EBM

Abrechnung

Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM)

Änderungen zum 01.04.2018

Laborreform - Wirtschaftlichkeitsbonus

Neue Berechnung und Anpassungen

Aufgrund der überproportionalen Mengenzunahme bei den Laborleistungen in den letzten Jahren und den daraus resultierenden Finanzierungsproblemen treten zum 01.04.2018 bundesweit Änderungen in der Vergütungssystematik des Laborbereichs in Kraft.

Dies betrifft neben den Änderungen des Honorarverteilungsmaßstabs auch Neuerungen beim Labor-Wirtschaftlichkeitsbonus im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM).

Der Wirtschaftlichkeitsbonus belohnt nach wie vor einen wirtschaftlichen Umgang mit Laborleistungen: Bleiben die Kosten für veranlasste und eigenerbrachte Leistungen (Abschnitt 32.2 und 32.3 EBM) unterhalb einer Bewertungsgrenze, erhalten Ärzte zusätzliches Geld. Je nach Fachgruppe und Zahl der Behandlungsfälle können das bis zu mehreren tausend Euro im Quartal sein.

Der Wirtschaftlichkeitsbonus wird zukünftig einfacher und transparenter. Die Abrechnung erfolgt weiterhin mit der Gebührenordnungsposition (GOP) 32001 EBM. Die GOP wird von der Kassenärztlichen Vereinigung für jeden Behandlungsfall (jetzt auch für Fälle mit Kennnummern) zugesetzt, bei dem eine Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliarpauschale abgerechnet wurde.

Bewertung GOP 32001 je Fachgruppe

Die geänderte Berechnung ab dem 01.04.2018

Zur Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus gibt es ab 01.04.2018 zwei entscheidende Parameter: Die tatsächlich veranlassten und eigenerbrachten Laborkosten der Praxis und die neuen arztgruppenspezifischen begrenzenden Fallwerte. Letztere geben vor, wie hoch die durchschnittlichen Kosten je Behandlungsfall sein dürfen, um den Wirtschaftlichkeitsbonus zu erhalten. Beide Werte werden schließlich miteinander verglichen.

Begrenzende Fallwerte für jede Arztgruppe

Die arztgruppenspezifischen begrenzenden Fallwerte sind im EBM abgebildet. Dabei gibt es für jede Fachgruppe zwei Werte: einen unteren begrenzenden Fallwert, bis zu dem Ärzte den Bonus in voller Höhe erhalten, und einen oberen begrenzenden Fallwert, ab dem es keinen Bonus gibt. Liegen die Laborkosten der Praxis zwischen beiden Werten, wird der Bonus anteilig ausgezahlt.

Arztgruppenspezifische untere und obere begrenzende Fallwerte in Euro

Die Rechenschritte im Detail

Ärzte müssen sich um die genaue Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus eigentlich nicht kümmern: Diese Aufgabe übernimmt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) bei der Quartalsabrechnung. Der Bonus (GOP 32001 EBM) wird automatisch zugesetzt. Um aber die Rechenschritte nachvollziehen zu können, sind ein paar Erläuterungen hilfreich:

Ermittlung des arztpraxisspezifischen Fallwertes

Um die Laborkosten der Praxis mit den arztgruppenspezifischen Fallwerten vergleichen zu können, wird zunächst der arztpraxisspezifische Fallwert berechnet. Dieser Wert umfasst die durchschnittlichen Laborkosten einer Praxis je Behandlungsfall. Dazu werden die Laborkosten der Praxis durch die Anzahl der Behandlungsfälle dividiert.

Welche Kosten fließen ein:

In die Summe der Kosten fließen alle Laborleistungen nach den Abschnitten 32.2 und 32.3 EBM ein, die eine Praxis von Laborgemeinschaften bezogen (Muster 10A), als Auftragsleistung überwiesen (Muster 10) und/oder selbst durchgeführt hat.

Welche Kosten fließen nicht ein:

Nicht addiert werden die Kosten der Laboruntersuchungen, die unter die Kennnummer-Regelung (sog. Ausnahmetatbestände) fallen. Auftragsleistungen, die von der Arztpraxis abgerechnet werden, bleiben ebenfalls unberücksichtigt.

