EBM

Abrechnung

Wie können wir Sie erreichen?

Bei der Bearbeitung der Quartalsabrechnung ist ein regelmäßiger telefonischer Kontakt mit Ihrer Praxis erforderlich, um erforderliche Änderungen kurzfristig und direkt zu besprechen. Diesen Weg möchten wir gerne optimieren. Bedingt durch die zahlreichen Anfragen und Terminwünsche, die aufgrund der Corona-Pandemie Ihre Praxis vor besondere Herausforderungen stellen, ist es auch für die Kolleginnen und Kollegen der KVWL deutlich schwerer geworden, Sie persönlich zu erreichen.

Aus diesem Grunde werden wir Sie und Ihr Praxispersonal ab Januar 2022 in den Gesprächen zur Abrechnungsbearbeitung bitten, uns Kontaktdaten zu nennen, die ausschließlich der Bearbeitung Ihrer Abrechnung dienen. Dies sollte möglichst eine separate Telefon- oder Handynummer (nicht die allgemeine Praxisnummer) sein, verbunden mit einem festen Ansprechpartner für die Abrechnung und ggf. einer bestimmten Zeit, zu der Sie am besten erreichbar sind.

Bitte helfen Sie uns, damit wir Rückfragen oder Ergänzungen möglichst schnell und ohne großen bürokratischen Aufwand in Ihrem Sinne erledigen können. Vielen Dank!

Informationen zu Beschlüssen und Änderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses

Auf dieser Seite finden Sie wichtige Abrechnungshinweise zu den Beschlüssen und Änderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) für Ihre tägliche Arbeit in den Praxen. Bitte beachten Sie, dass die vollständigen Beschlüsse, mit zusätzlichen Informationen zu den Entscheidungen im Detail jeweils auf den Internetseiten des G-BA unter www.g-ba.de zu finden sind.

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Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM)
& weitere Informationen

EBM-Reform zum 01.04.2020 bzw. 01.01.2021

Strahlentherapie: Strukturelle Änderungen im EBM zum 01.01.2021

Strahlentherapie

Strukturelle Änderungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) zum 01.01.2021

Das Kapitel 25 hat im Rahmen der Neufassung eine grundlegende strukturelle und kalkulatorische Überarbeitung der einzelnen Leistungen erfahren. Gleichzeitig erfolgte eine Anpassung an den aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik.
Der Leistungskatalog des Kapitels 25 wurde aktualisiert und durch die Aufnahme neuer Gebührenordnungspositionen (GOP) vervollständigt. Zudem wurden die in den Sachkostenpauschalen 40840 und 40841 EBM enthaltenen Kosten in Leistungen und verfahrensbezogene Zusatzziffern des Kapitels 25 überführt.

Die wichtigsten Änderungen möchten wir Ihnen kurz vorstellen:

Umstellung der Bewertungs- und Abrechnungssystematik in der Hochvolttherapie

Bei der Abrechnung strahlentherapeutischer Leistungen im Rahmen der Hochvolttherapie waren bisher die therapeutischen Bestrahlungsziffern nach den GOP 25320 und 25321 EBM je Bestrahlungsfraktion berechnungsfähig. Infolge des Anstiegs der bei einem Patienten zu bestrahlenden Zielvolumina erfolgt eine Änderung der Abrechnungsbestimmung von „je Fraktion“ in „für das erste Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung“ beziehungsweise „je Bestrahlungsserie“.
Mit der Umstellung wird die Hauptleistung der Bestrahlung aufgrund des zeitlich größten Aufwands in der Bestrahlungsgrundleistung abgebildet. Der zeitliche Mehraufwand für die Bestrahlung jedes weiteren Zielvolumens wird in Form einer neuen Zuschlagsziffer abgebildet.
Durch die Anpassung werden die zu bestrahlenden Zielvolumina nicht mehr linear vergütet, sondern das erste mit einem höheren Wert und die weiteren als niedriger bewerteter Zuschlag. Bisher wurde bei der Bestrahlung von mehr als einem Zielvolumen die Bestrahlungsziffer GOP 25320 und 25321 EBM mehrfach angesetzt. Eine Begrenzung der maximal zu berechnenden Zielvolumina ist in der Nummer 5 der Präambel 25.1 vorgegeben. In der Nummer 4 der Präambel 25.1 erfolgte eine Neufestlegung der strahlentherapeutischen Begriffsdefinitionen Zielvolumen, Bestrahlungssitzung und Bestrahlungsserie.

Umstrukturierung der Hochvolttherapie im Abschnitt 25.3.2 EBM

Die therapeutische Bestrahlungsleistung bei gutartigen Erkrankungen wird über die GOP 25316 EBM neu im Abschnitt 25.3.2 EBM abgebildet. Die bisherige GOP 25320 EBM (Bestrahlung mit Telekobaltgerät bei gut- oder bösartigen Erkrankungen oder Bestrahlung mit einem Linearbeschleuniger bei gutartigen Erkrankungen) wurde gestrichen, da Telekobaltgeräte in der modernen Strahlentherapie nicht mehr zur Anwendung kommen.
Zur neuen Bestrahlungsgrundleistung nach der GOP 25316 EBM bei gutartigen Erkrankungen sind zwei Zuschläge zusätzlich in den EBM aufgenommen worden:

› GOP 25317 EBM als Zuschlag für die Bestrahlung von mehr als einem Zielvolumen

› GOP 25318 EBM als Zuschlag für die Bestrahlung mit bildgestützter Einstellung (IGRT)

Zur Bestrahlungsgrundleistung nach der GOP 25321 EBM zur Bestrahlung bösartiger Erkrankungen oder raumfordernder Prozesse des zentralen Nervensystems sind sechs Zuschläge neu aufgenommen worden:

› GOP 25324 EBM als Zuschlag für die Bestrahlung von mehr als einem Zielvolumen

› GOP 25325 EBM als Zuschlag für die Bestrahlung in Hochpräzisionstechnik

› GOP 25326 EBM als Zuschlag für die Bestrahlung mit bildgestützter Einstellung (IGRT)

› GOP 25327 EBM als Zuschlag für die Bestrahlung in Hochpräzisionstechnik in Kombination mit IGRT

› GOP 25328 EBM als Zuschlag bei Überschreitung der Einzeldosis ≥ 2,5 Gy

› GOP 25329 EBM als Zuschlag für die Bestrahlung von Kindern

Auflösung der Sachkosten des Abschnitts 40.15 EBM

Medizinisch-technische Weiterentwicklungen der Strahlentherapieleistungen wie die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) und weitere Verfahren der Hochpräzisionstechnik sowie IGRT wurden bisher über die Sachkostenpauschalen 40840 und 40841 EBM im Abschnitt 40.15 querfinanziert. Um die Weiterentwicklung sachgerecht im EBM abzubilden, erfolgte eine Auflösung des Abschnitts 40.15 und Umlegung der Kosten auf die Gebührenordnungspositionen des Kapitels 25.

Kalkulation

Alle strahlentherapeutischen Leistungen sind auf betriebswirtschaftlicher Grundlage mithilfe des Standardbewertungssystems kalkuliert. Die Aktualisierung der Praxiskosten erfolgte auf Basis der Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes. Die Kalkulationszeiten der einzelnen Leistungen wurden auf Basis von Experteneinschätzungen festgelegt.

Finanzierung und Vergütung

Die Finanzierungsempfehlung setzt die Bereitstellung der notwendigen Finanzmittel für die Strahlentherapie innerhalb der MGV für einen begrenzten Zeitraum um. Dafür werden die Leistungen des Kapitels 25 für die Jahre 2021 und 2022 in die MGV überführt. Das erforderliche Finanzvolumen wird auf Basis des Abrechnungsvolumens des Jahres 2019 – je Quartal um ca. 5 % erhöht – bereitgestellt.

Die Überführung in die MGV erfordert eine Vergütungsregelung im HVM, welche am 21.11.2020 von der Vertreterversammlung beschlossen wurde. Weitere Informationen finden Sie hier:

Danach erfolgt die Vergütung der strahlentherapeutischen Leistungen mit den Preisen der Euro-Gebührenordnung aus dem dafür zur Verfügung gestellten Vergütungsvolumen. Bei Überschreitung des Vergütungsvolumens erfolgt eine lineare Quotierung der Leistungen.

Strahlentherapie – Übersicht

GOP Änderungen
Präambel 25.1 Nr. 2 Aufnahme der GOP 01951 und 01952 in die Nr. 2 der Präambel 25.1 EBM

Außer den in diesem Kapitel genannten GOP sind von den in der Präambel genannten Vertragsärzten […] nachfolgende GOP berechnungsfähig: […] 01951, 01952, […] EBM
Präambel 25.1 Nr. 4 Eine Bestrahlungsfraktion umfasst alle für die Bestrahlung eines Zielvolumens erforderlichen Einstellungen bzw. Strahleneintrittsfelder Das Zielvolumen ist definiert als das Körpervolumen, welches ohne Umlagerung des Patienten bzw. ohne Tischverschiebung mit einer anatomisch und physikalisch zweckmäßigen Feldanordnung erfasst und mit einer festgelegten Dosis nach einem bestimmten Dosiszeitmuster bestrahlt werden kann. Das Zielvolumen ist bei benignen und malignen Erkrankungen definiert als das Volumen, in dem ein definiertes Behandlungsziel (Gesamtdosis) unter Anwendung einer einheitlichen Bestrahlungstechnik und Energiedosis erreicht werden soll. Sollen in räumlich zusammenhängenden, unmittelbar nebeneinanderliegenden oder sich überlappenden Zielvolumina unterschiedliche Energiedosen appliziert werden, so werden entsprechend unterschiedliche klinische Zielvolumina festgelegt. Zielvolumina sind z. B. Primärtumor, Tumorloge, Primärtumorregion, Metastasen oder regionale Lymphabflusswege. Ein Zielvolumen kann auch ein Teilvolumen innerhalb eines größeren Volumens sein (simultan integrierter Boost). Primärtumor bzw. Primärtumorregion und Lymphabflusswege stellen grundsätzlich zwei Zielvolumina dar. Eine Bestrahlungssitzung umfasst eine oder mehrere Bestrahlungen, die in engem zeitlichen Zusammenhang (kleiner sechs Stunden) durchgeführt werden. Eine Bestrahlungsserie umfasst alle Bestrahlungssitzungen der Strahlenbehandlung eines Zielvolumens oder mehrerer onkologisch zusammenhängender Zielvolumina.
Präambel 25.1 Nr. 6 Die GOP 25316 25320 und 25321 EBM sind ist grundsätzlich nur berechnungsfähig bei einer Mindestreferenzdosis von 1,5 0,5 Gy im Zielvolumen. Die GOP 25321 EBM ist grundsätzlich nur berechnungsfähig bei einer Mindestreferenzdosis von 1,5 Gy im Zielvolumen. Muss diese Dosis bei der GOP 25316 oder 25321 EBM im Einzelfall unterschritten werden, ist eine Begründung auf dem Behandlungsausweis erforderlich.
Präambel 25.1 Nr. 7 Die GOP 25340 bis 25342 EBM sowie die GOP 34360 und 34460 EBM können grundsätzlich je pro Zielvolumen einmal im Behandlungsfall und je Bestrahlungsserie berechnet werden. […] Eine mehrfache Berechnung dieser GOP allein oder nebeneinander bei der Behandlung desselben Zielvolumens ist nur zulässig, wenn während der Behandlung wesentliche Änderungen der Bestrahlungsplanung durch Umstellung der Technik (Umstellung von Stehfeld- auf Pendeltechnik, von Telegamma- auf Beschleunigertechnik, […] notwendig werden.
Präambel 25.1 Nr. 12 (neu) Die im Zusammenhang mit den strahlentherapeutischen GOP entstehenden Sachkosten sind mit Ausnahme der GOP 40580 EBM nicht gesondert berechnungsfähig, sondern Bestandteil der in Kapitel 25 genannten Gebührenordnungspositionen.
25210 und 25211 Konsiliarpauschale bei bösartiger Erkrankung oder bei raumfordernden Prozessen des zentralen Nervensystems
Obligater Leistungsinhalt
[…]
- Überprüfung der vorliegenden Indikation
- Regelmäßige Verlaufskontrolle des Bestrahlungsverlaufs,

Fakultativer Leistungsinhalt
[…]
- Überwachung und Kontrolle während der Bestrahlung,
- Patientenaufklärung,
- Überprüfung der vorliegenden Indikation,
- Ärztlicher Bericht entsprechend der Gebührenordnungsposition 01600,
- Individueller Arztbrief entsprechend der Gebührenordnungsposition 01601,
[…]
25213 Zuschlag zur den GOP 25210 oder 25211 EBM bei Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern,
25214 Fakultativer Leistungsinhalt
[…]
- Ärztlicher Bericht entsprechend der GOP 01600 EBM,
- Individueller Arztbrief entsprechend der GOP 01601 EBM,
- In Anhang 1 aufgeführte Leistungen,
25316 (neu) Bestrahlung mit einem Linearbeschleuniger bei gutartigen Erkrankungen Obligater Leistungsinhalt
- Bestrahlung mit Linearbeschleuniger,
- Überwachung und Kontrolle während der Bestrahlung,
für das erste Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung
25317 (neu) Zuschlag zur GOP 25316 EBM für die Bestrahlung von mehr als einem Zielvolumen,
je weiterem Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung
25318 (neu) Zuschlag zur GOP 25316 EBM für die Bestrahlung mit bildgestützter Einstellung (IGRT),
je Bestrahlungsserie
25320 Leistung gestrichen
25321 […]
Obligater Leistungsinhalt
- Bestrahlung mit Linearbeschleuniger, Fakultativer Leistungsinhalt
- Bestrahlung von mehr als zwei Bestrahlungsfeldern,
- Bestrahlung in 3-D-Technik,
- Überwachung und Kontrolle während der Bestrahlung,
je Fraktion für das erste Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung

