP) oder der GOP 30700 EBM  berechnungsfähig, aber nicht in derselben Sitzung
Keine Abrechnung möglich
  • Gynäkologen
  • HNO-Ärzte
  • Dermatologen
  • fachärztliche Internisten 
  • Orthopäden
  • FÄ f. Sprach-, Stimm-, und kindliche Hörstörungen
  • Urologen
  • Gespräch mit dem Pat. und/oder der Bezugsperson
  • Je vollendete 5 Minuten berechnungsfähig
  • Höchstens 5-mal im Arztfall (= 25 Minuten)
  • Im BHF nicht neben den GP berechnungsfähig
Keine Abrechnung möglich
  • Anästhesisten
  • Augenärzte
  • Chirurgen
  • Humangenetiker
  • Laborärzte
  • MKG
  • Nuklearmediziner
  • Pathologen
  • Radiologen
  • Strahlentherapeuten
  • Physikalische und Rehabilitative Medizin
  • Gespräch mit dem Pat. und/oder der Bezugsperson
  • Je vollendete 5 Minuten berechnungsfähig
  • Höchstens 2-mal im Arztfall (=10 Minuten)
  • Im BHF nicht neben den GP berechnungsfähig
Keine Abrechnung möglich

Mit Ausnahme der GOP 01435 und 40122 EBM sind die GOP 01433 und 01434 EBM in derselben Sitzung nicht neben anderen GOP berechnungsfähig.
Die GOP 01433 und 01434 EBM sind nicht im Rahmen einer Videosprechstunde berechnungsfähig.

Die GOP sind nur berechnungsfähig, wenn in einem der sechs Quartale, die der Berechnung unmittelbar vorausgehen (4. Quartal 2018 bis 1. Quartal 2020), ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt in derselben Arztpraxis stattgefunden hat.

Die GOP 01433 und 01434 EBM sind nicht im organisierten Not(-fall)dienst berechnungsfähig.

* Arztfall: Der Arztfall ist definiert in § 21 Abs. 1b Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) und umfasst die Behandlung desselben Versicherten durch denselben an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Arzt in einem Kalendervierteljahr zu Lasten derselben Krankenkasse unabhängig von der Betriebs- oder Nebenbetriebsstätte.
** Behandlungsfall (BHF): Der Behandlungsfall ist definiert in § 21 Abs. 1 Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) als Behandlung desselben Versicherten durch dieselbe Arztpraxis in einem Kalendervierteljahr zu Lasten derselben Krankenkasse.

Gesprächskontingent

GOP 01433 GOP 01434
Pro Patient werden maximal 20 Gespräche (200 Minuten) vergütet.
Insgesamt können diese 20 Gespräche ausschließlich per Telefon oder gemischt per Telefon, persönlich in der Praxis oder in einer Videosprechstunde (GOP 14220, 16220, 21220, 22220 und 23220 EBM) geführt werden.
Die GOP 01434 EBM wird auf das Gesprächsbudget der Haus- bzw. Kinderärzte entsprechend der Präambeln 3.1 Nr. 9 bzw. 4.1 Nr. 10 angerechnet, wenn im Arztfall die Versichertenpauschale berechnet wurde.

Vorlage der elektronischen Gesundheitskarte (eGK)

Finden in dem Quartal ausschließlich telefonische Konsultationen statt, muss die eGK nicht eingelesen werden. Die Versichertendaten können ggfs. aus der Akte des Patienten übernommen werden.

Alle Details und Erläuterungen entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 491. Sitzung unter www.institut-ba.de und den Praxisnachrichten unter https://www.kbv.de/html/1150_45429.php.

Änderung: Prüfung genehmigungspflichtiger Leistungen ab Abrechnungsquartal 1/2020

Um der Herausforderung durch die Corona-Virus-Pandemie (Covid-19) gerecht zu werden, muss auch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) die Verarbeitungsprozesse anpassen. Unser Ziel ist es, weiterhin eine fristgerechte Bearbeitung der Quartalsabrechnungen und somit pünktliche Zahlungen sicherzustellen. Dafür nutzen wir das Automatisierungspotential bei der sachlich-rechnerischen Richtigstellung Ihrer Quartalsabrechnung und verzichten auf persönliche Kommunikation bei der Prüfung der genehmigungspflichtigen Leistungen.

Genehmigungspflichtige Leistungen sind nur durch den Arzt abrechnungsfähig, dem eine gültige Genehmigung durch die KVWL erteilt wurde. Eine beantragte Genehmigung ist frühestens wirksam, sobald die erforderlichen Unterlagen zu einem Antrag vollständig eingereicht wurden. Sofern Unterlagen nachgereicht werden müssen, ist nicht der Zeitpunkt der Antragstellung maßgebend, sondern der Zeitpunkt, zu dem uns alle Unterlagen komplett vorliegen.
Abrechnungsgenehmigungen wirken nicht auf den Zeitpunkt der Antragstellung oder auf den Zeitpunkt des Quartalsbeginns zurück.

Hinweis: Die KVWL bietet schon seit längerem die Möglichkeit an, eine Testabrechnung hochzuladen. Dies bietet diverse Überprüfungsmöglichkeiten der Abrechnung - u. a. die Abrechnungsprüfung der genehmigungspflichtigen Leistungen oder der Leistungen kostenträgerabhängiger oder landesspezifischer Verträge.

Neue GOP im Zusammenhang mit dem Schwangerschaftskonfliktgesetz

Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin: Neuaufnahme einer Leistung im Zusammenhang mit dem Schwangerschaftskonfliktgesetz zum 01. April 2020

Im Zusammenhang mit dem Schwangerschaftskonfliktgesetz hat der Bewertungsausschuss in seiner 479. Sitzung mit Wirkung zum 1. April 2020 für Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin eine neue Leistung in den EBM aufgenommen.

Schwangere haben nach pränataldiagnostischen Maßnahmen mit pathologischem Befund (Annahme einer körperlichen oder geistigen Schädigung der Gesundheit des Kindes) einen Anspruch auf ärztliche Aufklärung und Beratung (siehe Mutterschafts-Richtlinien in Verbindung mit § 2a Absatz 1 Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG)). Der Arzt (in der Regel der Gynäkologe), der der Schwangeren die Diagnose mitteilt, hat diese über die medizinischen und psychosozialen Aspekte, die sich aus dem Befund ergeben, zu beraten. Dies erfolgt unter Hinzuziehung von Ärzten, die mit dieser Gesundheitsschädigung bei geborenen Kindern Erfahrung haben (Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin). Die Beratung erfolgt in allgemein verständlicher Form und ergebnisoffen. Sie umfasst die eingehende Erörterung der möglichen medizinischen, psychischen und sozialen Fragen sowie der Möglichkeiten zur Unterstützung bei physischen und psychischen Belastungen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01799 Beratung durch einen Facharzt für Kinder-und Jugendmedizin gemäß Anlage 1c II.2 der Mutterschafts-Richtlinien in Verbindung mit § 2a Absatz 1 Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) Obligater Leistungsinhalt
– Aufklärung und Beratung einer Schwangeren, je vollendete 5 Minuten

Die GOP 01799 ist nur durch den hinzugezogenen Arzt mit indikationsspezifischer Expertise für den Bereich der Diagnose gemäß § 2a Absatz 1 SchKG berechnungsfähig

Die GOP 01799 ist höchstens viermal im Behandlungsfall berechnungsfähig.
65

Durch die Aufnahme der GOP 01799 in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in den Präambeln der betroffenen Fachkapitel und weiteren Bestimmungen und GOP des EBM.

Hinweis für Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe:

Die Aufklärung und Beratung der Schwangeren nach Schwangerschaftskonfliktgesetz durch Gynäkologen ist Bestandteil der GOP 01770 EBM „Betreuung einer Schwangeren“. Durch die Höherbewertung im Zuge der EBM-Weiterentwicklung wurde der zusätzliche Aufwand hier bereits berücksichtigt.

Labor: neue GOP zur Ermittlung des CYP2C9-Metabolisierungsstatus vor Verabreichung des Wirkstoffs Siponimod (Mayzent®)

Labor: neue Gebührenordnungsposition (GOP) zur Ermittlung des CYP2C9-Metabolisierungsstatus vor Verabreichung des Wirkstoffs Siponimod (Mayzent®) ab 1. April 2020

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 487. Sitzung mit Wirkung zum 1. April 2020 eine neue Leistung in den EBM aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
32866 Genotypisierung zur Bestimmung des CYP2C9-Metabolisierungsstatus vor der Gabe von Siponimod bei sekundär progredienter Multipler Sklerose gemäß der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation)

Obligater Leistungsinhalt
- Untersuchung auf das Vorliegen der Allele
CYP2C9*1, CYP2C9*2 und CYP2C9*3,

einmal im Krankheitsfall
82,00

Mit der neuen GOP 32866 EBM kann eine molekulargenetische Untersuchung abgerechnet werden, die vor der Verabreichung des Medikaments Mayzent® zur Behandlung Multipler Sklerose erforderlich ist.

Die Durchführung und Abrechnung der GOP 32866 EBM erfordert eine Genehmigung der KVWL gemäß Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor.

Die Vergütung der Leistungen nach der GOP 32866 EBM außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung wird vorerst auf zwei Jahre befristet.

Labor: Neufassung und Streichung von Gebührenordnungspositionen (GOP) im Abschnitt 32.3.12 EBM

Labor: Neufassung und Streichung von Gebührenordnungspositionen (GOP) im Abschnitt 32.3.12 EBM zum 1. April 2020

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 477. Sitzung folgende Anpassungen/Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) mit Wirkung zum 1. April 2020 beschlossen:

Neufassung der GOP 32821 und 32828 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
32821 Genotypische HIV-Resistenztestung bei HIV-Infizierten vor spezifischer antiretroviraler Therapie oder bei Verdacht auf Therapieversagen mit folgenden Substanzklassen gemäß Zusammenfassung der Merkmale eines Arzneimittels (Fachinformation)
- Integrase-Inhibitoren
oder
- Corezeptor-Antagonisten
oder
- Fusionsinhibitoren,

je Substanzklasse

Die GOP 32821 setzt die Angabe der Substanzklasse als Art der Untersuchung voraus.
260,00
32828 Genotypische HIV-Resistenztestung bei HIV-Infizierten vor spezifischer antiretroviraler Therapie oder bei Verdacht auf Therapieversagen mit folgenden Substanzklassen
- Protease-Inhibitoren
und/oder
- Reverse Transkriptase-Inhibitoren
260,00

Für beide Leistungen gilt, dass für die Beurteilung eines Therapieversagens die aktuellen Leitlinien des AWMF-Registers zugrunde zu legen sind.

Streichung der GOP 32818 und 32822 im Abschnitt 32.3.12 EBM

Aufnahme der FeNO-Messung zur Indikationsstellung einer Asthma-Therapie mit Dupilumab

Aufnahme der FeNO-Messung zur Indikationsstellung einer Asthma-Therapie mit Dupilumab zum 1. April 2020

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 476. Sitzung die Aufnahme folgender Ge-bührenordnungspositionen (GOP) für die Messung von fraktioniertem exhaliertem Stickstoffmonoxid (FeNO) in den EBM mit Wirkung zum 1. April 2020 beschlossen:

Aufnahme der GOP 04538 in den Abschnitt 4.5.2 EBM für Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin mit der Zusatzweiterbildung Kinder-Pneumologie

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
04538 FeNO-Messung zur Indikationsstellung einer Therapie mit Dupilumab 88

Aufnahme der GOP 13678 in den Abschnitt 13.3.7 EBM für Fachärzten für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie und Lungenärzte

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
13678 FeNO-Messung zur Indikationsstellung einer Therapie mit Dupilumab 88

Die GOP 04538 und 13678 EBM sind bei einer Überprüfung der Indikationsstellung zur Therapie mit Dupilumab nicht berechnungsfähig.

Aufnahme einer Kostenpauschale 40167 in den Abschnitt 40.5 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
40167 Kostenpauschale bei Durchführung einer FeNO-Messung zur Indikationsstellung einer Therapie mit Dupilumab entsprechend den GOP 04538 oder 13678 für das Mundstück (und ggf. Sensor) 7,84

Durch die Aufnahme der vorgenannten GOP in den EBM ergeben sich Folgeände-rungen in den Präambeln der entsprechenden Fachkapitel und weiteren Bestim-mungen und GOP des EBM.

Die Vergütung der Leistungen nach den GOP 04538, 13678 und 40167 EBM erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Bessere Vergütung der Kurzzeittherapie

In seiner 475. Sitzung hat der Bewertungsausschuss (BA) einen Gesetzesauftrag im Rahmen der Reform der Psychotherapeutenausbildung umgesetzt. Mit Wirkung zum 01. April 2020 wurden Zuschläge für die ersten zehn Sitzungen einer Kurzzeittherapie (KZT) in einem neuen Abschnitt 35.2.3.2 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zur Kurzzeittherapie beschlossen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in
Punkten/Euro

35591

Zuschlag zu den GOP 35401, 35402, 35411, 35412, 35421 und 35422

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

139

35593

Zuschlag zu den GOP 35503, 35523 und 35543

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

138

35594

Zuschlag zu den GOP 35504, 35524 und 35544

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

116

35595

Zuschlag zu den GOP 35505, 35525 und 35545

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

103

35596

Zuschlag zu den GOP 35506, 35526 und 35546

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

95

35597

Zuschlag zu den GOP 35507, 35527 und 35547

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

88

35598

Zuschlag zu den GOP 35508, 35528 und 35548

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

84

35599

Zuschlag zu den GOP 35509, 35529 und 35549

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

80

Die KVWL plant die neuen Zuschläge automatisiert zuzusetzen. Wir bitten Sie jedoch im Quartal 2/2020 die Zuschläge in Ihrer Abrechnung selbst einzutragen. Die Zuschläge sind sowohl für GOP der Einzel- und Gruppenbehandlungen berechnungsfähig – insgesamt aber höchstens zehn Mal im Krankheitsfall.

Sollte nach einer Akutbehandlung (GOP 35152 EBM) eine Kurzzeittherapie erforderlich sein, wird der Zuschlag auch hier von der KVWL zugesetzt (Für 2/2020 bitte selbst eintragen). Die Zuschläge sind somit auch bei einer Verrechnung mit der Akutbehandlung für bis zu 10 Sitzungen Kurzzeittherapie berechnungsfähig. Für eine alleinige Akutbehandlung gibt es die neuen Zuschläge hingegen nicht.

Wie vom Gesetzgeber vorgegeben, können Psychotherapeuten die neuen Zuschläge nur dann zugesetzt werden, wenn sie für die Mindestsprechstundenanzahl gemäß §19a Abs. 1 der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte zur Verfügung stehen.

Wichtiger Hinweis

Die KVWL kann Ihnen die Zuschläge nur zusetzen, wenn Sie die Sprechstundenzeiten im Mitgliederportal erfasst haben. Weitere Informationen, inklusive eines Leitfaden zur Meldung von Sprechstunden und Praxiszeiten, finden Sie auf unserer Internetseite unter: www.kvwl.de/tsvg

Zuschlag auch auf Einzeltherapie per Videosprechstunde

Psychotherapeuten erhalten den Zuschlag zur Kurzzeittherapie in Form einer Einzelbehandlung (GOP 35591) auch dann, wenn sie diese Leistung per Videosprechstunde durchgeführt haben. Der BA hat die neue GOP 35591 EBM dazu in die sechste Bestimmung zum Abschnitt 35.2 aufgenommen. Voraussetzung für die Abrechnung der Therapie als Videosprechstunde ist ein vorausgegangener persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung. Weitere Informationen zur Videosprechstunde finden Sie auf unserer Internetseite in der Rubrik eHealth/Videosprechstunde.

Leistungen im Rahmen der Empfängnisregelung

Bei Versicherten bis zum vollendeten 22. Lebensjahr ist es in den vergangenen Monaten zur Privatabrechnung und dem Ausstellen von Privatrezepten im Rahmen der Empfängnisregelung gekommen. Wir möchten Sie deshalb nochmals auf die Änderungen hinweisen (vgl. Praxis intern 4/2019, S. 22, und 7/2019, S. 4).

Die Änderung des § 24a Absatz 2 SGB V hat zur Folge, dass Versicherte jetzt bis zum vollendeten 22. Lebensjahr und nicht mehr bis zum vollendeten 20. Lebensjahr Anspruch auf die Versorgung mit verschreibungspflichtigen empfängnisverhütenden Mitteln haben.

Dies betrifft unter anderem die Leistung Einlegen, Wechseln oder Entfernung eines Intrauterinpessars (Gebührenordnungsposition 01830) und die Leistung subkutane Applikation eines Depot-Kontrazeptivums (Gebührenordnungsposition 01832) des Abschnitts 1.7.5 im EBM.

Zweitmeinungsverfahren

Gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten haben einen Rechtsanspruch, vor bestimmten planbaren Operationen (OP) eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Nach der Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) und der Mandeloperation (Tonsillektomie/Tonsillotomie) kommt nun als weiteres Verfahren die Schulterarthroskopie hinzu.

Gegenstand des Zweitmeinungsverfahrens „Schulterarthroskopie“ sind arthroskopische Eingriffe am Schultergelenk, sofern sie planbar sind und es sich nicht um notfallmäßige Eingriffe handelt, die zeitnah erfolgen müssen. Patienten können sich somit zukünftig bei einem qualifizierten Zweitmeiner zur Notwendigkeit einer Gelenkspiegelung an der Schulter und zu alternativen Behandlungsmöglichkeiten beraten lassen.

Ärztinnen oder Ärzte, die eine Zweitmeinung abgeben wollen, brauchen eine Genehmigung der KVWL. Hierfür ist neben der Facharzturkunde eine mindestens fünfjährige Tätigkeit in der unmittelbaren Patientenversorgung im jeweiligen Fachgebiet nach Anerkennung der Facharztbezeichnung, eine gültige Weiterbildungsbefugnis oder akademische Lehrbefugnis sowie die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtung nach § 95 d oder § 136 b Abs. 1 Nr. 1 SGB V nachzuweisen. Ein Antragsformular steht auf den KVWL-Internetseiten bereit. Besonders ist, dass nicht nur Vertragsärzte am Zweitmeinungsverfahren teilnehmen können, sondern auch nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte. Sie werden dann, sofern sie die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, ausschließlich für die Leistungen des Zweitmeinungsverfahrens zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung ermächtigt.

Nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sind Ärzte verpflichtet, Patienten über ihren Rechtsanspruch auf eine Zweitmeinung zu informieren, wenn sie die Indikation für einen der genannten planbaren Eingriffe stellen. Ferner soll der indikationsstellende Arzt den Patienten auf die Liste der Zweitmeiner hinweisen, die von den Kassenärztlichen Vereinigungen bereitgestellt wird, sowie auf weiterführende Informationen. Die KVWL informiert über die Arztsuche auf ihrer Internetseite, welche Ärzte zur Abgabe einer Zweitmeinung im Sinne der Richtlinie berechtigt sind. Diese Suche ist auch für Patienten nutzbar.

Einleitung der Zweitmeinung:

Der indikationsstellende Arzt „Erstmeiner“ rechnet die Leistung nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 01645 EBM nach den Vorgaben der Codierungsliste mit einer indikationsspezifischen Symbolnummer (SNR) ab.

SNR Leistungs­beschreibung
01645A Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Mandeloperation
01645B Aufsuchen eines Patienten in der Praxis eines anderen Arztes, bei Nacht zwischen 19 und 7 Uhr
05230Z Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Gebärmutterentfernung
01645C Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Schulterarthroskopie

Die GOP/SNR dient der Abbildung des aufgrund des Zweitmeinungsverfahrens entstehenden zusätzlichen Aufwands des Arztes, der die Indikation für eine Zweitmeinung stellt. Die Leistung beinhaltet auch die Zusammenstellung der Befundunterlagen. Die Vergütung der GOP/SNR 01645 erfolgt extrabudgetär und damit ohne Mengenbegrenzung – vorerst befristet bis Ende 2021. Die GOP ist nicht genehmigungspflichtig.

Berechnung der Zweitmeinung:

Für die Vergütung der ärztlichen Zweitmeinung rechnet der Arzt die jeweilige arztgruppenspezifische Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale beim ersten persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt einmal im Behandlungsfall ab. Die Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen sowie ggf. erforderliche weitere Leistungen sind vom abrechnenden Arzt eingriffsspezifisch zu kennzeichnen. Die zusätzliche Kennzeichnung der abgerechneten GOP erfolgt als Freitext im Feld freier Begründungstext (KVDT-Feldkennung 5009) mit den nachstehenden Codes:

Freier Begründungstext Leistungs­beschreibung
88200A Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Mandeloperation
88200B Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Gebärmutterentfernung
88200C Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Schulterarthroskopie

Die Vergütung der Pauschalen sowie der ergänzenden Untersuchungen erfolgt extrabudgetär – vorerst befristet bis Ende 2021.

Ergänzende Untersuchungen im Rahmen des Zweitmeinungsverfahrens:

Neben den Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen sind ausschließlich gegebenenfalls medizinisch notwendige Untersuchungen (gemäß § 3 Abs. 2 der Richtlinie des G-BA zum Zweitmeinungsverfahren) entsprechend den Abrechnungsbestimmungen des EBM berechnungsfähig. Die Nebeneinanderberechnung der ärztlichen Zweitmeinung und medizinisch notwendiger Untersuchungsleistungen setzt die Angabe einer medizinischen Begründung voraus.

OPS: Anpassung Anhang 2 EBM

Anpassung Anhang 2 EBM zum 1. April 2020

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 11. Dezember 2019 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 01. April 2020 beschlossen:

Der Anhang 2 zum EBM wird mit Wirkung zum 1. April 2020 an den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) Version 2020 angepasst. In diesem Anhang finden Sie die Zuordnungen der Leistungen nach den EBM-Kapiteln 31 (Ambulantes Operieren) und 36 (Belegärztliche Operationen) zu den OPS.

Die Anpassung wurde durch die jährliche Aktualisierung der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM) und des OPS des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) erforderlich. Dabei handelt es sich um die Aufnahme von neuen OPS-Kodes und die Streichung von ungültigen (beendeten) OPS-Kodes in der Version 2020 im Vergleich zur Version 2019. Da die Anpassungen erst zum 1. April 2020 in Kraft treten, verschlüsseln Sie Ihre Operationen und Prozeduren nach Anhang 2 EBM bis zum 31. März 2020 noch nach der OPS-Version 2019.

Auch hier steht Ihnen eine kostenfreie Bereitstellung des Anhanges 2 des EBM auf der Homepage der KBV unter folgendem Link zur Verfügung:

Aufsuchen eines Kranken in der Praxis eines anderen Arztes (Wegekosten)

Berechnung von Wegekosten für das Aufsuchen eines Kranken in der Praxis eines anderen Arztes:

Im Rahmen einer gemeinsamen Erklärung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des GKV-Spitzenverbandes wurde mitgeteilt, dass in der Gebührenordnungsposition (GOP) 05230 EBM (Aufwandserstattung für das Aufsuchen eines Kranken in der Praxis eines anderen Arztes oder Zahnarztes zur Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 01856, 01913, 31840, 31841 oder von Anästhesien/Narkosen des Kapitels 5 oder 31) aus dem Abschnitt 5 des EBM für Fachärzte für Anästhesiologie keine Wegekosten enthalten sind.

GOP/SNR Leistungsinhalt
05230 Aufsuchen eines Kranken in der Praxis eines anderen Arztes
05230B Aufsuchen eines Patienten in der Praxis eines anderen Arztes, bei Nacht zwischen 19 und 7 Uhr
05230Z Aufsuchen eines Patienten in der Praxis eines anderen Zahnarztes
05230N Aufsuchen eines Patienten in der Praxis eines anderen Zahnarztes, bei Nacht zwischen 19 und 7 Uhr

Die Wegekosten für das Aufsuchen mehrerer Patienten in derselben Arzt- oder Zahnarztpraxis sind je Behandlungstag einmalig beim ersten Patienten abrechnungsfähig.

Aufnahme der Tonsillektomie mit Adenotomie bei Hyperplasie der Tonsillen

Vorabinformation zum 1. April 2020

Anpassung Anhang 2 zum Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) Aufnahme der Tonsillektomie mit Adenotomie bei Hyperplasie der Tonsillen

Bereits seit dem 01. Juli 2019 ist der OPS-Kode 5-281.5 „Tonsillektomie (ohne Adenotomie): Partiell, transoral“ und die entsprechenden GOP im Anhang 2 berechnungsfähig.

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 455. Sitzung vom 11. Dezember 2019 mit Wirkung zum 1. April 2020 die Aufnahme eines neuen Kodes für die partielle transorale Tonsillektomie im Zusammenhang mit einer Adenotomie (5-282.1) in den EBM beschlossen.

OPS
2020
Bez.
OPS 2020
Kat. OP-Lstg. Überw. Nachbeh.
Überw.
Nachbeh.
Operat.
Narkose
5-282.1 Tonsillektomie mit Adenotomie: Partiell, transoral N3 31233/
36233
31504/
36504
31658 31659 31823/
36823

Der OPS-Kode 5-282.1 ist nach der neuen zwanzigsten Bestimmung in die Präambel 2.1 zum Anhang 2 zum EBM nur bei symptomatischer Hyperplasie der Tonsillen und klinisch relevanter Beeinträchtigung, bei der eine konservative Behandlung nicht ausreicht, berechnungsfähig.

Nähere Erläuterungen dazu entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 455. Sitzung unter www.institut-ba.de.

Weiterentwicklung des EBM zum 01.04.2020

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich auf eine „kleine EBM-Reform“ geeinigt. Neben einigen strukturellen Änderungen wurde die Bewertung aller Leistungen überprüft und an die aktuelle Kostenstruktur angepasst. Der neue EBM tritt zum 1. April 2020 in Kraft.

Leistungen neu kalkuliert

Im Fokus der Reform stand die Anpassung der betriebswirtschaftlichen Kalkulation der ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen. Darüber hinaus war die gesetzliche Vorgabe aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) umzusetzen, die sprechende Medizin zu fördern und dies zulasten von Leistungen mit einem hohen technischen Leistungsanteil.

Wichtig: Aufbau des EBM bleibt unverändert

Der Aufbau und die Struktur des EBM bleiben von der Reform unberührt. Auch bei der Abrechnung der einzelnen Leistungen ändert sich für die Ärzte und Psychotherapeuten kaum etwas. Strukturelle Änderungen, wie punktuelle inhaltliche Erweiterungen der Leistungsbeschreibung oder redaktionelle Klarstellungen, wurden in Abstimmung mit den Berufsverbänden auf das Nötigste reduziert.

Auch die Honorarverteilung im Bereich der KVWL wird im Wesentlichen unverändert fortgeführt, so dass nur geringfügige Änderungen bei den Honoraren zu erwarten sind.

Detailliertere Informationen finden Sie auf der Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung:

( Hinweis: diese Seite wird regelmäßig durch die KBV aktualisiert).

Über die Änderungen des EBM, die Ihre Fachgruppe betreffen, werden wir Sie rechtzeitig informieren.

Änderungen zum 01.03.2020

Klarstellung zur Definition „medikamentöse Tumortherapie“

Onkologie-Vereinbarung: Klarstellung zur Definition „medikamentöse Tumortherapie“ Keine Auswirkungen auf die Kostenpauschalen 86510 und 86512

In der Januarausgabe hat die KVWL über die Änderungen der Onkologie-Vereinbarung zum 1. Januar 2020 informiert.

In der Onkologie-Vereinbarung wurde der Begriff „zytostatische Tumortherapie“ durch „medikamentöse Tumortherapie“ ersetzt. Hiermit war ausschließlich eine Anpassung des Wortlautes an den Stand der medizinischen Wissenschaft und Technik intendiert. Auf Intervention der KVWL hat die KBV nunmehr klargestellt, dass die neue Definition sich nur auf die folgenden Kostenpauschalen bezieht, die in der Leistungslegende den Begriff „medikamentöse Tumortherapie“ enthalten:

  • 86514 - Zuschlag für die intrakavitär applizierte medikamentöse Tumortherapie
  • 86516 - Zuschlag für die intravasal applizierte medikamentöse Tumortherapie
  • 86520 - Zuschlag für die orale medikamentöse Tumortherapie

Die Kostenpauschalen 86510 und 86512 sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Die Kostenpauschale 86512 erfordert entsprechend der Leistungslegende eine „Behandlung solider Tumore entsprechend § 1 Abs. 2 a-c unter tumorspezifischer Therapie …“. Dies kann auch eine Therapie mit ausschließlich hormonell beziehungsweise antihormonell wirksamen Medikamenten sein, sofern es sich nicht um die Behandlung im Rahmen der Nachsorge handelt.

Hinweis zur Abrechnung: Postoperative Behandlungskomplexe des Abschnitts 31.4 EBM

Abrechnung postoperativer Behandlungskomplexe des Abschnitts 31.4 EBM (GOP 31600 ff des EBM)

Hinweis zu den postoperativen Behandlungskomplexen des Abschnitts 31.4 EBM:

Diese sind ausschließlich nach ambulanter Durchführung eines Eingriffs des Abschnitts 31.2 EBM und nur von einem Leistungserbringer abrechenbar. Dabei ist nicht relevant, ob der ambulante Eingriff in einer Arztpraxis oder einem Krankenhaus durchgeführt wurde. Der die Gebührenordnungspositionen des Abschnitts 31.4 EBM abrechnende Vertragsarzt hat auf dem Abrechnungsschein das Datum des zu Grunde liegenden operativen Eingriffes zu dokumentieren. Sofern es sich um eine Operation aus dem Anhang 2 des EBM (Band 2) handelt, sind die postoperativen Leistungen nach Kapitel 31 berechnungsfähig. Dies gilt auch, wenn die eigentliche Operation nach einem regionalen Sondervertrag abgerechnet wird und hierfür keine eigenständige Symbolnummer vorgesehen ist.

Begibt sich ein Patient nach der stationären (belegärztlichen) Entlassung aus dem Krankenhaus in die Behandlung eines niedergelassenen Arztes, sind die postoperativen Leistungen nach den Einzelleistungen des EBM über die KVWL abzurechnen.

Information der KBV: Berechnung weiterer Sequenzen nach Kontrastmitteleinbringung

Berechnung weitere Sequenzen nach Kontrastmitteleinbringung

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband haben zu der Gebührenordnungsposition (GOP) 34452 EBM eine gemeinsame Erklärung abgegeben. Die GOP 34452 EBM ist entgegen dem obligaten Leistungsinhalt in Ausnahmefällen auch dann berechnungsfähig, wenn die Leistung in einer anderen Sitzung als die jeweils zuschlagsberechtigte Leistung gemäß den GOP 34410, 34411, 34420 bis 34422, 34430, 34440 bis 34442, 34450 und 34451 EBM durchgeführt wird.

Voraussetzung ist in diesen Fällen, dass die Durchführung der jeweils zuschlagsberechtigten Leistung ohne Kontrastmitteleinbringung(en) erfolgt ist. In diesen Fällen sollte der Zeitraum zwischen der Durchführung der Leistung gemäß der GOP 34452 EBM und der jeweils zuschlagsberechtigten Leistung in der Regel nicht länger als 2 Wochen betragen.

Informationen zur Abrechnung: Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung

Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung

Im Nachgang zu unserer Veröffentlichung (Dezember-Ausgabe - KVWL Kompakt/ Praxisintern) zum organisierten Programm zur Früherkennung von Zervixkarzinomen (oKFE-RL) noch weitere Informationen in Bezug auf die Abrechnung:

Vorgehen nach operativen Eingriffen an der Zervix uteri

Die Teilnahme am Früherkennungsprogramm ist für Frauen nach zervixerhaltender Partialhysterektomie nicht ausgeschlossen. Sofern anatomisch kein Gewebe des Zielorgans des Zervixkarzinomscreenings mehr sichtbar ist, ist als präventive Leistung nur die Früherkennung nach der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) ohne Zytologie und HPV-Test nach der GOP 01760 EBM berechnungsfähig.

Veranlassung Zytologie und HPV-Test

Im Primärscreening und in der Abklärungsdiagnostik werden Zytologie und HPV-Test vom Gynäkologen ausschließlich über Muster 39 veranlasst. Hierauf erfolgt auch die Abrechnung der Untersuchungen (Scheinart 21). Sofern beide Untersuchungen nicht in einer Praxis durchgeführt werden können, kann der Zytologe mittels Muster 10 und der Kennzeichnung „präventiv“ den HPV-Test als Weiterüberweisung veranlassen. Hierbei kann der Erstveranlasser angegeben werden. Die Abrechnung des HPV-Tests erfolgt ausschließlich in dieser Fallkonstellation - Weiterleitung des HPV-Tests durch den Zytologen - auf Muster 10 (Scheinart 27). Die Transportkostenpauschale GOP 40100 EBM darf nur von der den Auftrag (Zytologie, HPV-Test, Ko-Test) erstmals annehmenden Praxis abgerechnet werden. Bei einer Weiterüberweisung ist die Abrechnung der GOP 40100 EBM nicht zulässig.

Sofern eine laborärztliche Praxis ausschließlich den Untersuchungsauftrag HPV-Test für das Primärscreening oder die Abklärungsdiagnostik erhält, wird dieser auf Muster 39 veranlasst und ist auf diesem abzurechnen (Scheinart 21). In diesem Fall muss das Laborsystem das Einlesen/Verarbeiten des Musters 39 und die Übernahme der Abrechnungsdaten in die Scheinart 21 implementieren.

Sollten Zytologie und HPV-Test an verschiedene Vertragsärzte überwiesen werden, muss das Ergebnis der HPV-Untersuchung an den Zytologen für die Erstellung eines Gesamtbefundes übermittelt werden.

Überweisung zur Abklärungskolposkopie:

Die Überweisung zur Abklärungskolposkopie erfolgt mittels Muster 6 mit der Kennzeichnung „präventiv“. Dem Kolposkopiker sind mit der Überweisung die Ergebnisse der Zytologie und des HPV-Tests für die Programmdokumentation zu übermitteln.

Eine Liste der Ärzte, die eine Genehmigung für die Abklärungskolposkopie von der KVWL erhalten haben, finden Sie auf unserer Internetseite:

Weitere umfassende Informationen erhalten Sie auch auf der Internetseite:

Rückwirkende Änderungen zum 01.02.2020

Nukleinsäurenachweis von SARS

Nukleinsäurenachweis von SARS-CoV-2:

Rückwirkende Anpassung der GOP 32816 EBM zum 1. Februar 2020

Voraussetzung für die Abrechnung der GOP 32816 EBM für den Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 ist, dass der Befund innerhalb von 24 Stunden mitgeteilt wird. Diese Abrechnungsvoraussetzung hat der BA jetzt rückwirkend zum 1. Februar 2020 als Soll-Regelung ausgestaltet.
Hintergrund ist, dass der weltweite Ausbruch von Corona-Infektionen zu einem stetig steigenden Bedarf an Reagenzien und Verbrauchsmaterialien für die Testungen auf SARS-CoV-2 bei nahezu allen Diagnostika-Herstellern geführt hat. Dadurch kommt es weltweit zu einer Knappheit an benötigten Materialien und damit auch in Deutschland zu Verzögerungen in den Untersuchungsabläufen.
Die Bearbeitungszeit der Untersuchung nach der GOP 32816 EBM bis zur Befundmitteilung soll verbindlich auf 24 Stunden festgelegt werden, sobald sich die Versorgungssituation in den Laboratorien normalisiert hat.

Änderungen zum 01.02.2020

Aufnahme des Nukleinsäurenachweises für den neuartigen Coronavirus

Aufnahme des Nukleinsäurenachweises für den neuartigen Coronavirus zum 1. Februar 2020

Der Bewertungsausschuss hat zum 1. Februar 2020 eine neue Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 zur Abklärung eines Verdachts auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) in den EBM aufgenommen.

Gemäß § 12 des Infektionsschutzgesetzes besteht Meldepflicht für das Auftreten von respiratorischen Erkrankungen durch das neuartige Coronavirus (2019-nCoV). Der Begriff Auftreten schließt neben der Infektion/Erkrankung und dem Tod auch Verdachtsfälle ohne labordiagnostischen Nachweis ein (dies entspricht ungeklärten, wahrscheinlichen und bestätigten Fällen).

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
32816

Nukleinsäurenachweis des neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) mittels RT-PCR einschließlich eines Bestätigungstestes bei Reaktivität im Suchtest (Befundmitteilung innerhalb von 24 Stunden nach Materialeinsendung)

Obligater Leistungsinhalt

  • Untersuchung von Material der oberen Atemwege (Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder –Aspirat) und/oder Oropharynx-Abstrich)
    oder
  • Untersuchung von Material der tiefen Atemwege (Bronchoalveoläre Lavage, Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert) und/oder Trachealsekret)

Je Material, bis zu zweimal am Behandlungstag

Die GOP 32816 ist nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig.

Die GOP 32816 kann nur für die vom RKI definierten Risikogruppen erbracht und berechnet werden. Die Falldefinition des RKI ist zu beachten.

59,00

Für die genannten Facharztgruppen ist keine gesonderte Antragstellung für eine Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung von Speziallaborleistungen erforderlich.

Die Finanzierung der Leistung nach der GOP 32816 EBM erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen.

Für die Diagnostik kann der Veranlasser die Kennnummer 32006 EBM angeben.

Symbolnummer (SNR) zur Kennzeichnung der Behandlungsfälle

Behandlungsfälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem 2019-nCoV nachgewiesen wurde, sind einmalig mit der SNR 88240 zu kennzeichnen.

Bitte beachten Sie, dass der Beschluss noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium steht.

Für Deutschland hat das Robert-Koch-Institut (RKI) mit externen Partnern Informationen auf einer Themenseite im Internet veröffentlicht:

Rückwirkende Änderungen zum 01.01.2020

Änderungen für laboratoriumsmedizinisch/zytologisch tätige Ärzte

Rückwirkende Änderungen des EBM mit Wirkung zum 1. Januar 2020 für laboratoriumsmedizinisch/zytologisch tätige Ärzte

Der Bewertungsausschuss (BA) hat folgende rückwirkende Anpassungen/Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) mit Wirkung zum 1. Januar 2020 beschlossen:

Streichung der zweiten Spiegelstriche der obligaten Leistungsinhalte der Gebührenordnungsposition (GOP) 01763 und 01767 EBM.

Aufnahme einer Leistung nach der Gebührenordnungsposition 01769 in den Abschnitt 1.7.3.2.2 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01769 Zuschlag zu den GOP 01763 und 01767 für die Genotypisierung auf HPV-Typ 16 und HPV-Typ 18 bei einem positiven Nachweis von High-Risk-HPV-Typen 153

Durch die Aufnahme der vorgenannten GOP in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in den Präambeln der Fachkapitel und weiteren Bestimmungen und GOP des EBM.

Änderung der Legende der GOP 19456 im Abschnitt 19.4.4 EBM

GOP Leistungsbeschreibung
19456 Nachweis oder Ausschluss einer krankheitsrelevanten oder krankheitsauslösenden genetischen Veränderung menschlicher DNA zur Indikationsstellung einer gezielten medikamentösen Behandlung eines platinsensitiven Rezidivs, eines fortgeschrittenen oder rezidivierten oder progressiven highgrade serösen epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms, die laut Fachinformation obligat ist

Weitere Detailänderungen entnehmen Sie bitte dem Beschluss des BA aus seiner 477. Sitzung unter:

Eine ausführliche Übersicht über alle Änderungen seit dem 01.01.2020 finden Sie finden Sie weiter oben unter den „Schwerpunktthemen“.

Änderungen zum 01.01.2020

Änderungen in der ICD-10-GM

Änderungen in der ICD-10-GM zum 1. Januar 2020

Es erfolgte die Aufnahme einiger weniger neuer ICD-Kodes sowie Klarstellungen und redaktionelle Anpassungen. So wurden unter Anderem neue Kodes für das Zytokinfreisetzungs-Syndrom, zur Differenzierung der altersbedingten Makuladegeneration sowie für die HIV-Präexpositionsphrophylaxe aufgenommen.

Eine Anpassung gab es auch beim Ersatzwert „UUU“, der mit Wirkung vom 01. Januar 2020 seine Gültigkeit verliert (s. Ausgabe 12/2019 Praxisintern, Seite 3).

Eine kostenfreie Bereitstellung der neuen Klassifikationsdateien finden Sie über die Homepage des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI):

TSS-Vermittlung

TSS-Vermittlung: Änderungen der Vergütungsregelungen

Zusatzpauschale für die Durchführung von Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern

Bei Patienten, die über die Terminservicestelle (TSS) vermittelt wurden, können Ärzte ab dem 1. Januar 2020 für Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern eine neue Zusatzpauschale (GOP 01710 EBM) abrechnen.

Diese Anpassung des EBM war erforderlich, weil die Abrechnung der Zusatzpauschalen für die TSS-Vermittlung nach den GOP 03010 und 04010 EBM in Fällen, in denen ausschließlich Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern des Abschnitts 1.7.1 EBM abgerechnet werden, nicht möglich ist, da es sich um Zuschläge zur Versicherten- oder Grundpauschale handelt.

GOP Leistungsinhalt Bewertung
in Punkten

01710

Zusatzpauschale für die Durchführung von Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern aufgrund einer TSS-Vermittlung gemäß Allgemeiner Bestimmung 4.3.10.1,

einmal im Arztgruppenfall.

Die GOP 01710 EBM ist nicht berechnungsfähig, wenn der vermittelte Patient bei der die Früherkennungsuntersuchung durchführenden Arztgruppe derselben Praxis in demselben Quartal bereits behandelt wurde.

Die GOP 01710 EBM ist am Behandlungstag nicht neben einer Versicherten- oder Grundpauschale berechnungsfähig.

Die GOP 01710 EBM ist im Arztgruppenfall nicht neben den
GOP 01322, 01323, 03010, 04010, 05228, 06228, 07228, 08228, 09228, 10228, 11228, 13228, 13298, 13348, 13398, 13498, 13548, 13598, 13648, 13698, 14218, 15228, 16228, 17228, 18228, 20228, 21236, 21237, 22228, 23228, 23229, 24228, 25228, 25229, 25230, 26228, 27228 und 30705 EBM berechnungsfähig.

 

Die Höhe der Bewertung der GOP 01710 EBM ist wie bei den TSS-Zuschlägen abhängig von der Wartezeit auf einen Termin:

  • Termin innerhalb von 8 Tagen: 114 Punkte
  • Termin innerhalb von 9 bis 14 Tagen: 68 Punkte
  • Termin innerhalb von 15 bis 35 Tagen: 45 Punkte

Erster Zähltag ist auch hier der Tag der Kontaktaufnahme des Patienten mit der TSS.

Hinweise zur Abrechnung:

  • Die GOP kann nur in Fällen abgerechnet werden, in denen der Termin über die Terminservicestelle vermittelt wurde und wenn am Behandlungstag ausschließlich Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern des EBM-Abschnitts 1.7.1 durchgeführt werden.
  • Die GOP kann nicht abgerechnet werden, wenn Termine für Laboruntersuchungen oder die Vorsorgeuntersuchung J1 vermittelt wurden.
  • Am selben Behandlungstag dürfen keine kurativen Leistungen durchgeführt und keine Versicherten- oder Grundpauschalen berechnet werden, an anderen Tagen im Quartal hingegen schon (alle Leistungen im Arztgruppenfall werden dann extrabudgetär vergütet).
  • Die GOP ist einmal im Arztgruppenfall berechnungsfähig. Das heißt: Sie ist nicht berechnungsfähig, wenn das Kind in demselben Quartal in derselben Praxis bereits von einem Arzt der Arztgruppe, die die Früherkennungsuntersuchung durchführt, behandelt wurde.
  • Kennzeichnung als TSS-Terminfall und nach Zeitraum ab Kontaktaufnahme mit den Buchstaben B (50 Prozent), C (30 Prozent) und D (20 Prozent).

TSS-Zuschläge auch für ermächtigte Ärzte

Für ermächtige Ärzte, Institute beziehungsweise Krankenhäuser, die ausgewählte Leistungen ambulant durchführen dürfen, werden zwei neue GOP in den EBM aufgenommen: Die GOP 01322 EBM (Zuschlag zur GOP 01320 EBM) und die GOP 01323 EBM (Zuschlag zur GOP 01321 EBM).

Beide GOP sind für Patienten, die über die TSS vermittelt werden, einmal im Arztgruppenfall berechnungsfähig. Die Höhe der Bewertung ist analog zu den anderen TSS-Zuschlägen nach der Länge der Wartezeit auf einen Termin gestaffelt. Ärzte mit einem vollen Ermächtigungsumfang dürfen wie bei den Grundpauschalen nach den GOP 01320 bzw. 01321 EBM anstelle der neuen GOP 01322 und 01323 EBM, die zeitgestaffelten Zuschläge zur Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale des jeweiligen Fachgebietes für Patienten abrechnen, die über die Terminservicestelle vermittelt werden.

GOP Leistungsinhalt Bewertung
in Punkten

01322

Zuschlag zu der GOP 01320 EBM für die Behandlung aufgrund einer TSS Vermittlung gemäß Allgemeiner Bestimmung 4.3.10.1 oder 4.3.10.2,

einmal im Arztgruppenfall

Die GOP 01322 EBM kann durch die zuständige Kassenärztliche Vereinigung zugesetzt werden.

