EBM

Abrechnung

Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM)

Änderungen zum 01.10.2017

Neue GOP zur Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen

Neue GOP für die Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen zum 1. Oktober 2017

Der Bewertungsausschuss hat am 21. Juni 2017 folgende Änderungen beschlossen:

Die bisherigen Leistungen für die telemedizinische und konventionelle Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen werden nach den Aggregattypen Herzschrittmacher, implantierte Kardioverter/Defibrillatoren und implantierte Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) differenziert und als eigenständige Gebührenordnungspositionen (GOP) abgebildet.

Die   bisherigen   GOP   04417,  04418, 13552  und  13554  EBM   entfallen. In den Kapiteln 4 und 13 EBM werden jeweils drei neue GOP für die konventionelle Funktionsanalyse und zwei  für  die  telemedizinische Funktionsanalyse aufgenommen. Die Abrechnung der GOP setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung voraus.

Ärzte, die bislang über eine gültige Genehmigung für die GOP 13552/13554 bzw. 04417/04418 verfügten, können auch die neuen GOP abrechnen – die erteilte Genehmigung gilt fort.

Die neuen GOP zum 1. Oktober 2017 im Überblick:

GOP Leistung Wertigkeit (Pkt)
04411 Funktionsanalyse eines Herzschrittmachers zur antibradykarden Therapie mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 347
04413 Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 641
04414 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators 641
04415 Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 789
04416 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) 789
13571 Funktionsanalyse eines Herzschrittmachers zur antibradykarden Therapie mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 189
13573 Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 350
13574 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators 350
13575 Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 431
13576 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) 431

Änderung der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung

Änderungen der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV):
Anpassung zum 1. Oktober 2017

Die Versorgung von opiatabhängigen Patienten ist in besonderen Fällen für substituierende Ärzte mit einem hohen Aufwand verbunden. Deshalb wird eine Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) notwendig.

Neue GOP für Take-Home-Vergabe

Für die Take-Home-Vergabe und den damit verbundenen Beratungs- und Gesprächsaufwand gibt es ab dem 1. Oktober 2017 eine eigene Gebührenordnungsposition (GOP) 01949 EBM. Sie ist mit 69 Punkten bewertet (7,27 Euro) und damit deutlich höher als die GOP 01950 EBM, die die Ärzte bislang abrechnen konnten. Die Vergütung erfolgt wie gesetzlich vorgegeben extrabudgetär.

Die neue GOP ist je Behandlungstag, aber höchstens zweimal in der Behandlungswoche berechnungsfähig. Kommt der Take-Home-Patient jedoch öfter in die Praxis, kann dieser Kontakt bei Vorliegen einer medizinischen Begründung über die GOP 01950 EBM zusätzlich ab- gerechnet werden. Die Zuschlagsleistungen nach den GOP 01951 und 01952 EBM sind ggf. auch zur GOP 01949 EBM berechnungsfähig.

Im Regelfall ist eine Take-Home-Vergabe bis zu sieben Tage vorgesehen. In begründeten Einzelfällen kann ein Substitutionsmittel auch  für  bis zu 30 Tage zur eigenverantwortlichen Einnahme verschrieben werden.

Vergütung im Konsiliariusverfahren

Für die konsiliarische Untersuchung und Beratung eines Patienten im Konsiliariusverfahren wird die GOP 01960 in den EBM aufgenommen. Die GOP 01960 EBM ist mit 90 Punkten (9,48 Euro) bewertet und wird extrabudgetär vergütet. Diese GOP können ausschließlich suchtmedizinisch qualifizierte Ärzte abrechnen. Nach der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung muss sich ein nicht suchtmedizinisch qualifizierter Arzt zu Beginn der Behandlung eines Opiatabhängigen mit einem suchtmedizinisch qualifizierten Kollegen abstimmen und sicherstellen, dass sich sein Patient mindestens einmal in jedem Quartal in einer Konsiliarbehandlung dort vorstellt. Bislang wurden diese Konsultationen über eine Grundpauschale innerhalb des Budgets abgerechnet. Mit der neuen GOP wird auch die steigende Zahl von Konsiliarverfahren berücksichtigt, denn mit den vorgenommenen Änderungen der BtMVV dürfen Ärzte ohne zusätzliche Qualifikation zehn statt bislang drei Patienten substituieren, wodurch auch die Zahl der Konsultationen zunehmen dürfte.

Substitutionsbehandlung auch beim Hausbesuch

Eine Substitutionsbehandlung kann auch im Rahmen von Hausbesuchen erfolgen, wenn der Patient wegen des Vorliegens einer chronischen Pflegebedürftigkeit oder aufgrund einer nicht im Zusammenhang mit der Substitutionsbehandlung stehenden Erkrankung nicht in die Praxis kommen kann. Eine Substitutionsbehandlung als alleiniger Grund für einen Hausbesuch ist demnach nicht berechnungsfähig. Abgerechnet wird über die üblichen GOP für Hausbesuche (01410,   01411, 01412 und 01413 für Mitpatienten, oder für Patienten in Pflegeeinrichtungen die GOP 01415) sowie die GOP 01950 oder GOP 01949 EBM für die Substitutionsbehandlung während des Hausbesuchs.

Hinweis: Derzeit laufen die Verhandlungen zwischen der KVWL und den Verbänden der Krankenkassen, inwieweit die bisherige regionale Regelung für die Take-Home-Vergabe für eine Woche (Symbolnummer 01950A) in modifizierter Form fortgeführt werden kann. Über das Ergebnis der Verhandlungen werden wir Sie rechtzeitig informieren.

Anpassungen in der spezialisierten Geriatrie

Spezialisierte Geriatrie: Anpassungen zum 1. Oktober 2017

Für Berufsausübungsgemeinschaften und Medizinische  Versorgungszentren:

Die Gebührenordnungsposition (GOP) 30984 EBM (Weiterführendes geriatrisches Assessment) kann vom geriatrisch spezialisierten Arzt nur auf Überweisung abgerechnet werden. Da innerhalb von Berufsausübungsgemeinschaften oder Medizinischen Versorgungszentren keine Überweisungen auszustellen sind, wurde die Präambel des Abschnittes 30.13 EBM im Absatz 3 entsprechend angepasst. Sofern sich in dieser Konstellation die Notwendigkeit eines weiterführenden geriatrischen Assessments aufgrund eines hausärztlichen geriatrischen Basisassessments nach der GOP 03360 EBM ergibt, kann die GOP 30984 EBM abgerechnet werden. Allerdings erfolgt in diesen Fällen ein Abschlag in Höhe von 50 % auf die Konsil-Ziffern 30980 und 30981.

Für Vertragsärzte, die an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen und über eine Abrechnungsgenehmigung als geriatrisch spezialisierter Arzt gemäß Nr. 2 der Präambel verfügen – bspw. Hausärzte mit der Zusatzbezeichnung  Geriatrie:

Die genannten Ärzte können ab dem 1. Oktober 2017 bei Patienten, die von ihnen hausärztlich behandelt werden, ein weiterführendes geriatrisches Assessment nach der GOP 30984 EBM auch ohne eine Überweisung durchführen und abrechnen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass ein anderer geriatrisch spezialisierter Arzt (entsprechend Präambel Nr. 2) die Notwendigkeit bescheinigt. Dieser andere – mitbeurteilende – Arzt rechnet in diesem Fall für das Konsil die GOP 30981 EBM ab. Für den Vertragsarzt, der diese Mitbeurteilung veranlasst, ist die GOP 30980 EBM berechnungsfähig.

Übergangszeitraum für Guajak-Test läuft aus

Übergangszeitraum für Guajak-Test läuft aus

Der Guajak-basierte Nachweis von okkultem Blut im Stuhl ist ab dem 1. Oktober 2017 auch im kurativen Bereich nicht mehr zulässig. Die Gebührenordnungsposition 32040 EBM und die Kostenpauschale 40150 für ausgegebene aber nicht zurückerhaltene Testbriefe werden ab dem 1. Oktober 2017 gestrichen.