Welche Fälle werden gezählt:

Es werden alle Behandlungsfälle im Quartal gezählt, in denen mindestens eine Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliarpauschale der EBM-Kapitel 3, 4, 7 bis 11, 13, 16, 17, 18, 20, 21, 26, 27 oder 30.7 abgerechnet wurde.

Bei Ärzten, die an einem Selektivvertrag teilnehmen, werden auch die folgende Fälle gezählt: Wenn für Selektivvertragspatienten Laborleistungen weiter als kollektivvertragliche Leistung veranlasst oder abgerechnet werden und in diesen Behandlungsfällen keine Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliarpauschale berechnet wird. Diese Fälle sind gegenüber der KV mit der Zusatznummer 88192 zu kodieren. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Wirtschaftlichkeitsbonus nicht Gegenstand des Selektivvertrags ist.

Ermittlung des Wirtschaftlichkeitsfaktors

Im nächsten Schritt wird der arztpraxisspezifische Fallwert mit dem unteren und oberen arztgruppenspezfischen Fallwert verglichen. Dabei wird ein Wirtschaftlichkeitsfaktor bestimmt:

  • Ist der arztpraxisspezifische Fallwert kleiner oder gleich dem arztgruppenspezifischen unteren Fallwert, beträgt der Wirtschaftlichkeitsfaktor 1. Die Praxis erhält den Bonus in voller Höhe.
  • Ist der Wert größer oder gleich dem arztgruppenspezifischen oberen Fallwert, beträgt der Wirtschaftlichkeitsfaktor 0. Die Praxis erhält keinen Bonus.
  • Liegt die Praxis mit ihren Kosten zwischen dem unteren und oberen Fallwert, dann liegt der Wirtschaftlichkeitsfaktor zwischen 0 und 1. Die Praxis bekommt einen anteiligen Bonus.

Zur Berechnung des Wirtschaftlichkeitsfaktors wird die Differenz zwischen dem oberen arztgruppenspezifischen Fallwert und dem arztpraxisspezifischen Fallwert dividiert durch die Differenz zwischen dem oberen und unte-ren arztgruppenspezifischen Fallwert.

Abschließende Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus

Um zu wissen, wie hoch der Wirtschaftlichkeitsbonus für die Praxis letztlich ausfällt, werden die anzurechnenden Fälle der Praxis, der Wert der GOP 32001 und der Wirtschaftlichkeitsfaktor multipliziert.

Fallbeispiele

Einzelpraxis / fachgleiche GP

Hinweis:

In diesem Beispiel werden hausärztliche Werte verwendet, die Berechnung gilt für Fachärzte analog.

Fallbeispiel Einzelpraxis/fachgleiche GP

1.000 Behandlungsfälle, arztgruppenspezifischer unterer und oberer begrenzender Fallwert 1,60 Euro bzw. 3,80 Euro, Wirtschaftlichkeitsbonus je Fall 19 Punkte (2,02 Euro).

Bonus in voller Höhe

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 1,55 Euro je Fall. Die Kosten liegen also unter dem arztgruppenspezifischen unteren begrenzenden Fallwert von 1,60 Euro. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt infolgedessen 1.

Ergebnis: Der Wirtschaftlichkeitsbonus wird in voller Höhe ausgezahlt.

Der Bonus beträgt:

19 Punkte x 1.000 Behandlungsfälle x Wirtschaftlichkeitsfaktor 1

= 19.000 Punkte (2.020 Euro).

Bonus anteilig

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 2,80 Euro je Fall. Die Kosten liegen also zwischen dem arztgruppenspezifischen unteren und oberen begrenzenden Fallwert. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor liegt also zwischen 0 und 1. 

Der Wirtschaftlichkeitsfaktor wird so bestimmt:

Die Differenz zwischen dem arztgruppenspezifischen oberen Fallwert und dem arztpraxisspezifischen Fallwert (3,80 € - 2,80 € = 1,00 €) wird dividiert durch die Differenz zwischen dem arztgruppenspezifischen unteren und oberen begrenzenden Fallwert (3,80 € - 1,60 € = 2,20 €).

Also: 1,00 € / 2,20 € = 0,454.
Ergebnis: Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt 0,454.
Der Bonus wird anteilig zu 45,4% ausgezahlt.

Der Bonus beträgt:

19 Punkte x 1.000 Behandlungsfälle x Wirtschaftlichkeitsfaktor 0,454

= 8.626 Punkte (917 Euro).