Die GOP 25321 EBM ist nur bei Vorliegen einer […] der im Folgenden genannten gutartigen Neubildungen berechnungsfähig: […] D35.3 Gutartige Neubildung: Ductus craniopharyngealis, […] D44.4 Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens: Ductus craniopharyngealis, […] D44.7 Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens: Glomus arorticum und sonstige Paraganglien, G20.- Primäres Parkinson-Syndrom und G50.0 Trigeminusneuralgie.
25322 und 25323 Leistungen gestrichen
25324 (neu) Zuschlag zur GOP 25321 EBM für die Bestrahlung von mehr als einem Zielvolumen,
je weiterem Zielvolumen, je Bestrahlungssitzung
25325 (neu) Zuschlag zur GOP 25321 EBM für die Bestrahlung in Hochpräzisionstechnik

Obligater Leistungsinhalt
- Anwendung von intensitätsmodulierter Radiotherapie (IMRT) und/oder
- Anwendung von fraktionierter Stereotaxie,

je Bestrahlungssitzung
25326 (neu) Zuschlag zur GOP 25321 EBM für die Bestrahlung mit bildgestützter Einstellung (IGRT),

je Bestrahlungssitzung
25327 (neu) Zuschlag zur GOP 25321 EBM für die Bestrahlung in Hochpräzisionstechnik in Kombination mit bildgestützter Einstellung (IGRT)

Obligater Leistungsinhalt
- Anwendung von intensitätsmodulierter Radiotherapie (IMRT) in Kombination mit IGRT und/oder
- Anwendung von fraktionierter Stereotaxie in Kombination mit IGRT,

je Bestrahlungssitzung
25328 (neu) Zuschlag zur GOP 25321 EBM bei Überschreitung der Einzeldosis ≥ 2,5 Gy,

je Bestrahlungssitzung
25329 (neu) Zuschlag zur GOP 25321 EBM für die Bestrahlung von Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern,

je Bestrahlungssitzung
25340 […]
Obligater Leistungsinhalt
- Simulation(en)

Fakultativer Leistungsinhalt
- Simulation(en)
25341 […]
Obligater Leistungsinhalt
- Simulation(en)
- Ärztliche Definition der Zielvolumina und der Risikobereiche,
- Physikalische Bestrahlungsplanung,
- Autorisierung des Bestrahlungsplans

Fakultativer Leistungsinhalt
- Simulation(en)
25342 […]
Obligater Leistungsinhalt
- Simulation(en)
- Ärztliche Definition der Zielvolumina und der Risikobereiche,
- Physikalische Bestrahlungsplanung,
- Autorisierung des Bestrahlungsplans

Fakultativer Leistungsinhalt
- Simulation(en)

Die Berechnung der GOP 25342 EBM setzt das Vorliegen eines Bestrahlungsplanungs-CT oder -MRT nach der GOP 34360 oder 34460 EBM voraus.
25343 (neu) Zuschlag zur GOP 25342 EBM für die rechnerunterstützte Hochpräzisionsbestrahlungsplanung (IMRT und/oder fraktionierte Stereotaxie),

je Bestrahlungsserie
Abschnitt 40.15 Abschnitt gestrichen

EBM-Reform: Honorare bleiben stabil

Die am 1. April 2020 startende „kleine“ EBM-Reform ist das finale Ergebnis einer erneut vom Gesetzgeber geforderten Überprüfung der bisherigen Gebührenordnung. Die Ziele der Novellierungen sind insbesondere die Absenkung der Kalkulationszeiten sowie die Stärkung der sprechenden Medizin. Die politische Vorgabe war, dass diese Aufwertung mit einer entsprechenden Abwertungen bei technischen Leistungen einhergehen mussten. Die beschlossenen Änderungen sollten zudem punktsummenneutral sein, sich also per Saldo gegenseitig aufheben.

Die Mehrzahl der Gebührenordnungspositionen (GOP) ändert sich bei dieser Reform nicht. In anderen Fällen werden nur marginale Änderungen der Bewertungen vorgenommen. Am Ende werden nur wenige Bewertungen um 10 Prozent oder mehr erhöht oder abgesenkt. Eine Aufwertung erfahren beispielsweise Gespräche oder die Strukturpauschale für konservativ tätige Augenärzte. Absenkungen betreffen hingegen die Akupunktur sowie die Koloskopie.

Eine weitere Ebene dieser kleinen EBM-Reform sind zudem strukturelle Änderungen in Bezug auf die Allergologie, die Mutterschaftsvorsorge und die Kardiologie. Dazu werden vereinzelt neue Gebührenordnungspositionen eingeführt sowie bei einigen Leistungen – wie etwa der Hautkrebsfrüherkennung – die Leistungsinhalte angepasst. Alle Details finden Sie hier unter „Strukturelle Änderungen des EBM nach Fachgruppen“.

Die Auswirkungen der EBM-Änderungen

EBM-Bewertungsänderungen sind nur bei extrabudgetären Leistungen mit Honorarveränderungen in entsprechendem Maße gleichzusetzen. Bei den Leistungen, die innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) vergütet werden, ist der Honorarverteilungsmaßstab (HVM) maßgeblich (s. S. 22, Änderungen des Honorarverteilungsmaßstabs der KVWL zum 01.04.2020), insbesondere die Höhe der Regelleistungsvolumina (RLV).

Arztgruppen mit Honorarvolumina (RLV und QZV)

Die bisherige und bewährte Berechnung der RLV wird auch unter dem modifizierten EBM vorerst unverändert fortbestehen. Dadurch ist gewährleistet, dass sich das Honorar aller Praxen, die sowohl vor als auch nach der EBM-Reform ihre Honorarvolumina ausschöpfen, allenfalls geringfügig verändert.

Für Praxen, die das Honorarvolumen bislang nicht ausgeschöpft haben und die unter dem neuen EBM mehr Leistungsbedarf abrechnen, sind Honorarsteigerungen möglich. Dies wird vor allem bei zahlreichen Nervenärzten, Psychiatern und Kinder- und Jugendpsychiatern der Fall sein.

Umgekehrt kann es vorkommen, dass Praxen weniger Honorar erwirtschaften, wenn sie ihr Honorarvolumen unter dem neuen EBM nicht mehr ausschöpfen. Dies ist am ehesten z. B. bei Praxen mit hoher technischer Ausrichtung denkbar.

Psychotherapeuten

Psychotherapeuten können sich in Folge der EBM-Novellierungen auf eine grundsätzliche Erhöhung der meisten aus der MGV vergüteten Leistungen einstellen. Das Honorarkontingent der Psychotherapeuten wird erhöht, sodass sich die Bewertungsanpassungen in entsprechenden Honorarsteigerungen niederschlagen.

Radiologen und Nuklearmediziner

Die Bewertungen fast aller Leistungen der EBM-Kapital 17 und 34 werden mit der EBM-Reform abgesenkt. Da aber das Honorarkontingent der Radiologen und Nuklearmediziner unverändert bleibt, werden die niedrigen Bewertungen durch höhere Vergütungsquoten ausgeglichen. Somit werden die Honorare der Radiologen und Nuklearmediziner ab dem 1. April 2020 genauso berechnet wie vor der Reform.

Fazit

Die KVWL geht davon aus, dass über 90 Prozent der Praxen in Westfalen-Lippe unter dem novellierten EBM leichte Gewinne oder zumindest gleichbleibende Honorare erwirtschaften werden. Verantwortlich dafür ist der Honorarverteilungsmaßstab der KVWL, der die Berechnung der Regelleistungsvolumina unverändert lässt. Zu vereinzelten Honorarrückgängen kann es nur unter zwei Voraussetzungen kommen: Das Honorarvolumen wird von der Praxis nicht ausgeschöpft – oder die Abwertung einzelner extrabudgetärer Leistungen wirkt sich negativ aus, wenn die Praxis ihren Schwerpunkt genau in diesen Leistungen hat.

KOMMENTAR
Der westfälische Weg

In der Honorarverteilung hat die KVWL seit Jahren ein klares Ziel: Wir wollen unseren ärztlichen und psychotherapeutischen Mitgliedern die Stabilität ihres Honorars gewährleisten. In diese Tradition stellt sich auch der aktuelle Vorstand.

Die auf Bundesebene beschlossenen Reformen in der Gebührenordnung und ihrer Umsetzung machen das Erreichen dieses Zieles nicht immer einfach. Natürlich ist der EBM die Grundlage für das Honorar. Und ebenso selbstverständlich ist es, dass Kolleginnen und Kollegen dann auch profitieren, wenn ihnen ein höheres Honorar für ihre Leistungen zugestanden wird. Gleichzeitig wollen wir aber – wie schon immer in den letzten Jahren – dafür sorgen, dass die westfälischen Praxen bei gleicher Arbeit mindestens ein gleiches Honorar wie in den Vorquartalen erwirtschaften können.

Dies wird uns über die abgestimmte Honorarverteilung der KVWL auch mit der jetzigen, kleinen EBM-Reform wieder weitgehend gelingen. Mit nur sehr wenigen Abstrichen werden die westfälischen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten auch künftig gleichbleibende Honorare realisieren oder gar entsprechend zusätzliche Gewinne erwirtschaften. Das, so finde ich, ist genau die Entwicklung, die wir in unserer KV im Konsens haben wollen.

Dr. Dirk Spelmeyer,
1. KVWL-Vorsitzender

Strukturelle Änderungen des EBM nach Fachgruppen zum 01.04.2020

Mit dem Beschluss aus seiner 455. Sitzung setzt der Bewertungsausschuss (BA) wesentliche Maßnahmen zur Weiterentwicklung des EBM um. Neben einigen strukturellen Änderungen wurde die Bewertung aller Leistungen an die aktuelle Kostenstruktur angepasst. Der grundsätzliche Aufbau des EBM bleibt dabei erhalten. Eines der wesentlichen Ziele - die sprechende Medizin zu fördern - wird mit dem ab 1. April 2020 gültigen EBM umgesetzt. Die Details aus dem Beschluss finden Sie hier nach Fachgruppen gegliedert, einschließlich einer Kurzübersicht:

Schwerpunktthemen

Abrechnung ambulantes Operieren
(Stand: 22.12.2021) Neu

Abrechnung von ambulanten Operationen und Simultaneingriffen

Die ambulanten und belegärztlichen Operationen sind in der Präambel 2.1 des Anhangs 2 und in der Präambel 31.2 bzw. 36.2 des EBM geregelt. Die Regelungen gelten sowohl für Operateure als auch für Anästhesisten.

Was gilt als ambulante / belegärztliche Operation?

Alle berechnungsfähigen ambulanten und belegärztlichen Operationen gemäß Präambel 31.2.1 Nr. 7 sind im Anhang 2 des EBM abschließend aufgeführt. Die Zuordnung der Eingriffe erfolgt entsprechend dem Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS-Code).

Die Gebührenordnungspositionen (GOP), die diesen OPS-Codes zugeordnet sind (Operative Leistung, Narkose/Anästhesie, Überwachungskomplex, Postoperative Behandlungskomplexe), finden Sie in der tabellarischen Übersicht des Anhangs 2. Sofern der entsprechende OPS-Code nicht im Anhang 2 aufgeführt ist, kann der Eingriff nicht durchgeführt und die entsprechende ambulante/belegärztliche GOP nicht abgerechnet werden.

Wann liegt ein Simultaneingriff vor?

Damit die Bedingungen eines Simultaneingriffs erfüllt sind, muss zunächst eine zusätzliche, vom Haupteingriff gesonderte Diagnose vorliegen. Es muss zudem ein anderer operativer Zugangsweg als der für den Haupteingriff genutzt werden, ein Instrumentenwechsel erfolgen (bei endoskopischen Eingriffen), ein anderes Operationsgebiet angesteuert werden oder eine deutliche Erweiterung des Zugangsweges, die für den Ersteingriff allein nicht erforderlich wäre, erfolgen.

Bei endoskopischen Höhleneingriffen kommt es darauf an, dass zwei isolierte Diagnosen vorliegen und die zweite Diagnose zumindest einen Wechsel der Optik, des Instrumentierkanals oder der OP-Region begründet.

Wie werden Simultaneingriffe abgerechnet?