Die GOP 01322 EBM ist im Arztgruppenfall nicht neben der GOP 01710 EBM berechnungsfähig.

 

01323

Zuschlag zu der GOP 01321 EBM für die Behandlung aufgrund einer TSS Vermittlung gemäß Allgemeiner Bestimmung 4.3.10.1 oder 4.3.10.2,

einmal im Arztgruppenfall

Die GOP 01323 EBM kann durch die zuständige Kassenärztliche Vereinigung zugesetzt werden.

Die GOP 01323 EBM ist im Arztgruppenfall nicht neben der GOP 01710 EBM berechnungsfähig.

Biomarkerbasierte Tests beim primären Mammakarzinom

Biomarkerbasierte Tests beim primären Mammakarzinom zum 1. Januar 2020

Bereits am 20.06.2019 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, dass der biomarkerbasierte Test „Oncotype DX Breast Recurrence Score®“ zur Emittlung des Rezidivrisikos bei einer bestimmten Form von frühem Brustkrebs gesetzliche Kassenleistung wird. In seiner 455. Sitzung am 11. Dezember hat der Bewertungsausschuss (BA) hierzu entsprechende Leistungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 01. Januar 2020 gefasst.

Die Vergütung der neuen Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Weiterhin ist zu beachten, dass bislang ausschließlich der vorgenannte biomarkerbasierte Test Teil der vertragsärztlichen Versorgung ist. Der Test kann ausschließlich bei Pat. mit einem primären Hormonrezeptor-positiven, HER2/neu-negativen, nodalnegativen und NICHT metastasierten Mamakarzinom angewendet werden, sofern die Empfehlung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie beim primären Mamakarzinom aufgrund klinischer und pathologischer Kriterien allein nicht eindeutig getroffen werden kann.

Die neuen GOP 08347 und 13507 EBM bilden die ärztliche Aufklärung zum Test sowie die Befundbesprechung ab. Sie sind von Ärzten folgender Fachgruppen berechnungsfähig:

GOP 08347 EBM

  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe
    • mit Schwerpunkt gynäkologische Onkologie oder
    • mit der Zusatzbezeichnung „Medikamentöse Tumortherapie“ oder
    • mit einer Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung.

GOP 13507 EBM

  • Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie.
  • Internisten ohne Schwerpunkt,
    • die über die Zusatzbezeichnung „Medikamentöse Tumortherapie“ verfügen oder
    • mit einer Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung.

Die in-vitro-diagnostischen Leistungen werden in einen neuen Unterabschnitt 19.4.5 „Biomarkerbasierte Testverfahren“ des EBM aufgenommen. Die GOP 19501 EBM bildet die Aufwände des Pathologen ab, das aufwändige Testverfahren mit hohem Sachkostenanteil die GOP 19502 EBM.

Die neuen GOP im Überblick

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in
Punkten/Euro

08347

Erörterung der Besonderheiten des biomarkerbasierten Tests bei Patientinnen mit primärem Mammakarzinom gemäß Nr. 30 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses

  • je vollendete 5 Minuten,
  • höchstens fünfmal im Krankheitsfall

65 Punkte

13507

Erörterung der Besonderheiten des biomarkerbasierten Tests bei Patientinnen mit primärem Mammakarzinom gemäß Nr. 30 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses

  • je vollendete 5 Minuten,
  • höchstens fünfmal im Krankheitsfall

65 Punkte

19501

Aufarbeitung einer Gewebeprobe zur Durchführung eines biomarkerbasierten Tests bei primärem Hormonrezeptorpositivem, HER2/neu-negativem, nodalnegativem und nicht metastasierten Mammakarzinom gemäß Nr. 30 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses

  • einmal im Krankheitsfall

552 Punkte

19502

Biomarkerbasierter Test gemäß Nr. 30 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses

3296,50 Euro

Die molekularbiologische Analyse erfolgt zunächst bei diesem Testverfahren ausschließlich am Firmenstandort des Herstellers in den USA. Aufgrund dieser Besonderheit wurde der BMV-Ärzte konkretisiert (siehe § 25 Abs. 2 Nr. 3).

Nähere Erläuterungen dazu entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 455. Sitzung unter www.institut-ba.de.

Diverse Beschlüsse des Bewertungsausschusses

Diverse Beschlüsse des Bewertungsausschusses zum 1. Januar 2020

Der Bewertungsausschuss (BA) hat zahlreiche Beschlüsse gefasst, die mit Wirkung zum 1. Januar 2020 in Kraft treten.

Nachfolgend die Beschlüsse und die wesentlichen Inhalte daraus im Überblick.

Erweitertes Neugeborenen-Screening gemäß Abschnitt C Kapitel I und II der Kinder-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses

Mit der Änderung der ersten Anmerkung zur Gebührenordnungsposition (GOP) 01707 EBM wird die Durchführung und Abrechnung des Erweiterten Neugeborenen-Screenings, sofern dieses noch nicht im Kinderuntersuchungsheft dokumentiert ist, bis zur U3 ermöglicht.

Optische Kohärenztomographie

Der Bewertungsausschuss hatte mit seinem Beschluss in der 451. Sitzung am 17. September 2019 u. a. die GOP 06338 und 06339 EBM für die Optische Kohärenztomographie (OCT) zur Therapiesteuerung der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) und des Makulaödems im Rahmen der diabetischen Retinopathie (DMÖ) aufgenommen. Mit dem vorliegenden Beschluss werden die GOP 06338 und 06339 EBM jeweils um eine Anmerkung ergänzt. Durch diese ergänzende Regelung ist es möglich, die GOP 06338 und 06339 EBM am Operationstag neben den GOP 31371 bzw. 31372, 31373, 36371 bzw. 36372 und 36373 EBM zur intravitrealen Medikamenteneingabe zu berechnen.

Änderung der Präambel 13.3.2 des EBM: GOP 13360 EBM für alle Schwerpunktinternisten abrechenbar

Gemäß der zweiten Bestimmung des Abschnittes 13.3.2 des EBM sind Fachärzte für Innere Medizin mit der Zusatzweiterbildung „Diabetologie“ oder der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)“ berechtigt, die GOP 13360 EBM zu berechnen.
Durch die gleichzeitige Aufnahme der GOP 13360 EBM in die Nr. 3 der Präambel 13.1 wird klargestellt, dass alle Internisten mit und ohne Schwerpunkt, sofern die entsprechenden Qualifikationen vorliegen, zusätzlich zur Grundpauschale ihres jeweiligen Abschnittes die GOP 13360 EBM berechnen können.

Hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom: Streichung des Anhangs 5 des EBM

Mit Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 426. Sitzung am 18. September 2018 wurden die Leistungen zur hyperbaren Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom mit Wirkung zum 1. Oktober 2018 in einen neuen Abschnitt 30.2.2 des EBM aufgenommen. Bis zum Inkrafttreten der Qualitätssicherungsvereinbarung Hyperbare Sauerstofftherapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V galten die Anforderungen gemäß dem Anhang zum Abschnitt 30.2.2 „Hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom“ des EBM (kurz: Anhang 5 EBM). Da die Vereinbarung zu Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur hyperbaren Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom zum 1. Oktober 2019 in Kraft getreten ist, werden mit dem vorliegenden Beschluss die Vermerke zur Übergangsregelung sowie der Anhang 5 EBM gestrichen.

Aussetzung der Dokumentationsvorgaben Darmkrebsscreening Gebührenordnungspositionen (GOP) 01738, 01741, 13421 EBM

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 5. Dezember 2019 die vorübergehende Aussetzung der Dokumentationsvorgaben zur Programmevaluation des Programms zur Früherkennung von Darmkrebs nach der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) aufgrund bislang fehlender funktionaler Dokumentationssoftware mit Wirkung zum 1. Januar 2020 beschlossen. Zusätzlich werden die bislang bestehenden Vorgaben zur Dokumentation der Früherkennungskoloskopie und zur Übermittlung von Quartalsberichten für den immunologischen Test auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) nach der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) zum 1. Januar 2020 aufgehoben (Aufhebung der Paragraphen §§ 37 bis 41 und der Anlage III der KFE-RL).

Aus diesem Grund wurde der EBM durch den Bewertungsausschuss (BA) angepasst.

Aufnahme jeweils einer neuen Anmerkung zu den GOP 01738, 01741und 13421 EBM.

Die GOP 01738, 01741und 13421 EBM sind bis auf weiteres auch bei fehlender elektronischer Dokumentation gemäß Teil I. E. § 15 der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) berechnungsfähig.

Nähere Erläuterungen dazu entnehmen Sie bitte den Beschlüssen des Bewertungsausschusses zu seiner 455. Und 460. Sitzung unter www.institut-ba.de.

Liposuktion Kassenleistung bei Lipödem im Stadium III

Liposuktion ab 1. Januar 2020 Kassenleistung bei Lipödem im Stadium III

Der Bewertungsausschuss (BA) hat die Methode der Liposuktion bei Lipödem Stadium III in den EBM aufgenommen und in seiner 455. Sitzung am 11. Dezember folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 01. Januar 2020 befristet bis zum 31. Dezember 2024 beschlossen:

In schweren Fällen des Lipödems werden ab Januar 2020 die Kosten für die Fettabsaugung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. KBV und GKV-Spitzenverband haben dazu mehrere neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen und die Vergütung festgelegt.

Die Operation kann ambulant oder belegärztlich durchgeführt und abgerechnet werden. Die Abrechnung erfolgt über verschiedene GOP, die zum 1. Januar 2020 neu in den EBM aufgenommen werden.

Vorerst bis 2024 befristet

Dass die Fettabsaugung bei einem Lipödem im Stadium III als neue Leistung in die vertragsärztliche Versorgung aufgenommen wird, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Sommer beschlossen – und zwar befristet bis zum 31. Dezember 2024. Bis dahin sollen Erkenntnisse aus einer Erprobungsstudie vorliegen, die die Wirkung der Liposuktion in allen Stadien des Lipödems untersuchen wird.

Erkrankung kann zu starken Schmerzen führen

Die Erkrankung betrifft fast ausschließlich Frauen und zeichnet sich durch eine disproportionale Fettgewebsvermehrung zwischen Stamm und Extremitäten aus. Diese Fettverteilungsstörung kann insbesondere im Stadium III zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen. Der Druck- oder Berührungsschmerz geht dabei vom Weichteilgewebe der betroffenen Extremitäten aus. Hände und Füße sind nicht betroffen.

Gerade im Stadium III kann die Erkrankung auch mit einer Adipositas verbunden sein, wodurch Indikationsstellung und Behandlung häufig erschwert werden. Daher muss die operative Fettabsaugung vor allem in solchen Fällen in ein entsprechendes Behandlungskonzept eingebunden werden. Dieses kann zum Beispiel vorsehen, zunächst die Adipositas zu behandeln, bevor es zu einem operativen Eingriff kommt.

Konservative Therapie muss Liposuktion vorausgehen

Durch die als Liposuktion bezeichnete Absaugung des krankhaften Fettgewebes wird zwar – häufig in mehreren Teileingriffen – versucht, eine Verbesserung der Bewegungsfähigkeit und damit eine Linderung der Beschwerden zu erreichen. Grundsätzlich gilt aber, dass ein operatives Fettabsaugen des Lipödems im Stadium III erst dann durchgeführt werden kann, wenn zuvor eine konservative Therapie nicht zur Linderung der Beschwerden geführt hat. Diese muss mindestens sechs Monate lang durchgeführt worden sein und kann zum Beispiel Lymphdrainage, Kompression, Bewegungstherapie umfassen.

Ärzte benötigen Genehmigung

Ärzte, die eine Liposuktion beim Lipödem im Stadium III durchführen wollen, benötigen eine Genehmigung zum ambulanten Operieren gemäß § 135 Absatz 2 SGB V.

Vorgaben zur Qualitätssicherung

Zusätzlich zur Einführung der Methode in die vertragsärztliche Versorgung wurden sektorenübergreifende Vorgaben zur Qualitätssicherung beschlossen (gemäß § 136 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 SGB V). Diese betreffen vor allem die Anforderungen an die Indikationsstellung und an die fachliche Qualifikation der operierenden Ärztinnen und Ärzte. Es ist geplant, diese Richtlinie durch die Festlegung von Mindestanforderungen und geeigneten Nachweisverfahren zu ergänzen. Hierzu wird der G-BA einen weiteren Beschluss fassen.

Übersicht der Operations- und Prozedurenschlüssel (OPS) des Anhang 2 EBM

OPS 2020 Bezeichnung OPS 2020 Kategorie

5-911.17

Absaugen von Fettgewebe (Liposuktion): Oberarm und Ellenbogen

AA6

5-911.18

Absaugen von Fettgewebe (Liposuktion): Unterarm

AA6

5-911.1e

Absaugen von Fettgewebe (Liposuktion): Oberschenkel und Knie

AA7

5-911.1f

Absaugen von Fettgewebe (Liposuktion): Unterschenkel

AA6

Übersicht der neuen GOP:

Ambulante und belegärztliche Operationen an der Körperoberfläche

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
31096
 

36096
 
Liposuktion bei Lipödem im Stadium III gemäß Nr. 32 der Anlage I "Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses, Eingriff der Kategorie AA6 6037
ambulant

3822
belegärztlich
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
31097
 

36097
 
Liposuktion bei Lipödem im Stadium III gemäß Nr. 32 der Anlage I "Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses, Eingriff der Kategorie AA7 6444
ambulant

4118
belegärztlich
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
31098
 

36098
 
Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 31096/36096 bei Simultaneingriffen sowie zur Gebührenordnungsposition 31097/36097
  • Schnitt-Naht-Zeit je weitere vollendete 15 Minuten,
  • Nachweis der Schnitt-Naht-Zeit über das Anästhesieprotokoll oder den OP-Bericht
612
ambulant

377
belegärztlich

Ambulante und belegärztliche Lokalanästhesien durch den Operateur

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
31802
 

36802
 
Tumeszenzlokalanästhesie durch den Operateur
  • Tumeszenzlokalanästhesie der Haut und des subkutanen Fettgewebes,
  • Überwachung und Dokumentation der Vitalparameter,
  • Pulsoxymetrie,
  • EKG-Monitoring,
  • I.v.-Zugang
  • Infusion(en),
  • Verabreichung von Analgetika/Sedativa
2592
ambulant

1619
belegärztlich

Kostenpauschale bei Durchführung der Liposuktion bei Lipödem im Stadium III

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
40165 Entsprechend der bei GOP 31096 oder 31097 für die beim Eingriff eingesetzte(n) Absaugkanüle(n) 72,00

Nähere Erläuterungen entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 455. Sitzung unter www.institut-ba.de.

Neuer Abschnitt 11.4.5 EBM - In-vitro-Diagnostik

Aufnahme eines neuen Abschnittes 11.4.5 in den EBM - In-vitro-Diagnostik hereditärer Veränderungen zur Indikationsstellung einer pharmakologischen Therapie - zum 1. Januar 2020

Lynparza® ist bei positivem Nachweis von BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom, einem platin-sensitiven, fortgeschrittenen oder rezidivierten oder progressiven high-grade epithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem Peritonealkarzinom indiziert.

Zur Feststellung der Anwendungsvoraussetzung ist eine Untersuchung auf BRCA1/2 Mutationen auch außerhalb der bereits im EBM enthaltenen Indikation nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 11440 Hereditäres Mamma- und Ovarialkarzinom (HBOC) erforderlich.
Aus diesem Grund wird der Umfang der vertragsärztlichen Leistungen durch die Aufnahme der GOP 11601 in dem neuen Unterabschnitt 11.4.5 EBM - In-vitro-Diagnostik hereditärer Veränderungen zur Indikationsstellung einer pharmakologischen Therapie - erweitert.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
11601 Nachweis oder Ausschluss von Mutationen in den Genen BRCA1 und BRCA2 in der Keimbahn zur Indikationsstellung einer gezielten medikamentösen Behandlung eines lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinoms, eines platin-sensitiven, eines fortgeschrittenen oder rezidivierten oder progressiven highgrade epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms, die laut Fachinformation obligat ist 20570

Die neue GOP ist nur berechnungsfähig, sofern die Indikationskriterien des hereditären Mamma- und Ovarialkarzinoms nach der GOP 11440 EBM gemäß der Qualitätssicherungs-Vereinbarung Molekulargenetik nicht erfüllt sind oder wenn die Untersuchung auf eine bekannte konstitutionelle Mutation in den Genen BRCA1 und/oder BRCA2 nach der GOP 11518 diese Mutation nicht bestätigt.

Die GOP 11601 EBM ist im Krankheitsfall nicht neben den GOP 11302, 11440 und 19456 EBM berechnungsfähig.

Die Vergütung der Leistungen nach der GOP 11601 EBM erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen.

Ebenfalls angepasst wurde die Legende der GOP 19456 im Abschnitt 19.4.4. des EBM:

GOP Leistungsbeschreibung
19456 Nachweis oder Ausschluss einer krankheitsrelevanten oder krankheitsauslösenden genetischen Veränderung menschlicher DNA zur Indikationsstellung einer gezielten medikamentösen Behandlung eines platin-sensitiven Rezidivs, eines fortgeschrittenen oder rezidivierten oder progressiven high-grade serösen epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms, die laut Fachinformation obligat ist

Nähere Erläuterungen dazu entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 455. Sitzung unter www.institut-ba.de.

Anpassung der Onkologie-Vereinbarung

Anpassung der Onkologie-Vereinbarung zum 1. Januar 2020
Ausschluss Kostenpauschale 86520 gegen 86518

Die Onkologie-Vereinbarung (Anlage 7 Bundesmantelvertrag für Ärzte) wurde zum 1. Januar 2020 angepasst. Es gibt u. a. Änderungen bei der Abrechnung der Kostenpauschalen zur oralen Tumortherapie und Palliativversorgung. Weiterhin wurden Begriffe geändert und klargestellt:

  • Ärzte, die über eine Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung verfügen, können bei einem Patienten im Behandlungsfall entweder nur die Kostenpauschale 86518 (Palliativversorgung – Zuschlag zu den Kostenpauschalen 86510 und 86512) oder die Kostenpauschale 86520 (orale Tumortherapie – Zuschlag zu den Kostenpauschalen 86510 und 86512) abrechnen. Die Abrechnung beider Pauschalen im selben Behandlungsfall ist ausgeschlossen.
  • In der gesamten Onkologie-Vereinbarung wurde der Begriff „zytostatische Tumortherapie“ durch „medikamentöse Tumortherapie“ ersetzt. Die Definition wurde in Paragraf 4 der Onkologie-Vereinbarung aufgenommen.
    Ärzte können Therapien mit ausschließlich hormonell beziehungsweise antihormonell wirksamen Medikamenten (ATC-Klasse L02-Endokrine Therapie) nicht über die Kostenpauschalen aus der Onkologie-Vereinbarung abrechnen. Sie zählen nicht zur medikamentösen Tumortherapie.
  • Der Wortlaut „intravenös und/oder intraarteriell“ wurde in „intravasal“ geändert und damit vereinheitlicht. Mit „intravasal“ ist ebenso „intravenös“ wie „intraarteriell“ gemeint.
  • In der Onkologie-Vereinbarung wurden die Facharztbezeichnungen für die Hämatologen/Onkologen an die aktuelle Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer angepasst. Die neue Bezeichnung lautet: Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie. Die Onkologie-Vereinbarung beinhaltet eine Regelung zum Bestandsschutz der bisherigen Bezeichnungen.
  • Weitere Details hierzu entnehmen Sie bitte der aktualisierten Onkologie-Vereinbarung.

Gynäkologie: Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs zum 1. Januar 2020

Zum Start des organisierten Programms für die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs am 1. Januar 2020 werden im EBM mehrere neue Leistungen aufgenommen. Darauf haben sich KBV und GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss (BA) geeinigt. Damit steht nun auch die Höhe der Vergütung fest.

Es geht um das Primärscreening und die Abklärungsdiagnostik zum Zervixkarzinom, die ab dem kommenden Jahr nach der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) durchgeführt werden. Diese sieht für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren wie bisher neben der jährlichen klinischen Untersuchung eine jährliche zytologische Diagnostik vor. Kommt es zu auffälligen Befunden, können Frauen ab 30 Jahren einen HPV-Test zur Abklärung in Anspruch nehmen, bei dem untersucht wird, ob der Gebärmutterhals mit HP-Viren infiziert ist.

Neu für Versicherte ab dem 35. Lebensjahr ist, dass sie alle drei Jahre Anspruch auf einen kombinierten Test (Ko-Test: Zytologie + HPV-Test) haben. Diesen Test können ab Jahresbeginn auch die Frauen machen lassen, die 2019 oder 2018 nach den Vorgaben der bisherigen Richtlinie untersucht wurden. Der Ko-Test bietet mehr Sicherheit als der vorherige alleinige Abstrich. In den zwei Jahren zwischen dem Ko-Test besteht zukünftig nur der Anspruch auf eine klinische gynäkologische Untersuchung.

Die Krankenkassen werden ab dem 1. Januar 2020 sukzessive Einladungen an anspruchsberechtige Frauen versenden. Diese dienen lediglich dazu, an die Untersuchung zu erinnern. Für die Untersuchung selbst wird die Einladung nicht benötigt.

Elektronische Dokumentation zunächst ausgesetzt

Da es nicht allen Softwareanbietern gelingen wird, zum 01.01.2020 ausreichend funktionale Dokumentationssoftwarelösungen anzubieten, hat der G-BA am 05.12.2019 beschlossen, die Dokumentationsverpflichtungen nach der oKFE-RL für dieses Programm zunächst auszusetzen. Das Ende dieser Aussetzung bleibt einer gesonderten Beschlussfassung vorbehalten, die spätestens drei Monate vor dem darin festgelegten Zeitpunkt im Bundesanzeiger veröffentlicht werden muss.

Aufgrund dieser Aussetzung sind die nachfolgenden GOP bis auf weiteres auch bei fehlender elektronischer Dokumentation gemäß der oKFE-RL berechnungsfähig.

Drei neue Leistungen für das Primärscreening

Ab Januar 2020 wird für die gynäkologische Untersuchung und Abstrichentnahme im Rahmen des Primärscreenings die Gebührenordnungsposition (GOP) 01761 EBM abgerechnet.
Zwei weitere neue GOP gibt es für die Untersuchung der Abstriche im Primärscreening: Die GOP 01762 für die zytologische Untersuchung (Die Durchführung und Berechnung dieser Leistung setzt eine Genehmigung nach der QS-Vereinbarung Zytologie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraus) und die GOP 01763 für den HPV-Test. Letztere enthält den Nachweis der High-Risk-HPV-Typen sowie bei positivem Befund die Genotypisierung auf die besonders cancerogenen Typen 16 und 18.

Die ärztliche Leistung bei Durchführung des HPV-Testes wird über die geänderten OP 01700 oder 01701 vergütet.

Nicht Teil des Programms: GOP 01760

Für gynäkologische Untersuchungen ohne Abstrich, die Ärzte zwischen dem dreijährigen Untersuchungsintervall einmal jährlich (nach der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie und außerhalb des Programms) durchführen können, wird die GOP 01760 in den EBM aufgenommen. Die bisherige GOP 01730 für die Krebs-Früherkennungsuntersuchung bei Frauen entfällt.

Neue Leistungen zur Abklärungsdiagnostik

Zur Abklärung auffälliger Befunde aus dem Primärscreening wird für die Abklärungsdiagnostik mit Abstrichentnahme die GOP 01764 in den EBM aufgenommen. Die Entnahmematerialien werden der gynäkologischen Praxis vom zytologischen Labor zur Verfügung gestellt.

Die Abklärungskolposkopie nach der neuen GOP 01765 dürfen nur Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe durchführen und abrechnen, die über eine Genehmigung nach der entsprechenden QS-Vereinbarung gemäß § 135 Abs. 2 SGB V verfügen.

Im Zusammenhang mit der Abklärungsdiagnostik werden für die zytologische Untersuchung die GOP 01766 (Die Durchführung und Berechnung dieser Leistung setzt eine Genehmigung nach der QS-Vereinbarung Zytologie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraus), für den HPV-Test die GOP 01767 und für die histologische Untersuchung die GOP 01768 in den EBM aufgenommen.

Extrabudgetäre Vergütung

Sämtliche Leistungen zur Früherkennung eines Zervixkarzinoms und zur Abklärung auffälliger Befunde werden extrabudgetär vergütet.

Angepasstes Muster 39

Unbenommen der Aussetzung der Dokumentationspflichten nach der oKFE-RL löst ab dem 01.01.2020 ein überarbeitetes Muster 39 die bislang geltende Version ab. Wie bisher erfolgt der Auftrag des Gynäkologen an den Zytologen über dieses Muster, der Überweisungsschein zur präventiven zytologischen Untersuchung entfällt. Neue Dokumentationsinhalte sind nunmehr Informationen zum HPV-Test (Testergebnis, verwendeter Test, Virustyp) und zur HPV-Impfung. Die bisher üblichen Angaben zur rektalen Untersuchung und zum Blutdruck entfallen jedoch. Durch die Angleichung von Parametern soll eine Doppeldokumentation zur zytologischen Untersuchung vermieden werden, da die Daten sowohl für die Beauftragung (Muster 39) als auch für die spätere Programmevaluation gemäß oKFE-RL genutzt werden.

Die Besonderheit der Veranlassung und Abrechnung der HPV-Teste nach Abschnitt 1.7.3.2 EBM über das neue Muster 39 wurde bereits in den Bundesmantelvertrag-Ärzte aufgenommen.

Die Versicherteninformation zum Gebärmutterhalskrebs (Anlage VI a und b der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)) können Sie bei der KVWL im Formularservice bestellen.

Die neuen GOP im Überblick

GOP Beschreibung Bewertung
Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust und des Genitales gemäß der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie
01760 Klinische Untersuchung 159 Punkte
Primärscreening zur Früherkennung des Zervixkarzinoms gemäß der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme
01761 Klinische Untersuchung 179 Punkte
01762 Zytologische Untersuchung 81 Punkte
01763 HPV-Test 171 Punkte
Abklärungsdiagnostik zur Früherkennung des Zervixkarzinoms gemäß der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme
01764 Abklärungsdiagnostik mit Abstrichentnahme 67 Punkte
01765 Abklärungskolposkopie zur Abklärung auffälliger Befunde 658 Punkte
01766 Zytologische Untersuchung 288 Punkte
01767 HPV-Test 171 Punkte
01768 Histologische Untersuchung 248 Punkte

EBM Folgeänderungen zusammengefasst

Durch die oben genannten EBM Änderungen wurden weitere EBM Anpassungen erforderlich.

Die Bezeichnung der Entnahmeorte in den Leistungsinhalten nach den GOP 01825 für die Entnahme von Zellmaterial und der GOP 01826 für die zytologische Untersuchung wurde an den Richtlinientext zur Empfängnisregelung angeglichen.

Wie auch für die zytologischen Leistungen des Abschnitts 1.7.3.2 erfolgte auch für die entsprechenden zytologischen Leistungen in den Abschnitten 1.7.5 und 19.3 EBM die Zuordnung der Kosten für die Entnahmematerialien zur jeweiligen zytologischen Leistung. Die Entnahmematerialien sind zur Sicherung der Qualität auf die nachfolgenden in-vitro-diagnostischen Verfahren abzustimmen und von Zytologen, Pathologen oder dem Laborarzt zu verantworten und deswegen regelhaft bereitzustellen.

Als Folge der Anpassungen in den präventiven Leistungen zur Zervix-Zytologie wird die kurative GOP 19311 Urin- und Zervix-Zytologie gestrichen und die Leistungen getrennt als GOP 19318 Zervix-Zytologie und als GOP 19319 Urin-Zytologie weitergeführt.
Die kurativen GOP 32819 und 32820 zum Nachweis der High-Risk-Humanen-Papillom-Viren wurden mit dem vorliegenden Beschluss zusammengeführt und die Formulierung dem präventiven HPV-Nachweis angepasst. Die GOP 32820 wird gestrichen.

Aufgrund der erfolgten Anpassungen der Früherkennung von Krebserkrankungen bei Frauen entfallen die Leistungen nach der GOP 01730 und 01733 im Abschnitt 1.7.2.

Nähere Erläuterungen dazu entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 455. Sitzung unter www.institut-ba.de und den Richtlinien für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) unter www.g-ba.de/richtlinien.

Gynäkologie: Anpassung Muster 39 für zytologische Untersuchungen ab 01.01.2020 – Dokumentationsverpflichtung ausgesetzt

Aufgrund der Neustrukturierung des Programms zur Früherkennung des Zervixkarzinoms wurde eine inhaltliche Überarbeitung des Musters 39 für die Kommunikation zwischen Gynäkologen und Zytologen erforderlich. Das aktuelle Muster wird zum 01.01.2020 abgelöst. Angaben zur rektalen Untersuchung und zum Blutdruck entfallen, dafür wurde eine Ergänzung hinsichtlich Informationen zur Testung auf HPV (Humane Papillomviren) und zur HPV-Impfung vorgenommen. Diese neuen Parameter enthalten neben dem Testergebnis und Informationen zum Virustyp auch Angaben zum verwendeten Test (Schwellenwert, Pharmazentralnummer).

Ab Januar 2020 sollten auch neue Vorgaben für die Dokumentation gelten. Doch diese ruhen nun vorerst, da es nicht allen Softwareanbietern gelingen wird, zum Starttermin des Programms die nötige Dokumentationssoftware anzubieten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat daher entschieden, die vorgesehene Dokumentationsverpflichtung für die Vertragsärzte so lange auszusetzen, bis eine flächendeckende Implementierung der Software in die Praxisverwaltungssysteme möglich ist. Ergebnisse der Früherkennungsuntersuchungen und der Abklärungsdiagnostik von den beteiligten Vertragsärzten müssen frühestens zum 4. Quartal 2020 elektronisch dokumentiert und übermittelt werden. Die bislang bestehenden Verpflichtungen zur Dokumentation der Früherkennungskoloskopie und zur Übermittlung von Quartalsberichten für den immunologischen Test auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) nach der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) zum 1. Januar 2020 sind aufgehoben.

Neben den gedruckten Formularen und der Möglichkeit der Blankoformularbedruckung wird Ihnen zukünftig von Ihrem Softwareanbieter auch eine digitale Version des Musters 39 zur Verfügung gestellt. Ein genaues Datum hierfür ist bisher nicht bekannt.

Ab 01.01.2020 ist die Verwendung des Ersatzwertes „UUU“ nicht mehr möglich

Zum 01.01.2020 wird die Verwendungsmöglichkeit des bisherigen Ersatzwertes „UUU“ (Definition: „Angabe einer ICD-10-GM-Schlüsselnummer nicht erforderlich“) als Kodierung aufgehoben.

Gemäß der Neuregelung von § 57a Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) muss mindestens anstelle des Ersatzwertes „UUU“ der ICD-10-Kode „Z01.7 Laboruntersuchung“ mit dem Zusatzkennzeichen „G“ („gesichert“) angegeben werden. Dies betrifft insbesondere folgende Konstellationen:

  1. Für Arztfälle in einer Arztpraxis, in denen in-vitro-diagnostische Untersuchungen der Abschnitte 11.4, 19.3, 19.4, 32.2, 32.3 EBM oder entsprechende Untersuchungen im Abschnitt 1.7 oder 8.5 des EBM ohne unmittelbaren Arzt-Patienten-Kontakt durchgeführt werden, es sei denn, im EBM sind für die Abrechnung der Gebührenordnungspositionen speziellere Regelungen getroffen.
  2. Fallunabhängig für Fachärzte für Pathologie, Fachärzte für Neuropathologie, Fachärzte für Laboratoriumsmedizin sowie Fachärzte für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie.

Die bisherige Anerkennung der Verwendung des Ersatzwertes „UUU“ für andere Fachgruppen entfällt hiermit ebenfalls.
Das bedeutet, dass zum Beispiel Fachärzte für Radiologie oder auch Nuklearmedizin bzw. andere Fachgruppen, die ausschließlich Zielaufträge zu radiologischen oder nuklearmedizinischen Leistungen bzw. zur Befundung von dokumentieren Untersuchungsergebnissen erhalten, diese Behandlungsfälle zukünftig nur unter Angabe eines gültigen ICD-10-Kode abrechnen können. Hierzu können die im Auftrag dokumentierten Angaben als Basis für die Verschlüsselung genutzt werden.
Gemäß § 24 (7) BMV-Ä soll der überweisende Vertragsarzt grundsätzlich die Diagnose, Verdachtsdiagnose oder Befunde mitteilen.

Anpassung des Orientierungspunktwertes zum 1. Januar 2020

Mit Wirkung zum 1. Januar 2020 beträgt der bundeseinheitliche Punktwert als Orientierungswert 10,9871 Cent. Für das Jahr 2019 betrug der Punktwert 10,8226 Cent.

Diese Änderung wirkt sich auf die regionale Gebührenordnung aus und erhöht die Preise der Leistungen aus dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab.

Gemäß § 87 Abs. 2 e Sozialgesetzbuch V (SGB V) hat der Bewertungsausschuss den bundeseinheitlichen Punktwert als Orientierungswert in Euro zur Vergütung der vertragsärztlichen Leistungen festgelegt.


Übersicht der bisherigen EBM-Änderungen

Änderungen in 2019

Änderungen zum 01.10.2019

Aufnahme der Beobachtung und Betreuung eines Patienten unter Gabe von Velmanase alfa

Der Bewertungsausschuss (BA) hat rückwirkend zum 1. Oktober 2019 den Abschnitt 1.5 „Ambulante praxisklinische Betreuung und Nachsorge“ des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) um die Beobachtung und Betreuung von Patienten unter Gabe von Velmanase alfa ergänzt:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten

01514

Zusatzpauschale für die Beobachtung und Betreuung eines Kranken bei der Gabe von Velmanase alfa

Obligater Leistungsinhalt

  • Beobachtung und Betreuung eines Kranken unter parenteraler intravasaler Behandlung mit Velmanase alfa,
  • Dauer mehr als 2 Stunden

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Infusion(-en)

502

Die Berechnung der GOP 01514 EBM setzt die Angabe des Körpergewichts des Patienten und bei einem Körpergewicht unter 50 Kg der Infusions- und Überwachungsdauer voraus. Die GOP 01514 EBM ist nicht neben den GOP 01510 bis 01512, 01516, 01520, 01521, 01530, 01531, 01857, 01910, 01911, 02100, 02101, 04564 bis 04566, 04572, 04573, 13610 bis 13612, 13620 bis 13622, 30708, 32247 und 34503 bis 34505 EBM und nicht neben den Gebührenordnungspositionen des Abschnitts 31.5.3 sowie den Gebührenordnungspositionen des Kapitels 5 berechnungsfähig.

Die GOP 01514 EBM ist für Pädiater, Internisten und Neurologen berechnungsfähig und wurde in die entsprechenden Präambeln 4.1, Nr. 5, 13.1 Nr. 6 und 16.1 Nr. 3 aufgenommen. Die Vergütung erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Die sich aus den vorgenannten Änderungen ergebenden Abrechnungsausschlüsse und weitere Detailänderungen zur Anpassung der GOP 01514 EBM entnehmen Sie dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 454. Sitzung unter www.g-ba.de.

Mammographie-Screening-Punktwerterhöhung

Mit dem Beschluss des Gemeinsamen Bewertungsausschusses in der 451. Sitzung am 17. September 2019 wurde die Bewertung der Röntgenuntersuchung beider Mammae in zwei Ebenen im Rahmen des Programms zur Früherkennung von Brustkrebs (Mammographie-Screening) nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 01750 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) ab dem 01.10.2019 um fünf Punkte erhöht.

GOP Bewertung bis 30.09.2019 Bewertung ab 01.10.2019
01750 553 558

Soziotherapie - Erweiterung verordnungsfähiger Arztgruppen

Der Gemeinsame Bewertungsausschuss hat in der 451. Sitzung am 17. September 2019 den Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) angepasst und beschlossen weiteren Fachgruppen die Abrechnung der Gebührenordnungspositionen (GOP) 30810 (Erstverordnung Soziotherapie) und GOP 30811 (Folgeverordnung Soziotherapie) EBM zu ermöglichen. Zum 1.Oktober erfolgte die Aufnahme einer neuen Nummer 4 in die Präambel des Abschnittes 23.1. Damit können ärztliche Psychotherapeuten, die einer Fachgruppe gemäß der ersten Bestimmung zum Abschnitt 30.8 angehören, die Verordnungsleistungen zur Soziotherapie abrechnen.

Einigung zur Anpassung der Videosprechstunde

Einigung zur Anpassung der Videosprechstunde im Einheitlichen Bewertungsmaßstab

Ärzte fast aller Fachgruppen, sowie Psychotherapeuten und ermächtigte Ärzte können Videosprechstunden gemäß Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag Ärzte (BMV-Ä) durchführen und abrechnen.

Ausgenommen sind: Laborärzte, Nuklearmediziner, Pathologen und Radiologen.

Bis auf wenige Ausnahmen kann die jeweilige Versicherten-, oder Grundpauschale, oder die Konsiliarpauschale nach der GOP 25214 EBM bereits beim ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde angesetzt werden. Auch Gesprächsleistungen können per Videosprechstunde abgerechnet werden. Neu in den EBM aufgenommen wurde die Videofallkonferenz mit der Pflegekraft, der Zuschlag für die Authentifizierung neuer Patienten und die Anschubfinanzierung für Ärzte und Psychotherapeuten.

Integration der Videosprechstunde in die Vergütungssystematik der Versicherten-, Grund, - und Konsiliarpauschalen

  • Ärzte und Psychotherapeuten rechnen auch beim ersten Arzt-Patientenkontakt im Rahmen der Videosprechstunde die jeweilige Versicherten-, oder Grundpauschale ab
  • Ausgenommen sind die GOP 03030, 04030, 12220 und 12225 EBM
  • Die Konsiliarpauschale nach strahlentherapeutischer Behandlung GOP 25214 EBM ist ebenfalls beim ersten Arzt-Patientenkontakt im Rahmen einer Videosprechstunde abrechnungsfähig. (bisher über die GOP 01439 EBM).
  • Kennzeichnung: Die Abrechnung ist mit der Symbolnummer (SNR) 88220 zu kennzeichnen, wenn der Kontakt mit dem Patient in einem Quartal ausschließlich im Rahmen der Videosprechstunde stattfindet. Die Anzahl dieser Behandlungsfälle ist auf 20 Prozent aller Behandlungsfälle des Vertragsarztes/Psychotherapeuten beschränkt.

Zuschläge

Bei Erfüllung der Voraussetzungen im Rahmen der Videosprechstunde werden die Zuschläge (GOP 03040, 04040, 03060, 03061, 06225, 13294, 13296 13344, 13346, 13394,13396, 13494, 13496, 13543, 13544, 13594, 13596, 13644, 13646,13694, 13696, 35571 EBM) zu den Grund- und Versichertenpauschalen automatisch von der KVWL berücksichtigt. Die KVWL plant den neuen Zuschlag nach der GOP 35591 zur Kurzzeittherapie automatisiert zuzusetzen. Wir bitten Sie jedoch im Quartal 2/2020 den Zuschlag nach der GOP 35591 in Ihrer Abrechnung selbst einzutragen.

Abschläge – bei nicht erscheinen des Patienten in der Praxis, im selben Quartal:

  • Kommt der Patient in einem Quartal nicht mehr persönlich in die Praxis und bleibt es somit bei dem Kontakt in der Videosprechstunde, wird durch die KV ein fachgruppenspezifischer, prozentualer Abschlag auf die jeweilige Pauschale/den jeweiligen Zuschlag vorgenommen, näheres siehe Tabelle.
Abschlagshöhe bei ausschließlichem Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen der Videosprechstunde im Behandlungsfall
Gruppe 1:
Abschlag von 20 %
Gruppe 2:
Abschlag von 25 %
Gruppe 3:
Abschlag von 30 %
  • Hausärzte
  • Kinder- und Jugendmedizin
  • Neurologie/Neurochirurgie
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie
  • Psychosomatik/Psychotherapie/Psychiatrie
  • Schmerztherapie
  • Strahlentherapie* (nur GOP 25214)
  • Ermächtigte Ärzte
  • Innere Medizin
  • Gynäkologie
  • Chirurgie
  • Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
  • Humangenetik
  • Dermatologie
  • Orthopädie
  • Urologie
  • Physikalische und Rehabilitative Medizin
  • Anästhesie
  • Augenheilkunde
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde/Phoniatrie
* Die strahlentherapeutischen Konsiliarpauschalen nach den GOP 25210 und 25211 des EBM bleiben weiterhin nur im persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt berechnungsfähig.

TSS Zuschläge

Die prozentualen Zuschläge für Termine, die über die Terminservicestellen (TSS) vermittelt wurden, sind auch berechnungsfähig, wenn diese Termine ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde durchgeführt werden. Die prozentuale Zuschlagshöhe bleibt hierbei unverändert (20, 30 oder 50 Prozent). Sie wird jedoch bei einer Videosprechstunde auf Basis der um die Abschläge reduzierten Versicherten- oder Grundpauschale berechnet.

Notfallpauschalen und nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa)

Die Notfallpauschalen und Notfallkonsultationspauschalen (GOP 01205-01218 EBM) wurden vom Bewertungsausschuss zum 01.10.2019 noch nicht angepasst. Die Videosprechstunde ist im Bereitschaftsdienst entsprechend nicht berechnungsfähig. Die Kommunikation über einen Videodienst zwischen Vertragsarzt und nichtärztlichen Praxisassistenten (NäPa) bei einem durchgeführten Hausbesuch ist ebenfalls nicht im EBM abgebildet und somit nicht gesondert vergütungsfähig.

Videosprechstunde in der Psychotherapie

Bestimmte Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie und des Abschnittes 30.11 können per Videosprechstunde erbracht und abgerechnet werden, sofern das psychotherapeutische Berufsrecht und die Psychotherapie-Vereinbarung keinen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt vorgeben. Voraussetzung für psychotherapeutische Leistungen per Video ist, dass zuvor ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen der Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung erfolgt ist. Zur Abrechnung ist die jeweilige Symbolnummer (s. Übersicht) statt der GOP des EBM zu verwenden.

Gesprächsleistungen

Die GOP 03230, 04230, 04355, 04430, 14220, 14222, 16220, 21216, 21220, 22220, 22221, 23220 und 30708 EBM sind ebenfalls per Videosprechstunde zugelassen, hierzu werden die entsprechenden Anmerkungen ergänzt. Zur Abrechnung ist die jeweilige Symbolnummer (s. Übersicht) statt der GOP des EBM zu verwenden.

Obergrenze

Maximal 20 Prozent er jeweiligen Leistungen (GOP) im Quartal dürfen je Vertragsarzt per Videosprechstunde erfolgen, für den Rest ist ein persönlicher Kontakt erforderlich.

Chronikerpauschale

Im Rahmen einer Videosprechstunde sind die Chronikerpauschalen nicht berechnungsfähig. Im Quartal der Abrechnung der GOP 03220 bzw. 04220 EBM ist weiterhin ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt erforderlich, gleiches gilt für den Ansatz der GOP 03221 bzw. 04221 EBM hierfür ist ein zweiter persönliche Kontakte im Quartal erforderlich.
Videosprechstunden werden allerdings für die kontinuierliche Behandlung mitgezählt. Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte erhalten den Zuschlag (GOP 03220/04220 EBM) auch dann, wenn von den zwei erforderlichen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakten innerhalb der letzten vier Quartale einer per Video stattgefunden hat.

Videofallkonferenz mit der Pflegekraft

Mit der GOP 01442 EBM kann nun die Videofallkonferenz zwischen der Pflegekraft eines chronisch pflegebedürftigen Patienten und dem Arzt, der die diagnostischen, therapeutischen, rehabilitativen und/oder pflegerischen Maßnahmen des Patienten koordiniert und durchführt, abgerechnet werden. Das gilt für Pflegekräfte in Pflegeheimen oder mit der Pflegefachkraft in häuslichen Bereich oder in beschützenden Einrichtungen.

Die GOP 01442 EBM (Bewertung 64 Punkte / 6,93 Euro):

  • Ist maximal dreimal im Krankheitsfall berechnungsfähig.
  • Ist nur berechnungsfähig, wenn im aktuellen oder den zwei unmittelbar vorausgegangenen Quartalen ein persönlicher Arzt- Patienten Kontakt in derselben Arztpraxis stattgefunden hat.
  • Ist nicht neben den GOP 01758, 30210, 30706, 30948, 37120, 37320 und 37400 EBM berechnungsfähig.

Weitere Fallkonferenzen und Fallbesprechungen sind als Videokonferenz durchführbar:

  • GOP 30210 EBM: Hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom,
  • GOP 30706 EBM: Schmerztherapie,
  • GOP 30948 EBM: MRSA-Fall- und/oder regionale Netzwerkkonferenz,
  • GOP 37400 EBM: Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase.

Technikzuschlag / Förderzuschlag – GOP 01450 EBM

Der Technikzuschlag ist, erweitert um die Grundpauschale der Humangenetiker jetzt neben den Versichertenpauschalen (GOP 03000/04000 EBM) und zu den Grundpauschalen der Kapitel 5 bis 11,13 bis 16,18, 20 bis 23, 26 und 27 berechnungsfähig, sodass die Kosten für den Videodienst abgedeckt werden können. Die Abrechnung der GOP 01450 EBM wird je Quartal auf ein Punktzahlvolumen von maximal 1.899 Punkte je Vertragsarzt begrenzt.