Kein Bonus

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 3,80 Euro je Fall.

Die Kosten sind gleich dem oberen begrenzenden Fallwert von 3,80 Euro. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt infolgedessen 0.

Ergebnis: Es wird kein Bonus ausgezahlt.

Fachübergreifende BAG

Besonderheit: (Teil-)BAG, MVZ und Praxen mit angestellten Ärzten

Der Wirtschaftlichkeitsbonus wird nicht pro Arzt, sondern pro Praxis ermittelt. Folglich sind für (Teil-) Berufsausübungsgemeinschaften (BAG), Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und Praxen mit angestellten Ärzten ein paar zusätzliche Rechenschritte nötig. Denn für jede Fachgruppe sind die arztgruppenspezifischen Fallwerte und die Bewertung der GOP 32001 unterschiedlich hoch.

Da in den Einrichtungen in der Regel Ärzte verschiedener Fachrichtungen tätig sind, müssen mehrere fachgruppenspezifische Fallwerte berücksichtigt werden. Dazu werden die Fallwerte, zum Beispiel eines Hausarztes, eines Rheumatologen und eines Orthopäden, unter Berücksichtigung ihrer Arztfälle im Abrechnungsquartal gewichtet. Das Ergebnis ist ein spezifischer unterer und oberer Fallwert für die Praxis beziehungsweise das MVZ, mit denen schließlich die Laborkosten der Einrichtung verglichen werden.

Genauso wird mit der GOP 32001 EBM für den Wirtschaftlichkeitsbonus verfahren: Die unterschiedlichen Punktzahlen je Fachgruppen werden unter Berücksichtigung der Arztfälle gewichtet. In einer BAG beispielsweise mit einem Hausarzt (19 Punkte), einem Chirurgen (3 Punkte) und einem Gynäkologen (10 Punkte) ist die GOP 32001 folglich mit 3 bis 19 Punkten bewertet. Der gewichtete Punktwert wird ebenso wie die gewichteten Fallwerte jedes Quartal auf Basis der Arztfälle neu ermittelt.

Außerdem: Sofern in einer (Teil-)BAG, MVZ und Praxen mit angestellten Ärzten auch

Vertragsärzte, die keinen Wirtschaftlichkeitsbonus erhalten, Laboruntersuchungen veranlassen oder abrechnen, fließen diese Kosten in die Bestimmung des arztpraxisspezifischen Fallwertes ein.

Fallbeispiel fachübergreifende BAG

3 Ärzte (Hausarzt, Chirurg, Gynäkologe), 2.000 Behandlungsfälle (BHF), 2.600 Arztfälle (Fälle) (Hausarzt = 1.000 Fälle, Chirurg = 800 Fälle, Gynäkologe = 800 Fälle),

Der untere und obere Fallwert sowie der Bonus werden so bestimmt: Das Produkt aus der Summe der mit den jeweiligen Arztfällen gewichteten Fallwerten bzw. Boni wird dividiert durch Behandlungsfälle der Praxis

Unterer Fallwert:

(1,60 € x 1.000 Fälle + 0 € x 800 Fälle + 1,00 € x 800 Fälle) / 2.000 BHF = 1,20 €.

Oberer Fallwert:

(3,80 € x 1.000 Fälle + 0,40 € x 800 Fälle + 2,60 € x 800 Fälle) / 2.000 BHF = 3,10 €.

Wirtschaftlichkeitsbonus je Fall:

(19 Pkt x 1.000 Fälle + 10 Pkt x 800 Fälle + 3 Pkt x 800 Fälle) / 2.000 BHF = 14,7 Pkt.

 

Die Nachfolgenden Rechenschritte sind gleich der einer Einzelpraxis/fachgleichen GP.

Bonus in voller Höhe

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 1,10 Euro je Fall. Die Kosten liegen also unter dem arztgruppenspezifischen unteren begrenzenden Fallwert von 1,20 Euro. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt infolgedessen 1.

Ergebnis: Der Bonus wird in voller Höhe ausgezahlt.

Der Bonus beträgt 14,7 Punkte x 2.000 Behandlungsfälle x Wirtschaftlichkeitsfaktor 1 = 29.400 Punkte (3.140 Euro).

Bonus anteilig

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 1,80 Euro je Fall. Die Kosten liegen also zwischen dem unteren und oberen Fallwert. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor liegt also zwischen 0 und 1.