Als Haupteingriff wird der Eingriff mit der höheren Bewertung gewählt. Die Simultaneingriffe müssen ebenfalls im Anhang 2 des EBM enthalten sein. Für jeden Simultaneingriff muss zwingend ein OPS-Code angegeben werden. Die kalkulierte Zeit des Haupteingriffs muss nicht aufgebraucht werden. Ab dem Zeitpunkt der Überschreitung der Schnitt-Naht-Zeit des Haupteingriffs kann je vollendete 15 Minuten ein Zuschlag berechnet werden. Die maximal abzurechnende Anzahl an Simultanzuschlägen ergibt sich aus der Summe der kalkulierten Zeiten der Kategorien der Eingriffe.

Kategorie 1 15 Minuten (die Zuschlagsziffer kann max. 1x berechnet werden)
Kategorie 2 30 Minuten (die Zuschlagsziffer kann max. 2x berechnet werden)
Kategorie 3 45 Minuten (die Zuschlagsziffer kann max. 3x berechnet werden)
Kategorie 4 60 Minuten (die Zuschlagsziffer kann max. 4x berechnet werden)
Kategorie 5 90 Minuten (die Zuschlagsziffer kann max. 6x berechnet werden)
Kategorie 6 120 Minuten (die Zuschlagsziffer kann max. 8x berechnet werden)

Bei Simultaneingriffen aus unterschiedlichen Kategorien dürfen die normativen Zeiten summiert werden.

Beispiele:

  • Simultaneingriff Kategorie 2 (max. 2 Zuschläge) + Simultaneingriff Kategorie 4 (max. 4 Zuschläge) =insgesamt max. 6 Zuschläge, sofern tatsächlich 90 Minuten operiert wurde. Bei einer Überschreitung der Schnitt-Naht-Zeit des Haupteingriffs um z. B. 75 Minuten wären in diesem Beispiel nur 5 Zuschläge abrechnungsfähig
  • Simultaneingriff Kategorie 3 (max. 3 Zuschläge) + Simultaneingriff Kategorie 5 (max. 6 Zuschläge) =insgesamt max. 9 Zuschläge, bei Erfüllung der 135 Minuten über die Schnitt-Naht-Zeit des Haupteingriffs hinaus. Bei einer Überschreitung von z.B. 80 Minuten sind nur 5 Zuschläge abrechnungsfähig

Eine Besonderheit stellen die Eingriffe der Kategorie 7 dar. Hier muss die kalkulierte Zeit des Haupteingriffs von 120 Minuten zunächst vollständig abgeleistet worden sein, um danach für je weitere vollendete 15 Minuten Überschreitung einen Zuschlag ansetzen zu dürfen.

Grundsätzlich darf der höherbewertete Simultanzuschlag aus der Kategorie des Haupteingriffs oder des Simultaneingriffs ausgewählt werden.

Beispiel:

  • Liegt ein Haupteingriff aus dem Kapitel 31.2.3 (Definierte operative Eingriffe der Extremitätenchirurgie) mit zugehörigem Zuschlag 31128 und ein Simultaneingriff aus dem Kapitel 31.2.4 (Definierte operative Eingriffe an Knochen und Gelenken) mit zugehörigem Zuschlag nach GOP 31138 EBM vor, so kann gewählt werden, ob die GOP 31128 oder 31138 EBM für den Simultanzuschlag angesetzt wird.

Wie müssen Simultaneingriffe dokumentiert werden?

Da die kalkulierte Zeit des Haupteingriffs nicht aufgebraucht werden muss, sind der Beginn- und Endzeitpunkt des Haupteingriffs sowie der Beginn- und Endzeitpunkt des/der Simultaneingriffe im OP- und/oder Narkoseprotokoll zu dokumentieren, um den Nachweis über die Zeiten führen zu können.

Aus dem OP-Protokoll sollten die Abrechnungsvoraussetzungen des Simultaneingriffs ersichtlich sein (z.B. Wechsel der Optik, Wechsel des OP-Gebietes, Wechsel des Zugangs).

Wie werden Eingriffe mit Angabe von Seitenlokalisationen abgerechnet?

Anhang 2 des EBM gibt in Spalte B mit den Buchstaben „J“ „N“, „B“, „R“ oder „L“ an, ob und, wenn ja, wie eine Angabe der Seitenlokalisation zu erfolgen hat.

Spalte B mit Angabe „J“:

„J“ bedeutet, dass entweder nur an der rechten oder der linken Seite oder sowohl an der rechten als auch an der linken Seite der gleiche Eingriff vorgenommen werden kann, eine Seitenlokalisation ist also erforderlich. Bei beiderseitiger Durchführung können ein Haupt- und ein Simultaneingriff abgerechnet werden.

Beispiel:

  • Radikale und ausgedehnte Exzision von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut: Mit primärem Wundverschluss: Unterarm rechts:
    31101 (5-895.28)(R)

    Radikale und ausgedehnte Exzision von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut: Mit primärem Wundverschluss: Unterarm links:
    31101 (5-895.28)(R) – 31108(5-895.28) (L)

Würde ein anderer Eingriff als Haupteingriff durchgeführt und zusätzlich eine beidseitige radikale und ausgedehnte Exzision von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut mit primärem Wundverschluss durchgeführt, könnten beide Einzeleingriffe bei Erfüllung der Voraussetzungen für die Berechnung eines Simultaneingriffs (anderer Zugangsweg, SNZ mind. 15 Minuten bei einem Eingriff der Kategorie 1) als Simultaneingriffe je einmal abgerechnet werden.

Beispiel:

  • Haupteingriff: Radikale und ausgedehnte Exzision von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut: Mit primärem Wundverschluss, histographisch kontrolliert (mikrographische Chirurgie): Lippe

    Zusätzlich Simultaneingriff: Radikale und ausgedehnte Exzision von erkranktem Gewebe an Haut und Unterhaut: Mit primärem Wundverschluss: Unterarm rechts und Unterarm links:
    31102 (5-895.30)- 31108(5-895.28)(R)-31108(5-895.28)(L)

Spalte B mit Angabe „R“, „L“, „B“:

Die Angabe „R“, „L“ und „B“ geben die Seitenlokalisation an.

Existiert ein Diagnoseschlüssel für beide Seiten (Kennzeichnung „B“), ist die Abrechnung von Seitenlokalisationen mit den Buchstaben „R“ und „L“ bei Eingriffen an beiden Seiten ausgeschlossen.

Beispiel:

  • Plastische Korrektur abstehender Ohren: Durch Korrektur des Ohrknorpels
    Bei ausschließlicher Operation des rechten Ohres:
    31232 (5-184.0)(R)

    Bei ausschließlicher Operation des linken Ohres:
    31232 (5-184.0)(L)

    Bei Operation beider Ohren:
    31233 (5-184.0)(B)

    FALSCH: 31232 (5-184.0)(R)-31238 (5-184.0)(L)

Hier existieren sowohl die Möglichkeiten der Kennzeichnung durch den OPS bei Operation eines Ohres durch Angabe der Seitenlokalisation „R“ oder „L“ als auch die Kennzeichnung der Durchführung des Eingriffs an beiden Ohren mit dem Zusatz „B“. Es gibt keine Möglichkeit, jedes Ohr gesondert unter Abrechnung eines Simultaneingriffs abzurechnen. Hier wird dem erhöhten Aufwand bei Durchführung an beiden Ohren durch die Zuordnung der Kategorie 3 und somit einer höheren Vergütung Rechnung getragen.

Spalte B mit Angabe „N“:

Die Angabe „N“ in Spalte B des OPS bedeutet, dass keine Angabe einer Seitenlokalisation erforderlich ist.

Beispiel:

  • Biopsie an Muskeln und Weichteilen durch Inzision: Hals
    31121 (1-502.0)

Psychotherapie-Richtlinie und –Vereinbarung geändert
(Stand: 02.09.2021) Neue Infos

Änderung der Psychotherapie-Richtlinie und der Psychotherapie-Vereinbarung: Förderung der Gruppentherapie und Vereinfachung im Gutachterverfahren

Mit dem Gesetz zur Reform der Psychotherapeutenausbildung, das am 23. November 2019 in Kraft getreten ist, hat der Gesetzgeber dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in § 92 Absatz 6a SGB V ergänzend u. a. aufgegeben, in der Psychotherapie-Richtlinie Regelungen zur weiteren Förderung der Gruppentherapie und der weiteren Vereinfachung des Gutachterverfahrens zu beschließen.

Auf Grund dieses gesetzlichen Auftrages hat der G-BA am 20. November 2020 mehrere Neuerungen der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Durchführung der Psychotherapie (Psychotherapie-Richtlinie) beschlossen. Der hierzu notwendige Änderungsbeschluss der Vereinbarung über die Anwendung von Psychotherapie in der vertragsärztlichen Versorgung (Psychotherapie-Vereinbarung) ist am 03. Mai 2021 in Kraft getreten. Der Bewertungsausschuss hat die neuen Leistungen im Zusammenhang mit der Gruppentherapie zum 01. Oktober 2021 in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung

Die in § 11a Psychotherapie-Richtlinie verortete Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung ist ein komplett neues Versorgungsangebot. Das Versorgungsangebot richtet sich an Patienten, bei denen in der psychotherapeutischen Sprechstunde eine Indikation zur Anwendung von Psychotherapie nach § 27 festgestellt wurde. Sie dient nach § 11a Abs. 1 Psychotherapie-Richtlinie der strukturierten Vermittlung und weiteren Vertiefung von grundlegenden Inhalten der ambulanten Psychotherapie auch mit dem Ziel, individuelle Hemmschwellen und Vorbehalte, insbesondere gegenüber Psychotherapie in Gruppen, abzubauen und die Motivation zur Teilnahme an einer Gruppentherapie aufzubauen und zu stärken. Die Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung dient der Vorbereitung einer ambulanten Psychotherapie nach § 15 im Gruppensetting, wobei die Entscheidung des Patienten für ein Setting nicht vorweggenommen wird.

Der Konsiliarbericht oder eine unmittelbar vorausgegangene somatische Abklärung sind nicht obligatorisch zur Inanspruchnahme der Gruppenpsychotherapeutischen Grundversorgung.

Sie kann viermal je Krankheitsfall mit jeweils 100 Minuten Dauer (insgesamt bis zu 400 Minuten), auch in Einheiten von 50 Minuten mit entsprechender Vermehrung der Gesamtsitzungszahl, erbracht werden. Für den Fall der Einbeziehung von relevanten Bezugspersonen gemäß § 9 bei Kindern und Jugendlichen kann die Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung zusätzlich bis zu 100 Minuten je Krankheitsfall (insgesamt bis zu 500 Minuten) erbracht werden; die Einbeziehung der Bezugspersonen kann auch ohne Anwesenheit des Kindes oder Jugendlichen stattfinden. Dies gilt entsprechend für die Behandlung von Menschen mit einer geistigen Behinderung.

Die fachliche Befähigung für die Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung gilt als nachgewiesen, wenn der Therapeut über eine Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung von Gruppentherapie im jeweiligen Psychotherapieverfahren verfügt (vgl. § 3 Psychotherapie-Vereinbarung), wobei die Erfordernis der gesonderten Qualifikation für das unterschiedliche Patientenklientel (Erwachsene bzw. Kinder und Jugendliche) natürlich wie gewohnt bestehen bleibt. Eine gesonderte Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung der Gruppenpsychotherapeutischen Grundversorgung muss jedoch dementsprechend nicht beantragt werden.

Die Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung ist keine Richtlinientherapie und wird nicht auf die Therapiekontingente angerechnet. Sie ist anzeige-, antrags- und genehmigungsfrei, allerdings haben Patienten vor Beginn der Gruppenpsychotherapeutischen Grundversorgung (im Quartal der ersten Behandlung und/oder den drei vorherigen Quartalen) eine Psychotherapeutische Sprechstunde von mindestens 50 Minuten Dauer in Anspruch zu nehmen. Die Psychotherapeutische Sprechstunde muss dabei nicht von dem Psychotherapeuten erbracht werden, der die Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung durchführt. Sofern ein Therapeutenwechsel nach der Sprechstunde oder im Rahmen einer laufenden Therapie stattgefunden hat oder der Patient aus stationärer Krankenhausbehandlung oder rehabilitativer Behandlung aufgrund einer Diagnose nach § 27 entlassen wurde, kann die Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung ohne Sprechstunde beginnen. Sofern sich eine Richtlinientherapie anschließt, sind mindestens zwei Probatorische Sitzungen zu erbringen.

Die Gruppengröße umfasst mindestens drei bis höchstens neun Patienten und kann nur von einem Therapeuten durchgeführt werden.

Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung

Kurzinfos:

  • Gänzlich neues Versorgungsangebot für psychisch Kranke
  • Niedrigschwellige psychotherapeutische Intervention, Vorbereitung auf Gruppenpsychotherapie, erste Symptomlinderung

Erwachsene:

  • Bis zu 4 Einheiten à 100 Minuten (400 Minuten) je Krankheitsfall (oder 8 x 50 Minuten)

Kinder- und Jugendliche / Menschen mit geistiger Behinderung:

  • bei Einbezug von Bezugspersonen: bis zu 100 Minuten je Krankheitsfall zusätzlich möglich (oder 2 x 50 Minuten)
  • Keine Anrechnung auf nachfolgende Kontingente der Richtlinien-Psychotherapie
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
35173 3 Teilnehmer/innen 916 Punkte
101,90 Euro
35174 4 Teilnehmer/innen 772 Punkte
85,88 Euro
35175 5 Teilnehmer/innen 686 Punkte
76,31 Euro
35176 6 Teilnehmer/innen 628 Punkte
69,86 Euro
35177 7 Teilnehmer/innen 586 Punkte
65,19 Euro
35178 8 Teilnehmer/innen 556 Punkte
61,85 Euro
35179 9 Teilnehmer/innen 532 Punkte
59,18 Euro

Hinweise zur Abrechnung:

  • je vollendete 100 Minuten, je Teilnehmer/in
  • auch in 50-Minuten-Schritten möglich, bitte kennzeichnen Sie diese mit einem H (z. B. SNR 35173H)
  • höchstens 4-mal im Krankheitsfall berechnungsfähig (höchstens 5-mal im Krankheitsfall bei Einbeziehung von relevanten Bezugspersonen bei Versicherten bis zum vollendeten 21. Lebensjahr und bei Versicherten mit Intelligenzstörung)
  • Sitzungen mit Bezugspersonen kennzeichnen Sie bitte mit B (z. B. SNR 35174B)
  • Voraussetzung für die Abrechnung ist eine Genehmigung der KV zur Durchführung von Richtlinien-Gruppentherapie.

Probatorische Sitzungen

Auch im Bereich der Probatorischen Sitzungen haben sich einige Änderungen ergeben. Sofern sich eine Gruppentherapie oder Kombinationsbehandlung aus Einzel- und Gruppentherapie anschließen soll, können Probatorische Sitzungen auch im Gruppensetting stattfinden. Mindestens eine Probatorische Sitzung muss jedoch im Einzelsetting stattfinden. Mindestens zwei Probatorische Sitzungen müssen im Einzelsetting erbracht werden, wenn die Psychotherapeutische Sprechstunde im Umfang von insgesamt mindestens 50 Minuten nicht bei demselben Therapeuten in Anspruch genommen wurde. Auch wenn Probatorik wie beschrieben in Teilen im Gruppensetting stattgefunden hat, kann anschließend eine Einzeltherapie durchgeführt werden.

Eine Probatorische Sitzung im Gruppensetting findet mit mindestens drei und höchstens neun Patienten statt. Ab sechs Patienten kann die Gruppentherapie gemeinsam durch zwei Therapeuten mit ihnen jeweils fest zugeordneten Patienten (Bezugspatienten) durchgeführt werden (vgl. Abschnitt Gruppentherapie dieses Artikels). Die gemeinsame Durchführung von Probatorischen Sitzungen im Gruppensetting durch zwei Therapeuten ist durch Angabe einer bundeseinheitlich kodierten Zusatzkennzeichnung zu dokumentieren.

Eine Probatorische Sitzung im Gruppensetting umfasst mindestens 100 Minuten, kann jedoch auch bei entsprechender Vermehrung der Gesamtsitzungszahl in Einheiten von 50 Minuten Anwendung finden.

Die fachliche Befähigung für die Probatorische Sitzung im Gruppensetting gilt als nachgewiesen, wenn der Therapeut über eine Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung von Gruppentherapie im jeweiligen Psychotherapieverfahren verfügt (vgl. § 3 Psychotherapie-Vereinbarung), wobei die Erfordernis der gesonderten Qualifikation für das unterschiedliche Patientenklientel (Erwachsene bzw. Kinder und Jugendliche) natürlich wie gewohnt bestehen bleibt. Eine gesonderte Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung der Gruppenpsychotherapeutischen Grundversorgung muss jedoch dementsprechend nicht beantragt werden.

Sofern sich bei einem Patienten nach einer Krankenhausbehandlung eine ambulante psychotherapeutische Behandlung anschließen soll, können Probatorische Sitzungen frühzeitig in den Räumen des Krankenhauses durchgeführt werden.

Probatorische Sitzungen im Krankenhaus

Im Zusammenhang mit der Möglichkeit, probatorische Sitzungen bereits im Krankenhaus durchführen zu können (vgl. § 12 Abs. 6 Psychotherapie-Richtlinie), ist jeweils eine neue Anmerkung zu den GOP 01410 (Besuch eines Kranken) und 01413 (Besuch eines weiteren Kranken) im Abschnitt 1.4 EBM aufgenommen worden:

  • Zum einen sind die Besuchsleistungen bei der Berechnung im Zusammenhang mit der Durchführung von probatorischen Sitzungen im Krankenhaus mit einem „K“ zu kennzeichnen (SNRN 01410K und 01413K).
  • Zum anderen wird klargestellt, dass die GOP 01413 entgegen der Leistungslegende auch bei der Durchführung von probatorischen Sitzungen im Krankenhaus berechnungsfähig ist.

Die Vergütung der entsprechend gekennzeichneten Besuchsleistungen im Zusammenhang mit der Durchführung von probatorischen Sitzungen im Krankenhaus erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen.

Probatorische Sitzungen im Gruppensetting

Kurzinfos:

  • Ausweitung der Probatorik auf Gruppensitzungen

Erwachsene:

  • Bis zu 4 Therapieeinheiten Probatorik je Krankheitsfall insgesamt, davon maximal 3 Therapieeinheiten im Gruppensetting, mind. eine Sitzung im Einzelsetting
  • Mit vorheriger Sprechstunde: bis zu 3 Therapieeinheiten à 100 Minuten je Krankheitsfall (oder 6 x 50 Minuten)
  • Ohne vorherige Sprechstunde: bis zu 2 Therapieeinheiten à 100 Minuten je Krankheitsfall (oder 4 x 50 Minuten, mind. zwei Sitzungen im Einzelsetting

Kinder- und Jugendliche / Menschen mit geistiger Behinderung:

  • Bis zu 6 Therapieeinheiten Probatorik je Krankheitsfall insgesamt, davon maximal 5 Therapieeinheiten im Gruppensetting
  • Mit vorheriger Sprechstunde: bis zu 5 Therapieeinheiten à 100 Minuten je Krankheitsfall (oder 10 x 50 Minuten)
  • Ohne vorherige Sprechstunde: bis zu 4 Therapieeinheiten à 100 Minuten je Krankheitsfall (oder 8 x 50 Minuten)
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
35163 3 Teilnehmer/innen 704 Punkte
78,32 Euro
35164 4 Teilnehmer/innen 594 Punkte
66,08 Euro
35165 5 Teilnehmer/innen 528 Punkte
58,74 Euro
35166 6 Teilnehmer/innen 483 Punkte
53,73 Euro
35177 7 Teilnehmer/innen 451 Punkte
50,17 Euro
35168 8 Teilnehmer/innen 428 Punkte
47,61 Euro
35169 9 Teilnehmer/innen 409 Punkte
45,50 Euro

Hinweise zur Abrechnung:

  • je vollendete 100 Minuten, je Teilnehmer/in
  • auch in 50-Minuten-Schritten möglich, bitte kennzeichnen Sie diese Sitzungen mit H (z. B. 35163H)
  • 1- bis 3-mal im Krankheitsfall berechnungsfähig (1- bis 5-mal im Krankheitsfall bei Einbeziehung von relevanten Bezugspersonen bei Versicherten bis zum vollendeten 21. Lebensjahr und bei Versicherten mit Intelligenzstörung)
  • Sitzungen mit Bezugspersonen kennzeichnen Sie bitte mit B (z. B. 35163B)
  • Voraussetzung für die Abrechnung ist eine Genehmigung der KV zur Durchführung von Richtlinien-Gruppentherapie.

Gruppentherapie

Neu ist ebenfalls, dass eine Gruppentherapie ab sechs Patienten gemeinsam durch zwei Psychotherapeuten mit ihnen jeweils fest zugeordneten Patienten (Bezugspatienten) durchgeführt werden kann. In diesem Fall ist eine Gruppengröße von maximal 14 Patienten zulässig, wobei ein Psychotherapeut mindestens drei und maximal 9 Bezugspatienten in hauptverantwortlicher Behandlung hat. Aus den Bezugspatienten je Therapeut ergibt sich dabei die Gruppengröße nach § 21 Abs. 1 Nummer 2 Satz 1 (mindestens drei bis höchstens neun Patienten). Die hauptverantwortliche Behandlung umfasst neben der Gruppenbehandlung insbesondere die Tätigkeit als Ansprechpartner in allen Fragen zur Behandlung, die Durchführung der Probatorischen Sitzungen, die Unterstützung bei der Entscheidungsfindung und der Beantragung der Behandlung sowie die schriftliche Dokumentation.

Die gemeinsame Durchführung von Gruppentherapien durch zwei Therapeuten ist durch Angabe einer bundeseinheitlich kodierten Zusatzkennzeichnung zu dokumentieren.

Grundsätzlich ist nun in § 28 Abs. 7 Psychotherapie-Richtlinie darüber hinaus festgelegt, dass Gruppentherapie auch in Einheiten von 50 Minuten mit entsprechender Vermehrung der Gesamtsitzungszahl Anwendung finden kann.

Die Durchführung und Abrechnung von Gruppenbehandlungen, bei denen in derselben Sitzung bei verschiedenen Patienten entweder Gruppentherapie oder Probatorische Sitzungen im Gruppensetting zeitgleich angewendet werden, ist zulässig. Neue Patienten können dementsprechend in laufende Gruppentherapien aufgenommen werden. Die gleichzeitige Anwendung von Gruppentherapie und Probatorischen Sitzungen im Gruppensetting bei demselben Patienten ist jedoch unzulässig.

Darüber hinaus ist die Gruppentherapie zum 01.10.2021 auch für die Analytische Psychotherapie und damit in allen Richtlinienverfahren auch in 50-minütigen Sitzungen (Standard: 100 Minuten) möglich. Die Gesamtsitzungszahl vermehrt sich dann entsprechend.

Gruppenpsychotherapeutische Leistungen außerhalb der Praxisräume

Die Durchführung von Gruppenpsychotherapeutischer Grundversorgung, Gruppentherapie und Probatorischen Sitzungen im Gruppensetting kann auch außerhalb der eigenen Praxisräume des Therapeuten in anderen geeigneten Räumlichkeiten stattfinden. Bei gemeinsamer Durchführung der Gruppentherapie oder Probatorischer Sitzungen im Gruppensetting können dies insbesondere die Praxisräume der Beteiligten sein. Vor Leistungserbringung außerhalb der eigenen Praxisräume sind jedoch ausgelagerte Praxisräume gegenüber der KVWL anzuzeigen. Hierbei gilt es zu beachten, dass die ausgelagerten Praxisräume sich in unmittelbarer Nähe (maximal 30 Minuten Entfernung) befinden und dort kein Erstkontakt stattfindet. Alternativ kann auch ein Antrag auf Genehmigung vertragspsychotherapeutischer Leistungen in einer Zweigpraxis gestellt werden.

Eine Zweigpraxisgenehmigung setzt dabei voraus, dass die Versorgung der Patienten am avisierten Zweigpraxisstandort verbessert wird und die ordnungsgemäße Versorgung der Patienten am Ort des Vertragspsychotherapeutensitzes nicht beeinträchtigt wird.

Sofern Sie ausgelagerte Praxisräume anzeigen möchten, bitten wir um Kontaktaufnahme mit dem Geschäftsbereich Sicherstellungspolitik und -beratung, Frau Andrea Burchert und Frau Anna Lena Volmert, unter0231 94 32 37 70.

Sollten Sie eine Zweigpraxis beantragen wollen, steht Ihnen gerne das Team Bedarfsprüfung/Genehmigungen Psychotherapie unter0231 94 32 94 50 oder viaTeam_Genehm_Psycho@kvwl.de zur Verfügung.

Gutachterverfahren / Antragsverfahren

Gutachterverfahren

Wird eine Langzeittherapie als Einzeltherapie oder als Kombination von Einzel- und Gruppentherapie mit überwiegend durchgeführter Einzeltherapie beantragt, muss das Gutachterverfahren eingeleitet werden. Gleiches gilt für die Umwandlung einer Kurzzeit- in eine Langzeittherapie.

Hinsichtlich einer Änderung des Settings im Rahmen der Langzeittherapie in eine Einzeltherapie oder in eine Kombination von Einzel- und Gruppentherapie mit überwiegend durchgeführter Einzeltherapie ist ebenfalls ein gutachterpflichtiger Änderungsantrag zu stellen.

Darüber hinaus kann die Krankenkasse Anträge auf Fortführung einer Langzeittherapie als Einzeltherapie oder als Kombination von Einzel- und Gruppentherapie mit überwiegend durchgeführter Einzeltherapie durch einen Gutachter prüfen lassen.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Anträge auf Gruppentherapie oder Anträge als Kombination von Einzel- und Gruppentherapie mit überwiegend durchgeführter Gruppentherapie in der Regel nicht mehr begutachtet werden.

Antragsverfahren bei Kombinationsbehandlung

Wird bei einer Kombinationsbehandlung durch zwei Therapeuten die Gruppenbehandlung wiederum durch zwei Therapeuten geleitet (insgesamt sind also drei Therapeuten an der Behandlung beteiligt) ist das Formblatt PTV 2 von dem Therapeuten, der die Einzeltherapie durchführt, sowie von dem für die Gruppenbehandlung hauptverantwortlichen Therapeuten jeweils separat auszufüllen.

