EBM

Abrechnung

Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM)

Änderungen zum 01.01.2019

Diverse Beschlüsse des Bewertungsausschusses

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 12. und 13. Dezember 2018 mehrere Beschlüsse gefasst, die wir nachfolgend zusammengefasst haben. Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte den Beschlüssen des BA aus seiner 430 und 432. Sitzung.

Osteodensitometrie (GOP 34600 und 34601 EBM) wird höher vergütet

Osteodensitometrische Untersuchungen werden ab dem 1. Januar 2019 besser vergütet. Mit dem Beschluss setzt der BA die angekündigte Neubewertung der Leistungen vor dem Abschluss der Arbeiten zur EBM-Weiterentwicklung um.

GOP Kurzlegende Bewertung in Punkten
bis
31.12.2018
ab
01.01.2019
34600 Osteodensitometrische Untersuchung I 161 268
34601 Osteodensitometrische Untersuchung II 161 268

Neue EBM-Leistung für Fachärzte für Orthopädie und/oder Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie und/oder für Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin: Extrakorporale Stoßwellentherapie bei Fasciitis plantaris

Die fokussierte und radiale extrakorporale Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris wird zum 1. Januar 2019 als neue Leistung (GOP 30440) in den Abschnitt 30.4 EBM aufgenommen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
30440 Extrakorporale Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris entsprechend der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (Nr. 26 Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung)

Dreimal im Krankheitsfall
247

Die GOP 30440 EBM kann ausschließlich von Fachärzten für Orthopädie und/oder Fachärzten für Orthopädie und Unfallchirurgie und/oder von Fachärzten für Physikalische und Rehabilitative Medizin berechnet werden und je Fuß in höchstens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen höchstens dreimal im Krankheitsfall.

Die GOP ist nur bei Patienten mit der Diagnose Fasciitis plantaris berechnungsfähig (die Berechnung setzt die Kodierung nach ICD-10-GM: M72.2 unter Angabe des Zusatzkennzeichens für die Diagnosesicherheit voraus). Außerdem müssen Patienten folgende Kriterien erfüllen:

  • der Fersenschmerz hat die gewohnte körperliche Aktivität über mindestens sechs Monate eingeschränkt
  • während dieser Zeit wurden unterschiedliche konservative Therapieansätze (pharmakologische und nicht-pharmakologische) einschließlich patientenzentrierter Maßnahmen über einen ausreichenden Zeitraum ohne relevante Beschwerdebesserung angewandt.

Die Einschränkung der körperlichen Aktivität über mindestens sechs Monate liegt vor, wenn im Zeitraum der letzten zwei Quartale unter Ausschluss des aktuellen Quartals wegen der Fasciitis plantaris mindestens ein Arzt-Patienten-Kontakt pro Quartal stattgefunden hat.

Neue EBM-Leistung (GOP 37400): Mitbetreuung eines Patienten bei Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

Vollstationäre Pflegeheime und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen können ihren Bewohnern eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten (§ 132g SGB V). Diese Aufgaben sollen besonders qualifizierte Berater in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt übernehmen.

Vor diesem Hintergrund hat der Bewertungsausschuss einen neuen Abschnitt 37.4 in den EBM aufgenommen. Für die Mitbetreuung gemäß der Vereinbarung können Ärzte die neu in den EBM aufgenommene GOP 37400 EBM abrechnen. Die Pauschale ist mit 100 Punkten bewertet. Sie kann einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden.

Die Zusatzpauschale beinhaltet die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch des betreuenden Vertragsarztes mit dem besonders qualifizierten Berater über das Angebot der gesundheitlichen Versorgungsplanung und die verwendeten Notfalldokumente. Thema ist auch die schriftliche Patientenverfügung für Notfallsituationen, die der Berater erstellt und die vom betreuenden Vertragsarzt (Hausärzte/Fachärzte) unterschrieben werden soll. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Arzt (auch telefonisch) an einem Beratungsgespräch und/oder einer Fallbesprechung des Beraters mit dem Patienten teilnimmt (gemäß der Vereinbarung nach § 132g Absatz 3 SGB V).

Die GOP 37400 kann nur von einem an der Beratung beteiligten Vertragsarzt berechnet werden.

Verordnung häuslicher Krankenpflege: Erhöhung der Versichertenpauschale

Zum 1. Januar 2019 wird im hausärztlichen Bereich die Versichertenpauschale in der Altersklasse ab dem 76. Lebensjahr um einen Punkt auf 211 Punkte angehoben. Damit soll der zu erwartende Anstieg der Verordnungen von Krankenpflege in dieser Altersklasse abgebildet werden.

Die Erhöhung der Bewertung betrifft die beiden GOP 03000 und 04000 EBM für Versicherte ab Beginn des 76. Lebensjahres.

Humangenetik: Streichung der Ankündigung einer Qualitätssicherungsvereinbarung zu den GOP 11235 und 11236 EBM

Der Bewertungsausschuss verzichtet nun endgültig auf eine Qualitätssicherungs-vereinbarung für humangenetische Beurteilungsleistungen nach den GOP 11235 und 11236 EBM, nachdem die Frist zur Einführung bereits mehrfach verlängert wurde. Daher wird die entsprechende Ankündigung in den Anmerkungen der GOP 11235 und 11236 EBM gestrichen.

Beim obligaten Leistungsinhalt zur schriftlichen Zusammenfassung für den Patienten wird jeweils präzisiert, dass der Patient diese Zusammenfassung in verständlicher Form ggf. einschließlich von Hinweisen zu Selbsthilfegruppen erhält.

Der fakultative Leistungsinhalt der beiden GOP wird um die konsiliarische Erörterung mit anderen Ärzten ergänzt. Dazu folgender Hinweis: Dieser Leistungsinhalt war Bestandteil der Leistungskalkulation. Dieser umfasst nicht und vergütet nicht den Anspruch des Versicherten auf die Hinzuziehung einer weiteren sachverständigen Person in die Beratung nach § 10 Absatz 3 Satz 3 des Gendiagnostikgesetzes.

Pathologie: Aufnahme der GOP 19461 in den EBM in Verbindung mit der Erweiterung des Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Osimertinib (Tagrisso®)

Mit der GOP 19461 EBM wird eine neue, extrabudgetär vergütete Leistung in den Abschnitt 19.4.4 aufgenommen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
19461 Nachweis oder Ausschluss von allen bekannten EGFR-aktivierenden Mutationen in den Exonen 18 bis 21 unter Verwendung von zirkulierender Tumor-DANN zur Indikationsstellung einer gezielten Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom, wenn diese laut Fachinformation obligat ist.

Zweimal im Krankheitsfall
3934

Die GOP 19461 EBM ist nur dann berechnungsfähig, wenn ein nicht kleinzelliges Lungenkarzinom histologisch nachgewiesen ist und nicht genügend Tumorgewebe als Untersuchungsmaterial zur Verfügung steht oder gewonnen werden kann.

Weitere Detailänderungen des EBM

Zum 1. Januar 2019 wurden inhaltliche und redaktionelle Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) vorgenommen, die wir nachfolgend kurz zusammengefasst haben:

Elektronischer Medikationsplan: Versicherte haben Anspruch auf Speicherung auf eGK

Mit dem E‐Health‐Gesetz wurde festgelegt, dass Versicherte ab Januar 2019 Anspruch auf Speicherung des Medikationsplans auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) haben, sofern sie dies wünschen. Technisch ist dies zwar noch nicht umsetzbar, der Bewertungsausschuss (BA) hat aber bereits die nötigen Anpassungen im EBM beschlossen:

Die Übertragung des elektronischen Medikationsplans auf die eGK des Patienten wird in die Gebührenordnungsposition (GOP) 01630 EBM (Erstellung eines Medikationsplans) als fakultativer Leistungsinhalt aufgenommen.

Im Anhang 1 zum EBM wird zudem durch eine Ergänzung konkretisiert, dass die Übertragung des elektronischen Medikationsplans auf die eGK ein Leistungs- bestandteil der Versicherten‐ und Grundpauschalen sowie von sonstigen GOP ist.

Notfalldatensatz betreffend Zuschläge zur internistischen Grundversorgung

Für die Anlage und Löschung eines Notfalldatensatzes auf der eGK ist vorgesehen, dass Ärzte einen Zuschlag zur Grund‐ beziehungsweise Versichertenpauschale erhalten (GOP 01640 bis 01642 EBM). Diese Zuschläge sind nach Anhang 3 des EBM Bestandteil der fachärztlichen Grundversorgung.

Der BA hat nun klargestellt, dass die Zuschläge zur internistischen Grundversorgung – konkret die GOP 13294, 13344, 13394, 13543, 13594, 13644 und 13694 – auch in Behandlungsfällen berechnungsfähig sein werden, in denen ausschließlich die Zuschläge für die Anlage und Löschung eines Notfalldatensatzes berechnet werden.

Bauchaortenaneurysmenscreening: GOP 33043 EBM zukünftig neben GOP 01748 EBM berechnungsfähig

Die kurative Uro‐Genital‐Sonographie nach der GOP 33043 EBM ist künftig neben der sonographischen Untersuchung der Bauchaorta nach der GOP 01748 EBM am gleichen Behandlungstag berechnungsfähig. Der bisherige Abrechnungsausschluss wird aufgehoben. Somit können Vertragsärzte die Uro‐Genital‐Sonographie und das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen an demselben Behandlungstag durchführen und müssen Patienten nicht an zwei Tagen in die Praxis einbestellen. Bezüglich der Wechselzeiten wird allerdings ein Abschlag auf die Gesamtpunktzahl der GOP 33043 EBM erhoben, wenn die GOP 33043 und 01748 EBM nebeneinander berechnet werden.

Samstagszuschlag auch für Fachärzte für diagnostische Radiologie und Strahlentherapie abrechenbar

Auch Fachärzte für diagnostische Radiologie und für Strahlentherapie dürfen den Samstagszuschlag nach der GOP 01102 EBM abrechnen. Der Bewertungsausschuss hat die Abrechenbarkeit der Samstagssprechstunde nach der GOP 01102 EBM für Fachärzte für diagnostische Radiologie und für Strahlentherapie beschlossen. Damit setzt er einen gerichtlichen Vergleich um, der zwischen der KBV und dem GKV‐Spitzenverband sowie der KV Hessen am 10. Januar 2018 vor dem Sozialgericht Marburg getroffen wurde (vgl. Beschluss Sozialgericht Marburg, AZ: S 12 KA 279/17).

Änderung der Zusatzpauschale neuropädiatrische Betreuung

Die Zusatzpauschale für die neuropädiatrische Betreuung (GOP 04433 EBM) ist auch für Patienten mit dem ICD‐10‐Kode G90.60 (komplexes regionales Schmerzsyndrom der oberen Extremität, Typ II: Kausalgie) berechnungsfähig. Hintergrund ist die Streichung des ICD‐10‐Kode G56.4 (Mononeuropathien der oberen Extremität: Kausalgie) durch das DIMDI. Der medizinische Inhalt des ICD‐10‐Kode G56.4 wird über den neuen ICD‐10‐Kode G90.60 abgebildet.

Anpassung des Orientierungswertes

Mit Wirkung zum 1. Januar 2019 beträgt der bundeseinheitliche Punktwert als Orientierungswert 10,8226 Cent. Für das Jahr 2018 betrug der Punktwert 10,6543 Cent.
Diese Änderung wirkt sich auf die regionale Gebührenordnung aus und erhöht die Preise der Leistungen aus dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab.
Gemäß § 87 Abs. 2 e Sozialgesetzbuch V (SGB V) hat der Bewertungsausschuss den bundeseinheitlichen Punktwert als Orientierungswert in Euro zur Vergütung der vertragsärztlichen Leistungen festgelegt.

Rückwirkende Änderungen des EBM zum 1. Oktober 2018

Hyperbare Sauerstofftherapie auch für Dermatologen abrechnungsfähig

Rückwirkend zum 1. Oktober 2018 hat der Bewertungsausschuss (BA) beschlossen, dass auch Dermatologen die Betreuung eines Patienten zwischen den Druckkammerbehandlungen bei der hyperbaren Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom (GOP 30214 EBM) berechnen dürfen.

Herzkatheteruntersuchung mit Koronarangiographie nicht bei belegärztlicher Durchführung berechnungsfähig

Ebenfalls rückwirkend zum 1. Oktober 2018 hat der BA klargestellt, dass die Sachkostenpauschale 40301 EBM für die Durchführung der Messung der myokardialen fraktionierten Flussreserve bei belegärztlicher Durchführung nicht berechnungsfähig ist. Dazu wird die Sachkostenpauschale 40301 EBM in die Nummer 3 der EBM‐Präambel aufgenommen.

Übersicht der bisherigen EBM-Änderungen

Änderungen in 2018

Änderungen zum 01.10.2018

Belegärztliche Operationsverfahren photoselektive Vaporisation u. Thulium-Laserenukleation der Prostata in EBM aufgenommen

Der Bewertungsausschuss hat zum 1. Oktober 2018 die Operationsverfahren der photoselektiven Vaporisation (OPS-Kode 5-601.42) und der Thulium-Laserenukleation (OPS-Kode 5-601.72) der Prostata in den Anhang 2 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) aufgenommen. Die Abbildung erfolgt über die bereits bestehende Gebührenordnungsposition (GOP) 36289 (Laserendoskopischer urologischer Eingriff der Kategorie RW3) sowie über die GOP 36290 (Zuschlag zur GOP 36289) des Abschnitts 36.2.11 EBM.

Hintergrund ist der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 15. Februar 2018, die beiden Behandlungsmethoden in die Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung aufzunehmen.

Die Berechnung der GOP 36289 und 36290 EBM setzt eine Genehmigung nach der QS-Vereinbarung zu nicht-medikamentösen, lokalen Verfahren zur Laserbehandlung des benignen Prostatasyndroms (nach § 135 Abs. 2 SGB V) voraus. Diese Vereinbarung wird nun ebenfalls in Bezug auf die photoselektive Vaporisation und Thulium-Laserenukleation erweitert.

Übergangsregelung: Bis zum Inkrafttreten der erweiterten Vereinbarung können die neu aufgenommenen OPS-Kodes übergangsweise bei Vorliegen einer Genehmigung nach der bestehenden Vereinbarung berechnet werden. Die Übergangsregelung gilt längstens bis zum 31. Dezember 2018.

Neue GOP für die hyperbare Sauerstofftherapie bei schwerem DFS

Der Bewertungsausschuss hat am 18. September 2018 die Neufassung des Abschnitts 30.2 (Chirotherapie und hyperbare Sauerstofftherapie) des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) beschlossen.

Die hyperbare Sauerstofftherapie wurde zum 1. Oktober 2018 als neuer Abschnitt 30.2.2 in den EBM aufgenommen. Patienten mit schwerem diabetischem Fußsyndrom können somit ambulant mit der hyperbaren Sauerstofftherapie behandelt werden.

Die neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Wertigkeit in Punkten
30210 Teilnahme an einer multidisziplinären Fallkonferenz zur Indikationsüberprüfung eines Patienten mit diabetischem Fußsyndrom vor Überweisung an ein Druckkammerzentrum […]

Einmal im Krankheitsfall
64
30212 Indikationsüberprüfung eines Patienten mit diabetischem Fußsyndrom vor Überweisung an ein Druckkammerzentrum […]

Einmal im Krankheitsfall
343
30214 Betreuung eines Patienten zwischen den Druckkammerbehandlungen […]

Je Bein, je Sitzung
140
30216 Untersuchung auf Eignung und Feststellung der Druckkammertauglichkeit vor der ersten Druckkammersitzung für die hyperbare Sauerstofftherapie […] 323
30218 Hyperbare Sauerstofftherapie […]

Einmal am Behandlungstag
1173

Die GOP 30216 und 30218 EBM können nur berechnet werden, wenn der Arzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung zur Durchführung der hyperbaren Sauerstofftherapie besitzt. Die Genehmigung wird erteilt, wenn die Anforderungen der Qualitätssicherungsvereinbarungen Hyperbare Sauerstofftherapie gemäß § 135 SGB V erfüllt sind. Bis zum Inkrafttreten dieser QS-Vereinbarung gilt folgende Übergangsregelung: Zur Erteilung einer Genehmigung müssen die Anforderungen des Anhangs zum Abschnitt 30.2.2 EBM erfüllt sein. Dieser Anhang wurde ebenfalls zum 1. Oktober 2018 beschlossen und regelt bis zum Inkrafttreten der QS-Vereinbarung Hyperbare Sauerstofftherapie die fachliche Befähigung und die Anforderung an die Durchführung der hyperbaren Sauerstofftherapie.

Hintergrund: Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte am 21. September 2017 beschlossen, die Behandlungsmethode in die Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- und Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung (MVV-RL) aufzunehmen (wir informierten in KVWL kompakt – praxisintern; Ausgabe 2 vom 27. Februar 2018).

QS-Vereinbarung zur Rhythmusimplantat-Kontrolle: EBM angepasst

Zum 1. Oktober 2018 trat die Neufassung der Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen zur Kontrolle von aktiven kardialen Rhythmusimplantaten (QS-Vereinbarung Rhythmusimplantat-Kontrolle nach § 135 Abs. 2 SGB V) in Kraft, auf die sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband verständigt hatten. Damit wird die bisherige Qualitätssicherungsvereinbarung zur Funktionsanalyse eines Herzschrittmachers vom 1. April 2006 ersetzt. Dementsprechend hat der Bewertungsausschuss in seiner 426. Sitzung am 18. September 2018 Anpassungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) beschlossen: In der jeweils ersten Anmerkung zu den Gebührenordnungspositionen (GOP) 04411, 04413, 04415, 13571, 13573 und 13575 EBM sowie der jeweils zweiten Anmerkung zu den GOP 04414, 04416, 13574 und 13576 wurde der Verweis auf die nun gültige QS-Vereinbarung zur Rhythmusimplantat-Kontrolle aufgenommen. Außerdem wurden die Präambel zu Kapitel 13.1 EBM sowie die Bestimmung Nr. 2 zu Abschnitt 13.3.5, die Näheres zu der Berechnungsfähigkeit der o.g. GOP beschreiben, angepasst.

Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve bei koronarer Herzkrankheit in EBM aufgenommen

Der Beschluss zur Änderung der Richtlinie „Methoden vertragsärztliche Versorgung“ ist bereits am 1. Februar 2018 in Kraft getreten. Wir informierten in KVWL kompakt – praxisintern (Ausgabe 3 vom 27. März 2018) über die Aufnahme der „Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (FFR) bei koronarer Herzkrankheit“ als neue Untersuchungsmethode in die vertragsärztliche Versorgung.

Mit Beschluss vom 18. September 2018 hat der Bewertungsausschuss die Vergütung für diese neue Leistung festgelegt: Zum 1. Oktober 2018 wurden die Gebührenordnungsposition (GOP) 34298 EBM als Zuschlag zur bereits bestehenden GOP 34291 EBM sowie die Kostenpauschale GOP 40301 EBM in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

Hier die neuen GOP im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
34298 Zuschlag zu der GOP 34291 für die Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve gemäß Nr. 23 der Anlage 1 „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses

Einmal im Behandlungsfall
980
40301 Kostenpauschale für die Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 34298

Diese Kostenpauschale enthält alle Sachkosten, einschl. der Kosten für Kontrastmittel und Sprechstundenbedarf. Die Allgemeinen Bestimmungen nach Nr. 7 finden keine Anwendung.
660

Die Messung darf nur von Fachärzten für Innere Medizin und Kardiologie durchgeführt werden, die über eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zur Durchführung der Leistungen nach der QS-Vereinbarung zur invasiven Kardiologie (gemäß § 135 Abs. 2 SGB V) verfügen. Die Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 SGB V zur Ausführung und Abrechnung invasiver kardiologischer Leistungen (Vereinbarung zur invasiven Kardiologie) wird bis spätestens zum 1. Januar 2019 angepasst.

Bis dahin gilt folgende Übergangsregelung: Die GOP 34298 EBM ist berechnungsfähig, wenn eine Genehmigung der KV nach der QS-Vereinbarung zur invasiven Kardiologie in der Fassung vom 26. September 2012 vorliegt (in Kraft getreten am 1. Januar 2013).

Krankentransport-RL: GOP 01416 EBM für Psychotherapeuten abrechenbar

Die Begleitung eines Kranken durch den behandelnden Arzt beim Transport zur unmittelbar notwendigen stationären Behandlung ist über die Gebührenordnungsposition (GOP) 01416 EBM abgebildet. Seit dem 1. Oktober 2018 kann diese Leistung auch von Psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten berechnet werden. Insbesondere bei Notfalleinweisungen aufgrund von akuter Selbst- und Fremdgefährdung kann die Begleitung eines Kranken durch den behandelnden Vertragspsychotherapeuten notwendig sein. Dazu wurde die GOP 01416 (Begleitung eines Kranken durch den behandelnden Arzt beim Transport) in die Nr. 5 der Präambel 23.1 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs aufgenommen (s. Beschluss des Bewertungsausschusses vom 18. September 2018).

Hintergrund sind die Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 16. März 2017 zur Änderung der Krankentransport-Richtlinie und der Krankenhauseinweisungs-Richtlinie. Die Verordnung einer Krankenbeförderung und von Krankenhausbehandlung ist bereits im EBM abgebildet.

Mammographie Screening: Neue GOP 19317 EBM

In der Anlage VI 2.6 der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) wurde Ende 2017 die Dokumentation des Mammographie-Screenings um das Grading und die Bestimmung des Rezeptorstatus erweitert. Mit Beschluss des Bewertungsausschusses (423. Sitzung am 28. Juni 2018) wurden die hierfür notwendigen Leistungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) in der Gebührenordnungsposition (GOP) 19317 EBM zusammengefasst.

Die neue GOP 19317 im Abschnitt 19.3 EBM:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
19317 Grading mittels Morphometrie sowie immunhistochemische Bestimmung des Estrogen- und Progesteron-Rezeptorstatus eines Materials gemäß Krebsfrüherkennungs-Richtlinie Anlage VI Nummer 2.6

Die GOP 19317 EBM ist am Behandlungstag nicht neben den GOP 19310, 19321 und 19322 EBM berechnungsfähig.
1356

Änderungen bei der Verordnung von Mutter-/Vater-Kind-Kuren

Für die Verordnung von medizinischer Vorsorge für Mütter und Väter nach § 24 SGB V wird zum 1. Oktober 2018 ein bundesmantelvertraglich vereinbartes Verordnungsformular (Muster 64) eingeführt. Der Bewertungsausschuss hat in seiner 417. Sitzung die Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) festgelegt.

Für das Ausstellen des Musters 64 wird im Abschnitt 1.6 EBM die Gebührenordnungsposition (GOP) 01624 in den EBM aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01624 Verordnung medizinischer Vorsorge für Mütter oder Väter gemäß § 24 SGB V unter Verwendung des Vordrucks Muster 64 210

Für das Ausstellen des Musters 65 (Ärztliches Attest Kind) ist zukünftig die GOP 01622 EBM berechnungsfähig. Hierfür wird die Leistungslegende der GOP 01622 EBM um das Muster 65 ergänzt.