Die GOP 01450 EBM (Bewertung 40 Punkte/ 4,33 Euro):

  • Ist nur vom Arzt/Psychotherapeuten, der die Videofallkonferenz initiiert, berechnungsfähig. Dabei gilt ein Höchstwert von 40 Punkten je Arzt/Psychotherapeut und je Videofallkonferenz.
  • Die GOP 01450 EBM hat einen Höchstwert von 40 Punkten je Gruppenbehandlung nach den GOP 35112 und 35113 EBM, aus dem alle gemäß der GOP 01450 EBM durchgeführten Leistungen je Gruppenbehandlung zu vergüten sind.
  • Ist als Zuschlag auch im Zusammenhang zu den GOP 01320, 01321, 01442, 25214, 30210, 30700,30706, 30932, 30948, 35110 bis 35113, 35141, 35142, 35401, 35402, 35405, 35411, 35412, 35415, 35421, 35422, 35425, 35600, 35601, 37120, 37320 und 37400 des EBM für die Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde oder für einer Videofallkonferenz berechnungsfähig.
  • Kann als Zuschlag in Zusammenhang mit den GOP 30210, 30706, 30948, 37120 und, 37320 und 37400 EBM nur dann berechnet werden, wenn die Fallkonferenz bzw. Fallbesprechung als Videofallkonferenz durchgeführt wird.

Authentifizierung unbekannter Patienten - GOP 01444 EBM

Um einen „unbekannten“ Patienten im Rahmen der Videosprechstunde zu authentifizieren, kann die neue GOP 01444 EBM als Zuschlag zu den Versicherten- und Grundpauschalen und zur Konsiliarpauschale nach der GOP 25214 EBM abgerechnet werden, da die erforderlichen Stammdaten nicht über die elektronische Gesundheitskarte automatisiert erfasst werden können. Als „unbekannt“ gilt im Rahmen dieser Regelungen ein Patient, der nicht im laufenden Quartal oder im Vorquartal in der Praxis behandelt wurde bzw. bisher nicht Patient der Praxis war.

Die GOP 01444 EBM (Bewertung: 10 Punkte / 1,08 Euro):

  • Ist einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig.
  • Kann als Zuschlag zu den Versicherten- und Grundpauschalen der Kapitel 3 bis 11, 13 bis 16, 18, 20 bis 23, 26 und 27 des EBM und zu den GOP 01320, 01321, 25214 und 37000 EBM abgerechnet werden.
  • Wird extrabudgetär vergütet und zeitlich befristet bis zum 30. September 2021 in den EBM aufgenommen. Anschließend sollen neue technische Verfahren den Zusatzaufwand zur Authentifizierung in der Praxis obsolet machen.

Anschubfinanzierung

Zusätzlich erhalten Vertragsärzte die Videosprechstunde durchführen für zwei Jahre eine Förderung je Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde mit der GOP 01451 EBM für bis zu 50 Kontakte im Quartal insgesamt bis zu 500,00 Euro.

Die GOP 01451 EBM (Bewertung 92 Punkte / 9,95 Euro):

  • Beinhaltet die Voraussetzung, dass die Praxis mindestens 15 Videosprechstunden im Quartal durchführt.
  • Der Zuschlag wird automatisch durch die Kassenärztliche Vereinigung zugesetzt.

Übersicht zu den Leistungen der Videosprechstunde

Die folgende Übersicht informiert über die Leistungen, die im Rahmen der Videosprechstunde zur Abrechnung gebracht werden können:

Neue Leistungen - Optische Kohärenztherapie (OCT)

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2019 sind vom Gemeinsamen Bewertungsausschuss in der 451. Sitzung am 17. September 2019 zwei neue Leistungen für die Optische Kohärenztomographie (OCT) zur Diagnostik der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) und des Makulaödems im Rahmen der diabetischen Retinopathie (DMÖ) mit den Gebührenordnungspositionen (GOP) 06336 und 06337 in den Abschnitt 6.3 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) aufgenommen worden. Die neuen GOP 06336 und 06337 EBM, jeweils für das rechte und das linke Auge, sind einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig und mit je 399 Punkten bewertet.

Für die Durchführung der OCT zur Therapiesteuerung sind bei den oben genannten Indikationen zusätzlich die GOP 06338 und 06339 in den Abschnitt 6.3 des EBM aufgenommen worden. Die GOP 06338 und 06339 EBM sind neben den bereits im EBM bestehenden Begleitleistungen (GOP 06334 und 06335 EBM) der intravitrealen Medikamenteneingabe (IVM) bis zu 6-mal im Krankheitsfall berechnungsfähig und mit je 399 Punkte bewertet.

Das Datum der letzten IVM ist bei der Abrechnung anzugeben, da die Leistungen im Zeitraum von 3 Wochen nach der IVM nicht berechnet werden können. Des Weiteren sind die GOP 06338 und 06339 EBM innerhalb von 26 Tagen nur einmal abrechnungsfähig. In diesem Zusammenhang wurden auch die Abrechnungsbestimmungen der GOP 06334 und 06335 EBM angepasst. Die Finanzierung der neuen Leistungen erfolgt zunächst extrabudgetär.

Bitte beachten Sie:

Sämtliche Verträge zur intravitrealen operativen Medikamentenapplikation (IVOM) gelten unverändert fort. Die Leistungserbringung der OCT (Eingangs-/Verlaufsdiagnostik) erfolgt - wie bisher - über den jeweiligen IVOM-Vertrag. Die Leistungserbringung der OCT nach EBM (nAMD und DMÖ) erfolgt somit nur für Patienten der Krankenkassen, die keinen IVOM-Vertrag abgeschlossen haben bzw. an keinem IVOM-Vertrag teilnehmen.

Eine Abrechnung von patientenbezogenen Leistungen nach IVOM-Vertrag und EBM ist ausgeschlossen.

Änderung der Zuzahlungsbeträge für Heilmittel

Die Zuzahlungen von Patienten bei Abgabe von Heilmitteln in Arztpraxen haben sich rückwirkend zum 1. Juli 2019 geändert. Gemäß § 32 Abs. 2 Satz 1 SGB V besteht die Verpflichtung, eine Zuzahlung bei Heilmittelabgabe zu erheben. Die geänderten Zuzahlungsbeträge werden von der KVWL zum 1. Oktober 2019 umgesetzt und gelten somit ab dem 4. Quartal 2019.

GOP Leistungsbeschreibung Zuzahlung je Anwendung
30300 Sensomotorische Übungsbehandlung Einzelbehandlung 1,90 Euro
30301 Sensomotorische Übungsbehandlung Gruppenbehandlung 1,20 Euro
30400 Massagetherapie 1,55 Euro
30402 Unterwasserdruckstrahlmassage 2,40 Euro
30410 Atemgymnastik Einzelbehandlung 2,10 Euro
30411 Atemgymnastik Gruppenbehandlung 0,95 Euro
30420 Krankengymnastik Einzelbehandlung 2,10 Euro
30421 Krankengymnastik Gruppenbehandlung 0,95 Euro

Die Zuzahlungspflicht gilt nicht für Patienten, die generell von der Zuzahlung befreit sind:

  • Versicherte vor Vollendung des 18. Lebensjahres
  • Bei Vorlage einer Befreiungskarte der Krankenkasse (Härtefall)
  • Für Leistungen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft

Bei Patienten vor Vollendung des 18. Lebensjahres erfolgt seitens der KVWL kein Abzug des Zuzahlungsbetrages vom Honorar.

Bitte beachten Sie im Rahmen der Heilmittelabgabe bei der Erstellung Ihrer Abrechnung, dass für Patienten, die von der Zuzahlung befreit sind oder für Leistungen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft, die entsprechende GOP mit dem Buchstaben A zu kennzeichnen ist. Dadurch wird gewährleistet, dass die Zuzahlung nicht von Ihrem Honorar in Abzug gebracht wird.

Aufnahme der Beobachtung und Betreuung eines Patienten unter Gabe von Alglucosidase alfa bei Morbus Pompe

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 441. Sitzung am 14. August 2019 zum 01. Oktober 2019 den Abschnitt 1.5 „Ambulante praxisklinische Betreuung und Nachsorge“ des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) um die bisher nicht berechnungsfähige Beobachtung und Betreuung von Patienten unter Gabe von Alglucosidase alfa bei Morbus Pompe ergänzt.

Mit der Ergänzung des zweiten Spiegelstrichs des obligaten Leistungsinhaltes zu den GOP 01510 bis 01512 wird der EBM geändert:

und/oder

  • Beobachtung und Betreuung eines Kranken in einer Arztpraxis oder praxisklinischen Einrichtung gemäß § 115 Abs. 2 SGB V, in ermächtigten Einrichtungen oder durch einen ermächtigten Arzt gemäß §§ 31, 31a Ärzte-ZV unter parenteraler intravasaler Behandlung mit Zytostatika und/oder monoklonalen Antikörpern und/oder Alglucosidase alfa bei Morbus Pompe

Mit dem Beschluss des BA wird eine weitere Anmerkung zu den GOP 01510 bis 01512 in den EBM aufgenommen. Danach sind für die Behandlung mit Alglucosidase alfa bei Morbus Pompe nur die GOP 01510 und 01511 EBM berechnungsfähig.

Aufnahme und Ergänzung von Gebührenordnungspositionen des EBM zur Bestimmung von Biomarkern-Präeklampsie

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 441. Sitzung am 14. August 2019 die Biomarker PlGF und sFlt-1/PlGF bei vorhandenen Symptomen als ergänzende Diagnostik beim Vorliegen des Verdachtes auf eine Präeklampsie zum 01. Oktober 2019 in den Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) aufgenommen.

Es wird ein Katalog mit Leistungen nach den GOP 32362 und 32363 EBM in den Abschnitt 32.3.4 EBM aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
Quantitative Bestimmung frühestens ab der 24. SSW + 0 Tage, gilt für die GOP 32362 und 32363, je Untersuchung
32362 PIGF 19,40
32363 sFlt-1/PIGF-Quotienten 62,25

Der Befundbericht muss innerhalb von 24 Stunden nach Materialeingang übermittelt sein.

Voraussetzung für die Berechnungsfähigkeit der GOP 32362 und 32363 EBM ist die Erfüllung eines der folgenden Kriterien der Präeklampsie:

  • Neu auftretender oder bestehender Hypertonus
  • Präeklampsie-assoziierter organischer oder labordiagnostischer Untersuchungsbefund, welcher keiner anderen Ursache zugeordnet werden kann
  • Fetale Wachstumsstörung
  • Auffälliger dopplersonographischer Befund der Aa. uterinae in einer Untersuchung nach der GOP 01775 EBM

Die GOP 32362 und 32363 EBM sind jeweils höchstens dreimal im Behandlungsfall berechnungsfähig. Die GOP 32362 und 32363 EBM sind am Behandlungstag nicht nebeneinander berechnungsfähig.

Mit Aufnahme der v .g. GOP 32362 und 32363 in das Kapitel 32.3 des EBM unterliegen diese somit der Genehmigungspflicht nach der QSV Spezial-Labor.

Die Vergütung der Leistungen nach den GOP 32362 und 32363 erfolgt, mit Befristung auf zwei Jahre, außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Die Leistungen werden am Ende dieser Frist in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung überführt, wenn die Mengenentwicklung eine weitere extrabudgetäre Vergütung nicht erfordert.

Änderung der Legende der GOP 32930 im Abschnitt 32.3.4 EBM

Mit der Ergänzung der Leistungslegende der GOP 32390 EBM wird die Bestimmung des Biomarker HE 4 in den EBM aufgenommen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
32390 CA 125 und/oder HE 4 10,60

Änderung der Vordruckerläuterungen zum Überweisungsschein (Muster 6) – Quartalsübergreifende Gültigkeit einer Überweisung

Die Vordruckerläuterungen zum Überweisungsschein (Muster 6) wurden überarbeitet. Die Gültigkeit der Überweisung im Falle einer quartalsübergreifenden Behandlung wurde neu definiert.

Konnte bisher eine Behandlung nicht innerhalb eines Quartals abgeschlossen werden, war für die Weiterbehandlung im Folgequartal die Vorlage einer erneuten, im Folgequartal ausgestellten Überweisung notwendig. Durch die Ergänzung der Vordruckerläuterungen wird klargestellt, dass die erneute Ausstellung des Überweisungsscheins nicht erforderlich ist und der im Vorquartal ausgestellte Überweisungsschein auch im Folgequartal weiterverwendet werden kann.

Beginnt der auf Überweisung tätig werdende Arzt seine Behandlung erst im Folgequartal, kann der ausgestellte Überweisungsschein verwendet werden. Überweisungsscheine (Muster 6) sind quartalsübergreifend gültig, sofern der Versicherte zum Zeitpunkt der Behandlung eine gültige elektronische Gesundheitskarte (eGK) vorlegen kann. Das Einlesen der eGK ist grundsätzlich erforderlich. Dies ist in der Anlage 2 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) entsprechend geregelt.

Die bisherige Regelung, dass eine Überweisung nur zur Abrechnung in einem Quartal genutzt werden kann, ist obsolet. Eine quartalsbezogene Abrechnung ist jedoch erforderlich.
Beispiele:

  • Der Hausarzt stellt am 20. September eine Überweisung (Muster 6) zum MRT Knie aus. Der Patient bekommt einen Termin zum MRT am 30. Oktober. Für die Inanspruchnahme am 30. Oktober (Quartal 4/2019) ist die Überweisung vom 20. September (Quartal 3/2019) gültig.
  • Der Hausarzt stellt am 20. September eine Überweisung zum Röntgen der Brustorgane und MRT des Knies aus. Der Patient bekommt einen Termin zum Röntgen der Brustorgane am 21. September und zum MRT am 30. Oktober. Die Leistung vom 21. September (Röntgen Brustorgane) ist im Quartal 3/2019 ab¬zurechnen. Für die Inanspruchnahme zum MRT am 30. Oktober (Quartal 4/2019) ist keine erneute Überweisung erforder¬lich, da es sich um eine Inanspruchnah¬me des Radiologen im Folgequartal handelt.

Bitte beachten Sie:

  • Das Gültigkeitsdatum der elektronischen Gesundheitskarte darf nicht überschritten sein.
  • Leistungen sind immer an dem Tag abzurechnen, an dem der Leistungsinhalt einer Gebührenordnungsposition (GOP) vollständig erbracht wurde – unabhängig vom Ausstellungsdatum der Überweisung.
  • Folgequartal ist das Quartal, welches auf die Erstbehandlung folgt.

Änderungen zum 01.09.2019

Neue Vereinbarung und EBM Änderungen zur HIV-Präexpositionsprophylaxe

Am 24. Juli 2019 haben die KBV und der GKV-Spitzenverband eine Vereinbarung über die HIV-Präexpositionsprophylaxe zur Prävention einer HIV-Infektion (PrEP) als neue Anlage 33 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) beschlossen. Diese tritt mit Wirkung vom 1. September 2019 in Kraft.

Folgende Versicherte haben ab dem vollendeten 16. Lebensjahr Anspruch auf die Versorgung mit einer PrEP:

  • Männer, die Geschlechtsverkehr mit Männern haben oder Transgender‐Personen mit der Angabe von analem Geschlechtsverkehr ohne Kondom innerhalb der letzten 3 bis 6 Monate und/oder voraussichtlich in den nächsten Monaten beziehungsweise einer stattgehabten sexuell übertragbaren Infektion in den letzten 12 Monaten
  • serodiskordante Konstellationen mit einer virämisch HIV‐positiven Person ohne antiretrovirale Therapie (ART), einer nicht suppressiven ART oder in der Anfangsphase einer ART (HIV‐RNA, die nicht schon 6 Monate unter 200 RNA‐Kopien/ml liegt),
  • nach individueller und situativer Risikoüberprüfung drogeninjizierende Personen ohne Gebrauch steriler Injektionsmaterialien,
  • nach individueller und situativer Risikoüberprüfung Personen mit Geschlechtsverkehr ohne Kondom mit einer Person, bei der eine undiagnostizierte HIV‐Infektion wahrscheinlich ist (z.B. Partnern aus Hochprävalenzländern oder mit risikoreichen Sexualpraktiken).

Grundsätzlich dürfen die Vertragsärzte eine PrEP durchführen, die eine Genehmigung der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) gemäß der Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Absatz 2 SGB V zur spezialisierten Versorgung von Patienten mit HIV‐Infektion/Aids‐Erkrankung erhalten haben.

Daneben können auch Ärzte folgender Fachgruppen eine Genehmigung erhalten:

  • Allgemeinmedizin,
  • Innere Medizin,
  • Kinder‐ und Jugendmedizin,
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
  • Urologie oder
  • Haut‐ und Geschlechtskrankheiten.

Bei Fragen zu den Genehmigungsvoraussetzungen wenden Sie sich bitte an die zuständigen Ansprechpartner. Diese, sowie das entsprechende Antragsformular finden Sie unter:

In diesem Zusammenhang hat der Bewertungsausschuss (BA) in seiner 441. Sitzung am 14. August 2019 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. September 2019 beschlossen:

Aufnahme eines Abschnittes 1.7.8 in den EBM

1.7.8 HIV-Präexpositionsprophylaxe
  1. Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 01920 bis 01922 EBM können nur von Vertragsärzten berechnet werden, die über eine Genehmigung der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung gemäß Anlage 33 zum BMV-Ä verfügen.
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten

01920

Beratung vor Beginn einer HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) gemäß Anlage 33 zum BMV-Ä

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
  • Prüfung der Indikation zur PrEP, einschließlich Kontraindikationen,
  • Beratung zu:
    • Ziel und Ablauf einer medikamentösen PrEP,
    • Prävention und Transmission von HIV und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen,
    • Notwendigkeit der Kombination mit anderen Präventionsmaßnahmen,
    • Risiko einer Resistenzentwicklung unter PrEP bei unerkannter HIV-Infektion,
    • Therapiebedingten Neben- und Wechselwirkungen,
    • Symptomatik einer primären HIV-Infektion,
    • Weiterführenden Beratungsangeboten,
  • Dauer mindestens 10 Minuten,

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Symptombezogene Untersuchungen,

je vollendete 10 Minuten

115

Die GOP 01920 EBM ist höchstens dreimal im Krankheitsfall berechnungsfähig.

Die GOP 01920 EBM ist am Behandlungstag nicht neben der GOP 01922 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01921

Einleitung einer HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) gemäß Anlage 33 zum BMV-Ä

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
  • Überprüfung des HIV- und Hepatitis-B-Status,
  • Indikationsstellung zur PrEP, einschließlich Prüfung der Kontraindikationen,
  • Auswahl und Verordnung geeigneter Arzneimittel zur PrEP,

einmal im Krankheitsfall

115

Die GOP 01921 EBM ist am Behandlungstag nicht neben der GOP 01922 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01922

Kontrolle im Rahmen einer HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) gemäß Anlage 33 des BMV-Ä

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
  • Überprüfung der Indikation zur PrEP einschließlich Kontraindikationen,
  • Überprüfung des HIV-Status,
  • Kontrolle und/oder Behandlung ggf. aufgetretener therapiebedingter Neben- und Wechselwirkungen,
  • Dauer mindestens 5 Minuten,

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Symptombezogene Untersuchungen,
  • Beratung zu:
  • Risikoreduktion und Adhärenzstrategien,
  • Notwendigkeit der Kombination mit anderen Präventionsmaßnahmen,

je vollendete 5 Minuten

57

Die GOP 01922 EBM ist höchstens dreimal im Behandlungsfall berechnungsfähig.

Die GOP 01922 EBM ist frühestens 4 Wochen nach Einleitung einer PrEP berechnungsfähig.

Die GOP 01922 EBM ist am Behandlungstag nicht neben den GOP 01921 und 01922 EBM berechnungsfähig.

Die GOP 01920 bis 01922 wurden in die Präambeln der Abschnitte 3 (Hausärztlicher Versorgungsbereich), 4 (Versorgungsbereich Kinder- und Jugendmedizin), 8 (Frauenärztliche, geburtshilfliche und reproduktionsmedizinische Gebührenordnungspositionen), 10 (Hautärztliche Gebührenordnungspositionen), 13 (Gebührenordnungspositionen der Inneren Medizin) und 26 (Urologische Gebührenordnungspositionen) des EBM aufgenommen.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01930

Bestimmung des Kreatinin im Serum und/oder Plasma und Berechnung der eGFR im Rahmen einer Präexpositionsprophylaxe,

zweimal im Krankheitsfall

3

Die GOP 01930 EBM ist nicht neben den GOP 32066 und 32067 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01931

Nachweis von HIV-1- und HIV-2 Antikörpern und von HIV-p24-Antigen im Rahmen einer Präexpositionsprophylaxe,

einmal im Krankheitsfall

41

Davon abweichend ist die GOP 01931 EBM im ersten Quartal zu Beginn einer Präexpositionsprophylaxe bis zu zweimal im Behandlungsfall berechnungsfähig.

Die GOP 01931 EBM ist nicht neben der GOP 32575 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01932

Nachweis von HBs-Antigen und HBc-Antikörpern vor Beginn einer Präexpositionsprophylaxe,

einmal im Krankheitsfall

105

Die GOP 01932 EBM ist nicht neben den GOP 32614 und 32781 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01933

Nachweis von HBs-Antikörpern vor Beginn einer Präexpositionsprophylaxe ohne dokumentierte Impfung gegen Hepatitis B,

einmal im Krankheitsfall

51

Die GOP 01933 EBM ist nicht neben der GOP 32617 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01934

Nachweis von HCV-Antikörpern

  • vor Beginn einer Präexpositionsprophylaxe
    oder
  • während einer Präexpositionsprophylaxe nur bei seronegativen Anwendern,

höchstens zweimal im Krankheitsfall

91

Die GOP 01934 EBM ist nicht neben der GOP 32618 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01935

Nachweis von Treponemenantikörpern mittels TPHA/TPPA-Test (Lues-Suchreaktion) und/oder Immunoassay nach individueller und situativer Risikoüberprüfung im Rahmen einer Präexpositionsprophylaxe,

einmal im Behandlungsfall

42

Die GOP 01935 EBM ist nicht neben der GOP 32566 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01936

Nachweis von Neisseria gonorrhoeae und /oder Chlamydien in pharyngealen, anorektalen und/oder genitalen Abstrichen mittels Nukleinsäureamplifikationsverfahren (NAT) nach individueller und situativer Risikoüberprüfung im Rahmen einer Präexpositionsprophylaxe ggf. einschl. Pooling der Materialien der Abstrichorte,

einmal im Behandlungsfall

320

Die GOP 01936 EBM ist nicht neben den GOP 32836 und 32839 EBM berechnungsfähig.

Die Berechnung der GOP 01931 bis 01936 EBM setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraus.

Die GOP 01930 bis 01936 EBM wurden darüber hinaus in die Präambel des Abschnittes 12 (Laboratoriumsmedizinische, mikrobiologische, virologische und infektionsepidemiologische sowie transfusionsmedizinische Gebührenordnungspositionen) aufgenommen.

Die sich aus den vorgenannten Änderungen ergebenden Abrechnungsausschlüsse und weitere Detailänderungen entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 441. Sitzung unter www.g-ba.de.

Änderungen zum 01.07.2019

Zukünftige Änderungen der Richtlinie zur Früherkennung von Zervixkarzinom

Nach der Darmkrebsfrüherkennung wird die Zervixkarzinomfrüherkennung als zweites Programm im Rahmen der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennung (oKFE-RL) umgesetzt. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zur Früherkennung des Zervixkarzinoms ist am 21. Mai 2019 nach den Bestimmungen des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes im Bundesanzeiger veröffentlicht worden.

Am 01. Juli 2019 traten die Änderungen der oKFE-RL in Kraft, sind jedoch erst sechs Monate später umzusetzen um dem Bewertungsausschuss Zeit für entsprechende Beratungen zur Vergütung zu geben. Des Weiteren soll den Eckpunkten der Richtlinie entsprechend, eine Qualitätssicherungsvereinbarung zur Abklärungskolposkopie geschlossen werden. Bis zum 01. Januar 2020 gelten die bisherigen Regelungen der Krebsfrüherkennungsrichtlinie (KFE-RL). Die notwendigen Änderungen der Krebsfrüherkennungsrichtlinie treten parallel zum Umsetzungsdatum der oKFE-RL und dem Programmstart am 1. Januar 2020 in Kraft. Die Detailänderungen werden wir Ihnen in den nachfolgenden Praxisintern erläutert.

Änderungen des EBM zum 01.07.2019

Personenstandsgesetz und Kennzeichnung

Der Personenstandsfall von Neugeborenen kann nun zusätzlich zu weiblich, männlich oder ohne Angabe mit der Angabe divers in das Geburtsregister eingetragen werden. Personen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung können ihren Personenstandseintrag entsprechend ändern oder streichen lassen. Entsprechend wurde in Nr. 4.2.1 der Allgemeinen Bestimmungen zum EBM die Kennzeichnung „D“ für das diverse Geschlecht auf der elektronischen Gesundheitskarte ergänzt.

Die Nr. 4.2.1 der Allgemeinen Bestimmungen zum EBM wurde an die Änderungen des Personenstandsgesetzes angepasst:

4.2.1 Abrechnung geschlechtsspezifischer Gebührenordnungspositionen

  • Geschlechtsspezifische GOP mit geschlechtsorganbezogenem Inhalt sind bei Intersexualität oder Transsexualität entsprechend dem geschlechtsorganbezogenen Befund (z.B. bei Vorliegen von Testes, Ovarien, Prostata) unabhängig von der personenstandsrechtlichen Geschlechtszuordnung berechnungsfähig.
  • Entspricht der geschlechtsorganbezogene Befund bei Intersexualität oder Transsexualität nicht der personenstandsrechtlichen Geschlechts­zuordnung, sind geschlechtsspezifische Gebührenordnungsposition(en) mit geschlechtsorganbezogenem Inhalt mit einer bundeseinheitlich kodierten Zusatzkennzeichnung (Symbolnummer 88150) zu versehen. Als Begründung ist der ICD-10-Kode der für Intersexualität oder Transsexualität anzugeben.
  • Bei Vorliegen der Kennzeichnung "X" für das unbestimmte Geschlecht oder der Kennzeichnung „D“ für das diverse Geschlecht ist jedoch auf der elektronischen Gesundheitskarte keine kodierte Zusatzkennzeichnung anzugeben.
  • Für Patienten gemäß Satz 1. und 2. dieser Bestimmung ist bei Urethro(-zysto)skopien die GOP 08311 oder 26311 bei überwiegend interner Lage der Urethra und einer Urethralänge bis zu 8 cm zu berechnen. Bei einer Urethralänge von mehr als 8 cm und/oder nicht überwiegend interner Lage der Urethra ist die GOP 26310 zu berechnen.

Des Weiteren wurden Regelungen zur Berechnungsfähigkeit geschlechtsspezifischer GOP ohne geschlechtsbezogenem Inhalt (z.B. Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen nach den GOP 01747 und 01748 bei Intersexualität oder Transsexualität in Nr. 4.2.1 der Allgemeinen Bestimmungen zum EBM aufgenommen.

  • Die GOP 01747 und 01748 sind bei Intersexualität oder Transsexualität auch dann berechnungsfähig, wenn die personenstandsrechtliche Geschlechtszuordnung nicht der Geschlechtszuordnung der Anspruchs­berechtigten entspricht, sofern eine medizinische Begründung einschließlich des ICD-10-Kodes für Intersexualität oder Transsexualität angegeben wird.

Die geschlechtsspezifische(n) Gebührenordnungsposition(en) ohne geschlechtsorganbezogenen Inhalt sind mit einer bundeseinheitlich kodierten Zusatzkennzeichnung zu versehen.

Rubraca® - Änderung der Legende der Gebührenordnungsposition 19456 im Abschnitt 19.4.4 EBM

Rubraca® ist indiziert als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patientinnen mit platin-sensitivem, rezidiviertem oder progressivem, highgrade epithelialem Ovarial-, Eileiter- oder Peritonealkarzinom mit BRCA-Mutationen (Keimbahn und/oder somatisch), die mit zwei oder mehr vorherigen platinbasierten Chemotherapielinien behandelt wurden und keine weitere platinhaltige Chemotherapie tolerieren.

In diesem Zusammenhang wird die Legende im Abschnitt 19.4.4 EBM der GOP 19456 entsprechend ergänzt:

GOP Leistungsbeschreibung
19456 Nachweis oder Ausschluss einer krankheitsrelevanten oder krankheitsauslösenden genetischen Veränderung menschlicher DNA zur Indikationsstellung einer gezielten medikamentösen Behandlung eines platin-sensitiven, rezidivierten oder progressiven high-grade epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms, die laut Fachinformation obligat ist.

Schwere kombinierte Immundefekte - Erweiterung der Früherkennungsuntersuchung

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 439. Sitzung am 19. Juni 2019 folgende Anpassungen/Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) mit Wirkung zum 1. Juli 2019 beschlossen:

Erweiterte Früherkennungsuntersuchung des erweiterten Neugeborenen-Screenings auf „schwere kombinierte Immundefekte“ (Severe combined Immunodeficiency, SCID)

Anpassung der Gebührenordnungsposition 01724 im Abschnitt 1.7.1 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Punktewert
01724 Erweiterte Neugeborenen-Screeninguntersuchung der Zielkrankheiten mittels Laboruntersuchungs­verfahren, Tandemmassenspektrometrie bzw. quantitativer oder semi-quantitativer Polymerase Chain Reaction (PCR) 221 Punkte

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte als 14. Früherkennungs­untersuchung des erweiterten Neugeborenen-Screenings die Untersuchung auf "schwere kombinierte Immundefekte" (Severe combined Immunodeficiency, SCID) in die Kinder-Richtlinie aufgenommen. Hierzu wurden Leistungsinhalt und Bewertung der GOP 01724 entsprechend angepasst.

Delstrigo®/Pifeltro® - Änderungen im Kapitel Labor/Molekularbiologische Untersuchungen des EBM

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 439. Sitzung am 19. Juni 2019 folgende Änderungen des EBM zum 1. Juli 2019 beschlossen:

Aufnahme einer Leistung nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 32818 in den Abschnitt 32.3.12 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
32818 Genotypische HIV-Resistenztestung bei HIV-Infizierten gemäß der Fachinformation der Arzneimittel Delstrigo® und/oder Pifeltro® vor Erstverordnung, sofern die Untersuchungsvoraussetzungen gemäß Anlage I Nr. 10 der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der vertragsärztlichen Versorgung nicht erfüllt 260,00

Die Vergütung der Leistung nach der GOP 32818 erfolgt bis zum 30. Juni 2021 außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Ab dem 1. Juli 2021 wird die Leistung in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung überführt.

Änderung der Legende der GOP 32828 im Abschnitt 32.3.12 EBM

GOP Leistungsbeschreibung
32828 Genotypische HIV-Resistenztestung bei HIV-Infizierten gemäß Anlage I Nr. 10 der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der vertragsärztlichen Versorgung.

Fingolimod – Änderungen im EBM

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 439. Sitzung am 19. Juni 2019 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. Juli 2019 beschlossen:

Aufnahme einer Leistung nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 01516 für die Beobachtung und Betreuung eines Kranken bei der Gabe von Fingolimod in den Abschnitt 1.5 EBM.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01516 Zusatzpauschale für die Beobachtung und Betreuung eines Kranken bei der Gabe von Fingolimod
Obligater Leistungsinhalt
  • Beobachtung und Betreuung eines Kranken bei der Erstgabe
    oder
  • Beobachtung und Betreuung eines Kranken bei der Umstellung der Tagesdosis von 0,25 mg auf 0,5 mg
    oder
  • Beobachtung und Betreuung eines Kranken bei Wiederaufnahme der Therapie nach Unterbrechung von einem Tag oder mehreren Tagen während der ersten zwei Behandlungswochen oder von mehr als sieben Tagen während der dritten und vierten Behandlungswoche oder von mehr als zwei Wochen nach einem Behandlungsmonat,
  • Dauer mehr als sechs Stunden
1404

Die GOP 01516 ist nicht neben den GOP 01510 bis 01512, 01910, 01911, 02100, 02101, 04564 bis 04566, 04572, 04573, 13610 bis 13612, 30708 und 34503 bis 34505 berechnungsfähig.

Ebenso erfolgte die Aufnahme der GOP in den Anhang 3 zum EBM:

GOP Kurzlegende Kalkulationszeit
in Minuten
Prüfzeit
in Minuten
Eignung der
Prüfzeit
01516* Zusatzpauschale für Beobachtung und Betreuung bei der Gabe von Fingolimod 10 10 Tages- und Quartalsprofil

Die Vergütung der Leistung nach der GOP 01516 erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Durch die vorgenannte Aufnahme ergeben sich Folgeänderungen in weiteren Präambeln, Bestimmungen und GOP.

Psychotherapie – Richtlinie – Änderung der Anmerkungen zu den GOP im Abschnitt 35.1 im EBM

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 439. Sitzung am 19. Juni 2019 beschlossen, die Anmerkungen zu den Gebührenordnungspositionen (GOP) 35150 und 35151 im Abschnitt 35.1 EBM mit Wirkung zum 1. Juli 2019 wie folgt zu ergänzen.

  1. Änderung der ersten Anmerkung zur GOP 35150 im Abschnitt 35.1 EBM

    Die GOP 35150 ist im Krankheitsfall höchstens 4-mal und bei Versicherten bis zum vollendeten 21. Lebensjahr und bei Versicherten mit Vorliegen einer Intelligenzstörung (ICD-10-GM: F70-F79) höchstens 6-mal im Krankheitsfall berechnungsfähig.
  2. Änderung der ersten und zweiten Anmerkung zur GOP 35151 im Abschnitt 35.1 EBM

    Die GOP 35151 ist im Krankheitsfall höchstens 6-mal und bei Versicherten bis zum vollendeten 21. Lebensjahr und bei Versicherten mit Vorliegen einer Intelligenzstörung (ICD-10-GM: F70-F79) höchstens 10-mal im Krankheitsfall berechnungsfähig.

    Die GOP 35151 kann bei Versicherten bis zum vollendeten 21. Lebensjahr und bei Versicherten mit Vorliegen einer Intelligenzstörung (ICD-10-GM: F70-F79) im Krankheitsfall bis zu 4-mal auch mit relevanten Bezugspersonen ohne Anwesenheit des Kindes oder Jugendlichen Versicherten stattfinden.

Übersicht der neuen Kontingente für Menschen mit geistiger Behinderung

Probatorische Sitzungen: Bis zu sechs probatorische Sitzungen in Einheiten à 50 Minuten je Krankheitsfall (insgesamt bis zu 300 Minuten) möglich (bisher: insgesamt bis zu vier Sitzungen / bis zu 200 Minuten)

Kurz- und Langzeittherapie: Im Falle der Hinzuziehung von Bezugspersonen können zusätzliche Therapieeinheiten im Verhältnis von 1:4 zur Anzahl der Therapieeinheiten des Versicherten beantragt werden (z. B. bis zu 15 zusätzliche Therapieeinheiten bei einem Erstantrag auf Langzeittherapie mit 60 Therapieeinheiten).

Rezidivprophylaxe: Im Falle der Hinzuziehung von relevanten Bezugspersonen können bei einer Behandlungsdauer von 40 oder mehr Stunden maximal zehn Stunden und bei einer Behandlungsdauer von 60 oder mehr Stunden maximal 20 Stunden für die Rezidivprophylaxe genutzt werden (bisher: maximal acht beziehungsweise 16 Stunden).

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 18. Oktober 2018 eine Änderung der Richtlinie über die Durchführung der Psychotherapie (Psychotherapie-Richtlinie) beschlossen und sie um zusätzliche Regelungen für Menschen mit einer geistigen Behinderung ergänzt. Der Beschluss definiert die Patientengruppe, für die die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten durch Erhöhung des Stundenkontingentes gelten sollen: Personen, bei denen eine Diagnose entsprechend des Abschnitts Intelligenzstörung (F70-F79) nach ICD-10-GM vorliegt. Mit dem vorliegenden Beschluss erfolgt die Anpassung der GOP 35150 und 35151 im Abschnitt 35.1 EBM.

Begriffsänderungen - Substitutionsbehandlung Opioidabhängiger

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 440.Sitzung im Teil C, mit Wirkung zum 01. Juli 2019, den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) zur Substitutionsbehandlung an die Änderung der Richtlinie Methoden vertragsärztlicher Versorgung (Beschluss vom 06.09.2018) angepasst.

Der Begriff „Opiatabhängiger“ wurde durchgängig durch den Begriff „Opioidabhängiger“ in den Bestimmungen des Abschnitts 1.8 und zur GOP 32148 EBM ersetzt. Des Weiteren werden Verweise auf geänderte Paragraphen und Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) redaktionell angepasst und zur Vereinheitlichung konkretisiert.

Nähere Informationen finden Sie in der schriftlichen Beschlussfassung aus der 440. Sitzung im Teil C.

Aufnahme der Tonsillotomie bei Hyperplasie der Tonsillen in den EBM

Mit Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) vom 20. September 2018 wurde die Aufnahme einer neuen Nummer 28 „Tonsillotomie bei Hyperplasie der Tonsillen“ in die Anlage I („Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“) der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung beschlossen. Der Bewertungsausschuss hat in seiner 439. Sitzung am 19. Juni 2019 die Methode der Tonsillotomie bei Hyperplasie der Tonsillen mit Wirkung zum 1. Juli 2019 in den EBM aufgenommen.

Der OPS-Kode 5-281.5 „Tonsillektomie (ohne Adenotomie): Partiell, transoral“ und die entsprechenden GOP im Anhang 2 sind ausschließlich gemäß dem GBA Beschluss berechnungsfähig. Entsprechende Anforderungen wurden in der Präambel 2.1 zum Anhang 2 berücksichtigt.

OPS
2019
Bez.
OPS 2019
Kat. OP-Lstg. Überw. Nachbeh.
Überw.
Nachbeh.
Operat.
Narkose
5-281.5 Tonsillektomie (ohne Adenotomie): Partiell, transoral N2 31232/
36232
31504/
36504
31658 31659 31822/
36822

Durch die vorgenannte Aufnahme ergeben sich Folgeänderungen in weiteren Präambeln, Bestimmungen und GOP.

Änderungen zum 28.05.2019

Änderung der Mutterschaftsrichtlinien

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 22. März 2019 beschlossen, die routinemäßigen Untersuchungen des Urinsediments aus den Mutterschafts-Richtlinien (Mu-RL) zu streichen.

Hintergrund ist das Ergebnis der vom G-BA beauftragten Recherche des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Aufgrund des hinzugezogenen Berichtes konnte kein Nutzen einer regelhaften Urinuntersuchung auf asymptomatische Bakteriurie bei allen Schwangeren nachgewiesen werden.

Bestehen bleibt der Anspruch auf bakteriologische Urinuntersuchungen in besonderen Fällen, z. B. bei auffälliger Symptomatik, rezidivierenden Harnwegs­infektionen in der Anamnese, Zustand nach Frühgeburt oder erhöhtem Risiko für Infektionen der ableitenden Harnwege.

Die Änderung ist im Bundesanzeiger veröffentlicht und am 28. Mai 2019 in Kraft getreten.

Rückwirkende Änderungen des EBM zum 19.04.2019

Änderungen bei Leistungsinhalten von Gebührenordnungspositionen (GOP) im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung ab 19.04.2019

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 19. Juli 2018 die Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) mit einem Besonderen Teil II. für das Darmkrebsscreening beschlossen. Die Richtlinie ist am 19. Oktober 2018 in Kraft getreten. Die Regelungen gemäß §§1 bis 14 des Besonderen Teils „Programm zur Früherkennung von Darmkrebs“ werden seit dem 19. April 2019 angewandt.

Mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses vom 29. März 2019 werden notwendige Anpassungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abgebildet:

  • Die GOP 01740 EBM ist künftig bereits bei Versicherten ab dem vollendeten 50. Lebensjahr berechnungsfähig.
  • Die Bewertung der GOP 01740 EBM wurde aufgrund eines erhöhten Beratungsaufwandes um 12 Punkte auf 115 Punkte angehoben.
  • Zur Klarstellung der Abrechnungsfähigkeit der Abklärungskoloskopie gemäß § 8 des Besonderen Teils II. der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) wurden Abrechnungsanmerkungen in die GOP 01741 und 13421 EBM aufgenommen. Demnach hat die Abrechnung von Abklärungskoloskopien, die im Anschluss an einen positiven Test auf occultes Blut im Stuhl durchgeführt wurden, über die GOP 13421 EBM zu erfolgen.
  • Zur Klarstellung des jeweils gültigen Richtlinienverweises vor und seit dem 19. April 2019 werden entsprechende Abrechnungsanmerkungen in die GOP 01737, 01738, 01740 und 01741 EBM aufgenommen.

Bei den übrigen Änderungen handelt es sich um redaktionelle Anpassungen.

Rückwirkende Änderungen des EBM zum 01.04.2019

UV-Vernetzung mit Riboflavin bei Keraktokonus – Änderung zur GOP 31737

Der Bewertungsausschuss (BA) hat im August in seiner 441. Sitzung rückwirkend zum 01. April 2019 eine Änderung des Anhangs 3 beschlossen. Die postoperative Betreuung bei Überweisung durch den Operateur nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 31737 EBM ist gemäß der Allgemeinen Bestimmung 4.3.8 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) der fachärztlichen Grundversorgung zuzurechnen.

Damit bekommt der auf Überweisung des Operateurs tätige Arzt für die postoperative Betreuung den Zuschlag für die fachärztliche Grundversorgung vergütet. (Weitere Informationen zum Thema finden Sie in unsere KVWLkompakt Nr. 5 vom 27.Mai 2019 „praxisintern“ Seite 2-5 und im Beschluss des BA in seiner 435. Sitzung.)

Weitere Änderungen zur Videosprechstunde – Aufnahme der GOP 01451

Der Bewertungsausschuss (BA) hat im August rückwirkend in seiner 441. Sitzung mit Wirkung zum 01. April 2019 eine Änderung der Allgemeinen Bestimmungen 4.3.1 des Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) beschlossen. Ein Teil des letzten Satzes wurde gestrichen und damit die Anwendung der Videosprechstunde nur zu bestimmten Anlässen aufgehoben:

„Bei den Gebührenordnungspositionen (GOP) 02310, 07310, 07311, 07330, 07340, 10330, 18310, 18311, 18330 und 18340 EBM, deren Berechnung mindestens drei oder mehr persönliche bzw. andere Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall voraussetzt, kann ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt auch als Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) erfolgen, sofern die Videosprechstunde zu den in der GOP 01450 EBM genannten Zwecken erfolgt und dies berufsrechtlich zulässig ist.“

In derselben Sitzung des BA sind die GOP 01439 und 01450 EBM rückwirkend in die Präambel 23.1 Nr. 5 aufgenommen worden. Damit haben auch psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten die Möglichkeit Videosprechstunden gemäß Anlage 31b des BMV-Ä abzurechnen.

Darüber hinaus hat der BA mit dem Ziel einer Ausweitung und Etablierung von Videosprechstunden in seiner 449. Sitzung den EBM erneut angepasst. Zeitlich befristet vom 01. Oktober 2019 bis zum 30. September 2021 wird zur besonderen Anschubförderung der Videosprechstunde gemäß Anlage 31b BMV-Ä die GOP 01451 in den EBM aufgenommen.

Aufnahme der GOP 01451 im Abschnitt 1.4 im EBM

GOP Leistungsbeschreibung Punkte
01451

Anschubförderung für Videosprechstunden gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä im Rahmen der Betreuung von Patienten in der haus-/fachärztlichen Versorgung,

je Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde

Für die GOP 01451 EBM wird ein Punktzahlvolumen je Praxis gebildet, aus dem alle gemäß der GOP 01451 EBM durchgeführten Leistungen im Quartal zu vergüten sind. Der Höchstwert für die GOP 01451 EBM beträgt insgesamt je Praxis 4.620 Punkte im Quartal.

Die GOP 01451 EBM wird der Praxis durch die zuständige Kassenärztliche Vereinigung je durchgeführter Videosprechstunde bis zum Höchstwert zugesetzt, sofern die Praxis mindestens 15 Videosprechstunden gemäß der GOP 01450 EBM im Quartal durchgeführt hat.

92

Die GOP 01451 EBM wird in die entsprechenden Präambeln im EBM (s. Beschluss des BA zur 449. Sitzung) aufgenommen.

Die Vergütung der Leistung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Videosprechstunde – Psychotherapeutische Versorgung – Anpassung in den Präambeln

Der Bewertungsausschuss (BA) hat im April in seiner 440. Sitzung mit Wirkung zum 01. April 2019 die Videosprechstunde im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) angepasst: Zur Einbeziehung der psychotherapeutischen Versorgung ist die Gebührenordnungsposition (GOP) 01450 EBM seitdem auch als Zuschlag zu den Grundpauschalen der EBM-Kapitel 14, 22 und 23 berechnungsfähig. Die GOP 01439 und 01450 sind in den Präambeln 14.1 Nr. 2, 22.1 Nr. 2 und 23.1 Nr. 2 EBM aufgenommen worden.