Neue Leistungen der ambulanten Palliativversorgung im EBM

Palliativvertrag in Westfalen-Lippe wird aufgewertet

Die berechnungsfähigen Leistungen der ambulanten Palliativversorgung durch Haus- und Fachärzte werden zum 1. Oktober 2017 erweitert. Dazu gehören die palliativmedizinische Ersterhebung und die Koordination der medizinischen und pflegerischen Versorgung der schwerstkranken Patienten. Die Versorgung in der Häuslichkeit im Sinne dieser neuen Leistungen umfasst auch Pflege- und Hospizeinrichtungen sowie beschützende Wohnheime bzw. Einrichtungen.

Der Zeitaufwand für längere Hausbesuche, Fallkonferenzen sowie die Erreichbarkeit des Arztes in kritischen Phasen wird zukünftig extrabudgetär vergütet. Die palliativmedizinischen Leistungen in den haus- und kinderärztlichen EBM-Kapiteln können weiter abgerechnet werden – allerdings bestehen entsprechende Berechnungsausschlüsse zu den neuen Gebührenordnungspositionen (GOP). Zudem sind die GOP des Abschnitts 37.3 EBM nicht bei Patienten berechnungsfähig, die gleichzeitig Leistungen im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) erhalten (Ausnahme: SAPV-Beratungsleistung). Darüber hinaus gibt es für jede GOP einzelne Abrechnungsausschlüsse. Bestimmte neue GOP dürfen bei einem Palliativpatienten jeweils nur von einem entsprechend qualifizierten Palliativmediziner erbracht und abgerechnet werden und nicht von mehreren Palliativmedizinern.

Hinweis

Die GOP 37300, 37302, 37317, 37318 unterliegen der Genehmigungspflicht. Neben fachlichen Anforderungen (Anlage 1 der Anlage 30 BMV-Ä) ist ergänzend die Kooperation mit verschiedenen Leistungserbringern (§ 4 Abs. 1 der Anlage 30 BMV-Ä) zu gewährleisten. Die Zusammenarbeit und verbindlichen Absprachen zwischen dem koordinierenden Arzt und dem Kooperationspartner sind jeweils per Unterschrift der Beteiligten gegenüber der KVWL nachzuweisen.

Die GOP 37314 ist ebenfalls genehmigungspflichtig, kann aber nur von Ärzten mit der Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin“ erbracht werden. Zur kontinuierlichen Fortentwicklung der palliativ-medizinischen Qualifikation des teilnehmenden Arztes besteht die Verpflichtung, regelmäßig an palliativmedizinischen Fortbildungen im Umfang von 8 Fortbildungspunkten/Jahr teilzunehmen.

Näheres zum Antragsverfahren erfahren Sie unter
Versorgungsqualität - Genehmigung.

Die KVWL und die Krankenkassen haben unter aktiver Beteiligung des Berufsverbandes der Palliativmediziner den Palliativvertrag zum 1. Oktober 2017 weiterentwickelt und aufgrund der neuen EBM-Regelungen aufgewertet.

Ziel der Vertragspartner war es – unter Beteiligung aller potenziell an der palliativmedizinischen Versorgung teilhabenden Ärzte – auch weiterhin, anders als im EBM, alle möglichen Aspekte der Palliativmedizin abzubilden. Die besonderen Vorteile der koordinierten und strukturierten palliativmedizinischen Versorgung in Westfalen-Lippe bleiben somit erhalten. Das Verhandlungsergebnis stand zum Zeitpunkt der Drucklegung noch unter Gremienvorbehalt. Die KVWL wird rechtzeitig vor dem 1. Oktober 2017 alle am Palliativvertrag teilnehmenden Ärzte individuell informieren. Mit der nächsten Ausgabe von KVWL kompakt wird die KVWL zudem ausführlich über das Ergebnis berichten.

Überblick der Leistungen, die alle an der Versorgung eines Palliativpatienten beteiligten Vertragsärzte abrechnen dürfen:

GOP Leistung Bewertung (Pkt)
37305 Zuschlag zum Hausbesuch bei einem Patienten (GOP 01410) oder bei einem Mitbesuch (GOP 01413).

Palliativmedizinische Betreuung des Patienten (z.B. Schmerztherapie, Symptomkontrolle) von mind. 15 Minuten Dauer.

Hinweis: je vollendete 15 Min.
höchstens 90 Min. am Behandlungstag (Höchstwert 744 Punkte)

124
37306

Zuschlag zu einem dringenden Hausbesuch bei einem Patienten (GOP 01411, 01412, 01415).
Palliativmedizinische Betreuung des Patienten (z.B. Schmerztherapie, Symptomkontrolle)

Hinweis: je Besuch
nicht im Rahmen des Not(fall)dienstes, der Notfallversorgung oder dringender Visiten auf der Belegstation berechnungsfähig

124
37320

Fallkonferenz (gemäß Anlage 30 BMV-Ä)
Patientenorientierte Fallbesprechung unter Beteiligung der notwendigen ärztlichen Fachdisziplinen und/oder weiterer komplementärer Berufe sowie mit Pflegekräften bzw. Angehörigen, die an der Versorgung des Patienten beteiligt sind.
Hinweis: höchstens 5x im Krankheitsfall / auch bei telefonischer Konferenz

64

Überblick der genehmigungspflichtigen Leistungen

GOP Leistung Bewertung (Pkt)
37300 Palliativmedizinische Ersterhebung
  • Untersuchung des körperlichen und psychischen Zustandes des Patienten;
  • Ersterhebung des Patientenstatus im Rahmen eines standardisierten palliativmedizinischen Assessments in mindestens fünf Bereichen;
  • Erstellung und/oder Aktualisierung eines Behandlungsplans und/oder Schmerztherapieplans und/oder Notfallplans in Zusammenarbeit mit beteiligten Ärzten

Hinweis: 1x im Krankheitsfall

392
37302 Zuschlag zur Versicherten- oder Grundpauschale für den koordinierenden Vertragsarzt

Koordination diagnostischer, therapeutischer und pflegerischer Maßnahmen sowie der palliativmedizinischen und -pflegerischen Versorgung

Hinweis: 1x im Behandlungsfall

275
37317 Zuschlag zur GOP 37302 für die Vorhaltung einer telefonischen Erreichbarkeit und Besuchsbereitschaft / außerhalb der Sprechstundenzeiten, am Wochenende (Sa/So), an gesetzlichen Feiertagen und am 24./31. Dezember des koordinierenden Arz-tes in Abstimmung zwischen dem Arzt und dem Patienten und/oder den Angehörigen und ggf. weiterer Beteiligter in kritischen Phasen, die nicht über die Maßnahmen des qualifizierten Schmerztherapie-, Therapie-, und/oder Notfallplans zu beheben sind
Hinweis: 1x im Krankheitsfall
1.425
37318 Telefonischer Kontakt des Arztes von mind. 5 Minuten Dauer werktags zwischen 19 und 7 Uhr sowie ganztägig am Wochenende (Sa/So), an gesetzlichen Feiertagen und am 24./31. Dezember
  • mit dem Pflegepersonal oder
  • dem ärztlichen Bereitschaftsdienst oder
  • den Angehörigen des Patienten oder
  • dem Krankenhaus

Hinweis: je Telefonat / bis zu siebenmal im
Behandlungsfall

213
37314 Pauschale für die konsiliarische Erörterung und Beurteilung komplexer medizinischer Fragestellungen durch einen Konsiliararzt mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin

Hinweis: 1x im Behandlungsfall

106

Epilation mittels Lasertechnik: Aufnahme neuer GOP

Epilation mittels Lasertechnik: Aufnahme neuer GOP

Zum 1. Oktober 2017 hat der Bewertungsausschuss eine Anpassung des EBM durch Ergänzung der im EBM bereits enthaltenen Epilation mittels Elektrokoagulation um die Epilation mittels Lasertechnik bei Mann-zu-Frau-Transsexualismus im Rahmen geschlechtsangleichender Maßnahmen beschlossen. Diese Leistungen sind nur berechnungsfähig, wenn der Medizinische Dienst der Krankenkassen die medizinische Indikation zur Durchführung geschlechtsangleichender Maßnahmen bei Transsexualismus (ICD-10-GM: F64.0) bestätigt hat.