SKT: Neue VKNR für das Jugendamt Münster

Ab dem 1. Oktober 2018 gibt es im Bereich der KVWL eine neue Vertragskassennummer (VKNR) zur Abrechnung von Leistungen mit dem Jugendamt der Stadt Münster. Die neue VKNR lautet 19831 (Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster). Bitte achten Sie bei der Erstellung Ihrer Abrechnung darauf, die richtige Kassennummer einzugeben!

Änderungen zum 01.07.2018

Änderungen des EBM zum 1. Juli 2018

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 28. Juni 2018 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) zum 1. Juli 2018 beschlossen:

  • In Anlehnung an die zum 1. April 2018 in Kraft getretene Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor wurden in den Abschnitten 1.7, 12.1 und 32.3 EBM die Verweise auf die Vereinbarung redaktionell angepasst.
  • Die Leistung für die Erweiterte Neugeborenen-Screeninguntersuchung aus dem Abschnitt 1.7.1 EBM wird ab dem 1. Juli 2018 geringfügig höher bewertet:
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
bis
30.06.2018
ab
01.07.2018
01724 Erweiterte Neugeborenen-Screeninguntersuchung der Zielkrankheiten mittels Laboruntersuchungsverfahren bzw. mittels der Tandemmassenspektrometrie 117 147
  • Im Zusammenhang mit den Anpassungen des EBM zur schnellen und qualitätsgesicherten Antibiotikatherapie an den Stand von Wissenschaft und Technik – ebenfalls zum 1. Juli 2018 – wurden nun Folgeanpassungen für die ausgenommenen Gebührenordnungspositionen (GOP) der Kennnummer 32006 vorgenommen. Aus der Liste der ausgenommenen GOP wurden die Leistungen nach den GOP 32766 und 32767 EBM gestrichen. Stattdessen gehören jetzt die GOP 32759, 32772, 32773, 32774 und 32775 EBM zu den ausgenommenen GOP.

Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte dem Beschluss des BA aus seiner 423. Sitzung.

Änderung bei der Bedruckung von Formularen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich auf eine Anpassung der Bedruckungsvorschriften geeinigt. Zum 1. Juli 2018 hat sich die Bedruckung des Personalienfelds auf Formularen geändert. Die Anpassung betrifft ausschließlich das Statusfeld.

Im Statusfeld werden zukünftig alle sieben Stellen bedruckt. Liegen bei einem Patienten neben der Versichertenart (1 = Mitglied, 3 = familienversichert, 5 = Rentner) keine weiteren Statusangaben vor, so werden die Folgestellen hinter der 1, 3 oder 5 durchweg mit der „0“ bedruckt, etwa 1000000.

Beispiel: Liegen weitere Statusangaben vor, und nimmt dieser Patient beispielsweise am Disease-Management-Programm Koronare Herzkrankheit teil, so würde die Nummer 1000300 im Statusfeld aufgedruckt.

Das Bedrucken bisher leerer Stellen hinter der Versichertenart mit dem Wert „0“ soll Fehlern beim Einlesen von Formularen vorbeugen. Da die Änderung nur die Bedruckung des Statusfeldes betrifft, müssen Praxen keine neuen Formulare bestellen. Die Umstellung erfolgt mit dem Quartals-Update der Praxisverwaltungssysteme.

Verlängerung Übergangsregelung Herzschrittmacher

Die Vereinbarung zur Funktionsanalyse von Kardiovertern bzw. Defibrillatoren und Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V wird erst zum 1. Oktober 2018 in Kraft treten. Daher hat der Bewertungsausschuss am 28. Juni 2018 eine erneute Verlängerung der vereinbarten Übergangsregelung bis zum 30. September 2018 beschlossen.

Entsprechend des Beschlusses der 423. Sitzung wurden redaktionelle Anpassungen der jeweils ersten Anmerkung zu den Gebührenordnungspositionen (GOP) 04413, 04415, 13573 und 13575 EBM sowie der jeweils zweiten Anmerkung zu den GOP 04414, 04416, 13574 und 13576 EBM vorgenommen.

Anpassung Kapitel 32 EBM: Einsatz von Diagnostika zur schnellen u. qualitätsgesicherten Antibiotikatherapie

Der Erweiterte Bewertungsausschuss (EBA) hat in seiner 54. Sitzung Anpassungen von labordiagnostischen Leistungen zur schnellen und qualitätsgesicherten Antibiotikatherapie mit Wirkung zum 1. Juli 2018 beschlossen. Ziel der Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) ist, die weitere Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen durch den Einsatz von Diagnostika zur zielgerichteten und qualitätsgesicherten Verordnung von Antibiotika zu reduzieren.

Um dadurch eine Reduktion der Antibiotikaverordnungen zu erreichen, ist nach den entscheidungserheblichen Gründen zum Beschluss regelhaft die sichere Unterscheidung zwischen bakterieller und viraler Infektion notwendig. Dazu wird die Bestimmung des Biomarkers Procalcitonin zur Unterscheidung zwischen einer viralen oder bakteriellen Atemwegsinfektion mit der Gebührenordnungsposition (GOP) 32459 in den EBM aufgenommen. Entsprechend der Aussage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zum Beschluss des EBA besteht keine Verpflichtung, vor jeder Antibiotikaverordnung zwingend eine Labordiagnostik durchzuführen, sondern lediglich in Fällen, in denen es medizinisch indiziert und wirtschaftlich ist.

Des Weiteren sind die GOP 32692 und 32759 zur schnelleren Erregerdifferenzierung mittels MALDI-TOF-Massenspektrometrie neu im EBM.

Die neuen GOP im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in
Euro

32459

Procalcitonin (PCT)

9,60

32692

Differenzierung gezüchteter Pilze mittels MALDI-TOF-Massenspektrometrie

je Art

(bei derselben Art nicht neben den GOP 32688 und 32689 EBM berechnungsfähig)

6,59

32759

Differenzierung von in Reinkultur gezüchteten Bakterien mittels MALDI-TOF-Massenspektrometrie

je Bakterienart

(bei derselben Bakterienart nicht neben den GOP 32760 bis 32765 EBM berechnungsfähig)

6,59

32772*

Semiquantitative nach EUCAST oder CLSI ausgewählte Empfindlichkeitsprüfungen von in Reinkultur gezüchteten klinisch relevanten gramnegativen Bakterien

je Bakterienart, höchstens zwei Bakterienarten je Untersuchungsprobe

6,93

32773*

Semiquantitative nach EUCAST oder CLSI ausgewählte Empfindlichkeitsprüfungen von in Reinkultur gezüchteten klinisch relevanten grampositiven Bakterien

je Bakterienart, höchstens zwei Bakterienarten je Untersuchungsprobe

6,93

32774

Zuschlag zur GOP 32772 EBM

je Bakterienart und Resistenzmechanismus

8,50

32775

Zuschlag zur GOP 32773 EBM

je Bakterienart und Resistenzmechanismus

8,50

*Der Höchstwert für die Untersuchungen der GOP 32772 und 32773 EBM beträgt je Untersuchungsprobe 20,79 Euro.

Nachfolgend sind weitere EBM-Anpassungen zu dieser Thematik zusammengefasst:

  • Die Leistung nach der GOP 32708 EBM entspricht nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik, die GOP wird somit aus dem EBM gestrichen. Für die Erfassung von angeborenen Stoffwechseldefekten stehen sensitivere und spezifischere enzymatische und chromatographisch-massenspektrometrische Verfahren im EBM zur Verfügung.
  • Die Empfindlichkeitsprüfungen nach den GOP 32766 und 32767 EBM werden gestrichen und in den GOP 32772 und 32773 EBM (s. Tabelle) neu gefasst.
  • Aufgrund sich überschneidender Leistungsinhalte sind die GOP 32151 (kulturelle bakteriologische und/oder mykologische Untersuchung) und 32720 (Urinuntersuchung) EBM am Behandlungstag nicht nebeneinander berechnungsfähig.
  • Die Kosten für mikrobiologische Tests wirken sich nicht auf den Wirtschaftlichkeitsbonus aus, dazu wird die Kennnummer 32004 in den Abschnitt 32.1 EBM aufgenommen.

Weiterführende Informationen entnehmen Sie dem Beschluss des EBA aus seiner 54. Sitzung.

Änderungen zum 01.04.2018

Abklärungskoloskopien nach positivem iFOBT als kurative Leistung abrechnen

Der Erweiterte Bewertungsausschuss (EBA) hat in seiner 54. Sitzung am 14. März 2018 mit sofortiger Wirkung zum 1. April 2018 beschlossen, dass die Abklärungskoloskopie nach positivem iFOBT als kurative Leistung über die Gebührenordnungsposition (GOP) 13421 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) abzurechnen ist. Damit ist die Abrechnung dieser Leistung über die GOP 01741 EBM seit dem 1. April 2018 ausgeschlossen.

Mit dieser Entscheidung schloss sich der EBA der Auffassung des GKV-Spitzenverbandes an. Der GKV-Spitzenverband – und in der Folge auch der EBA – sind der Auffassung, dass eine Abklärungskoloskopie nach einem positiven iFOBT nicht mehr der Früherkennung von Darmkrebs diene und daher eine kurative Untersuchung sei.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ist hingegen der Auffassung, dass es sich nach wie vor um eine präventive Leistung handelt, die mit der GOP 01741 EBM abzurechnen ist, da sie nach den Vorgaben der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie erfolgen müssen. Die Untersuchung der weiteren Abklärung eines auffälligen Befundes stelle zudem nur einen Risikofaktor dar und sei noch nicht mit einer Krankheit gleichzusetzen. Der EBA übersehe ferner, dass auch andere Früherkennungsprogramme, wie das Mammographie-Screening und das Neugeborenen-Hörscreening, die Abklärung auffälliger Befunde umfasse, daher könne für einen auffälligen iFOBT nichts anderes gelten.

Die KBV prüft aufgrund der vorstehenden Argumentation derzeit die Erfolgsaussichten einer möglichen Klage gegen diesen Beschluss.

Anordnung der sofortigen Vollziehung

Der EBA hat die sofortige Vollziehung dieses Beschlusses angeordnet. Damit hätte eine mögliche Klage der KBV gegen diesen Beschluss keine aufschiebende Wirkung, d. h. der Beschluss kann bzw. wird ohne (weiteren) Zeitverzug, den eine Klage andernfalls zur Folge hätte, umgesetzt.

Für die die Leistung abrechnenden Ärzte bedeutet dies, dass seit dem 1. April 2018 die Abklärungskoloskopie nach einem positiven iFOBT als kurative Leistung über die GOP 13421 EBM abzurechnen ist.

Verordnung von Soziotherapie und Rehabilitation auch für Psychotherapeuten abrechnungsfähig

Nach Inkrafttreten der Änderungen für die Rehabilitations- und Soziotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), hat der Bewertungsausschuss in seiner 416. Sitzung den Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) mit Wirkung zum 1. April 2018 angepasst. Seit dem 1. April 2018 können Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (im Folgenden nur: Psychotherapeuten) die Leistungen zur Verordnung von medizinischen Rehabilitationen und Soziotherapien abrechnen. Die Vergütung dieser Leistung erfolgt seit dem 1. April 2018 für alle abrechnungsberechtigten Ärzte extrabudgetär und damit zu festen Preisen.

Soziotherapie

Die Verordnung von Soziotherapie wird über die Gebührenordnungspositionen (GOP) 30810 und 30811 EBM abgerechnet. Die beiden GOP sind jeweils mit 168 Punkten bewertet, dies entspricht einem Betrag in Höhe von 17,90 Euro.

Die Erstverordnung der Soziotherapie wird über die GOP 30810 EBM abgerechnet. Neben dem bloßen Ausstellen der Verordnung umfasst diese Leistung beispielsweise auch, die Betreuung des Patienten bei der Auswahl des Soziotherapeuten sowie bei der Erstellung des Betreuungsplans zu unterstützen.

Die Folgeverordnung wird über die GOP 30811 EBM abgerechnet. Der Psychotherapeut überprüft hier unter anderem den soziotherapeutischen Behandlungsplan, passt diesen bei Bedarf an und beobachtet den Therapieverlauf im Ganzen.

Zur Verordnung der vorstehenden Leistungen ist das Formular 26 zu nutzen, dieses ist in den Praxisverwaltungssystemen (PVS) hinterlegt. Die GOP 30810 und 30811 EBM sind genehmigungspflichtig. Der Psychotherapeut kann diese Leistungen also nur abrechnen, wenn ihm eine Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) erteilt wurde.

Das entsprechende Antragsformular finden Sie im Internet hier:

Antrag auf Genehmigung

Maßnahmen zur Rehabilitation

Die Verordnung von Rehabilitationen wird über die GOP 01611 EBM abgerechnet. Die Leistung ist mit 302 Punkten bewertet, was einem Betrag von 32,18 Euro entspricht. Für die Verordnung ist vom Psychotherapeuten das Formular 61 – ebenfalls im PVS hinterlegt – zu verwenden.

Gemäß § 2 Abs. 5 der Rehabilitationsrichtlinie des GBA können Psychotherapeuten nur bei bestimmten Diagnosen Leistungen zur Rehabilitation verordnen.

Die Verordnung einer Rehabilitation durch einen Psychotherapeuten ist demnach nur zulässig, wenn eine Diagnose aus dem Indikationsspektrum zur Anwendung von Psychotherapie entweder gemäß der jeweils aktuell geltenden Psychotherapie-Richtlinie vorliegt oder gemäß Anlage I Nummer 19 (Neuropsychologische Therapie) dort unter § 4 der Richtlinie des G-BA zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der vertragsärztlichen Versorgung vorliegt.

Über diese definierten Indikationsbereiche hinaus ist eine Verordnung auch dann zulässig, wenn eine Diagnose aus dem Indikationsspektrum des Kapitels V („Psychische und Verhaltensstörungen“) der ICD-10-GM Version 2017 vorliegt und eine Abstimmung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt erfolgt.

Kostenträger für diese Leistungen ist die gesetzliche Krankenversicherung. Abzugrenzen ist dies von Rehabilitationsleistungen, für die die deutsche Rentenversicherung Kostenträger ist. Diese dürfen nach wie vor nicht verordnet werden.

GOP 01738 EBM: keine Abrechnung der PFG

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 411. Sitzung am 19. Dezember 2017 klargestellt, dass die Gebührenordnungsposition (GOP) 01738 (Hämoglobin im Stuhl, immunologisch) des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) nicht unter die fachärztliche Grundversorgung fällt.

Die Durchführung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen des Abschnitts 32.3 EBM und entsprechender Untersuchungen im Abschnitt 1.7 EBM stellen grundsätzlich keinen Bestandteil der Grundversorgung dar. Folglich kann die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) nicht abgerechnet werden, wenn im Behandlungsfall die quantitative immunologische Bestimmung von occultem Blut im Stuhl (iFOBT) im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung durchgeführt wird.

Diese Regelung gilt ab dem 1. April 2018 und wurde im Anhang 3 des EBM entsprechend gekennzeichnet.

Neue Symbolnummern für die Abrechnung der transurethralen Therapie mit Botulinumtoxin

Auf dieser Seite unter dem Titel Änderungen zum 01.01.2018 in der Rubrik Weitere Änderungen des EBM zum 1. Januar 2018 informieren wir Sie bereits über die neuen Leistungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab für die transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin. Im Nachgang hierzu möchten wir Sie über die diesbezüglich hinzugekommenen Symbolnummern (SNR) in Kenntnis setzen:

Die Gebührenordnungsposition (GOP) 08311 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) ist mit einem „T“ zu kennzeichnen, wenn bei dem Patienten gleichzeitig eine transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin nach den GOP 08312 durchgeführt wird. Diese Kennzeichnung ist notwendig, da die Anmerkung der GOP 08312 EBM in diesem Fall vorsieht, dass die Prüfzeit entfällt.

Die GOP 26310 und 26311 EBM sind ebenfalls mit einem „T“ zu kennzeichnen, wenn bei dem Patienten gleichzeitig eine transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin nach der GOP 26316 EBM durchgeführt wird. Hintergrund ist, dass sich gemäß der GOP 26316 EBM die Prüfzeit der in derselben Sitzung abgerechneten GOP 26310 EBM um zehn Minuten verkürzt. Bei Berechnung des Zuschlags nach der GOP 26316 EBM fällt die Prüfzeit der in derselben Sitzung abgerechneten GOP 26311 EBM weg.

Diese Symbolnummern müssen Sie in Ihrer Abrechnung bei Vorliegen der vorstehenden Voraussetzung verwenden, damit die geänderten Prüfzeiten bei der Prüfung berücksichtigt werden können.

Prostata-Operation mittels Thulium-Laserresektion

Fachärzte für Urologie mit Belegarztanerkennung können nach entsprechender Genehmigung durch die KVWL Prostataoperationen mittels Thulium-Laserresektion ab 1. April 2018 über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abrechnen.

Mit Beschluss vom 15. Juni 2017 nahm der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) die Thulium-Laserresektion zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms in die Richtlinie zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der vertragsärztlichen Versorgung in Anlage 1 Nummer 21 auf.

Dieses neue Operationsverfahren bildet sich im EBM über die bereits bestehende Gebührenordnungsposition (GOP) 36289 EBM mit der OP-Kategorie laserendoskopischer urologischen Eingriffs (OP-Kategorie RW3) sowie dem Zuschlag nach der GOP 36290 EBM des Abschnitts 36.2.11 EBM ab. Der Anhang 2 des EBM wurde in diesem Zusammenhang um den OPS-Kode 5-601.73 (Transurethrale Exzision und Destruktion von Prostatagewebe: Exzision durch Laser) erweitert.

Die Vergütung der Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit extrabudgetär zu festen Preisen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in
Euro

36289

Laserendoskopischer urologischer Eingriff bis 45 Minuten Dauer

224,59

36290

Zuschlag zur GOP 36289 je weitere vollendete 15 Minuten Schnitt-Naht-Zeit

38,78

36505

Postoperative Überwachung

12,79

36823

Anästhesie und/oder Narkose

101,11

36829

Zuschlag bei Fortsetzung einer Anästhesie und/oder Narkose bei Verlängerung eines Eingriffs nach der GOP 36289 entsprechend dem Zuschlag nach der GOP 36290

20,35

Laborreform - Wirtschaftlichkeitsbonus

Neue Berechnung und Anpassungen

Aufgrund der überproportionalen Mengenzunahme bei den Laborleistungen in den letzten Jahren und den daraus resultierenden Finanzierungsproblemen treten zum 01.04.2018 bundesweit Änderungen in der Vergütungssystematik des Laborbereichs in Kraft.

Dies betrifft neben den Änderungen des Honorarverteilungsmaßstabs auch Neuerungen beim Labor-Wirtschaftlichkeitsbonus im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM).

Der Wirtschaftlichkeitsbonus belohnt nach wie vor einen wirtschaftlichen Umgang mit Laborleistungen: Bleiben die Kosten für veranlasste und eigenerbrachte Leistungen (Abschnitt 32.2 und 32.3 EBM) unterhalb einer Bewertungsgrenze, erhalten Ärzte zusätzliches Geld. Je nach Fachgruppe und Zahl der Behandlungsfälle können das bis zu mehreren tausend Euro im Quartal sein.

Der Wirtschaftlichkeitsbonus wird zukünftig einfacher und transparenter. Die Abrechnung erfolgt weiterhin mit der Gebührenordnungsposition (GOP) 32001 EBM. Die GOP wird von der Kassenärztlichen Vereinigung für jeden Behandlungsfall (jetzt auch für Fälle mit Kennnummern) zugesetzt, bei dem eine Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliarpauschale abgerechnet wurde.

Bewertung GOP 32001 je Fachgruppe

Die geänderte Berechnung ab dem 01.04.2018

Zur Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus gibt es ab 01.04.2018 zwei entscheidende Parameter: Die tatsächlich veranlassten und eigenerbrachten Laborkosten der Praxis und die neuen arztgruppenspezifischen begrenzenden Fallwerte. Letztere geben vor, wie hoch die durchschnittlichen Kosten je Behandlungsfall sein dürfen, um den Wirtschaftlichkeitsbonus zu erhalten. Beide Werte werden schließlich miteinander verglichen.

Begrenzende Fallwerte für jede Arztgruppe

Die arztgruppenspezifischen begrenzenden Fallwerte sind im EBM abgebildet. Dabei gibt es für jede Fachgruppe zwei Werte: einen unteren begrenzenden Fallwert, bis zu dem Ärzte den Bonus in voller Höhe erhalten, und einen oberen begrenzenden Fallwert, ab dem es keinen Bonus gibt. Liegen die Laborkosten der Praxis zwischen beiden Werten, wird der Bonus anteilig ausgezahlt.

Arztgruppenspezifische untere und obere begrenzende Fallwerte in Euro

Die Rechenschritte im Detail

Ärzte müssen sich um die genaue Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus eigentlich nicht kümmern: Diese Aufgabe übernimmt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) bei der Quartalsabrechnung. Der Bonus (GOP 32001 EBM) wird automatisch zugesetzt. Um aber die Rechenschritte nachvollziehen zu können, sind ein paar Erläuterungen hilfreich:

Ermittlung des arztpraxisspezifischen Fallwertes

Um die Laborkosten der Praxis mit den arztgruppenspezifischen Fallwerten vergleichen zu können, wird zunächst der arztpraxisspezifische Fallwert berechnet. Dieser Wert umfasst die durchschnittlichen Laborkosten einer Praxis je Behandlungsfall. Dazu werden die Laborkosten der Praxis durch die Anzahl der Behandlungsfälle dividiert.

Welche Kosten fließen ein:

In die Summe der Kosten fließen alle Laborleistungen nach den Abschnitten 32.2 und 32.3 EBM ein, die eine Praxis von Laborgemeinschaften bezogen (Muster 10A), als Auftragsleistung überwiesen (Muster 10) und/oder selbst durchgeführt hat.

Welche Kosten fließen nicht ein:

Nicht addiert werden die Kosten der Laboruntersuchungen, die unter die Kennnummer-Regelung (sog. Ausnahmetatbestände) fallen. Auftragsleistungen, die von der Arztpraxis abgerechnet werden, bleiben ebenfalls unberücksichtigt.

Welche Fälle werden gezählt:

Es werden alle Behandlungsfälle im Quartal gezählt, in denen mindestens eine Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliarpauschale der EBM-Kapitel 3, 4, 7 bis 11, 13, 16, 17, 18, 20, 21, 26, 27 oder 30.7 abgerechnet wurde.

Bei Ärzten, die an einem Selektivvertrag teilnehmen, werden auch die folgende Fälle gezählt: Wenn für Selektivvertragspatienten Laborleistungen weiter als kollektivvertragliche Leistung veranlasst oder abgerechnet werden und in diesen Behandlungsfällen keine Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliarpauschale berechnet wird. Diese Fälle sind gegenüber der KV mit der Zusatznummer 88192 zu kodieren. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Wirtschaftlichkeitsbonus nicht Gegenstand des Selektivvertrags ist.