Der Wirtschaftlichkeitsfaktor wird so bestimmt: Die Differenz zwischen dem arztgruppenspezifischen oberen begrenzenden Fallwert und dem arztpraxisspezifischen Fallwert (3,10 € – 1,80 € = 1,30 €) wird dividiert durch die Differenz zwischen dem arztgruppenspezifischen oberen und unteren begrenzenden Fallwert (3,10 € - 1,20 € = 1,90 €). Also: 1,30 € / 1,90 € = 0,684.

Ergebnis: Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt 0,684. Der Bonus wird anteilig zu 68,4% ausgezahlt.

Der Bonus beträgt 14,7 Punkte x 2.000 Behandlungsfälle x Wirtschaftlichkeitsfaktor 0,684 = 20.110 Punkte (2.138 Euro).

kein Bonus

Die Praxis hat Laborkosten von durchschnittlich 3,90 Euro je Fall. Die Kosten liegen damit über dem oberen begrenzenden Fallwert von 3,10 Euro. Der Wirtschaftlichkeitsfaktor beträgt 0.

Ergebnis: Es wird kein Bonus ausgezahlt.

Kennnummern

Laborleistungen mit Kennnummern – was ist neu?

Laborleistungen mit Kennnummern – was ist neu?

Nach wie vor gibt es Kennnummern für bestimmte Untersuchungsindikationen (sog. Ausnahmetatbestände, kurz ATB), deren Bedeutung sich zum 01.04.2018 in einigen Punkten ändert.

Die Kennziffern sind in der Abrechnung nun ausschließlich vom veranlassenden Arzt einzutragen.

Anhand dieser Kennnummern werden einzelne Laborleistungen von der Steuerung der wirtschaftlichen Veranlassung und Erbringung durch den Wirtschaftlichkeitsbonus ausgenommen. Folglich fließen deren Kosten nicht in die Berechnung des arztpraxisspezifischen Fallwertes ein.

Zu jeder Kennnummer gibt es einen Ziffernkranz. Dieser Ziffernkranz definiert, welche Leistungen bei ausgewählten Indikationen aus den Laborkosten der Praxis herausgerechnet werden. Er legt nicht fest, welche Leistungen medizinisch notwendig sind.

Die Neuerungen ab April:

  • Für jede Untersuchungsindikation werden nur einzelne Leistungen aus den Laborkosten der Praxis herausgerechnet. Sie sind im Ziffernkranz der jeweiligen Kennnummer aufgeführt – „ausgenommene GOP“. Alle anderen Laboruntersuchungen, die der Arzt für den Patienten im Quartal veranlasst oder abrechnet, sind für den Wirtschaftlichkeitsbonus relevant.
  • Bei Komorbiditäten können für einen Behandlungsfall auch mehrere Kennnummern angeben werden, zum Beispiel wenn der Patient an einem manifesten Diabetes mellitus erkrankt ist und eine orale Antikoagulantientherapie erhält (Kennnummern 32022 und 32015).

Kennnummer-Tabelle

 

Weitere Informationsübermittlung vom Muster 10/10a erforderlich

Beachten Sie bitte, dass im Zuge der Laborreform weitere Informationen vom Muster 10 bzw. Muster 10a ab dem 01.04.2018 mit der Abrechnung der Laborleistungen zu übermitteln sind:

Ausstellungsdatum des Überweisungsscheins

Auftragsdefinition (z.B. ft 3)

Diagnose / Verdachtsdiagnose (sofern vom Überweiser angeben!)

Befund/Medikation (sofern vorhanden / vom Überweiser angeben!)

Änderungen zum 01.01.2018

HLA- und HPA-Antikörperdiagnostik

Neue Gebührenordnungspositionen für die HLA- und HPA-Antikörperdiagnostik

Zum 1. Januar 2018 wird die HLA-Antikörperdiagnostik im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) dem aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik entsprechend neu gefasst. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.

Zukünftig wird die HLA-Antikörperdiagnostik als transplantationsvorbereitende Untersuchung im EBM-Abschnitt 32.3.15.1 und als allgemeine immungenetische Untersuchung im EBM-Abschnitt 35.3.15.2 aufgenommen. Die GOP 32530 EBM zum Nachweis von zytotoxischen Allo-Antikörpern wird gestrichen und im EBM-Abschnitt 32.3.15.1 als GOP 32915 EBM und im EBM-Abschnitt 32.3.15.2 als GOP 32939 EBM fortgeführt.