Die Epilation mittels Lasertechnik bei Mann-zu-Frau-Transsexualismus im Rahmen geschlechtsangleichender Maßnahmen ist wie folgt zu berechnen:

GOP Leistung Bewertung (Pkt)
02325 im Gesicht und/oder am Hals – Dauer 5 Minuten 88
02326 an einer Hand und/oder den Händen – Dauer 5 Minuten 88
02327 Zuschlag zur GOP 02325 je weitere 5 Minuten 70
02328 Zuschlag zur GOP 02326 je weitere 5 Minuten 70

Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 02325 und 02327 EBM sind in Summe am Behandlungstag höchstens vier Mal und in Summe im Krankheitsfall höchstens 32 Mal für die Epilation im Gesicht/am Hals berechnungsfähig.

Die GOP 02326 und 02328 EBM sind in Summe am Behandlungstag höchstens vier Mal und in Summe im Krankheitsfall höchstens 32 Mal für die Epilation an einer Hand/den Händen berechnungsfähig.

Schweregradzuschläge im Notfall- und Bereitschaftsdienst

Der ergänzte erweiterte Bewertungsausschuss hatte am 7. Dezember 2016 die Einführung von drei Schweregradzuschlägen für besonders aufwändige Behandlungsfälle zum 1. April 2017 beschlossen.

Die Details finden Sie unter Abrechnung - Notfalldienst

Änderungen zum 01.07.2017

Psychotherapie: Sprechstunde und Akutbehandlung werden besser bezahlt

Mit der Vergütungsanpassung, die der Bewertungsausschuss in seiner Sitzung am 21. Juni 2017 beschlossen hat, wird die psychotherapeutische Arbeit aufgewertet. Rückwirkend zum 1. April 2017 werden die neu eingeführte psychotherapeutische Sprechstunde (GOP 35151 EBM) und die Akutbehandlung (GOP 35152) besser vergütet. Die Bewertung erhöht sich von 406 auf 421 Punkte. Damit erfolgt eine Anpassung an die antragspflichtigen Einzeltherapien.

Auch der Strukturzuschlag für diese Leistungen (GOP 35254 EBM) wurde neu bewertet und steigt von 69 auf 72 Punkte. Dieser Zuschlag wird im Rahmen der Neustrukturierung des Abschnitts 35.2 EBM zum 1. Juli 2017 in die neue GOP 35573 EBM überführt und ebenfalls mit 72 Punkten bewertet.

Bisher wurden die neuen Leistungen Sprechstunde und Akutbehandlung nicht der fachärztlichen Grundversorgung zugerechnet. Durch eine entsprechende Änderung im Anhang 3 des EBM wurden rückwirkend zum 1. April 2017 die psychotherapeutische Sprechstunde und der Strukturzuschlag IV der fachärztlichen Grundversorgung zugerechnet. Somit ist eine Berechnungsfähigkeit der Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) gegeben.

Die Berechnung der Akutbehandlung (GOP 35152 EBM) führt weiterhin zum Ausschluss der PFG, da es sich um eine Leistung der spezialisierten Versorgung handelt, die ggf. auf das Kontingent einer sich anschließenden Kurz- oder Langzeittherapie angerechnet wird.

In diesem Zusammenhang wurden ebenfalls rückwirkend zum 1. April 2017 die Bewertungen der PFG in den Kapiteln 22 und 23 angepasst. Die Bewertungen der Zuschläge für die psychosomatische und psychotherapeutische Grundversorgung wurden angehoben: Die GOP 22216 und 23216 EBM von 164 auf 170 Punkte; die GOP 22218 und 23218 EBM von 44 auf 46 Punkte.

Mit Umsetzung der Psychotherapie-Reform zum 1. April 2017 war die Abrechnung der GOP 35120 EBM (Hypnose) in derselben Sitzung neben Leistungen der Verhaltenstherapie (GOP 35220 bis 35225) ausgeschlossen. Durch entsprechende Anpassungen in den Anmerkungen der genannten GOP, können die Leistungen in einer Sitzung berechnet werden.

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses von praxisintern am 27. Juni 2017 standen die Beschlüsse noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befanden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

Infos zur Strukturreform

 

Psychotherapie: Das überarbeitete Kapitel 35 zum 1. Juli 2017

Im Zusammenhang mit der Strukturreform Psychotherapie (wir informierten in praxisintern Nr. 3 und 4) hat der Bewertungsausschuss in seiner 396. Sitzung Änderungen des Kapitels 35 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) beschlossen. Ab dem 1. Juli 2017 gibt es zahlreiche neue Gebührenordnungspositionen (GOP), Gruppentherapien werden besser vergütet.

Die bisherigen GOP werden zum 1. Juli 2017 gestrichen.

Für die Abrechnung sind dann ausschließlich die neuen Leistungen in Ansatz zu bringen. Dies gilt auch für Therapien, die vor dem 1. Juli 2017 beantragt wurden.

Auf die Besonderheiten bei Kurzzeittherapien und Gruppen mit zwei Teilnehmern wird im Folgenden näher eingegangen.

Das Kapitel 35 EBM im Überblick

Unverändert: Abschnitt 35.1 nicht antragspflichtige Leistungen

Der Abschnitt 35.1 EBM enthält Leistungen wie die probatorische Sitzung, Psychotherapeutische Sprechstunde, Akutbehandlung und den Bericht an den Gutachter. Der Abschnitt bleibt gegenüber dem Stand vom 01.04.2017 unverändert.

NEU: Abschnitt 35.2 antragspflichtige Leistungen

Der neue Abschnitt 35.2 EBM enthält weiterhin alle antrags- und genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen. Aufgrund der vielen neuen GOP wird der Abschnitt neu strukturiert. Für eine transparente Darstellung von Einzel- und Gruppentherapien bzw. der Zuschläge erfolgt eine Unterteilung in folgende Abschnitte:

  • Abschnitt 35.2.1 Einzeltherapien (GOP 35401 bis 35425)
  • Abschnitt 35.2.2 Gruppentherapien (GOP 35503 bis 35559)
  • Abschnitt 35.2.3 Zuschläge (GOP 35571, 35572, 35573)

NEU: Abschnitt 35.3 psychodiagnostische Testverfahren

Anwendung und Auswertung standardisierter Testverfahren (GOP 35600)

Anwendung und Auswertung von psychosomatischen Testverfahren (GOP 35601)

Anwendung und Auswertung von projektiven Verfahren (GOP 35602)

Die Änderungen des Abschnitts 35.2 EBM im Detail

Einzeltherapie (Abschnitt 35.2.1 EBM)

Besonderheit Kurzzeittherapien:

Bei Kurzzeittherapien, die vor dem 1. Juli 2017 begonnen wurden, richtet sich die Abrechnung nach dem Stand des bewilligten Therapiekontingents:

- die ersten zwölf Sitzungen werden mit der GOP 35401, 35411 oder 35421 EBM abgerechnet,

- die 13. Bis 24. Sitzung (bzw. 25. Sitzung, falls die Therapie vor dem 1. April 2017 beantragt worden war) mit der GOP 35402, 35412 oder 35422 EBM.

Im neuen Abschnitt 35.2.1 EBM „Einzeltherapien“ werden die tiefenpsychologische, die analytische und die verhaltenstherapeutische Kurz- und Langzeittherapie abgebildet. Das Kontingent für die Kurzzeittherapie wurde in zwei Blöcke zu je zwölf Therapieeinheiten aufgeteilt. Für die Umsetzung im EBM werden je Therapieverfahren zwei neue GOP für die Kurzzeittherapie aufgenommen (Kurzzeittherapie 1 und Kurzzeittherapie 2).