Ermittlung des Wirtschaftlichkeitsfaktors

Im nächsten Schritt wird der arztpraxisspezifische Fallwert mit dem unteren und oberen arztgruppenspezfischen Fallwert verglichen. Dabei wird ein Wirtschaftlichkeitsfaktor bestimmt:

  • Ist der arztpraxisspezifische Fallwert kleiner oder gleich dem arztgruppenspezifischen unteren Fallwert, beträgt der Wirtschaftlichkeitsfaktor 1. Die Praxis erhält den Bonus in voller Höhe.
  • Ist der Wert größer oder gleich dem arztgruppenspezifischen oberen Fallwert, beträgt der Wirtschaftlichkeitsfaktor 0. Die Praxis erhält keinen Bonus.
  • Liegt die Praxis mit ihren Kosten zwischen dem unteren und oberen Fallwert, dann liegt der Wirtschaftlichkeitsfaktor zwischen 0 und 1. Die Praxis bekommt einen anteiligen Bonus.

Zur Berechnung des Wirtschaftlichkeitsfaktors wird die Differenz zwischen dem oberen arztgruppenspezifischen Fallwert und dem arztpraxisspezifischen Fallwert dividiert durch die Differenz zwischen dem oberen und unte-ren arztgruppenspezifischen Fallwert.

Abschließende Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus

Um zu wissen, wie hoch der Wirtschaftlichkeitsbonus für die Praxis letztlich ausfällt, werden die anzurechnenden Fälle der Praxis, der Wert der GOP 32001 und der Wirtschaftlichkeitsfaktor multipliziert.

Fallbeispiele

Einzelpraxis / fachgleiche GP

Hinweis:

In diesem Beispiel werden hausärztliche Werte verwendet, die Berechnung gilt für Fachärzte analog.

Fallbeispiel Einzelpraxis/fachgleiche GP

1.000 Behandlungsfälle, arztgruppenspezifischer unterer und oberer begrenzender Fallwert 1,60 Euro bzw. 3,80 Euro, Wirtschaftlichkeitsbonus je Fall 19 Punkte (2,02 Euro).

Bonus in voller Höhe

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 1,55 Euro je Fall. Die Kosten liegen also unter dem arztgruppenspezifischen unteren begrenzenden Fallwert von 1,60 Euro. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt infolgedessen 1.

Ergebnis: Der Wirtschaftlichkeitsbonus wird in voller Höhe ausgezahlt.

Der Bonus beträgt:

19 Punkte x 1.000 Behandlungsfälle x Wirtschaftlichkeitsfaktor 1

= 19.000 Punkte (2.020 Euro).

Bonus anteilig

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 2,80 Euro je Fall. Die Kosten liegen also zwischen dem arztgruppenspezifischen unteren und oberen begrenzenden Fallwert. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor liegt also zwischen 0 und 1. 

Der Wirtschaftlichkeitsfaktor wird so bestimmt:

Die Differenz zwischen dem arztgruppenspezifischen oberen Fallwert und dem arztpraxisspezifischen Fallwert (3,80 € - 2,80 € = 1,00 €) wird dividiert durch die Differenz zwischen dem arztgruppenspezifischen unteren und oberen begrenzenden Fallwert (3,80 € - 1,60 € = 2,20 €).

Also: 1,00 € / 2,20 € = 0,454.
Ergebnis: Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt 0,454.
Der Bonus wird anteilig zu 45,4% ausgezahlt.

Der Bonus beträgt:

19 Punkte x 1.000 Behandlungsfälle x Wirtschaftlichkeitsfaktor 0,454

= 8.626 Punkte (917 Euro).

Kein Bonus

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 3,80 Euro je Fall.

Die Kosten sind gleich dem oberen begrenzenden Fallwert von 3,80 Euro. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt infolgedessen 0.

Ergebnis: Es wird kein Bonus ausgezahlt.

Fachübergreifende BAG

Besonderheit: (Teil-)BAG, MVZ und Praxen mit angestellten Ärzten

Der Wirtschaftlichkeitsbonus wird nicht pro Arzt, sondern pro Praxis ermittelt. Folglich sind für (Teil-) Berufsausübungsgemeinschaften (BAG), Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und Praxen mit angestellten Ärzten ein paar zusätzliche Rechenschritte nötig. Denn für jede Fachgruppe sind die arztgruppenspezifischen Fallwerte und die Bewertung der GOP 32001 unterschiedlich hoch.

Da in den Einrichtungen in der Regel Ärzte verschiedener Fachrichtungen tätig sind, müssen mehrere fachgruppenspezifische Fallwerte berücksichtigt werden. Dazu werden die Fallwerte, zum Beispiel eines Hausarztes, eines Rheumatologen und eines Orthopäden, unter Berücksichtigung ihrer Arztfälle im Abrechnungsquartal gewichtet. Das Ergebnis ist ein spezifischer unterer und oberer Fallwert für die Praxis beziehungsweise das MVZ, mit denen schließlich die Laborkosten der Einrichtung verglichen werden.

Genauso wird mit der GOP 32001 EBM für den Wirtschaftlichkeitsbonus verfahren: Die unterschiedlichen Punktzahlen je Fachgruppen werden unter Berücksichtigung der Arztfälle gewichtet. In einer BAG beispielsweise mit einem Hausarzt (19 Punkte), einem Chirurgen (3 Punkte) und einem Gynäkologen (10 Punkte) ist die GOP 32001 folglich mit 3 bis 19 Punkten bewertet. Der gewichtete Punktwert wird ebenso wie die gewichteten Fallwerte jedes Quartal auf Basis der Arztfälle neu ermittelt.

Außerdem: Sofern in einer (Teil-)BAG, MVZ und Praxen mit angestellten Ärzten auch

Vertragsärzte, die keinen Wirtschaftlichkeitsbonus erhalten, Laboruntersuchungen veranlassen oder abrechnen, fließen diese Kosten in die Bestimmung des arztpraxisspezifischen Fallwertes ein.

Fallbeispiel fachübergreifende BAG

3 Ärzte (Hausarzt, Chirurg, Gynäkologe), 2.000 Behandlungsfälle (BHF), 2.600 Arztfälle (Fälle) (Hausarzt = 1.000 Fälle, Chirurg = 800 Fälle, Gynäkologe = 800 Fälle),

Der untere und obere Fallwert sowie der Bonus werden so bestimmt: Das Produkt aus der Summe der mit den jeweiligen Arztfällen gewichteten Fallwerten bzw. Boni wird dividiert durch Behandlungsfälle der Praxis

Unterer Fallwert:

(1,60 € x 1.000 Fälle + 0 € x 800 Fälle + 1,00 € x 800 Fälle) / 2.000 BHF = 1,20 €.

Oberer Fallwert:

(3,80 € x 1.000 Fälle + 0,40 € x 800 Fälle + 2,60 € x 800 Fälle) / 2.000 BHF = 3,10 €.

Wirtschaftlichkeitsbonus je Fall:

(19 Pkt x 1.000 Fälle + 10 Pkt x 800 Fälle + 3 Pkt x 800 Fälle) / 2.000 BHF = 14,7 Pkt.

 

Die Nachfolgenden Rechenschritte sind gleich der einer Einzelpraxis/fachgleichen GP.

Bonus in voller Höhe

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 1,10 Euro je Fall. Die Kosten liegen also unter dem arztgruppenspezifischen unteren begrenzenden Fallwert von 1,20 Euro. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt infolgedessen 1.

Ergebnis: Der Bonus wird in voller Höhe ausgezahlt.

Der Bonus beträgt 14,7 Punkte x 2.000 Behandlungsfälle x Wirtschaftlichkeitsfaktor 1 = 29.400 Punkte (3.140 Euro).

Bonus anteilig

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 1,80 Euro je Fall. Die Kosten liegen also zwischen dem unteren und oberen Fallwert. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor liegt also zwischen 0 und 1.

Der Wirtschaftlichkeitsfaktor wird so bestimmt: Die Differenz zwischen dem arztgruppenspezifischen oberen begrenzenden Fallwert und dem arztpraxisspezifischen Fallwert (3,10 € – 1,80 € = 1,30 €) wird dividiert durch die Differenz zwischen dem arztgruppenspezifischen oberen und unteren begrenzenden Fallwert (3,10 € - 1,20 € = 1,90 €). Also: 1,30 € / 1,90 € = 0,684.

Ergebnis: Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt 0,684. Der Bonus wird anteilig zu 68,4% ausgezahlt.

Der Bonus beträgt 14,7 Punkte x 2.000 Behandlungsfälle x Wirtschaftlichkeitsfaktor 0,684 = 20.110 Punkte (2.138 Euro).

kein Bonus

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 3,90 Euro je Fall. Die Kosten liegen damit über dem oberen begrenzenden Fallwert von 3,10 Euro. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt 0.

Ergebnis: Es wird kein Bonus ausgezahlt.

Kennnummern

Laborleistungen mit Kennnummern – was ist neu?

Laborleistungen mit Kennnummern – was ist neu?

Nach wie vor gibt es Kennnummern für bestimmte Untersuchungsindikationen (sog. Ausnahmetatbestände, kurz ATB). Deren Bedeutung hat sich zum 01.04.2018 in einigen Punkten geändert.

Die Kennziffern sind in der Abrechnung nun ausschließlich vom veranlassenden Arzt einzutragen.
Eine Kennzeichnung auf dem Muster 10A ist entbehrlich. Folgende Ausnahmen gibt es jedoch:

  • Knappschaftsärzte tragen für die Veranlassung von Laboratoriumsuntersuchungen bei Knappschaftsversicherten die Ziffer 87777 ein.
  • Die Veranlassung von Leistungen der Mutterschaftsvorsorge gemäß den Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses bei Vertretung, im Notfall oder bei Mit- bzw. Weiterbehandlung nach den kurativen Gebührenordnungspositionen muss entweder durch Angabe der Kennnummer 32007 oder durch Angabe im Feld „Auftrag“ kenntlich gemacht werden.

Anhand dieser Kennnummern werden einzelne Laborleistungen von der Steuerung der wirtschaftlichen Veranlassung und Erbringung durch den Wirtschaftlichkeitsbonus ausgenommen. Folglich fließen deren Kosten nicht in die Berechnung des arztpraxisspezifischen Fallwertes ein.

Zu jeder Kennnummer gibt es einen Ziffernkranz. Dieser Ziffernkranz definiert, welche Leistungen bei ausgewählten Indikationen aus den Laborkosten der Praxis herausgerechnet werden. Er legt nicht fest, welche Leistungen medizinisch notwendig sind.

Die Neuerungen ab April:

  • Für jede Untersuchungsindikation werden nur einzelne Leistungen aus den Laborkosten der Praxis herausgerechnet. Sie sind im Ziffernkranz der jeweiligen Kennnummer aufgeführt – „ausgenommene GOP“. Alle anderen Laboruntersuchungen, die der Arzt für den Patienten im Quartal veranlasst oder abrechnet, sind für den Wirtschaftlichkeitsbonus relevant.
  • Bei Komorbiditäten können für einen Behandlungsfall auch mehrere Kennnummern angeben werden, zum Beispiel wenn der Patient an einem manifesten Diabetes mellitus erkrankt ist und eine orale Antikoagulantientherapie erhält (Kennnummern 32022 und 32015).

Kennnummer-Tabelle

 

Weitere Informationsübermittlung vom Muster 10/10a erforderlich

Beachten Sie bitte, dass im Zuge der Laborreform weitere Informationen vom Muster 10 bzw. Muster 10a ab dem 01.04.2018 mit der Abrechnung der Laborleistungen zu übermitteln sind:

Ausstellungsdatum des Überweisungsscheins

Auftragsdefinition (z.B. ft 3)

Diagnose / Verdachtsdiagnose (sofern vom Überweiser angeben!)

Befund/Medikation (sofern vorhanden / vom Überweiser angeben!)

Änderungen zum 01.01.2018

Anhebung der Punktzahlen für die intravitreale Medikamentengabe

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 413. Sitzung am 31. Januar 2018 beschlossen, die Punktzahlen für die Leistungen der intravitrealen Medikamentengabe (IVM) rückwirkend zum 1. Januar 2018 anzuheben.

Bereits bei Einführung der IVM-Leistungen in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) wurde beschlossen, dass durch den BA überprüft werden soll, ob das seinerzeit in den Protokollnotizen des Beschlusses vom 25. Juni 2014 festgelegte Punktzahlvolumen erreicht wird oder nicht. Diese Überprüfung durch das Institut des BA hat nun ergeben, dass das Punktzahlvolumen in den Jahren 2015 und 2016 nicht ausgeschöpft wurde. In keinem der untersuchten Abrechnungsquartale wurde das festgelegte Punktzahlvolumen erreicht. Die betroffenen Ärzte haben also weniger abgerechnet als zunächst angenommen. Daher hat der BA die Punktbewertung der GOP 06334, 06335, 313371, 31372, 31373, 36371, 36372 und 36373 EBM erhöht.

Die alten und neuen Punktwerte im Überblick:

GOP Alt:
Bewertung bis 31.
Dezember 2017 in Punkten
Neu:
Bewertung ab 1.
Januar 2018 in Punkten
06334 100 129
06335 100 129
31371 1618 1683
31372 1618 1683
31373 2130 2216
36371 772 807
36372 772 807
36373 1018 1065

Die neu festgelegten Punktzahlen sind zunächst bis zum 31. Dezember 2019 befristet. Das Institut des BA wird bis zum 30. September 2019 prüfen, weshalb das Punktzahlvolumen nicht voll ausgeschöpft wurde. Daran anknüpfend wird der BA dann prüfen, ob hier weiterer Handlungsbedarf besteht. Neben der Anhebung der Punktzahlen wurden auch die Kalkulations- und Prüfzeiten zu den Gebührenordnungspositionen (GOP) 06334, 06335, 31371 bis 31373 und 36371 bis 36373 EBM angepasst.

Die alten und neuen Kalkulations- und Prüfzeiten im Überblick:

GOP Kurzlegende Kalkulationszeit
(Min.)
Prüfzeit
(Min.)
Eignung der
Prüfzeit

06334

Zusatzpauschale für die Betreuung eines Patienten nach Eingriff gemäß 31371, 31373, 36371 oder 36373 am rechten Auge

10 13

8 10

Tages- und Quartalsprofil

06335

Zusatzpauschale für die Betreuung eines Patienten nach Eingriff gemäß 31372, 31373, 36372 oder 36373 am linken Auge

10 13

8 10

Tages- und Quartalsprofil

31371

Intraocularer Eingriff der Kategorie Z1 am rechten Auge

27 29

23 25

Tages- und Quartalsprofil

31372

Intraocularer Eingriff der Kategorie Z1 am linken Auge

27 29

23 25

Tages- und Quartalsprofil

31373

Intraocularer Eingriff der Kategorie Z9 an beiden Augen

36 38

31 32

Tages- und Quartalsprofil

36371

Intraocularer Eingriff der Kategorie Z1 am rechten Auge

23 25

19 21

Tages- und Quartalsprofil

36372

Intraocularer Eingriff der Kategorie Z1 am linken Auge

23 25

19 21

Tages- und Quartalsprofil

36373

Intraocularer Eingriff der Kategorie Z9 an beiden Augen

31 33

25 28

Tages- und Quartalsprofil

Nach wie vor benötigen Vertragsärzte mit der Gebietsbezeichnung „Augenheilkunde“ zur Durchführung der IVM-Leistungen eine gesonderte Genehmigung der KVWL.

Das Antragsformular für die Genehmigung zur Erbringung der IVM finden Sie hier:

Antrag auf Genehmigung

Abrechnungsmöglichkeit der Kostenpauschale GOP 86516 und 86518 EBM verlängert

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben verschiedene Anpassungen in der Onkologie-Vereinbarung, welche zum 1. Januar 2018 in Kraft getreten sind, vorgenommen.

Die Vertragspartner haben sich im Zuge dessen darauf verständigt, dass die Kostenpauschale 86518 (Zuschlag zu den Kostenpauschalen 86510 und 86512 für die Palliativversorgung gemäß Vereinbarung über die qualifizierte ambulante Versorgung krebskranker Patienten „Onkologie-Vereinbarung“) für ein weiteres Jahr auch nach erfolgter Operation berechnungsfähig bleibt. Ursprünglich war diese Abrechnungsmöglichkeit befristet bis zum 31. Dezember 2017.

Darüber hinaus wurde die Frist zur Einführung einer Liste der Medikamente, bei deren Anwendung die Kostenpauschale 86516 berechnungsfähig sein soll, bis zum 1. Januar 2020 verlängert. Damit bleibt die Kostenpauschale 86516 unter Angabe des verwendeten Medikaments ohne weitere Einschränkung berechnungsfähig.

Vergütung für das Notfallmanagement beschlossen: Drei neue GOP im EBM

In seiner 53. Sitzung vom 19. Dezember 2017 hat der Erweiterte Bewertungsausschuss (eBA) die Vergütungsregelungen für das Erstellen, Aktualisieren und Löschen von Notfalldatensätzen mit Wirkung zum 1. Januar 2018 umgesetzt.

Hintergrund ist, dass das E-Health-Gesetz die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen hat auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) medizinische Daten, die für die Notfallversorgung notwendig sind, zu erheben, zu verarbeiten und zu nutzen (sog. Notfalldatensätze). Um die ärztliche Leistung im Zusammenhang mit dem Erstellen und dem Aktualisieren dieser Notfalldatensätze zu vergüten, haben sich die Parteien auf Bundesebene über die Vergütung geeinigt, die sich in drei neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) widerspiegelt.

Die GOP 01640 bis 01642 EBM gelten ab dem 1. Januar 2018 und können nur dann berechnet werden, wenn die Vertragsarztpraxis an die Telematikinfrastruktur angeschlossen ist und die KV Kenntnis darüber hat, dass die technischen Voraussetzungen zur Nutzung der Anwendung im Notfalldatenmanagement in der Vertragsarztpraxis vorliegen.

Die neuen GOP werden zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) vergütet.

Die neuen GOP im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in
Punkten

01640

Zuschlag zu allen Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt für die Anlage eines Notfalldatensatzes

Die Leistung kann u.a. nur dann berechnet werden, wenn die Anlage des Notfalldatensatzes medizinisch notwendig ist und nach Diagnostik bzw. Therapie durch den Arzt medizinisch notfallrelevante Daten (nicht: bloße Kommunikationsdaten, wie Versichertendaten, Angaben zu behandelnden Ärzten) erstmalig zu erfassen sind.

Die Anlage des Notfalldatensatzes setzt die Einwilligung des Patienten voraus.

Besteht bereits ein Notfalldatensatz, so kann die GOP 01640 EBM nicht in Ansatz gebracht werden.

80

01641

Zuschlag zu allen Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt für den Notfalldatensatz, einmal im Behandlungsfall

Regelmäßige Überprüfung und gegebenenfalls erforderliche Aktualisierung des Notfalldatensatzes bzw. die Überprüfung, ob die erstmalige Anlage eines Datensatzes notwendig ist ohne anschließende Anlage des Notfalldatensatzes. Inhalt ist auch die erstmalige Anlage oder Löschung eines Notfalldatensatzes mit ausschließlichen Eintragungen von Kommunikationsdaten.

Diese GOP wird von der zuständigen KV automatisch hinzugesetzt und ist bis zum 1.Januar 2021 befristet. Der eBA geht davon aus, dass ab diesem Zeitpunkt alle Vertragsarztpraxen die technischen Voraussetzungen zur Nutzung des Notfalldatensatzes erfüllen, sodass die in der Leistungslegende der GOP genannten Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen um den Punktewert der GOP angepasst werden können.

4

01642

Löschen eines Notfalldatensatzes, einmal im Behandlungsfall

Die GOP 01642 EBM kann nur dann berechnet werden, wenn ein Notfalldatensatz mit medizinisch notfallrelevanten Daten existiert und der Patient die Löschung dieser Daten explizit wünscht.

Ist ein Notfalldatensatz gelöscht worden, kann die Wiederanlage des Notfalldatensatzes nach der GOP 01640 EBM durch dieselbe Vertragsarztpraxis in den drei Quartalen, die der Löschung folgen, nicht berechnet werden.

1

Weitere Änderungen des EBM zum 1. Januar 2018

Am 19. Dezember 2017 hat der Bewertungsausschuss (BA) mehrere Beschlüsse mit Wirkung zum 1. Januar 2018 gefasst, die den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ändern. Hierüber möchten wir Sie im Folgenden informieren:

Neue Leistungen für Botoxbehandlungen bei bestimmten Blasenfunktionsstörungen:

Im 8. (Gynäkologie) und 26. (Urologie) Kapitel des EBM werden neue Leistungen für die transurethrale Botulinumtoxin-Therapie aufgenommen.

Die neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) im 8. Kapitel des EBM im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

08312

Zuschlag zu der GOP 08311 (Urethro(-zysto)skopie) EBM für die transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin,

je vollendete 10 Minuten

282

08313

Zuschlag zu der GOP 08312 für die Beobachtung des Patienten nach erfolgter transurethraler Therapie mit Botulinumtoxin (für mindestens 30 Minuten),

einmal am Behandlungstag

143

Die neuen GOP im 26. Kapitel des EBM im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

26316

Zuschlag zu den GOP 26310 (Urethro(-zysto)skopie des Mannes oder gemäß den Vorgaben der Allgemeinen Bestimmungen 4.2.1) und 26311 (Urethro(-zysto)skopie der Frau oder gemäß den Vorgaben der Allgemeinen Bestimmungen 4.2.1) EBM für die transurethrale Therapie mit Botulinumtoxin

je vollendete 10 Minuten

282

26317

Zuschlag zu der GOP 26316 für die Beobachtung des Patienten nach erfolgter transurethraler Therapie mit Botulinumtoxin (für mindestens 30 Minuten),

einmal am Behandlungstag

143

Ferner wurde eine Sachkostenpauschale in den Abschnitt 40.5 eingeführt:

GOP Leistungsbeschreibung Betrag in Euro

40161

Kostenpauschale bei Durchführung einer transurethralen Therapie mit Botulinumtoxin für die beim Eingriff eingesetze(n) zystoskopische(n) Injektionsnadel(n), -kanüle(n) oder -katheter.

45,00

Die GOP 08312 und 26316 EBM setzen eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung voraus. Für den Fortbestand der Genehmigung muss der Kassenärztlichen Vereinigung jährlich die Teilnahme an von der jeweils zuständigen Landesärztekammer anerkannten Fortbildungen zur Therapie von Blasenfunktionsstörungen im Umfang von mindestens acht CME-Punkten nachgewiesen werden.

Das entsprechende Antragsformular finden Sie hier:

Antrag auf Genehmigung

Zu den Zystoskopien sind die Zuschläge nach den GOP 08312 und 26316 EBM je Sitzung höchstens fünfmal berechnungsfähig. Die GOP 08312 und 26316 EBM können insgesamt 15mal im Krankheitsfall angesetzt werden.

Diese neuen Leistungsziffern, wie auch die bestehenden (GOP 08311, 26310, 26311 EBM), die in derselben Sitzung mit den GOP 08312 oder 26316 EBM durchgeführt werden, werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (mGV) vergütet.