Änderung bei der Abrechnung im Rahmen der künstlichen Befruchtung

Der Bewertungsausschusses hat in seiner 432. Sitzung mit Wirkung zum 1. April 2019 die Aufnahme der Gebührenordnungsposition (GOP) 08575 und 08576 im Abschnitt 8.5 des Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) beschlossen und die GOP 11501 bis 11503, 11506 und 11508 EBM für die künstliche Befruchtung geöffnet. Bitte beachten Sie, dass dies Auswirkungen auf die Kennzeichnung der Maßnahmen zur Künstlichen Befruchtung gemäß § 27a SGB V Abs. 3 Satz 3 (an-teilige Übernahme der Kosten für künstliche Befruchtung durch die Krankenkasse bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen) nach sich zieht.

Die Liste aller mit X zu kennzeichnenden Leistungen, für die Patienten einen Eigenanteil zu leisten haben, entnehmen Sie bitte dem Symbolnummernheft unter:

Änderungen zum 01.04.2019

Diverse Beschlüsse des Bewertungsausschusses

GOP 01422 und 01424 EBM

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 435. Sitzung am 29. März 2019 die Leistungsinhalte der Gebührenordnungspositionen (GOP) 01422 EBM, Verordnung von Behandlungsmaßnahmen zur psychatrischen häuslichen Krankenpflege und der GOP 01424 EBM, Folgeverordnung von Behandlungsmaßnahmen zur psychiatrischen häuslichen Krankenpflege, angepasst.

Wichtige Änderung ist die obligate Anwendung der GAF-Skala (Global Assessment of Functioning Scale) und die Angabe des GAF-Wertes auf der Verordnung sowie die Erweiterung der Indikation. Ebenfalls wurde die Bewertung der GOP 01422 EBM auf 149 Punkte sowie die Bewertung der GOP 01424 EBM auf 154 Punkte angehoben.


Videosprechstunde

Änderung der GOP 01439 im Abschnitt 1.4 im EBM

Um die Möglichkeiten der Videosprechstunde auszuweiten, wurde der EBM zum 1. April 2019 angepasst. Der Bewertungsausschuss (BA) hat die Vorgabe, dass Videosprechstunden ausschließlich zur Verlaufskontrolle bei definierten Krankheitsbildern und Indikationsbereichen angewendet werden können, in seiner 435. Sitzung aufgehoben und die Gebührenordnungspositionen (GOP) 01439 und 01450 EBM geändert.

Änderung der GOP 01439 im Abschnitt 1.4 im EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01439 Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag - Ärzte (BMV-Ä) Obligater Leistungsinhalt
  • Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä bei Kontaktaufnahme durch den Patienten
  • Überprüfung des Vorliegens einer schriftlichen Einwilligung des Patienten in die Datenerhebung, -verarbeitung und -nutzung,
einmal im Behandlungsfall
88

Änderungen der GOP 01450 im Abschnitt 1.4 im EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01450 Zuschlag im Zusammenhang mit den Versichertenpauschalen nach den GOP 03000 und 04000, zu den Grundpauschalen der Kapitel 5, 6, 7, 8, 9, 10, 13, 14, 15, 16, 18, 20, 21, 22, 23, 26 und 27, zu den Konsiliarpauschalen des Kapitels 25 und zu den GOP 01439, 30700, 37120 und 37320 für die Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag – Ärzte (BMV-Ä)
Obligater Leistungsinhalt
  • Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä bei Kontaktaufnahme durch den Patienten
  • Überprüfung des Vorliegens einer schriftlichen Einwilligung des Patienten in die Datenerhebung, -verarbeitung und -nutzung
je Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen eine Videosprechstunde
40

Im Zusammenhang mit der Änderung der Leistungslegenden wurde ebenfalls die erste Anmerkung zu den GOP 01439 und 01450 EBM gestrichen.

Hinweis: Die Abrechnungsmöglichkeit des Zuschlages zu den Grundpauschalen nach der GOP 01450 EBM wurde um die Kapitel 14 (Gebührenordnungspositionen der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie), 22 (Gebührenordnungspositionen der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie) und 23 (Psychotherapeutische Gebührenordnungspositionen) erweitert.

Aufnahme einer neuen Anmerkung zur GOP 01450 EBM
Die GOP 01450 EBM ist als Zuschlag im Zusammenhang mit den GOP 37120 und 37320 EBM abzurechnen, insofern die Fallkonferenz als Videokonferenz durchgeführt wird, gemäß den Anforderungen der Anlage 31b BMV-Ä.

Aufnahme neuer Anmerkungen
Aufnahme einer dritten Anmerkung zur GOP 37120 EBM in den Abschnitt 37.2 EBM und zur GOP 37320 EBM in den Abschnitt 37.3 EBM.

Die GOP 37120 EBM (6,93 Euro, Bewertung 64 Punkte) und die GOP 37320 EBM (6,93 Euro, Bewertung 64 Punkte) sind auch bei Durchführung der Fallkonferenz als Videofallkonferenz berechnungsfähig. Für die Abrechnung gelten die Anforderungen gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä entsprechend.


iFobt GOP 01738 EBM

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) beschlossen, mit der die Regelungen zum Darmkrebsscreening gemäß der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) im Wesentlichen in die neue oKFE-RL überführt werden. Infolgedessen sind redaktionelle Anpassungen der Verweise auf die neue oKFE-RL bezüglich der Testvorgaben zum Test auf occultes Blut im Stuhl mit einem quantitativen immunologischen Test (iFOBT) erforderlich. Der Bewertungsausschusses nach § 87 Abs. 1 Satz 1 SGB V hat in seiner 435. Sitzung am 29. März 2019 folgende Änderungen beschlossen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01738 Automatisierte quantitative immunologische Bestimmung von occultem Blut im Stuhl (iFOBT) gemäß Teil II. § 6 Abs. 4 und § 9 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL), einschließlich der Kosten für das Stuhlprobenentnahmesystem und das Probengefäß. 75

Die Berechnung der GOP 01738 EBM setzt die Erstellung und Abgabe des vollständigen Quartalsberichtes unter Angabe des verwendeten Tests voraus:

  • Produktname, Reagenzcharge, Schwellenwert und Herstellererklärung
  • Gesamtzahl der untersuchten Proben,
  • Gesamtzahl der positiven Proben,
  • Gesamtzahl der nicht verwertbaren Proben und Ergebnisse der externen Qualitätssicherungsmaßnahmen gemäß § 11 Abs. 5 der oKFE-RL i V. m. § 39 Abs. 1 der KFE-RL

Die GOP 01738 ist im Behandlungsfall 01738 nicht neben der GOP 32457 berechnungsfähig.
Die Voraussetzung zur Berechnung der GOP 01738 EBM ist die Anwendung eines Tests, der nachgewiesen die Kriterien gemäß Teil II. § 9 Abs. 1 der oKFE-RL in Verbindung mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 435.
Sitzung am 29. März 2019 zu den Testvorgaben iFOBT erfüllt.
Die Vorgaben in Teil II. § 9 Abs. 1 oKFE-RL gelten rückwirkend seit dem 19. April 2019.


Neuaufnahmen ophtalmologischer Leistungen und Eingriffe

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 435. Sitzung am 29. März 2019 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. April 2019 beschlossen:

Aufnahme einer Nr. 7 der Präambel in dem Abschnitt 6.1 EBM
7. Die Gebührenordnungsposition (GOP) 06362 des EBM ist nur bei Patienten berechnungsfähig, bei denen gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 2 der Nr. 27 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) ein Keratokonus und eine subjektive Sehverschlechterung vorliegen sowie anhand mindestens eines der folgenden Kriterien eine Progredienz des Keratokonus innerhalb der letzten 12 Monate festgestellt wurde:

  • Zunahme der maximalen Hornhautbrechkraft um ≥ 1 dpt,
  • Zunahme des durch die subjektive Refraktion bestimmten Astigmatismus um ≥ 1 dpt,
  • Abnahme der Basiskurve der bestsitzenden Kontaktlinse um ≥ 0,1 mm und ein operativer Eingriff gemäß den GOP 31364 oder 36364 EBM geplant ist.

Änderung der Bewertung der GOP 06211

GOP Bewertung bis
31. März 2019 in Punkten
Bewertung ab
1. April 2019 in Punkten
06211 127 129

Die Finanzierung erfolgt innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Diese wird um den erwarteten Mehrbedarf erhöht.

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 06362 EBM in den Abschnitt 6.3 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
06362 Hornhauttomographie gemäß Nr. 27 Anlage I der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses
je Auge einmal am Behandlungstag
231

Die GOP 06362 EBM ist je Auge höchstens zweimal im Krankheitsfall berechnungsfähig. Die dreimalige Berechnung der GOP 06362 EBM im Krankheitsfall setzt eine ausführliche Begründung der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall voraus.

Aufnahme von Bestimmungen in den Abschnitt 31.2.13 EBM
1. Ophthalmochirurgische Eingriffe gemäß dem OPS-Kode 5-126.8 sind nur bei Patienten berechnungsfähig, bei denen gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 2 der Nr. 27 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) ein Keratokonus und eine subjektive Sehverschlechterung vorliegen sowie anhand mindestens eines der folgenden Kriterien eine Progredienz innerhalb der letzten 12 Monate festgestellt wurde:

  • Zunahme der maximalen Hornhautbrechkraft um ≥ 1 dpt,
  • Zunahme des durch die subjektive Refraktion bestimmten Astigmatismus um ≥ 1 dpt,
  • Abnahme der Basiskurve der bestsitzenden Kontaktlinse um ≥ 0,1 mm.

2. Die GOP 31364 EBM gemäß dem OPS-Kode 5-126.8 ist nur nach Durchführung einer topographischen Untersuchung gemäß Anhang 1 zur Indikationsstellung gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 3 Abs. 2 der Nr. 27 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) berechnungsfähig, bei der die Ermittlung der Zunahme der maximalen Hornhautbrechkraft anhand des Vergleichs von zwei Messwerten erfolgt, die mit demselben Messgerät oder mit Messgeräten erhoben werden, deren Messungen vergleichbar sind.

3. Die GOP 31364 EBM gemäß dem OPS-Kode 5-126.8 ist nur nach Durchführung einer tomographischen Untersuchung nach der GOP 06362 gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 2 der Nr. 27 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) berechnungsfähig, bei der die zu bestimmende Hornhautdicke an der dünnsten Stelle bei Beginn der Bestrahlung mindestens 400μm beträgt. Die Durchführung der tomographischen Untersuchung darf nicht länger als zwei Quartale zurückliegen.

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 31364 in den Abschnitt 31.2.13 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
31364 Eingriff der Kategorie YY4: Hornhautvernetzung mit Riboflavin gemäß Nr. 27 Anlage I der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses je Auge 2704

Die GOP 31364 EBM ist je Auge höchstens einmal im Krankheitsfall berechnungsfähig. Die zweimalige Berechnung der GOP 31364 EBM im Krankheitsfall setzt eine ausführliche Begründung der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall voraus.

Hinweis: Augenärzte, die über eine Genehmigung zum ambulanten Operieren verfügen, können die GOP 31364 abrechnen.

Aufnahme einer Leistung nach den GOP 31737 und 31738 in den Abschnitt 31.4.3 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
31737 Postoperative Behandlung nach der Erbringung einer Leistung nach der GOP 31364 bei Überweisung durch den Operateur einmalig im Zeitraum von 21 Tagen nach Erbringung einer Leistung des Abschnitts 31.2 347

Die GOP 31737 EBM ist am Behandlungstag nicht neben den GOP 06310 und 06340 EBM berechnungsfähig.
Die GOP 31737 EBM ist im Zeitraum von 21 Tagen nach Erbringung einer Leistung des Abschnitts 31.2 nicht neben den GOP 02300 bis 02302, 02310, 02340, 02341,02360, 06310, 06350 bis 06352, 07340, 09360 bis 09362, 09364, 09365, 10330,10340 bis 10342, 15321 bis 15324, 18340, 20364, 20365 und 26350 bis 26352 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
31738 Postoperative Behandlung nach der Erbringung einer Leistung nach der GOP 31364 bei Erbringung durch den Operateur einmalig im Zeitraum von 21 Tagen nach Erbringung einer Leistung des Abschnitts 31.2 159

Die GOP 31738 EBM ist am Behandlungstag nicht neben den GOP 06310 und 06340 EBM berechnungsfähig.
Die GOP 31738 ist im Zeitraum von 21 Tagen nach Erbringung einer Leistung des Abschnitts 31.2 nicht neben den GOP 02300 bis 02302, 02310, 02340, 02341,02360, 06310, 06350 bis 06352, 07340, 09360 bis 09362, 09364, 09365, 10330,10340 bis 10342, 15321 bis 15324, 18340, 20364, 20365 und 26350 bis 26352 berechnungsfähig.

Aufnahme von Bestimmungen in den Abschnitt 36.2.13 EBM
1. Ophthalmochirurgische Eingriffe gemäß dem OPS-Kode 5-126.8 sind nur bei Patienten berechnungsfähig, bei denen gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 2 der Nr. 27 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) ein Keratokonus und eine subjektive Sehverschlechterung vorliegen sowie anhand mindestens eines der folgenden Kriterien eine Progredienz innerhalb der letzten 12 Monate festgestellt wurde:

  • Zunahme der maximalen Hornhautbrechkraft um ≥ 1 dpt,
  • Zunahme des durch die subjektive Refraktion bestimmten Astigmatismus um ≥ 1 dpt,
  • Abnahme der Basiskurve der besitzenden Kontaktlinse um ≥ 0,1 mm.

2. Die GOP 36364 EBM gemäß dem OPS-Kode 5-126.8 ist nur nach Durchführung einer topographischen Untersuchung gemäß Anhang 1 zur Indikationsstellung gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 3 Abs. 2 der Nr. 27 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) berechnungsfähig, bei der die Ermittlung der Zunahme der maximalen Hornhautbrechkraft anhand des Vergleichs von zwei Messwerten erfolgt, die mit demselben Messgerät oder mit Messgeräten erhoben werden, deren Messungen vergleichbar sind.

3. Die GOP 36364 EBM gemäß dem OPS-Kode 5-126.8 ist nur nach Durchführung einer tomographischen Untersuchung nach der GOP 06362 EBM gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 2 der Nr. 27 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) berechnungsfähig, bei der die zu bestimmende Hornhautdicke an der dünnsten Stelle bei Beginn der Bestrahlung mindestens 400 μm beträgt. Die Durchführung der tomographischen Untersuchung darf nicht länger als zwei Quartale zurückliegen.

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 36364 in den Abschnitt 36.2.13 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
36364 Eingriff der Kategorie YY4: Hornhautvernetzung mit Riboflavin gemäß Nr. 27 Anlage I der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses
je Auge
1784

Die GOP 36364 EBM ist je Auge höchstens einmal im Krankheitsfall berechnungsfähig. Die zweimalige Berechnung der GOP 36364 EBM im Krankheitsfall setzt eine ausführliche Begründung der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall voraus.

Aufnahme einer Kostenpauschale 40681 in den Abschnitt 40.11 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
40681 Kostenpauschale für Riboflavin im Zusammenhang mit der Erbringung einer Leistung entsprechend der GOP 31364 86,00

Durch die Aufnahme der vorgenannten GOP des EBM ergeben sich Folgeänderungen in weiteren Präambeln, Bestimmungen und GOP des EBM.

Aufnahme einer Zeile in den Anhang 1 zum EBM

  VP GP SG
Legende Leistung ist in der Versichertenpauschale Kapitel 3 bzw. 4 enthalten Leistung ist möglicher Bestandteil der Grundpauschale(n) Leistung ist in sonstigen GOP enthalten
Topographische Untersuchung der Hornhaut X

Aufnahme einer Zeile in den Anhang 2 zum EBM

OPS
2019
Seite Bezeichnung
OPS 2019
Kategorie OP-
Leistungen
Über-
wachung
Nachbe-
handlung
Überw.
Nachbe-
handlung
Operat.
Nar-
kose
5-126.8 L Vernetzung der Hornhaut mit Riboflavin und UV-A Bestrahlung (Korneales Crosslinking) YY4 31364/
36364
  31737 31738  
5-126.8 R Vernetzung der Hornhaut mit Riboflavin und UV-A Bestrahlung (Korneales Crosslinking) YY4 31364/
36364
  31737 31738  

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 19. Juli 2018 beschlossen, die Behandlungsmethode „UV-Vernetzung mit Riboflavin bei Keratokonus“ in die Anlage I der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung aufzunehmen. Die Vorgaben des Gemeinsamen Bundesauschusses wurden durch die Aufnahme der diagnostischen Begleitleistung der Hornhauttomographie (GOP 06362 EBM) in Kapitel 6 sowie der Aufnahme des operativen Eingriffes gemäß OPS-Kode 5-126.8 „Vernetzung der Hornhaut mit Riboflavin und UV-A Bestrahlung“ über den Anhang 2 zum EBM als ambulanter Eingriff in Kapitel 31 (GOP 31364 EBM) und belegärztlicher Eingriff in Kapitel 36 (GOP 36364 EBM) umgesetzt. Ergänzend werden Leistungen der postoperativen Betreuung bei Überweisung durch den Operateur (GOP 31737 EBM) sowie bei Durchführung durch den Operateur (GOP 31738 EBM) in Kapitel 31 EBM aufgenommen. Die Abbildung der Sachkosten für das Medizinprodukt Riboflavin erfolgt über die Kostenpauschale nach der GOP 40681 in Kapitel 40 EBM. Zudem erfolgt die Abbildung der topographischen Untersuchung der Hornhaut über eine Anpassung der Bewertung der augenärztlichen Grundpauschale nach der GOP 06211 und einer Anpassung des Anhangs 1 im EBM.


GOP 06225 EBM

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 435. Sitzung am 29. März 2019 folgende Änderungen des EBM zum 1. April 2019 beschlossen:
Die GOP 06225 EBM kann nur in Behandlungsfällen berechnet werden, in denen die augenärztliche Behandlung ausschließlich durch (einen) konservativ(e) tätige(n) Augenarzt/-ärzte erfolgt ist. Ein Augenarzt ist konservativ tätig:

  • sofern der Augenarzt in dem Quartal keine der folgenden Leistungen erbracht und berechnet hat: 31101 bis 31108, 31321 bis 31328, 31331 bis 31338, 31350, 31351, 31362, 31364, 36101 bis 36108, 36321 bis 36328, 36331 bis 36338, 36350, 36351, 36358 und 36364,
  • sofern der Augenarzt in dem Quartal keine Leistung(en) erbracht und berechnet hat, die auf regionaler Ebene den o.g. Leistungen entsprechen oder in regional vereinbarten Pauschalen enthalten sind.

Erfolgt in einem Behandlungsfall die Inanspruchnahme sowohl eines/von konservativ tätigen Augenarztes/-ärzten als auch eines/von nicht konservativ tätigen Augenarztes/-ärzten gemäß obiger Definition, so kann die Gebührenordnungsposition 06225 nicht berechnet werden.


Änderung und Erhöhung der Bewertung der Leistung nach der GOP 01732 (Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene) im Abschnitt 1.7.2 EBM

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 29. März 2019 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. April 2019 beschlossen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01732 Gesundheitsuntersuchung bei Erwachsenen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr gemäß der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie 320

Im Zusammenhang mit der GOP 01732 sind die GOP 32880 bis 32882 in Abhängigkeit der in der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie jeweils geforderten Laboruntersuchungen berechnungsfähig.
Die GOP 01732 ist nicht neben den GOP 27310, 32025, 32033, 32057 und 32060 bis 32063 berechnungsfähig. Die GOP 01732 ist im Behandlungsfall nicht neben der GOP 01745 berechnungsfähig.
Aufgrund der Änderung der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie mit Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 19. Juli 2018 haben Versicherte zwischen dem vollendeten 18. und vollendeten 35. Lebensjahr nun einen Anspruch auf eine einmalige Gesundheitsuntersuchung. Bei Versicherten ab dem vollendeten 35. Lebensjahr wird das Untersuchungsintervall von zwei auf drei Jahre verlängert.

Bitte beachten Sie:
Übergangsregelung für Versicherte, die 2017 die Gesundheitsuntersuchung wahrgenommen haben

Danach ist es möglich, dass für Versicherte, bei denen im Jahr 2017 eine Gesundheitsuntersuchung durchgeführt wurde, die Wiederholungsuntersuchung bis zum 30. September 2019 zu terminieren und abzurechnen. Ärzte, die bereits entsprechende Termine vereinbart haben, müssen diese nicht um ein Jahr verschieben.

Für alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahre, bei denen die letzte Gesundheitsuntersuchung im Jahr 2018 (und später) stattgefunden hat, gilt das neue dreijährige Untersuchungsintervall: Wurde 2018 eine Gesundheitsuntersuchung durchgeführt, kann der nächste Check-up wieder ab dem Jahr 2021 erfolgen. Versicherte, die 2019 den Check-up wahrnehmen, haben 2022 wieder Anspruch auf die Untersuchung.

Inhaltlich wurde eine Erweiterung des Beratungsumfangs vorgenommen sowie die Durchführung einer Impfanamnese und die Anwendung von Risikoscores bei erhöhtem kardialem Risiko eingefügt. In Folge des erhöhten Leistungsumfangs wurde eine Höherbewertung der GOP 01732 EBM um 17 Punkte auf insgesamt 320 Punkte beschlossen.
Die Aufnahme des Harnstreifentestes als neue GOP 32033 in den EBM erforderte eine entsprechende redaktionelle Anpassung der Abrechnungsausschlüsse.
Bitte beachten Sie im Hinblick auf die vorgenannten Informationen auch die weiteren Änderungen im Kapitel Labor (siehe weiter unten).


Anpassung EBM Abschnitt 31.2.4 und 36.2.4 zum 1. April 2019

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 12. Dezember 2018 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. April 2019 beschlossen:

Aufnahme einer dritten Bestimmung in den Abschnitt 31.2.4 EBM
Operative Eingriffe an Knochen und Gelenken zur Revision von Osteosynthesematerial mit Reosteosynthese entsprechend den in Abschnitt 31.2.4 Punkt 3 hinterlegten OPS-Kodes. Diese sind nur berechnungsfähig, sofern ein operativer Verfahrenswechsel durch aufgetretene Komplikationen stattgefunden hat.
Die Entfernung von Osteosynthesematerial ist in diesem Zusammenhang nicht gesondert abrechnungsfähig.

Aufnahme einer zweiten Bestimmung in den Abschnitt 36.2.4 EBM
Operative Eingriffe an Knochen und Gelenken zur Revision von Osteosynthesematerial mit Reosteosynthese entsprechend den in Abschnitt 36.2.4 Punkt 2 hinterlegten OPS-Kodes. Diese sind nur berechnungsfähig, sofern ein operativer Verfahrenswechsel durch aufgetretene Komplikationen stattgefunden hat. Die Entfernung von Osteosynthesematerial ist in diesem Zusammenhang nicht gesondert abrechnungsfähig.


Humangenetische Leistungen: Änderungen zum 1. April 2019

Der Bewertungsausschuss hat verschiedene Beschlüsse betreffend Leistungen im Rahmen der Humangenetik mit Wirkung zum 1. April 2019 getroffen. Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte den Beschlüssen des BA aus seiner 432. und 434. Sitzung:

Mit den folgenden Änderungen werden die humangenetischen Beurteilungsleistungen der Mutterschaftsvorsorge (Gebührenordnungspositionen (GOP) 01794 bis 01796), der Empfängnisregelung (GOP 01841) und der Reproduktionsmedizin (GOP 08575) neu gefasst. Der Leistungsinhalt und die Struktur der GOP werden den kurativen humangenetischen Beurteilungsleistungen nach den GOP 11233 bis 11236 angeglichen. Die Beurteilungsleistungen der Mutterschaftsvorsorge sind nach Schwere der Erkrankung differenziert abgebildet.

Die Änderungen im Folgenden:

Humangenetische Beurteilungen:

Streichung der GOP 01790 bis 01792 im Abschnitt 1.7.4 EBM

Aufnahme von Leistungen nach den GOP 01794 bis 01796 in den Abschnitt 1.7.4 EBM:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01794 Ausführliche humangenetische Beurteilung wegen evidenten genetischen und/oder teratogenen Risikos von bis zu 20 Minuten Dauer gemäß Abschnitt A. 3. der Mutterschafts-Richtlinien

zweimal im Krankheitsfall
703

Die GOP 01794 ist nur einmal je Schwangerschaft berechnungsfähig.
Die GOP 01794 ist im Behandlungsfall nicht neben den GOP 01600, 01601, 01841 und 08575 berechnungsfähig.
Die GOP 01794 ist im Krankheitsfall nicht neben den GOP 11230 und 11233 berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01795 Zuschlag zu der GOP 01794 703

Die GOP 01795 ist bei einer erneuten Schwangerschaft im selben Krankheitsfall wiederholt bis zum Höchstwert berechnungsfähig.
Die GOP 01794 und 01795 sind nur in demselben Quartal berechnungsfähig. Die GOP 01795 ist im Krankheitsfall nicht neben der GOP 01796 berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01796 Zuschlag zu der GOP 01794 für eine wissenschaftlich begründete humangenetische Beurteilung bei Vorliegen eines Befundes aus einer weiterführenden sonographischen Diagnostik, aus einer Untersuchung von Nabelschnurblut, Fruchtwasser und/oder Chorionzotten- oder Plazentagewebe hinweisend auf eine genetisch bedingte Erkrankung des Fötus, je weitere vollendete 20 Minuten Arzt-Patienten-Kontaktzeit,

bis zu neunmal im Krankheitsfall
1030

Die GOP 01796 ist bei einer erneuten Schwangerschaft im selben Krankheitsfall wiederholt bis zum Höchstwert berechnungsfähig.
Die GOP 01794 und 01796 sind nur in demselben Quartal berechnungsfähig.
Die GOP 01796 ist im Krankheitsfall nicht neben der GOP 01795 berechnungsfähig.

Streichung der GOP 01835 bis 01839 im Abschnitt 1.7.5 EBM

Aufnahme von Leistungen nach den GOP 01841 und 01842 in den Abschnitt 1.7.5 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01841 Ausführliche humangenetische Beurteilung wegen evidenten genetischen und/oder teratogenen Risikos gemäß B. 4. der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch, je vollendete 20 Minuten Arzt-Patienten-Kontaktzeit,

bis zu sechsmal im Krankheitsfall
553

Die GOP 01841 ist im Fall der Beratung gemäß der Richtlinie nur für einen der beiden Partner berechnungsfähig.
Die GOP 01841 ist im Behandlungsfall nicht neben den GOP 01600, 01601, 01794 und 08575 berechnungsfähig.
Die GOP 01841 ist im Krankheitsfall nicht neben den GOP 11230 und 11233 berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01842 Zuschlag zu den GOP 11502, 11503, 11506 und 11508 für Gemeinkosten und die wissenschaftliche ärztliche Beurteilung und Befundung im Zusammenhang mit einer in-vitro-Diagnostik zur Untersuchung eines möglichen genetischen Risikos gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch,

einmal im Krankheitsfall
927

Die GOP 11502, 11503, 11506 und 11508, für die der Zuschlag nach der GOP 01842 berechnet wird, sind nach Maßgabe der Kassenärztlichen Vereinigung als Leistung der Empfängnisregelung zu kennzeichnen.
Die GOP 01842 unterliegt einer Staffelung je Arzt in Abhängigkeit von der im Quartal erbrachten Anzahl der Leistungen gemäß der GOP 01842. Ab der 1.301. Leistung wird die GOP 01842 mit 742 Punkten bewertet.
Die GOP 01842 ist im Behandlungsfall nicht neben der GOP 08576 berechnungsfähig.
Die GOP 01842 ist im Krankheitsfall nicht neben den GOP 01600 und 01601 berechnungsfähig.

Streichung der GOP 08570 bis 08574 im Abschnitt 8.5 EBM

Aufnahme von Leistungen nach den GOP 08575 und 08576 in den Abschnitt 8.5 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
08575 Humangenetische Beratung und Begutachtung im Zusammenhang mit einer Maßnahme nach Nr. 10.5 der Richtlinien über künstliche Befruchtung bei evidentem genetischen und/oder teratogenen Risiko je vollendete 20 Minuten Arzt-Patienten-Kontaktzeit.

bis zu sechsmal im Reproduktionsfall
553

Die GOP 08575 ist im Fall der Beratung gemäß der Richtlinie nur für einen der beiden Partner berechnungsfähig.
Die GOP 08575 ist im Behandlungsfall nicht neben den GOP 01794, 01841, 11230 und 11233 berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
08576 Zuschlag zu den GOP 11351, 11352, 11502, 11503, 11506 und 11508 für Gemeinkosten und die wissenschaftliche ärztliche Beurteilung und Befundung im Zusammenhang mit einer Maßnahme nach Nr. 10.5 der Richtlinien über künstliche Befruchtung.

einmal im Reproduktionsfall
927

Die GOP 11502, 11503, 11506, 11508, 11351 und 11352, für die der Zuschlag nach der GOP 08576 berechnet wird, sind nach Maßgabe der Kassenärztlichen Vereinigung als Leistung der künstlichen Befruchtung zu kennzeichnen.
Die GOP 08576 unterliegt einer Staffelung je Arzt in Abhängigkeit von der im Quartal erbrachten Anzahl der Leistungen gemäß der GOP 08576. Ab der 1.301. Leistung wird die GOP 08576 mit 742 Punkten bewertet.
Die GOP 08576 ist im Behandlungsfall nicht neben den GOP 01793 und 01842 berechnungsfähig.
Die GOP 08576 ist im Krankheitsfall nicht neben der GOP 11503 berechnungsfähig.

Änderung der Abrechnungsbestimmung zur GOP 11234 im Abschnitt 11.3 EBM

je vollendete 20 Minuten Arzt-Patienten-Kontaktzeit, bis zu fünfmal im Krankheitsfall 553 Punkte

Änderung der Präambel 11.4 Nr. 2 EBM
Die Berechnung der GOP der Abschnitte 11.4.2 und 11.4.3 setzt die Angabe voraus, ob die Leistungen als diagnostische, prädiktive oder als vorgeburtliche Untersuchungen erbracht wurden.
Sofern die Untersuchungen als vorgeburtliche Untersuchung erbracht werden, sind die Leistungen je Fötus gesondert berechnungsfähig und nach Maßgabe der Kassenärztlichen Vereinigungen zu kennzeichnen.

Aufnahme der GOP 01794 bis 01796, 01841, 01842, 08575 und 08576 in den Anhang 3 zum EBM
Entsprechende Prüf- und Kalkulationszeiten sind dort hinterlegt.
Mit Wirkung zum 1. April 2019 werden im Zusammenhang mit der Anpassung der humangenetischen Leistungen nach den Richtlinien über künstliche Befruchtung des Gemeinsamen Bundesausschusses die GOP 08575 und 08576 neu in den EBM aufgenommen und die Leistungen nach den GOP 11501 bis 11503, 11506 und 11508 für die künstliche Befruchtung geöffnet. Die Aufnahme bzw. Öffnung der GOP 08575, 08576, 11501 bis 11503, 11506 und 11508 ersetzt die bisherigen GOP 08570 bis 08574. Die bisherigen Regelungen zur extrabudgetären Vergütung und bundeseinheitlichen Kennzeichnung der humangenetischen Leistungen nach den Richtlinien über künstliche Befruchtung des Gemeinsamen Bundesausschusses werden fortgeführt.
Durch die Streichung der bisherigen Leistungen nach den GOP 01790 bis 01792, 01835 bis 01839 und 08570 bis 08574 und die Aufnahme der GOP 01794 bis 01796, 01841, 01842, 08575 und 08576 ergeben sich Folgeänderungen in weiteren Präambeln, Bestimmungen und GOP.


Wesentliche Änderungen im Abschnitt 32.2 Laborleistungen

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 29. März 2019 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. April 2019 beschlossen:

Neufassung der Gebührenordnungsposition (GOP) im Abschnitt 32.2.8 EBM:
Die im Rahmen der Änderung der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie vorgesehene Aufnahme weiterer Laboruntersuchungen erfolgte durch die Ergänzung der GOP 32882 um die gemäß Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie zusätzlichen Untersuchungen auf Triglyzeride, HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
32882 Bestimmung des Lipidprofils (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceride) gemäß Anlage 1 der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie 1,00

Streichung der dritten Anmerkung und Aufnahme einer neuen dritten Anmerkung hinter der Gebührenordnungsposition 32030 im Abschnitt 32.2.1 EBM

Die GOP 32030 ist für die Untersuchung des Urins mittels Harnstreifentest nicht berechnungsfähig.

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 32033 in den Abschnitt 32.2.1 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
32033 Harnstreifentest auf mindestens fünf der folgenden Parameter: Eiweiß, Glukose, Erythrozyten, Leukozyten, Nitrit, pH-Wert, spezifisches Gewicht, Ketonkörper ggf. einschließlich Kontrolle auf Ascorbinsäure einschließlich visueller oder apparativer Auswertung 0,50

Die sich aus den vorgenannten Änderungen ergebenden Abrechnungsausschlüsse und weitere Detailänderungen zur Anpassung der GOP 32880 und 32881 EBM entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 435. Sitzung unter www.g-ba.de.

Weitere Detailänderungen des EBM

Spezialisierte geriatrische Diagnostik und Versorgung/ Änderungen im Kapitel 30.13 EBM

Mit Wirkung zum 1. Juli 2016 wurde der Abschnitt 30.13 „Spezialisierte geriatrische Diagnostik und Versorgung“ in den EBM aufgenommen. Mit dem 434. Beschluss des Bewertungsausschusses vom 15. März 2019 wurden die Formulierungen der Gebührenordnungspositionen (GOP) 30980, 30981 und 30988 zur Klarstellung der Abrechnungsbestimmungen angepasst:

Durch die Aufnahme einer Nr. 4 in die Präambel des Abschnitts 30.13 ändern sich die folgenden Nr. 4 bis 7 in die Nrn. 5 bis 8:

4.

Die GOP 30988 kann nur berechnet werden, wenn die Leistung nach Durchführung eines weiterführenden geriatrischen Assessments gemäß der GOP 30984 erbracht wurde. Die Durchführung des weiterführenden geriatrischen Assessments darf nicht länger als vier Wochen zurückliegen.

Änderung der Legende der GOP 30980 und 30981 im Abschnitt 30.13 EBM sowie Aufnahme einer Anmerkung

GOP Leistungsbeschreibung
30980 Abklärung vor der Durchführung eines weiterführenden geriatrischen Assessments nach der GOP 30984 durch einen Arzt gemäß Nr. 1 in Absprache mit einem Arzt gemäß Nr. 2 der Präambel des Abschnitts 30.13

Die GOP 30980 ist nur nach Abklärung und konsiliarischer Beratung durch einen Arzt gemäß Nr. 1 mit einem Arzt gemäß Nr. 2 der Präambel des Abschnitts 30.13 berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung
30981 Abklärung vor der Durchführung eines weiterführenden geriatrischen Assessments nach der GOP 30984 durch einen Arzt gemäß Nr. 2 in Absprache mit einem Arzt gemäß Nr. 1 der Präambel des Abschnitts 30.13

Die GOP 30981 ist nur nach Abklärung und konsiliarischer Beratung durch einen Arzt gemäß Nr. 2 mit einem Arzt gemäß Nr. 1 der Präambel des Abschnitts 30.13 berechnungsfähig.

Änderung der Legende der GOP 30988 im Abschnitt 30.13 EBM sowie Aufnahme einer neuen ersten Anmerkung. Die bisherigen Anmerkungen 1 und 2 werden zu Anmerkungen 2 und 3

GOP Leistungsbeschreibung
30988 Zuschlag zu den GOP 03362, 16230, 16231, 21230 und 21231 für die Einleitung und Koordination der Therapiemaßnahmen nachgemäß multiprofessioneller geriatrischer Diagnostik nach Durchführung eines weiterführenden geriatrischen Assessments gemäß GOP 30984

Die Berechnung der GOP 30988 setzt das Vorliegen der Ergebnisse eines weiterführenden geriatrischen Assessments nach der Gebührenordnungsposition 30984 voraus.


Anpassung Anhang 2 EBM zum 1. April 2019

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 12. Dezember 2018 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. April 2019 beschlossen:

Der Anhang 2 zum Einheitlichen Bewertungsmaßstab wird mit Wirkung zum 1. April 2019 an den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) Version 2019 angepasst. In diesem Anhang finden Sie die Zuordnungen der OPS zu den Leistungen nach dem EBM-Kapitel 31 (Ambulantes Operieren) sowie die Leistungen nach dem EBM-Kapitel 36 (belegärztliche Operationen). Die Anpassung wurde durch die jährliche Aktualisierung der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM) und des OPS des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) erforderlich. Dabei handelt es sich um die Aufnahme von neuen OPS-Kodes und die Streichung von ungültigen (beendeten) OPS-Kodes in der Version 2019 im Vergleich zur Version 2018.

Aktuelles zur Abrechnung

Zeitfenster der GOP 01722 EBM

Kurz vor Drucklegung dieser Ausgabe haben wir von der KBV die Nachricht erhalten, dass die Leistung nach der GOP 01722 EBM „Sonographie der Säuglingshüften“ entgegen unserer Mitteilung im Februar 2019 auch im Zeitraum der Toleranzgrenzen mit der U 3 (3. bis 8. Lebenswoche) erbracht werden kann, sofern diese Leistung noch nicht durchgeführt wurde. Sofern in Verbindung mit der U3 ein Termin für die Durchführung vereinbart wurde, ist auch diese Leistung berechnungsfähig. Wir werden daher die Leistung nach der GOP 01722 EBM wie bisher im Zeitraum der Toleranzgrenze zur U3 vergüten.


Meldepflicht für U5 bis U9

Vergütung bei Überschreitung der Toleranzgrenzen

Mit der Verankerung einer Meldepflicht für Ärztinnen und Ärzte im §32a des Heilberufsgesetzes wurde im November 2007 die rechtliche Grundlage für ein verbindliches Einladewesen zur Früherkennung geschaffen. Bestandteil dieses Konzeptes ist die verbindliche Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen für Kinder von U5 bis U9. Diejenigen Kinder, die an den Früherkennungsuntersuchungen U5 bis U9 teilgenommen haben, werden von Praxen auf Grundlage des Heilberufsgesetzes NRW regelmäßig der „Zentralen Stelle Gesunde Kindheit“ des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) gemeldet. Nach Abgleich der von den Ärzten gemeldeten Daten mit denen der Einwohnermeldeämter erkennt die Zentrale Stelle, welche Kinder die Früherkennung nicht in Anspruch genommen haben.
Kommen die entsprechenden Eltern/Sorgeberechtigten einer erinnernden Einladung nicht nach, werden die jeweiligen Kommunen seitens der Zentralen Stelle informiert, die dann in eigener Zuständigkeit entscheiden, ob aufsuchende Hilfe zu leisten ist. Im Zuge des Meldeverfahrens könnte es durch das Erinnerungsschreiben der Zentralen Stelle und evtl. Interventionen der Kommune zur Überschreitung der grundsätzlich geltenden Toleranzgrenzen für die Kinderfrüherkennungsuntersuchungen U5 bis U9 kommen. In solchen Einzelfällen können ausnahmsweise die außerhalb der Toleranzgrenzen liegenden Vorsorgeuntersuchungen abgerechnet werden.

Abrechnung außerhalb der Toleranzgrenzen
So rechnen Sie diese Untersuchungen am besten ab: Zur Hilfestellung anbei eine Tabelle mit der Gebührenordnungsposition (GOP) und entsprechender Toleranzgrenze mit der entsprechenden Symbolnummer (SNR). Wenn die altersentsprechende Kinderfrüherkennungsuntersuchung unter Vorlage des Anschreibens der LZG.NRW und jenseits der Toleranzgrenze wahrgenommen und noch kein Anspruch auf die darauf folgende Kinderfrüherkennungsuntersuchung besteht, wird die jeweilige GOP ab der U5 bis U9 mit dem Buchstabenzusatz T gekennzeichnet.

Untersuchung GOP Toleranzgrenze SNR
U5 01715 5. bis einschließlich 8. Lebensmonat 01715T
U6 01716 9. bis einschließlich 19. Lebensmonat 01716T
U7 01717 20. bis einschließlich 32. Lebensmonat 01717T
U7a 01723 33. bis einschließlich 42. Lebensmonat 01723T
U8 01718 43. bis einschließlich 57. Lebensmonat 01718T
U9 01719 58. bis einschließlich 70. Lebensmonat 01719T

Hinweis zur T-Kennzeichnung:

Die T-Kennzeichnung kann nur nach Meldung des LZG.NRW jenseits der Toleranzgrenzen angewandt werden.

Aktuelles zur DMP Abrechnung

Im Zusammenhang mit der Abrechnung der DMP erreichen uns viele Fragen. Hintergrund ist, dass die Krankenkassen seit dem 1. Quartal 2017 DMP-Leistungen nur noch vergüten, wenn die entsprechenden Dokumentationen fristgerecht, plausibel, fallverlaufskonform und vollständig für wirksam eingeschriebene DMP-Teilnehmer bei der Datenstelle DAVASO eingegangen sind (DMP-Anforderungen-Richtlinie/DMP-A-RL, Stand: 01.04.2019). Liegt eine solche Dokumentation, entsprechend der von DAVASO zur Verfügung gestellten Patientendaten nicht vor, werden die abgerechneten Symbolnummern von der KVWL nicht vergütet.

Durch die Einigung mit DAVASO wird seit dem Quartal 1/2018 ein quartalsgleicher Abgleich zwischen den abgerechneten Symbolnummern und den bei der Datenstelle DAVASO eingereichten vergütungsfähigen Dokumentationen durchgeführt. Darüber hinaus teilen wir Ihnen im Falle einer Nichtvergütung den von DAVASO mitgeteilten Grund mit.

Rückwirkende Änderungen des EBM zum 01.01.2019

Bewertungsanpassung von Schrittmachersystemen

Der Bewertungsausschuss nach § 87 Abs. 1 Satz 1 SGB V hat in seiner 435. Sitzung am 29. März 2019 mit Wirkung zum 1. Januar beschlossen, dass die Bewertungen der Gebührenordnungsposition (GOP) für die Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen mit Wirkung zum 1. Januar 2019 rückwirkend angehoben werden. Die telemedizinische und konventionelle Funktionsanalyse wird nach drei Aggregattypen (Schrittmacher, implantierte Kardioverter oder Defibrillatoren) differenziert vergütet.

Änderung der Bewertungen der Leistungen der Abschnitte 4 und 13 des EBM:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
bis
31.12.2018
ab
01.01.2019
04411 Herzschrittmacher konventionell 347 396
04413 Kardioverter/Defibrillator konventionell 641 732
04414 Kardioverter/Defibrillator telemedizinisch 641 732
04415 CRT konventionell 789 901
04416 CRT telemedizinisch 789 901
13571 Herzschrittmacher konventionell 189 216
13573 Kardioverter/Defibrillator konventionell 350 400
13574 Kardioverter/Defibrillator telemedizinisch 350 400
13575 CRT konventionell 431 492
13576 CRT telemedizinisch 431 492

Änderungen zum 01.01.2019

Diverse Beschlüsse des Bewertungsausschusses

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 12. und 13. Dezember 2018 mehrere Beschlüsse gefasst, die wir nachfolgend zusammengefasst haben. Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte den Beschlüssen des BA aus seiner 430 und 432. Sitzung.

Osteodensitometrie (GOP 34600 und 34601 EBM) wird höher vergütet

Osteodensitometrische Untersuchungen werden ab dem 1. Januar 2019 besser vergütet. Mit dem Beschluss setzt der BA die angekündigte Neubewertung der Leistungen vor dem Abschluss der Arbeiten zur EBM-Weiterentwicklung um.

GOP Kurzlegende Bewertung in Punkten
bis
31.12.2018
ab
01.01.2019
34600 Osteodensitometrische Untersuchung I 161 268
34601 Osteodensitometrische Untersuchung II 161 268

Neue EBM-Leistung für Fachärzte für Orthopädie und/oder Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie und/oder für Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin: Extrakorporale Stoßwellentherapie bei Fasciitis plantaris

Die fokussierte und radiale extrakorporale Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris wird zum 1. Januar 2019 als neue Leistung (GOP 30440) in den Abschnitt 30.4 EBM aufgenommen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
30440 Extrakorporale Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris entsprechend der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (Nr. 26 Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung)

Dreimal im Krankheitsfall
247

Die GOP 30440 EBM kann ausschließlich von Fachärzten für Orthopädie und/oder Fachärzten für Orthopädie und Unfallchirurgie und/oder von Fachärzten für Physikalische und Rehabilitative Medizin berechnet werden und je Fuß in höchstens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen höchstens dreimal im Krankheitsfall.

Die GOP ist nur bei Patienten mit der Diagnose Fasciitis plantaris berechnungsfähig (die Berechnung setzt die Kodierung nach ICD-10-GM: M72.2 unter Angabe des Zusatzkennzeichens für die Diagnosesicherheit voraus). Außerdem müssen Patienten folgende Kriterien erfüllen:

  • der Fersenschmerz hat die gewohnte körperliche Aktivität über mindestens sechs Monate eingeschränkt
  • während dieser Zeit wurden unterschiedliche konservative Therapieansätze (pharmakologische und nicht-pharmakologische) einschließlich patientenzentrierter Maßnahmen über einen ausreichenden Zeitraum ohne relevante Beschwerdebesserung angewandt.