Sonstiges

Darüber hinaus wurde in §1 Abs. 9 Psychotherapie-Richtlinie festgehalten, dass Digitale Gesundheitsanwendungen im Sinne des § 33a SGB V im Rahmen von Leistungen der Psychotherapie-Richtlinie zur Anwendung kommen können.

Zudem wurden mehrere Bestimmungen und Anmerkungen im EBM angepasst – etwa hinsichtlich der Strukturzuschläge und um weitere Richtlinien-Änderungen abzubilden.

Dies betrifft unter anderem die gemeinsame Leitung der Richtlinien-Gruppentherapie und Probatorik im Gruppensetting durch zwei Therapeuten sowie die Möglichkeit, Gruppentherapie-Patienten und Gruppen-Probatorik-Patienten gleichzeitig in gemischten Gruppensitzungen zu behandeln. Details hierzu entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zur Präambel des Abschnittes 35.1.

Bitte beachten Sie die in unserem Symbolnummernverzeichnis ab dem 01.10.2021 aufgeführten Kennzeichnungen der einzelnen Gebührenordnungspositionen.

Ärztliche Kommunikation: Porto- und Faxkostenpauschale
(Stand: 12.04.2022)

Rückwirkende Anpassung der Kostenpauschalen für Briefe

Aufgrund der Portoerhöhung der Deutschen Post wird gemäß Beschluss des Bewertungsausschusses die Vergütung der Kostenpauschalen 40110 und 40128 bis 40131 EBM auf 0,86 Euro rückwirkend zum 1. Januar 2022 angehoben.

Im Zuge dessen wurde der arztgruppenspezifische Höchstwert, der aus den GOP 40110 und 40111 EBM gebildet wird, ebenfalls angepasst.
Als Alternative zur GOP 40110 EBM bietet sich der elektronische Brief an. Hier stehen mit den Symbolnummern 86900 und 86901 entsprechende Abrechnungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Nutzung der KIM-Dienste ist Voraussetzung für den Empfang und Versand von eArztbriefen.
Eine weitere Möglichkeit der Befundübermittlung besteht (unter Einholung der Zustimmung des Patienten) in der Anlage und Pflege einer elektronischen Patientenakte, in der unter anderem medizinische Behandlungsdaten, zum Beispiel Befunde, Diagnosen und Therapiemaßnahmen gespeichert werden können.
Weitere Informationen zu elektronischen Arztbriefen und der elektronischen Patientenakte finden Sie auf unserer Internetseite unter dem Stichwort eHealth.

Weitere Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Anpassungen der elektronischen Kommunikation – Höchstwerte ausgesetzt!

Die zum 1. Juli eingeführten Höchstwerte der Gebührenordnungspositionen (GOP) 40110 und 40111 EBM je Arztgruppe werden bis zum 30. September 2021 ausgesetzt. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass eine zeitnahe Realisierung der flächendeckenden Nutzung elektronischer Kommunikation nicht möglich ist. Übergangsweise ist die Versendung konventioneller Briefe und Faxe also für Ärzte und Psychotherapeuten weiterhin uneingeschränkt möglich.

Weiterhin wird klargestellt, dass die Kostenpauschalen 40110 und 40111 des EBM nicht von den in der Präambel 12.1 Nr. 1 genannten Fachärzten, u. a. Fachärzten für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie und Vertragsärzten, die Auftragsleistungen des Abschnittes 32 EBM erbringen, berechnet werden können.

Weitere Informationen zur Neuregelung der ärztlichen Kommunikation finden Sie im Folgenden:

Neue quartalsbezogene Kommunikationspauschale

Die Vergütungssystematik für den Versand von Arztbriefen wurde zum 1. Juli 2020 umgestellt mit dem Ziel, die elektronische Kommunikation zu fördern. Der elektronische Versand von Arztbriefen wird besser vergütet als der Versand per Fax, für den Versand per Post gibt es nur noch eine Porto-Kostenpauschale.

Die Vergütungssystematik für den Versand von Arztbriefen wurde zum 1. Juli 2020 umgestellt mit dem Ziel, die elektronische Kommunikation zu fördern. Der elektronische Versand von Arztbriefen wird besser vergütet als der Versand per Fax, für den Versand per Post gibt es nur noch eine Porto-Kostenpauschale.

Die Kommunikationspauschale wird im Erstattungsnachweis ausgewiesen.

Neuregelung der EBM-Vergütung für Porto und Fax zum 1. Juli 2020

Zum 1. Juli 2020 wurden die Bestimmungen für die Abrechnung von Porto und Fax geändert. Aus gegebenem Anlass weisen wir darauf hin, dass u. a. die GOP 40144 EBM zum 1. Juli 2020 gestrichen wurde.

Zum 1. Juli 2020 gestrichen:

GOP Leistungsbeschreibung
40144 Kostenpauschale für fotokopierte oder EDV-technisch reproduzierte Befundmitteilungen, Berichte, Arztbriefe und andere patientenbezogene Unterlagen ausschließlich für den mit- oder weiterbehandelnden oder konsiliarisch tätigen Arzt oder den Arzt des Krankenhauses

Im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) weiterhin enthalten ist die GOP 01602 EBM. Sie stellt keine Ersatzleistung für die GOP 40144 EBM dar, ist aber bei Erfüllung des Leistungsinhalts weiterhin berechnungsfähig:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01602 Gebührenordnungsposition für die Mehrfertigung (z. B. Kopie) eines Berichtes oder Briefes nach den Gebührenordnungspositionen 01 600, 01 601, 01 794, 01 841, 08 575, 11 230 oder 11 233 an den Hausarzt gemäß § 73 Abs. 1b SGB V

Bei der Berechnung der Gebührenordnungsposition 01 602 ist auf dem Behandlungsausweis die Arztabrechnungsnummer oder der Name des Hausarztes gemäß § 73 Abs. 1b SGB V anzugeben.

Die Gebührenordnungsposition 01 602 für die Kopie eines Berichtes oder Briefes an den Hausarzt ist nur berechnungsfähig, wenn bereits ein Bericht oder Brief an einen anderen Arzt erfolgt ist.

Die Gebührenordnungsposition 01 602 ist im Behandlungsfall nicht neben den Gebührenordnungspositionen 17 210, 19 210, 24 210 bis 24 212, 25 210, 25 211, 25 213 und 25 214 berechnungsfähig.
12

Neugestaltung der Vergütung ärztlicher Kommunikation: eArztbriefe, Post, Telefax

Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä): Vergütung des eArztbriefes wird in der TI-Finanzierungsvereinbarung weitergeführt

In der TI-Finanzierungsvereinbarung (Anlage 32 BMV-Ärzte) wird die Erstattung der Kosten für die Übermittlung von eArztbriefen ab dem 1. April 2020 in der neuen Anlage 8 abgebildet:

Kostenerstattung für die Übermittlung von eArztbriefen ab 1. April 2020:

  • 0,28 Euro für den Versand eines eArztbriefes (SNR 86900)
  • 0,27 Euro für den Empfang eines eArztbriefes (SNR 86901)

Für beide Pauschalen gilt ein gemeinsamer Höchstwert von 23,40 Euro je Quartal und Arzt.

Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM): Vergütungsregelungen für die ärztliche Kommunikation ab 1. Juli 2020

Ab dem 1. Juli 2020 beziehungsweise später treten neue Vergütungsregelungen für die ärztliche Kommunikation in Kraft (Beschluss des Bewertungsausschusses (BA) 481. Sitzung).

Strukturförderpauschale (Gebührenordnungsposition (GOP) 01660)

Es wird eine Strukturförderpauschale eingeführt. Die GOP 01660 EBM ist für die Versendung eines eArztbriefes berechnungsfähig und hat eine Höhe von einem Punkt (10,99 Cent). Dies soll einen Anreiz für den Arzt schaffen, auch über die Erreichung des Höchstwertes für eArztbriefe hinaus, eArztbriefe anstelle von Telefaxen zu versenden. Die Finanzierung der Strukturförderpauschale erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV). Die Strukturförderpauschale ist vorerst für 3 Jahre befristet.

Eine Pauschale für den Postversand

Für den Versand von Arztbriefen und anderen Unterlagen per Post gibt es ab Juli nur noch die Porto-Kostenpauschale 40110. Sie ist mit 81 Cent bewertet. Die bisherigen Kostenpauschalen 40120 bis 40126 für das Porto sowie die Kostenpauschale 40144 für Kopien werden zum 1. Juli gestrichen.

Neue Fax-Kostenpauschale

Ebenfalls neu ab dem 1. Juli 2020 ist eine eigene Fax-Kostenpauschale im EBM – auch dies ist eine weitere Vorgabe des Gesetzgebers mit dem Ziel, einen schnellstmöglichen Umstieg auf die elektronische Kommunikation zu erreichen. Die Abrechnung erfolgt über die neue GOP 40111 EBM und gilt für den Versand eines Telefaxes. Die Fax-Pauschale ist zunächst mit zehn Cent je Telefax bewertet, ab 1. Juli 2021 mit fünf Cent.

Die Kostenpauschalen 40110 und 40111 unterliegen einem gemeinsamen Höchstwert je Arzt. Der Höchstwert ist arztgruppenspezifisch festgelegt. Die Höchstwert-Übersicht und weitere Details zu dem Beschluss des BA finden Sie unter folgendem Link:

Arztgruppe Höchstwert in Euro

Höchstwertregelung ausgesetzt – bis 30.09.2021
Ermächtige Ärzte, Institute und Krankenhäuser 34,83
Allgemeinmedizin, hausärztliche Internisten und praktische Ärzte 38,88
Kinder- und Jugendmedizin 38,88
Anästhesiologie 29,97
Augenheilkunde 42,12
Chirurgie 115,02
Gynäkologie 45,36
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde 68,85
Dermatologie 53,46
Humangenetik 93,96
Innere Medizin
ohne Schwerpunkt 198,45
Angiologie 239,76
Endokrinologie 294,03
Gastroenterologie 264,06
Hämatologie/Onkologie 278,64
Kardiologie 309,42
Nephrologie 126,36
Pneumologie 367,74
Rheumatologie 317,52
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie 22,68
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie 23,49
Neurologie, Neurochirurgie 149,04
Nuklearmedizin 405,81
Orthopädie 150,66
Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen 108,54
Psychiatrie 51,84
Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie 141,75
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie 5,67
Psychotherapie 6,48
Radiologie 445,50
Strahlentherapie 133,65
Urologie 140,94
Physikalische und Rehabilitative Medizin 73,71

Die Details zur Änderung des EBM zum 01.07.2020 finden Sie unter: www.g-ba.de und auf dieser Seite.

Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung
(Stand: 16.11.2021)

Die Leistungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust und des Genitales bei Frauen wurden zum 1. Januar 2020 neu strukturiert, an die entsprechenden Richtlinienbeschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses angepasst und um das organisierte Programm zur Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses ergänzt. Sie werden im Einheitlichen Bewertungsmaßstab in einem neu aufgenommenen Abschnitt 1.7.3.2 abgebildet.

Folgend eine Übersicht der Leistungen:

Alter Leistung
20-65 Gesetzlich Versicherte erhalten eine Einladung zur Teilnahme an dem Früherkennungsprogramm
20-34 Jährlicher Anspruch auf zytologische Untersuchung mittels Pap-Abstrich
Ab 20 Bei auffälligen Befunden besteht bei allen teilnehmenden Frauen Anspruch auf eine Abklärungsdiagnostik
Ab 35 Alle drei Jahre Anspruch auf Kombinationstestung aus Pap-Abstrich und HPV-Test

Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust und des Genitales nach der KFE-RL

GOP Leistungsbeschreibung
01760 Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen bei der Frau gemäß Abschnitt B. II. §§ 6 und 8 der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie

Der Bewertungsausschuss hatte mit Wirkung vom 1. April 2020 eine Änderung des Abrechnungsausschlusses der GOP 01760 und 01764 EBM am Tag beschlossen. Somit sind ab diesem Datum diese beiden GOP nebeneinander abrechenbar.

Gebührenordnungspositionen (GOP) im Zusammenhang mit der Früherkennung Zervixkarzinome

Primärscreening zur Früherkennung des Zervixkarzinoms nach oKFE-RL

GOP Leistungsbeschreibung
01761 Untersuchung zur Früherkennung des Zervixkarzinoms gemäß Teil III. C. § 6 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)
01762 Zytologische Untersuchung gemäß Teil III. C. § 6 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)
01763 Nachweis von Humanen Papillom-Viren gemäß Teil III. C. § 6 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)

Die Teilnahme am Früherkennungsprogramm ist für Frauen nach zervixerhaltender Partialhysterektomie nicht ausgeschlossen. Sofern anatomisch kein Gewebe des Zielorgans des Zervixkarzinomscreenings mehr sichtbar ist, ist als präventive Leistung nur die Früherkennung nach der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) ohne Zytologie und HPV-Test nach der GOP 01760 EBM berechnungsfähig.