Änderung der Hilfsmittel-Richtlinie hat höhere Bewertung der GOP für die Hörgeräteversorgung zur Folge

Die Leistungen der Hörgeräteversorgung in den Bereichen HNO (8. Kapitel EBM) und Phoniatrie/Pädaudiologie (20. Kapitel EBM) werden ab dem 1. Januar 2018 höher bewertet. Hintergrund ist die Änderung der Hilfsmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) im Abschnitt C „Hörhilfen“. Dort wurde die Testung mit dem Freiburger Einsilbertest im Störschall aufgenommen, um so das Hörhilfenversorgungsergebnis prüfen zu können. Diese Änderung in der Richtlinie hat eine aufwendigere Diagnostik vor der Hörgeräteversorgung und eine umfassendere sowie zeitaufwendigere Nachsorge des Patienten zur Folge, die durch die Aufwertung der nachstehenden Leistungsziffern vergütet werden soll:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten

 

 

bis zum 31.12.2017

ab 01.01.2018

09372 /
20372

Hörgeräteversorgung bei Jugendlichen und Erwachsenen

469

494

09373 /
20373

Zusatzpauschale für die erste Nachuntersuchung nach Hörgeräteversorgung bei Jugendlichen und Erwachsenen

401

523

09374 /
20374

Zusatzpauschale für die Nachsorge(n) bei Hörgeräteversorgung

347

452

Die Änderungen entsprechen einer Erhöhung des Leistungsbedarfs für diese Leistungsziffern um 19 Prozent. Dieser Mehrbedarf wird durch eine Erhöhung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (mGV) finanziert.

Entfristung verschiedener GOP für die Bereiche HNO und Phoniatrie/Pädaudiologie

Zugleich hat der BA verschiedene GOP für die Fachgebiete Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Phoniatrie/Pädaudiologie entfristet. In verschiedenen Beschlüssen hatte der BA Leistungsziffern zur Therapie des Nasenblutens, zur Diagnostik des Tinnitus, zur postoperativen Behandlung chronischer Sinusitis und nach Tympanoplastik Typ II bis V sowie für die Verordnung und Nachsorge im Rahmen der Hörgerätversorgung in die Abschnitte 9.3 und 20.3 des EBM aufgenommen. Diese Leistungen wurden mehrfach befristet, nunmehr hat der BA die Befristung endgültig aufgehoben.

Weitere Verlängerung der Übergangsregelung zu den Schrittmachersystemen

Die Befristung, in der die Leistungen nach den GOP 04413 bis 04416 sowie 13573 bis 13576 EBM (konventionelle bzw. telemedizinische Funktionsanalyse eines Kardioverters/Defibrillators bzw. CRT-Systems) auch ohne die Genehmigung gemäß der Vereinbarung zur Funktionsanalyse von Kardiovertern bzw. Defibrillatoren und Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V berechnungsfähig sind, wurde bis zum 30. Juni 2018 verlängert. Eine Genehmigung nach der Vereinbarung zur Herzschrittmacherkontrolle gemäß § 135 Abs. 2 SGB V ist jedoch nach wie vor erforderlich. Hintergrund ist, dass die Beratungen zu den genannten Qualitätssicherungsvereinbarungen noch andauern.

Änderungen zu humangenetischen und molekularpathologischen Leistungen im EBM

• Der BA hat beschlossen, dass die GOP 11235 (Zuschlag zu der GOP 11233 für komplexe genetisch bedingte manifeste Erkrankungen) und 11236 (Zuschlag zu der GOP 11233 für Fehlbildungssyndrome bis zum vollendeten 18. Lebensjahr) EBM noch bis zum 31. Dezember 2018 ohne Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung abgerechnet werden können. Ursprünglich war diese Abrechnungsmöglichkeit bis zum 1. Januar 2018 befristet. Auch zu diesen GOP sollte ursprünglich bis zu diesem Zeitpunkt die Qualitätssicherungsvereinbarung gemäß § 135 Abs. 2 SGB V beschlossen worden sein.

• Gemäß der Fachinformationen zum Arzneimittel Tagrisso® (Wirkstoff: Osimertinib) muss bei erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht kleinzelligen Lungenkarzinom der Nachweis der T790M-EGFR-Mutation geführt werden. Davon umfasst ist auch die Möglichkeit diese Mutation im Plasma zu bestimmen.

Um diese Untersuchung abzubilden, wurde eine neue GOP in den Abschnitt 19.4.4 EBM eingeführt:

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

19460

Bewertung eines relativen Anteils der T790M-EGFR-Mutation zur Indikationsstellung einer gezielten medikamentösen Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom,

zweimal im Behandlungsfall
höchstens viermal im Krankheitsfall

3934

Zudem wurde die GOP 19460 als weitere Ausnahme in die Bestimmung 19.4 Nummer 1 Satz 2 (In-vitro-Diagnostik tumorgenetischer Veränderungen) EBM aufgenommen, damit die (mögliche) Untersuchung des Plasmas abgerechnet werden kann. Diese neue Leistungsziffer wird extrabudgetär vergütet.

• Zudem wurde die erste Bestimmung zum Abschnitt 19.4.3 (Indikationsbezogene Diagnostik hämatologischer Neoplasien) EBM ergänzt:

Seit dem 1. Januar 2018 können die Gebührenordnungspositionen des Abschnitts 19.4.3 EBM auch von Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Kinder-Hämatologie und -Onkologie veranlasst werden.

HLA- und HPA-Antikörperdiagnostik

Neue Gebührenordnungspositionen für die HLA- und HPA-Antikörperdiagnostik

Zum 1. Januar 2018 wird die HLA-Antikörperdiagnostik im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) dem aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik entsprechend neu gefasst. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.

Zukünftig wird die HLA-Antikörperdiagnostik als transplantationsvorbereitende Untersuchung im EBM-Abschnitt 32.3.15.1 und als allgemeine immungenetische Untersuchung im EBM-Abschnitt 35.3.15.2 aufgenommen. Die GOP 32530 EBM zum Nachweis von zytotoxischen Allo-Antikörpern wird gestrichen und im EBM-Abschnitt 32.3.15.1 als GOP 32915 EBM und im EBM-Abschnitt 32.3.15.2 als GOP 32939 EBM fortgeführt.

Zur Berücksichtigung neuer Verfahren werden neue Leistungen zur weiteren Spezifizierung von Antikörpern gegen HLA-Antigene (Klassen I und II) in den EBM jeweils in die Abschnitte 32.3.15.1 und 32.3.15.2 aufgenommen. Mit den GOP 32948 und 32949 EBM im EBM-Abschnitt 32.3.15.2 werden die Untersuchungen zum Nachweis und zur Spezifizierung von Allo-Antikörpern gegen HPA-Antigene  neu im EBM gelistet. Bisher konnten niedergelassene Ärzte diese Leistungen nicht abrechnen. Mit diesen Anpassungen wird insbesondere den Anforderungen einer Versorgung mit histokompatiblen Blutprodukten im vertragsärztlichen Bereich Rechnung getragen.

 

GOP Beschreibung Bewertung
32915 / 32939 Nachweis von Antikörpern gegen HLA-Klasse I oder II Antigene mittels Lymphozytotoxitäts-Test, ggf. einschließlich Vorbehandlung mit Dithiothreitol 29,50 Euro je HLA-Klasse/ höchstens zwei Mal im Behandlungsfall
32916 / 32940 Nachweis von Antikörpern gegen HLA-Klasse I oder II Antigene mittels Festphasenmethoden 47,30 Euro je HLA-Klasse und je Immunglobulinklasse / höchstens vier Mal im Behandlungsfall
32917 / 32941 Spezifizierung der Antikörper gegen HLA-Klasse I oder II Antigene unter Anwendung spezifisch charakterisierter HLA-Antigenpanel auf unterscheidbaren Festphasen und Berechnung des virtuellen Pnelreaktivitätswertes 79 Euro je HLA-Klasse / nur bei bekannter Reaktivität gegen HLA-Klasse I oder II Antigene
32918 / 32942 Spezifizierung der Antikörper gegen HLA-Klasse I oder II Antigene mittels Single-Antigen-Festphasentest 150,00 Euro je HLA-Klasse
32943 Zuschlag auf die GOP 32917, 32918, 32941, 32942 für die Spezifizierung der Antikörper gegen HLA-Klasse I oder II Antigene mittels Komplementabhängigem und/oder IgG-Subklassen-spezifischem Single-Antigen-Festphasentest 150 Euro je HLA-Klasse / nur bei bekannter Reaktivität gemäß GOP 32917, 32918, 32941, 32942 / nur im Zusammenhang mit einer Organ-, Gewebe- oder hämatopoetischen Stammzelltransplantation
32948 Nachweis von Allo-Antikörpern gegen Antigene des HPA-Systems 28,70 Euro
32949 Spezifizierung von HPA-Antikörpern gegen Thrombozyten mittels Glykoprotein-spezifischer Festphasen-Methoden 28,70 Euro je Glykoproteinkomplex / Höchstwert im Behandlungsfall: 114,80 Euro / nur bei bekannter Reaktivität gemäß GOP 32948

Screening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen

Neue Gebührenordnungsposition für Screening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 410. Sitzung mit Wirkung zum 1. Januar 2018 die Vergütung zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen festgelegt. Der BA hat damit die Richtlinie „Ultraschallscreening auf Bauchaor- tenaneurysmen“ (US-BAA-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA), die am 10. Juni 2017 in Kraft getreten ist, fristgerecht im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) umgesetzt.

Die neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) 01747 und 01748 EBM werden in den EBM-Abschnitt 1.7.2 („Früherkennung von Krankheiten bei Erwachsenen“) aufgenommen. Die Vergütung dieser Leistungsziffern erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

GOP Beschreibung Punkte
01747 Beratung gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen (US-BAA-RL) 57
01748 Sonographische Untersuchung gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über das Ultraschallscreening auf Bauchaorten- aneurysmen (US-BAA-RL) 148

Neben der GOP 01747 EBM kann die GOP 01732 EBM berechnet werden, wenn die jeweiligen Voraussetzungen zur Inanspruchnahme erfüllt sind.

Wird die GOP 01748 EBM neben der GOP 33042 EBM abgerechnet, erfolgt auf die GOP 33042 EBM ein Abschlag in Höhe von 77 Punkten, sodass zusätzlich zur GOP 01748 EBM noch 80 Punkte vergütet werden. Gemäß § 2 der US-BAA-RL haben Versicherte ab dem 65. Lebensjahr einmalig Anspruch auf Teilnahme am Screening auf Bauchaortenaneurysmen, dementsprechend sind sowohl die GOP 01747 und 01748 GOP EBM einmalig berechnungsfähig. Voraussetzung für die Abrechnung der GOP 01748 EBM ist eine Genehmigung nach Anwendungsbereich 7.1 (Anlage 1 der Ultraschall-Vereinbarung gemäß § 135 Abs. 2 SGB V)

Änderungen des EBM rückwirkend zum 1. Oktober 2017

Der Bewertungsausschuss (BA) hat den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) sowohl inhaltlich als auch redaktionell in einigen Bereichen rückwirkend zum 1. Oktober 2017 geändert bzw. angepasst. Hierüber möchten wir Sie nachfolgend informieren:

Der fünfte Absatz der Nummer (Nr.) 4.3.1 der Allgemeinen Bestimmungen des EBM wurde wie folgt geändert: „Bei den Gebührenordnungspositionen 02310, 07310, 07311, 07330, 07340, 10330, 18310, 18311, 18330 und 18340, deren Berechnung mindestens drei oder mehr persönliche bzw. andere Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall voraussetzt, kann ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt auch als Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä erfolgen, sofern die Videosprechstunde zu den in der Gebührenordnungsposition 01450 genannten Zwecken erfolgt und dies berufsrechtlich zulässig ist.“

Mit Beschluss vom 18. Mai 2017 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Kinder-Richtlinie geändert und den Zusatz „bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres“ gestrichen. Dementsprechend wurde dieser Passus aus Nr. 1 zum Abschnitt 1.7.1 EBM ebenfalls entfernt.

Zur Angleichung an § 2 Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) wird die Bestimmung „einmal im Krankheitsfall“ zur Gebührenordnungsposition (GOP) 01738 EBM gestrichen.

Gemäß § 2 KFE-RL hat der Patient (ab dem 50. Lebensjahr) einen Anspruch auf eine Stuhluntersuchung einmal jährlich ab der ersten Inanspruchnahme. Mit Beginn des jeweiligen Kalenderjahres, kann der Anspruch wahrgenommen werden. Die GOP 01738 EBM war daher entsprechend anzupassen.

Durch Aufnahme einer zweiten Anmerkung zur GOP 37314 im Abschnitt 37.3 EBM hat der BA klargestellt, dass die GOP 37314 EBM nicht neben den GOP 37305 und 37306 EBM berechnungsfähig ist.

Die dritte Anmerkung zu GOP 37320 EBM des Abschnitts 37.3 ist geändert worden. Demnach ist die GOP 37320 EBM weder neben der GOP 30706 EBM noch neben den GOP des Abschnitts 37.2 (Kooperations- und Koordinationsleistungen gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä) EBM berechnungsfähig.

Im Anhang 3 zum EBM wurde in den Kurzlegenden zu den GOP 37100 und 37102 EBM jeweils der Passus „Präambel 37.1 Nr. 3“ gestrichen.

Änderungen zur Angleichung in Bezug auf die Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung in den Abschnitten 4.5.4 und 13.3.6 EBM.

Die Nummer 3 der Präambel 13.1 EBM wurde klargestellt: „Die Leistungen nach den GOP 13571 und 13573 bis 13576 EBM sind von Fachärzten für Innere Medizin mit Schwerpunkt – ausgenommen Schwerpunkt Kardiologie – nur berechnungsfähig, wenn die Genehmigung zur Erbringung dieser Leistungen bis zum 30.06.2017 erteilt wurde.“

 

Änderungen in 2017

Änderungen zum 01.10.2017

Schrittmachersysteme

Schrittmachersysteme

Für die telefonische Kontaktaufnahme mit dem Patienten im Zusammenhang mit der telemedizinischen Funktionsanalyse von bestimmten Schrittmachersystemen ist die Gebührenordnungsposition (GOP) 01438 EBM berechnungsfähig. Die GOP 01438 EBM wurde damit an die seit dem 1. Oktober 2017 gültigen GOP 04414, 04416, 13574 und 13576 EBM angepasst und inhaltlich nachgebessert.

Glucosemessung

Kontinuierliche interstitielle Glucosemessung

In einem Behandlungsfall ist nunmehr die Abrechnung der internistischen Grundpauschalen (GOP 13210 bis 13212 EBM) neben der GOP 13360 EBM (Anleitung zur Selbstanwendung eines Real-Time-Messgerätes zur kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung (rtCGM)) möglich. Der Abrechnungsausschluss der zweiten Anmerkung zu den internistischen Grundpauschalen nach den GOP 13210 bis 13212 EBM wurde zum 1. Oktober 2017 aufgehoben.

Verordnung von Cannabis

Neue Vergütung bei Verordnung von Cannabis

Das Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften ist zum 10. März 2017 in Kraft getreten. Danach haben Versicherte mit einer schwerwiegenden Krankheit unter den Voraussetzungen von § 31 Abs. 6 SGB V nunmehr einen Anspruch auf Versorgung mit Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten in standardisierter Qualität sowie auf Versorgung mit Arzneimitteln mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon.

Um den hierdurch entstehenden zusätzlichen ärztlichen Aufwand im Zusammenhang mit der Unterstützung des Patienten bei der Antragstellung auf Versorgung mit Cannabis sowie mit der Aufklärung und Beratung zur Begleiterhebung abzubilden, hat der Bewertungsausschuss drei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) rückwirkend zum 1. Oktober 2017 aufgenommen.

Hintergrund ist, dass mit dem neuen Gesetz das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beauftragt wurde, bis zum 31. März 2022 eine nichtinterventionelle Begleiterhebung durchzuführen. Gemäß § 4 der Cannabis-Begleiterhebungs-Verordnung (CanBV) sind die Daten (z. B. begründende Diagnose, Dauer der Erkrankung) für diese nichtinterventionelle Begleiterhebung von dem Vertragsarzt, der die Leistung verordnet, in elektronischer Form an das BfArM zu übermitteln. Für den verordnenden Vertragsarzt besteht ferner gemäß § 31 Abs. 6 SGB V in Verbindung mit der CanBV die Pflicht, den Patienten vor der ersten Versorgung in Sinne von § 31 Abs. 6 SGB V über diese Begleiterhebung zu informieren. Die neuen GOP zum 1. Oktober 2017 im Überblick:

GOP Beschreibung Punkte
01460 Einmalige Aufklärung über die Begleiterhebung vor der ersten Verordnung einer Leistung nach § 31 Abs. 6 SGB V 28
01461 Datenerfassung und Datenübermittlung im Rahmen der Begleiterhebung gemäß § 31Abs. 6 SGB V in Verbindung mit § 4 der CanBV 92
92 Ärztliche Stellungnahme für die Krankenkasse bei der Beantragung einer Genehmigung zur Verordnung von Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder in Form von Extrakten bzw. Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Dronabinol oder Nabilon, einmal je Erstverordnung 143

Alle drei GOP werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung vergütet.

Die Aufnahme der GOP 01460 und 01461 EBM wird auf den Zeitraum der nichtinterventionellen Be-   gleiterhebung befristet, d. h. beide GOP können nur während des Zeitraumes der Begleiterhebung berechnet werden. Nach dem 31. März 2022 können diese GOP also nicht mehr abgerechnet werden.

Die GOP 01461 EBM kann zudem pro genehmigter Leistung nach § 31 Absatz 6 Satz 2 SGB V nur einmal berechnet werden. Sie kann entweder nach Ablauf eines Jahres nach Beginn der Therapie oder bei Beendigung der Therapie vor Ablauf eines Jahres zum Zeitpunkt des Therapieendes angesetzt werden. Findet ein Therapiewechsel statt, so ist die GOP 01461 EBM ansetzbar (max. viermal im Krankheitsfall). Darüber hinaus ist die GOP 01461 EBM für Versicherte, die sich zwischen dem 1. Januar 2022 und dem 31. März 2022 in Therapie mit einer genehmigten Cannabis-Leistung befinden und für die eine zweite Erhebung erforderlich ist, einmal berechnungsfähig.

Weitere Informationen zum Thema

Die Vergütungsregeln im Zusammenhang mit der Verordnung von Cannabis wurden rückwirkend zum 1. Oktober 2017. angepasst. Die KBV hat zu diesem Thema eine Themenseite eingerichtet, auf der weitergehende Informationen, insbesondere auch zur Datenübermittlung für die nichtinterventionelle Begleiterhebung hinterlegt sind:

http://www.kbv.de/html/cannabis-verordnen.php

Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen

Neue GOP für die Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen zum 1. Oktober 2017

Der Bewertungsausschuss hat am 21. Juni 2017 folgende Änderungen beschlossen:

Die bisherigen Leistungen für die telemedizinische und konventionelle Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen werden nach den Aggregattypen Herzschrittmacher, implantierte Kardioverter/Defibrillatoren und implantierte Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) differenziert und als eigenständige Gebührenordnungspositionen (GOP) abgebildet.

Die   bisherigen   GOP   04417,  04418, 13552  und  13554  EBM   entfallen. In den Kapiteln 4 und 13 EBM werden jeweils drei neue GOP für die konventionelle Funktionsanalyse und zwei  für  die  telemedizinische Funktionsanalyse aufgenommen. Die Abrechnung der GOP setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung voraus.

Ärzte, die bislang über eine gültige Genehmigung für die GOP 13552/13554 bzw. 04417/04418 verfügten, können auch die neuen GOP abrechnen – die erteilte Genehmigung gilt fort.

Die neuen GOP zum 1. Oktober 2017 im Überblick:

GOP Leistung Wertigkeit (Pkt)
04411 Funktionsanalyse eines Herzschrittmachers zur antibradykarden Therapie mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 347
04413 Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 641
04414 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators 641
04415 Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 789
04416 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) 789
13571 Funktionsanalyse eines Herzschrittmachers zur antibradykarden Therapie mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 189
13573 Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 350
13574 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators 350
13575 Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt 431
13576 Telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) 431

Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung

Änderungen der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV):
Anpassung zum 1. Oktober 2017

Die Versorgung von opiatabhängigen Patienten ist in besonderen Fällen für substituierende Ärzte mit einem hohen Aufwand verbunden. Deshalb wird eine Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) notwendig.

Neue GOP für Take-Home-Vergabe

Für die Take-Home-Vergabe und den damit verbundenen Beratungs- und Gesprächsaufwand gibt es ab dem 1. Oktober 2017 eine eigene Gebührenordnungsposition (GOP) 01949 EBM. Sie ist mit 69 Punkten bewertet (7,27 Euro) und damit deutlich höher als die GOP 01950 EBM, die die Ärzte bislang abrechnen konnten. Die Vergütung erfolgt wie gesetzlich vorgegeben extrabudgetär.

Die neue GOP ist je Behandlungstag, aber höchstens zweimal in der Behandlungswoche berechnungsfähig. Kommt der Take-Home-Patient jedoch öfter in die Praxis, kann dieser Kontakt bei Vorliegen einer medizinischen Begründung über die GOP 01950 EBM zusätzlich ab- gerechnet werden. Die Zuschlagsleistungen nach den GOP 01951 und 01952 EBM sind ggf. auch zur GOP 01949 EBM berechnungsfähig.

Im Regelfall ist eine Take-Home-Vergabe bis zu sieben Tage vorgesehen. In begründeten Einzelfällen kann ein Substitutionsmittel auch  für  bis zu 30 Tage zur eigenverantwortlichen Einnahme verschrieben werden.

Vergütung im Konsiliariusverfahren

Für die konsiliarische Untersuchung und Beratung eines Patienten im Konsiliariusverfahren wird die GOP 01960 in den EBM aufgenommen. Die GOP 01960 EBM ist mit 90 Punkten (9,48 Euro) bewertet und wird extrabudgetär vergütet. Diese GOP können ausschließlich suchtmedizinisch qualifizierte Ärzte abrechnen. Nach der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung muss sich ein nicht suchtmedizinisch qualifizierter Arzt zu Beginn der Behandlung eines Opiatabhängigen mit einem suchtmedizinisch qualifizierten Kollegen abstimmen und sicherstellen, dass sich sein Patient mindestens einmal in jedem Quartal in einer Konsiliarbehandlung dort vorstellt. Bislang wurden diese Konsultationen über eine Grundpauschale innerhalb des Budgets abgerechnet. Mit der neuen GOP wird auch die steigende Zahl von Konsiliarverfahren berücksichtigt, denn mit den vorgenommenen Änderungen der BtMVV dürfen Ärzte ohne zusätzliche Qualifikation zehn statt bislang drei Patienten substituieren, wodurch auch die Zahl der Konsultationen zunehmen dürfte.