Die Einschränkung der körperlichen Aktivität über mindestens sechs Monate liegt vor, wenn im Zeitraum der letzten zwei Quartale unter Ausschluss des aktuellen Quartals wegen der Fasciitis plantaris mindestens ein Arzt-Patienten-Kontakt pro Quartal stattgefunden hat.

Neue EBM-Leistung (GOP 37400): Mitbetreuung eines Patienten bei Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

Vollstationäre Pflegeheime und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen können ihren Bewohnern eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten (§ 132g SGB V). Diese Aufgaben sollen besonders qualifizierte Berater in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt übernehmen.

Vor diesem Hintergrund hat der Bewertungsausschuss einen neuen Abschnitt 37.4 in den EBM aufgenommen. Für die Mitbetreuung gemäß der Vereinbarung können Ärzte die neu in den EBM aufgenommene GOP 37400 EBM abrechnen. Die Pauschale ist mit 100 Punkten bewertet. Sie kann einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden.

Die Zusatzpauschale beinhaltet die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch des betreuenden Vertragsarztes mit dem besonders qualifizierten Berater über das Angebot der gesundheitlichen Versorgungsplanung und die verwendeten Notfalldokumente. Thema ist auch die schriftliche Patientenverfügung für Notfallsituationen, die der Berater erstellt und die vom betreuenden Vertragsarzt (Hausärzte/Fachärzte) unterschrieben werden soll. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Arzt (auch telefonisch) an einem Beratungsgespräch und/oder einer Fallbesprechung des Beraters mit dem Patienten teilnimmt (gemäß der Vereinbarung nach § 132g Absatz 3 SGB V).

Die GOP 37400 kann nur von einem an der Beratung beteiligten Vertragsarzt berechnet werden.

Verordnung häuslicher Krankenpflege: Erhöhung der Versichertenpauschale

Zum 1. Januar 2019 wird im hausärztlichen Bereich die Versichertenpauschale in der Altersklasse ab dem 76. Lebensjahr um einen Punkt auf 211 Punkte angehoben. Damit soll der zu erwartende Anstieg der Verordnungen von Krankenpflege in dieser Altersklasse abgebildet werden.

Die Erhöhung der Bewertung betrifft die beiden GOP 03000 und 04000 EBM für Versicherte ab Beginn des 76. Lebensjahres.

Humangenetik: Streichung der Ankündigung einer Qualitätssicherungsvereinbarung zu den GOP 11235 und 11236 EBM

Der Bewertungsausschuss verzichtet nun endgültig auf eine Qualitätssicherungs-vereinbarung für humangenetische Beurteilungsleistungen nach den GOP 11235 und 11236 EBM, nachdem die Frist zur Einführung bereits mehrfach verlängert wurde. Daher wird die entsprechende Ankündigung in den Anmerkungen der GOP 11235 und 11236 EBM gestrichen.

Beim obligaten Leistungsinhalt zur schriftlichen Zusammenfassung für den Patienten wird jeweils präzisiert, dass der Patient diese Zusammenfassung in verständlicher Form ggf. einschließlich von Hinweisen zu Selbsthilfegruppen erhält.

Der fakultative Leistungsinhalt der beiden GOP wird um die konsiliarische Erörterung mit anderen Ärzten ergänzt. Dazu folgender Hinweis: Dieser Leistungsinhalt war Bestandteil der Leistungskalkulation. Dieser umfasst nicht und vergütet nicht den Anspruch des Versicherten auf die Hinzuziehung einer weiteren sachverständigen Person in die Beratung nach § 10 Absatz 3 Satz 3 des Gendiagnostikgesetzes.

Pathologie: Aufnahme der GOP 19461 in den EBM in Verbindung mit der Erweiterung des Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Osimertinib (Tagrisso®)

Mit der GOP 19461 EBM wird eine neue, extrabudgetär vergütete Leistung in den Abschnitt 19.4.4 aufgenommen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
19461 Nachweis oder Ausschluss von allen bekannten EGFR-aktivierenden Mutationen in den Exonen 18 bis 21 unter Verwendung von zirkulierender Tumor-DANN zur Indikationsstellung einer gezielten Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom, wenn diese laut Fachinformation obligat ist.

Zweimal im Krankheitsfall
3934

Die GOP 19461 EBM ist nur dann berechnungsfähig, wenn ein nicht kleinzelliges Lungenkarzinom histologisch nachgewiesen ist und nicht genügend Tumorgewebe als Untersuchungsmaterial zur Verfügung steht oder gewonnen werden kann.

Weitere Detailänderungen des EBM

Zum 1. Januar 2019 wurden inhaltliche und redaktionelle Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) vorgenommen, die wir nachfolgend kurz zusammengefasst haben:

Elektronischer Medikationsplan: Versicherte haben Anspruch auf Speicherung auf eGK

Mit dem E‐Health‐Gesetz wurde festgelegt, dass Versicherte ab Januar 2019 Anspruch auf Speicherung des Medikationsplans auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) haben, sofern sie dies wünschen. Technisch ist dies zwar noch nicht umsetzbar, der Bewertungsausschuss (BA) hat aber bereits die nötigen Anpassungen im EBM beschlossen:

Die Übertragung des elektronischen Medikationsplans auf die eGK des Patienten wird in die Gebührenordnungsposition (GOP) 01630 EBM (Erstellung eines Medikationsplans) als fakultativer Leistungsinhalt aufgenommen.

Im Anhang 1 zum EBM wird zudem durch eine Ergänzung konkretisiert, dass die Übertragung des elektronischen Medikationsplans auf die eGK ein Leistungs- bestandteil der Versicherten‐ und Grundpauschalen sowie von sonstigen GOP ist.

Notfalldatensatz betreffend Zuschläge zur internistischen Grundversorgung

Für die Anlage und Löschung eines Notfalldatensatzes auf der eGK ist vorgesehen, dass Ärzte einen Zuschlag zur Grund‐ beziehungsweise Versichertenpauschale erhalten (GOP 01640 bis 01642 EBM). Diese Zuschläge sind nach Anhang 3 des EBM Bestandteil der fachärztlichen Grundversorgung.

Der BA hat nun klargestellt, dass die Zuschläge zur internistischen Grundversorgung – konkret die GOP 13294, 13344, 13394, 13543, 13594, 13644 und 13694 – auch in Behandlungsfällen berechnungsfähig sein werden, in denen ausschließlich die Zuschläge für die Anlage und Löschung eines Notfalldatensatzes berechnet werden.

Bauchaortenaneurysmenscreening: GOP 33043 EBM zukünftig neben GOP 01748 EBM berechnungsfähig

Die kurative Uro‐Genital‐Sonographie nach der GOP 33043 EBM ist künftig neben der sonographischen Untersuchung der Bauchaorta nach der GOP 01748 EBM am gleichen Behandlungstag berechnungsfähig. Der bisherige Abrechnungsausschluss wird aufgehoben. Somit können Vertragsärzte die Uro‐Genital‐Sonographie und das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen an demselben Behandlungstag durchführen und müssen Patienten nicht an zwei Tagen in die Praxis einbestellen. Bezüglich der Wechselzeiten wird allerdings ein Abschlag auf die Gesamtpunktzahl der GOP 33043 EBM erhoben, wenn die GOP 33043 und 01748 EBM nebeneinander berechnet werden.

Samstagszuschlag auch für Fachärzte für diagnostische Radiologie und Strahlentherapie abrechenbar

Auch Fachärzte für diagnostische Radiologie und für Strahlentherapie dürfen den Samstagszuschlag nach der GOP 01102 EBM abrechnen. Der Bewertungsausschuss hat die Abrechenbarkeit der Samstagssprechstunde nach der GOP 01102 EBM für Fachärzte für diagnostische Radiologie und für Strahlentherapie beschlossen. Damit setzt er einen gerichtlichen Vergleich um, der zwischen der KBV und dem GKV‐Spitzenverband sowie der KV Hessen am 10. Januar 2018 vor dem Sozialgericht Marburg getroffen wurde (vgl. Beschluss Sozialgericht Marburg, AZ: S 12 KA 279/17).

Änderung der Zusatzpauschale neuropädiatrische Betreuung

Die Zusatzpauschale für die neuropädiatrische Betreuung (GOP 04433 EBM) ist auch für Patienten mit dem ICD‐10‐Kode G90.60 (komplexes regionales Schmerzsyndrom der oberen Extremität, Typ II: Kausalgie) berechnungsfähig. Hintergrund ist die Streichung des ICD‐10‐Kode G56.4 (Mononeuropathien der oberen Extremität: Kausalgie) durch das DIMDI. Der medizinische Inhalt des ICD‐10‐Kode G56.4 wird über den neuen ICD‐10‐Kode G90.60 abgebildet.

Anpassung des Orientierungswertes

Mit Wirkung zum 1. Januar 2019 beträgt der bundeseinheitliche Punktwert als Orientierungswert 10,8226 Cent. Für das Jahr 2018 betrug der Punktwert 10,6543 Cent.
Diese Änderung wirkt sich auf die regionale Gebührenordnung aus und erhöht die Preise der Leistungen aus dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab.
Gemäß § 87 Abs. 2 e Sozialgesetzbuch V (SGB V) hat der Bewertungsausschuss den bundeseinheitlichen Punktwert als Orientierungswert in Euro zur Vergütung der vertragsärztlichen Leistungen festgelegt.

Rückwirkende Änderungen des EBM zum 1.10.2018

Hyperbare Sauerstofftherapie auch für Dermatologen abrechnungsfähig

Rückwirkend zum 1. Oktober 2018 hat der Bewertungsausschuss (BA) beschlossen, dass auch Dermatologen die Betreuung eines Patienten zwischen den Druckkammerbehandlungen bei der hyperbaren Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom (GOP 30214 EBM) berechnen dürfen.

Herzkatheteruntersuchung mit Koronarangiographie nicht bei belegärztlicher Durchführung berechnungsfähig

Ebenfalls rückwirkend zum 1. Oktober 2018 hat der BA klargestellt, dass die Sachkostenpauschale 40301 EBM für die Durchführung der Messung der myokardialen fraktionierten Flussreserve bei belegärztlicher Durchführung nicht berechnungsfähig ist. Dazu wird die Sachkostenpauschale 40301 EBM in die Nummer 3 der EBM‐Präambel aufgenommen.

Änderungen in 2018

Änderungen zum 01.10.2018

Belegärztliche Operationsverfahren photoselektive Vaporisation u. Thulium-Laserenukleation der Prostata in EBM aufgenommen

Der Bewertungsausschuss hat zum 1. Oktober 2018 die Operationsverfahren der photoselektiven Vaporisation (OPS-Kode 5-601.42) und der Thulium-Laserenukleation (OPS-Kode 5-601.72) der Prostata in den Anhang 2 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) aufgenommen. Die Abbildung erfolgt über die bereits bestehende Gebührenordnungsposition (GOP) 36289 (Laserendoskopischer urologischer Eingriff der Kategorie RW3) sowie über die GOP 36290 (Zuschlag zur GOP 36289) des Abschnitts 36.2.11 EBM.

Hintergrund ist der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 15. Februar 2018, die beiden Behandlungsmethoden in die Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung aufzunehmen.

Die Berechnung der GOP 36289 und 36290 EBM setzt eine Genehmigung nach der QS-Vereinbarung zu nicht-medikamentösen, lokalen Verfahren zur Laserbehandlung des benignen Prostatasyndroms (nach § 135 Abs. 2 SGB V) voraus. Diese Vereinbarung wird nun ebenfalls in Bezug auf die photoselektive Vaporisation und Thulium-Laserenukleation erweitert.

Übergangsregelung: Bis zum Inkrafttreten der erweiterten Vereinbarung können die neu aufgenommenen OPS-Kodes übergangsweise bei Vorliegen einer Genehmigung nach der bestehenden Vereinbarung berechnet werden. Die Übergangsregelung gilt längstens bis zum 31. Dezember 2018.

Neue GOP für die hyperbare Sauerstofftherapie bei schwerem DFS

Der Bewertungsausschuss hat am 18. September 2018 die Neufassung des Abschnitts 30.2 (Chirotherapie und hyperbare Sauerstofftherapie) des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) beschlossen.

Die hyperbare Sauerstofftherapie wurde zum 1. Oktober 2018 als neuer Abschnitt 30.2.2 in den EBM aufgenommen. Patienten mit schwerem diabetischem Fußsyndrom können somit ambulant mit der hyperbaren Sauerstofftherapie behandelt werden.

Die neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Wertigkeit in Punkten
30210 Teilnahme an einer multidisziplinären Fallkonferenz zur Indikationsüberprüfung eines Patienten mit diabetischem Fußsyndrom vor Überweisung an ein Druckkammerzentrum […]

Einmal im Krankheitsfall
64
30212 Indikationsüberprüfung eines Patienten mit diabetischem Fußsyndrom vor Überweisung an ein Druckkammerzentrum […]

Einmal im Krankheitsfall
343
30214 Betreuung eines Patienten zwischen den Druckkammerbehandlungen […]

Je Bein, je Sitzung
140
30216 Untersuchung auf Eignung und Feststellung der Druckkammertauglichkeit vor der ersten Druckkammersitzung für die hyperbare Sauerstofftherapie […] 323
30218 Hyperbare Sauerstofftherapie […]

Einmal am Behandlungstag
1173

Die GOP 30216 und 30218 EBM können nur berechnet werden, wenn der Arzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung zur Durchführung der hyperbaren Sauerstofftherapie besitzt. Die Genehmigung wird erteilt, wenn die Anforderungen der Qualitätssicherungsvereinbarungen Hyperbare Sauerstofftherapie gemäß § 135 SGB V erfüllt sind. Bis zum Inkrafttreten dieser QS-Vereinbarung gilt folgende Übergangsregelung: Zur Erteilung einer Genehmigung müssen die Anforderungen des Anhangs zum Abschnitt 30.2.2 EBM erfüllt sein. Dieser Anhang wurde ebenfalls zum 1. Oktober 2018 beschlossen und regelt bis zum Inkrafttreten der QS-Vereinbarung Hyperbare Sauerstofftherapie die fachliche Befähigung und die Anforderung an die Durchführung der hyperbaren Sauerstofftherapie.

Hintergrund: Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte am 21. September 2017 beschlossen, die Behandlungsmethode in die Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- und Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung (MVV-RL) aufzunehmen (wir informierten in KVWL kompakt – praxisintern; Ausgabe 2 vom 27. Februar 2018).

QS-Vereinbarung zur Rhythmusimplantat-Kontrolle: EBM angepasst

Zum 1. Oktober 2018 trat die Neufassung der Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen zur Kontrolle von aktiven kardialen Rhythmusimplantaten (QS-Vereinbarung Rhythmusimplantat-Kontrolle nach § 135 Abs. 2 SGB V) in Kraft, auf die sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband verständigt hatten. Damit wird die bisherige Qualitätssicherungsvereinbarung zur Funktionsanalyse eines Herzschrittmachers vom 1. April 2006 ersetzt. Dementsprechend hat der Bewertungsausschuss in seiner 426. Sitzung am 18. September 2018 Anpassungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) beschlossen: In der jeweils ersten Anmerkung zu den Gebührenordnungspositionen (GOP) 04411, 04413, 04415, 13571, 13573 und 13575 EBM sowie der jeweils zweiten Anmerkung zu den GOP 04414, 04416, 13574 und 13576 wurde der Verweis auf die nun gültige QS-Vereinbarung zur Rhythmusimplantat-Kontrolle aufgenommen. Außerdem wurden die Präambel zu Kapitel 13.1 EBM sowie die Bestimmung Nr. 2 zu Abschnitt 13.3.5, die Näheres zu der Berechnungsfähigkeit der o.g. GOP beschreiben, angepasst.

Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve bei koronarer Herzkrankheit in EBM aufgenommen

Der Beschluss zur Änderung der Richtlinie „Methoden vertragsärztliche Versorgung“ ist bereits am 1. Februar 2018 in Kraft getreten. Wir informierten in KVWL kompakt – praxisintern (Ausgabe 3 vom 27. März 2018) über die Aufnahme der „Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (FFR) bei koronarer Herzkrankheit“ als neue Untersuchungsmethode in die vertragsärztliche Versorgung.

Mit Beschluss vom 18. September 2018 hat der Bewertungsausschuss die Vergütung für diese neue Leistung festgelegt: Zum 1. Oktober 2018 wurden die Gebührenordnungsposition (GOP) 34298 EBM als Zuschlag zur bereits bestehenden GOP 34291 EBM sowie die Kostenpauschale GOP 40301 EBM in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

Hier die neuen GOP im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
34298 Zuschlag zu der GOP 34291 für die Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve gemäß Nr. 23 der Anlage 1 „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses

Einmal im Behandlungsfall
980
40301 Kostenpauschale für die Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 34298

Diese Kostenpauschale enthält alle Sachkosten, einschl. der Kosten für Kontrastmittel und Sprechstundenbedarf. Die Allgemeinen Bestimmungen nach Nr. 7 finden keine Anwendung.
660

Die Messung darf nur von Fachärzten für Innere Medizin und Kardiologie durchgeführt werden, die über eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zur Durchführung der Leistungen nach der QS-Vereinbarung zur invasiven Kardiologie (gemäß § 135 Abs. 2 SGB V) verfügen. Die Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 SGB V zur Ausführung und Abrechnung invasiver kardiologischer Leistungen (Vereinbarung zur invasiven Kardiologie) wird bis spätestens zum 1. Januar 2019 angepasst.

Bis dahin gilt folgende Übergangsregelung: Die GOP 34298 EBM ist berechnungsfähig, wenn eine Genehmigung der KV nach der QS-Vereinbarung zur invasiven Kardiologie in der Fassung vom 26. September 2012 vorliegt (in Kraft getreten am 1. Januar 2013).

Krankentransport-RL: GOP 01416 EBM für Psychotherapeuten abrechenbar

Die Begleitung eines Kranken durch den behandelnden Arzt beim Transport zur unmittelbar notwendigen stationären Behandlung ist über die Gebührenordnungsposition (GOP) 01416 EBM abgebildet. Seit dem 1. Oktober 2018 kann diese Leistung auch von Psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten berechnet werden. Insbesondere bei Notfalleinweisungen aufgrund von akuter Selbst- und Fremdgefährdung kann die Begleitung eines Kranken durch den behandelnden Vertragspsychotherapeuten notwendig sein. Dazu wurde die GOP 01416 (Begleitung eines Kranken durch den behandelnden Arzt beim Transport) in die Nr. 5 der Präambel 23.1 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs aufgenommen (s. Beschluss des Bewertungsausschusses vom 18. September 2018).

Hintergrund sind die Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 16. März 2017 zur Änderung der Krankentransport-Richtlinie und der Krankenhauseinweisungs-Richtlinie. Die Verordnung einer Krankenbeförderung und von Krankenhausbehandlung ist bereits im EBM abgebildet.

Mammographie Screening: Neue GOP 19317 EBM

In der Anlage VI 2.6 der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) wurde Ende 2017 die Dokumentation des Mammographie-Screenings um das Grading und die Bestimmung des Rezeptorstatus erweitert. Mit Beschluss des Bewertungsausschusses (423. Sitzung am 28. Juni 2018) wurden die hierfür notwendigen Leistungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) in der Gebührenordnungsposition (GOP) 19317 EBM zusammengefasst.

Die neue GOP 19317 im Abschnitt 19.3 EBM:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
19317 Grading mittels Morphometrie sowie immunhistochemische Bestimmung des Estrogen- und Progesteron-Rezeptorstatus eines Materials gemäß Krebsfrüherkennungs-Richtlinie Anlage VI Nummer 2.6

Die GOP 19317 EBM ist am Behandlungstag nicht neben den GOP 19310, 19321 und 19322 EBM berechnungsfähig.
1356

Änderungen bei der Verordnung von Mutter-/Vater-Kind-Kuren

Für die Verordnung von medizinischer Vorsorge für Mütter und Väter nach § 24 SGB V wird zum 1. Oktober 2018 ein bundesmantelvertraglich vereinbartes Verordnungsformular (Muster 64) eingeführt. Der Bewertungsausschuss hat in seiner 417. Sitzung die Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) festgelegt.

Für das Ausstellen des Musters 64 wird im Abschnitt 1.6 EBM die Gebührenordnungsposition (GOP) 01624 in den EBM aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01624 Verordnung medizinischer Vorsorge für Mütter oder Väter gemäß § 24 SGB V unter Verwendung des Vordrucks Muster 64 210

Für das Ausstellen des Musters 65 (Ärztliches Attest Kind) ist zukünftig die GOP 01622 EBM berechnungsfähig. Hierfür wird die Leistungslegende der GOP 01622 EBM um das Muster 65 ergänzt.

SKT: Neue VKNR für das Jugendamt Münster

Ab dem 1. Oktober 2018 gibt es im Bereich der KVWL eine neue Vertragskassennummer (VKNR) zur Abrechnung von Leistungen mit dem Jugendamt der Stadt Münster. Die neue VKNR lautet 19831 (Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster). Bitte achten Sie bei der Erstellung Ihrer Abrechnung darauf, die richtige Kassennummer einzugeben!

Änderungen zum 01.07.2018

Änderungen des EBM zum 1. Juli 2018

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 28. Juni 2018 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) zum 1. Juli 2018 beschlossen:

  • In Anlehnung an die zum 1. April 2018 in Kraft getretene Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor wurden in den Abschnitten 1.7, 12.1 und 32.3 EBM die Verweise auf die Vereinbarung redaktionell angepasst.
  • Die Leistung für die Erweiterte Neugeborenen-Screeninguntersuchung aus dem Abschnitt 1.7.1 EBM wird ab dem 1. Juli 2018 geringfügig höher bewertet:
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
bis
30.06.2018
ab
01.07.2018
01724 Erweiterte Neugeborenen-Screeninguntersuchung der Zielkrankheiten mittels Laboruntersuchungsverfahren bzw. mittels der Tandemmassenspektrometrie 117 147
  • Im Zusammenhang mit den Anpassungen des EBM zur schnellen und qualitätsgesicherten Antibiotikatherapie an den Stand von Wissenschaft und Technik – ebenfalls zum 1. Juli 2018 – wurden nun Folgeanpassungen für die ausgenommenen Gebührenordnungspositionen (GOP) der Kennnummer 32006 vorgenommen. Aus der Liste der ausgenommenen GOP wurden die Leistungen nach den GOP 32766 und 32767 EBM gestrichen. Stattdessen gehören jetzt die GOP 32759, 32772, 32773, 32774 und 32775 EBM zu den ausgenommenen GOP.

Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte dem Beschluss des BA aus seiner 423. Sitzung.

Änderung bei der Bedruckung von Formularen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich auf eine Anpassung der Bedruckungsvorschriften geeinigt. Zum 1. Juli 2018 hat sich die Bedruckung des Personalienfelds auf Formularen geändert. Die Anpassung betrifft ausschließlich das Statusfeld.

Im Statusfeld werden zukünftig alle sieben Stellen bedruckt. Liegen bei einem Patienten neben der Versichertenart (1 = Mitglied, 3 = familienversichert, 5 = Rentner) keine weiteren Statusangaben vor, so werden die Folgestellen hinter der 1, 3 oder 5 durchweg mit der „0“ bedruckt, etwa 1000000.

Beispiel: Liegen weitere Statusangaben vor, und nimmt dieser Patient beispielsweise am Disease-Management-Programm Koronare Herzkrankheit teil, so würde die Nummer 1000300 im Statusfeld aufgedruckt.

Das Bedrucken bisher leerer Stellen hinter der Versichertenart mit dem Wert „0“ soll Fehlern beim Einlesen von Formularen vorbeugen. Da die Änderung nur die Bedruckung des Statusfeldes betrifft, müssen Praxen keine neuen Formulare bestellen. Die Umstellung erfolgt mit dem Quartals-Update der Praxisverwaltungssysteme.

Verlängerung Übergangsregelung Herzschrittmacher

Die Vereinbarung zur Funktionsanalyse von Kardiovertern bzw. Defibrillatoren und Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V wird erst zum 1. Oktober 2018 in Kraft treten. Daher hat der Bewertungsausschuss am 28. Juni 2018 eine erneute Verlängerung der vereinbarten Übergangsregelung bis zum 30. September 2018 beschlossen.

Entsprechend des Beschlusses der 423. Sitzung wurden redaktionelle Anpassungen der jeweils ersten Anmerkung zu den Gebührenordnungspositionen (GOP) 04413, 04415, 13573 und 13575 EBM sowie der jeweils zweiten Anmerkung zu den GOP 04414, 04416, 13574 und 13576 EBM vorgenommen.

Anpassung Kapitel 32 EBM: Einsatz von Diagnostika zur schnellen u. qualitätsgesicherten Antibiotikatherapie

Der Erweiterte Bewertungsausschuss (EBA) hat in seiner 54. Sitzung Anpassungen von labordiagnostischen Leistungen zur schnellen und qualitätsgesicherten Antibiotikatherapie mit Wirkung zum 1. Juli 2018 beschlossen. Ziel der Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) ist, die weitere Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen durch den Einsatz von Diagnostika zur zielgerichteten und qualitätsgesicherten Verordnung von Antibiotika zu reduzieren.

Um dadurch eine Reduktion der Antibiotikaverordnungen zu erreichen, ist nach den entscheidungserheblichen Gründen zum Beschluss regelhaft die sichere Unterscheidung zwischen bakterieller und viraler Infektion notwendig. Dazu wird die Bestimmung des Biomarkers Procalcitonin zur Unterscheidung zwischen einer viralen oder bakteriellen Atemwegsinfektion mit der Gebührenordnungsposition (GOP) 32459 in den EBM aufgenommen. Entsprechend der Aussage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zum Beschluss des EBA besteht keine Verpflichtung, vor jeder Antibiotikaverordnung zwingend eine Labordiagnostik durchzuführen, sondern lediglich in Fällen, in denen es medizinisch indiziert und wirtschaftlich ist.

Des Weiteren sind die GOP 32692 und 32759 zur schnelleren Erregerdifferenzierung mittels MALDI-TOF-Massenspektrometrie neu im EBM.

Die neuen GOP im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in
Euro

32459

Procalcitonin (PCT)

9,60

32692

Differenzierung gezüchteter Pilze mittels MALDI-TOF-Massenspektrometrie

je Art

(bei derselben Art nicht neben den GOP 32688 und 32689 EBM berechnungsfähig)

6,59

32759

Differenzierung von in Reinkultur gezüchteten Bakterien mittels MALDI-TOF-Massenspektrometrie

je Bakterienart

(bei derselben Bakterienart nicht neben den GOP 32760 bis 32765 EBM berechnungsfähig)

6,59

32772*

Semiquantitative nach EUCAST oder CLSI ausgewählte Empfindlichkeitsprüfungen von in Reinkultur gezüchteten klinisch relevanten gramnegativen Bakterien

je Bakterienart, höchstens zwei Bakterienarten je Untersuchungsprobe

6,93

32773*

Semiquantitative nach EUCAST oder CLSI ausgewählte Empfindlichkeitsprüfungen von in Reinkultur gezüchteten klinisch relevanten grampositiven Bakterien

je Bakterienart, höchstens zwei Bakterienarten je Untersuchungsprobe

6,93

32774

Zuschlag zur GOP 32772 EBM

je Bakterienart und Resistenzmechanismus

8,50

32775

Zuschlag zur GOP 32773 EBM

je Bakterienart und Resistenzmechanismus

8,50

*Der Höchstwert für die Untersuchungen der GOP 32772 und 32773 EBM beträgt je Untersuchungsprobe 20,79 Euro.

Nachfolgend sind weitere EBM-Anpassungen zu dieser Thematik zusammengefasst:

  • Die Leistung nach der GOP 32708 EBM entspricht nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik, die GOP wird somit aus dem EBM gestrichen. Für die Erfassung von angeborenen Stoffwechseldefekten stehen sensitivere und spezifischere enzymatische und chromatographisch-massenspektrometrische Verfahren im EBM zur Verfügung.
  • Die Empfindlichkeitsprüfungen nach den GOP 32766 und 32767 EBM werden gestrichen und in den GOP 32772 und 32773 EBM (s. Tabelle) neu gefasst.
  • Aufgrund sich überschneidender Leistungsinhalte sind die GOP 32151 (kulturelle bakteriologische und/oder mykologische Untersuchung) und 32720 (Urinuntersuchung) EBM am Behandlungstag nicht nebeneinander berechnungsfähig.
  • Die Kosten für mikrobiologische Tests wirken sich nicht auf den Wirtschaftlichkeitsbonus aus, dazu wird die Kennnummer 32004 in den Abschnitt 32.1 EBM aufgenommen.

Weiterführende Informationen entnehmen Sie dem Beschluss des EBA aus seiner 54. Sitzung.

Änderungen zum 01.04.2018

Abklärungskoloskopien nach positivem iFOBT als kurative Leistung abrechnen

Der Erweiterte Bewertungsausschuss (EBA) hat in seiner 54. Sitzung am 14. März 2018 mit sofortiger Wirkung zum 1. April 2018 beschlossen, dass die Abklärungskoloskopie nach positivem iFOBT als kurative Leistung über die Gebührenordnungsposition (GOP) 13421 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) abzurechnen ist. Damit ist die Abrechnung dieser Leistung über die GOP 01741 EBM seit dem 1. April 2018 ausgeschlossen.

Mit dieser Entscheidung schloss sich der EBA der Auffassung des GKV-Spitzenverbandes an. Der GKV-Spitzenverband – und in der Folge auch der EBA – sind der Auffassung, dass eine Abklärungskoloskopie nach einem positiven iFOBT nicht mehr der Früherkennung von Darmkrebs diene und daher eine kurative Untersuchung sei.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ist hingegen der Auffassung, dass es sich nach wie vor um eine präventive Leistung handelt, die mit der GOP 01741 EBM abzurechnen ist, da sie nach den Vorgaben der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie erfolgen müssen. Die Untersuchung der weiteren Abklärung eines auffälligen Befundes stelle zudem nur einen Risikofaktor dar und sei noch nicht mit einer Krankheit gleichzusetzen. Der EBA übersehe ferner, dass auch andere Früherkennungsprogramme, wie das Mammographie-Screening und das Neugeborenen-Hörscreening, die Abklärung auffälliger Befunde umfasse, daher könne für einen auffälligen iFOBT nichts anderes gelten.

Die KBV prüft aufgrund der vorstehenden Argumentation derzeit die Erfolgsaussichten einer möglichen Klage gegen diesen Beschluss.

Anordnung der sofortigen Vollziehung

Der EBA hat die sofortige Vollziehung dieses Beschlusses angeordnet. Damit hätte eine mögliche Klage der KBV gegen diesen Beschluss keine aufschiebende Wirkung, d. h. der Beschluss kann bzw. wird ohne (weiteren) Zeitverzug, den eine Klage andernfalls zur Folge hätte, umgesetzt.

Für die die Leistung abrechnenden Ärzte bedeutet dies, dass seit dem 1. April 2018 die Abklärungskoloskopie nach einem positiven iFOBT als kurative Leistung über die GOP 13421 EBM abzurechnen ist.

Verordnung von Soziotherapie und Rehabilitation auch für Psychotherapeuten abrechnungsfähig

Nach Inkrafttreten der Änderungen für die Rehabilitations- und Soziotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), hat der Bewertungsausschuss in seiner 416. Sitzung den Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) mit Wirkung zum 1. April 2018 angepasst. Seit dem 1. April 2018 können Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (im Folgenden nur: Psychotherapeuten) die Leistungen zur Verordnung von medizinischen Rehabilitationen und Soziotherapien abrechnen. Die Vergütung dieser Leistung erfolgt seit dem 1. April 2018 für alle abrechnungsberechtigten Ärzte extrabudgetär und damit zu festen Preisen.

Soziotherapie

Die Verordnung von Soziotherapie wird über die Gebührenordnungspositionen (GOP) 30810 und 30811 EBM abgerechnet. Die beiden GOP sind jeweils mit 168 Punkten bewertet, dies entspricht einem Betrag in Höhe von 17,90 Euro.

Die Erstverordnung der Soziotherapie wird über die GOP 30810 EBM abgerechnet. Neben dem bloßen Ausstellen der Verordnung umfasst diese Leistung beispielsweise auch, die Betreuung des Patienten bei der Auswahl des Soziotherapeuten sowie bei der Erstellung des Betreuungsplans zu unterstützen.

Die Folgeverordnung wird über die GOP 30811 EBM abgerechnet. Der Psychotherapeut überprüft hier unter anderem den soziotherapeutischen Behandlungsplan, passt diesen bei Bedarf an und beobachtet den Therapieverlauf im Ganzen.

Zur Verordnung der vorstehenden Leistungen ist das Formular 26 zu nutzen, dieses ist in den Praxisverwaltungssystemen (PVS) hinterlegt. Die GOP 30810 und 30811 EBM sind genehmigungspflichtig. Der Psychotherapeut kann diese Leistungen also nur abrechnen, wenn ihm eine Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) erteilt wurde.

Das entsprechende Antragsformular finden Sie im Internet hier:

Antrag auf Genehmigung

Maßnahmen zur Rehabilitation

Die Verordnung von Rehabilitationen wird über die GOP 01611 EBM abgerechnet. Die Leistung ist mit 302 Punkten bewertet, was einem Betrag von 32,18 Euro entspricht. Für die Verordnung ist vom Psychotherapeuten das Formular 61 – ebenfalls im PVS hinterlegt – zu verwenden.

Gemäß § 2 Abs. 5 der Rehabilitationsrichtlinie des GBA können Psychotherapeuten nur bei bestimmten Diagnosen Leistungen zur Rehabilitation verordnen.

Die Verordnung einer Rehabilitation durch einen Psychotherapeuten ist demnach nur zulässig, wenn eine Diagnose aus dem Indikationsspektrum zur Anwendung von Psychotherapie entweder gemäß der jeweils aktuell geltenden Psychotherapie-Richtlinie vorliegt oder gemäß Anlage I Nummer 19 (Neuropsychologische Therapie) dort unter § 4 der Richtlinie des G-BA zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der vertragsärztlichen Versorgung vorliegt.

Über diese definierten Indikationsbereiche hinaus ist eine Verordnung auch dann zulässig, wenn eine Diagnose aus dem Indikationsspektrum des Kapitels V („Psychische und Verhaltensstörungen“) der ICD-10-GM Version 2017 vorliegt und eine Abstimmung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt erfolgt.

Kostenträger für diese Leistungen ist die gesetzliche Krankenversicherung. Abzugrenzen ist dies von Rehabilitationsleistungen, für die die deutsche Rentenversicherung Kostenträger ist. Diese dürfen nach wie vor nicht verordnet werden.

GOP 01738 EBM: keine Abrechnung der PFG

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 411. Sitzung am 19. Dezember 2017 klargestellt, dass die Gebührenordnungsposition (GOP) 01738 (Hämoglobin im Stuhl, immunologisch) des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) nicht unter die fachärztliche Grundversorgung fällt.

Die Durchführung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen des Abschnitts 32.3 EBM und entsprechender Untersuchungen im Abschnitt 1.7 EBM stellen grundsätzlich keinen Bestandteil der Grundversorgung dar. Folglich kann die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) nicht abgerechnet werden, wenn im Behandlungsfall die quantitative immunologische Bestimmung von occultem Blut im Stuhl (iFOBT) im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung durchgeführt wird.

Diese Regelung gilt ab dem 1. April 2018 und wurde im Anhang 3 des EBM entsprechend gekennzeichnet.

Neue Symbolnummern für die Abrechnung der transurethralen Therapie mit Botulinumtoxin

Auf dieser Seite unter dem Titel Änderungen zum 01.01.2018 in der Rubrik Weitere Änderungen des EBM zum 1. Januar 2018 informieren wir Sie bereits über die neuen Leistungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab für die transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin. Im Nachgang hierzu möchten wir Sie über die diesbezüglich hinzugekommenen Symbolnummern (SNR) in Kenntnis setzen:

Die Gebührenordnungsposition (GOP) 08311 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) ist mit einem „T“ zu kennzeichnen, wenn bei dem Patienten gleichzeitig eine transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin nach den GOP 08312 durchgeführt wird. Diese Kennzeichnung ist notwendig, da die Anmerkung der GOP 08312 EBM in diesem Fall vorsieht, dass die Prüfzeit entfällt.

Die GOP 26310 und 26311 EBM sind ebenfalls mit einem „T“ zu kennzeichnen, wenn bei dem Patienten gleichzeitig eine transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin nach der GOP 26316 EBM durchgeführt wird. Hintergrund ist, dass sich gemäß der GOP 26316 EBM die Prüfzeit der in derselben Sitzung abgerechneten GOP 26310 EBM um zehn Minuten verkürzt. Bei Berechnung des Zuschlags nach der GOP 26316 EBM fällt die Prüfzeit der in derselben Sitzung abgerechneten GOP 26311 EBM weg.

Diese Symbolnummern müssen Sie in Ihrer Abrechnung bei Vorliegen der vorstehenden Voraussetzung verwenden, damit die geänderten Prüfzeiten bei der Prüfung berücksichtigt werden können.

Prostata-Operation mittels Thulium-Laserresektion

Fachärzte für Urologie mit Belegarztanerkennung können nach entsprechender Genehmigung durch die KVWL Prostataoperationen mittels Thulium-Laserresektion ab 1. April 2018 über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abrechnen.

Mit Beschluss vom 15. Juni 2017 nahm der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) die Thulium-Laserresektion zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms in die Richtlinie zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der vertragsärztlichen Versorgung in Anlage 1 Nummer 21 auf.

Dieses neue Operationsverfahren bildet sich im EBM über die bereits bestehende Gebührenordnungsposition (GOP) 36289 EBM mit der OP-Kategorie laserendoskopischer urologischen Eingriffs (OP-Kategorie RW3) sowie dem Zuschlag nach der GOP 36290 EBM des Abschnitts 36.2.11 EBM ab. Der Anhang 2 des EBM wurde in diesem Zusammenhang um den OPS-Kode 5-601.73 (Transurethrale Exzision und Destruktion von Prostatagewebe: Exzision durch Laser) erweitert.

Die Vergütung der Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit extrabudgetär zu festen Preisen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in
Euro

36289

Laserendoskopischer urologischer Eingriff bis 45 Minuten Dauer

224,59

36290

Zuschlag zur GOP 36289 je weitere vollendete 15 Minuten Schnitt-Naht-Zeit

38,78

36505

Postoperative Überwachung

12,79

36823

Anästhesie und/oder Narkose

101,11

36829

Zuschlag bei Fortsetzung einer Anästhesie und/oder Narkose bei Verlängerung eines Eingriffs nach der GOP 36289 entsprechend dem Zuschlag nach der GOP 36290

20,35

Laborreform - Wirtschaftlichkeitsbonus

Neue Berechnung und Anpassungen

Aufgrund der überproportionalen Mengenzunahme bei den Laborleistungen in den letzten Jahren und den daraus resultierenden Finanzierungsproblemen treten zum 01.04.2018 bundesweit Änderungen in der Vergütungssystematik des Laborbereichs in Kraft.

Dies betrifft neben den Änderungen des Honorarverteilungsmaßstabs auch Neuerungen beim Labor-Wirtschaftlichkeitsbonus im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM).

Der Wirtschaftlichkeitsbonus belohnt nach wie vor einen wirtschaftlichen Umgang mit Laborleistungen: Bleiben die Kosten für veranlasste und eigenerbrachte Leistungen (Abschnitt 32.2 und 32.3 EBM) unterhalb einer Bewertungsgrenze, erhalten Ärzte zusätzliches Geld. Je nach Fachgruppe und Zahl der Behandlungsfälle können das bis zu mehreren tausend Euro im Quartal sein.

Der Wirtschaftlichkeitsbonus wird zukünftig einfacher und transparenter. Die Abrechnung erfolgt weiterhin mit der Gebührenordnungsposition (GOP) 32001 EBM. Die GOP wird von der Kassenärztlichen Vereinigung für jeden Behandlungsfall (jetzt auch für Fälle mit Kennnummern) zugesetzt, bei dem eine Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliarpauschale abgerechnet wurde.

Bewertung GOP 32001 je Fachgruppe

Die geänderte Berechnung ab dem 01.04.2018

Zur Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus gibt es ab 01.04.2018 zwei entscheidende Parameter: Die tatsächlich veranlassten und eigenerbrachten Laborkosten der Praxis und die neuen arztgruppenspezifischen begrenzenden Fallwerte. Letztere geben vor, wie hoch die durchschnittlichen Kosten je Behandlungsfall sein dürfen, um den Wirtschaftlichkeitsbonus zu erhalten. Beide Werte werden schließlich miteinander verglichen.

Begrenzende Fallwerte für jede Arztgruppe

Die arztgruppenspezifischen begrenzenden Fallwerte sind im EBM abgebildet. Dabei gibt es für jede Fachgruppe zwei Werte: einen unteren begrenzenden Fallwert, bis zu dem Ärzte den Bonus in voller Höhe erhalten, und einen oberen begrenzenden Fallwert, ab dem es keinen Bonus gibt. Liegen die Laborkosten der Praxis zwischen beiden Werten, wird der Bonus anteilig ausgezahlt.

Arztgruppenspezifische untere und obere begrenzende Fallwerte in Euro

Die Rechenschritte im Detail

Ärzte müssen sich um die genaue Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus eigentlich nicht kümmern: Diese Aufgabe übernimmt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) bei der Quartalsabrechnung. Der Bonus (GOP 32001 EBM) wird automatisch zugesetzt. Um aber die Rechenschritte nachvollziehen zu können, sind ein paar Erläuterungen hilfreich:

Ermittlung des arztpraxisspezifischen Fallwertes

Um die Laborkosten der Praxis mit den arztgruppenspezifischen Fallwerten vergleichen zu können, wird zunächst der arztpraxisspezifische Fallwert berechnet. Dieser Wert umfasst die durchschnittlichen Laborkosten einer Praxis je Behandlungsfall. Dazu werden die Laborkosten der Praxis durch die Anzahl der Behandlungsfälle dividiert.

Welche Kosten fließen ein:

In die Summe der Kosten fließen alle Laborleistungen nach den Abschnitten 32.2 und 32.3 EBM ein, die eine Praxis von Laborgemeinschaften bezogen (Muster 10A), als Auftragsleistung überwiesen (Muster 10) und/oder selbst durchgeführt hat.

Welche Kosten fließen nicht ein:

Nicht addiert werden die Kosten der Laboruntersuchungen, die unter die Kennnummer-Regelung (sog. Ausnahmetatbestände) fallen. Auftragsleistungen, die von der Arztpraxis abgerechnet werden, bleiben ebenfalls unberücksichtigt.

Welche Fälle werden gezählt:

Es werden alle Behandlungsfälle im Quartal gezählt, in denen mindestens eine Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliarpauschale der EBM-Kapitel 3, 4, 7 bis 11, 13, 16, 17, 18, 20, 21, 26, 27 oder 30.7 abgerechnet wurde.

Bei Ärzten, die an einem Selektivvertrag teilnehmen, werden auch die folgende Fälle gezählt: Wenn für Selektivvertragspatienten Laborleistungen weiter als kollektivvertragliche Leistung veranlasst oder abgerechnet werden und in diesen Behandlungsfällen keine Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliarpauschale berechnet wird. Diese Fälle sind gegenüber der KV mit der Zusatznummer 88192 zu kodieren. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Wirtschaftlichkeitsbonus nicht Gegenstand des Selektivvertrags ist.

Ermittlung des Wirtschaftlichkeitsfaktors

Im nächsten Schritt wird der arztpraxisspezifische Fallwert mit dem unteren und oberen arztgruppenspezfischen Fallwert verglichen. Dabei wird ein Wirtschaftlichkeitsfaktor bestimmt:

  • Ist der arztpraxisspezifische Fallwert kleiner oder gleich dem arztgruppenspezifischen unteren Fallwert, beträgt der Wirtschaftlichkeitsfaktor 1. Die Praxis erhält den Bonus in voller Höhe.
  • Ist der Wert größer oder gleich dem arztgruppenspezifischen oberen Fallwert, beträgt der Wirtschaftlichkeitsfaktor 0. Die Praxis erhält keinen Bonus.
  • Liegt die Praxis mit ihren Kosten zwischen dem unteren und oberen Fallwert, dann liegt der Wirtschaftlichkeitsfaktor zwischen 0 und 1. Die Praxis bekommt einen anteiligen Bonus.

Zur Berechnung des Wirtschaftlichkeitsfaktors wird die Differenz zwischen dem oberen arztgruppenspezifischen Fallwert und dem arztpraxisspezifischen Fallwert dividiert durch die Differenz zwischen dem oberen und unte-ren arztgruppenspezifischen Fallwert.

Abschließende Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus

Um zu wissen, wie hoch der Wirtschaftlichkeitsbonus für die Praxis letztlich ausfällt, werden die anzurechnenden Fälle der Praxis, der Wert der GOP 32001 und der Wirtschaftlichkeitsfaktor multipliziert.

Fallbeispiele

Einzelpraxis / fachgleiche GP

Hinweis:

In diesem Beispiel werden hausärztliche Werte verwendet, die Berechnung gilt für Fachärzte analog.