Besonderheit bei der Abrechnung von Kurzzeittherapien: Bei Kurzzeittherapien, die vor dem 1. Juli 2017 begonnen wurden, richtet sich die Abrechnung nach dem Stand des bewilligten Therapiekontingents:

- die ersten zwölf Sitzungen werden mit der GOP 35401, 35411 oder 35421 EBM abgerechnet,

- die 13. Bis 24. Sitzung (bzw. 25. Sitzung, falls die Therapie vor dem 1. April 2017 beantragt worden war) mit der GOP 35402, 35412 oder 35422 EBM.

Die GOP der Einzeltherapie im Überblick (49 KB)

Gruppentherapie (Abschnitt 35.2.2 EBM)

Im neuen Abschnitt 35.2.2 EBM „Gruppentherapien“ werden die tiefenpsychologische, die analytische und die verhaltenstherapeutische Gruppentherapie (Kurz- und Langzeittherapie) abgebildet. Für die Kurzzeit- und Langzeittherapiesitzungen werden für die drei verschiedenen Therapieverfahren jeweils sieben GOP für die definierten Gruppengrößen von drei bis neun Teilnehmer aufgenommen. Die Ausrichtung der Höhe der Bewertung an der Anzahl der Teilnehmer ersetzt die bisherige Unterscheidung zwischen kleinen und großen Gruppen. Bei der Abrechnung ist die tatsächliche Teilnehmerzahl zu berücksichtigen. Die GOP sind je Teilnehmer berechnungsfähig.

Die Gruppenleistungen wurden dazu neu bewertet. Im Ergebnis steigt das Honorar für Gruppentherapien um etwa 20 Prozent. Der Zuwachs je nach Gruppenstärke ist unterschiedlich hoch.

Die GOP der Gruppentherapie im Überblick (66 KB)

Besonderheit bei der Abrechnung von Gruppen mit zwei Teilnehmern

Die Abrechnung von Gruppentherapien mit nur zwei Teilnehmern, die vor dem 1. April 2017 (vor Einführung der neuen Psychotherapie-Richtlinie) beantragt wurden, ist weiterhin möglich. Bisher wurden diese nach den GOP der kleinen Gruppe abgerechnet. Ab dem 1. Juli 2017 erfolgt die Abrechnung mit bundeseinheitlichen Pseudo-GOP.

Die neuen Pseudo-GOP im Überblick (47 KB)

Zuschläge (Abschnitt 35.2.3 EBM)

Die GOP für die Strukturzuschläge werden weiterhin von der KVWL zugesetzt!

Für die Zuschläge zu Einzel- und Gruppentherapien sowie zur Psychotherapeutischen Sprechstunde und zur Akutbehandlung gibt es ab dem 1. Juli 2017 neue GOP. So werden die bisherigen Zuschläge zu den Gruppentherapien (GOP 35252 und 35253 EBM) in einem Zuschlag zusammengefasst und als GOP 35572 abgebildet.

Die neuen Strukturzuschläge im Überblick (23 KB)

Die Änderungen des Abschnitts 35.3 EBM im Detail

Die psychodiagnostischen Testverfahren sind weiterhin im Abschnitt 35.3 EBM aufgeführt. Mit der Neustrukturierung des Kapitels 35 EBM erhalten diese jedoch neue Gebührenordnungspositionen. Die Höhe der Vergütung bleibt unverändert.

Die neuen GOP für psychodiagnostische Testverfahren im Überblick (20 KB)

Anpassung der Psychotherapie-Vereinbarung

Im Zusammenhang mit der neuen Struktur des Kapitels 35.2 EBM werden auch die Psychotherapie-Richtlinien zum 1. Juli 2017 angepasst.

Das bedeutet konkret, dass die neuen GOP für die Einzel- und die Gruppentherapien eingearbeitet werden. Das Genehmigungsverfahren zur Ausführung und Abrechnung von Leistungen gemäß §§ 5 bis 7 der Psychotherapie-Vereinbarung durch die Kassenärztlichen Vereinigungen hat sich nicht verändert.

Bei der Antragstellung im Formblatt PTV 2 für die Gruppentherapie ergeben sich folgende Änderungen:

  • Wie oben beschrieben, sieht der EBM ab dem 1. Juli 2017 grundsätzlich eine separate GOP für jede Teilnehmerzahl in der Gruppentherapie vor. Da sich die Therapeuten bei Antragstellung nicht schon auf eine Gruppengröße festlegen müssen, werden zukünftig bei der Beantragung im Formblatt PTV 2 nur die ersten vier Stellen der GOP eingetragen, die fünfte Stelle wird mit einem „X“ gekennzeichnet.
  • Für die Beantragung von Gruppentherapien sind im Formblatt PTV 2 entweder die 3550X, 3551X, 3552X, 3553X, 3554X oder 3555X (je nach Therapieart) anzugeben (z. B. 3554X bei einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeittherapie).
  • Die Krankenkasse bewilligt dann die GOP aller Gruppengrößen der beantragten Gruppen- oder Kombinationsbehandlung (z. B. GOP 35543-35549 EBM bei einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeitgruppentherapie).
  • Der Therapeut rechnet aus diesem bewilligten GOP-Bereich jeweils die GOP der tatsächlichen Gruppengröße ab (z. B. GOP 35543 EBM bei drei Teilnehmern in einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeitgruppentherapie).

Infos zur Strukturreform

Weitere Infos zu inhaltlichen Änderungen der Strukturreform der ambulanten Psychotherapie

Änderungen im Formularbereich

Neue Vordrucke und Anpassung der Stichtagsregelung für Vordruckversionen

Die KBV und der GKV-Spitzenverband als Partner des Bundesmantelvertrages haben sich auf verschiedene Änderungen im Formularbereich geeinigt.

Mit Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 21. Juli 2016 wurde ein gesetzlicher Auftrag aus dem Präventionsgesetz umgesetzt, in dessen Folge nun zum 1. Juli 2017 das Formular zur Empfehlung von Präventionsleistungen eingeführt wird. Dieses neue Muster 36 dient niedergelassenen Ärzten zur Empfehlung von Präventionsleistungen. Patienten können diese Empfehlung dann bei der Krankenkasse einreichen.

Niedergelassene Ärzte können Empfehlungen zu Ernährung, Stressmanagement, Bewegungsgewohnheiten und Suchtmittelkonsum in das Formular eintragen. Darüber hinaus steht ihnen ein Freitextfeld „Sonstiges“ zur Verfügung. Ziel ist es, verhaltensbezogene Risikofaktoren für bestimmte Erkrankungen zu senken. Das Muster 36 ist ab dem 1. Juli 2017 in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt und kann darüber hinaus über die üblichen Bezugswege bestellt werden.

Darüber hinaus sind in Abweichung zu Nr.1.1.1 Satz 2 der Anlage 2 des Bundesmantelvertrages-Ärzte ab dem 1. Juli 2017 ausschließlich Vordruckversionen ab dem nachfolgend aufgeführten Versionsstand zu verwenden:

Muster Version
8 7.2004
15 4.2002
16 4.2004
20 4.2004
25 7.2003
40 4.2006

 

Ältere Versionen verlieren ab dem 1. Juli 2017 ihre Gültigkeit. Da bislang auch Vorgängerversionen verwendet werden durften, in die nicht alle vordruckrelevanten Informationen eingetragen werden können, war die Aufnahme dieser Stichtagsregelung erforderlich.

Weiterhin ist eine Anpassung der Vordruckerläuterung für das Arzneimittelrezept vorgenommen worden.

ASV: Aufnahme einer Tuberkulose-Leistung in den EBM

Die KBV, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband haben beschlossen, die Leistung „Quantitative Bestimmung einer in-vitro Interferon-gamma Freisetzung nach ex-vivo Stimulation mit Antigenen“ mit Wirkung zum 1. Juli 2017 in den Abschnitt 50.1 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) aufzunehmen.

Bisher war die Leistung Bestandteil des Abschnitts 2 des Appendix zur ASV-Indikation Tuberkulose und wurde über die Pseudoziffer 88510 abgerechnet. Ab sofort erfolgt die Abrechnung über den EBM als neue Gebührenordnungsposition (GOP) 50112. Die neue Leistung ist mit 58 Euro bewertet.