Substitutionsbehandlung auch beim Hausbesuch

Eine Substitutionsbehandlung kann auch im Rahmen von Hausbesuchen erfolgen, wenn der Patient wegen des Vorliegens einer chronischen Pflegebedürftigkeit oder aufgrund einer nicht im Zusammenhang mit der Substitutionsbehandlung stehenden Erkrankung nicht in die Praxis kommen kann. Eine Substitutionsbehandlung als alleiniger Grund für einen Hausbesuch ist demnach nicht berechnungsfähig. Abgerechnet wird über die üblichen GOP für Hausbesuche (01410,   01411, 01412 und 01413 für Mitpatienten, oder für Patienten in Pflegeeinrichtungen die GOP 01415) sowie die GOP 01950 oder GOP 01949 EBM für die Substitutionsbehandlung während des Hausbesuchs.

Hinweis: Derzeit laufen die Verhandlungen zwischen der KVWL und den Verbänden der Krankenkassen, inwieweit die bisherige regionale Regelung für die Take-Home-Vergabe für eine Woche (Symbolnummer 01950A) in modifizierter Form fortgeführt werden kann. Über das Ergebnis der Verhandlungen werden wir Sie rechtzeitig informieren.

Spezialisierten Geriatrie

Spezialisierte Geriatrie: Anpassungen zum 1. Oktober 2017

Für Berufsausübungsgemeinschaften und Medizinische  Versorgungszentren:

Die Gebührenordnungsposition (GOP) 30984 EBM (Weiterführendes geriatrisches Assessment) kann vom geriatrisch spezialisierten Arzt nur auf Überweisung abgerechnet werden. Da innerhalb von Berufsausübungsgemeinschaften oder Medizinischen Versorgungszentren keine Überweisungen auszustellen sind, wurde die Präambel des Abschnittes 30.13 EBM im Absatz 3 entsprechend angepasst. Sofern sich in dieser Konstellation die Notwendigkeit eines weiterführenden geriatrischen Assessments aufgrund eines hausärztlichen geriatrischen Basisassessments nach der GOP 03360 EBM ergibt, kann die GOP 30984 EBM abgerechnet werden. Allerdings erfolgt in diesen Fällen ein Abschlag in Höhe von 50 % auf die Konsil-Ziffern 30980 und 30981.

Für Vertragsärzte, die an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen und über eine Abrechnungsgenehmigung als geriatrisch spezialisierter Arzt gemäß Nr. 2 der Präambel verfügen – bspw. Hausärzte mit der Zusatzbezeichnung  Geriatrie:

Die genannten Ärzte können ab dem 1. Oktober 2017 bei Patienten, die von ihnen hausärztlich behandelt werden, ein weiterführendes geriatrisches Assessment nach der GOP 30984 EBM auch ohne eine Überweisung durchführen und abrechnen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass ein anderer geriatrisch spezialisierter Arzt (entsprechend Präambel Nr. 2) die Notwendigkeit bescheinigt. Dieser andere – mitbeurteilende – Arzt rechnet in diesem Fall für das Konsil die GOP 30981 EBM ab. Für den Vertragsarzt, der diese Mitbeurteilung veranlasst, ist die GOP 30980 EBM berechnungsfähig.

Guajak-Test

Übergangszeitraum für Guajak-Test läuft aus

Der Guajak-basierte Nachweis von okkultem Blut im Stuhl ist ab dem 1. Oktober 2017 auch im kurativen Bereich nicht mehr zulässig. Die Gebührenordnungsposition 32040 EBM und die Kostenpauschale 40150 für ausgegebene aber nicht zurückerhaltene Testbriefe werden ab dem 1. Oktober 2017 gestrichen.

Ambulante Palliativversorgung

Palliativvertrag in Westfalen-Lippe wird aufgewertet

Die berechnungsfähigen Leistungen der ambulanten Palliativversorgung durch Haus- und Fachärzte werden zum 1. Oktober 2017 erweitert. Dazu gehören die palliativmedizinische Ersterhebung und die Koordination der medizinischen und pflegerischen Versorgung der schwerstkranken Patienten. Die Versorgung in der Häuslichkeit im Sinne dieser neuen Leistungen umfasst auch Pflege- und Hospizeinrichtungen sowie beschützende Wohnheime bzw. Einrichtungen.

Der Zeitaufwand für längere Hausbesuche, Fallkonferenzen sowie die Erreichbarkeit des Arztes in kritischen Phasen wird zukünftig extrabudgetär vergütet. Die palliativmedizinischen Leistungen in den haus- und kinderärztlichen EBM-Kapiteln können weiter abgerechnet werden – allerdings bestehen entsprechende Berechnungsausschlüsse zu den neuen Gebührenordnungspositionen (GOP). Zudem sind die GOP des Abschnitts 37.3 EBM nicht bei Patienten berechnungsfähig, die gleichzeitig Leistungen im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) erhalten (Ausnahme: SAPV-Beratungsleistung). Darüber hinaus gibt es für jede GOP einzelne Abrechnungsausschlüsse. Bestimmte neue GOP dürfen bei einem Palliativpatienten jeweils nur von einem entsprechend qualifizierten Palliativmediziner erbracht und abgerechnet werden und nicht von mehreren Palliativmedizinern.

Hinweis

Die GOP 37300, 37302, 37317, 37318 unterliegen der Genehmigungspflicht. Neben fachlichen Anforderungen (Anlage 1 der Anlage 30 BMV-Ä) ist ergänzend die Kooperation mit verschiedenen Leistungserbringern (§ 4 Abs. 1 der Anlage 30 BMV-Ä) zu gewährleisten. Die Zusammenarbeit und verbindlichen Absprachen zwischen dem koordinierenden Arzt und dem Kooperationspartner sind jeweils per Unterschrift der Beteiligten gegenüber der KVWL nachzuweisen.

Die GOP 37314 ist ebenfalls genehmigungspflichtig, kann aber nur von Ärzten mit der Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin“ erbracht werden. Zur kontinuierlichen Fortentwicklung der palliativ-medizinischen Qualifikation des teilnehmenden Arztes besteht die Verpflichtung, regelmäßig an palliativmedizinischen Fortbildungen im Umfang von 8 Fortbildungspunkten/Jahr teilzunehmen.

Näheres zum Antragsverfahren erfahren Sie unter
Versorgungsqualität - Genehmigung.

Die KVWL und die Krankenkassen haben unter aktiver Beteiligung des Berufsverbandes der Palliativmediziner den Palliativvertrag zum 1. Oktober 2017 weiterentwickelt und aufgrund der neuen EBM-Regelungen aufgewertet.

Ziel der Vertragspartner war es – unter Beteiligung aller potenziell an der palliativmedizinischen Versorgung teilhabenden Ärzte – auch weiterhin, anders als im EBM, alle möglichen Aspekte der Palliativmedizin abzubilden. Die besonderen Vorteile der koordinierten und strukturierten palliativmedizinischen Versorgung in Westfalen-Lippe bleiben somit erhalten. Das Verhandlungsergebnis stand zum Zeitpunkt der Drucklegung noch unter Gremienvorbehalt. Die KVWL wird rechtzeitig vor dem 1. Oktober 2017 alle am Palliativvertrag teilnehmenden Ärzte individuell informieren. Mit der nächsten Ausgabe von KVWL kompakt wird die KVWL zudem ausführlich über das Ergebnis berichten.

Überblick der Leistungen, die alle an der Versorgung eines Palliativpatienten beteiligten Vertragsärzte abrechnen dürfen:

GOP Leistung Bewertung (Pkt)
37305 Zuschlag zum Hausbesuch bei einem Patienten (GOP 01410) oder bei einem Mitbesuch (GOP 01413).

Palliativmedizinische Betreuung des Patienten (z.B. Schmerztherapie, Symptomkontrolle) von mind. 15 Minuten Dauer.

Hinweis: je vollendete 15 Min.
höchstens 90 Min. am Behandlungstag (Höchstwert 744 Punkte)

124
37306

Zuschlag zu einem dringenden Hausbesuch bei einem Patienten (GOP 01411, 01412, 01415).
Palliativmedizinische Betreuung des Patienten (z.B. Schmerztherapie, Symptomkontrolle)

Hinweis: je Besuch
nicht im Rahmen des Not(fall)dienstes, der Notfallversorgung oder dringender Visiten auf der Belegstation berechnungsfähig

124
37320

Fallkonferenz (gemäß Anlage 30 BMV-Ä)
Patientenorientierte Fallbesprechung unter Beteiligung der notwendigen ärztlichen Fachdisziplinen und/oder weiterer komplementärer Berufe sowie mit Pflegekräften bzw. Angehörigen, die an der Versorgung des Patienten beteiligt sind.
Hinweis: höchstens 5x im Krankheitsfall / auch bei telefonischer Konferenz

64

Überblick der genehmigungspflichtigen Leistungen

GOP Leistung Bewertung (Pkt)
37300 Palliativmedizinische Ersterhebung
  • Untersuchung des körperlichen und psychischen Zustandes des Patienten;
  • Ersterhebung des Patientenstatus im Rahmen eines standardisierten palliativmedizinischen Assessments in mindestens fünf Bereichen;
  • Erstellung und/oder Aktualisierung eines Behandlungsplans und/oder Schmerztherapieplans und/oder Notfallplans in Zusammenarbeit mit beteiligten Ärzten

Hinweis: 1x im Krankheitsfall

392
37302 Zuschlag zur Versicherten- oder Grundpauschale für den koordinierenden Vertragsarzt

Koordination diagnostischer, therapeutischer und pflegerischer Maßnahmen sowie der palliativmedizinischen und -pflegerischen Versorgung

Hinweis: 1x im Behandlungsfall

275
37317 Zuschlag zur GOP 37302 für die Vorhaltung einer telefonischen Erreichbarkeit und Besuchsbereitschaft / außerhalb der Sprechstundenzeiten, am Wochenende (Sa/So), an gesetzlichen Feiertagen und am 24./31. Dezember des koordinierenden Arz-tes in Abstimmung zwischen dem Arzt und dem Patienten und/oder den Angehörigen und ggf. weiterer Beteiligter in kritischen Phasen, die nicht über die Maßnahmen des qualifizierten Schmerztherapie-, Therapie-, und/oder Notfallplans zu beheben sind
Hinweis: 1x im Krankheitsfall
1.425
37318 Telefonischer Kontakt des Arztes von mind. 5 Minuten Dauer werktags zwischen 19 und 7 Uhr sowie ganztägig am Wochenende (Sa/So), an gesetzlichen Feiertagen und am 24./31. Dezember
  • mit dem Pflegepersonal oder
  • dem ärztlichen Bereitschaftsdienst oder
  • den Angehörigen des Patienten oder
  • dem Krankenhaus

Hinweis: je Telefonat / bis zu siebenmal im
Behandlungsfall

213
37314 Pauschale für die konsiliarische Erörterung und Beurteilung komplexer medizinischer Fragestellungen durch einen Konsiliararzt mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin

Hinweis: 1x im Behandlungsfall

106

Epilation mittels Lasertechnik: Aufnahme neuer GOP

Epilation mittels Lasertechnik: Aufnahme neuer GOP

Zum 1. Oktober 2017 hat der Bewertungsausschuss eine Anpassung des EBM durch Ergänzung der im EBM bereits enthaltenen Epilation mittels Elektrokoagulation um die Epilation mittels Lasertechnik bei Mann-zu-Frau-Transsexualismus im Rahmen geschlechtsangleichender Maßnahmen beschlossen. Diese Leistungen sind nur berechnungsfähig, wenn der Medizinische Dienst der Krankenkassen die medizinische Indikation zur Durchführung geschlechtsangleichender Maßnahmen bei Transsexualismus (ICD-10-GM: F64.0) bestätigt hat.

Die Epilation mittels Lasertechnik bei Mann-zu-Frau-Transsexualismus im Rahmen geschlechtsangleichender Maßnahmen ist wie folgt zu berechnen:

GOP Leistung Bewertung (Pkt)
02325 im Gesicht und/oder am Hals – Dauer 5 Minuten 88
02326 an einer Hand und/oder den Händen – Dauer 5 Minuten 88
02327 Zuschlag zur GOP 02325 je weitere 5 Minuten 70
02328 Zuschlag zur GOP 02326 je weitere 5 Minuten 70

Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 02325 und 02327 EBM sind in Summe am Behandlungstag höchstens vier Mal und in Summe im Krankheitsfall höchstens 32 Mal für die Epilation im Gesicht/am Hals berechnungsfähig.

Die GOP 02326 und 02328 EBM sind in Summe am Behandlungstag höchstens vier Mal und in Summe im Krankheitsfall höchstens 32 Mal für die Epilation an einer Hand/den Händen berechnungsfähig.

Schweregradzuschläge im Notfall- und Bereitschaftsdienst

Der ergänzte erweiterte Bewertungsausschuss hatte am 7. Dezember 2016 die Einführung von drei Schweregradzuschlägen für besonders aufwändige Behandlungsfälle zum 1. April 2017 beschlossen.

Die Details finden Sie unter Abrechnung - Notfalldienst

Änderungen zum 01.07.2017

Psychotherapie: Sprechstunde und Akutbehandlung

Psychotherapie: Sprechstunde und Akutbehandlung werden besser bezahlt

Mit der Vergütungsanpassung, die der Bewertungsausschuss in seiner Sitzung am 21. Juni 2017 beschlossen hat, wird die psychotherapeutische Arbeit aufgewertet. Rückwirkend zum 1. April 2017 werden die neu eingeführte psychotherapeutische Sprechstunde (GOP 35151 EBM) und die Akutbehandlung (GOP 35152) besser vergütet. Die Bewertung erhöht sich von 406 auf 421 Punkte. Damit erfolgt eine Anpassung an die antragspflichtigen Einzeltherapien.

Auch der Strukturzuschlag für diese Leistungen (GOP 35254 EBM) wurde neu bewertet und steigt von 69 auf 72 Punkte. Dieser Zuschlag wird im Rahmen der Neustrukturierung des Abschnitts 35.2 EBM zum 1. Juli 2017 in die neue GOP 35573 EBM überführt und ebenfalls mit 72 Punkten bewertet.

Bisher wurden die neuen Leistungen Sprechstunde und Akutbehandlung nicht der fachärztlichen Grundversorgung zugerechnet. Durch eine entsprechende Änderung im Anhang 3 des EBM wurden rückwirkend zum 1. April 2017 die psychotherapeutische Sprechstunde und der Strukturzuschlag IV der fachärztlichen Grundversorgung zugerechnet. Somit ist eine Berechnungsfähigkeit der Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) gegeben.

Die Berechnung der Akutbehandlung (GOP 35152 EBM) führt weiterhin zum Ausschluss der PFG, da es sich um eine Leistung der spezialisierten Versorgung handelt, die ggf. auf das Kontingent einer sich anschließenden Kurz- oder Langzeittherapie angerechnet wird.

In diesem Zusammenhang wurden ebenfalls rückwirkend zum 1. April 2017 die Bewertungen der PFG in den Kapiteln 22 und 23 angepasst. Die Bewertungen der Zuschläge für die psychosomatische und psychotherapeutische Grundversorgung wurden angehoben: Die GOP 22216 und 23216 EBM von 164 auf 170 Punkte; die GOP 22218 und 23218 EBM von 44 auf 46 Punkte.

Mit Umsetzung der Psychotherapie-Reform zum 1. April 2017 war die Abrechnung der GOP 35120 EBM (Hypnose) in derselben Sitzung neben Leistungen der Verhaltenstherapie (GOP 35220 bis 35225) ausgeschlossen. Durch entsprechende Anpassungen in den Anmerkungen der genannten GOP, können die Leistungen in einer Sitzung berechnet werden.

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses von praxisintern am 27. Juni 2017 standen die Beschlüsse noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befanden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

Infos zur Strukturreform

 

Psychotherapie: Das überarbeitete Kapitel 35

Psychotherapie: Das überarbeitete Kapitel 35 zum 1. Juli 2017

Im Zusammenhang mit der Strukturreform Psychotherapie (wir informierten in praxisintern Nr. 3 und 4) hat der Bewertungsausschuss in seiner 396. Sitzung Änderungen des Kapitels 35 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) beschlossen. Ab dem 1. Juli 2017 gibt es zahlreiche neue Gebührenordnungspositionen (GOP), Gruppentherapien werden besser vergütet.

Die bisherigen GOP werden zum 1. Juli 2017 gestrichen.

Für die Abrechnung sind dann ausschließlich die neuen Leistungen in Ansatz zu bringen. Dies gilt auch für Therapien, die vor dem 1. Juli 2017 beantragt wurden.

Auf die Besonderheiten bei Kurzzeittherapien und Gruppen mit zwei Teilnehmern wird im Folgenden näher eingegangen.

Das Kapitel 35 EBM im Überblick

Unverändert: Abschnitt 35.1 nicht antragspflichtige Leistungen

Der Abschnitt 35.1 EBM enthält Leistungen wie die probatorische Sitzung, Psychotherapeutische Sprechstunde, Akutbehandlung und den Bericht an den Gutachter. Der Abschnitt bleibt gegenüber dem Stand vom 01.04.2017 unverändert.

NEU: Abschnitt 35.2 antragspflichtige Leistungen

Der neue Abschnitt 35.2 EBM enthält weiterhin alle antrags- und genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen. Aufgrund der vielen neuen GOP wird der Abschnitt neu strukturiert. Für eine transparente Darstellung von Einzel- und Gruppentherapien bzw. der Zuschläge erfolgt eine Unterteilung in folgende Abschnitte:

  • Abschnitt 35.2.1 Einzeltherapien (GOP 35401 bis 35425)
  • Abschnitt 35.2.2 Gruppentherapien (GOP 35503 bis 35559)
  • Abschnitt 35.2.3 Zuschläge (GOP 35571, 35572, 35573)

NEU: Abschnitt 35.3 psychodiagnostische Testverfahren

Anwendung und Auswertung standardisierter Testverfahren (GOP 35600)

Anwendung und Auswertung von psychosomatischen Testverfahren (GOP 35601)

Anwendung und Auswertung von projektiven Verfahren (GOP 35602)

Die Änderungen des Abschnitts 35.2 EBM im Detail

Einzeltherapie (Abschnitt 35.2.1 EBM)

Besonderheit Kurzzeittherapien:

Bei Kurzzeittherapien, die vor dem 1. Juli 2017 begonnen wurden, richtet sich die Abrechnung nach dem Stand des bewilligten Therapiekontingents:

- die ersten zwölf Sitzungen werden mit der GOP 35401, 35411 oder 35421 EBM abgerechnet,

- die 13. Bis 24. Sitzung (bzw. 25. Sitzung, falls die Therapie vor dem 1. April 2017 beantragt worden war) mit der GOP 35402, 35412 oder 35422 EBM.

Im neuen Abschnitt 35.2.1 EBM „Einzeltherapien“ werden die tiefenpsychologische, die analytische und die verhaltenstherapeutische Kurz- und Langzeittherapie abgebildet. Das Kontingent für die Kurzzeittherapie wurde in zwei Blöcke zu je zwölf Therapieeinheiten aufgeteilt. Für die Umsetzung im EBM werden je Therapieverfahren zwei neue GOP für die Kurzzeittherapie aufgenommen (Kurzzeittherapie 1 und Kurzzeittherapie 2).

Besonderheit bei der Abrechnung von Kurzzeittherapien: Bei Kurzzeittherapien, die vor dem 1. Juli 2017 begonnen wurden, richtet sich die Abrechnung nach dem Stand des bewilligten Therapiekontingents:

- die ersten zwölf Sitzungen werden mit der GOP 35401, 35411 oder 35421 EBM abgerechnet,

- die 13. Bis 24. Sitzung (bzw. 25. Sitzung, falls die Therapie vor dem 1. April 2017 beantragt worden war) mit der GOP 35402, 35412 oder 35422 EBM.

Die GOP der Einzeltherapie im Überblick (49 KB)

Gruppentherapie (Abschnitt 35.2.2 EBM)

Im neuen Abschnitt 35.2.2 EBM „Gruppentherapien“ werden die tiefenpsychologische, die analytische und die verhaltenstherapeutische Gruppentherapie (Kurz- und Langzeittherapie) abgebildet. Für die Kurzzeit- und Langzeittherapiesitzungen werden für die drei verschiedenen Therapieverfahren jeweils sieben GOP für die definierten Gruppengrößen von drei bis neun Teilnehmer aufgenommen. Die Ausrichtung der Höhe der Bewertung an der Anzahl der Teilnehmer ersetzt die bisherige Unterscheidung zwischen kleinen und großen Gruppen. Bei der Abrechnung ist die tatsächliche Teilnehmerzahl zu berücksichtigen. Die GOP sind je Teilnehmer berechnungsfähig.

Die Gruppenleistungen wurden dazu neu bewertet. Im Ergebnis steigt das Honorar für Gruppentherapien um etwa 20 Prozent. Der Zuwachs je nach Gruppenstärke ist unterschiedlich hoch.

Die GOP der Gruppentherapie im Überblick (66 KB)

Besonderheit bei der Abrechnung von Gruppen mit zwei Teilnehmern

Die Abrechnung von Gruppentherapien mit nur zwei Teilnehmern, die vor dem 1. April 2017 (vor Einführung der neuen Psychotherapie-Richtlinie) beantragt wurden, ist weiterhin möglich. Bisher wurden diese nach den GOP der kleinen Gruppe abgerechnet. Ab dem 1. Juli 2017 erfolgt die Abrechnung mit bundeseinheitlichen Pseudo-GOP.

Die neuen Pseudo-GOP im Überblick (47 KB)

Zuschläge (Abschnitt 35.2.3 EBM)

Die GOP für die Strukturzuschläge werden weiterhin von der KVWL zugesetzt!

Für die Zuschläge zu Einzel- und Gruppentherapien sowie zur Psychotherapeutischen Sprechstunde und zur Akutbehandlung gibt es ab dem 1. Juli 2017 neue GOP. So werden die bisherigen Zuschläge zu den Gruppentherapien (GOP 35252 und 35253 EBM) in einem Zuschlag zusammengefasst und als GOP 35572 abgebildet.

Die neuen Strukturzuschläge im Überblick (23 KB)

Die Änderungen des Abschnitts 35.3 EBM im Detail

Die psychodiagnostischen Testverfahren sind weiterhin im Abschnitt 35.3 EBM aufgeführt. Mit der Neustrukturierung des Kapitels 35 EBM erhalten diese jedoch neue Gebührenordnungspositionen. Die Höhe der Vergütung bleibt unverändert.

Die neuen GOP für psychodiagnostische Testverfahren im Überblick (20 KB)

Anpassung der Psychotherapie-Vereinbarung

Im Zusammenhang mit der neuen Struktur des Kapitels 35.2 EBM werden auch die Psychotherapie-Richtlinien zum 1. Juli 2017 angepasst.

Das bedeutet konkret, dass die neuen GOP für die Einzel- und die Gruppentherapien eingearbeitet werden. Das Genehmigungsverfahren zur Ausführung und Abrechnung von Leistungen gemäß §§ 5 bis 7 der Psychotherapie-Vereinbarung durch die Kassenärztlichen Vereinigungen hat sich nicht verändert.