Fallbeispiel Einzelpraxis/fachgleiche GP

1.000 Behandlungsfälle, arztgruppenspezifischer unterer und oberer begrenzender Fallwert 1,60 Euro bzw. 3,80 Euro, Wirtschaftlichkeitsbonus je Fall 19 Punkte (2,02 Euro).

Bonus in voller Höhe

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 1,55 Euro je Fall. Die Kosten liegen also unter dem arztgruppenspezifischen unteren begrenzenden Fallwert von 1,60 Euro. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt infolgedessen 1.

Ergebnis: Der Wirtschaftlichkeitsbonus wird in voller Höhe ausgezahlt.

Der Bonus beträgt:

19 Punkte x 1.000 Behandlungsfälle x Wirtschaftlichkeitsfaktor 1

= 19.000 Punkte (2.020 Euro).

Bonus anteilig

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 2,80 Euro je Fall. Die Kosten liegen also zwischen dem arztgruppenspezifischen unteren und oberen begrenzenden Fallwert. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor liegt also zwischen 0 und 1. 

Der Wirtschaftlichkeitsfaktor wird so bestimmt:

Die Differenz zwischen dem arztgruppenspezifischen oberen Fallwert und dem arztpraxisspezifischen Fallwert (3,80 € - 2,80 € = 1,00 €) wird dividiert durch die Differenz zwischen dem arztgruppenspezifischen unteren und oberen begrenzenden Fallwert (3,80 € - 1,60 € = 2,20 €).

Also: 1,00 € / 2,20 € = 0,454.
Ergebnis: Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt 0,454.
Der Bonus wird anteilig zu 45,4% ausgezahlt.

Der Bonus beträgt:

19 Punkte x 1.000 Behandlungsfälle x Wirtschaftlichkeitsfaktor 0,454

= 8.626 Punkte (917 Euro).

Kein Bonus

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 3,80 Euro je Fall.

Die Kosten sind gleich dem oberen begrenzenden Fallwert von 3,80 Euro. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt infolgedessen 0.

Ergebnis: Es wird kein Bonus ausgezahlt.

Fachübergreifende BAG

Besonderheit: (Teil-)BAG, MVZ und Praxen mit angestellten Ärzten

Der Wirtschaftlichkeitsbonus wird nicht pro Arzt, sondern pro Praxis ermittelt. Folglich sind für (Teil-) Berufsausübungsgemeinschaften (BAG), Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und Praxen mit angestellten Ärzten ein paar zusätzliche Rechenschritte nötig. Denn für jede Fachgruppe sind die arztgruppenspezifischen Fallwerte und die Bewertung der GOP 32001 unterschiedlich hoch.

Da in den Einrichtungen in der Regel Ärzte verschiedener Fachrichtungen tätig sind, müssen mehrere fachgruppenspezifische Fallwerte berücksichtigt werden. Dazu werden die Fallwerte, zum Beispiel eines Hausarztes, eines Rheumatologen und eines Orthopäden, unter Berücksichtigung ihrer Arztfälle im Abrechnungsquartal gewichtet. Das Ergebnis ist ein spezifischer unterer und oberer Fallwert für die Praxis beziehungsweise das MVZ, mit denen schließlich die Laborkosten der Einrichtung verglichen werden.

Genauso wird mit der GOP 32001 EBM für den Wirtschaftlichkeitsbonus verfahren: Die unterschiedlichen Punktzahlen je Fachgruppen werden unter Berücksichtigung der Arztfälle gewichtet. In einer BAG beispielsweise mit einem Hausarzt (19 Punkte), einem Chirurgen (3 Punkte) und einem Gynäkologen (10 Punkte) ist die GOP 32001 folglich mit 3 bis 19 Punkten bewertet. Der gewichtete Punktwert wird ebenso wie die gewichteten Fallwerte jedes Quartal auf Basis der Arztfälle neu ermittelt.

Außerdem: Sofern in einer (Teil-)BAG, MVZ und Praxen mit angestellten Ärzten auch

Vertragsärzte, die keinen Wirtschaftlichkeitsbonus erhalten, Laboruntersuchungen veranlassen oder abrechnen, fließen diese Kosten in die Bestimmung des arztpraxisspezifischen Fallwertes ein.

Fallbeispiel fachübergreifende BAG

3 Ärzte (Hausarzt, Chirurg, Gynäkologe), 2.000 Behandlungsfälle (BHF), 2.600 Arztfälle (Fälle) (Hausarzt = 1.000 Fälle, Chirurg = 800 Fälle, Gynäkologe = 800 Fälle),

Der untere und obere Fallwert sowie der Bonus werden so bestimmt: Das Produkt aus der Summe der mit den jeweiligen Arztfällen gewichteten Fallwerten bzw. Boni wird dividiert durch Behandlungsfälle der Praxis

Unterer Fallwert:

(1,60 € x 1.000 Fälle + 0 € x 800 Fälle + 1,00 € x 800 Fälle) / 2.000 BHF = 1,20 €.

Oberer Fallwert:

(3,80 € x 1.000 Fälle + 0,40 € x 800 Fälle + 2,60 € x 800 Fälle) / 2.000 BHF = 3,10 €.

Wirtschaftlichkeitsbonus je Fall:

(19 Pkt x 1.000 Fälle + 10 Pkt x 800 Fälle + 3 Pkt x 800 Fälle) / 2.000 BHF = 14,7 Pkt.

 

Die Nachfolgenden Rechenschritte sind gleich der einer Einzelpraxis/fachgleichen GP.

Bonus in voller Höhe

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 1,10 Euro je Fall. Die Kosten liegen also unter dem arztgruppenspezifischen unteren begrenzenden Fallwert von 1,20 Euro. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt infolgedessen 1.

Ergebnis: Der Bonus wird in voller Höhe ausgezahlt.

Der Bonus beträgt 14,7 Punkte x 2.000 Behandlungsfälle x Wirtschaftlichkeitsfaktor 1 = 29.400 Punkte (3.140 Euro).

Bonus anteilig

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 1,80 Euro je Fall. Die Kosten liegen also zwischen dem unteren und oberen Fallwert. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor liegt also zwischen 0 und 1.

Der Wirtschaftlichkeitsfaktor wird so bestimmt: Die Differenz zwischen dem arztgruppenspezifischen oberen begrenzenden Fallwert und dem arztpraxisspezifischen Fallwert (3,10 € – 1,80 € = 1,30 €) wird dividiert durch die Differenz zwischen dem arztgruppenspezifischen oberen und unteren begrenzenden Fallwert (3,10 € - 1,20 € = 1,90 €). Also: 1,30 € / 1,90 € = 0,684.

Ergebnis: Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt 0,684. Der Bonus wird anteilig zu 68,4% ausgezahlt.

Der Bonus beträgt 14,7 Punkte x 2.000 Behandlungsfälle x Wirtschaftlichkeitsfaktor 0,684 = 20.110 Punkte (2.138 Euro).

kein Bonus

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 3,90 Euro je Fall. Die Kosten liegen damit über dem oberen begrenzenden Fallwert von 3,10 Euro. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt 0.

Ergebnis: Es wird kein Bonus ausgezahlt.

Kennnummern

Laborleistungen mit Kennnummern – was ist neu?

Laborleistungen mit Kennnummern – was ist neu?

Nach wie vor gibt es Kennnummern für bestimmte Untersuchungsindikationen (sog. Ausnahmetatbestände, kurz ATB). Deren Bedeutung hat sich zum 01.04.2018 in einigen Punkten geändert.

Die Kennziffern sind in der Abrechnung nun ausschließlich vom veranlassenden Arzt einzutragen.
Eine Kennzeichnung auf dem Muster 10A ist entbehrlich. Folgende Ausnahmen gibt es jedoch:

  • Knappschaftsärzte tragen für die Veranlassung von Laboratoriumsuntersuchungen bei Knappschaftsversicherten die Ziffer 87777 ein.
  • Die Veranlassung von Leistungen der Mutterschaftsvorsorge gemäß den Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses bei Vertretung, im Notfall oder bei Mit- bzw. Weiterbehandlung nach den kurativen Gebührenordnungspositionen muss entweder durch Angabe der Kennnummer 32007 oder durch Angabe im Feld „Auftrag“ kenntlich gemacht werden.

Anhand dieser Kennnummern werden einzelne Laborleistungen von der Steuerung der wirtschaftlichen Veranlassung und Erbringung durch den Wirtschaftlichkeitsbonus ausgenommen. Folglich fließen deren Kosten nicht in die Berechnung des arztpraxisspezifischen Fallwertes ein.

Zu jeder Kennnummer gibt es einen Ziffernkranz. Dieser Ziffernkranz definiert, welche Leistungen bei ausgewählten Indikationen aus den Laborkosten der Praxis herausgerechnet werden. Er legt nicht fest, welche Leistungen medizinisch notwendig sind.

Die Neuerungen ab April:

  • Für jede Untersuchungsindikation werden nur einzelne Leistungen aus den Laborkosten der Praxis herausgerechnet. Sie sind im Ziffernkranz der jeweiligen Kennnummer aufgeführt – „ausgenommene GOP“. Alle anderen Laboruntersuchungen, die der Arzt für den Patienten im Quartal veranlasst oder abrechnet, sind für den Wirtschaftlichkeitsbonus relevant.
  • Bei Komorbiditäten können für einen Behandlungsfall auch mehrere Kennnummern angeben werden, zum Beispiel wenn der Patient an einem manifesten Diabetes mellitus erkrankt ist und eine orale Antikoagulantientherapie erhält (Kennnummern 32022 und 32015).

Kennnummer-Tabelle

 

Weitere Informationsübermittlung vom Muster 10/10a erforderlich

Beachten Sie bitte, dass im Zuge der Laborreform weitere Informationen vom Muster 10 bzw. Muster 10a ab dem 01.04.2018 mit der Abrechnung der Laborleistungen zu übermitteln sind:

Ausstellungsdatum des Überweisungsscheins

Auftragsdefinition (z.B. ft 3)

Diagnose / Verdachtsdiagnose (sofern vom Überweiser angeben!)

Befund/Medikation (sofern vorhanden / vom Überweiser angeben!)

Änderungen zum 01.01.2018

Anhebung der Punktzahlen für die intravitreale Medikamentengabe

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 413. Sitzung am 31. Januar 2018 beschlossen, die Punktzahlen für die Leistungen der intravitrealen Medikamentengabe (IVM) rückwirkend zum 1. Januar 2018 anzuheben.

Bereits bei Einführung der IVM-Leistungen in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) wurde beschlossen, dass durch den BA überprüft werden soll, ob das seinerzeit in den Protokollnotizen des Beschlusses vom 25. Juni 2014 festgelegte Punktzahlvolumen erreicht wird oder nicht. Diese Überprüfung durch das Institut des BA hat nun ergeben, dass das Punktzahlvolumen in den Jahren 2015 und 2016 nicht ausgeschöpft wurde. In keinem der untersuchten Abrechnungsquartale wurde das festgelegte Punktzahlvolumen erreicht. Die betroffenen Ärzte haben also weniger abgerechnet als zunächst angenommen. Daher hat der BA die Punktbewertung der GOP 06334, 06335, 313371, 31372, 31373, 36371, 36372 und 36373 EBM erhöht.

Die alten und neuen Punktwerte im Überblick:

GOP Alt:
Bewertung bis 31.
Dezember 2017 in Punkten
Neu:
Bewertung ab 1.
Januar 2018 in Punkten
06334 100 129
06335 100 129
31371 1618 1683
31372 1618 1683
31373 2130 2216
36371 772 807
36372 772 807
36373 1018 1065

Die neu festgelegten Punktzahlen sind zunächst bis zum 31. Dezember 2019 befristet. Das Institut des BA wird bis zum 30. September 2019 prüfen, weshalb das Punktzahlvolumen nicht voll ausgeschöpft wurde. Daran anknüpfend wird der BA dann prüfen, ob hier weiterer Handlungsbedarf besteht. Neben der Anhebung der Punktzahlen wurden auch die Kalkulations- und Prüfzeiten zu den Gebührenordnungspositionen (GOP) 06334, 06335, 31371 bis 31373 und 36371 bis 36373 EBM angepasst.

Die alten und neuen Kalkulations- und Prüfzeiten im Überblick:

GOP Kurzlegende Kalkulationszeit
(Min.)
Prüfzeit
(Min.)
Eignung der
Prüfzeit

06334

Zusatzpauschale für die Betreuung eines Patienten nach Eingriff gemäß 31371, 31373, 36371 oder 36373 am rechten Auge

10 13

8 10

Tages- und Quartalsprofil

06335

Zusatzpauschale für die Betreuung eines Patienten nach Eingriff gemäß 31372, 31373, 36372 oder 36373 am linken Auge

10 13

8 10

Tages- und Quartalsprofil

31371

Intraocularer Eingriff der Kategorie Z1 am rechten Auge

27 29

23 25

Tages- und Quartalsprofil

31372

Intraocularer Eingriff der Kategorie Z1 am linken Auge

27 29

23 25

Tages- und Quartalsprofil

31373

Intraocularer Eingriff der Kategorie Z9 an beiden Augen

36 38

31 32

Tages- und Quartalsprofil

36371

Intraocularer Eingriff der Kategorie Z1 am rechten Auge

23 25

19 21

Tages- und Quartalsprofil

36372

Intraocularer Eingriff der Kategorie Z1 am linken Auge

23 25

19 21

Tages- und Quartalsprofil

36373

Intraocularer Eingriff der Kategorie Z9 an beiden Augen

31 33

25 28

Tages- und Quartalsprofil

Nach wie vor benötigen Vertragsärzte mit der Gebietsbezeichnung „Augenheilkunde“ zur Durchführung der IVM-Leistungen eine gesonderte Genehmigung der KVWL.

Das Antragsformular für die Genehmigung zur Erbringung der IVM finden Sie hier:

Antrag auf Genehmigung

Abrechnungsmöglichkeit der Kostenpauschale GOP 86516 und 86518 EBM verlängert

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben verschiedene Anpassungen in der Onkologie-Vereinbarung, welche zum 1. Januar 2018 in Kraft getreten sind, vorgenommen.

Die Vertragspartner haben sich im Zuge dessen darauf verständigt, dass die Kostenpauschale 86518 (Zuschlag zu den Kostenpauschalen 86510 und 86512 für die Palliativversorgung gemäß Vereinbarung über die qualifizierte ambulante Versorgung krebskranker Patienten „Onkologie-Vereinbarung“) für ein weiteres Jahr auch nach erfolgter Operation berechnungsfähig bleibt. Ursprünglich war diese Abrechnungsmöglichkeit befristet bis zum 31. Dezember 2017.

Darüber hinaus wurde die Frist zur Einführung einer Liste der Medikamente, bei deren Anwendung die Kostenpauschale 86516 berechnungsfähig sein soll, bis zum 1. Januar 2020 verlängert. Damit bleibt die Kostenpauschale 86516 unter Angabe des verwendeten Medikaments ohne weitere Einschränkung berechnungsfähig.

Vergütung für das Notfallmanagement beschlossen: Drei neue GOP im EBM

In seiner 53. Sitzung vom 19. Dezember 2017 hat der Erweiterte Bewertungsausschuss (eBA) die Vergütungsregelungen für das Erstellen, Aktualisieren und Löschen von Notfalldatensätzen mit Wirkung zum 1. Januar 2018 umgesetzt.

Hintergrund ist, dass das E-Health-Gesetz die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen hat auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) medizinische Daten, die für die Notfallversorgung notwendig sind, zu erheben, zu verarbeiten und zu nutzen (sog. Notfalldatensätze). Um die ärztliche Leistung im Zusammenhang mit dem Erstellen und dem Aktualisieren dieser Notfalldatensätze zu vergüten, haben sich die Parteien auf Bundesebene über die Vergütung geeinigt, die sich in drei neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) widerspiegelt.

Die GOP 01640 bis 01642 EBM gelten ab dem 1. Januar 2018 und können nur dann berechnet werden, wenn die Vertragsarztpraxis an die Telematikinfrastruktur angeschlossen ist und die KV Kenntnis darüber hat, dass die technischen Voraussetzungen zur Nutzung der Anwendung im Notfalldatenmanagement in der Vertragsarztpraxis vorliegen.

Die neuen GOP werden zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) vergütet.

Die neuen GOP im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in
Punkten

01640

Zuschlag zu allen Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt für die Anlage eines Notfalldatensatzes

Die Leistung kann u.a. nur dann berechnet werden, wenn die Anlage des Notfalldatensatzes medizinisch notwendig ist und nach Diagnostik bzw. Therapie durch den Arzt medizinisch notfallrelevante Daten (nicht: bloße Kommunikationsdaten, wie Versichertendaten, Angaben zu behandelnden Ärzten) erstmalig zu erfassen sind.

Die Anlage des Notfalldatensatzes setzt die Einwilligung des Patienten voraus.

Besteht bereits ein Notfalldatensatz, so kann die GOP 01640 EBM nicht in Ansatz gebracht werden.

80

01641

Zuschlag zu allen Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt für den Notfalldatensatz, einmal im Behandlungsfall

Regelmäßige Überprüfung und gegebenenfalls erforderliche Aktualisierung des Notfalldatensatzes bzw. die Überprüfung, ob die erstmalige Anlage eines Datensatzes notwendig ist ohne anschließende Anlage des Notfalldatensatzes. Inhalt ist auch die erstmalige Anlage oder Löschung eines Notfalldatensatzes mit ausschließlichen Eintragungen von Kommunikationsdaten.

Diese GOP wird von der zuständigen KV automatisch hinzugesetzt und ist bis zum 1.Januar 2021 befristet. Der eBA geht davon aus, dass ab diesem Zeitpunkt alle Vertragsarztpraxen die technischen Voraussetzungen zur Nutzung des Notfalldatensatzes erfüllen, sodass die in der Leistungslegende der GOP genannten Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen um den Punktewert der GOP angepasst werden können.

4

01642

Löschen eines Notfalldatensatzes, einmal im Behandlungsfall

Die GOP 01642 EBM kann nur dann berechnet werden, wenn ein Notfalldatensatz mit medizinisch notfallrelevanten Daten existiert und der Patient die Löschung dieser Daten explizit wünscht.

Ist ein Notfalldatensatz gelöscht worden, kann die Wiederanlage des Notfalldatensatzes nach der GOP 01640 EBM durch dieselbe Vertragsarztpraxis in den drei Quartalen, die der Löschung folgen, nicht berechnet werden.

1

Weitere Änderungen des EBM zum 1. Januar 2018

Am 19. Dezember 2017 hat der Bewertungsausschuss (BA) mehrere Beschlüsse mit Wirkung zum 1. Januar 2018 gefasst, die den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ändern. Hierüber möchten wir Sie im Folgenden informieren:

Neue Leistungen für Botoxbehandlungen bei bestimmten Blasenfunktionsstörungen:

Im 8. (Gynäkologie) und 26. (Urologie) Kapitel des EBM werden neue Leistungen für die transurethrale Botulinumtoxin-Therapie aufgenommen.

Die neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) im 8. Kapitel des EBM im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

08312

Zuschlag zu der GOP 08311 (Urethro(-zysto)skopie) EBM für die transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin,

je vollendete 10 Minuten

282

08313

Zuschlag zu der GOP 08312 für die Beobachtung des Patienten nach erfolgter transurethraler Therapie mit Botulinumtoxin (für mindestens 30 Minuten),

einmal am Behandlungstag

143

Die neuen GOP im 26. Kapitel des EBM im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

26316

Zuschlag zu den GOP 26310 (Urethro(-zysto)skopie des Mannes oder gemäß den Vorgaben der Allgemeinen Bestimmungen 4.2.1) und 26311 (Urethro(-zysto)skopie der Frau oder gemäß den Vorgaben der Allgemeinen Bestimmungen 4.2.1) EBM für die transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin

je vollendete 10 Minuten

282

26317

Zuschlag zu der GOP 26316 für die Beobachtung des Patienten nach erfolgter transurethraler Therapie mit Botulinumtoxin (für mindestens 30 Minuten),

einmal am Behandlungstag

143

Ferner wurde eine Sachkostenpauschale in den Abschnitt 40.5 eingeführt:

GOP Leistungsbeschreibung Betrag in Euro

40161

Kostenpauschale bei Durchführung einer transurethralen Therapie mit Botulinumtoxin für die beim Eingriff eingesetze(n) zystoskopische(n) Injektionsnadel(n), -kanüle(n) oder -katheter.

45,00

Die GOP 08312 und 26316 EBM setzen eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung voraus. Für den Fortbestand der Genehmigung muss der Kassenärztlichen Vereinigung jährlich die Teilnahme an von der jeweils zuständigen Landesärztekammer anerkannten Fortbildungen zur Therapie von Blasenfunktionsstörungen im Umfang von mindestens acht CME-Punkten nachgewiesen werden.

Das entsprechende Antragsformular finden Sie hier:

Antrag auf Genehmigung

Zu den Zystoskopien sind die Zuschläge nach den GOP 08312 und 26316 EBM je Sitzung höchstens fünfmal berechnungsfähig. Die GOP 08312 und 26316 EBM können insgesamt 15mal im Krankheitsfall angesetzt werden.

Diese neuen Leistungsziffern, wie auch die bestehenden (GOP 08311, 26310, 26311 EBM), die in derselben Sitzung mit den GOP 08312 oder 26316 EBM durchgeführt werden, werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (mGV) vergütet.

Änderung der Hilfsmittel-Richtlinie hat höhere Bewertung der GOP für die Hörgeräteversorgung zur Folge

Die Leistungen der Hörgeräteversorgung in den Bereichen HNO (8. Kapitel EBM) und Phoniatrie/Pädaudiologie (20. Kapitel EBM) werden ab dem 1. Januar 2018 höher bewertet. Hintergrund ist die Änderung der Hilfsmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) im Abschnitt C „Hörhilfen“. Dort wurde die Testung mit dem Freiburger Einsilbertest im Störschall aufgenommen, um so das Hörhilfenversorgungsergebnis prüfen zu können. Diese Änderung in der Richtlinie hat eine aufwendigere Diagnostik vor der Hörgeräteversorgung und eine umfassendere sowie zeitaufwendigere Nachsorge des Patienten zur Folge, die durch die Aufwertung der nachstehenden Leistungsziffern vergütet werden soll:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten

 

 

bis zum 31.12.2017

ab 01.01.2018

09372 /
20372

Hörgeräteversorgung bei Jugendlichen und Erwachsenen

469

494

09373 /
20373

Zusatzpauschale für die erste Nachuntersuchung nach Hörgeräteversorgung bei Jugendlichen und Erwachsenen

401

523

09374 /
20374

Zusatzpauschale für die Nachsorge(n) bei Hörgeräteversorgung

347

452

Die Änderungen entsprechen einer Erhöhung des Leistungsbedarfs für diese Leistungsziffern um 19 Prozent. Dieser Mehrbedarf wird durch eine Erhöhung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (mGV) finanziert.

Entfristung verschiedener GOP für die Bereiche HNO und Phoniatrie/Pädaudiologie

Zugleich hat der BA verschiedene GOP für die Fachgebiete Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Phoniatrie/Pädaudiologie entfristet. In verschiedenen Beschlüssen hatte der BA Leistungsziffern zur Therapie des Nasenblutens, zur Diagnostik des Tinnitus, zur postoperativen Behandlung chronischer Sinusitis und nach Tympanoplastik Typ II bis V sowie für die Verordnung und Nachsorge im Rahmen der Hörgerätversorgung in die Abschnitte 9.3 und 20.3 des EBM aufgenommen. Diese Leistungen wurden mehrfach befristet, nunmehr hat der BA die Befristung endgültig aufgehoben.

Weitere Verlängerung der Übergangsregelung zu den Schrittmachersystemen

Die Befristung, in der die Leistungen nach den GOP 04413 bis 04416 sowie 13573 bis 13576 EBM (konventionelle bzw. telemedizinische Funktionsanalyse eines Kardioverters/Defibrillators bzw. CRT-Systems) auch ohne die Genehmigung gemäß der Vereinbarung zur Funktionsanalyse von Kardiovertern bzw. Defibrillatoren und Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V berechnungsfähig sind, wurde bis zum 30. Juni 2018 verlängert. Eine Genehmigung nach der Vereinbarung zur Herzschrittmacherkontrolle gemäß § 135 Abs. 2 SGB V ist jedoch nach wie vor erforderlich. Hintergrund ist, dass die Beratungen zu den genannten Qualitätssicherungsvereinbarungen noch andauern.

Änderungen zu humangenetischen und molekularpathologischen Leistungen im EBM

• Der BA hat beschlossen, dass die GOP 11235 (Zuschlag zu der GOP 11233 für komplexe genetisch bedingte manifeste Erkrankungen) und 11236 (Zuschlag zu der GOP 11233 für Fehlbildungssyndrome bis zum vollendeten 18. Lebensjahr) EBM noch bis zum 31. Dezember 2018 ohne Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung abgerechnet werden können. Ursprünglich war diese Abrechnungsmöglichkeit bis zum 1. Januar 2018 befristet. Auch zu diesen GOP sollte ursprünglich bis zu diesem Zeitpunkt die Qualitätssicherungsvereinbarung gemäß § 135 Abs. 2 SGB V beschlossen worden sein.

• Gemäß der Fachinformationen zum Arzneimittel Tagrisso® (Wirkstoff: Osimertinib) muss bei erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht kleinzelligen Lungenkarzinom der Nachweis der T790M-EGFR-Mutation geführt werden. Davon umfasst ist auch die Möglichkeit diese Mutation im Plasma zu bestimmen.

Um diese Untersuchung abzubilden, wurde eine neue GOP in den Abschnitt 19.4.4 EBM eingeführt:

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

19460

Bewertung eines relativen Anteils der T790M-EGFR-Mutation zur Indikationsstellung einer gezielten medikamentösen Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom,

zweimal im Behandlungsfall
höchstens viermal im Krankheitsfall

3934

Zudem wurde die GOP 19460 als weitere Ausnahme in die Bestimmung 19.4 Nummer 1 Satz 2 (In-vitro-Diagnostik tumorgenetischer Veränderungen) EBM aufgenommen, damit die (mögliche) Untersuchung des Plasmas abgerechnet werden kann. Diese neue Leistungsziffer wird extrabudgetär vergütet.

• Zudem wurde die erste Bestimmung zum Abschnitt 19.4.3 (Indikationsbezogene Diagnostik hämatologischer Neoplasien) EBM ergänzt:

Seit dem 1. Januar 2018 können die Gebührenordnungspositionen des Abschnitts 19.4.3 EBM auch von Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Kinder-Hämatologie und -Onkologie veranlasst werden.

HLA- und HPA-Antikörperdiagnostik

Neue Gebührenordnungspositionen für die HLA- und HPA-Antikörperdiagnostik

Zum 1. Januar 2018 wird die HLA-Antikörperdiagnostik im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) dem aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik entsprechend neu gefasst. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.

Zukünftig wird die HLA-Antikörperdiagnostik als transplantationsvorbereitende Untersuchung im EBM-Abschnitt 32.3.15.1 und als allgemeine immungenetische Untersuchung im EBM-Abschnitt 35.3.15.2 aufgenommen. Die GOP 32530 EBM zum Nachweis von zytotoxischen Allo-Antikörpern wird gestrichen und im EBM-Abschnitt 32.3.15.1 als GOP 32915 EBM und im EBM-Abschnitt 32.3.15.2 als GOP 32939 EBM fortgeführt.

Zur Berücksichtigung neuer Verfahren werden neue Leistungen zur weiteren Spezifizierung von Antikörpern gegen HLA-Antigene (Klassen I und II) in den EBM jeweils in die Abschnitte 32.3.15.1 und 32.3.15.2 aufgenommen. Mit den GOP 32948 und 32949 EBM im EBM-Abschnitt 32.3.15.2 werden die Untersuchungen zum Nachweis und zur Spezifizierung von Allo-Antikörpern gegen HPA-Antigene  neu im EBM gelistet. Bisher konnten niedergelassene Ärzte diese Leistungen nicht abrechnen. Mit diesen Anpassungen wird insbesondere den Anforderungen einer Versorgung mit histokompatiblen Blutprodukten im vertragsärztlichen Bereich Rechnung getragen.

 

GOP Beschreibung Bewertung
32915 / 32939 Nachweis von Antikörpern gegen HLA-Klasse I oder II Antigene mittels Lymphozytotoxitäts-Test, ggf. einschließlich Vorbehandlung mit Dithiothreitol 29,50 Euro je HLA-Klasse/ höchstens zwei Mal im Behandlungsfall
32916 / 32940 Nachweis von Antikörpern gegen HLA-Klasse I oder II Antigene mittels Festphasenmethoden 47,30 Euro je HLA-Klasse und je Immunglobulinklasse / höchstens vier Mal im Behandlungsfall
32917 / 32941 Spezifizierung der Antikörper gegen HLA-Klasse I oder II Antigene unter Anwendung spezifisch charakterisierter HLA-Antigenpanel auf unterscheidbaren Festphasen und Berechnung des virtuellen Pnelreaktivitätswertes 79 Euro je HLA-Klasse / nur bei bekannter Reaktivität gegen HLA-Klasse I oder II Antigene
32918 / 32942 Spezifizierung der Antikörper gegen HLA-Klasse I oder II Antigene mittels Single-Antigen-Festphasentest 150,00 Euro je HLA-Klasse
32943 Zuschlag auf die GOP 32917, 32918, 32941, 32942 für die Spezifizierung der Antikörper gegen HLA-Klasse I oder II Antigene mittels Komplementabhängigem und/oder IgG-Subklassen-spezifischem Single-Antigen-Festphasentest 150 Euro je HLA-Klasse / nur bei bekannter Reaktivität gemäß GOP 32917, 32918, 32941, 32942 / nur im Zusammenhang mit einer Organ-, Gewebe- oder hämatopoetischen Stammzelltransplantation
32948 Nachweis von Allo-Antikörpern gegen Antigene des HPA-Systems 28,70 Euro
32949 Spezifizierung von HPA-Antikörpern gegen Thrombozyten mittels Glykoprotein-spezifischer Festphasen-Methoden 28,70 Euro je Glykoproteinkomplex / Höchstwert im Behandlungsfall: 114,80 Euro / nur bei bekannter Reaktivität gemäß GOP 32948

Screening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen

Neue Gebührenordnungsposition für Screening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 410. Sitzung mit Wirkung zum 1. Januar 2018 die Vergütung zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen festgelegt. Der BA hat damit die Richtlinie „Ultraschallscreening auf Bauchaor- tenaneurysmen“ (US-BAA-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA), die am 10. Juni 2017 in Kraft getreten ist, fristgerecht im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) umgesetzt.

Die neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) 01747 und 01748 EBM werden in den EBM-Abschnitt 1.7.2 („Früherkennung von Krankheiten bei Erwachsenen“) aufgenommen. Die Vergütung dieser Leistungsziffern erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

GOP Beschreibung Punkte
01747 Beratung gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen (US-BAA-RL) 57
01748 Sonographische Untersuchung gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über das Ultraschallscreening auf Bauchaorten- aneurysmen (US-BAA-RL) 148

Neben der GOP 01747 EBM kann die GOP 01732 EBM berechnet werden, wenn die jeweiligen Voraussetzungen zur Inanspruchnahme erfüllt sind.

Wird die GOP 01748 EBM neben der GOP 33042 EBM abgerechnet, erfolgt auf die GOP 33042 EBM ein Abschlag in Höhe von 77 Punkten, sodass zusätzlich zur GOP 01748 EBM noch 80 Punkte vergütet werden. Gemäß § 2 der US-BAA-RL haben Versicherte ab dem 65. Lebensjahr einmalig Anspruch auf Teilnahme am Screening auf Bauchaortenaneurysmen, dementsprechend sind sowohl die GOP 01747 und 01748 GOP EBM einmalig berechnungsfähig. Voraussetzung für die Abrechnung der GOP 01748 EBM ist eine Genehmigung nach Anwendungsbereich 7.1 (Anlage 1 der Ultraschall-Vereinbarung gemäß § 135 Abs. 2 SGB V)

Änderungen des EBM rückwirkend zum 1. Oktober 2017

Der Bewertungsausschuss (BA) hat den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) sowohl inhaltlich als auch redaktionell in einigen Bereichen rückwirkend zum 1. Oktober 2017 geändert bzw. angepasst. Hierüber möchten wir Sie nachfolgend informieren:

Der fünfte Absatz der Nummer (Nr.) 4.3.1 der Allgemeinen Bestimmungen des EBM wurde wie folgt geändert: „Bei den Gebührenordnungspositionen 02310, 07310, 07311, 07330, 07340, 10330, 18310, 18311, 18330 und 18340, deren Berechnung mindestens drei oder mehr persönliche bzw. andere Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall voraussetzt, kann ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt auch als Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä erfolgen, sofern die Videosprechstunde zu den in der Gebührenordnungsposition 01450 genannten Zwecken erfolgt und dies berufsrechtlich zulässig ist.“

Mit Beschluss vom 18. Mai 2017 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Kinder-Richtlinie geändert und den Zusatz „bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres“ gestrichen. Dementsprechend wurde dieser Passus aus Nr. 1 zum Abschnitt 1.7.1 EBM ebenfalls entfernt.

Zur Angleichung an § 2 Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) wird die Bestimmung „einmal im Krankheitsfall“ zur Gebührenordnungsposition (GOP) 01738 EBM gestrichen.

Gemäß § 2 KFE-RL hat der Patient (ab dem 50. Lebensjahr) einen Anspruch auf eine Stuhluntersuchung einmal jährlich ab der ersten Inanspruchnahme. Mit Beginn des jeweiligen Kalenderjahres, kann der Anspruch wahrgenommen werden. Die GOP 01738 EBM war daher entsprechend anzupassen.

Durch Aufnahme einer zweiten Anmerkung zur GOP 37314 im Abschnitt 37.3 EBM hat der BA klargestellt, dass die GOP 37314 EBM nicht neben den GOP 37305 und 37306 EBM berechnungsfähig ist.

Die dritte Anmerkung zu GOP 37320 EBM des Abschnitts 37.3 ist geändert worden. Demnach ist die GOP 37320 EBM weder neben der GOP 30706 EBM noch neben den GOP des Abschnitts 37.2 (Kooperations- und Koordinationsleistungen gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä) EBM berechnungsfähig.

Im Anhang 3 zum EBM wurde in den Kurzlegenden zu den GOP 37100 und 37102 EBM jeweils der Passus „Präambel 37.1 Nr. 3“ gestrichen.

Änderungen zur Angleichung in Bezug auf die Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung in den Abschnitten 4.5.4 und 13.3.6 EBM.

Die Nummer 3 der Präambel 13.1 EBM wurde klargestellt: „Die Leistungen nach den GOP 13571 und 13573 bis 13576 EBM sind von Fachärzten für Innere Medizin mit Schwerpunkt – ausgenommen Schwerpunkt Kardiologie – nur berechnungsfähig, wenn die Genehmigung zur Erbringung dieser Leistungen bis zum 30.06.2017 erteilt wurde.“

 

Änderungen in 2017

Änderungen zum 01.10.2017

Schrittmachersysteme

Schrittmachersysteme

Für die telefonische Kontaktaufnahme mit dem Patienten im Zusammenhang mit der telemedizinischen Funktionsanalyse von bestimmten Schrittmachersystemen ist die Gebührenordnungsposition (GOP) 01438 EBM berechnungsfähig. Die GOP 01438 EBM wurde damit an die seit dem 1. Oktober 2017 gültigen GOP 04414, 04416, 13574 und 13576 EBM angepasst und inhaltlich nachgebessert.

Glucosemessung

Kontinuierliche interstitielle Glucosemessung

In einem Behandlungsfall ist nunmehr die Abrechnung der internistischen Grundpauschalen (GOP 13210 bis 13212 EBM) neben der GOP 13360 EBM (Anleitung zur Selbstanwendung eines Real-Time-Messgerätes zur kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung (rtCGM)) möglich. Der Abrechnungsausschluss der zweiten Anmerkung zu den internistischen Grundpauschalen nach den GOP 13210 bis 13212 EBM wurde zum 1. Oktober 2017 aufgehoben.

Verordnung von Cannabis

Neue Vergütung bei Verordnung von Cannabis

Das Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften ist zum 10. März 2017 in Kraft getreten. Danach haben Versicherte mit einer schwerwiegenden Krankheit unter den Voraussetzungen von § 31 Abs. 6 SGB V nunmehr einen Anspruch auf Versorgung mit Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten in standardisierter Qualität sowie auf Versorgung mit Arzneimitteln mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon.

Um den hierdurch entstehenden zusätzlichen ärztlichen Aufwand im Zusammenhang mit der Unterstützung des Patienten bei der Antragstellung auf Versorgung mit Cannabis sowie mit der Aufklärung und Beratung zur Begleiterhebung abzubilden, hat der Bewertungsausschuss drei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) rückwirkend zum 1. Oktober 2017 aufgenommen.

Hintergrund ist, dass mit dem neuen Gesetz das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beauftragt wurde, bis zum 31. März 2022 eine nichtinterventionelle Begleiterhebung durchzuführen. Gemäß § 4 der Cannabis-Begleiterhebungs-Verordnung (CanBV) sind die Daten (z. B. begründende Diagnose, Dauer der Erkrankung) für diese nichtinterventionelle Begleiterhebung von dem Vertragsarzt, der die Leistung verordnet, in elektronischer Form an das BfArM zu übermitteln. Für den verordnenden Vertragsarzt besteht ferner gemäß § 31 Abs. 6 SGB V in Verbindung mit der CanBV die Pflicht, den Patienten vor der ersten Versorgung in Sinne von § 31 Abs. 6 SGB V über diese Begleiterhebung zu informieren. Die neuen GOP zum 1. Oktober 2017 im Überblick:

GOP Beschreibung Punkte
01460 Einmalige Aufklärung über die Begleiterhebung vor der ersten Verordnung einer Leistung nach § 31 Abs. 6 SGB V 28
01461 Datenerfassung und Datenübermittlung im Rahmen der Begleiterhebung gemäß § 31Abs. 6 SGB V in Verbindung mit § 4 der CanBV 92
92 Ärztliche Stellungnahme für die Krankenkasse bei der Beantragung einer Genehmigung zur Verordnung von Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder in Form von Extrakten bzw. Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Dronabinol oder Nabilon, einmal je Erstverordnung 143

Alle drei GOP werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung vergütet.

Die Aufnahme der GOP 01460 und 01461 EBM wird auf den Zeitraum der nichtinterventionellen Be-   gleiterhebung befristet, d. h. beide GOP können nur während des Zeitraumes der Begleiterhebung berechnet werden. Nach dem 31. März 2022 können diese GOP also nicht mehr abgerechnet werden.

Die GOP 01461 EBM kann zudem pro genehmigter Leistung nach § 31 Absatz 6 Satz 2 SGB V nur einmal berechnet werden. Sie kann entweder nach Ablauf eines Jahres nach Beginn der Therapie oder bei Beendigung der Therapie vor Ablauf eines Jahres zum Zeitpunkt des Therapieendes angesetzt werden. Findet ein Therapiewechsel statt, so ist die GOP 01461 EBM ansetzbar (max. viermal im Krankheitsfall). Darüber hinaus ist die GOP 01461 EBM für Versicherte, die sich zwischen dem 1. Januar 2022 und dem 31. März 2022 in Therapie mit einer genehmigten Cannabis-Leistung befinden und für die eine zweite Erhebung erforderlich ist, einmal berechnungsfähig.

Weitere Informationen zum Thema

Die Vergütungsregeln im Zusammenhang mit der Verordnung von Cannabis wurden rückwirkend zum 1. Oktober 2017. angepasst. Die KBV hat zu diesem Thema eine Themenseite eingerichtet, auf der weitergehende Informationen, insbesondere auch zur Datenübermittlung für die nichtinterventionelle Begleiterhebung hinterlegt sind:

http://www.kbv.de/html/cannabis-verordnen.php

Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen

Neue GOP für die Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen zum 1. Oktober 2017

Der Bewertungsausschuss hat am 21. Juni 2017 folgende Änderungen beschlossen:

Die bisherigen Leistungen für die telemedizinische und konventionelle Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen werden nach den Aggregattypen Herzschrittmacher, implantierte Kardioverter/Defibrillatoren und implantierte Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) differenziert und als eigenständige Gebührenordnungspositionen (GOP) abgebildet.

Die   bisherigen   GOP   04417,  04418, 13552  und  13554  EBM   entfallen. In den Kapiteln 4 und 13 EBM werden jeweils drei neue GOP für die konventionelle Funktionsanalyse und zwei  für  die  telemedizinische Funktionsanalyse aufgenommen. Die Abrechnung der GOP setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung voraus.

Ärzte, die bislang über eine gültige Genehmigung für die GOP 13552/13554 bzw. 04417/04418 verfügten, können auch die neuen GOP abrechnen – die erteilte Genehmigung gilt fort.

Die neuen GOP zum 1. Oktober 2017 im Überblick:

GOP Leistung Wertigkeit (Pkt)
04411 Funktionsanalyse eines Herzschrittmachers zur antibradykarden Therapie mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 347
04413 Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 641
04414 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators 641
04415 Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 789
04416 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) 789
13571 Funktionsanalyse eines Herzschrittmachers zur antibradykarden Therapie mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 189
13573 Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 350
13574 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators 350
13575 Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 431
13576 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) 431

Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung

Änderungen der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV):
Anpassung zum 1. Oktober 2017

Die Versorgung von opiatabhängigen Patienten ist in besonderen Fällen für substituierende Ärzte mit einem hohen Aufwand verbunden. Deshalb wird eine Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) notwendig.

Neue GOP für Take-Home-Vergabe

Für die Take-Home-Vergabe und den damit verbundenen Beratungs- und Gesprächsaufwand gibt es ab dem 1. Oktober 2017 eine eigene Gebührenordnungsposition (GOP) 01949 EBM. Sie ist mit 69 Punkten bewertet (7,27 Euro) und damit deutlich höher als die GOP 01950 EBM, die die Ärzte bislang abrechnen konnten. Die Vergütung erfolgt wie gesetzlich vorgegeben extrabudgetär.

Die neue GOP ist je Behandlungstag, aber höchstens zweimal in der Behandlungswoche berechnungsfähig. Kommt der Take-Home-Patient jedoch öfter in die Praxis, kann dieser Kontakt bei Vorliegen einer medizinischen Begründung über die GOP 01950 EBM zusätzlich ab- gerechnet werden. Die Zuschlagsleistungen nach den GOP 01951 und 01952 EBM sind ggf. auch zur GOP 01949 EBM berechnungsfähig.

Im Regelfall ist eine Take-Home-Vergabe bis zu sieben Tage vorgesehen. In begründeten Einzelfällen kann ein Substitutionsmittel auch  für  bis zu 30 Tage zur eigenverantwortlichen Einnahme verschrieben werden.

Vergütung im Konsiliariusverfahren

Für die konsiliarische Untersuchung und Beratung eines Patienten im Konsiliariusverfahren wird die GOP 01960 in den EBM aufgenommen. Die GOP 01960 EBM ist mit 90 Punkten (9,48 Euro) bewertet und wird extrabudgetär vergütet. Diese GOP können ausschließlich suchtmedizinisch qualifizierte Ärzte abrechnen. Nach der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung muss sich ein nicht suchtmedizinisch qualifizierter Arzt zu Beginn der Behandlung eines Opiatabhängigen mit einem suchtmedizinisch qualifizierten Kollegen abstimmen und sicherstellen, dass sich sein Patient mindestens einmal in jedem Quartal in einer Konsiliarbehandlung dort vorstellt. Bislang wurden diese Konsultationen über eine Grundpauschale innerhalb des Budgets abgerechnet. Mit der neuen GOP wird auch die steigende Zahl von Konsiliarverfahren berücksichtigt, denn mit den vorgenommenen Änderungen der BtMVV dürfen Ärzte ohne zusätzliche Qualifikation zehn statt bislang drei Patienten substituieren, wodurch auch die Zahl der Konsultationen zunehmen dürfte.

Substitutionsbehandlung auch beim Hausbesuch

Eine Substitutionsbehandlung kann auch im Rahmen von Hausbesuchen erfolgen, wenn der Patient wegen des Vorliegens einer chronischen Pflegebedürftigkeit oder aufgrund einer nicht im Zusammenhang mit der Substitutionsbehandlung stehenden Erkrankung nicht in die Praxis kommen kann. Eine Substitutionsbehandlung als alleiniger Grund für einen Hausbesuch ist demnach nicht berechnungsfähig. Abgerechnet wird über die üblichen GOP für Hausbesuche (01410,   01411, 01412 und 01413 für Mitpatienten, oder für Patienten in Pflegeeinrichtungen die GOP 01415) sowie die GOP 01950 oder GOP 01949 EBM für die Substitutionsbehandlung während des Hausbesuchs.

Hinweis: Derzeit laufen die Verhandlungen zwischen der KVWL und den Verbänden der Krankenkassen, inwieweit die bisherige regionale Regelung für die Take-Home-Vergabe für eine Woche (Symbolnummer 01950A) in modifizierter Form fortgeführt werden kann. Über das Ergebnis der Verhandlungen werden wir Sie rechtzeitig informieren.