Wie bereits im Appendix zur Tuberkulose festgelegt wurde, dürfen Fachärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie (Kernteam) sowie Fachärzte für Laboratoriumsmedizin (hinzuzuziehende Fachärzte) die Leistung nach der GOP 50112 EBM abrechnensum dolor

Info

Die Appendizes der erkrankungsspezifischen Anlagen der Richtlinie zur ASV wurden überarbeitet und an den EBM (Stand 1. Oktober 2016) angepasst.

Diese sind abrufbar unter: http://institut-ba.de/service/asvabrechnung

  • Appendix Anlage 1.1a Tumorgruppe 1 – gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle
  • Appendix Anlage 1.1a Tumorgruppe 2 – gynäkologische Tumoren
  • Appendix Anlage 2a – Tuberkulose und atypische Mykobakteriose
  • Appendix Anlage 2k – Marfan-Syndrom
  • Appendix Anlage 2l – Pulmonale Hypertonie

Europäische Krankenversicherungskarte

Muster 80 entfällt, neues Patientenformular ersetzt Muster 81

Details und weitere Informationen zu den Änderungen

Kinder-Richtlinie: Neue Leistung Pulsoxymetrie-Screening

Neue Leistung Pulsoxymetrie-Screening ab Juli im EBM

Zum 1. Juli 2017 werden für das Screening auf kritische angeborene Herzfehler mittels Pulsoxymetrie, das der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in die Kinder-Richtlinie aufgenommen hatte, die neue Gebührenordnungspositionen (GOP) 01702 und 01703 in den EBM-Abschnitt 1.7.1. aufgenommen.

GOP Leistung Bewertung (Pkt)
01702 Beratung im Rahmen des Pulsoxymetrie-Screenings gemäß Abschnitt C Kapitel 5 der Kinder-Richtlinie des G-BA. Wesentliche Inhalte:

eingehende Aufklärung der Eltern zu Sinn, Zweck und Ziel des Screenings auf kritische angeborene Herzfehler mittels Pulsoxymetrie, sofern auf die eingehende Aufklärung keine

funktionelle Pulsoxymetrie folgt

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01703 Pulsoxymetrie-Screening gemäß Abschnitt C Kapitel 5 der Kinder-Richtlinie des G-BA. Wesentliche Inhalte:

Durchführung der funktionellen Pulsoxymetrie

fakultativer Leistungsinhalt u.a. Aufklärung der Eltern und Wiederholung der Pulsoxymetrie innerhalb von zwei Stunden nach einem kontrollbedürftigen Messergebnis der Erstmessung

Kosten für die mehrfach verwendbaren Sensoren von GOP umfasst

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Die GOP sind bis zur U2 berechnungsfähig, sofern noch kein Pulsoxymetrie-Screening im Untersuchungsheft für Kinder dokumentiert ist. Für denselben Neugeborenen ist eine der beiden GOP berechnungsfähig. Eine Mehrfachberechnung ist jedoch bei Mehrlingen möglich. Die Vergütung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung, da es sich um Präventionsleistungen handelt.

Die neuen GOP entsprechen in Struktur und Bewertung damit den Leistungen für das Neugeborenen-Hörscreening (GOP 01704 und 01705).

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses von praxisintern am 27. Juni 2017 standen die Beschlüsse noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befanden sich in der redaktionellen Endabstimmung

MRSA und Abrechnung geschlechtsspezifischer GOP

MRSA und Abrechnung geschlechtsspezifischer GOP

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 397. Sitzung am 21. Juni 2017 weitere Beschlüsse gefasst. Hierbei handelt es sich unter anderem um kleinere inhaltliche und redaktionelle Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM). Weitergehende Informationen hierzu entnehmen Sie bitte den entsprechenden Beschlüssen.

Zum 1. Juli 2017 wird die Definition eines MRSA-Risikopatienten in der Nummer 3 der Präambel zum Abschnitt 30.12 EBM in Anlehnung an die aktualisierten KRINKO-Empfehlungen angepasst. Der Bewertungsausschuss hatte sich im Rahmen der Aufnahme der MRSA-Vergütungsvereinbarung und des Abschnitts 30.12 EBM bei der Definition eines MRSA-Risikopatienten u.a. an die „Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen“ der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) angelehnt.

Mit einer Änderung der Nummer 4.2.1 der Allgemeinen Bestimmungen zum EBM wird die Abrechnung geschlechtsspezifischer GOP zum 1. Juli 2017 präzisiert. Solche Leistungen sind bei Personen, bei denen primäre Geschlechtsmerkmale beider Geschlechter vorliegen – wie bei Intersexualität oder Transsexualität nach Geschlechtsangleichung - berechnungsfähig.

Laut Beschluss ist ohne Kennzeichnung „X“ für das unbestimmte Geschlecht auf der elektronischen Gesundheitskarte bei den genannten Personen die entsprechende Leistung mit einer bundeseinheitlich kodierten Zusatzkennzeichnung zu versehen und als Begründung der ICD-10-Kode für Transsexualität oder Intersexualität anzugeben.

Stand 27. Juni 2017: die Beschlüsse stehen noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befinden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

NäPA: Hausbesuche abrechenbar

NäPA: Hausbesuche ab dem 1. Juli 2017 abrechenbar

Nichtärztliche Praxisassistenten (NäPA) in Facharztpraxen dürfen zukünftig auch Hausbesuche durchführen. In der Vergangenheit war die Tätigkeit auf Besuche in Heimen beschränkt. Zur Abbildung des erweiterten Umfangs wird das Kapitel 38 EBM „Delegationsfähige Leistungen“ um zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) ergänzt.

Die neuen GOP im Überblick:

GOP Leistung Wertigkeit Anmerkung
38202 Zuschlag zu der GOP 38100 für den Besuch und die Betreuung durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten in der Häuslichkeit des Patienten 90 Punkte Die GOP 38202 ist nicht neben den GOP 38200 und 38205 berechnungsfähig.
38207 Zuschlag zu der GOP 38105 für den Besuch und die Betreuung eines weiteren Patienten durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten in der Häuslichkeit 83 Punkte Die GOP 38207 ist nicht neben den GOP 38200 und 38205 berechnungsfähig.

Die beiden neuen GOP werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) vergütet und sind nicht von Hausärzten berechnungsfähig. Hausärzte können bereits entsprechende Leistungen im Kapitel 3 des EBM abrechnen. Die GOP 38200 und 38205 EBM sind nicht neben den neuen GOP 38202 und 38207 EBM berechnungsfähig.

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses von praxisintern am 27. Juni 2017 standen die Beschlüsse noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befanden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

Abrechnung PET/CT zur Diagnostik bei Hals-Kopf-Tumoren

Abrechnung PET/CT zur Diagnostik bei fortgeschrittenen Hals-Kopf-Tumoren

Bereits am 16. März 2017 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, die Positronen-Emissionen-Tomographie in Verbindung mit einer Computertomographie (PET/CT) für die Diagnostik von fortgeschrittenen Hals-Kopf-Tumoren in die vertragsärztliche Versorgung aufzunehmen. Der Beschluss wurde vom Bundesgesundheitsministerium nicht beanstandet und ist am 7. Juni in Kraft getreten.

Nun hat sich der Bewertungsausschuss (BA) mit der Frage der Notwendigkeit einer Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) infolge des Beschlusses des G-BA befasst. Der BA sieht keinen Anpassungsbedarf des EBM im Hinblick auf die Abrechnung eines PET/CT zur Diagnostik bei fortgeschrittenen Hals-Kopf-Tumoren. Eine Abrechnung der Leistung kann über die Gebührenordnungspositionen des Abschnitts 34.7 EBM erfolgen.

Präventionsempfehlung

Erhöhung der Bewertung von Früherkennungsuntersuchungen zum 1. Juli 2017

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte am 21. Juni 2016 Beschlüsse zur Änderung der Kinder-Richtlinie, der Jugendgesundheitsuntersuchungs-Richtlinie und der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie erlassen, mit denen gesetzliche Vorgaben zur Ausstellung von Präventionsempfehlungen umgesetzt wurden.