Bei der Antragstellung im Formblatt PTV 2 für die Gruppentherapie ergeben sich folgende Änderungen:

  • Wie oben beschrieben, sieht der EBM ab dem 1. Juli 2017 grundsätzlich eine separate GOP für jede Teilnehmerzahl in der Gruppentherapie vor. Da sich die Therapeuten bei Antragstellung nicht schon auf eine Gruppengröße festlegen müssen, werden zukünftig bei der Beantragung im Formblatt PTV 2 nur die ersten vier Stellen der GOP eingetragen, die fünfte Stelle wird mit einem „X“ gekennzeichnet.
  • Für die Beantragung von Gruppentherapien sind im Formblatt PTV 2 entweder die 3550X, 3551X, 3552X, 3553X, 3554X oder 3555X (je nach Therapieart) anzugeben (z. B. 3554X bei einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeittherapie).
  • Die Krankenkasse bewilligt dann die GOP aller Gruppengrößen der beantragten Gruppen- oder Kombinationsbehandlung (z. B. GOP 35543-35549 EBM bei einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeitgruppentherapie).
  • Der Therapeut rechnet aus diesem bewilligten GOP-Bereich jeweils die GOP der tatsächlichen Gruppengröße ab (z. B. GOP 35543 EBM bei drei Teilnehmern in einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeitgruppentherapie).

Infos zur Strukturreform

Weitere Infos zu inhaltlichen Änderungen der Strukturreform der ambulanten Psychotherapie

Änderungen im Formularbereich

Neue Vordrucke und Anpassung der Stichtagsregelung für Vordruckversionen

Die KBV und der GKV-Spitzenverband als Partner des Bundesmantelvertrages haben sich auf verschiedene Änderungen im Formularbereich geeinigt.

Mit Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 21. Juli 2016 wurde ein gesetzlicher Auftrag aus dem Präventionsgesetz umgesetzt, in dessen Folge nun zum 1. Juli 2017 das Formular zur Empfehlung von Präventionsleistungen eingeführt wird. Dieses neue Muster 36 dient niedergelassenen Ärzten zur Empfehlung von Präventionsleistungen. Patienten können diese Empfehlung dann bei der Krankenkasse einreichen.

Niedergelassene Ärzte können Empfehlungen zu Ernährung, Stressmanagement, Bewegungsgewohnheiten und Suchtmittelkonsum in das Formular eintragen. Darüber hinaus steht ihnen ein Freitextfeld „Sonstiges“ zur Verfügung. Ziel ist es, verhaltensbezogene Risikofaktoren für bestimmte Erkrankungen zu senken. Das Muster 36 ist ab dem 1. Juli 2017 in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt und kann darüber hinaus über die üblichen Bezugswege bestellt werden.

Darüber hinaus sind in Abweichung zu Nr.1.1.1 Satz 2 der Anlage 2 des Bundesmantelvertrages-Ärzte ab dem 1. Juli 2017 ausschließlich Vordruckversionen ab dem nachfolgend aufgeführten Versionsstand zu verwenden:

Muster Version
8 7.2004
15 4.2002
16 4.2004
20 4.2004
25 7.2003
40 4.2006

 

Ältere Versionen verlieren ab dem 1. Juli 2017 ihre Gültigkeit. Da bislang auch Vorgängerversionen verwendet werden durften, in die nicht alle vordruckrelevanten Informationen eingetragen werden können, war die Aufnahme dieser Stichtagsregelung erforderlich.

Weiterhin ist eine Anpassung der Vordruckerläuterung für das Arzneimittelrezept vorgenommen worden.

ASV: Aufnahme einer Tuberkulose-Leistung in den EBM

Die KBV, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband haben beschlossen, die Leistung „Quantitative Bestimmung einer in-vitro Interferon-gamma Freisetzung nach ex-vivo Stimulation mit Antigenen“ mit Wirkung zum 1. Juli 2017 in den Abschnitt 50.1 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) aufzunehmen.

Bisher war die Leistung Bestandteil des Abschnitts 2 des Appendix zur ASV-Indikation Tuberkulose und wurde über die Pseudoziffer 88510 abgerechnet. Ab sofort erfolgt die Abrechnung über den EBM als neue Gebührenordnungsposition (GOP) 50112. Die neue Leistung ist mit 58 Euro bewertet.

Wie bereits im Appendix zur Tuberkulose festgelegt wurde, dürfen Fachärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie (Kernteam) sowie Fachärzte für Laboratoriumsmedizin (hinzuzuziehende Fachärzte) die Leistung nach der GOP 50112 EBM abrechnensum dolor

Info

Die Appendizes der erkrankungsspezifischen Anlagen der Richtlinie zur ASV wurden überarbeitet und an den EBM (Stand 1. Oktober 2016) angepasst.

Diese sind abrufbar unter: http://institut-ba.de/service/asvabrechnung

  • Appendix Anlage 1.1a Tumorgruppe 1 – gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle
  • Appendix Anlage 1.1a Tumorgruppe 2 – gynäkologische Tumoren
  • Appendix Anlage 2a – Tuberkulose und atypische Mykobakteriose
  • Appendix Anlage 2k – Marfan-Syndrom
  • Appendix Anlage 2l – Pulmonale Hypertonie

Europäische Krankenversicherungskarte

Muster 80 entfällt, neues Patientenformular ersetzt Muster 81

Details und weitere Informationen zu den Änderungen

Kinder-Richtlinie: Neue Leistung Pulsoxymetrie-Screening

Neue Leistung Pulsoxymetrie-Screening ab Juli im EBM

Zum 1. Juli 2017 werden für das Screening auf kritische angeborene Herzfehler mittels Pulsoxymetrie, das der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in die Kinder-Richtlinie aufgenommen hatte, die neue Gebührenordnungspositionen (GOP) 01702 und 01703 in den EBM-Abschnitt 1.7.1. aufgenommen.

GOP Leistung Bewertung (Pkt)
01702 Beratung im Rahmen des Pulsoxymetrie-Screenings gemäß Abschnitt C Kapitel 5 der Kinder-Richtlinie des G-BA. Wesentliche Inhalte:

eingehende Aufklärung der Eltern zu Sinn, Zweck und Ziel des Screenings auf kritische angeborene Herzfehler mittels Pulsoxymetrie, sofern auf die eingehende Aufklärung keine

funktionelle Pulsoxymetrie folgt

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01703 Pulsoxymetrie-Screening gemäß Abschnitt C Kapitel 5 der Kinder-Richtlinie des G-BA. Wesentliche Inhalte:

Durchführung der funktionellen Pulsoxymetrie

fakultativer Leistungsinhalt u.a. Aufklärung der Eltern und Wiederholung der Pulsoxymetrie innerhalb von zwei Stunden nach einem kontrollbedürftigen Messergebnis der Erstmessung

Kosten für die mehrfach verwendbaren Sensoren von GOP umfasst

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Die GOP sind bis zur U2 berechnungsfähig, sofern noch kein Pulsoxymetrie-Screening im Untersuchungsheft für Kinder dokumentiert ist. Für denselben Neugeborenen ist eine der beiden GOP berechnungsfähig. Eine Mehrfachberechnung ist jedoch bei Mehrlingen möglich. Die Vergütung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung, da es sich um Präventionsleistungen handelt.

Die neuen GOP entsprechen in Struktur und Bewertung damit den Leistungen für das Neugeborenen-Hörscreening (GOP 01704 und 01705).

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses von praxisintern am 27. Juni 2017 standen die Beschlüsse noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befanden sich in der redaktionellen Endabstimmung

MRSA und Abrechnung geschlechtsspezifischer GOP

MRSA und Abrechnung geschlechtsspezifischer GOP

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 397. Sitzung am 21. Juni 2017 weitere Beschlüsse gefasst. Hierbei handelt es sich unter anderem um kleinere inhaltliche und redaktionelle Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM). Weitergehende Informationen hierzu entnehmen Sie bitte den entsprechenden Beschlüssen.

Zum 1. Juli 2017 wird die Definition eines MRSA-Risikopatienten in der Nummer 3 der Präambel zum Abschnitt 30.12 EBM in Anlehnung an die aktualisierten KRINKO-Empfehlungen angepasst. Der Bewertungsausschuss hatte sich im Rahmen der Aufnahme der MRSA-Vergütungsvereinbarung und des Abschnitts 30.12 EBM bei der Definition eines MRSA-Risikopatienten u.a. an die „Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen“ der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) angelehnt.

Mit einer Änderung der Nummer 4.2.1 der Allgemeinen Bestimmungen zum EBM wird die Abrechnung geschlechtsspezifischer GOP zum 1. Juli 2017 präzisiert. Solche Leistungen sind bei Personen, bei denen primäre Geschlechtsmerkmale beider Geschlechter vorliegen – wie bei Intersexualität oder Transsexualität nach Geschlechtsangleichung - berechnungsfähig.

Laut Beschluss ist ohne Kennzeichnung „X“ für das unbestimmte Geschlecht auf der elektronischen Gesundheitskarte bei den genannten Personen die entsprechende Leistung mit einer bundeseinheitlich kodierten Zusatzkennzeichnung zu versehen und als Begründung der ICD-10-Kode für Transsexualität oder Intersexualität anzugeben.

Stand 27. Juni 2017: die Beschlüsse stehen noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befinden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

NäPA: Hausbesuche abrechenbar

NäPA: Hausbesuche ab dem 1. Juli 2017 abrechenbar

Nichtärztliche Praxisassistenten (NäPA) in Facharztpraxen dürfen zukünftig auch Hausbesuche durchführen. In der Vergangenheit war die Tätigkeit auf Besuche in Heimen beschränkt. Zur Abbildung des erweiterten Umfangs wird das Kapitel 38 EBM „Delegationsfähige Leistungen“ um zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) ergänzt.

Die neuen GOP im Überblick:

GOP Leistung Wertigkeit Anmerkung
38202 Zuschlag zu der GOP 38100 für den Besuch und die Betreuung durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten in der Häuslichkeit des Patienten 90 Punkte Die GOP 38202 ist nicht neben den GOP 38200 und 38205 berechnungsfähig.
38207 Zuschlag zu der GOP 38105 für den Besuch und die Betreuung eines weiteren Patienten durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten in der Häuslichkeit 83 Punkte Die GOP 38207 ist nicht neben den GOP 38200 und 38205 berechnungsfähig.

Die beiden neuen GOP werden außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) vergütet und sind nicht von Hausärzten berechnungsfähig. Hausärzte können bereits entsprechende Leistungen im Kapitel 3 des EBM abrechnen. Die GOP 38200 und 38205 EBM sind nicht neben den neuen GOP 38202 und 38207 EBM berechnungsfähig.

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses von praxisintern am 27. Juni 2017 standen die Beschlüsse noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befanden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

Abrechnung PET/CT zur Diagnostik bei Hals-Kopf-Tumoren

Abrechnung PET/CT zur Diagnostik bei fortgeschrittenen Hals-Kopf-Tumoren

Bereits am 16. März 2017 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, die Positronen-Emissionen-Tomographie in Verbindung mit einer Computertomographie (PET/CT) für die Diagnostik von fortgeschrittenen Hals-Kopf-Tumoren in die vertragsärztliche Versorgung aufzunehmen. Der Beschluss wurde vom Bundesgesundheitsministerium nicht beanstandet und ist am 7. Juni in Kraft getreten.

Nun hat sich der Bewertungsausschuss (BA) mit der Frage der Notwendigkeit einer Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) infolge des Beschlusses des G-BA befasst. Der BA sieht keinen Anpassungsbedarf des EBM im Hinblick auf die Abrechnung eines PET/CT zur Diagnostik bei fortgeschrittenen Hals-Kopf-Tumoren. Eine Abrechnung der Leistung kann über die Gebührenordnungspositionen des Abschnitts 34.7 EBM erfolgen.

Präventionsempfehlung

Erhöhung der Bewertung von Früherkennungsuntersuchungen zum 1. Juli 2017

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte am 21. Juni 2016 Beschlüsse zur Änderung der Kinder-Richtlinie, der Jugendgesundheitsuntersuchungs-Richtlinie und der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie erlassen, mit denen gesetzliche Vorgaben zur Ausstellung von Präventionsempfehlungen umgesetzt wurden.

Ab dem 1. Juli können Ärzte nun bei Bedarf Empfehlungen zu Präventionsleistungen ausstellen. Diese reichen die Patienten dann zur Berücksichtigung bei der Entscheidung zur Genehmigung von Präventionsleistungen bei der Krankenkasse ein. Die Verordnung erfolgt auf dem neuen Formular 36. Darüber hinaus erhöht sich die Bewertung der GOP 01713 bis 01720 und 01723 EBM (Früherkennungsuntersuchungen U3 bis U9 und J1) und der GOP 01732 EBM (Gesundheitsuntersuchung der Erwachsenen) um jeweils einen Punkt.

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses von praxisintern am 27. Juni 2017 standen die Beschlüsse noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befanden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

Telemedizinische Kontrolle von Herzschrittmachern

Telemedizinische Kontrolle von Herzschrittmachern: Übergangsregelung verlängert

Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 04417 und 13554 EBM für die telemedizinische Funktionsanalyse eines implantierten Kardioverters bzw. Defibrillators und/oder eines implantierten Systems zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-P, CRT-D) sind seit dem 1. April 2016 Bestandteil des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs.

In der zweiten Anmerkung zu den beiden GOP ist jeweils geregelt, dass die Berechnung eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Vereinbarung zur Herzschrittmacherkontrolle gemäß § 135 Abs. 2 SGB V bzw. nach der Vereinbarung zur Funktionsanalyse von Kardiovertern bzw. Defibrillatoren und Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraussetzt.

Bis zum 30. Juni 2017 waren die beiden GOP auch ohne entsprechende Genehmigung berechnungsfähig. Der Bewertungsausschuss hat nun eine erneute Verlängerung der vereinbarten Übergangsregelung bis zum 31. Dezember 2017 vorgenommen, da die Beratungen zu den genannten Qualitätssicherungsvereinbarungen noch andauern.

Stand 27. Juni 2017: die Beschlüsse stehen noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das BMG und befinden sich in der redaktionellen Endabstimmung.

Änderungen zum 01.04.2017

Psychotherapeutische Sprechstunde

Am 29. März 2017 hat der Erweiterte Bewertungsausschuss nunmehr den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) - unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundesministeriums für Gesundheit - in diesem Zusammenhang angepasst sowie die Anordnung der sofortigen Vollziehung beschlossen.

Über die wesentlichen Änderungen informieren wir Sie nachfolgend im Überblick:

 

Aufnahme der neuen Gebührenordnungspositionen (GOP)

GOP Kurzlegende Punkte Euro
35151 EBM Psychotherapeutische Sprechstunde zur diagnostischen Abklärung 406 je vollendete 25 Minuten 42,75 €
35152 EBM Psychotherapeutische Akutbehandlung 406 je vollendete 25 Minuten 42,75 €
35254 EBM Strukturzuschlag 69 7,27 €

Für die Psychotherapeutische Sprechstunde (GOP 35151 EBM) sowie Akutbehandlung (GOP 35152 EBM) wird der Strukturzuschlag zur Deckung von Personalausgaben gezahlt. Wie aus der Richtlinie-Psychotherapie hervorgeht, wird er allerdings erst ab erreichen einer Mindestpunktzahl – analog zur GOP 35253 EBM - gewährt und dann von der Kassenärztlichen Vereinigung automatisch zugesetzt.

Weitere EBM - Änderungen

GOP 35150 Probatorische Sitzung

Probatorische Sitzungen werden auch weiterhin mit der GOP 35150 EBM vergütet, deren Leistungsbewertung unverändert geblieben ist. Neu ist, dass die GOP bei Erwachsenen maximal viermal und bei Versicherten bis zum vollendeten 21. Lebensjahr höchstens sechsmal im Krankheitsfall – unabhängig von der Therapieform - abrechenbar ist. Zudem wurde im obligaten Leistungsinhalt die Einzelbehandlung und im fakultativen Leistungsinhalt die weitere differentialdiagnostische Abklärung und die Abklärung der Motivation und der Kooperations- und Beziehungsfähigkeit der Patienten aufgenommen.

Gruppentherapie (Kurz- und Langzeittherapie)

Die Abrechnung von Gruppenleistungen erfolgt übergangsweise mit den alten GOP, wobei die Gruppengrößen auf mindestens drei und maximal neun Teilnehmer angepasst wurden. Neu ist, dass die GOP für kleine Gruppen nun auch bei Erwachsenen angesetzt werden dürfen (nicht mehr nur für Kinder und Jugendliche). Ein neues Vergütungssystem für Gruppentherapien, das auch eine höhere Honorierung vorsieht, soll zum 1. Juli 2017 eingeführt werden.

Übergangsregelung

Für die Abrechnung von Leistungen, die vor dem 01. April 2017 beantragt und damit nach den Vorgaben der alten Psychotherapie-Richtlinie durchgeführt werden dürfen, gelten folgende Übergangsregelungen:

  • Kurzzeittherapie als Einzel- und Gruppentherapie:
    Es können bis zu 25 Sitzungen abgerechnet werden, wenn ein solches Therapiekontingent vor dem 01. April 2017 beantragt wurde. Diese Regelung gilt für Einzel- und Gruppentherapien. Um sichtbar zu machen, dass es sich um eine Therapie nach der alten Psychotherapie-Richtlinie handelt, muss der Therapeut die 25. Sitzung in der Abrechnung mit einem „L“ beziehungsweise bei der Einbeziehung von Bezugspersonen mit „S“ kennzeichnen.
  • Gruppentherapie:
    Gruppentherapien im Rahmen einer Verhaltenstherapie können auch mit zwei Teilnehmern durchgeführt werden, wenn diese Leistung vor dem 01. April 2017 beantragt worden ist.
  • Probatorische Sitzungen:
    Probatoriken, die vor dem 01. April 2017 begonnen wurden, können weiterhin nach den alten Regelungen durchgeführt werden, das heißt: bis zu fünfmal für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und für Verhaltenstherapie, bis zu achtmal für analytische Psychotherapie. Um sichtbar zu machen, dass es sich um eine Probatorik nach der alten Psychotherapie-Richtlinie handelt, muss der Therapeut die Sitzungen in der Abrechnung mit einem „L“ beziehungsweise bei der Einbeziehung von Bezugspersonen mit „S“ kennzeichnen.

Vergütung Videosprechstunde

Vergütung

Die Videosprechstunde kann als neue telemedizinische Leistung ab April und somit eher als vorgesehen durchgeführt werden. Der Bewertungsausschuss hat dazu die Einführung einer Technikpauschale beschlossen. Außerdem wird der EBM um Regelungen zum Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde ergänzt.

Technik- und Förderzuschlag

Zur Förderung von Videosprechstunden erhalten Ärzte ab April bis zu 800 Euro jährlich. Die Mittel dienen vor allem zur Deckung der Kosten, die durch die Nutzung eines Videodienstanbieters anfallen. Dafür gibt es einen Technik- und Förderzuschlag, den jeder Arzt pro Videosprechstunde erhält:

GOP 01450: 4,21 Euro (Bewertung: 40 Punkte), je Arzt-Patienten-Kontakt für bis zu 50 Videosprechstunden im Quartal

  • Die GOP 01450 wird als Zuschlag zur Versichertenpauschale, zu den meisten Grundpauschalen, zu den Konsiliarpauschalen des Kapitels 25, zur schmerztherapeutischen Pauschale (GOP 30700) und zur neuen GOP 01439 gezahlt. (Die neue GOP 01439 ist berechnungsfähig, wenn ein Arzt-Patienten-Kontakt in einem Quartal ausschließlich per Video stattfindet.)
  • Den Zuschlag gibt es für maximal 50 Videosprechstunden pro Arzt und Quartal (= 1.899 Punkte). Er ist damit auf rund 200 Euro begrenzt. Die Vergütung  erfolgt extrabudgetär.
  • Die GOP 01450 ist nur abrechnungsfähig, sofern es sich bei der Verlaufskontrolle in der Videosprechstunde um eine Folgebegutachtung handelt; das heißt, der Patient muss in demselben Quartal wegen der Beschwerden mindestens einmal in der Praxis gewesen sein.

Konsultation

Videosprechstunden können eine persönliche Vorstellung in der Praxis ersetzen. Die Konsultation ist deshalb Inhalt der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale und somit nicht gesondert berechnungsfähig. Für Fälle, bei denen der Patient in einem Quartal  nicht  die Praxis aufsucht, wurde eine analoge Regelung zum telefonischen Arzt-Patienten-Kontakt vereinbart und eine neue GOP (ab 1. April) in den EBM aufgenommen:

GOP 01439: 9,27 Euro (Bewertung: 88 Punkte), einmal im Behandlungsfall

  • Auf diese GOP wird der Technikzuschlag für die Videosprechstunde (GOP 01450) gezahlt.
  • Die GOP 01439 kann abgerechnet werden, wenn der Arzt-Patienten-Kontakt nur im Rahmen einer Videosprechstunde stattfindet und folglich im Quartal keine Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale abgerechnet wird.
  • Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Patient in den vorangegangenen zwei Quartalen mindestens einmal in der Praxis persönlich vorstellig geworden ist und die Verlaufskontrolle durch dieselbe Praxis erfolgt wie die Erstbegutachtung.
  • Die GOP ist – mit Ausnahme der GOP 01450 – nicht neben anderen Gebührenordnungspositionen be- rechnungsfähig.

Außerdem wurde für eine Reihe von Gebührenordnungspositionen, die mindestens drei persönliche Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall voraussetzen, vereinbart, dass einer dieser persönlichen Kontakte auch im Rahmen einer Videosprechstunde stattfinden kann. Dies gilt für folgende GOP: 02310, 07310, 07311, 07330, 07340, 10330, 18310, 18311, 18330, 18340.

Anpassung Anhang 2 EBM

Der Anhang 2 zum Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) wird mit Wirkung zum 1. April 2017 an den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) Version 2017 angepasst. Die Anpassung wurde durch die jährliche Aktualisierung der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM) und des OPS des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) erforderlich. Dabei handelt es sich um die Aufnahme von neuen OPS-Kodes und die Streichung von ungültigen (beendeten) OPS-Kodes in der Version 2017 im Vergleich zur Version 2016.

Informationen der KBV

Praxisinformation zur Videosprechstunden (132 KB)

Patienteninformation zur Videosprechstunden (149 KB)

 

Änderungen zum 01.01.2017

Humangenetik: EBM-Detailänderungen

Über die Weiterentwicklung der humangenetischen Leistungen zum 1. Juli 2016 und die im Nachgang dazu beschlossenen Änderungen informierten wir in praxis intern (Ausgaben Nr. 6 vom 27. Juni 2016 und Nr. 8 vom 27. August 2016). Nun hat der Bewertungsausschuss weitere Detailänderungen und Präzisierungen für Leistungen der Humangenetik mit Wirkung zum 1. Januar 2017 beschlossen. Wesentliche Inhalte daraus stellen wir nachfolgend stichpunktartig dar. Weitergehende Informationen entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses aus seiner 386. Sitzung am 12. Dezember 2016.