Zur Berücksichtigung neuer Verfahren werden neue Leistungen zur weiteren Spezifizierung von Antikörpern gegen HLA-Antigene (Klassen I und II) in den EBM jeweils in die Abschnitte 32.3.15.1 und 32.3.15.2 aufgenommen. Mit den GOP 32948 und 32949 EBM im EBM-Abschnitt 32.3.15.2 werden die Untersuchungen zum Nachweis und zur Spezifizierung von Allo-Antikörpern gegen HPA-Antigene  neu im EBM gelistet. Bisher konnten niedergelassene Ärzte diese Leistungen nicht abrechnen. Mit diesen Anpassungen wird insbesondere den Anforderungen einer Versorgung mit histokompatiblen Blutprodukten im vertragsärztlichen Bereich Rechnung getragen.

 

GOP Beschreibung Bewertung
32915 / 32939 Nachweis von Antikörpern gegen HLA-Klasse I oder II Antigene mittels Lymphozytotoxitäts-Test, ggf. einschließlich Vorbehandlung mit Dithiothreitol 29,50 Euro je HLA-Klasse/ höchstens zwei Mal im Behandlungsfall
32916 / 32940 Nachweis von Antikörpern gegen HLA-Klasse I oder II Antigene mittels Festphasenmethoden 47,30 Euro je HLA-Klasse und je Immunglobulinklasse / höchstens vier Mal im Behandlungsfall
32917 / 32941 Spezifizierung der Antikörper gegen HLA-Klasse I oder II Antigene unter Anwendung spezifisch charakterisierter HLA-Antigenpanel auf unterscheidbaren Festphasen und Berechnung des virtuellen Pnelreaktivitätswertes 79 Euro je HLA-Klasse / nur bei bekannter Reaktivität gegen HLA-Klasse I oder II Antigene
32918 / 32942 Spezifizierung der Antikörper gegen HLA-Klasse I oder II Antigene mittels Single-Antigen-Festphasentest 150,00 Euro je HLA-Klasse
32943 Zuschlag auf die GOP 32917, 32918, 32941, 32942 für die Spezifizierung der Antikörper gegen HLA-Klasse I oder II Antigene mittels Komplementabhängigem und/oder IgG-Subklassen-spezifischem Single-Antigen-Festphasentest 150 Euro je HLA-Klasse / nur bei bekannter Reaktivität gemäß GOP 32917, 32918, 32941, 32942 / nur im Zusammenhang mit einer Organ-, Gewebe- oder hämatopoetischen Stammzelltransplantation
32948 Nachweis von Allo-Antikörpern gegen Antigene des HPA-Systems 28,70 Euro
32949 Spezifizierung von HPA-Antikörpern gegen Thrombozyten mittels Glykoprotein-spezifischer Festphasen-Methoden 28,70 Euro je Glykoproteinkomplex / Höchstwert im Behandlungsfall: 114,80 Euro / nur bei bekannter Reaktivität gemäß GOP 32948

Screening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen

Neue Gebührenordnungsposition für Screening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 410. Sitzung mit Wirkung zum 1. Januar 2018 die Vergütung zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen festgelegt. Der BA hat damit die Richtlinie „Ultraschallscreening auf Bauchaor- tenaneurysmen“ (US-BAA-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA), die am 10. Juni 2017 in Kraft getreten ist, fristgerecht im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) umgesetzt.

Die neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) 01747 und 01748 EBM werden in den EBM-Abschnitt 1.7.2 („Früherkennung von Krankheiten bei Erwachsenen“) aufgenommen. Die Vergütung dieser Leistungsziffern erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

GOP Beschreibung Punkte
01747 Beratung gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen (US-BAA-RL) 57
01748 Sonographische Untersuchung gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über das Ultraschallscreening auf Bauchaorten- aneurysmen (US-BAA-RL) 148

Neben der GOP 01747 EBM kann die GOP 01732 EBM berechnet werden, wenn die jeweiligen Voraussetzungen zur Inanspruchnahme erfüllt sind.

Hinweis

Dieser Beschluss steht unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium.