Ab dem 1. Juli können Ärzte nun bei Bedarf Empfehlungen zu Präventionsleistungen ausstellen. Diese reichen die Patienten dann zur Berücksichtigung bei der Entscheidung zur Genehmigung von Präventionsleistungen bei der Krankenkasse ein. Die Verordnung erfolgt auf dem neuen Formular 36. Darüber hinaus erhöht sich die Bewertung der GOP 01713 bis 01720 und 01723 EBM (Früherkennungsuntersuchungen U3 bis U9 und J1) und der GOP 01732 EBM (Gesundheitsuntersuchung der Erwachsenen) um jeweils einen Punkt.

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses von praxisintern am 27. Juni 2017 standen die Beschlüsse noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befanden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

Telemedizinische Kontrolle von Herzschrittmachern

Telemedizinische Kontrolle von Herzschrittmachern: Übergangsregelung verlängert

Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 04417 und 13554 EBM für die telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators und/oder eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) sind seit dem 1. April 2016 Bestandteil des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs.

In der zweiten Anmerkung zu den beiden GOP ist jeweils geregelt, dass die Berechnung eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Vereinbarung zur Herzschrittmacherkontrolle gemäß § 135 Abs. 2 SGB V bzw. nach der Vereinbarung zur Funktionsanalyse von Kardiovertern bzw. Defibrillatoren und Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraussetzt.

Bis zum 30. Juni 2017 waren die beiden GOP auch ohne entsprechende Genehmigung berechnungsfähig. Der Bewertungsausschuss hat nun eine erneute Verlängerung der vereinbarten Übergangsregelung bis zum 31. Dezember 2017 vorgenommen, da die Beratungen zu den genannten Qualitätssicherungsvereinbarungen noch andauern.

Stand 27. Juni 2017: die Beschlüsse stehen noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befinden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

Änderungen zum 01.04.2017

Psychotherapeutische Sprechstunde

Am 29. März 2017 hat der Erweiterte Bewertungsausschuss nunmehr den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) - unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundesministeriums für Gesundheit - in diesem Zusammenhang angepasst sowie die Anordnung der sofortigen Vollziehung beschlossen.

Über die wesentlichen Änderungen informieren wir Sie nachfolgend im Überblick:

 

Aufnahme der neuen Gebührenordnungspositionen (GOP)

GOP Kurzlegende Punkte Euro
35151 EBM Psychotherapeutische Sprechstunde zur diagnostischen Abklärung 406 je vollendete 25 Minuten 42,75 €
35152 EBM Psychotherapeutische Akutbehandlung 406 je vollendete 25 Minuten 42,75 €
35254 EBM Strukturzuschlag 69 7,27 €

Für die Psychotherapeutische Sprechstunde (GOP 35151 EBM) sowie Akutbehandlung (GOP 35152 EBM) wird der Strukturzuschlag zur Deckung von Personalausgaben gezahlt. Wie aus der Richtlinie-Psychotherapie hervorgeht, wird er allerdings erst ab erreichen einer Mindestpunktzahl – analog zur GOP 35253 EBM - gewährt und dann von der Kassenärztlichen Vereinigung automatisch zugesetzt.

Weitere EBM - Änderungen

GOP 35150 Probatorische Sitzung

Probatorische Sitzungen werden auch weiterhin mit der GOP 35150 EBM vergütet, deren Leistungsbewertung unverändert geblieben ist. Neu ist, dass die GOP bei Erwachsenen maximal viermal und bei Versicherten bis zum vollendeten 21. Lebensjahr höchstens sechsmal im Krankheitsfall – unabhängig von der Therapieform - abrechenbar ist. Zudem wurde im obligaten Leistungsinhalt die Einzelbehandlung und im fakultativen Leistungsinhalt die weitere differentialdiagnostische Abklärung und die Abklärung der Motivation und der Kooperations- und Beziehungsfähigkeit der Patienten aufgenommen.

Gruppentherapie (Kurz- und Langzeittherapie)

Die Abrechnung von Gruppenleistungen erfolgt übergangsweise mit den alten GOP, wobei die Gruppengrößen auf mindestens drei und maximal neun Teilnehmer angepasst wurden. Neu ist, dass die GOP für kleine Gruppen nun auch bei Erwachsenen angesetzt werden dürfen (nicht mehr nur für Kinder und Jugendliche). Ein neues Vergütungssystem für Gruppentherapien, das auch eine höhere Honorierung vorsieht, soll zum 1. Juli 2017 eingeführt werden.

Übergangsregelung

Für die Abrechnung von Leistungen, die vor dem 01. April 2017 beantragt und damit nach den Vorgaben der alten Psychotherapie-Richtlinie durchgeführt werden dürfen, gelten folgende Übergangsregelungen:

  • Kurzzeittherapie als Einzel- und Gruppentherapie:
    Es können bis zu 25 Sitzungen abgerechnet werden, wenn ein solches Therapiekontingent vor dem 01. April 2017 beantragt wurde. Diese Regelung gilt für Einzel- und Gruppentherapien. Um sichtbar zu machen, dass es sich um eine Therapie nach der alten Psychotherapie-Richtlinie handelt, muss der Therapeut die 25. Sitzung in der Abrechnung mit einem „L“ beziehungsweise bei der Einbeziehung von Bezugspersonen mit „S“ kennzeichnen.
  • Gruppentherapie:
    Gruppentherapien im Rahmen einer Verhaltenstherapie können auch mit zwei Teilnehmern durchgeführt werden, wenn diese Leistung vor dem 01. April 2017 beantragt worden ist.
  • Probatorische Sitzungen:
    Probatoriken, die vor dem 01. April 2017 begonnen wurden, können weiterhin nach den alten Regelungen durchgeführt werden, das heißt: bis zu fünfmal für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und für Verhaltenstherapie, bis zu achtmal für analytische Psychotherapie. Um sichtbar zu machen, dass es sich um eine Probatorik nach der alten Psychotherapie-Richtlinie handelt, muss der Therapeut die Sitzungen in der Abrechnung mit einem „L“ beziehungsweise bei der Einbeziehung von Bezugspersonen mit „S“ kennzeichnen.

Vergütung Videosprechstunde

Vergütung

Die Videosprechstunde kann als neue telemedizinische Leistung ab April und somit eher als vorgesehen durchgeführt werden. Der Bewertungsausschuss hat dazu die Einführung einer Technikpauschale beschlossen. Außerdem wird der EBM um Regelungen zum Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde ergänzt.

Technik- und Förderzuschlag

Zur Förderung von Videosprechstunden erhalten Ärzte ab April bis zu 800 Euro jährlich. Die Mittel dienen vor allem zur Deckung der Kosten, die durch die Nutzung eines Videodienstanbieters anfallen. Dafür gibt es einen Technik- und Förderzuschlag, den jeder Arzt pro Videosprechstunde erhält:

GOP 01450: 4,21 Euro (Bewertung: 40 Punkte), je Arzt-Patienten-Kontakt für bis zu 50 Videosprechstunden im Quartal

  • Die GOP 01450 wird als Zuschlag zur Versichertenpauschale, zu den meisten Grundpauschalen, zu den Konsiliarpauschalen des Kapitels 25, zur schmerztherapeutischen Pauschale (GOP 30700) und zur neuen GOP 01439 gezahlt. (Die neue GOP 01439 ist berechnungsfähig, wenn ein Arzt-Patienten-Kontakt in einem Quartal ausschließlich per Video stattfindet.)
  • Den Zuschlag gibt es für maximal 50 Videosprechstunden pro Arzt und Quartal (= 1.899 Punkte). Er ist damit auf rund 200 Euro begrenzt. Die Vergütung  erfolgt extrabudgetär.
  • Die GOP 01450 ist nur abrechnungsfähig, sofern es sich bei der Verlaufskontrolle in der Videosprechstunde um eine Folgebegutachtung handelt; das heißt, der Patient muss in demselben Quartal wegen der Beschwerden mindestens einmal in der Praxis gewesen sein.