Im Primärscreening und in der Abklärungsdiagnostik werden Zytologie und HPV-Test vom Gynäkologen ausschließlich über Muster 39 veranlasst. Hierauf erfolgt auch die Abrechnung der Untersuchungen (Scheinart 21). Sofern beide Untersuchungen nicht in einer Praxis durchgeführt werden können, kann der Zytologe mittels Muster 10 und der Kennzeichnung „präventiv“ den HPV-Test als Weiterüberweisung veranlassen. Hierbei kann der Erstveranlasser angegeben werden. Die Abrechnung des HPV-Tests erfolgt ausschließlich in dieser Fallkonstellation - Weiterleitung des HPV-Tests durch den Zytologen - auf Muster 10 (Scheinart 27). Die Transportkostenpauschale GOP 40100 EBM darf nur von der den Auftrag (Zytologie, HPV-Test, Ko-Test) erstmals annehmenden Praxis abgerechnet werden. Bei einer Weiterüberweisung ist die Abrechnung der GOP 40100 EBM nicht zulässig.

Sofern eine laborärztliche Praxis ausschließlich den Untersuchungsauftrag HPV-Test für das Primärscreening oder die Abklärungsdiagnostik erhält, wird dieser auf Muster 39 veranlasst und ist auf diesem abzurechnen (Scheinart 21). In diesem Fall muss das Laborsystem das Einlesen/Verarbeiten des Musters 39 und die Übernahme der Abrechnungsdaten in die Scheinart 21 implementieren.

Sollten Zytologie und HPV-Test an verschiedene Vertragsärzte überwiesen werden, muss das Ergebnis der HPV-Untersuchung an den Zytologen für die Erstellung eines Gesamtbefundes übermittelt werden.

Ist eine Patientin nach durchgeführter Aufklärung durch den Arzt nicht bereit, einen HPV-Test im Rahmen der Krebsfrüherkennung durchführen zu lassen, ist dieses vom Arzt zu dokumentieren. Der Leistungsinhalt der GOP 01761 EBM ist bei ausschließlicher Erbringung einer zytologischen Untersuchung nicht erfüllt und die GOP somit nicht abrechenbar. Ab dem Alter von 35 Jahren haben Frauen nur noch Anspruch auf eine Untersuchung gemäß der KFE-RL nach der GOP 01760 EBM (Krebsfrüherkennung bei der Frau gem. Abschnitt B. II. §§ 6 und 8 KFE-RL) oder eine Untersuchung mit kombiniertem Zervixkarzinomscreening gemäß der oKFE-RL nach der GOP 01761 EBM (Krebsfrüherkennung bei der Frau gem. Teil III. C. § 6 oKFE-RL).

Sofern bei einer Untersuchung gemäß der KFE-RL die klinische Untersuchung auffällig ist und die Versicherte trotzdem keinen HPV-Test und damit keine Früherkennungsuntersuchung nach der oKFE-RL erhalten möchte, ist die zytologische Untersuchung als kurative Leistung zu erbringen.

Abklärungsdiagnostik zur Früherkennung des Zervixkarzinoms nach oKFE-RL

GOP Leistungsbeschreibung
01764 Abklärungsdiagnostik gemäß Teil III. C. § 7 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)
01765 Abklärungskolposkopie gemäß Teil III. C. §§ 7 und 8 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)
01766 Zytologische Untersuchung gemäß Teil III. C. § 7 mittels Zytologie der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)
01767 Nachweis von Humanen Papillom-Viren gemäß Teil III. C. § 7 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)
01768 Histologie bei Abklärungskolposkopie gemäß Teil III. C. § 7 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)
01769 Zuschlag zu den Gebührenordnungspositionen 01763 und 01767 für die Genotypisierung auf HPV-Typ 16 und HPV-Typ 18 bei einem positiven Nachweis von High-Risk-HPV-Typen

Überweisung zur Abklärungskolposkopie:

Die Überweisung zur Abklärungskolposkopie erfolgt mittels Muster 6 mit der Kennzeichnung „präventiv“. Dem Kolposkopiker sind mit der Überweisung die Ergebnisse der Zytologie und des HPV-Tests für die Programmdokumentation zu übermitteln.

Eine Liste der Ärzte, die eine Genehmigung für die Abklärungskolposkopie von der KVWL erhalten haben, finden Sie unter der Verlinkung:

Neu ab dem 1. Oktober 2020: Die Übergangsregelung zur Aussetzung der Dokumentationsverpflichtung im Rahmen der Krebsfrüherkennungsprogramme endete mit dem 30. September 2020. Hintergrund der Aussetzung der Dokumentation war, dass es nicht allen Softwareanbietern gelang, zum Starttermin der Programme die nötige Dokumentationssoftware anzubieten. Die Dokumentationsverpflichtung wurde so lange ausgesetzt, bis eine flächendeckende Implementierung der Software in die Praxisverwaltungssysteme möglich gemacht wurde. Der G-BA hat nun den Beginn der Dokumentationsverpflichtung für die Verfahren der organisierten Krebsfrüherkennungsrichtlinie (o-KFE-RL) ab dem 1. Oktober beschlossen.

Folgende Übergangsregelung für Muster 39 gilt weiterhin:

Da das Formular inhaltlich aktuell nur die Veranlassung des Primärscreenings abbildet, nicht aber die Leistungen zur Abklärungsdiagnostik auffälliger Befunde, haben KBV und GKV-Spitzenverband hierzu eine Übergangslösung vereinbart, nach der ab dem 1. März 2020 die für die differenzierte (Teil-)Beauftragung von Primärscreening oder Abklärung erforderlichen Informationen mit Codes in der ersten Zeile des Freitextfeldes „Gyn. Diagnose“ abgebildet werden können. Hierzu wurden in den Vordruckerläuterungen der Anlage 2 (Stand: 01.10.2020) des Bundesmantelvertrags (BMV) für Ärzte bundeseinheitliche Codes vereinbart. Damit ist nun im Rahmen einer Übergangslösung eine eindeutige Beauftragung möglich. Folgende bundeseinheitliche Codes wurden vereinbart:

P-HPV nur HPV-Test im Primärscreening
P-Zyto nur zytologische Untersuchung im Primärscreening
P-KoTest Ko-Test im Primärscreening
A-HPV nur HPV-Test in der Abklärung
A-Zyto nur zytologische Untersuchung in der Abklärung
A-KoTest Ko-Test in der Abklärung

Auf der Grundlage der weiteren Evaluation hat die KBV in Abstimmung mit den Berufsverbänden das Muster 39 gemeinsam mit dem GKV-Spitzenverband erneut überarbeitet und bedarfsgemäß angepasst.

Weitere Informationen zu den Krebsfrüherkennungsprogrammen finden Sie hier:

  Hinweise

Hinweise zu bestehenden Regelungen Neue Infos

Vergütung für weitere digitale Gesundheitsanwendung geregelt Neu

Bei zwei weiteren digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) kann die Erstverordnung über den EBM abgerechnet werden. Es handelt sich hierbei um die Webanwendungen „Kalmeda“ und „Hello Better Vaginismus Plus“, die im Dezember 2021 und Februar 2022 dauerhaft in das sogenannte DiGA‐Verzeichnis aufgenommen wurden (Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte / BfArM gemäß § 139e SGB V).

Die Versorgung mit den DiGA „Kalmeda“ und „Hello Better Vaginismus Plus“ ist Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung und über die Gebührenordnungsposition (GOP) 01470 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) berechnungsfähig. Es besteht kein Anspruch auf Kostenerstattung (gemäß § 87 Abs. 5c Satz 4 SGB V).

Weitere Informationen zu Digitalen Gesundheitsanwendungen sowie eine Verlinkung zum DiGA-Verzeichnis des BfArM finden Sie auf unserer Webseite:

Abrechnung der Hyposensibilisierungsbehandlung – wichtig: Uhrzeiten angeben Neu

Abrechnung der Hyposensibilisierungsbehandlung – wichtig: Uhrzeiten angeben

Im Rahmen der Hyposensibilisierungsbehandlung ist es möglich neben der Initialsensibilisierung bis zu vier weitere Sensibilisierungen am Behandlungstag für z. B. nicht mischbare Allergene oder bei einer Cluster- oder Rush-Therapie durchzuführen. Sowohl die Gebührenordnungsposition (GOP) 30130 (Hyposensibilisierungsbehandlung), als auch die GOP 30131 EBM (Zuschlag für weitere Sensibilisierung am Tag) beinhalten, per Leistungsdefinition jeweils eine mindestens 30-minütige Nachbeobachtungszeit. Um sicher zu gehen, dass vor der weiteren Injektion keine allergische Schockreaktion auf die vorangegangene Injektion auftritt, ist es wichtig, die vorgegebene Überwachungszeit einzuhalten.

Aus aktuellem Anlass weisen wir Sie darauf hin, bei mehreren Injektionen das Nachbeobachtungsintervall einzuhalten und darüber hinaus die genauen Injektionsuhrzeiten zu den einzelnen GOP in der Abrechnung (Feldkennung 5006) anzugeben. Zukünftig werden wir Ihnen die fehlenden Uhrzeitangaben als Hinweis in der Online-Formalprüfung anzeigen.

Weitere digitale Gesundheitsanwendung „HelloBetter Diabetes und Depression“ in den Katalog aufgenommen Neu

Weitere digitale Gesundheitsanwendung in den Katalog aufgenommen

Bei einer weiteren digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) kann die Erstverordnung über den Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) abgerechnet werden. Es handelt sich hierbei um die Webanwendung „HelloBetter Diabetes und Depression“, die im Dezember 2021 dauerhaft in das sogenannte DiGA‐Verzeichnis aufgenommen wurde (Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte / BfArM gemäß § 139e SGB V).

Die Versorgung mit der DiGA „HelloBetter Diabetes und Depression“ ist Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung und über die Gebührenordnungsposition (GOP) 01470 des EBM (Zusatzpauschale für das Ausstellen einer Erstverordnung einer digitalen Gesundheitsanwendung) einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig. Es besteht kein Anspruch auf Kostenerstattung (gemäß § 87 Abs. 5c Satz 4 SGB V).

Weitere Informationen zu digitalen Gesundheitsanwendungen sowie eine Verlinkung zum DiGA-Verzeichnis des BfArM finden Sie auf unserer Webseite:

GOP 01602 EBM: Abrechnung für die Mehrfertigung eines Berichtes oder Briefes Neu

GOP 01602 EBM: Abrechnung für die Mehrfertigung eines Berichtes oder Briefes

Aufgrund erhöhter Nachfrage und zur Unterstützung bei der Erstellung Ihrer Quartalsabrechnung bitten wir Sie, Folgendes für den Ansatz der Gebührenordnungsposition (GOP) 01602 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) zu beachten:

  • Die GOP 01602 EBM für die Kopie eines Berichtes oder Briefes an den Hausarzt ist nur dann berechnungsfähig, wenn bereits ein Bericht oder Brief an einen anderen Arzt erfolgt ist;
  • Bei der Berechnung der GOP 01602 EBM ist die lebenslange Arztnummer (LANR) bzw. die Betriebsstättennummer (BSNR) als Begründung im Feld (FK) 5009 oder der Name des Hausarztes im Feld Name des Arztes (FK 5016) anzugeben;
  • Die GOP 01602 EBM ist nur berechnungsfähig für die Mehrfertigung (z. B. Kopie) eines Berichtes oder Briefes nach den GOP 01600, 01601, 01794, 01841, 08575 an den Hausarzt gemäß § 73 Abs. 1b SGB V;
  • Die Kopie eines Berichtes an einen Facharzt erfüllt nicht den Leistungsinhalt der GOP 01602 EBM
  • Die GOP 01602 EBM stellt keine Ersatzleistung für die GOP 40144 EBM dar, die seit dem 01.07.2020 nicht mehr berechnungsfähig ist;

Achtung: Sollte keine der vorgenannten verpflichtenden Angaben vorhanden sein, ist der Leistungsinhalt der GOP 01602 EBM nicht erfüllt und eine Vergütung der Leistung kann nicht erfolgen.

Zusatzangaben zur Abrechnung von Gebührenordnungspositionen - Beachtung der Begründungspflicht Neu

Zusatzangaben zur Abrechnung von Gebührenordnungspositionen – Beachtung der Begründungspflicht

Einige Leistungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) fordern zur Abrechnung die Angabe ergänzender Informationen. So sind diverse Laborleistungen des Kapitels 32 und andere Leistungen des EBM etwa nur unter Angabe einer medizinischen Begründung (in der Feldkennung (FK) 5009) und/oder der Art der Untersuchung (FK 5002) abrechnungsfähig.