  • Die Berechnung der Gebührenordnungspositionen (GOP) 11235 und 11236 EBM (Zuschläge zur humangenetischen Beurteilung) setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der Qualitätssicherungsvereinbarung nach § 135 Abs. 2 SGB V voraus. Da die Verhandlungen über eine entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung noch nicht abgeschlossen sind, wurde die Frist für eine Berechnungsfähigkeit ohne eine Genehmigung bis zum 1. Januar 2018 verlängert.
  • Es wird klargestellt, dass die Leistungen der „kleinen Mutationssuche“ (GOP 11513, 19424 und 19453 EBM) nicht neben denen der „großen Mutationssuche“ (GOP 11514, 19425 und 19454 EBM) berechnungsfähig sind. Der Leistungsumfang der „kleinen Mutationssuche“ ist bereits in der „großen Mutationssuche“ enthalten. Die Abrechnungsausschlüsse wurden entsprechend in den EBM aufgenommen.
  • Die GOP 19450 zur molekularzytogenetischen Charakterisierung chromosomaler Aberrationen wird neu in den Abschnitt 19.4.4 EBM aufgenommen. Die Aufnahme dieser Leistung war erforderlich, da z. B. der Nachweis der HER2/neu-Genduplikation zur Indikationsstellung einer Herceptin-Therapie bei HER2/neu-positivem Magenkarzinom mit Hilfe dieser Untersuchungsmethode erbracht wird. Die GOP 19450 EBM ist mit 518 Punkten bewertet.

Ausblick: Mit Wirkung zum 1. April 2017 wird die Bewertung der GOP 32937 EBM (HLA-Typisierung) von 150 auf 115 Euro angepasst. Damit wird die Leistung der inhaltlich entsprechenden GOP 32902 EBM angeglichen.

Nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa) / Delegations-Vereinbarung

Informationen zu den EBM-Änderungen

In einem Schreiben der KVWL wurden die Praxen, die über eine (befristete) Genehmigung zur Abrechnung von Leistungen nach Abschnitt 3.2.1.2 EBM in Verbindung mit der Delegations-Vereinbarung (Anlage 8 BMV-Ä) verfügen, bereits über die Änderungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) informiert. In seiner 386. Sitzung hat der Bewertungsausschuss folgende Anpassungen beschlossen:

  • Zur weiteren Strukturförderung wurden folgende neue Zuschläge zum Strukturzuschlag (GOP 03060 EBM) und zu den NäPa-Besuchsleistungen (GOP 03062 und 03063 EBM) aufgenommen:
    Neue GOP Anmerkung Bewertung in Pkt.
    03061 Zuschlag zur GOP 03060 12
    03064 Zuschlag zur GOP 03062 20
    03065 Zuschlag zur GOP 03063 14
  • Der Höchstwert für die GOP 03060 und 03061 EBM beträgt seit dem 1. Januar 2017 insgesamt je Praxis 23.800 Punkte (vorher 12.851) im Quartal. Der Strukturzuschlag wird bis zu dieser Obergrenze (je Praxis) gezahlt.
  • Die als Abrechnungsvoraussetzung erforderliche Mindestzahl von Behandlungsfällen wurde wie folgt abgesenkt:
    • 700 Behandlungsfälle (vorher 860 Fälle) für einen vollzeittätigen Hausarzt im Quartal; für jeden weiteren in der Praxis vollzeittätigen Arzt mindestens 521 Behandlungsfälle (vorher 640) oder
    • 120 Behandlungsfälle (vorher 160) bei Patienten, die älter als 75 Jahre sind, für einen vollzeittätigen Hausarzt im Quartal; für jeden weiteren in der Praxis vollzeittätigen Arzt mindestens 80 Behandlungsfälle (vorher 120).
    Diese reduzierten Zahlen gelten auch für die erstmals zwei Jahre nach Erteilung der Genehmigung durch die KV erfolgende Prüfung, ob die Praxis die Kriterien zur Berechnung der GOP weiterhin erfüllt.
  • Die obligaten Leistungsinhalte der NäPa-Besuchsleistungen (GOP 03062 und 03063 EBM) wurden angepasst. Hiermit erfolgte eine Angleichung an die zum 1. Juli 2016 eingeführten GOP 38100 und 38105 EBM. Der erste Besuch eines Patienten in Alten- oder Pflegeheimen bzw. in anderen beschützenden Einrichtungen ist künftig über die GOP 03062 EBM abgebildet, weitere Besuche bei anderen Patienten in derselben sozialen Gemeinschaft über die GOP 03063 EBM.

Änderungen der Delegations-Vereinbarung (Anlage 8 BMV-Ä)

Die bisher bestehende Übergangsregelung für die Erteilung von Genehmigungen zur Abrechnung der GOP 03060 bis 03065 EBM für Praxen mit NäPa in Ausbildung wurde bis zum 31.12.2018 verlängert. Eine Genehmigung kann somit weiterhin auch dann befristet erteilt werden, sofern die Fortbildung der NäPa bereits begonnen wurde, aber noch nicht abgeschlossen ist. Die Befristung erfolgt bis zum voraussichtlichen Abschluss der Ausbildung, längstens jedoch für vier Quartale.

Darüber hinaus ist eine Änderung im Hinblick auf die Anerkennung von Berufserfahrung in fachärztlichen Praxen für den EBM-Abschnitt 38.3. erfolgt. Bislang wurde der Nachweis einer sich an den qualifizierten Berufsabschluss der NäPa anschließenden dreijährigen Berufserfahrung in einer hausärztlichen Praxis vorausgesetzt. Nunmehr kann der Arzt gegenüber der KV auch nachweisen, dass die NäPa über die entsprechende Berufserfahrung in einer fachärztlichen Praxis verfügt. Durch die zuständige Ärztekammer ist das Teilnahmezertifikat bei Berufserfahrung in einer fachärztlichen Praxis gesondert zu kennzeichnen. Für die Abrechnung von Leistungen nach dem EBM-Kapitel 3 wird jedoch auch weiterhin ausschließlich eine mindestens dreijährige Berufserfahrung in einer hausärztlichen Praxis vorausgesetzt.

Für den Nachweis der Erfahrung bei Hausbesuchen im Rahmen der praktischen Fortbildung sind auch durch Praxismitarbeiter in den letzten 24 Monaten vor Antragstellung selbstständig durchgeführte Besuche anrechnungsfähig. Der Nachweis kann sowohl über Besuche nach der GOP 40240/40260 EBM bis zum 1. Juli 2016, als auch über die seitdem gültigen GOP 38100/38105 erfolgen.

Finanzielle Förderung von elektronischen Arztbriefen

Seit dem 1. Januar 2017 werden elektronische Arztbriefe finanziell gefördert. Die Krankenkassen zahlen für jeden elektronisch übermittelten Brief eine Pauschale von insgesamt 55 Cent. Da Sender und Empfänger in die technische Infrastruktur investieren müssen, wird die Förderung aufgeteilt:

  • Versenden eines eArztbriefes je Empfänger-Praxis: GOP 86900 EBM (28 Cent)
  • Empfangen eines eArztbriefes: GOP 86901 EBM (27 Cent)

Die Vergütung erfolgt extrabudgetär. Der elektronische Versand ersetzt den Versand mit Post- und Kurierdiensten. Bei Abrechnung der o.g. Gebührenordnungspositionen dürfen für denselben Brief nicht die Kostenpauschalen für Portokosten (GOP 40120 bis 40126 EBM) abgerechnet werden.

Beim Versand (GOP 86900 EBM) gibt es eine Obergrenze, die abhängig von der Fachgruppe ist und sich an der Anzahl der Behandlungsfälle in dem jeweiligen Quartal orientiert. Für einen Patienten können mehrere Briefe verschickt werden.

Voraussetzung ist, dass der Versand sicher erfolgt und der Brief qualifiziert elektronisch signiert wird mittels elektronischem Heilberufsausweis.

Zuschläge für Infektionsdialysen erhöht

Die Bewertung der Zuschläge für Infektionsdialysen (GOP 40835 und 40836 EBM) hat sich zum 1. Januar 2017 erhöht. In einem weiteren Schritt werden die Kostenpauschalen zum 1. Januar 2018 erneut angehoben.

Hintergrund der Entscheidung des Bewertungsausschusses in seiner 386. Sitzung waren die gestiegenen Kosten für Hygienemaßnahmen im Bereich der Infektionsdialyse.

Der Bewertungsausschuss überprüft zum 1. Januar 2019, ob die Notwendigkeit einer weiteren Anpassung der Höhe der Kostenpauschalen besteht.

Die Bewertung der Zuschläge im Überblick:

GOP bis 31.12.2016 ab 01.01.2017 ab 01.01.2018
40835 30 Euro 60 Euro 90 Euro
40836 10 Euro 20 Euro 30 Euro

Neue Kinder-Richtlinie: Anpassung des EBM

Über das Inkrafttreten der neuen Kinder-Richtlinie zum 1. September 2016 informierten wir Sie in praxis intern (Ausgabe Nr. 9 vom 27. September 2016). In seiner 386. Sitzung hat der Bewertungsausschuss jetzt auch die Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) mit Wirkung zum 1. Januar 2017 beschlossen. Die erforderlichen Änderungen des EBM betreffen die Vergütung der Kinder-Früherkennungsuntersuchungen sowie das Screening auf Mukoviszidose.

Zur Honorierung der geänderten Untersuchungs- und Beratungsinhalte wurde beschlossen, die Bewertung der Kinder-Früherkennungsuntersuchungen („U-Untersuchungen“) zu erhöhen. Die U2 bis U9 (GOP 01712 bis 01719 EBM) sind nun mit 401 Punkten bewertet (bisher 308), die U7a (GOP 01723 EBM) ebenfalls mit 401 Punkten (bisher 355).

Außerdem wurden aufgrund der formalen Neustrukturierung der Kinder-Richtlinie redaktionelle Anpassungen im EBM vorgenommen.

Laut Beschluss wird zur Abbildung des neu aufgenommenen Screenings auf Mukoviszidose die bestehende Gebührenordnungsposition (GOP) 01707 EBM „Erweitertes Neugeborenen-Screening“ im Abschnitt 1.7.1 EBM um zusätzliche Leistungsinhalte erweitert und die Bewertung von 103 auf 135 Punkte erhöht. Die GOP 01707 EBM kann bis zum vollendeten 10. Lebenstag berechnet werden, sofern die Durchführung des Neugeborenen-Screenings im Untersuchungsheft für Kinder noch nicht dokumentiert ist.

Mit der GOP 01709 EBM (50 Punkte) wird eine neue Leistung zur eingehenden Aufklärung der Eltern zu Sinn, Zweck und Ziel des Screenings auf Mukoviszidose aufgenommen. Die GOP kann bis zum vollendeten 28. Lebenstag berechnet werden, sofern noch kein Screening auf Mukoviszidose im Untersuchungsheft für Kinder dokumentiert ist.

Die bisherige GOP 01708 EBM (Laboruntersuchungen im Rahmen des Neugeborenen-Screenings) wurde gestrichen. Die geforderten Laboruntersuchungen werden zukünftig als Katalogleistung mit den neuen GOP 01724 bis 01727 EBM abgebildet. Die Berechnung dieser GOP setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung gemäß der §§ 23 bzw. 38 der Kinder-Richtlinie voraus. In den GOP 01725 bis 01727 EBM wird die dreistufige Diagnostik des Screenings auf Mukoviszidose abgebildet. Da es sich bei der dritten Stufe um eine genetische in-vitro-Diagnostik handelt, ist die GOP 01727 EBM im Krankheitsfall nicht neben den GOP 11301 und 11351 EBM berechnungsfähig.

Sozialpädiatrie: Ausweitung der Berechnungsmöglichkeit der GOP 04356

Zum 1. Januar 2017 wurde die Berechnungsfähigkeit der weiterführenden sozialpädiatrisch orientierten Versorgung von Kindern und Jugendlichen verbessert. Die Gebührenordnungsposition (GOP) 04356 EBM kann nun höchstens dreimal statt bisher zweimal im Krankheitsfall abgerechnet werden. Dies hat der Bewertungsausschuss in seiner 386. Sitzung entschieden, um eine bessere Ausschöpfung des Vergütungsvolumens zu ermöglichen.

Die GOP 04356 EBM wurde zum 1. Januar 2015 als Zuschlag im Zusammenhang mit der GOP 04355 EBM für die weiterführende sozialpädiatrisch orientierte Versorgung in den EBM aufgenommen. Der Zuschlag ist mit 20,53 Euro (195 Punkten) bewertet.

Änderungen in 2016

Änderungen zum 01.07.2016

Neues Kapitel 37 im EBM

Kooperations- und Koordinationsleistungen in Pflegeheimen gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä

Anpassung des EBM erfolgte zum 1. Juli 2016

Mit der Aufnahme des Kapitels 37 und der neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) soll die medizinische Versorgung in Alten- und Pflegeheimen gestärkt und der zusätzliche Aufwand von Haus- und Fachärzten für eine regelmäßige Abstimmung und Koordinierung der Versorgung von Pflegeheimbewohnern honoriert werden.

Abrechnungsvoraussetzungen

Die Leistungen des Kapitels 37 können von Haus- und Fachärzten berechnet werden, sofern sie gegenüber der KV den Abschluss eines Kooperationsvertrages nach § 119b SGB V mit einer stationären Pflegeeinrichtung nachweisen. Der Kooperationsvertrag muss die Anforderungen der Anlage 27 zum BMV-Ä** erfüllen.

Einen Musterkooperationsvertrag sowie die Genehmigungsvoraussetzungen finden Sie unter www.kvwl.de in den Rubriken Versorgungsqualität, Genehmigung, Anträge, Voraussetzungen, Infos und Ansprechpartner sowie Pflegeheimversorgung (Kapitel 37 EBM)

Die Präambel zum Kapitel 37 Nr. 1 regelt, welche Fachärzte die neuen Leistungen abrechnen können. Die GOP 37100, 37102, 37113 und 37120 EBM können von nahezu allen Fachgruppen berechnet werden. Im Hinblick auf die GOP 37105 EBM ist der Kreis der zur Abrechnung berechtigten Fachärzte deutlich eingeschränkt. Sie kann nur von Hausärzten sowie Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin, Neurologie, Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie sowie Psychiatrie und Psychotherapie abgerechnet werden.

Die neuen GOP im Überblick

GOP

Leistungslegende

Wertigkeit in Punkten

37100

Zuschlag zur Versichertenpauschale oder Grundpauschale für die Betreuung von Patienten gemäß Präambel 37.1 Nr. 3* und gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä**

einmal im Behandlungsfall

höchstens zweimal im Krankheitsfall

125

37102

Zuschlag zu den GOP 01410 oder 01413 für die Betreuung von Patienten gemäß Präambel 37.1 Nr. 3* und gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä**

einmal im Behandlungsfall

125

37105

Zuschlag zur Versichertenpauschale oder Grundpauschale für den koordinierenden Vertragsarzt gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä**

einmal im Behandlungsfall

275

37113

Zuschlag zur GOP 01413 für den Besuch eines Patienten in einem Pflegeheim, mit dem ein Kooperationsvertrag nach § 119b SGB V besteht, der die Anforderungen der Anlage 27 zum BMV-Ä** erfüllt

106

37120

Fallkonferenz gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä**

höchstens dreimal im Krankheitsfall

Die GOP 37120 ist auch bei einer telefonischen Fallkonferenz berechnungsfähig.

64

 

* Die Gebührenordnungspositionen dieses Kapitels können von Ärzten gemäß Nr. 1 und Nr. 2 dieser Präambel nur bei Patienten berechnet werden, die in einem Pflegeheim betreut werden, mit dem ein Kooperationsvertrag nach § 119b SGB V besteht, der die Anforderungen der Anlage 27 zum BMV-Ä erfüllt.

 
 

** Vereinbarung nach § 119b Abs. 2 SGB V zur Förderung der kooperativen und koordinierten ärztlichen und pflegerischen Versorgung in stationären Pflegeheimen.

 

Weitere Informationen entnehmen Sie dem Beschluss des Bewertungsausschusses aus seiner 376. Sitzung am 22. Juni 2016.

Neues Kapitel 38 im EBM

Delegationsfähige Leistungen

Anpassung des EBM zum 1. Juli 2016

Mit der Aufnahme des Kapitels 38 erfolgt ein erster Schritt zur Umsetzung des gesetzlichen Auftrags zur Förderung der Delegation und der Übernahme delegationsfähiger Leistungen durch Personen nach § 28 Abs. 1 Satz 2 SGB V. Zahlreichen Facharztgruppen wird mit der Einführung dieses neuen Kapitels die Möglichkeit zur Abrechnung von Leistungen gegeben, die durch angestellte (qualifizierte) nichtärztliche Praxismitarbeiter/-assistenten erbracht werden. Darüber hinaus sind die neuen GOP auch für Hausärzte relevant, die nicht die Voraussetzungen aus Kapitel 3.2 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) erfüllen.
Die bisherigen Leistungen des Kapitels 3.2 EBM (GOP 03060, 03062, 03063 EBM) sind ausschließlich bei Vorliegen einer bei der KVWL zu beantragenden Abrechnungsgenehmigung abrechenbar. Da Praxisassistenten vor allem in Hausarztpraxen zum Einsatz kommen, die viele Patienten betreuen, ist zum Erhalt der Abrechnungsgenehmigung eine Mindestzahl von Behandlungsfällen erforderlich (s. 3.2.1.2 Nr. 1 EBM), die unter Berücksichtigung des Tätigkeitsumfangs laut Zulassungs- bzw. Genehmigungsbescheid ermittelt werden.

  • In den vergangenen vier Quartalen muss im Durchschnitt folgende Mindestzahl erfüllt werden: 860 Fälle für einen vollzeittätigen Hausarzt im Quartal; für jeden weiteren in der Praxis vollzeittätigen Arzt mindestens 640 Behandlungsfälle.

oder

  • 160 Patienten, die älter als 75 Jahre sind, für einen vollzeittätigen Hausarzt im Quartal; für jeden weiteren in der Praxis vollzeittätigen Arzt mindestens 120 Behandlungsfälle.

Hausarztpraxen mit einer Genehmigung zur Abrechnung der GOP 03060, 03062 und 03063 EBM können seit dem 1. Juli 2016 entscheiden, ob sie bei Patienten in Alten- u. Pflegeheimen bzw. beschützenden Einrichtungen die GOP 03063 EBM oder die neuen GOP des Kapitels 38 EBM berechnen. Hierbei ist zu beachten, dass die Basis-GOP 38100 und 38105 EBM innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) und die GOP 03062 und 03063 EBM vollständig außerhalb der MGV vergütet werden.
Das neue Kapitel 38 ist in zwei Abschnitte aufgeteilt. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der notwendigen Qualifikationsvoraussetzungen des Praxispersonals und der zur Berechnung befugten Vertragsärzte.

Die neuen GOP im Überblick

GOP

Leistungslegende

Wertigkeit in Punkten

Anmerkung

38100

GOP einschl. Wegekosten — entfernungsunabhängig — für das Aufsuchen eines Patienten durch einen vom behandelnden Arzt beauftragten angestellten Mitarbeiter der Arztpraxis zur Verrichtung medizinisch notwendiger delegierbarer Leistungen.

76

Die GOP kann nur berechnet werden, wenn der Patient aus medizinischen Gründen die Arztpraxis nicht aufsuchen kann. Der Mitarbeiter darf nur Leistungen erbringen, die vom Arzt im Einzelfall angeordnet worden sind. Die GOP dieser Leistungen sind neben der GOP 38100 berechnungsfähig.

38105

GOP einschl. Wegekosten — entfernungsunabhängig — für das Aufsuchen eines weiteren Patienten derselben sozialen Gemeinschaft (auch z. B. Alten- oder Pflegeheim) in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit dem Aufsuchen eines Patienten nach der GOP 38100.

39

Die GOP kann nur berechnet werden, wenn der Patient aus medizinischen Gründen die Arztpraxis nicht aufsuchen kann. Der Mitarbeiter darf nur Leistungen erbringen, die vom Arzt im Einzelfall angeordnet worden sind. Die GOP dieser Leistungen sind neben der GOP 38105 berechnungsfähig.

38200

Zuschlag zu der GOP 38100 für den Besuch und die Betreuung durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten.

90

Die GOP kann nur in Fällen berechnet werden, in denen eine Versichertenpauschale oder Grundpauschale berechnet wurde.

38205

Zuschlag zur GOP 38105 für den Besuch und die Betreuung eines weiteren Patienten durch einen qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistenten.

83

Die GOP kann nur in Fällen berechnet werden, in denen eine Versichertenpauschale oder Grundpauschale berechnet wurde.

Wichtig: Die Leistungen dieses Kapitels sind nicht zeitbewertet.

Weitere Informationen entnehmen Sie dem Beschluss des Bewertungsausschusses aus seiner 376. Sitzung am 22. Juni 2016.

Änderungen zum 01.01.2016

Besondere Kennzeichnung anästhesiologischer Leistungen

Mit Inkrafttreten des Versorgungsstärkungsgesetzes dürfen im Honorarverteilungsmaßstab (HVM) keine Maßnahmen zur Begrenzung oder Minderung des Honorars für anästhesiologische Leistungen angewandt werden, die im Zusammenhang mit vertragszahnärztlichen Behandlungen von Patienten mit mangelnder Kooperationsfähigkeit bei geistiger Behinderung oder schwerer Dyskinesie notwendig sind. Die daraus erforderlichen Änderungen des HVM können erst zum 01.01.2016 beschlossen werden. Bis dahin bleiben diese anästhesiologischen Leistungen wie bisher Bestandteil des betreffenden QZV.

Zur Wahrung dieser zusätzlichen Honoraransprüche sind ab sofort anästhesiologische Leistungen bei vertragszahnärztlicher Behandlung bei diesem besonderen Personenkreis mit dem Zusatz "Z" zu kennzeichnen.

Anstelle von GOP Benutzen Sie SNR
05210 05210Z
05211 05211Z
05212 05212Z
05230 05230Z
05230B 05230N
05330 05330Z
05331 05331Z
05340 05340Z
05341 05341Z
05350 05350Z

Mit dieser Kennzeichnung ist die Ermittlung des zusätzlichen Honoraranspruchs, der voraussichtlich im Quartal 1/2016 nachvergütet wird, sichergestellt.

Zur Vermeidung eines weiteren Verwaltungsaufwandes, garantiert die KVWL, dass die Nachvergütung für die in den Quartalen 3/2015 und 4/2015 erbrachten anästhesiologischen Leistungen bei vertragszahnärztlichen Behandlungen von Patienten mit eingeschränkter Kooperationsfähigkeit aufgrund geistiger Behinderung oder schwerer Dyskinesie, erfolgt, ohne mit diesem Sachgrund Widerspruch gegen die Abrechnungsbescheide für diese Quartale einzulegen.

 

Änderungen in 2015

Änderungen zum 01.07.2015

Langzeit-EKG neben Hausbesuchen des Praxisassistenten abrechnungsfähig

Die Aufzeichnung eines Langzeit-EKG (GOP 03322 EBM) kann seit dem 01. Juli 2015 neben den Besuchen des nichtärztlichen Praxisassistenten (GOP 03062 und 03063 EBM) abgerechnet werden. Voraussetzung ist, dass der nichtärztliche Praxisassistent bei seinem Hausbesuch das Langzeit-EKG-Gerät nach mindestens 18-stündiger Aufzeichnung wieder abnimmt.