Konsultation

Videosprechstunden können eine persönliche Vorstellung in der Praxis ersetzen. Die Konsultation ist deshalb Inhalt der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale und somit nicht gesondert berechnungsfähig. Für Fälle, bei denen der Patient in einem Quartal  nicht  die Praxis aufsucht, wurde eine analoge Regelung zum telefonischen Arzt-Patienten-Kontakt vereinbart und eine neue GOP (ab 1. April) in den EBM aufgenommen:

GOP 01439: 9,27 Euro (Bewertung: 88 Punkte), einmal im Behandlungsfall

  • Auf diese GOP wird der Technikzuschlag für die Videosprechstunde (GOP 01450) gezahlt.
  • Die GOP 01439 kann abgerechnet werden, wenn der Arzt-Patienten-Kontakt nur im Rahmen einer Videosprechstunde stattfindet und folglich im Quartal keine Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale abgerechnet wird.
  • Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Patient in den vorangegangenen zwei Quartalen mindestens einmal in der Praxis persönlich vorstellig geworden ist und die Verlaufskontrolle durch dieselbe Praxis erfolgt wie die Erstbegutachtung.
  • Die GOP ist – mit Ausnahme der GOP 01450 – nicht neben anderen Gebührenordnungspositionen be- rechnungsfähig.

Außerdem wurde für eine Reihe von Gebührenordnungspositionen, die mindestens drei persönliche Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall voraussetzen, vereinbart, dass einer dieser persönlichen Kontakte auch im Rahmen einer Videosprechstunde stattfinden kann. Dies gilt für folgende GOP: 02310, 07310, 07311, 07330, 07340, 10330, 18310, 18311, 18330, 18340.

Anpassung Anhang 2 EBM

Der Anhang 2 zum Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) wird mit Wirkung zum 1. April 2017 an den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) Version 2017 angepasst. Die Anpassung wurde durch die jährliche Aktualisierung der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM) und des OPS des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) erforderlich. Dabei handelt es sich um die Aufnahme von neuen OPS-Kodes und die Streichung von ungültigen (beendeten) OPS-Kodes in der Version 2017 im Vergleich zur Version 2016.

Informationen der KBV

Praxisinformation zur Videosprechstunden (132 KB)

Patienteninformation zur Videosprechstunden (149 KB)

 

Änderungen zum 01.01.2017

Humangenetik: EBM-Detailänderungen

Über die Weiterentwicklung der humangenetischen Leistungen zum 1. Juli 2016 und die im Nachgang dazu beschlossenen Änderungen informierten wir in praxis intern (Ausgaben Nr. 6 vom 27. Juni 2016 und Nr. 8 vom 27. August 2016). Nun hat der Bewertungsausschuss weitere Detailänderungen und Präzisierungen für Leistungen der Humangenetik mit Wirkung zum 1. Januar 2017 beschlossen. Wesentliche Inhalte daraus stellen wir nachfolgend stichpunktartig dar. Weitergehende Informationen entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses aus seiner 386. Sitzung am 12. Dezember 2016.

  • Die Berechnung der Gebührenordnungspositionen (GOP) 11235 und 11236 EBM (Zuschläge zur humangenetischen Beurteilung) setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der Qualitätssicherungsvereinbarung nach § 135 Abs. 2 SGB V voraus. Da die Verhandlungen über eine entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung noch nicht abgeschlossen sind, wurde die Frist für eine Berechnungsfähigkeit ohne eine Genehmigung bis zum 1. Januar 2018 verlängert.
  • Es wird klargestellt, dass die Leistungen der „kleinen Mutationssuche“ (GOP 11513, 19424 und 19453 EBM) nicht neben denen der „großen Mutationssuche“ (GOP 11514, 19425 und 19454 EBM) berechnungsfähig sind. Der Leistungsumfang der „kleinen Mutationssuche“ ist bereits in der „großen Mutationssuche“ enthalten. Die Abrechnungsausschlüsse wurden entsprechend in den EBM aufgenommen.
  • Die GOP 19450 zur molekularzytogenetischen Charakterisierung chromosomaler Aberrationen wird neu in den Abschnitt 19.4.4 EBM aufgenommen. Die Aufnahme dieser Leistung war erforderlich, da z. B. der Nachweis der HER2/neu-Genduplikation zur Indikationsstellung einer Herceptin-Therapie bei HER2/neu-positivem Magenkarzinom mit Hilfe dieser Untersuchungsmethode erbracht wird. Die GOP 19450 EBM ist mit 518 Punkten bewertet.

Ausblick: Mit Wirkung zum 1. April 2017 wird die Bewertung der GOP 32937 EBM (HLA-Typisierung) von 150 auf 115 Euro angepasst. Damit wird die Leistung der inhaltlich entsprechenden GOP 32902 EBM angeglichen.

Nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa) / Delegations-Vereinbarung

Informationen zu den EBM-Änderungen

In einem Schreiben der KVWL wurden die Praxen, die über eine (befristete) Genehmigung zur Abrechnung von Leistungen nach Abschnitt 3.2.1.2 EBM in Verbindung mit der Delegations-Vereinbarung (Anlage 8 BMV-Ä) verfügen, bereits über die Änderungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) informiert. In seiner 386. Sitzung hat der Bewertungsausschuss folgende Anpassungen beschlossen:

  • Zur weiteren Strukturförderung wurden folgende neue Zuschläge zum Strukturzuschlag (GOP 03060 EBM) und zu den NäPa-Besuchsleistungen (GOP 03062 und 03063 EBM) aufgenommen:
    Neue GOP Anmerkung Bewertung in Pkt.
    03061 Zuschlag zur GOP 03060 12
    03064 Zuschlag zur GOP 03062 20
    03065 Zuschlag zur GOP 03063 14
  • Der Höchstwert für die GOP 03060 und 03061 EBM beträgt seit dem 1. Januar 2017 insgesamt je Praxis 23.800 Punkte (vorher 12.851) im Quartal. Der Strukturzuschlag wird bis zu dieser Obergrenze (je Praxis) gezahlt.
  • Die als Abrechnungsvoraussetzung erforderliche Mindestzahl von Behandlungsfällen wurde wie folgt abgesenkt:
    • 700 Behandlungsfälle (vorher 860 Fälle) für einen vollzeittätigen Hausarzt im Quartal; für jeden weiteren in der Praxis vollzeittätigen Arzt mindestens 521 Behandlungsfälle (vorher 640) oder
    • 120 Behandlungsfälle (vorher 160) bei Patienten, die älter als 75 Jahre sind, für einen vollzeittätigen Hausarzt im Quartal; für jeden weiteren in der Praxis vollzeittätigen Arzt mindestens 80 Behandlungsfälle (vorher 120).
    Diese reduzierten Zahlen gelten auch für die erstmals zwei Jahre nach Erteilung der Genehmigung durch die KV erfolgende Prüfung, ob die Praxis die Kriterien zur Berechnung der GOP weiterhin erfüllt.
  • Die obligaten Leistungsinhalte der NäPa-Besuchsleistungen (GOP 03062 und 03063 EBM) wurden angepasst. Hiermit erfolgte eine Angleichung an die zum 1. Juli 2016 eingeführten GOP 38100 und 38105 EBM. Der erste Besuch eines Patienten in Alten- oder Pflegeheimen bzw. in anderen beschützenden Einrichtungen ist künftig über die GOP 03062 EBM abgebildet, weitere Besuche bei anderen Patienten in derselben sozialen Gemeinschaft über die GOP 03063 EBM.

Änderungen der Delegations-Vereinbarung (Anlage 8 BMV-Ä)

Die bisher bestehende Übergangsregelung für die Erteilung von Genehmigungen zur Abrechnung der GOP 03060 bis 03065 EBM für Praxen mit NäPa in Ausbildung wurde bis zum 31.12.2018 verlängert. Eine Genehmigung kann somit weiterhin auch dann befristet erteilt werden, sofern die Fortbildung der NäPa bereits begonnen wurde, aber noch nicht abgeschlossen ist. Die Befristung erfolgt bis zum voraussichtlichen Abschluss der Ausbildung, längstens jedoch für vier Quartale.