Spezialisierten Geriatrie

Spezialisierte Geriatrie: Anpassungen zum 1. Oktober 2017

Für Berufsausübungsgemeinschaften und Medizinische  Versorgungszentren:

Die Gebührenordnungsposition (GOP) 30984 EBM (Weiterführendes geriatrisches Assessment) kann vom geriatrisch spezialisierten Arzt nur auf Überweisung abgerechnet werden. Da innerhalb von Berufsausübungsgemeinschaften oder Medizinischen Versorgungszentren keine Überweisungen auszustellen sind, wurde die Präambel des Abschnittes 30.13 EBM im Absatz 3 entsprechend angepasst. Sofern sich in dieser Konstellation die Notwendigkeit eines weiterführenden geriatrischen Assessments aufgrund eines hausärztlichen geriatrischen Basisassessments nach der GOP 03360 EBM ergibt, kann die GOP 30984 EBM abgerechnet werden. Allerdings erfolgt in diesen Fällen ein Abschlag in Höhe von 50 % auf die Konsil-Ziffern 30980 und 30981.

Für Vertragsärzte, die an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen und über eine Abrechnungsgenehmigung als geriatrisch spezialisierter Arzt gemäß Nr. 2 der Präambel verfügen – bspw. Hausärzte mit der Zusatzbezeichnung  Geriatrie:

Die genannten Ärzte können ab dem 1. Oktober 2017 bei Patienten, die von ihnen hausärztlich behandelt werden, ein weiterführendes geriatrisches Assessment nach der GOP 30984 EBM auch ohne eine Überweisung durchführen und abrechnen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass ein anderer geriatrisch spezialisierter Arzt (entsprechend Präambel Nr. 2) die Notwendigkeit bescheinigt. Dieser andere – mitbeurteilende – Arzt rechnet in diesem Fall für das Konsil die GOP 30981 EBM ab. Für den Vertragsarzt, der diese Mitbeurteilung veranlasst, ist die GOP 30980 EBM berechnungsfähig.

Guajak-Test

Übergangszeitraum für Guajak-Test läuft aus

Der Guajak-basierte Nachweis von okkultem Blut im Stuhl ist ab dem 1. Oktober 2017 auch im kurativen Bereich nicht mehr zulässig. Die Gebührenordnungsposition 32040 EBM und die Kostenpauschale 40150 für ausgegebene aber nicht zurückerhaltene Testbriefe werden ab dem 1. Oktober 2017 gestrichen.

Ambulante Palliativversorgung

Palliativvertrag in Westfalen-Lippe wird aufgewertet

Die berechnungsfähigen Leistungen der ambulanten Palliativversorgung durch Haus- und Fachärzte werden zum 1. Oktober 2017 erweitert. Dazu gehören die palliativmedizinische Ersterhebung und die Koordination der medizinischen und pflegerischen Versorgung der schwerstkranken Patienten. Die Versorgung in der Häuslichkeit im Sinne dieser neuen Leistungen umfasst auch Pflege- und Hospizeinrichtungen sowie beschützende Wohnheime bzw. Einrichtungen.

Der Zeitaufwand für längere Hausbesuche, Fallkonferenzen sowie die Erreichbarkeit des Arztes in kritischen Phasen wird zukünftig extrabudgetär vergütet. Die palliativmedizinischen Leistungen in den haus- und kinderärztlichen EBM-Kapiteln können weiter abgerechnet werden – allerdings bestehen entsprechende Berechnungsausschlüsse zu den neuen Gebührenordnungspositionen (GOP). Zudem sind die GOP des Abschnitts 37.3 EBM nicht bei Patienten berechnungsfähig, die gleichzeitig Leistungen im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) erhalten (Ausnahme: SAPV-Beratungsleistung). Darüber hinaus gibt es für jede GOP einzelne Abrechnungsausschlüsse. Bestimmte neue GOP dürfen bei einem Palliativpatienten jeweils nur von einem entsprechend qualifizierten Palliativmediziner erbracht und abgerechnet werden und nicht von mehreren Palliativmedizinern.

Hinweis

Die GOP 37300, 37302, 37317, 37318 unterliegen der Genehmigungspflicht. Neben fachlichen Anforderungen (Anlage 1 der Anlage 30 BMV-Ä) ist ergänzend die Kooperation mit verschiedenen Leistungserbringern (§ 4 Abs. 1 der Anlage 30 BMV-Ä) zu gewährleisten. Die Zusammenarbeit und verbindlichen Absprachen zwischen dem koordinierenden Arzt und dem Kooperationspartner sind jeweils per Unterschrift der Beteiligten gegenüber der KVWL nachzuweisen.

Die GOP 37314 ist ebenfalls genehmigungspflichtig, kann aber nur von Ärzten mit der Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin“ erbracht werden. Zur kontinuierlichen Fortentwicklung der palliativ-medizinischen Qualifikation des teilnehmenden Arztes besteht die Verpflichtung, regelmäßig an palliativmedizinischen Fortbildungen im Umfang von 8 Fortbildungspunkten/Jahr teilzunehmen.

Näheres zum Antragsverfahren erfahren Sie unter
Versorgungsqualität - Genehmigung.

Die KVWL und die Krankenkassen haben unter aktiver Beteiligung des Berufsverbandes der Palliativmediziner den Palliativvertrag zum 1. Oktober 2017 weiterentwickelt und aufgrund der neuen EBM-Regelungen aufgewertet.

Ziel der Vertragspartner war es – unter Beteiligung aller potenziell an der palliativmedizinischen Versorgung teilhabenden Ärzte – auch weiterhin, anders als im EBM, alle möglichen Aspekte der Palliativmedizin abzubilden. Die besonderen Vorteile der koordinierten und strukturierten palliativmedizinischen Versorgung in Westfalen-Lippe bleiben somit erhalten. Das Verhandlungsergebnis stand zum Zeitpunkt der Drucklegung noch unter Gremienvorbehalt. Die KVWL wird rechtzeitig vor dem 1. Oktober 2017 alle am Palliativvertrag teilnehmenden Ärzte individuell informieren. Mit der nächsten Ausgabe von KVWL kompakt wird die KVWL zudem ausführlich über das Ergebnis berichten.

Überblick der Leistungen, die alle an der Versorgung eines Palliativpatienten beteiligten Vertragsärzte abrechnen dürfen:

GOP Leistung Bewertung (Pkt)
37305 Zuschlag zum Hausbesuch bei einem Patienten (GOP 01410) oder bei einem Mitbesuch (GOP 01413).

Palliativmedizinische Betreuung des Patienten (z.B. Schmerztherapie, Symptomkontrolle) von mind. 15 Minuten Dauer.

Hinweis: je vollendete 15 Min.
höchstens 90 Min. am Behandlungstag (Höchstwert 744 Punkte)

124
37306

Zuschlag zu einem dringenden Hausbesuch bei einem Patienten (GOP 01411, 01412, 01415).
Palliativmedizinische Betreuung des Patienten (z.B. Schmerztherapie, Symptomkontrolle)

Hinweis: je Besuch
nicht im Rahmen des Not(fall)dienstes, der Notfallversorgung oder dringender Visiten auf der Belegstation berechnungsfähig

124
37320

Fallkonferenz (gemäß Anlage 30 BMV-Ä)
Patientenorientierte Fallbesprechung unter Beteiligung der notwendigen ärztlichen Fachdisziplinen und/oder weiterer komplementärer Berufe sowie mit Pflegekräften bzw. Angehörigen, die an der Versorgung des Patienten beteiligt sind.
Hinweis: höchstens 5x im Krankheitsfall / auch bei telefonischer Konferenz

64

Überblick der genehmigungspflichtigen Leistungen

GOP Leistung Bewertung (Pkt)
37300 Palliativmedizinische Ersterhebung
  • Untersuchung des körperlichen und psychischen Zustandes des Patienten;
  • Ersterhebung des Patientenstatus im Rahmen eines standardisierten palliativmedizinischen Assessments in mindestens fünf Bereichen;
  • Erstellung und/oder Aktualisierung eines Behandlungsplans und/oder Schmerztherapieplans und/oder Notfallplans in Zusammenarbeit mit beteiligten Ärzten

Hinweis: 1x im Krankheitsfall

392
37302 Zuschlag zur Versicherten- oder Grundpauschale für den koordinierenden Vertragsarzt

Koordination diagnostischer, therapeutischer und pflegerischer Maßnahmen sowie der palliativmedizinischen und -pflegerischen Versorgung

Hinweis: 1x im Behandlungsfall

275
37317 Zuschlag zur GOP 37302 für die Vorhaltung einer telefonischen Erreichbarkeit und Besuchsbereitschaft / außerhalb der Sprechstundenzeiten, am Wochenende (Sa/So), an gesetzlichen Feiertagen und am 24./31. Dezember des koordinierenden Arz-tes in Abstimmung zwischen dem Arzt und dem Patienten und/oder den Angehörigen und ggf. weiterer Beteiligter in kritischen Phasen, die nicht über die Maßnahmen des qualifizierten Schmerztherapie-, Therapie-, und/oder Notfallplans zu beheben sind
Hinweis: 1x im Krankheitsfall
1.425
37318 Telefonischer Kontakt des Arztes von mind. 5 Minuten Dauer werktags zwischen 19 und 7 Uhr sowie ganztägig am Wochenende (Sa/So), an gesetzlichen Feiertagen und am 24./31. Dezember
  • mit dem Pflegepersonal oder
  • dem ärztlichen Bereitschaftsdienst oder
  • den Angehörigen des Patienten oder
  • dem Krankenhaus

Hinweis: je Telefonat / bis zu siebenmal im
Behandlungsfall

213
37314 Pauschale für die konsiliarische Erörterung und Beurteilung komplexer medizinischer Fragestellungen durch einen Konsiliararzt mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin

Hinweis: 1x im Behandlungsfall

106

Epilation mittels Lasertechnik: Aufnahme neuer GOP

Epilation mittels Lasertechnik: Aufnahme neuer GOP

Zum 1. Oktober 2017 hat der Bewertungsausschuss eine Anpassung des EBM durch Ergänzung der im EBM bereits enthaltenen Epilation mittels Elektrokoagulation um die Epilation mittels Lasertechnik bei Mann-zu-Frau-Transsexualismus im Rahmen geschlechtsangleichender Maßnahmen beschlossen. Diese Leistungen sind nur berechnungsfähig, wenn der Medizinische Dienst der Krankenkassen die medizinische Indikation zur Durchführung geschlechtsangleichender Maßnahmen bei Transsexualismus (ICD-10-GM: F64.0) bestätigt hat.

Die Epilation mittels Lasertechnik bei Mann-zu-Frau-Transsexualismus im Rahmen geschlechtsangleichender Maßnahmen ist wie folgt zu berechnen:

GOP Leistung Bewertung (Pkt)
02325 im Gesicht und/oder am Hals – Dauer 5 Minuten 88
02326 an einer Hand und/oder den Händen – Dauer 5 Minuten 88
02327 Zuschlag zur GOP 02325 je weitere 5 Minuten 70
02328 Zuschlag zur GOP 02326 je weitere 5 Minuten 70

Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 02325 und 02327 EBM sind in Summe am Behandlungstag höchstens vier Mal und in Summe im Krankheitsfall höchstens 32 Mal für die Epilation im Gesicht/am Hals berechnungsfähig.

Die GOP 02326 und 02328 EBM sind in Summe am Behandlungstag höchstens vier Mal und in Summe im Krankheitsfall höchstens 32 Mal für die Epilation an einer Hand/den Händen berechnungsfähig.

Schweregradzuschläge im Notfall- und Bereitschaftsdienst

Der ergänzte erweiterte Bewertungsausschuss hatte am 7. Dezember 2016 die Einführung von drei Schweregradzuschlägen für besonders aufwändige Behandlungsfälle zum 1. April 2017 beschlossen.

Die Details finden Sie unter Abrechnung - Notfalldienst

Änderungen zum 01.07.2017

Psychotherapie: Sprechstunde und Akutbehandlung

Psychotherapie: Sprechstunde und Akutbehandlung werden besser bezahlt

Mit der Vergütungsanpassung, die der Bewertungsausschuss in seiner Sitzung am 21. Juni 2017 beschlossen hat, wird die psychotherapeutische Arbeit aufgewertet. Rückwirkend zum 1. April 2017 werden die neu eingeführte psychotherapeutische Sprechstunde (GOP 35151 EBM) und die Akutbehandlung (GOP 35152) besser vergütet. Die Bewertung erhöht sich von 406 auf 421 Punkte. Damit erfolgt eine Anpassung an die antragspflichtigen Einzeltherapien.

Auch der Strukturzuschlag für diese Leistungen (GOP 35254 EBM) wurde neu bewertet und steigt von 69 auf 72 Punkte. Dieser Zuschlag wird im Rahmen der Neustrukturierung des Abschnitts 35.2 EBM zum 1. Juli 2017 in die neue GOP 35573 EBM überführt und ebenfalls mit 72 Punkten bewertet.

Bisher wurden die neuen Leistungen Sprechstunde und Akutbehandlung nicht der fachärztlichen Grundversorgung zugerechnet. Durch eine entsprechende Änderung im Anhang 3 des EBM wurden rückwirkend zum 1. April 2017 die psychotherapeutische Sprechstunde und der Strukturzuschlag IV der fachärztlichen Grundversorgung zugerechnet. Somit ist eine Berechnungsfähigkeit der Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) gegeben.

Die Berechnung der Akutbehandlung (GOP 35152 EBM) führt weiterhin zum Ausschluss der PFG, da es sich um eine Leistung der spezialisierten Versorgung handelt, die ggf. auf das Kontingent einer sich anschließenden Kurz- oder Langzeittherapie angerechnet wird.

In diesem Zusammenhang wurden ebenfalls rückwirkend zum 1. April 2017 die Bewertungen der PFG in den Kapiteln 22 und 23 angepasst. Die Bewertungen der Zuschläge für die psychosomatische und psychotherapeutische Grundversorgung wurden angehoben: Die GOP 22216 und 23216 EBM von 164 auf 170 Punkte; die GOP 22218 und 23218 EBM von 44 auf 46 Punkte.

Mit Umsetzung der Psychotherapie-Reform zum 1. April 2017 war die Abrechnung der GOP 35120 EBM (Hypnose) in derselben Sitzung neben Leistungen der Verhaltenstherapie (GOP 35220 bis 35225) ausgeschlossen. Durch entsprechende Anpassungen in den Anmerkungen der genannten GOP, können die Leistungen in einer Sitzung berechnet werden.

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses von praxisintern am 27. Juni 2017 standen die Beschlüsse noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befanden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

Infos zur Strukturreform

 

Psychotherapie: Das überarbeitete Kapitel 35

Psychotherapie: Das überarbeitete Kapitel 35 zum 1. Juli 2017

Im Zusammenhang mit der Strukturreform Psychotherapie (wir informierten in praxisintern Nr. 3 und 4) hat der Bewertungsausschuss in seiner 396. Sitzung Änderungen des Kapitels 35 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) beschlossen. Ab dem 1. Juli 2017 gibt es zahlreiche neue Gebührenordnungspositionen (GOP), Gruppentherapien werden besser vergütet.

Die bisherigen GOP werden zum 1. Juli 2017 gestrichen.

Für die Abrechnung sind dann ausschließlich die neuen Leistungen in Ansatz zu bringen. Dies gilt auch für Therapien, die vor dem 1. Juli 2017 beantragt wurden.

Auf die Besonderheiten bei Kurzzeittherapien und Gruppen mit zwei Teilnehmern wird im Folgenden näher eingegangen.

Das Kapitel 35 EBM im Überblick

Unverändert: Abschnitt 35.1 nicht antragspflichtige Leistungen

Der Abschnitt 35.1 EBM enthält Leistungen wie die probatorische Sitzung, Psychotherapeutische Sprechstunde, Akutbehandlung und den Bericht an den Gutachter. Der Abschnitt bleibt gegenüber dem Stand vom 01.04.2017 unverändert.

NEU: Abschnitt 35.2 antragspflichtige Leistungen

Der neue Abschnitt 35.2 EBM enthält weiterhin alle antrags- und genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen. Aufgrund der vielen neuen GOP wird der Abschnitt neu strukturiert. Für eine transparente Darstellung von Einzel- und Gruppentherapien bzw. der Zuschläge erfolgt eine Unterteilung in folgende Abschnitte:

  • Abschnitt 35.2.1 Einzeltherapien (GOP 35401 bis 35425)
  • Abschnitt 35.2.2 Gruppentherapien (GOP 35503 bis 35559)
  • Abschnitt 35.2.3 Zuschläge (GOP 35571, 35572, 35573)

NEU: Abschnitt 35.3 psychodiagnostische Testverfahren

Anwendung und Auswertung standardisierter Testverfahren (GOP 35600)

Anwendung und Auswertung von psychosomatischen Testverfahren (GOP 35601)

Anwendung und Auswertung von projektiven Verfahren (GOP 35602)

Die Änderungen des Abschnitts 35.2 EBM im Detail

Einzeltherapie (Abschnitt 35.2.1 EBM)

Besonderheit Kurzzeittherapien:

Bei Kurzzeittherapien, die vor dem 1. Juli 2017 begonnen wurden, richtet sich die Abrechnung nach dem Stand des bewilligten Therapiekontingents:

- die ersten zwölf Sitzungen werden mit der GOP 35401, 35411 oder 35421 EBM abgerechnet,

- die 13. Bis 24. Sitzung (bzw. 25. Sitzung, falls die Therapie vor dem 1. April 2017 beantragt worden war) mit der GOP 35402, 35412 oder 35422 EBM.

Im neuen Abschnitt 35.2.1 EBM „Einzeltherapien“ werden die tiefenpsychologische, die analytische und die verhaltenstherapeutische Kurz- und Langzeittherapie abgebildet. Das Kontingent für die Kurzzeittherapie wurde in zwei Blöcke zu je zwölf Therapieeinheiten aufgeteilt. Für die Umsetzung im EBM werden je Therapieverfahren zwei neue GOP für die Kurzzeittherapie aufgenommen (Kurzzeittherapie 1 und Kurzzeittherapie 2).

Besonderheit bei der Abrechnung von Kurzzeittherapien: Bei Kurzzeittherapien, die vor dem 1. Juli 2017 begonnen wurden, richtet sich die Abrechnung nach dem Stand des bewilligten Therapiekontingents:

- die ersten zwölf Sitzungen werden mit der GOP 35401, 35411 oder 35421 EBM abgerechnet,

- die 13. Bis 24. Sitzung (bzw. 25. Sitzung, falls die Therapie vor dem 1. April 2017 beantragt worden war) mit der GOP 35402, 35412 oder 35422 EBM.

Die GOP der Einzeltherapie im Überblick (49 KB)

Gruppentherapie (Abschnitt 35.2.2 EBM)

Im neuen Abschnitt 35.2.2 EBM „Gruppentherapien“ werden die tiefenpsychologische, die analytische und die verhaltenstherapeutische Gruppentherapie (Kurz- und Langzeittherapie) abgebildet. Für die Kurzzeit- und Langzeittherapiesitzungen werden für die drei verschiedenen Therapieverfahren jeweils sieben GOP für die definierten Gruppengrößen von drei bis neun Teilnehmer aufgenommen. Die Ausrichtung der Höhe der Bewertung an der Anzahl der Teilnehmer ersetzt die bisherige Unterscheidung zwischen kleinen und großen Gruppen. Bei der Abrechnung ist die tatsächliche Teilnehmerzahl zu berücksichtigen. Die GOP sind je Teilnehmer berechnungsfähig.

Die Gruppenleistungen wurden dazu neu bewertet. Im Ergebnis steigt das Honorar für Gruppentherapien um etwa 20 Prozent. Der Zuwachs je nach Gruppenstärke ist unterschiedlich hoch.

Die GOP der Gruppentherapie im Überblick (66 KB)

Besonderheit bei der Abrechnung von Gruppen mit zwei Teilnehmern

Die Abrechnung von Gruppentherapien mit nur zwei Teilnehmern, die vor dem 1. April 2017 (vor Einführung der neuen Psychotherapie-Richtlinie) beantragt wurden, ist weiterhin möglich. Bisher wurden diese nach den GOP der kleinen Gruppe abgerechnet. Ab dem 1. Juli 2017 erfolgt die Abrechnung mit bundeseinheitlichen Pseudo-GOP.

Die neuen Pseudo-GOP im Überblick (47 KB)

Zuschläge (Abschnitt 35.2.3 EBM)

Die GOP für die Strukturzuschläge werden weiterhin von der KVWL zugesetzt!

Für die Zuschläge zu Einzel- und Gruppentherapien sowie zur Psychotherapeutischen Sprechstunde und zur Akutbehandlung gibt es ab dem 1. Juli 2017 neue GOP. So werden die bisherigen Zuschläge zu den Gruppentherapien (GOP 35252 und 35253 EBM) in einem Zuschlag zusammengefasst und als GOP 35572 abgebildet.

Die neuen Strukturzuschläge im Überblick (23 KB)

Die Änderungen des Abschnitts 35.3 EBM im Detail

Die psychodiagnostischen Testverfahren sind weiterhin im Abschnitt 35.3 EBM aufgeführt. Mit der Neustrukturierung des Kapitels 35 EBM erhalten diese jedoch neue Gebührenordnungspositionen. Die Höhe der Vergütung bleibt unverändert.

Die neuen GOP für psychodiagnostische Testverfahren im Überblick (20 KB)

Anpassung der Psychotherapie-Vereinbarung

Im Zusammenhang mit der neuen Struktur des Kapitels 35.2 EBM werden auch die Psychotherapie-Richtlinien zum 1. Juli 2017 angepasst.

Das bedeutet konkret, dass die neuen GOP für die Einzel- und die Gruppentherapien eingearbeitet werden. Das Genehmigungsverfahren zur Ausführung und Abrechnung von Leistungen gemäß §§ 5 bis 7 der Psychotherapie-Vereinbarung durch die Kassenärztlichen Vereinigungen hat sich nicht verändert.

Bei der Antragstellung im Formblatt PTV 2 für die Gruppentherapie ergeben sich folgende Änderungen:

  • Wie oben beschrieben, sieht der EBM ab dem 1. Juli 2017 grundsätzlich eine separate GOP für jede Teilnehmerzahl in der Gruppentherapie vor. Da sich die Therapeuten bei Antragstellung nicht schon auf eine Gruppengröße festlegen müssen, werden zukünftig bei der Beantragung im Formblatt PTV 2 nur die ersten vier Stellen der GOP eingetragen, die fünfte Stelle wird mit einem „X“ gekennzeichnet.
  • Für die Beantragung von Gruppentherapien sind im Formblatt PTV 2 entweder die 3550X, 3551X, 3552X, 3553X, 3554X oder 3555X (je nach Therapieart) anzugeben (z. B. 3554X bei einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeittherapie).
  • Die Krankenkasse bewilligt dann die GOP aller Gruppengrößen der beantragten Gruppen- oder Kombinationsbehandlung (z. B. GOP 35543-35549 EBM bei einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeitgruppentherapie).
  • Der Therapeut rechnet aus diesem bewilligten GOP-Bereich jeweils die GOP der tatsächlichen Gruppengröße ab (z. B. GOP 35543 EBM bei drei Teilnehmern in einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeitgruppentherapie).

Infos zur Strukturreform

Weitere Infos zu inhaltlichen Änderungen der Strukturreform der ambulanten Psychotherapie

Änderungen im Formularbereich

Neue Vordrucke und Anpassung der Stichtagsregelung für Vordruckversionen

Die KBV und der GKV-Spitzenverband als Partner des Bundesmantelvertrages haben sich auf verschiedene Änderungen im Formularbereich geeinigt.

Mit Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 21. Juli 2016 wurde ein gesetzlicher Auftrag aus dem Präventionsgesetz umgesetzt, in dessen Folge nun zum 1. Juli 2017 das Formular zur Empfehlung von Präventionsleistungen eingeführt wird. Dieses neue Muster 36 dient niedergelassenen Ärzten zur Empfehlung von Präventionsleistungen. Patienten können diese Empfehlung dann bei der Krankenkasse einreichen.

Niedergelassene Ärzte können Empfehlungen zu Ernährung, Stressmanagement, Bewegungsgewohnheiten und Suchtmittelkonsum in das Formular eintragen. Darüber hinaus steht ihnen ein Freitextfeld „Sonstiges“ zur Verfügung. Ziel ist es, verhaltensbezogene Risikofaktoren für bestimmte Erkrankungen zu senken. Das Muster 36 ist ab dem 1. Juli 2017 in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt und kann darüber hinaus über die üblichen Bezugswege bestellt werden.

Darüber hinaus sind in Abweichung zu Nr.1.1.1 Satz 2 der Anlage 2 des Bundesmantelvertrages-Ärzte ab dem 1. Juli 2017 ausschließlich Vordruckversionen ab dem nachfolgend aufgeführten Versionsstand zu verwenden:

Muster Version
8 7.2004
15 4.2002
16 4.2004
20 4.2004
25 7.2003
40 4.2006

 

Ältere Versionen verlieren ab dem 1. Juli 2017 ihre Gültigkeit. Da bislang auch Vorgängerversionen verwendet werden durften, in die nicht alle vordruckrelevanten Informationen eingetragen werden können, war die Aufnahme dieser Stichtagsregelung erforderlich.

Weiterhin ist eine Anpassung der Vordruckerläuterung für das Arzneimittelrezept vorgenommen worden.

ASV: Aufnahme einer Tuberkulose-Leistung in den EBM

Die KBV, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband haben beschlossen, die Leistung „Quantitative Bestimmung einer in-vitro Interferon-gamma Freisetzung nach ex-vivo Stimulation mit Antigenen“ mit Wirkung zum 1. Juli 2017 in den Abschnitt 50.1 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) aufzunehmen.

Bisher war die Leistung Bestandteil des Abschnitts 2 des Appendix zur ASV-Indikation Tuberkulose und wurde über die Pseudoziffer 88510 abgerechnet. Ab sofort erfolgt die Abrechnung über den EBM als neue Gebührenordnungsposition (GOP) 50112. Die neue Leistung ist mit 58 Euro bewertet.

Wie bereits im Appendix zur Tuberkulose festgelegt wurde, dürfen Fachärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie (Kernteam) sowie Fachärzte für Laboratoriumsmedizin (hinzuzuziehende Fachärzte) die Leistung nach der GOP 50112 EBM abrechnensum dolor

Info

Die Appendizes der erkrankungsspezifischen Anlagen der Richtlinie zur ASV wurden überarbeitet und an den EBM (Stand 1. Oktober 2016) angepasst.

Diese sind abrufbar unter: http://institut-ba.de/service/asvabrechnung

  • Appendix Anlage 1.1a Tumorgruppe 1 – gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle
  • Appendix Anlage 1.1a Tumorgruppe 2 – gynäkologische Tumoren
  • Appendix Anlage 2a – Tuberkulose und atypische Mykobakteriose
  • Appendix Anlage 2k – Marfan-Syndrom
  • Appendix Anlage 2l – Pulmonale Hypertonie

Europäische Krankenversicherungskarte

Muster 80 entfällt, neues Patientenformular ersetzt Muster 81

Details und weitere Informationen zu den Änderungen

Kinder-Richtlinie: Neue Leistung Pulsoxymetrie-Screening

Neue Leistung Pulsoxymetrie-Screening ab Juli im EBM

Zum 1. Juli 2017 werden für das Screening auf kritische angeborene Herzfehler mittels Pulsoxymetrie, das der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in die Kinder-Richtlinie aufgenommen hatte, die neue Gebührenordnungspositionen (GOP) 01702 und 01703 in den EBM-Abschnitt 1.7.1. aufgenommen.

GOP Leistung Bewertung (Pkt)
01702 Beratung im Rahmen des Pulsoxymetrie-Screenings gemäß Abschnitt C Kapitel 5 der Kinder-Richtlinie des G-BA. Wesentliche Inhalte:

eingehende Aufklärung der Eltern zu Sinn, Zweck und Ziel des Screenings auf kritische angeborene Herzfehler mittels Pulsoxymetrie, sofern auf die eingehende Aufklärung keine

funktionelle Pulsoxymetrie folgt

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01703 Pulsoxymetrie-Screening gemäß Abschnitt C Kapitel 5 der Kinder-Richtlinie des G-BA. Wesentliche Inhalte:

Durchführung der funktionellen Pulsoxymetrie

fakultativer Leistungsinhalt u.a. Aufklärung der Eltern und Wiederholung der Pulsoxymetrie innerhalb von zwei Stunden nach einem kontrollbedürftigen Messergebnis der Erstmessung

Kosten für die mehrfach verwendbaren Sensoren von GOP umfasst

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Die GOP sind bis zur U2 berechnungsfähig, sofern noch kein Pulsoxymetrie-Screening im Untersuchungsheft für Kinder dokumentiert ist. Für denselben Neugeborenen ist eine der beiden GOP berechnungsfähig. Eine Mehrfachberechnung ist jedoch bei Mehrlingen möglich. Die Vergütung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung, da es sich um Präventionsleistungen handelt.

Die neuen GOP entsprechen in Struktur und Bewertung damit den Leistungen für das Neugeborenen-Hörscreening (GOP 01704 und 01705).

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses von praxisintern am 27. Juni 2017 standen die Beschlüsse noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befanden sich in der redaktionellen Endabstimmung

MRSA und Abrechnung geschlechtsspezifischer GOP

MRSA und Abrechnung geschlechtsspezifischer GOP

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 397. Sitzung am 21. Juni 2017 weitere Beschlüsse gefasst. Hierbei handelt es sich unter anderem um kleinere inhaltliche und redaktionelle Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM). Weitergehende Informationen hierzu entnehmen Sie bitte den entsprechenden Beschlüssen.

Zum 1. Juli 2017 wird die Definition eines MRSA-Risikopatienten in der Nummer 3 der Präambel zum Abschnitt 30.12 EBM in Anlehnung an die aktualisierten KRINKO-Empfehlungen angepasst. Der Bewertungsausschuss hatte sich im Rahmen der Aufnahme der MRSA-Vergütungsvereinbarung und des Abschnitts 30.12 EBM bei der Definition eines MRSA-Risikopatienten u.a. an die „Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen“ der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) angelehnt.

Mit einer Änderung der Nummer 4.2.1 der Allgemeinen Bestimmungen zum EBM wird die Abrechnung geschlechtsspezifischer GOP zum 1. Juli 2017 präzisiert. Solche Leistungen sind bei Personen, bei denen primäre Geschlechtsmerkmale beider Geschlechter vorliegen – wie bei Intersexualität oder Transsexualität nach Geschlechtsangleichung - berechnungsfähig.

Laut Beschluss ist ohne Kennzeichnung „X“ für das unbestimmte Geschlecht auf der elektronischen Gesundheitskarte bei den genannten Personen die entsprechende Leistung mit einer bundeseinheitlich kodierten Zusatzkennzeichnung zu versehen und als Begründung der ICD-10-Kode für Transsexualität oder Intersexualität anzugeben.

Stand 27. Juni 2017: die Beschlüsse stehen noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befinden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

NäPA: Hausbesuche abrechenbar

NäPA: Hausbesuche ab dem 1. Juli 2017 abrechenbar

Nichtärztliche Praxisassistenten (NäPA) in Facharztpraxen dürfen zukünftig auch Hausbesuche durchführen. In der Vergangenheit war die Tätigkeit auf Besuche in Heimen beschränkt. Zur Abbildung des erweiterten Umfangs wird das Kapitel 38 EBM „Delegationsfähige Leistungen“ um zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) ergänzt.

Die neuen GOP im Überblick:

GOP Leistung Wertigkeit Anmerkung
38202 Zuschlag zu der GOP 38100 für den Besuch und die Betreuung durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten in der Häuslichkeit des Patienten 90 Punkte Die GOP 38202 ist nicht neben den GOP 38200 und 38205 berechnungsfähig.
38207 Zuschlag zu der GOP 38105 für den Besuch und die Betreuung eines weiteren Patienten durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten in der Häuslichkeit 83 Punkte Die GOP 38207 ist nicht neben den GOP 38200 und 38205 berechnungsfähig.

Die beiden neuen GOP werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) vergütet und sind nicht von Hausärzten berechnungsfähig. Hausärzte können bereits entsprechende Leistungen im Kapitel 3 des EBM abrechnen. Die GOP 38200 und 38205 EBM sind nicht neben den neuen GOP 38202 und 38207 EBM berechnungsfähig.

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses von praxisintern am 27. Juni 2017 standen die Beschlüsse noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befanden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

Abrechnung PET/CT zur Diagnostik bei Hals-Kopf-Tumoren

Abrechnung PET/CT zur Diagnostik bei fortgeschrittenen Hals-Kopf-Tumoren

Bereits am 16. März 2017 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, die Positronen-Emissionen-Tomographie in Verbindung mit einer Computertomographie (PET/CT) für die Diagnostik von fortgeschrittenen Hals-Kopf-Tumoren in die vertragsärztliche Versorgung aufzunehmen. Der Beschluss wurde vom Bundesgesundheitsministerium nicht beanstandet und ist am 7. Juni in Kraft getreten.

Nun hat sich der Bewertungsausschuss (BA) mit der Frage der Notwendigkeit einer Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) infolge des Beschlusses des G-BA befasst. Der BA sieht keinen Anpassungsbedarf des EBM im Hinblick auf die Abrechnung eines PET/CT zur Diagnostik bei fortgeschrittenen Hals-Kopf-Tumoren. Eine Abrechnung der Leistung kann über die Gebührenordnungspositionen des Abschnitts 34.7 EBM erfolgen.

Präventionsempfehlung

Erhöhung der Bewertung von Früherkennungsuntersuchungen zum 1. Juli 2017

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte am 21. Juni 2016 Beschlüsse zur Änderung der Kinder-Richtlinie, der Jugendgesundheitsuntersuchungs-Richtlinie und der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie erlassen, mit denen gesetzliche Vorgaben zur Ausstellung von Präventionsempfehlungen umgesetzt wurden.

Ab dem 1. Juli können Ärzte nun bei Bedarf Empfehlungen zu Präventionsleistungen ausstellen. Diese reichen die Patienten dann zur Berücksichtigung bei der Entscheidung zur Genehmigung von Präventionsleistungen bei der Krankenkasse ein. Die Verordnung erfolgt auf dem neuen Formular 36. Darüber hinaus erhöht sich die Bewertung der GOP 01713 bis 01720 und 01723 EBM (Früherkennungsuntersuchungen U3 bis U9 und J1) und der GOP 01732 EBM (Gesundheitsuntersuchung der Erwachsenen) um jeweils einen Punkt.

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses von praxisintern am 27. Juni 2017 standen die Beschlüsse noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befanden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

Telemedizinische Kontrolle von Herzschrittmachern

Telemedizinische Kontrolle von Herzschrittmachern: Übergangsregelung verlängert

Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 04417 und 13554 EBM für die telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators und/oder eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) sind seit dem 1. April 2016 Bestandteil des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs.

In der zweiten Anmerkung zu den beiden GOP ist jeweils geregelt, dass die Berechnung eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Vereinbarung zur Herzschrittmacherkontrolle gemäß § 135 Abs. 2 SGB V bzw. nach der Vereinbarung zur Funktionsanalyse von Kardiovertern bzw. Defibrillatoren und Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraussetzt.

Bis zum 30. Juni 2017 waren die beiden GOP auch ohne entsprechende Genehmigung berechnungsfähig. Der Bewertungsausschuss hat nun eine erneute Verlängerung der vereinbarten Übergangsregelung bis zum 31. Dezember 2017 vorgenommen, da die Beratungen zu den genannten Qualitätssicherungsvereinbarungen noch andauern.

Stand 27. Juni 2017: die Beschlüsse stehen noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befinden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

Änderungen zum 01.04.2017

Psychotherapeutische Sprechstunde

Am 29. März 2017 hat der Erweiterte Bewertungsausschuss nunmehr den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) - unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundesministeriums für Gesundheit - in diesem Zusammenhang angepasst sowie die Anordnung der sofortigen Vollziehung beschlossen.

Über die wesentlichen Änderungen informieren wir Sie nachfolgend im Überblick:

 

Aufnahme der neuen Gebührenordnungspositionen (GOP)

GOP Kurzlegende Punkte Euro
35151 EBM Psychotherapeutische Sprechstunde zur diagnostischen Abklärung 406 je vollendete 25 Minuten 42,75 €
35152 EBM Psychotherapeutische Akutbehandlung 406 je vollendete 25 Minuten 42,75 €
35254 EBM Strukturzuschlag 69 7,27 €

Für die Psychotherapeutische Sprechstunde (GOP 35151 EBM) sowie Akutbehandlung (GOP 35152 EBM) wird der Strukturzuschlag zur Deckung von Personalausgaben gezahlt. Wie aus der Richtlinie-Psychotherapie hervorgeht, wird er allerdings erst ab erreichen einer Mindestpunktzahl – analog zur GOP 35253 EBM - gewährt und dann von der Kassenärztlichen Vereinigung automatisch zugesetzt.

Weitere EBM - Änderungen

GOP 35150 Probatorische Sitzung

Probatorische Sitzungen werden auch weiterhin mit der GOP 35150 EBM vergütet, deren Leistungsbewertung unverändert geblieben ist. Neu ist, dass die GOP bei Erwachsenen maximal viermal und bei Versicherten bis zum vollendeten 21. Lebensjahr höchstens sechsmal im Krankheitsfall – unabhängig von der Therapieform - abrechenbar ist. Zudem wurde im obligaten Leistungsinhalt die Einzelbehandlung und im fakultativen Leistungsinhalt die weitere differentialdiagnostische Abklärung und die Abklärung der Motivation und der Kooperations- und Beziehungsfähigkeit der Patienten aufgenommen.

Gruppentherapie (Kurz- und Langzeittherapie)

Die Abrechnung von Gruppenleistungen erfolgt übergangsweise mit den alten GOP, wobei die Gruppengrößen auf mindestens drei und maximal neun Teilnehmer angepasst wurden. Neu ist, dass die GOP für kleine Gruppen nun auch bei Erwachsenen angesetzt werden dürfen (nicht mehr nur für Kinder und Jugendliche). Ein neues Vergütungssystem für Gruppentherapien, das auch eine höhere Honorierung vorsieht, soll zum 1. Juli 2017 eingeführt werden.

Übergangsregelung

Für die Abrechnung von Leistungen, die vor dem 01. April 2017 beantragt und damit nach den Vorgaben der alten Psychotherapie-Richtlinie durchgeführt werden dürfen, gelten folgende Übergangsregelungen:

  • Kurzzeittherapie als Einzel- und Gruppentherapie:
    Es können bis zu 25 Sitzungen abgerechnet werden, wenn ein solches Therapiekontingent vor dem 01. April 2017 beantragt wurde. Diese Regelung gilt für Einzel- und Gruppentherapien. Um sichtbar zu machen, dass es sich um eine Therapie nach der alten Psychotherapie-Richtlinie handelt, muss der Therapeut die 25. Sitzung in der Abrechnung mit einem „L“ beziehungsweise bei der Einbeziehung von Bezugspersonen mit „S“ kennzeichnen.
  • Gruppentherapie:
    Gruppentherapien im Rahmen einer Verhaltenstherapie können auch mit zwei Teilnehmern durchgeführt werden, wenn diese Leistung vor dem 01. April 2017 beantragt worden ist.
  • Probatorische Sitzungen:
    Probatoriken, die vor dem 01. April 2017 begonnen wurden, können weiterhin nach den alten Regelungen durchgeführt werden, das heißt: bis zu fünfmal für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und für Verhaltenstherapie, bis zu achtmal für analytische Psychotherapie. Um sichtbar zu machen, dass es sich um eine Probatorik nach der alten Psychotherapie-Richtlinie handelt, muss der Therapeut die Sitzungen in der Abrechnung mit einem „L“ beziehungsweise bei der Einbeziehung von Bezugspersonen mit „S“ kennzeichnen.

Vergütung Videosprechstunde

Vergütung

Die Videosprechstunde kann als neue telemedizinische Leistung ab April und somit eher als vorgesehen durchgeführt werden. Der Bewertungsausschuss hat dazu die Einführung einer Technikpauschale beschlossen. Außerdem wird der EBM um Regelungen zum Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde ergänzt.

Technik- und Förderzuschlag

Zur Förderung von Videosprechstunden erhalten Ärzte ab April bis zu 800 Euro jährlich. Die Mittel dienen vor allem zur Deckung der Kosten, die durch die Nutzung eines Videodienstanbieters anfallen. Dafür gibt es einen Technik- und Förderzuschlag, den jeder Arzt pro Videosprechstunde erhält:

GOP 01450: 4,21 Euro (Bewertung: 40 Punkte), je Arzt-Patienten-Kontakt für bis zu 50 Videosprechstunden im Quartal

  • Die GOP 01450 wird als Zuschlag zur Versichertenpauschale, zu den meisten Grundpauschalen, zu den Konsiliarpauschalen des Kapitels 25, zur schmerztherapeutischen Pauschale (GOP 30700) und zur neuen GOP 01439 gezahlt. (Die neue GOP 01439 ist berechnungsfähig, wenn ein Arzt-Patienten-Kontakt in einem Quartal ausschließlich per Video stattfindet.)
  • Den Zuschlag gibt es für maximal 50 Videosprechstunden pro Arzt und Quartal (= 1.899 Punkte). Er ist damit auf rund 200 Euro begrenzt. Die Vergütung  erfolgt extrabudgetär.
  • Die GOP 01450 ist nur abrechnungsfähig, sofern es sich bei der Verlaufskontrolle in der Videosprechstunde um eine Folgebegutachtung handelt; das heißt, der Patient muss in demselben Quartal wegen der Beschwerden mindestens einmal in der Praxis gewesen sein.

Konsultation

Videosprechstunden können eine persönliche Vorstellung in der Praxis ersetzen. Die Konsultation ist deshalb Inhalt der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale und somit nicht gesondert berechnungsfähig. Für Fälle, bei denen der Patient in einem Quartal  nicht  die Praxis aufsucht, wurde eine analoge Regelung zum telefonischen Arzt-Patienten-Kontakt vereinbart und eine neue GOP (ab 1. April) in den EBM aufgenommen:

GOP 01439: 9,27 Euro (Bewertung: 88 Punkte), einmal im Behandlungsfall

  • Auf diese GOP wird der Technikzuschlag für die Videosprechstunde (GOP 01450) gezahlt.
  • Die GOP 01439 kann abgerechnet werden, wenn der Arzt-Patienten-Kontakt nur im Rahmen einer Videosprechstunde stattfindet und folglich im Quartal keine Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale abgerechnet wird.
  • Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Patient in den vorangegangenen zwei Quartalen mindestens einmal in der Praxis persönlich vorstellig geworden ist und die Verlaufskontrolle durch dieselbe Praxis erfolgt wie die Erstbegutachtung.
  • Die GOP ist – mit Ausnahme der GOP 01450 – nicht neben anderen Gebührenordnungspositionen be- rechnungsfähig.

Außerdem wurde für eine Reihe von Gebührenordnungspositionen, die mindestens drei persönliche Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall voraussetzen, vereinbart, dass einer dieser persönlichen Kontakte auch im Rahmen einer Videosprechstunde stattfinden kann. Dies gilt für folgende GOP: 02310, 07310, 07311, 07330, 07340, 10330, 18310, 18311, 18330, 18340.

Anpassung Anhang 2 EBM

Der Anhang 2 zum Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) wird mit Wirkung zum 1. April 2017 an den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) Version 2017 angepasst. Die Anpassung wurde durch die jährliche Aktualisierung der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM) und des OPS des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) erforderlich. Dabei handelt es sich um die Aufnahme von neuen OPS-Kodes und die Streichung von ungültigen (beendeten) OPS-Kodes in der Version 2017 im Vergleich zur Version 2016.

Informationen der KBV

Praxisinformation zur Videosprechstunden (132 KB)

Patienteninformation zur Videosprechstunden (149 KB)

 

Änderungen zum 01.01.2017

Humangenetik: EBM-Detailänderungen

Über die Weiterentwicklung der humangenetischen Leistungen zum 1. Juli 2016 und die im Nachgang dazu beschlossenen Änderungen informierten wir in praxis intern (Ausgaben Nr. 6 vom 27. Juni 2016 und Nr. 8 vom 27. August 2016). Nun hat der Bewertungsausschuss weitere Detailänderungen und Präzisierungen für Leistungen der Humangenetik mit Wirkung zum 1. Januar 2017 beschlossen. Wesentliche Inhalte daraus stellen wir nachfolgend stichpunktartig dar. Weitergehende Informationen entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses aus seiner 386. Sitzung am 12. Dezember 2016.

  • Die Berechnung der Gebührenordnungspositionen (GOP) 11235 und 11236 EBM (Zuschläge zur humangenetischen Beurteilung) setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der Qualitätssicherungsvereinbarung nach § 135 Abs. 2 SGB V voraus. Da die Verhandlungen über eine entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung noch nicht abgeschlossen sind, wurde die Frist für eine Berechnungsfähigkeit ohne eine Genehmigung bis zum 1. Januar 2018 verlängert.
  • Es wird klargestellt, dass die Leistungen der „kleinen Mutationssuche“ (GOP 11513, 19424 und 19453 EBM) nicht neben denen der „großen Mutationssuche“ (GOP 11514, 19425 und 19454 EBM) berechnungsfähig sind. Der Leistungsumfang der „kleinen Mutationssuche“ ist bereits in der „großen Mutationssuche“ enthalten. Die Abrechnungsausschlüsse wurden entsprechend in den EBM aufgenommen.
  • Die GOP 19450 zur molekularzytogenetischen Charakterisierung chromosomaler Aberrationen wird neu in den Abschnitt 19.4.4 EBM aufgenommen. Die Aufnahme dieser Leistung war erforderlich, da z. B. der Nachweis der HER2/neu-Genduplikation zur Indikationsstellung einer Herceptin-Therapie bei HER2/neu-positivem Magenkarzinom mit Hilfe dieser Untersuchungsmethode erbracht wird. Die GOP 19450 EBM ist mit 518 Punkten bewertet.