Bislang war die Aufzeichnung eines Langzeit-EKG neben den Hausbesuchen des nichtärztlichen Praxisassistenten nicht berechnungsfähig.

Der EBM wurde zum 01. Juli 2015 angepasst. Der Bewertungsausschuss ergänzte die Nr. 6 der Präambel 3.2.1.2 im EBM um die GOP 03322 für die Aufzeichnung des Langzeit-EKG. Die Präambel gibt vor, welche Leistungen neben den Hausbesuchen abgerechnet werden können.

Eine spätere - zeitlich getrennte - computergestützte Auswertung des Langzeit-EKG (GOP 03241 EBM) durch den Arzt kann unter Angabe der Uhrzeit am selben Behandlungstag berechnet werden, sofern eine Genehmigung zur Abrechnung dieser Leistung vorliegt.

Änderungen zum 01.04.2015

Versichertenpauschale im Vertretungsfall

Ab 1. April 2015 können Haus- und Kinderärzte, die einen Kollegen im Urlaub oder wegen Krankheit vertreten, die volle Versichertenpauschale abrechnen.

Bislang erhalten Hausärzte und Pädiater im Vertretungs- bzw. Überweisungsfall für einen Patienten lediglich die halbe Versichertenpauschale (GOP 03010 bzw. 04010 EBM). Diese GOP werden im EBM gestrichen.

Stattdessen rechnen Hausärzte und Pädiater bei Behandlung im Vertretungsfall oder bei Überweisungen durch einen anderen Hausarzt bzw. Pädiater zur Mit-, Weiterbehandlung oder Konsiliaruntersuchung die volle Versichertenpauschale ab (GOP 03000 / 04000 EBM).

 

GOP 06225 EBM: Augenärztliche Strukturpauschale neben IVM-Leistungen

Augenärztliche Strukturpauschale neben IVM-Leistungen ab 01.04.2015 abrechnungsfähig

Die Präambel 6.1 Nr. 6 EBM wurde angepasst. Die GOP für die IVM werden aus der Liste der Leistungen, die nicht neben der Strukturpauschale für konservativ tätige Augenärzte abrechnungsfähig sind, gestrichen.

Konservativ tätige Augenärzte, die ausschließlich die intravitreale Medikamenteneingabe (IVM) als operative Leistung durchführen, können ab dem 01. April 2015 die augenärztliche Strukturpauschale nach der GOP 06225 EBM einmal im Behandlungsfall als Zuschlag zur Grundpauschale (GOP 06210 – 06212 EBM) abrechnen. Bisher ist das laut EBM ausgeschlossen.

 

OPS-Kodes 2015 bei Hernien-OP angepasst

Das Verzeichnis über die Zuordnung der Operationen und Prozeduren aus dem OPS zu den Leistungen der EBM-Kapitel 31 und 36, der Anhang 2 des EBM, wird zum 1. April 2015 an die aktuelle Version des Operationen- und Prozedurenschlüssels angepasst.

Besonderheiten des aktuellen OPS 2015 ergeben sich bei der Kodierung von Hernien-Operationen mit autogenem Material.

Bisher galt bei der Umsetzung des OPS für den EBM, dass der Anhang 2 grundsätzlich keine unspezifischen OPS-Kodes enthält. Die KBV und der GKV-Spitzenverband haben jetzt vereinbart, die unspezifischen -.x-Kodes der Hernien-Chirurgie ausnahmsweise und übergangsweise in den Anhang 2 des EBM aufzunehmen.

 

Humane Papillomviren bei auffälliger Zervix-Zytologie

Ab 01.04.2015 auch mRNA-Nachweis möglich

Nach einem auffälligen zytologischen Befund des Gebärmutterhalsabstrichs können Vertragsärzte ab dem 01. April 2015 auch einen mRNA-basierten Nachweis auf humane Papillomviren durchführen. Dazu wird die Gebührenordnungsposition 32820 EBM angepasst.

Für einen Nachweis auf humane Papillomviren (HPV) nach einem auffälligen zytologischen Befund ab Gruppe III der Münchner Nomenklatur III war bislang nur ein DNA-Test abrechnungsfähig. Nunmehr kann der Vertragsarzt zwischen einem DNA- und mRNA-basierten Testverfahren zum Nachweis der Hochrisikotypen des HPV (HR-HPV) wählen. Nur die HR-HPV-Typen sind maßgeblich an der Entstehung eines Zervixkarzinoms beteiligt. Für den Nachweis nach einem operativen Eingriff an der Cervix uteri ist wie bisher ausschließlich der DNA-Test berechnungsfähig. Diese Indikation ist nunmehr als GOP 32819 im EBM enthalten.

Beide GOP sind jeweils nur einmal berechnungsfähig und im Behandlungsfall nebeneinander ausgeschlossen.

Darüber hinaus wurde die GOP 32820 EBM an die neue Münchner Nomenklatur III und die überarbeitete Qualitätssicherungsvereinbarung Zervix-Zytologie angepasst. Die geänderte Qualitätssicherungsvereinbarung ist zum 01.01.2015 in Kraft getreten.

 

Änderungen zum 01.01.2015

Anpassung der GOP 03360 EBM

Das hausärztliche-geriatrische Basisassessment nach der GOP 03360 EBM wird zum 01. Januar 2015 im obligaten Leistungsinhalt um den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ergänzt. Das bedeutet, dass ohne einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt die Abrechnung des geriatrischen Basisassessment ausgeschlossen ist.

 

Neue Gebührenordnungsposition (GOP) 04356 EBM ab 01.01.2015

Die sozialpädiatrische Betreuung von Kindern und Jugendlichen wird seit Januar 2015 besser vergütet. Kinder- und Jugendmediziner mit entsprechender Qualifikation erhalten einen Zuschlag für die weiterführende sozialpädiatrisch orientierte Versorgung. Damit soll der erhöhte Aufwand bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen beispielsweise mit motorischen, kognitiven oder emotionalen Auffälligkeiten, Erkrankungen oder einer Behinderung besser berücksichtigt werden.

Die neue Leistung wird als Zuschlag zur GOP 04355 vergütet, wenn nach der sozialpädiatrisch orientierten Beratung, Erörterung und/oder Abklärung eine weiterführende sozialpädiatrische Versorgung erfolgt. Dazu wurde zum 1. Januar 2015 die GOP 04356 neu in den EBM aufgenommen. Sie ist mit 195 Punkten bewertet. Die Vergütung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und damit extrabudgetär und ohne Mengenbegrenzung zum vereinbarten Preis.

Die Abrechnung ist zweimal im Krankheitsfall möglich, d.h. zweimal innerhalb von vier Quartalen, bei Bedarf auch zweimal innerhalb eines Quartals. Voraussetzung für die Abrechnung ist ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt oder ein persönlicher Kontakt des Arztes zu einer Bezugsperson des Kindes oder Jugendlichen von mindestens 15 Minuten. Die Leistung umfasst unter anderem die Erhebung und/oder Monitoring von motorischen, kognitiven, emotionalen und/oder organbedingten Einschränkungen und/oder Auffälligkeiten sowie die Beratung über weiterführende Maßnahmen.

Da die GOP 04356 nicht isoliert, sondern nur als Zuschlagsposition zur GOP 04355 abgerechnet werden kann, muss eine der in der Anmerkung zur GOP 04356 genannten Diagnosen vorliegen. Die Angabe des entsprechenden ICD-Codes ist zwingend erforderlich.

Qualifikationsvoraussetzungen
Um eine Abrechnungsgenehmigung zu erhalten, müssen Kinder- und Jugendärzte eine sozialpädiatrische Qualifikation von mindestens 40 Wochenstunden nachweisen (gemäß dem Curriculum "Entwicklungs- und Sozialpädiatrie für die kinder- und jugendärztliche Praxis" der Bundesärztekammer). Alternativ wird eine ärztliche Tätigkeit von mindestens sechs Monaten – auch im Rahmen der Weiterbildungszeit – in einem Sozialpädiatrischen Zentrum beziehungsweise in einer interdisziplinären Frühförderstelle anerkannt.

Die Praxen müssen außerdem mit Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie einem Sozialpädiatrischem Zentrum kooperieren.

Übergangsregelung bis 30. Juni 2016
Die GOP 04356 EBM kann im Rahmen einer Übergangsregelung bis zum 30. Juni 2016 auch ohne Nachweis der Qualifikation abgerechnet werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Kinder- und Jugendärzte die GOP 04355 EBM im Vorjahresquartal und dem darauffolgenden Quartal in durchschnittlich mindestens 50 Behandlungsfällen je Quartal abgerechnet haben. In diesen Fällen wird die Genehmigung befristet erteilt.

Den entsprechenden Antrag finden Sie unter Versorgungsqualität / Genehmigung.

 

Förderung von Praxisassistenten

Vergütung von nicht-ärztlichen Praxisassistenten

Der Einsatz von nicht-ärztlichen Praxisassistenten wird in Hausarztpraxen ab dem 01.01.2015 bundesweit mit bis zu 1.320 Euro im Quartal finanziell gefördert.

Nach der neuen Regelung können Hausärzte ab Januar auch in nicht unterversorgten Gebieten einen Praxisassistenten beschäftigen, der sie bei der Behandlung von Patienten unterstützt und zum Beispiel Hausbesuche übernimmt. Dazu werden drei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen:

Leistung EBM-Nr Punkte Euro
Zuschlag zur Strukturpauschale 03060 22 2,26
Hausbesuch der Assistentin einschl. Wegekosten 03062 166 17,05
Mit- /Heimbesuch des Assistenten einschl. Wegekosten 03063 122 12,53

Stand: ab 01.01.2015, Orientierungspunktwert: 10,2718 Cent

Für die Anstellung eines Praxisassistenten erhalten Hausärzte einen Zuschlag zur Strukturpauschale (GOP 03040 EBM) in Höhe von 22 Punkten. Dieser Zuschlag wird für maximal 600 Behandlungsfälle je Praxis und Quartal gezahlt. Zu beachten ist jedoch, dass Fälle im organisierten Bereitschaftsdienst, Überweisungsfälle ohne Patienten-Kontakt und stationäre (belegärztliche) Fälle von der Fallzählung ausgenommen sind. Ferner verringert sich die Anzahl der Zuschläge um die Zahl der Behandlungsfälle aus Selektivverträgen ohne Beteiligung der KVWL (HzV-Verträge nach § 73b SGB V) und/oder aus Verträgen zur knappschaftsärztlichen Versorgung.

Jeder Hausbesuch (GOP 03062 EBM, Bewertung: 17,05 Euro einschl. Wegegeld) und jeder Mit- /Heimbesuch (GOP 03063 EBM, Bewertung: 12,53 Euro einschl. Wegegeld) wird ohne Mengenbegrenzung zu dem vereinbarten Preis extrabudgetär vergütet.

Die GOP 03062 und 03063 EBM können nur in Fällen berechnet werden, in denen eine Versichertenpauschale berechnet wurde.

Neben den GOP 03062 und 03063 EBM können nur Leistungen des Abschnitts 32.2 EBM sowie die GOP 31600 EBM abgerechnet werden.

Mit der Aufnahme der neuen GOP 03062 und 03063 EBM entfallen die Kostenpauschalen 40870 und 40872 EBM.

Voraussetzungen für die Abrechnung

Praxisassistenten sollen vor allem in Hausarztpraxen zum Einsatz kommen, die viele Patienten betreuen und Unterstützung benötigen. Um die neuen Leistungen abrechnen zu können, benötigen Hausärzte eine Genehmigung der KVWL. Zusätzlich muss die Praxis eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Eine Praxis mit einer vollen Zulassung muss in den letzten vier Quartalen vor Antragstellung durchschnittlich mindestens 860 Behandlungsfälle je Quartal nachweisen. Bei mehreren Hausärzten in einer Praxis erhöht sich die Fallzahl um 640 Behandlungsfälle je weiterem, vollzeittätigem Hausarzt. Sofern bei einem Hausarzt kein voller Tätigkeitsumfang vorliegt, wird die Fallzahl anteilig ermittelt. Beispiel:
    Praxis mit einem vollen Sitz: 860 Fälle
    Praxis mit zwei vollen Sitzen: 1.500 Fälle
    Praxis mit 2,5 Sitzen: 1.820 Fälle

oder

  • Eine Praxis mit einer vollen Zulassung muss in den letzten vier Quartalen durchschnittlich mindestens 160 Behandlungsfälle je Quartal bei Patienten, die älter als 75 Jahre sind, nachweisen. Bei mehreren Hausärzten in einer Praxis erhöht sich die Fallzahl um 120 Fälle je weiterem, vollzeittätigem Hausarzt. Sofern bei einem Hausarzt kein voller Tätigkeitsumfang vorliegt, wird die Fallzahl anteilig ermittelt. Beispiel:
    Praxis mit einem vollen Sitz: 160 Fälle
    Praxis mit zwei vollen Sitzen: 280 Fälle
    Praxis mit 2,5 Sitzen: 340 Fälle

Fälle aus Selektivverträgen (HzV-Vertrag nach § 73b SGB V) und/oder aus Verträgen zur knappschaftsärztlichen Versorgung werden bei der Zählung berücksichtigt. Ärzte, die an einem HzV-Vertrag und/oder einem Vertrag zur knappschaftsärztlichen Versorgung teilnehmen, melden der KVWL alle Behandlungsfälle im Rahmen dieser Verträge einmal im Quartal anhand der neuen kodierten Symbolnummer (SNR) 88194.

Damit die KVWL diese Fälle berücksichtigen kann, ist bei der Behandlung eines vergütungswirksam eingeschriebenen HzV-Patienten bzw. Knappschafts-Patienten ohne Abrechnung von Leistungen im Rahmen der Kollektiv-Abrechnung für diesen Patienten ein „Pseudobehandlungsfall“ anzulegen und die SNR 88194 als einzige Leistung im Behandlungsfall anzugeben.

Die KVWL prüft erstmals zwei Jahre nach Erteilung der Genehmigung, ob der Arzt die Kriterien der Voraussetzungen für die Berechnung der GOP 03060, 03062 und 03063 EBM weiterhin erfüllt. Danach erfolgt eine jährliche Überprüfung.

Voraussetzungen für die Genehmigung

Die Erteilung der Genehmigung erfolgt nach der Delegations-Vereinbarung (Anlage 8 Bundesmantelvertrag-Ärzte). Der Arzt muss gegenüber der KV nachweisen, dass sein nicht-ärztlicher Praxisassistent über

  • einen qualifizierten Berufsabschluss gemäß der Verordnung über die Berufsausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten/Arzthelfer(in) oder dem Krankenpflegegesetz,
  • einen mindestens dreijährige Berufserfahrung in einer hausärztlichen Praxis und
  • eine Zusatzqualifikation gemäß § 7 der Vereinbarung

verfügt. Des Weiteren muss der nicht-ärztliche Praxisassistent mit mindestens 20 Wochenstunden in der Praxis angestellt sein. Diese Voraussetzungen sind im Antragsformular vom Arzt zu bestätigen. Die Zusatzqualifikation ist durch ein Zertifikat zu belegen.

Übergangsregelung

Da in vielen Hausarztpraxen Mitarbeiter für diese neuen Aufgaben erst noch ausgebildet werden müssen, haben KBV und Krankenkassen eine Übergangsregelung vereinbart. Danach können Ärzte die neuen Leistungen bereits ab Beginn der Ausbildung des Mitarbeiters zum nichtärztlichen Praxisassistenten abrechnen. Die Ausbildung muss jedoch voraussichtlich bis zum 30.06.2016 abgeschlossen sein. In diesen Fällen ist die Genehmigung befristet (maximal ein Jahr) zu erteilen.

Aufgaben und Qualifizierung des nicht-ärztlichen Praxisassistenten

Ein nicht-ärztlicher Praxisassistent unterstützt den Hausarzt bei der Betreuung der Patienten. Der Arzt überwacht die Tätigkeit des Assistenten und ist jederzeit für ihn erreichbar. Nach einem Hausbesuch informiert der Assistent den Arzt spätestens am nächsten Werktag über die erhobenen Befunde und durchgeführten Maßnahmen.
Medizinische Fachangestellte (MFA), die diese Aufgabe übernehmen wollen, benötigen eine entsprechende Fortbildung. Sowohl die Bundesärztekammer als auch der Deutsche Hausärzteverband haben entsprechende Fortbildungscurricula für MFA und Angehörige anderer Gesundheitsberufe entwickelt.

Näheres dazu regelt die Delegationsvereinbarung von KBV und GKV-Spitzenverband, die zum 01.01.2015 entsprechend angepasst wird.

 

 

PFG: Zuschlag und Neuerungen zum 01.01.2015

Zuschlag zur PFG

Fachärzte der Grundversorgung erhalten seit dem 01.10.2013 einen Zuschlag:
Die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG) wird einmal im Quartal für jeden Behandlungsfall gezahlt, bei dem der Arzt ausschließlich konservativ tätig ist und keine spezialisierte Leistung durchführt.

Ab dem 01.01.2015 erhalten Fachärzte zu jeder PFG einen festen Zuschlag in Höhe von 26,7 Prozent der jeweiligen PFG. Dieser PFG-Zuschlag wird außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) vergütet und automatisch durch die KVWL bei der Abrechnung der PFG zugesetzt.

PFG für Schwerpunktinternisten

Schwerpunktinternisten erhalten ab dem 01.01.2015 eine PFG sowie einen Zuschlag zur PFG. Für jeden internistischen Schwerpunkt wird eine entsprechende Gebührenordnungsposition (GOP) eingeführt, die mit 41 Punkten bewertet ist und innerhalb der MGV vergütet wird. Abweichend von den allgemeinen Bestimmungen 4.3.8 des EBM ist die PFG für Schwerpunktinternisten nur in Behandlungsfällen berechnungsfähig, in denen ausschließlich die jeweilige Grundpauschale und/oder der Laborwirtschaftlichkeitsbonus (GOP 32001 EBM) abgerechnet wurden. Der PFG-Zuschlag, welcher extrabudgetär vergütet wird, ist einheitlich mit 11 Punkten bewertet und wird automatisch durch die KVWL zugesetzt.

PFG-Anpassung bei Nervenheilkunde/Neurologie und Psychiatrie

Die PFG für die Abrechnungsgruppen Nervenheilkunde/Neurologie und Psychiatrie  wird aufgeteilt in einen Zuschlag für die psychiatrische Grundversorgung (GOP 21218 EBM, neue Bewertung: 44 Punkte) und in einen Zuschlag für die nervenheilkundliche Grundversorgung (neue GOP 21225 EBM, Bewertung: 39 Punkte). Der Zuschlag für die neurologische Grundversorgung (GOP 16215 EBM) wird ebenfalls mit 39 Punkten bewertet.

PFG-Anpassung bei Gynäkologen

Die Bewertung des Zuschlags für die gynäkologische Grundversorgung (GOP 08220 EBM) wird um 6 Punkte auf 24 Punkte abgesenkt. Dafür erhalten Gynäkologen die Pauschale künftig auch dann, wenn sie die Laborgrundpauschale Prävention (GOP 01701 EBM) abrechnen (aber nicht neben den GOP 01783, 01792, 01816, 01833 und 01840 EBM).

Übersicht der angepassten Pauschalen für alle Fachgruppen

In der folgenden Übersicht sind die angepassten PFG für die einzelnen Facharztgruppen sowie die neuen Zuschläge zur PFG zusammengefasst:

PFG (innerhalb MGV) PFG-Zuschlag (extrabudgetär)
Fachgruppe GOP Pkt. Euro GOP Pkt. Euro
Anästhesiologie 05220 75 7,70 05222 20 2,05
Augenheilkunde 06220 21 2,16 06222 6 0,62
Chirurgie 07220 32 3,29 07222 9 0,92
Gynäkologie 08220 24 2,47 08222 6 0,62
Hautarzt 10220 18 1,85 10222 5 0,51
HNO 09220 27 2,77 09222 7 0,72
Innere Med. FA ohne Schwerpunkt 13220 41 4,21 13222 11 1,13
Innere Med. SP Angiologie 13294 41 4,21 13296 11 1,13
Innere Med. SP Endokrinologie 13344 41 4,21 13346 11 1,13
Innere Med. SP Gastroenterologie 13394 41 4,21 13396 11 1,13
Innere Med. SP Hämatologie/Onkologie 13494 41 4,21 13496 11 1,13
Innere Med. SP Kardiologie 13543 41 4,21 13544 11 1,13
Innere Med. SP Nephrologie 13594 41 4,21 13596 11 1,13
Innere Med. SP Pneumologie 13644 41 4,21 13646 11 1,13
Innere Med. SP Rheumatologie 13694 41 4,21 13696 11 1,13
Kinder- u. Jugendpsychiatrie 14214 85 8,73 14216 23 2,36
Nervenheilkunde 21225 39 4,01 21226 10 1,03
Neurologie 16215 39 4,01 16217 10 1,03
Orthopädie 18220 31 3,18 18222 8 0,82
Phoniatrie u. Pädaudiologie 20220 27 2,77 20222 7 0,72
Physikalische u. Rehabilitative Medizin 27220 65 6,68 27222 17 1,75
Psychiatrie 21218 44 4,52 21219 12 1,23
Psychosomatik u. Psychotherapie 22216 164 16,85 22218 44 4,52
Psychotherapie 23216 164 16,85 23218 44 4,52
Urologie 26220 35 3,60 26222 9 0,92

Stand: ab 01.01.2015, Orientierungspunktwert: 10,2718 Cent

Problemorientiertes ärztliches Gespräch

Anpassung der GOP 03230 und 04230 EBM

Zum 01.01.2015 wird die Leistungslegende der GOP 03230/04230 EBM in „Problemorientiertes ärztliches Gespräch, das aufgrund von Art und Schwere der Erkrankung erforderlich ist“ geändert. Die bisherige Einschränkung auf lebensverändernde Erkrankungen entfällt, denn problemorientierte ärztliche Gespräch können im Rahmen verschiedenster Erkrankungen erforderlich sein.

 

 

Gruppengröße in der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie

Zum 1. Januar 2015 werden drei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für die
tiefenpsychologisch fundierte und analytische Gruppentherapie von Kindern und
Jugendlichen mit einer Gruppengröße von mindestens drei und höchstens vier Teilnehmern („kleine Gruppe“) eingeführt:

  • GOP 35205: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie – Kurzzeittherapie
  • GOP 35208: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie – Langzeittherapie
  • GOP 35212: Analytische Psychotherapie

Jede GOP ist mit 814 Punkten bewertet.

Gleichzeitig wurden die bereits im EBM enthaltenen GOP 35202, 35203 und 35211 der tiefenpsychologisch fundierten und analytischen Gruppentherapie in Bezug auf die Mindestteilnehmerzahlen für Kinder und Jugendliche auf mindestens fünf und höchstens neun Teilnehmer („große Gruppe“) konkretisiert.

 


Weitere Informationen

KBV-Übersicht zum EBM

Die Beschlüsse zu den EBM-Änderungen (KBV)

Ansprechpartner

EBM-Hotline Service-Center

0231 94 32 10 00

Service-Center