Wird die GOP 01748 EBM neben der GOP 33042 EBM abgerechnet, erfolgt auf die GOP 33042 EBM ein Abschlag in Höhe von 77 Punkten, sodass zusätzlich zur GOP 01748 EBM noch 80 Punkte vergütet werden. Gemäß § 2 der US-BAA-RL haben Versicherte ab dem 65. Lebensjahr einmalig Anspruch auf Teilnahme am Screening auf Bauchaortenaneurysmen, dementsprechend sind sowohl die GOP 01747 und 01748 GOP EBM einmalig berechnungsfähig. Voraussetzung für die Abrechnung der GOP 01748 EBM ist eine Genehmigung nach Anwendungsbereich 7.1 (Anlage 1 der Ultraschall-Vereinbarung gemäß § 135 Abs. 2 SGB V)

Änderungen des EBM rückwirkend zum 1. Oktober 2017

Der Bewertungsausschuss (BA) hat den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) sowohl inhaltlich als auch redaktionell in einigen Bereichen rückwirkend zum 1. Oktober 2017 geändert bzw. angepasst. Hierüber möchten wir Sie nachfolgend informieren:

Der fünfte Absatz der Nummer (Nr.) 4.3.1 der Allgemeinen Bestimmungen des EBM wurde wie folgt geändert: „Bei den Gebührenordnungspositionen 02310, 07310, 07311, 07330, 07340, 10330, 18310, 18311, 18330 und 18340, deren Berechnung mindestens drei oder mehr persönliche bzw. andere Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall voraussetzt, kann ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt auch als Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä erfolgen, sofern die Videosprechstunde zu den in der Gebührenordnungsposition 01450 genannten Zwecken erfolgt und dies berufsrechtlich zulässig ist.“

Mit Beschluss vom 18. Mai 2017 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Kinder-Richtlinie geändert und den Zusatz „bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres“ gestrichen. Dementsprechend wurde dieser Passus aus Nr. 1 zum Abschnitt 1.7.1 EBM ebenfalls entfernt.

Zur Angleichung an § 2 Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) wird die Bestimmung „einmal im Krankheitsfall“ zur Gebührenordnungsposition (GOP) 01738 EBM gestrichen.

Gemäß § 2 KFE-RL hat der Patient (ab dem 50. Lebensjahr) einen Anspruch auf eine Stuhluntersuchung einmal jährlich ab der ersten Inanspruchnahme. Mit Beginn des jeweiligen Kalenderjahres, kann der Anspruch wahrgenommen werden. Die GOP 01738 EBM war daher entsprechend anzupassen.

Durch Aufnahme einer zweiten Anmerkung zur GOP 37314 im Abschnitt 37.3 EBM hat der BA klargestellt, dass die GOP 37314 EBM nicht neben den GOP 37305 und 37306 EBM berechnungsfähig ist.

Die dritte Anmerkung zu GOP 37320 EBM des Abschnitts 37.3 ist geändert worden. Demnach ist die GOP 37320 EBM weder neben der GOP 30706 EBM noch neben den GOP des Abschnitts 37.2 (Kooperations- und Koordinationsleistungen gemäß Anlage 27 zum BMV-Ä) EBM berechnungsfähig.

Im Anhang 3 zum EBM wurde in den Kurzlegenden zu den GOP 37100 und 37102 EBM jeweils der Passus „Präambel 37.1 Nr. 3“ gestrichen.

Änderungen zur Angleichung in Bezug auf die Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung in den Abschnitten 4.5.4 und 13.3.6 EBM.

Die Nummer 3 der Präambel 13.1 EBM wurde klargestellt: „Die Leistungen nach den GOP 13571 und 13573 bis 13576 EBM sind von Fachärzten für Innere Medizin mit Schwerpunkt – ausgenommen Schwerpunkt Kardiologie – nur berechnungsfähig, wenn die Genehmigung zur Erbringung dieser Leistungen bis zum 30.06.2017 erteilt wurde.“

 

Hinweis

Diese Änderungen stehen noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium.


Weitere Informationen

Übersicht der bisherigen EBM-Änderungen

KBV-Übersicht zum EBM

Die Beschlüsse zu den EBM-Änderungen (KBV)

Ansprechpartner

EBM-Hotline Service-Center

0231 94 32 10 00

Service-Center