Ausblick: Mit Wirkung zum 1. April 2017 wird die Bewertung der GOP 32937 EBM (HLA-Typisierung) von 150 auf 115 Euro angepasst. Damit wird die Leistung der inhaltlich entsprechenden GOP 32902 EBM angeglichen.

Nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa) / Delegations-Vereinbarung

Informationen zu den EBM-Änderungen

In einem Schreiben der KVWL wurden die Praxen, die über eine (befristete) Genehmigung zur Abrechnung von Leistungen nach Abschnitt 3.2.1.2 EBM in Verbindung mit der Delegations-Vereinbarung (Anlage 8 BMV-Ä) verfügen, bereits über die Änderungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) informiert. In seiner 386. Sitzung hat der Bewertungsausschuss folgende Anpassungen beschlossen:

  • Zur weiteren Strukturförderung wurden folgende neue Zuschläge zum Strukturzuschlag (GOP 03060 EBM) und zu den NäPa-Besuchsleistungen (GOP 03062 und 03063 EBM) aufgenommen:
    Neue GOP Anmerkung Bewertung in Pkt.
    03061 Zuschlag zur GOP 03060 12
    03064 Zuschlag zur GOP 03062 20
    03065 Zuschlag zur GOP 03063 14
  • Der Höchstwert für die GOP 03060 und 03061 EBM beträgt seit dem 1. Januar 2017 insgesamt je Praxis 23.800 Punkte (vorher 12.851) im Quartal. Der Strukturzuschlag wird bis zu dieser Obergrenze (je Praxis) gezahlt.
  • Die als Abrechnungsvoraussetzung erforderliche Mindestzahl von Behandlungsfällen wurde wie folgt abgesenkt:
    • 700 Behandlungsfälle (vorher 860 Fälle) für einen vollzeittätigen Hausarzt im Quartal; für jeden weiteren in der Praxis vollzeittätigen Arzt mindestens 521 Behandlungsfälle (vorher 640) oder
    • 120 Behandlungsfälle (vorher 160) bei Patienten, die älter als 75 Jahre sind, für einen vollzeittätigen Hausarzt im Quartal; für jeden weiteren in der Praxis vollzeittätigen Arzt mindestens 80 Behandlungsfälle (vorher 120).
    Diese reduzierten Zahlen gelten auch für die erstmals zwei Jahre nach Erteilung der Genehmigung durch die KV erfolgende Prüfung, ob die Praxis die Kriterien zur Berechnung der GOP weiterhin erfüllt.
  • Die obligaten Leistungsinhalte der NäPa-Besuchsleistungen (GOP 03062 und 03063 EBM) wurden angepasst. Hiermit erfolgte eine Angleichung an die zum 1. Juli 2016 eingeführten GOP 38100 und 38105 EBM. Der erste Besuch eines Patienten in Alten- oder Pflegeheimen bzw. in anderen beschützenden Einrichtungen ist künftig über die GOP 03062 EBM abgebildet, weitere Besuche bei anderen Patienten in derselben sozialen Gemeinschaft über die GOP 03063 EBM.

Änderungen der Delegations-Vereinbarung (Anlage 8 BMV-Ä)

Die bisher bestehende Übergangsregelung für die Erteilung von Genehmigungen zur Abrechnung der GOP 03060 bis 03065 EBM für Praxen mit NäPa in Ausbildung wurde bis zum 31.12.2018 verlängert. Eine Genehmigung kann somit weiterhin auch dann befristet erteilt werden, sofern die Fortbildung der NäPa bereits begonnen wurde, aber noch nicht abgeschlossen ist. Die Befristung erfolgt bis zum voraussichtlichen Abschluss der Ausbildung, längstens jedoch für vier Quartale.

Darüber hinaus ist eine Änderung im Hinblick auf die Anerkennung von Berufserfahrung in fachärztlichen Praxen für den EBM-Abschnitt 38.3. erfolgt. Bislang wurde der Nachweis einer sich an den qualifizierten Berufsabschluss der NäPa anschließenden dreijährigen Berufserfahrung in einer hausärztlichen Praxis vorausgesetzt. Nunmehr kann der Arzt gegenüber der KV auch nachweisen, dass die NäPa über die entsprechende Berufserfahrung in einer fachärztlichen Praxis verfügt. Durch die zuständige Ärztekammer ist das Teilnahmezertifikat bei Berufserfahrung in einer fachärztlichen Praxis gesondert zu kennzeichnen. Für die Abrechnung von Leistungen nach dem EBM-Kapitel 3 wird jedoch auch weiterhin ausschließlich eine mindestens dreijährige Berufserfahrung in einer hausärztlichen Praxis vorausgesetzt.

Für den Nachweis der Erfahrung bei Hausbesuchen im Rahmen der praktischen Fortbildung sind auch durch Praxismitarbeiter in den letzten 24 Monaten vor Antragstellung selbstständig durchgeführte Besuche anrechnungsfähig. Der Nachweis kann sowohl über Besuche nach der GOP 40240/40260 EBM bis zum 1. Juli 2016, als auch über die seitdem gültigen GOP 38100/38105 erfolgen.

Finanzielle Förderung von elektronischen Arztbriefen

Seit dem 1. Januar 2017 werden elektronische Arztbriefe finanziell gefördert. Die Krankenkassen zahlen für jeden elektronisch übermittelten Brief eine Pauschale von insgesamt 55 Cent. Da Sender und Empfänger in die technische Infrastruktur investieren müssen, wird die Förderung aufgeteilt:

  • Versenden eines eArztbriefes je Empfänger-Praxis: GOP 86900 EBM (28 Cent)
  • Empfangen eines eArztbriefes: GOP 86901 EBM (27 Cent)

Die Vergütung erfolgt extrabudgetär. Der elektronische Versand ersetzt den Versand mit Post- und Kurierdiensten. Bei Abrechnung der o.g. Gebührenordnungspositionen dürfen für denselben Brief nicht die Kostenpauschalen für Portokosten (GOP 40120 bis 40126 EBM) abgerechnet werden.

Beim Versand (GOP 86900 EBM) gibt es eine Obergrenze, die abhängig von der Fachgruppe ist und sich an der Anzahl der Behandlungsfälle in dem jeweiligen Quartal orientiert. Für einen Patienten können mehrere Briefe verschickt werden.

Voraussetzung ist, dass der Versand sicher erfolgt und der Brief qualifiziert elektronisch signiert wird mittels elektronischem Heilberufsausweis.

Zuschläge für Infektionsdialysen erhöht

Die Bewertung der Zuschläge für Infektionsdialysen (GOP 40835 und 40836 EBM) hat sich zum 1. Januar 2017 erhöht. In einem weiteren Schritt werden die Kostenpauschalen zum 1. Januar 2018 erneut angehoben.

Hintergrund der Entscheidung des Bewertungsausschusses in seiner 386. Sitzung waren die gestiegenen Kosten für Hygienemaßnahmen im Bereich der Infektionsdialyse.

Der Bewertungsausschuss überprüft zum 1. Januar 2019, ob die Notwendigkeit einer weiteren Anpassung der Höhe der Kostenpauschalen besteht.

Die Bewertung der Zuschläge im Überblick:

GOP bis 31.12.2016 ab 01.01.2017 ab 01.01.2018
40835 30 Euro 60 Euro 90 Euro
40836 10 Euro 20 Euro 30 Euro

Neue Kinder-Richtlinie: Anpassung des EBM

Über das Inkrafttreten der neuen Kinder-Richtlinie zum 1. September 2016 informierten wir Sie in praxis intern (Ausgabe Nr. 9 vom 27. September 2016). In seiner 386. Sitzung hat der Bewertungsausschuss jetzt auch die Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) mit Wirkung zum 1. Januar 2017 beschlossen. Die erforderlichen Änderungen des EBM betreffen die Vergütung der Kinder-Früherkennungsuntersuchungen sowie das Screening auf Mukoviszidose.

Zur Honorierung der geänderten Untersuchungs- und Beratungsinhalte wurde beschlossen, die Bewertung der Kinder-Früherkennungsuntersuchungen („U-Untersuchungen“) zu erhöhen. Die U2 bis U9 (GOP 01712 bis 01719 EBM) sind nun mit 401 Punkten bewertet (bisher 308), die U7a (GOP 01723 EBM) ebenfalls mit 401 Punkten (bisher 355).

Außerdem wurden aufgrund der formalen Neustrukturierung der Kinder-Richtlinie redaktionelle Anpassungen im EBM vorgenommen.

Laut Beschluss wird zur Abbildung des neu aufgenommenen Screenings auf Mukoviszidose die bestehende Gebührenordnungsposition (GOP) 01707 EBM „Erweitertes Neugeborenen-Screening“ im Abschnitt 1.7.1 EBM um zusätzliche Leistungsinhalte erweitert und die Bewertung von 103 auf 135 Punkte erhöht. Die GOP 01707 EBM kann bis zum vollendeten 10. Lebenstag berechnet werden, sofern die Durchführung des Neugeborenen-Screenings im Untersuchungsheft für Kinder noch nicht dokumentiert ist.

Mit der GOP 01709 EBM (50 Punkte) wird eine neue Leistung zur eingehenden Aufklärung der Eltern zu Sinn, Zweck und Ziel des Screenings auf Mukoviszidose aufgenommen. Die GOP kann bis zum vollendeten 28. Lebenstag berechnet werden, sofern noch kein Screening auf Mukoviszidose im Untersuchungsheft für Kinder dokumentiert ist.

Die bisherige GOP 01708 EBM (Laboruntersuchungen im Rahmen des Neugeborenen-Screenings) wurde gestrichen. Die geforderten Laboruntersuchungen werden zukünftig als Katalogleistung mit den neuen GOP 01724 bis 01727 EBM abgebildet. Die Berechnung dieser GOP setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der §§ 23 bzw. 38 der Kinder-Richtlinie voraus. In den GOP 01725 bis 01727 EBM wird die dreistufige Diagnostik des Screenings auf Mukoviszidose abgebildet. Da es sich bei der dritten Stufe um eine genetische in-vitro-Diagnostik handelt, ist die GOP 01727 EBM im Krankheitsfall nicht neben den GOP 11301 und 11351 EBM berechnungsfähig.

Sozialpädiatrie: Ausweitung der Berechnungsmöglichkeit der GOP 04356

Zum 1. Januar 2017 wurde die Berechnungsfähigkeit der weiterführenden sozialpädiatrisch orientierten Versorgung von Kindern und Jugendlichen verbessert. Die Gebührenordnungsposition (GOP) 04356 EBM kann nun höchstens dreimal statt bisher zweimal im Krankheitsfall abgerechnet werden. Dies hat der Bewertungsausschuss in seiner 386. Sitzung entschieden, um eine bessere Ausschöpfung des Vergütungsvolumens zu ermöglichen.

Die GOP 04356 EBM wurde zum 1. Januar 2015 als Zuschlag im Zusammenhang mit der GOP 04355 EBM für die weiterführende sozialpädiatrisch orientierte Versorgung in den EBM aufgenommen. Der Zuschlag ist mit 20,53 Euro (195 Punkten) bewertet.

Änderungen in 2016

Änderungen zum 01.07.2016

Neues Kapitel 37 im EBM

Kooperations- und Koordinationsleistungen in Pflegeheimen gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä

Anpassung des EBM erfolgte zum 1. Juli 2016

Mit der Aufnahme des Kapitels 37 und der neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) soll die medizinische Versorgung in Alten- und Pflegeheimen gestärkt und der zusätzliche Aufwand von Haus- und Fachärzten für eine regelmäßige Abstimmung und Koordinierung der Versorgung von Pflegeheimbewohnern honoriert werden.

Abrechnungsvoraussetzungen

Die Leistungen des Kapitels 37 können von Haus- und Fachärzten berechnet werden, sofern sie gegenüber der KV den Abschluss eines Kooperationsvertrages nach § 119b SGB V mit einer stationären Pflegeeinrichtung nachweisen. Der Kooperationsvertrag muss die Anforderungen der Anlage 27 zum BMV-Ä** erfüllen.

Einen Musterkooperationsvertrag sowie die Genehmigungsvoraussetzungen finden Sie unter www.kvwl.de in den Rubriken Versorgungsqualität, Genehmigung, Anträge, Voraussetzungen, Infos und Ansprechpartner sowie Pflegeheimversorgung (Kapitel 37 EBM)

Die Präambel zum Kapitel 37 Nr. 1 regelt, welche Fachärzte die neuen Leistungen abrechnen können. Die GOP 37100, 37102, 37113 und 37120 EBM können von nahezu allen Fachgruppen berechnet werden. Im Hinblick auf die GOP 37105 EBM ist der Kreis der zur Abrechnung berechtigten Fachärzte deutlich eingeschränkt. Sie kann nur von Hausärzten sowie Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin, Neurologie, Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie sowie Psychiatrie und Psychotherapie abgerechnet werden.

Die neuen GOP im Überblick

GOP

Leistungslegende

Wertigkeit in Punkten

37100

Zuschlag zur Versichertenpauschale oder Grundpauschale für die Betreuung von Patienten gemäß Präambel 37.1 Nr. 3* und gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä**

einmal im Behandlungsfall

höchstens zweimal im Krankheitsfall

125

37102

Zuschlag zu den GOP 01410 oder 01413 für die Betreuung von Patienten gemäß Präambel 37.1 Nr. 3* und gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä**

einmal im Behandlungsfall

125

37105

Zuschlag zur Versichertenpauschale oder Grundpauschale für den koordinierenden Vertragsarzt gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä**

einmal im Behandlungsfall

275

37113

Zuschlag zur GOP 01413 für den Besuch eines Patienten in einem Pflegeheim, mit dem ein Kooperationsvertrag nach § 119b SGB V besteht, der die Anforderungen der Anlage 27 zum BMV-Ä** erfüllt

106

37120

Fallkonferenz gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä**

höchstens dreimal im Krankheitsfall

Die GOP 37120 ist auch bei einer telefonischen Fallkonferenz berechnungsfähig.

64

 

* Die Gebührenordnungspositionen dieses Kapitels können von Ärzten gemäß Nr. 1 und Nr. 2 dieser Präambel nur bei Patienten berechnet werden, die in einem Pflegeheim betreut werden, mit dem ein Kooperationsvertrag nach § 119b SGB V besteht, der die Anforderungen der Anlage 27 zum BMV-Ä erfüllt.

 
 

** Vereinbarung nach § 119b Abs. 2 SGB V zur Förderung der kooperativen und koordinierten ärztlichen und pflegerischen Versorgung in stationären Pflegeheimen.

 

Weitere Informationen entnehmen Sie dem Beschluss des Bewertungsausschusses aus seiner 376. Sitzung am 22. Juni 2016.

Neues Kapitel 38 im EBM

Delegationsfähige Leistungen

Anpassung des EBM zum 1. Juli 2016

Mit der Aufnahme des Kapitels 38 erfolgt ein erster Schritt zur Umsetzung des gesetzlichen Auftrags zur Förderung der Delegation und der Übernahme delegationsfähiger Leistungen durch Personen nach § 28 Abs. 1 Satz 2 SGB V. Zahlreichen Facharztgruppen wird mit der Einführung dieses neuen Kapitels die Möglichkeit zur Abrechnung von Leistungen gegeben, die durch angestellte (qualifizierte) nichtärztliche Praxismitarbeiter/-assistenten erbracht werden. Darüber hinaus sind die neuen GOP auch für Hausärzte relevant, die nicht die Voraussetzungen aus Kapitel 3.2 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) erfüllen.
Die bisherigen Leistungen des Kapitels 3.2 EBM (GOP 03060, 03062, 03063 EBM) sind ausschließlich bei Vorliegen einer bei der KVWL zu beantragenden Abrechnungsgenehmigung abrechenbar. Da Praxisassistenten vor allem in Hausarztpraxen zum Einsatz kommen, die viele Patienten betreuen, ist zum Erhalt der Abrechnungsgenehmigung eine Mindestzahl von Behandlungsfällen erforderlich (s. 3.2.1.2 Nr. 1 EBM), die unter Berücksichtigung des Tätigkeitsumfangs laut Zulassungs- bzw. Genehmigungsbescheid ermittelt werden.

  • In den vergangenen vier Quartalen muss im Durchschnitt folgende Mindestzahl erfüllt werden: 860 Fälle für einen vollzeittätigen Hausarzt im Quartal; für jeden weiteren in der Praxis vollzeittätigen Arzt mindestens 640 Behandlungsfälle.

oder

  • 160 Patienten, die älter als 75 Jahre sind, für einen vollzeittätigen Hausarzt im Quartal; für jeden weiteren in der Praxis vollzeittätigen Arzt mindestens 120 Behandlungsfälle.

Hausarztpraxen mit einer Genehmigung zur Abrechnung der GOP 03060, 03062 und 03063 EBM können seit dem 1. Juli 2016 entscheiden, ob sie bei Patienten in Alten- u. Pflegeheimen bzw. beschützenden Einrichtungen die GOP 03063 EBM oder die neuen GOP des Kapitels 38 EBM berechnen. Hierbei ist zu beachten, dass die Basis-GOP 38100 und 38105 EBM innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) und die GOP 03062 und 03063 EBM vollständig außerhalb der MGV vergütet werden.
Das neue Kapitel 38 ist in zwei Abschnitte aufgeteilt. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der notwendigen Qualifikationsvoraussetzungen des Praxispersonals und der zur Berechnung befugten Vertragsärzte.

Die neuen GOP im Überblick

GOP

Leistungslegende

Wertigkeit in Punkten

Anmerkung

38100

GOP einschl. Wegekosten — entfernungsunabhängig — für das Aufsuchen eines Patienten durch einen vom behandelnden Arzt beauftragten angestellten Mitarbeiter der Arztpraxis zur Verrichtung medizinisch notwendiger delegierbarer Leistungen.

76

Die GOP kann nur berechnet werden, wenn der Patient aus medizinischen Gründen die Arztpraxis nicht aufsuchen kann. Der Mitarbeiter darf nur Leistungen erbringen, die vom Arzt im Einzelfall angeordnet worden sind. Die GOP dieser Leistungen sind neben der GOP 38100 berechnungsfähig.

38105

GOP einschl. Wegekosten — entfernungsunabhängig — für das Aufsuchen eines weiteren Patienten derselben sozialen Gemeinschaft (auch z. B. Alten- oder Pflegeheim) in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit dem Aufsuchen eines Patienten nach der GOP 38100.

39

Die GOP kann nur berechnet werden, wenn der Patient aus medizinischen Gründen die Arztpraxis nicht aufsuchen kann. Der Mitarbeiter darf nur Leistungen erbringen, die vom Arzt im Einzelfall angeordnet worden sind. Die GOP dieser Leistungen sind neben der GOP 38105 berechnungsfähig.

38200

Zuschlag zu der GOP 38100 für den Besuch und die Betreuung durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten.

90

Die GOP kann nur in Fällen berechnet werden, in denen eine Versichertenpauschale oder Grundpauschale berechnet wurde.

38205

Zuschlag zur GOP 38105 für den Besuch und die Betreuung eines weiteren Patienten durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten.

83

Die GOP kann nur in Fällen berechnet werden, in denen eine Versichertenpauschale oder Grundpauschale berechnet wurde.

Wichtig: Die Leistungen dieses Kapitels sind nicht zeitbewertet.

Weitere Informationen entnehmen Sie dem Beschluss des Bewertungsausschusses aus seiner 376. Sitzung am 22. Juni 2016.

Änderungen zum 01.01.2016

Besondere Kennzeichnung anästhesiologischer Leistungen

Mit Inkrafttreten des Versorgungsstärkungsgesetzes dürfen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) keine Maßnahmen zur Begrenzung oder Minderung des Honorars für anästhesiologische Leistungen angewandt werden, die im Zusammenhang mit vertragszahnärztlichen Behandlungen von Patienten mit mangelnder Kooperationsfähigkeit bei geistiger Behinderung oder schwerer Dyskinesie notwendig sind. Die daraus erforderlichen Änderungen des HVM können erst zum 01.01.2016 beschlossen werden. Bis dahin bleiben diese anästhesiologischen Leistungen wie bisher Bestandteil des betreffenden QZV.

Zur Wahrung dieser zusätzlichen Honoraransprüche sind ab sofort anästhesiologische Leistungen bei vertragszahnärztlicher Behandlung bei diesem besonderen Personenkreis mit dem Zusatz "Z" zu kennzeichnen.

Anstelle von GOP Benutzen Sie SNR
05210 05210Z
05211 05211Z
05212 05212Z
05230 05230Z
05230B 05230N
05330 05330Z
05331 05331Z
05340 05340Z
05341 05341Z
05350 05350Z

Mit dieser Kennzeichnung ist die Ermittlung des zusätzlichen Honoraranspruchs, der voraussichtlich im Quartal 1/2016 nachvergütet wird, sichergestellt.

Zur Vermeidung eines weiteren Verwaltungsaufwandes, garantiert die KVWL, dass die Nachvergütung für die in den Quartalen 3/2015 und 4/2015 erbrachten anästhesiologischen Leistungen bei vertragszahnärztlichen Behandlungen von Patienten mit eingeschränkter Kooperationsfähigkeit aufgrund geistiger Behinderung oder schwerer Dyskinesie, erfolgt, ohne mit diesem Sachgrund Widerspruch gegen die Abrechnungsbescheide für diese Quartale einzulegen.

 

Änderungen in 2015

Änderungen zum 01.07.2015

Langzeit-EKG neben Hausbesuchen des Praxisassistenten abrechnungsfähig

Die Aufzeichnung eines Langzeit-EKG (GOP 03322 EBM) kann seit dem 01. Juli 2015 neben den Besuchen des nichtärztlichen Praxisassistenten (GOP 03062 und 03063 EBM) abgerechnet werden. Voraussetzung ist, dass der nichtärztliche Praxisassistent bei seinem Hausbesuch das Langzeit-EKG-Gerät nach mindestens 18-stündiger Aufzeichnung wieder abnimmt.

Bislang war die Aufzeichnung eines Langzeit-EKG neben den Hausbesuchen des nichtärztlichen Praxisassistenten nicht berechnungsfähig.

Der EBM wurde zum 01. Juli 2015 angepasst. Der Bewertungsausschuss ergänzte die Nr. 6 der Präambel 3.2.1.2 im EBM um die GOP 03322 für die Aufzeichnung des Langzeit-EKG. Die Präambel gibt vor, welche Leistungen neben den Hausbesuchen abgerechnet werden können.

Eine spätere - zeitlich getrennte - computergestützte Auswertung des Langzeit-EKG (GOP 03241 EBM) durch den Arzt kann unter Angabe der Uhrzeit am selben Behandlungstag berechnet werden, sofern eine Genehmigung zur Abrechnung dieser Leistung vorliegt.

Änderungen zum 01.04.2015

Versichertenpauschale im Vertretungsfall

Ab 1. April 2015 können Haus- und Kinderärzte, die einen Kollegen im Urlaub oder wegen Krankheit vertreten, die volle Versichertenpauschale abrechnen.

Bislang erhalten Hausärzte und Pädiater im Vertretungs- bzw. Überweisungsfall für einen Patienten lediglich die halbe Versichertenpauschale (GOP 03010 bzw. 04010 EBM). Diese GOP werden im EBM gestrichen.

Stattdessen rechnen Hausärzte und Pädiater bei Behandlung im Vertretungsfall oder bei Überweisungen durch einen anderen Hausarzt bzw. Pädiater zur Mit-, Weiterbehandlung oder Konsiliaruntersuchung die volle Versichertenpauschale ab (GOP 03000 / 04000 EBM).

 

GOP 06225 EBM: Augenärztliche Strukturpauschale neben IVM-Leistungen

Augenärztliche Strukturpauschale neben IVM-Leistungen ab 01.04.2015 abrechnungsfähig

Die Präambel 6.1 Nr. 6 EBM wurde angepasst. Die GOP für die IVM werden aus der Liste der Leistungen, die nicht neben der Strukturpauschale für konservativ tätige Augenärzte abrechnungsfähig sind, gestrichen.

Konservativ tätige Augenärzte, die ausschließlich die intravitreale Medikamenteneingabe (IVM) als operative Leistung durchführen, können ab dem 01. April 2015 die augenärztliche Strukturpauschale nach der GOP 06225 EBM einmal im Behandlungsfall als Zuschlag zur Grundpauschale (GOP 06210 – 06212 EBM) abrechnen. Bisher ist das laut EBM ausgeschlossen.

 

OPS-Kodes 2015 bei Hernien-OP angepasst

Das Verzeichnis über die Zuordnung der Operationen und Prozeduren aus dem OPS zu den Leistungen der EBM-Kapitel 31 und 36, der Anhang 2 des EBM, wird zum 1. April 2015 an die aktuelle Version des Operationen- und Prozedurenschlüssels angepasst.

Besonderheiten des aktuellen OPS 2015 ergeben sich bei der Kodierung von Hernien-Operationen mit autogenem Material.

Bisher galt bei der Umsetzung des OPS für den EBM, dass der Anhang 2 grundsätzlich keine unspezifischen OPS-Kodes enthält. Die KBV und der GKV-Spitzenverband haben jetzt vereinbart, die unspezifischen -.x-Kodes der Hernien-Chirurgie ausnahmsweise und übergangsweise in den Anhang 2 des EBM aufzunehmen.

 

Humane Papillomviren bei auffälliger Zervix-Zytologie

Ab 01.04.2015 auch mRNA-Nachweis möglich

Nach einem auffälligen zytologischen Befund des Gebärmutterhalsabstrichs können Vertragsärzte ab dem 01. April 2015 auch einen mRNA-basierten Nachweis auf humane Papillomviren durchführen. Dazu wird die Gebührenordnungsposition 32820 EBM angepasst.

Für einen Nachweis auf humane Papillomviren (HPV) nach einem auffälligen zytologischen Befund ab Gruppe III der Münchner Nomenklatur III war bislang nur ein DNA-Test abrechnungsfähig. Nunmehr kann der Vertragsarzt zwischen einem DNA- und mRNA-basierten Testverfahren zum Nachweis der Hochrisikotypen des HPV (HR-HPV) wählen. Nur die HR-HPV-Typen sind maßgeblich an der Entstehung eines Zervixkarzinoms beteiligt. Für den Nachweis nach einem operativen Eingriff an der Cervix uteri ist wie bisher ausschließlich der DNA-Test berechnungsfähig. Diese Indikation ist nunmehr als GOP 32819 im EBM enthalten.

Beide GOP sind jeweils nur einmal berechnungsfähig und im Behandlungsfall nebeneinander ausgeschlossen.

Darüber hinaus wurde die GOP 32820 EBM an die neue Münchner Nomenklatur III und die überarbeitete Qualitätssicherungsvereinbarung Zervix-Zytologie angepasst. Die geänderte Qualitätssicherungsvereinbarung ist zum 01.01.2015 in Kraft getreten.

 

Änderungen zum 01.01.2015

Anpassung der GOP 03360 EBM

Das hausärztliche-geriatrische Basisassessment nach der GOP 03360 EBM wird zum 01. Januar 2015 im obligaten Leistungsinhalt um den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ergänzt. Das bedeutet, dass ohne einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt die Abrechnung des geriatrischen Basisassessment ausgeschlossen ist.

 

Neue Gebührenordnungsposition (GOP) 04356 EBM ab 01.01.2015

Die sozialpädiatrische Betreuung von Kindern und Jugendlichen wird seit Januar 2015 besser vergütet. Kinder- und Jugendmediziner mit entsprechender Qualifikation erhalten einen Zuschlag für die weiterführende sozialpädiatrisch orientierte Versorgung. Damit soll der erhöhte Aufwand bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen beispielsweise mit motorischen, kognitiven oder emotionalen Auffälligkeiten, Erkrankungen oder einer Behinderung besser berücksichtigt werden.

Die neue Leistung wird als Zuschlag zur GOP 04355 vergütet, wenn nach der sozialpädiatrisch orientierten Beratung, Erörterung und/oder Abklärung eine weiterführende sozialpädiatrische Versorgung erfolgt. Dazu wurde zum 1. Januar 2015 die GOP 04356 neu in den EBM aufgenommen. Sie ist mit 195 Punkten bewertet. Die Vergütung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit extrabudgetär und ohne Mengenbegrenzung zum vereinbarten Preis.

Die Abrechnung ist zweimal im Krankheitsfall möglich, d.h. zweimal innerhalb von vier Quartalen, bei Bedarf auch zweimal innerhalb eines Quartals. Voraussetzung für die Abrechnung ist ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt oder ein persönlicher Kontakt des Arztes zu einer Bezugsperson des Kindes oder Jugendlichen von mindestens 15 Minuten. Die Leistung umfasst unter anderem die Erhebung und/oder Monitoring von motorischen, kognitiven, emotionalen und/oder organbedingten Einschränkungen und/oder Auffälligkeiten sowie die Beratung über weiterführende Maßnahmen.

Da die GOP 04356 nicht isoliert, sondern nur als Zuschlagsposition zur GOP 04355 abgerechnet werden kann, muss eine der in der Anmerkung zur GOP 04356 genannten Diagnosen vorliegen. Die Angabe des entsprechenden ICD-Codes ist zwingend erforderlich.

Qualifikationsvoraussetzungen
Um eine Abrechnungsgenehmigung zu erhalten, müssen Kinder- und Jugendärzte eine sozialpädiatrische Qualifikation von mindestens 40 Wochenstunden nachweisen (gemäß dem Curriculum "Entwicklungs- und Sozialpädiatrie für die kinder- und jugendärztliche Praxis" der Bundesärztekammer). Alternativ wird eine ärztliche Tätigkeit von mindestens sechs Monaten – auch im Rahmen der Weiterbildungszeit – in einem Sozialpädiatrischen Zentrum beziehungsweise in einer interdisziplinären Frühförderstelle anerkannt.

Die Praxen müssen außerdem mit Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie einem Sozialpädiatrischem Zentrum kooperieren.

Übergangsregelung bis 30. Juni 2016
Die GOP 04356 EBM kann im Rahmen einer Übergangsregelung bis zum 30. Juni 2016 auch ohne Nachweis der Qualifikation abgerechnet werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Kinder- und Jugendärzte die GOP 04355 EBM im Vorjahresquartal und dem darauffolgenden Quartal in durchschnittlich mindestens 50 Behandlungsfällen je Quartal abgerechnet haben. In diesen Fällen wird die Genehmigung befristet erteilt.

Den entsprechenden Antrag finden Sie unter Versorgungsqualität / Genehmigung.

 

Förderung von Praxisassistenten

Vergütung von nicht-ärztlichen Praxisassistenten

Der Einsatz von nicht-ärztlichen Praxisassistenten wird in Hausarztpraxen ab dem 01.01.2015 bundesweit mit bis zu 1.320 Euro im Quartal finanziell gefördert.

Nach der neuen Regelung können Hausärzte ab Januar auch in nicht unterversorgten Gebieten einen Praxisassistenten beschäftigen, der sie bei der Behandlung von Patienten unterstützt und zum Beispiel Hausbesuche übernimmt. Dazu werden drei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen:

Leistung EBM-Nr Punkte Euro
Zuschlag zur Strukturpauschale 03060 22 2,26
Hausbesuch der Assistentin einschl. Wegekosten 03062 166 17,05
Mit- /Heimbesuch des Assistenten einschl. Wegekosten 03063 122 12,53

Stand: ab 01.01.2015, Orientierungspunktwert: 10,2718 Cent

Für die Anstellung eines Praxisassistenten erhalten Hausärzte einen Zuschlag zur Strukturpauschale (GOP 03040 EBM) in Höhe von 22 Punkten. Dieser Zuschlag wird für maximal 600 Behandlungsfälle je Praxis und Quartal gezahlt. Zu beachten ist jedoch, dass Fälle im organisierten Bereitschaftsdienst, Überweisungsfälle ohne Patienten-Kontakt und stationäre (belegärztliche) Fälle von der Fallzählung ausgenommen sind. Ferner verringert sich die Anzahl der Zuschläge um die Zahl der Behandlungsfälle aus Selektivverträgen ohne Beteiligung der KVWL (HzV-Verträge nach § 73b SGB V) und/oder aus Verträgen zur knappschaftsärztlichen Versorgung.

Jeder Hausbesuch (GOP 03062 EBM, Bewertung: 17,05 Euro einschl. Wegegeld) und jeder Mit- /Heimbesuch (GOP 03063 EBM, Bewertung: 12,53 Euro einschl. Wegegeld) wird ohne Mengenbegrenzung zu dem vereinbarten Preis extrabudgetär vergütet.

Die GOP 03062 und 03063 EBM können nur in Fällen berechnet werden, in denen eine Versichertenpauschale berechnet wurde.

Neben den GOP 03062 und 03063 EBM können nur Leistungen des Abschnitts 32.2 EBM sowie die GOP 31600 EBM abgerechnet werden.

Mit der Aufnahme der neuen GOP 03062 und 03063 EBM entfallen die Kostenpauschalen 40870 und 40872 EBM.

Voraussetzungen für die Abrechnung

Praxisassistenten sollen vor allem in Hausarztpraxen zum Einsatz kommen, die viele Patienten betreuen und Unterstützung benötigen. Um die neuen Leistungen abrechnen zu können, benötigen Hausärzte eine Genehmigung der KVWL. Zusätzlich muss die Praxis eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Eine Praxis mit einer vollen Zulassung muss in den letzten vier Quartalen vor Antragstellung durchschnittlich mindestens 860 Behandlungsfälle je Quartal nachweisen. Bei mehreren Hausärzten in einer Praxis erhöht sich die Fallzahl um 640 Behandlungsfälle je weiterem, vollzeittätigem Hausarzt. Sofern bei einem Hausarzt kein voller Tätigkeitsumfang vorliegt, wird die Fallzahl anteilig ermittelt. Beispiel:
    Praxis mit einem vollen Sitz: 860 Fälle
    Praxis mit zwei vollen Sitzen: 1.500 Fälle
    Praxis mit 2,5 Sitzen: 1.820 Fälle

oder

  • Eine Praxis mit einer vollen Zulassung muss in den letzten vier Quartalen durchschnittlich mindestens 160 Behandlungsfälle je Quartal bei Patienten, die älter als 75 Jahre sind, nachweisen. Bei mehreren Hausärzten in einer Praxis erhöht sich die Fallzahl um 120 Fälle je weiterem, vollzeittätigem Hausarzt. Sofern bei einem Hausarzt kein voller Tätigkeitsumfang vorliegt, wird die Fallzahl anteilig ermittelt. Beispiel:
    Praxis mit einem vollen Sitz: 160 Fälle
    Praxis mit zwei vollen Sitzen: 280 Fälle
    Praxis mit 2,5 Sitzen: 340 Fälle

Fälle aus Selektivverträgen (HzV-Vertrag nach § 73b SGB V) und/oder aus Verträgen zur knappschaftsärztlichen Versorgung werden bei der Zählung berücksichtigt. Ärzte, die an einem HzV-Vertrag und/oder einem Vertrag zur knappschaftsärztlichen Versorgung teilnehmen, melden der KVWL alle Behandlungsfälle im Rahmen dieser Verträge einmal im Quartal anhand der neuen kodierten Symbolnummer (SNR) 88194.

Damit die KVWL diese Fälle berücksichtigen kann, ist bei der Behandlung eines vergütungswirksam eingeschriebenen HzV-Patienten bzw. Knappschafts-Patienten ohne Abrechnung von Leistungen im Rahmen der Kollektiv-Abrechnung für diesen Patienten ein „Pseudobehandlungsfall“ anzulegen und die SNR 88194 als einzige Leistung im Behandlungsfall anzugeben.

Die KVWL prüft erstmals zwei Jahre nach Erteilung der Genehmigung, ob der Arzt die Kriterien der Voraussetzungen für die Berechnung der GOP 03060, 03062 und 03063 EBM weiterhin erfüllt. Danach erfolgt eine jährliche Überprüfung.

Voraussetzungen für die Genehmigung

Die Erteilung der Genehmigung erfolgt nach der Delegations-Vereinbarung (Anlage 8 Bundesmantelvertrag-Ärzte). Der Arzt muss gegenüber der KV nachweisen, dass sein nicht-ärztlicher Praxisassistent über

  • einen qualifizierten Berufsabschluss gemäß der Verordnung über die Berufsausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten/Arzthelfer(in) oder dem Krankenpflegegesetz,
  • einen mindestens dreijährige Berufserfahrung in einer hausärztlichen Praxis und
  • eine Zusatzqualifikation gemäß § 7 der Vereinbarung

verfügt. Des Weiteren muss der nicht-ärztliche Praxisassistent mit mindestens 20 Wochenstunden in der Praxis angestellt sein. Diese Voraussetzungen sind im Antragsformular vom Arzt zu bestätigen. Die Zusatzqualifikation ist durch ein Zertifikat zu belegen.

Übergangsregelung

Da in vielen Hausarztpraxen Mitarbeiter für diese neuen Aufgaben erst noch ausgebildet werden müssen, haben KBV und Krankenkassen eine Übergangsregelung vereinbart. Danach können Ärzte die neuen Leistungen bereits ab Beginn der Ausbildung des Mitarbeiters zum nichtärztlichen Praxisassistenten abrechnen. Die Ausbildung muss jedoch voraussichtlich bis zum 30.06.2016 abgeschlossen sein. In diesen Fällen ist die Genehmigung befristet (maximal ein Jahr) zu erteilen.

Aufgaben und Qualifizierung des nicht-ärztlichen Praxisassistenten

Ein nicht-ärztlicher Praxisassistent unterstützt den Hausarzt bei der Betreuung der Patienten. Der Arzt überwacht die Tätigkeit des Assistenten und ist jederzeit für ihn erreichbar. Nach einem Hausbesuch informiert der Assistent den Arzt spätestens am nächsten Werktag über die erhobenen Befunde und durchgeführten Maßnahmen.
Medizinische Fachangestellte (MFA), die diese Aufgabe übernehmen wollen, benötigen eine entsprechende Fortbildung. Sowohl die Bundesärztekammer als auch der Deutsche Hausärzteverband haben entsprechende Fortbildungscurricula für MFA und Angehörige anderer Gesundheitsberufe entwickelt.

Näheres dazu regelt die Delegationsvereinbarung von KBV und GKV-Spitzenverband, die zum 01.01.2015 entsprechend angepasst wird.

 

 

PFG: Zuschlag und Neuerungen zum 01.01.2015

Zuschlag zur PFG

Fachärzte der Grundversorgung erhalten seit dem 01.10.2013 einen Zuschlag:
Die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) wird einmal im Quartal für jeden Behandlungsfall gezahlt, bei dem der Arzt ausschließlich konservativ tätig ist und keine spezialisierte Leistung durchführt.

Ab dem 01.01.2015 erhalten Fachärzte zu jeder PFG einen festen Zuschlag in Höhe von 26,7 Prozent der jeweiligen PFG. Dieser PFG-Zuschlag wird außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) vergütet und automatisch durch die KVWL bei der Abrechnung der PFG zugesetzt.

PFG für Schwerpunktinternisten

Schwerpunktinternisten erhalten ab dem 01.01.2015 eine PFG sowie einen Zuschlag zur PFG. Für jeden internistischen Schwerpunkt wird eine entsprechende Gebührenordnungsposition (GOP) eingeführt, die mit 41 Punkten bewertet ist und innerhalb der MGV vergütet wird. Abweichend von den allgemeinen Bestimmungen 4.3.8 des EBM ist die PFG für Schwerpunktinternisten nur in Behandlungsfällen berechnungsfähig, in denen ausschließlich die jeweilige Grundpauschale und/oder der Laborwirtschaftlichkeitsbonus (GOP 32001 EBM) abgerechnet wurden. Der PFG-Zuschlag, welcher extrabudgetär vergütet wird, ist einheitlich mit 11 Punkten bewertet und wird automatisch durch die KVWL zugesetzt.

PFG-Anpassung bei Nervenheilkunde/Neurologie und Psychiatrie

Die PFG für die Abrechnungsgruppen Nervenheilkunde/Neurologie und Psychiatrie  wird aufgeteilt in einen Zuschlag für die psychiatrische Grundversorgung (GOP 21218 EBM, neue Bewertung: 44 Punkte) und in einen Zuschlag für die nervenheilkundliche Grundversorgung (neue GOP 21225 EBM, Bewertung: 39 Punkte). Der Zuschlag für die neurologische Grundversorgung (GOP 16215 EBM) wird ebenfalls mit 39 Punkten bewertet.

PFG-Anpassung bei Gynäkologen

Die Bewertung des Zuschlags für die gynäkologische Grundversorgung (GOP 08220 EBM) wird um 6 Punkte auf 24 Punkte abgesenkt. Dafür erhalten Gynäkologen die Pauschale künftig auch dann, wenn sie die Laborgrundpauschale Prävention (GOP 01701 EBM) abrechnen (aber nicht neben den GOP 01783, 01792, 01816, 01833 und 01840 EBM).

Übersicht der angepassten Pauschalen für alle Fachgruppen

In der folgenden Übersicht sind die angepassten PFG für die einzelnen Facharztgruppen sowie die neuen Zuschläge zur PFG zusammengefasst:

PFG (innerhalb MGV) PFG-Zuschlag (extrabudgetär)
Fachgruppe GOP Pkt. Euro GOP Pkt. Euro
Anästhesiologie 05220 75 7,70 05222 20 2,05
Augenheilkunde 06220 21 2,16 06222 6 0,62
Chirurgie 07220 32 3,29 07222 9 0,92
Gynäkologie 08220 24 2,47 08222 6 0,62
Hautarzt 10220 18 1,85 10222 5 0,51
HNO 09220 27 2,77 09222 7 0,72
Innere Med. FA ohne Schwerpunkt 13220 41 4,21 13222 11 1,13
Innere Med. SP Angiologie 13294 41 4,21 13296 11 1,13
Innere Med. SP Endokrinologie 13344 41 4,21 13346 11 1,13
Innere Med. SP Gastroenterologie 13394 41 4,21 13396 11 1,13
Innere Med. SP Hämatologie/Onkologie 13494 41 4,21 13496 11 1,13
Innere Med. SP Kardiologie 13543 41 4,21 13544 11 1,13
Innere Med. SP Nephrologie 13594 41 4,21 13596 11 1,13
Innere Med. SP Pneumologie 13644 41 4,21 13646 11 1,13
Innere Med. SP Rheumatologie 13694 41 4,21 13696 11 1,13
Kinder- u. Jugendpsychiatrie 14214 85 8,73 14216 23 2,36
Nervenheilkunde 21225 39 4,01 21226 10 1,03
Neurologie 16215 39 4,01 16217 10 1,03
Orthopädie 18220 31 3,18 18222 8 0,82
Phoniatrie u. Pädaudiologie 20220 27 2,77 20222 7 0,72
Physikalische u. Rehabilitative Medizin 27220 65 6,68 27222 17 1,75
Psychiatrie 21218 44 4,52 21219 12 1,23
Psychosomatik u. Psychotherapie 22216 164 16,85 22218 44 4,52
Psychotherapie 23216 164 16,85 23218 44 4,52
Urologie 26220 35 3,60 26222 9 0,92

Stand: ab 01.01.2015, Orientierungspunktwert: 10,2718 Cent

Problemorientiertes ärztliches Gespräch

Anpassung der GOP 03230 und 04230 EBM

Zum 01.01.2015 wird die Leistungslegende der GOP 03230/04230 EBM in „Problemorientiertes ärztliches Gespräch, das aufgrund von Art und Schwere der Erkrankung erforderlich ist“ geändert. Die bisherige Einschränkung auf lebensverändernde Erkrankungen entfällt, denn problemorientierte ärztliche Gespräch können im Rahmen verschiedenster Erkrankungen erforderlich sein.

 

 

Gruppengröße in der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie

Zum 1. Januar 2015 werden drei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für die
tiefenpsychologisch fundierte und analytische Gruppentherapie von Kindern und
Jugendlichen mit einer Gruppengröße von mindestens drei und höchstens vier Teilnehmern („kleine Gruppe“) eingeführt:

  • GOP 35205: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie – Kurzzeittherapie
  • GOP 35208: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie – Langzeittherapie
  • GOP 35212: Analytische Psychotherapie

Jede GOP ist mit 814 Punkten bewertet.

Gleichzeitig wurden die bereits im EBM enthaltenen GOP 35202, 35203 und 35211 der tiefenpsychologisch fundierten und analytischen Gruppentherapie in Bezug auf die Mindestteilnehmerzahlen für Kinder und Jugendliche auf mindestens fünf und höchstens neun Teilnehmer („große Gruppe“) konkretisiert.

 

Weitere Informationen

KBV-Übersicht zum EBM

Die Beschlüsse zu den EBM-Änderungen (KBV)

Ansprechpartner

EBM-Hotline Service-Center

0231 94 32 10 00

E-Mail