Darüber hinaus ist eine Änderung im Hinblick auf die Anerkennung von Berufserfahrung in fachärztlichen Praxen für den EBM-Abschnitt 38.3. erfolgt. Bislang wurde der Nachweis einer sich an den qualifizierten Berufsabschluss der NäPa anschließenden dreijährigen Berufserfahrung in einer hausärztlichen Praxis vorausgesetzt. Nunmehr kann der Arzt gegenüber der KV auch nachweisen, dass die NäPa über die entsprechende Berufserfahrung in einer fachärztlichen Praxis verfügt. Durch die zuständige Ärztekammer ist das Teilnahmezertifikat bei Berufserfahrung in einer fachärztlichen Praxis gesondert zu kennzeichnen. Für die Abrechnung von Leistungen nach dem EBM-Kapitel 3 wird jedoch auch weiterhin ausschließlich eine mindestens dreijährige Berufserfahrung in einer hausärztlichen Praxis vorausgesetzt.

Für den Nachweis der Erfahrung bei Hausbesuchen im Rahmen der praktischen Fortbildung sind auch durch Praxismitarbeiter in den letzten 24 Monaten vor Antragstellung selbstständig durchgeführte Besuche anrechnungsfähig. Der Nachweis kann sowohl über Besuche nach der GOP 40240/40260 EBM bis zum 1. Juli 2016, als auch über die seitdem gültigen GOP 38100/38105 erfolgen.

Finanzielle Förderung von elektronischen Arztbriefen

Seit dem 1. Januar 2017 werden elektronische Arztbriefe finanziell gefördert. Die Krankenkassen zahlen für jeden elektronisch übermittelten Brief eine Pauschale von insgesamt 55 Cent. Da Sender und Empfänger in die technische Infrastruktur investieren müssen, wird die Förderung aufgeteilt:

  • Versenden eines eArztbriefes je Empfänger-Praxis: GOP 86900 EBM (28 Cent)
  • Empfangen eines eArztbriefes: GOP 86901 EBM (27 Cent)

Die Vergütung erfolgt extrabudgetär. Der elektronische Versand ersetzt den Versand mit Post- und Kurierdiensten. Bei Abrechnung der o.g. Gebührenordnungspositionen dürfen für denselben Brief nicht die Kostenpauschalen für Portokosten (GOP 40120 bis 40126 EBM) abgerechnet werden.

Beim Versand (GOP 86900 EBM) gibt es eine Obergrenze, die abhängig von der Fachgruppe ist und sich an der Anzahl der Behandlungsfälle in dem jeweiligen Quartal orientiert. Für einen Patienten können mehrere Briefe verschickt werden.

Voraussetzung ist, dass der Versand sicher erfolgt und der Brief qualifiziert elektronisch signiert wird mittels elektronischem Heilberufsausweis.

Zuschläge für Infektionsdialysen erhöht

Die Bewertung der Zuschläge für Infektionsdialysen (GOP 40835 und 40836 EBM) hat sich zum 1. Januar 2017 erhöht. In einem weiteren Schritt werden die Kostenpauschalen zum 1. Januar 2018 erneut angehoben.

Hintergrund der Entscheidung des Bewertungsausschusses in seiner 386. Sitzung waren die gestiegenen Kosten für Hygienemaßnahmen im Bereich der Infektionsdialyse.

Der Bewertungsausschuss überprüft zum 1. Januar 2019, ob die Notwendigkeit einer weiteren Anpassung der Höhe der Kostenpauschalen besteht.

Die Bewertung der Zuschläge im Überblick:

GOP bis 31.12.2016 ab 01.01.2017 ab 01.01.2018
40835 30 Euro 60 Euro 90 Euro
40836 10 Euro 20 Euro 30 Euro

Neue Kinder-Richtlinie: Anpassung des EBM

Über das Inkrafttreten der neuen Kinder-Richtlinie zum 1. September 2016 informierten wir Sie in praxis intern (Ausgabe Nr. 9 vom 27. September 2016). In seiner 386. Sitzung hat der Bewertungsausschuss jetzt auch die Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) mit Wirkung zum 1. Januar 2017 beschlossen. Die erforderlichen Änderungen des EBM betreffen die Vergütung der Kinder-Früherkennungsuntersuchungen sowie das Screening auf Mukoviszidose.

Zur Honorierung der geänderten Untersuchungs- und Beratungsinhalte wurde beschlossen, die Bewertung der Kinder-Früherkennungsuntersuchungen („U-Untersuchungen“) zu erhöhen. Die U2 bis U9 (GOP 01712 bis 01719 EBM) sind nun mit 401 Punkten bewertet (bisher 308), die U7a (GOP 01723 EBM) ebenfalls mit 401 Punkten (bisher 355).

Außerdem wurden aufgrund der formalen Neustrukturierung der Kinder-Richtlinie redaktionelle Anpassungen im EBM vorgenommen.

Laut Beschluss wird zur Abbildung des neu aufgenommenen Screenings auf Mukoviszidose die bestehende Gebührenordnungsposition (GOP) 01707 EBM „Erweitertes Neugeborenen-Screening“ im Abschnitt 1.7.1 EBM um zusätzliche Leistungsinhalte erweitert und die Bewertung von 103 auf 135 Punkte erhöht. Die GOP 01707 EBM kann bis zum vollendeten 10. Lebenstag berechnet werden, sofern die Durchführung des Neugeborenen-Screenings im Untersuchungsheft für Kinder noch nicht dokumentiert ist.

Mit der GOP 01709 EBM (50 Punkte) wird eine neue Leistung zur eingehenden Aufklärung der Eltern zu Sinn, Zweck und Ziel des Screenings auf Mukoviszidose aufgenommen. Die GOP kann bis zum vollendeten 28. Lebenstag berechnet werden, sofern noch kein Screening auf Mukoviszidose im Untersuchungsheft für Kinder dokumentiert ist.

Die bisherige GOP 01708 EBM (Laboruntersuchungen im Rahmen des Neugeborenen-Screenings) wurde gestrichen. Die geforderten Laboruntersuchungen werden zukünftig als Katalogleistung mit den neuen GOP 01724 bis 01727 EBM abgebildet. Die Berechnung dieser GOP setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der §§ 23 bzw. 38 der Kinder-Richtlinie voraus. In den GOP 01725 bis 01727 EBM wird die dreistufige Diagnostik des Screenings auf Mukoviszidose abgebildet. Da es sich bei der dritten Stufe um eine genetische in-vitro-Diagnostik handelt, ist die GOP 01727 EBM im Krankheitsfall nicht neben den GOP 11301 und 11351 EBM berechnungsfähig.

Sozialpädiatrie: Ausweitung der Berechnungsmöglichkeit der GOP 04356

Zum 1. Januar 2017 wurde die Berechnungsfähigkeit der weiterführenden sozialpädiatrisch orientierten Versorgung von Kindern und Jugendlichen verbessert. Die Gebührenordnungsposition (GOP) 04356 EBM kann nun höchstens dreimal statt bisher zweimal im Krankheitsfall abgerechnet werden. Dies hat der Bewertungsausschuss in seiner 386. Sitzung entschieden, um eine bessere Ausschöpfung des Vergütungsvolumens zu ermöglichen.

Die GOP 04356 EBM wurde zum 1. Januar 2015 als Zuschlag im Zusammenhang mit der GOP 04355 EBM für die weiterführende sozialpädiatrisch orientierte Versorgung in den EBM aufgenommen. Der Zuschlag ist mit 20,53 Euro (195 Punkten) bewertet.


Eine Übersicht der wichtigsten EBM-Änderungen der vergangen Jahre finden Sie hier.


Informationen der KBV zum EBM

Übersicht zum EBM

Die Beschlüsse zu den EBM-Änderungen

Ansprechpartner

EBM-Hotline Service-Center

0231 94 32 10 01

Service-Center