Beispielhaft ist abrechnungsbegründend bei den Gebührenordnungspositionen (GOP) 32292 (Drogen), 32293 (Arzneimittel) oder 32306 (Vitamine) des EBM eine Angabe zur untersuchten Substanz(-gruppe) in der FK 5002 vorzunehmen. Die Art der Untersuchung ist beispielsweise bei den GOP 32283 EBM (Spurenelemente) oder der GOP 32681 EBM (Kulturelle Untersuchung auf Protozoen) ein obligater Leistungsbestandteil. Zur Abrechnung der GOP 32294 EBM sind z. B. sowohl die Substanzgruppe (FK 5002) also auch eine Begründung der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall (FK 5009) anzugeben.
Weitere Beispiele, auf die wir Sie bereits in der Vergangenheit hingewiesen haben, sind die GOP 01602 EBM oder auch die ähnlichen Untersuchungen im Abschnitt 32.3 Spezielle Laborleistungen des EBM.
Auf die Zusatzangaben und die Begründungspflicht möchten wir Sie hiermit noch einmal verstärkt hinweisen: Bitte achten Sie bei der Erstellung Ihrer Abrechnung darauf, für welche Leistungen Zusatzangaben erforderlich sind und ggf. mit welchen Angaben die von Ihnen eingetragenen Leistungen zu ergänzen sind. Weitere Hilfestellung zu den Angaben bei Laborleistungen finden Sie unter:

Bei der Beauftragung von Laborleistungen auf dem Muster 10 bitten wir auch die Einsender auf die Angabe der erforderlichen Zusatzangaben und die ggf. anzugebende medizinische Begründung im Auftragsfeld zu achten!

Vergütung für weitere digitale Gesundheitsanwendung geregelt Neu

Vergütung für weitere digitale Gesundheitsanwendung geregelt

Bei einer weiteren digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) kann die Erstverordnung über den EBM abgerechnet werden. Es handelt sich hierbei um die Webanwendung „HelloBetter Stress und Burnout“, die im Oktober 2021 dauerhaft in das sogenannte DiGA‐Verzeichnis aufgenommen wurde (Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte / BfArM gemäß § 139e SGB V).

Die Versorgung mit der DiGA „HelloBetter Stress und Burnout“ ist Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung und über die Gebührenordnungsposition (GOP) 01470 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) berechnungsfähig. Es besteht kein Anspruch auf Kostenerstattung (gemäß § 87 Abs. 5c Satz 4 SGB V).

Weitere Informationen zu Digitalen Gesundheitsanwendungen sowie eine Verlinkung zum DiGA-Verzeichnis des BfArM finden Sie auf unserer Webseite:

Punktzahlvolumina für IVOM-Leistungen verlängert bis 31.12.2022 Neu

Punktzahlvolumina für IVOM-Leistungen verlängert

In seiner 578. Sitzung hat der Bewertungsausschuss (BA) beschlossen, die zunächst bis zum 31.12.2021 geltenden Punktzahlvolumina der Gebührenordnungspositionen (GOP) 06334, 06335, 31371 bis 31373 und 36371 bis 36373 EBM um ein Jahr, d.h. bis zum 31.12.2022 zu verlängern. Bis Mitte 2022 sollen darüber hinaus getrennte Ziel-Punktzahlvolumina für einseitige und beidseitige Eingriffe erarbeitet werden.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Primäre und sekundäre Wundversorgung Neu

Die Abrechnung der Wundversorgung in der Übersicht

Primäre und sekundäre Wundversorgung

Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 02300 bis 02302 EBM bilden neben einigen näher definierten kleinchirurgischen Leistungen auch das Feld der primären Wundversorgung ab. Wiederkehrend wirft hierbei die Abgrenzung in primäre und sekundäre Wunden Fragen auf, die wir daher im Folgenden aufgreifen und erläutern wollen.

Das Ziel der primären Versorgung (GOP 02300 bis 02302 EBM und entsprechende Leistungen in den Fachkapiteln) ist es, eine Blutung zu stoppen. Bei oberflächlichen Verletzungen erfolgt der Wundverschluss durch Pflaster oder Gewebekleber, bei tieferen Wunden durch eine Naht oder Klammern.

Eine primäre Wundversorgung ist daher gleichbedeutend mit der Erstversorgung einer frischen Wunde am Tag der Verletzung und kann entsprechend der Wortbedeutung je Wunde regelhaft nur ein einziges Mal erfolgen. Einen Sonderfall stellen Patienten mit den Diagnosen Nävuszellnävussyndrom (ICD-10-GM: D22.-) und/oder mehreren offenen Wunden (ICD-10-GM: T01.-) dar. In diesen Fällen sind unter Angabe der vorgenannten Codierung die GOP 02300 bis 02302 auch ggf. mehrfach in der Sitzung, jedoch maximal fünf Mal am Behandlungstag berechnungsfähig.

Wird dieselbe Wunde wiederholt, d.h. bei weiteren Arzt-Patienten-Kontakten versorgt, ist der Verbandswechsel mit der Grund-/Versichertenpauschale abgegolten. Sofern eine Versorgung derselben Wunde häufiger erfolgt, kann bei mindestens drei Arzt-Patienten-Kontakten im Behandlungsfall die Ziffer für die sekundäre Wundversorgung abgerechnet werden. Die sekundäre Wundversorgung meint die Versorgung und Pflege infizierter und länger bestehender Wunden und wird mit der GOP 02310 EBM abgerechnet.

Versorgung bei diabetischem Fußsyndrom und Ulcus cruris

Für die Versorgung der Krankheitsbilder des diabetischen Fußes und chronisch venösem Ulcus cruris hält der EBM gesonderte Ziffern vor. Die GOP 02311 EBM bildet etwa die Nekrosenabtragung und den Verbandwechsel beim diabetischen Fuß ab, während die GOP 02312 EBM als entsprechender Behandlungskomplex bei Ulcus cruris abrechnungsfähig ist. Bitte beachten Sie die Genehmigungspflicht der GOP 02311 EBM.

Wundversorgung nach ambulanter Operation

Für die Versorgung einer Wunde nach erfolgter ambulanter Operation nach Abschnitt 31.2 des EBM (auch nach ambulanten Operationen im Krankenhaus (§115b SGB V)) stehen im Kapitel 31.4 EBM eine Reihe von Nachsorgekomplexen zu Verfügung. Erfolgt die postoperative Nachsorge einer Wunde beim Hausarzt, so ist die GOP 31600 EBM hierfür abzurechnen. Im fachärztlichen Versorgungsbereich werden die Nachbehandlungskomplexe in den GOP 31601 bis 31738 EBM abgebildet. Welche der Ziffern im Einzelfall zutreffend ist, entscheidet sich anhand der durchgeführten Prozedur, d.h. dem OPS-Code, und der Frage, ob der die Nachsorge durchführende Arzt der Operateur oder ein Mitbehandler ist.

In dem Zeitraum vom 1. bis zum 21. postoperativen Tag kann nur einmalig eine Gebührenordnungsposition des Abschnittes 31.4 abgerechnet werden oder eine Überweisung zur Weiterbehandlung durch einen anderen Vertragsarzt erfolgen.

Wundversorgung nach belegärztlichem bzw. stationärem Krankenhausaufenthalt

Die postoperative Wundversorgung im belegärztlichen bzw. stationären Bereich ist nicht gesondert im Abschnitt 31 bzw. 36 des EBM abgebildet. Sollten eine oder mehrere Wundversorgungen nach einem Krankenhausaufenthalt erforderlich sein, ist diese Leistung ggf. als Einzelleistung (Abschnitt 2.3 oder äquivalente Leistungen der Fachkapitel des EBM) abrechnungsfähig.

Abrechnung von Leistungen im ärztlichen Notfalldienst ab 1/22 Neu

Abrechnung von Leistungen im ärztlichen Notfalldienst

Wir möchten Ihnen für zukünftige Abrechnungen einige Hinweise zur Leistungserbringung im Notfalldienst geben. Die Gemeinsame Notfalldienstordnung der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) enthält für die Leistungserbringung im Rahmen des ärztlichen Notfalldienstes in § 1 Absatz 3 eine entsprechende Regelung, wonach die Patienten bis zur nächstmöglichen regulären ambulanten oder stationären Behandlung ärztlich zweckmäßig und ausreichend zu versorgen sowie die Behandlung auf das hierfür Notwendige zu beschränken ist.

Die Präambel 1.2 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) enthält darüber hinaus nachfolgende Bestimmungen:

  • Neben den Gebührenordnungspositionen (GOP) des Abschnittes 1.2 sind nur Gebührenordnungspositionen berechnungsfähig, die in unmittelbarem diagnostischen oder therapeutischen Zusammenhang mit der Notfallversorgung stehen.
  • Neben den GOP 01205, 01207, 01210, 01212, 01214, 01216 und 01218 EBM sind Beratungs-, Gesprächs- und Erörterungsleistungen nicht berechnungsfähig.

Aus den vorgenannten Ausführungen ergibt sich außerdem, dass Vorsorgeleistungen, Betreuungsleistungen, ausführliche diagnostische und therapeutische Leistungen des EBM im Notfall (Scheinuntergruppe 43) bzw. im organisierten ärztlichen Notfalldienst (Scheinuntergruppe 41) und/oder neben den GOP 01205 bis 01218 EBM nicht berechnungsfähig sind.

Ausführlich haben sich mit dieser Thematik auch verschiedene Landessozialgerichte und das Bundessozialgericht auseinandergesetzt, hier heißt es unter anderem:
„Der Notfalldienst ist - nur - auf die Notfall-Erstversorgung ausgerichtet. Der Arzt darf nicht mehr Leistungen erbringen und verordnen, als es dem Rahmen der Notfall-Erstversorgung entspricht. Behandlungen im Rahmen des Notfalldienstes haben sich auf die Erstversorgung zu beschränken; sie sind darauf zu konzentrieren, Gefahren für Leib und Leben sowie unzumutbaren Schmerzen der Patienten zu begegnen sowie die Notwendigkeit einer stationären Behandlung abzuklären“ (6. Senat Urteil des BSG mit Datum vom 12.12.2012, Aktenzeichen: B 6 KA 5/12 R).

Weiter heißt es in dem Urteil:
„Der Behandlungsumfang ist beschränkt auf die Maßnahmen, die bis zum erneuten Einsetzen der Regelversorgung in den üblichen Sprechstundenzeiten erforderlich sind.
Der Umfang der Diagnostik ist auf die Erstversorgung des Patienten ausgerichtet. Befunde, die für diese Erstversorgung nicht benötigt werden, sind im Notfalldienst nicht zu erheben, auch wenn sie in einer umfassenden Diagnostik und Therapie Sinn ergeben würden.“

Wir bitten Sie, dies bei der Durchführung des Notfalldienstes und zur Abrechnung zu beachten. Zukünftig werden wir Ihnen zu nicht nachvollziehbaren Leistungen in Ihrer Testabrechnung Hinweise geben. Darüber hinaus werden wir nicht berechnungsfähige Leistungen ab dem Quartal 1/2022 im Rahmen der automatisierten Korrektur nicht vergüten.

Muster 10 – Angabe des Erstveranlassers bei Laborüberweisungen Neu

Angabe des Erstveranlassers bei Laborüberweisungen

Bei Laborüberweisungen kommt es auf Muster 10 immer wieder zu fehlerhaften Einträgen im Feld „Erstveranlasser“ bei Weiterüberweisung.

Das Feld „Erstveranlasser“ auf Muster 10 darf nur der Arzt ausfüllen, der mit den Laborleistungen beauftragt wurde, aber nicht alle angeforderten Laborparameter selbst erbringen kann. In diesem Fall stellt er eine Weiterüberweisung mit Muster 10 aus und trägt im Feld „Erstveranlasser“ die Betriebstättennummer (BSNR) und lebenslange Arztnummer (LANR) des Arztes ein, der ihn mit der Untersuchung beauftragt hat.

Falsche Eintragungen auf dem Laborüberweisungsschein im Feld „Erstveranlasser“ führen zu Problemen in der Abrechnung und belasten zu Unrecht das Laborbudget des eingetragenen Arztes.

Folgende Beispiele dienen zur Verdeutlichung:

Beispiel A:

Ein Hausarzt überweist seinen Patienten an einen Facharzt für Urologie zur Mit-/Weiterbehandlung. Der Facharzt für Urologie veranlasst auf Muster 10 erforderliche Laborleistungen. Im Feld „Erstveranlasser“ gibt der Facharzt für Urologie die BSNR und LANR des Hausarztes an. Das ist falsch!

Beispiel B:

Ein Hausarzt überweist seinen Patienten an einen Facharzt für Urologie zur Mit-/Weiterbehandlung. Der Facharzt für Urologie veranlasst auf Muster 10 erforderliche Laborleistungen.
Der beauftragte Laborarzt kann nicht alle angeforderten Laborparameter selbst erbringen und stellt für diese Leistungen wiederum einen weiteren Laborüberweisungsschein (Muster 10) als Auftragsleistung für ein anderes Labor aus. Im Feld „Erstveranlasser“ gibt der Laborarzt nun die BSNR und LANR des Facharztes für Urologie ein. Das ist richtig!

Zweitmeinungsverfahren „Eingriffe an der Wirbelsäule“ NEU ab 19.11.2021 Neu

Zweitmeinungsverfahren „Eingriffe an der Wirbelsäule“:
neues Eingriffsthema ab 19. November 2021 abrechenbar

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 16. September 2021 die Ergänzung der Zweitmeinungsrichtlinie (Zm-RL) um das Eingriffsthema „Eingriffe an der Wirbelsäule“ beschlossen. Dieser Beschluss ist nach Nichtbeanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium und Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 19. November in Kraft getreten.

Gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten haben einen Rechtsanspruch, vor bestimmten planbaren Operationen (OP) eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Nach der Gebärmutterentfernung (Hysterektomie), der Mandeloperation (Tonsillektomie/Tonsillotomie), der Schulterarthroskopie, der Knieendoprothese sowie der Amputation des Diabetischen Fußes kommt nun als weiteres Verfahren „Eingriffe an der Wirbelsäule“ hinzu.

Beim Gespräch zur Abgabe der Zweitmeinung (gemäß § 8 Abs. 4 Allgemeiner Teil der Zm-RL) und in einem etwaigen ärztlichen Bericht über das Ergebnis der Beratung (nach § 8 Abs. 7 Satz 2) soll insbesondere darauf eingegangen werden, ob aus Sicht des Zweitmeiners die Möglichkeiten der konservativen Therapie als Behandlungsalternativen zu den im Besonderen Teil der Zm-RL genannten Eingriffen als ausgeschöpft angesehen werden.

Als Eingriffe des neuen Zweitmeinungsverfahrens, dessen Gegenstand die Indikationsstellung ist, wurden folgende Operationen festgelegt:

  1. Osteosynthesen (dynamische Stabilisierungen) an der Wirbelsäule
  2. Spondylodesen
  3. Knöcherne Dekompressionen
  4. Facettenoperationen (Facettendenervation, -thermokoagulation, -kryodenervation)
  5. Verfahren zum Einbringen von Material in einen Wirbelkörper (mit oder ohne vorherige Wirbelkörperaufrichtung)
  6. Exzisionen von Bandscheibengewebe
  7. Implantationen von Bandscheibenprothesen

Nicht umfasst sind Eingriffe an der Wirbelsäule, die aufgrund von akuten traumatischen Ereignissen oder aufgrund von akut auftretenden neurologischen Komplikationen notwendig sind sowie Eingriffe aufgrund von Tumorerkrankungen.

Zur Erbringung der Zweitmeinung für den Eingriff sind Fachärztinnen oder Fachärzte folgender Fachrichtungen nach Genehmigungserhalt berechtigt:

  1. Orthopädie und Unfallchirurgie
  2. Orthopädie
  3. Chirurgie mit der Schwerpunktbezeichnung Unfallchirurgie
  4. Neurochirurgie
  5. Physikalische und Rehabilitative Medizin
  6. Neurologie
  7. Allgemeinmedizin, Innere Medizin oder Anästhesiologie jeweils mit der Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“

Angehörige folgender nichtärztlicher Fachberufe können gemäß Zm-RL (Allgemeiner Teil § 8 Absatz 3) zur Beratung hinzugezogen werden:

  1. Physiotherapeutinnen/Physiotherapeuten im Sinne des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes (MPhG)
  2. Krankengymnastinnen/Krankengymnasten im Sinne des § 16 MPhG

Für den Erhalt der Genehmigung ist neben der Facharzturkunde eine mindestens fünfjährige Tätigkeit in der unmittelbaren Patientenversorgung im jeweiligen Fachgebiet nach Anerkennung der Facharztbezeichnung, eine gültige Weiterbildungsbefugnis oder akademische Lehrbefugnis sowie die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtung nach § 95 d oder § 136 b Abs. 1 Nr. 1 SGB V nachzuweisen.

Das Antragsformulare finden Sie hier:

Antrag auf Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung von Leistungen zum Zweitmeinungsverfahren

Besonders ist, dass nicht nur Vertragsärzte am Zweitmeinungsverfahren teilnehmen können, sondern auch nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärztinnen und Ärzte. Sie werden dann, sofern sie die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, ausschließlich für die Leistungen des Zweitmeinungsverfahrens zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung ermächtigt.

Nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sind Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, Patienten über ihren Rechtsanspruch auf eine Zweitmeinung zu informieren, wenn sie die Indikation für einen der genannten planbaren Eingriffe stellen. Ferner soll der indikationsstellende Arzt den Patienten auf die Liste der Zweitmeiner, die von den Kassenärztlichen Vereinigungen bereitgestellt wird, hinweisen sowie auf weiterführende Informationen. Die KVWL informiert über die Arztsuche auf ihrer Internetseite, welche Ärzte zur Abgabe einer Zweitmeinung im Sinne der Richtlinie berechtigt sind. Diese Suche ist auch für Patienten nutzbar.

Einleitung der Zweitmeinung:

Der indikationsstellende Arzt („Erstmeiner“) rechnet die Leistung nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 01645 EBM nach den Vorgaben der Kodierungsliste mit einer indikationsspezifischen Symbolnummer (SNR) ab.

SNR Leistungsbeschreibung
01645A Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Mandeloperation
01645B Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Gebärmutterentfernung
01645C Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Schulterarthroskopie
01645D Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Amputation beim Diabetischen Fußsyndrom
01645E Zweitmeinungsverfahren bei geplantem Kniegelenkersatz
01645F Zweitmeinungsverfahren „Eingriffe an der Wirbelsäule“

Die GOP/SNR dient der Abbildung des aufgrund des Zweitmeinungsverfahrens entstehenden zusätzlichen Aufwands des Arztes, der die Indikation für eine Zweitmeinung stellt. Die Leistung beinhaltet auch die Zusammenstellung der Befundunterlagen. Die Vergütung der GOP/SNR 01645 erfolgt extrabudgetär und damit ohne Mengenbegrenzung – vorerst befristet bis Ende 2021. Die GOP ist nicht genehmigungspflichtig.

Berechnung der Zweitmeinung:

Für die Vergütung der ärztlichen Zweitmeinung rechnet der Arzt die jeweilige arztgruppenspezifische Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale beim ersten persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt einmal im Behandlungsfall ab. Die Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen sowie ggf. erforderliche weitere Leistungen sind vom abrechnenden Arzt eingriffsspezifisch zu kennzeichnen. Die zusätzliche Kennzeichnung der abgerechneten GOP erfolgt als Freitext im Feld freier Begründungstext (KVDT-Feldkennung 5009) mit den nachstehenden Codes:

Freier Begründungstext Inhalt
88200A Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Mandeloperation
88200B Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Gebärmutterentfernung
88200C Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Schulterarthroskopie
88200D Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Amputation beim Diabetischen Fußsyndrom
88200E Zweitmeinungsverfahren bei geplantem Kniegelenkersatz
88200F Zweitmeinungsverfahren bei einem bevorstehenden Eingriff an der Wirbelsäule

Ergänzende Untersuchungen im Rahmen des Zweitmeinungsverfahrens:

Neben den Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen sind ausschließlich gegebenenfalls medizinisch notwendige Untersuchungen (gemäß § 3 Abs. 2 der Richtlinie des G-BA zum Zweitmeinungsverfahren) entsprechend den Abrechnungsbestimmungen des EBM berechnungsfähig. Die Nebeneinanderberechnung der ärztlichen Zweitmeinung und medizinisch notwendiger Untersuchungsleistungen setzt die Angabe einer medizinischen Begründung voraus.

Abrechnung der Lumbalpunktion 02342 Neue Infos

Abrechnung der Lumbalpunktion

Gemäß der (Muster-) Weiterbildungsordnung (MWBO) der Bundesärztekammer gehören Lumbalpunktionen einschließlich der Interpretation von Liquordiagnostik zu den zu erwerbenden Handlungskompetenzen im Gebiet Psychiatrie und Psychotherapie.

Die GOP 02342 (Lumbalpunktion) des EBM war bisher jedoch nicht von Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie berechnungsfähig. Um den EBM an die aktuelle MWBO anzupassen, werden die zur Abrechnung berechtigten Arztgruppen um Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie ergänzt. Hierfür wird die erste Anmerkung zur GOP 02342 EBM angepasst.

Anpassung Legende 01602 Neue Infos

Anpassung der Legende der GOP 01602 EBM Neue Infos

Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 11230 und 11233 EBM werden aus der Leistungslegende der GOP 01602 EBM gestrichen, da die Mehrfertigung eines Briefes oder Berichtes nach der GOP 01602 EBM gemäß Präambel 11.1 Nummer 9 EBM in den GOP des Kapitels 11 EBM enthalten ist.

Dies hat der Bewertungsausschuss in seiner 570. Sitzung beschlossen.

eAU-Kostenpauschalen für AU-Versand bei TI-Ausfall und bei Hausbesuchen Neue Infos

eAU: Kostenpauschalen für den Versand von AU-Bescheinigungen bei TI-Ausfall und bei Hausbesuchen

Bei der digitalen Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsdaten an die zuständige Krankenkasse ist in bestimmten Fällen zusätzlich der Versand eines Papierausdrucks erforderlich.

Das betrifft zum einen das Ausstellen von eAUs bei Hausbesuchen sowie zum anderen das Versenden der eAU an die Krankenkasse, wenn eine elektronische Übermittlung nicht möglich ist, der Arzt dies aber erst feststellt, nachdem der Patient die Praxis bereits verlassen hat. Für diese Sachverhalte werden zwei neue Kostenpauschalen mit einer Bewertung von jeweils 0,81 Euro in den EBM aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Euro
40130 Kostenpauschale für die postalische Versendung einer mittels Stylesheet erzeugten papiergebundenen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an die Krankenkasse des Patienten gemäß § 4 Absatz 4.1.4 Anlage 2b BMV-Ä 0,81
40131 Kostenpauschale für die postalische Versendung einer mittels Stylesheet erzeugten papiergebundenen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an den Patienten gemäß § 4 Absatz 4.1.2 Anlage 2b BMV-Ä im Zusammenhang mit der Durchführung einer Besuchsleistung entsprechend der Gebührenordnungspositionen 01410, 01411, 01412, 01413, 01415 und 01418 0,81

Die Kostenpauschale nach GOP 40130 EBM kann abgerechnet werden in Fällen, in denen der Vertragsarzt nachträglich feststellt, dass die digitale Erstellung oder Datenübermittlung an die Krankenkasse nicht möglich ist und diese nicht bis zum Ende des nachfolgenden Werktags nachgeholt werden kann. Die papiergebundene Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird dann an die zuständige Krankenkasse versendet.

Im Rahmen eines Hausbesuches besteht für den Vertragsarzt keine Möglichkeit einen Ausdruck der AU-Bescheinigung für den Patienten und den Arbeitgeber zu erzeugen. Wenn der Vertragsarzt kein vorab ausgedrucktes leeres Stylesheet händisch ausfüllen kann, sendet er in diesem Fall dem Patienten die papiergebundenen Ausfertigungen der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Nachgang aus der Praxis zu und rechnet hierfür die neue Kostenpauschale nach GOP 40131 EBM ab.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des Bewertungsausschusses (BA) unter: institut-ba.de/ba/beschluesse.html

Informationen zur eAU finden Sie unter: Uebergangsvereinbarung_eAU.pdf (kbv.de) und auf unserer Internetseite.

Entfristung der Regelungen zur substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger Neue Infos

Entfristung der Regelungen zur substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger

Der Bewertungsausschuss (BA) hat die Möglichkeit der Abrechnung der GOP 01953 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zur substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger mit einem Depotpräparat im Abschnitt 1.8 des EBM entfristet. Die Leistung ist damit nach erfolgter Etablierung in der Versorgung dauerhaft Bestandteil des EBM.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des Bewertungsausschusses (BA) unter: institut-ba.de/ba/beschluesse.html

Korrekte Abrechnung von Laborleistungen innerhalb der eigenen Praxis Neue Infos

Hinweise zur korrekten Abrechnung von Laborleistungen innerhalb der eigenen Praxis (Gemeinschaftspraxis/Berufsausübungsgemeinschaft)

Aus aktuellem Anlass möchten wir Ihnen im Folgenden wichtige Hinweise zur Abrechnung praxisinterner Laboraufträge geben.

Sofern es zu einer Beauftragung von Laborleistungen im eigenen praxiszugehörigen Labor kommt, sind diese Laborleistungen nicht über das Muster 10 zu beauftragen bzw. die Scheinart 27 (Laborauftrag) abzurechnen. Praxisintern durchzuführende Laborleistungen sind formlos im Rahmen der Praxisorganisation zu veranlassen und werden über den Behandlungsschein der Erstinanspruchnahme der Praxis, d.h. als ambulante Behandlung oder Mit-/Weiterbehandlung abgerechnet. Als Laborauftrag werden ausschließlich die von einer anderen Praxis (BSNR) zugewiesenen Aufträge zur Probenuntersuchung abgerechnet.

Zulassungsrechtlich werden Berufsausübungsgemeinschaften als eine Einheit betrachtet, die ggf. an einem oder mehreren Vertragsarztsitzen (Haupt- und Nebenbetriebsstätten) tätig sein kann. Innerhalb einer Berufsausübungsgemeinschaft sind daher keine Überweisungen möglich. Gemäß der Präambel 40.3 EBM ist innerhalb einer Berufsausübungsgemeinschaft die Versandpauschale nach der GOP 40100 EBM nicht berechnungsfähig.

Nierenersatztherapie (Verlängerung bis 30.09.2022) Neue Infos

QS NET: Anpassung und Verlängerung der befristeten Regelungen

Der Bewertungsausschuss (BA) hat die Möglichkeit der Abrechnung der Gebührenordnungspositionen (GOP) 04567 und 13603 EBM als Zuschläge im Zusammenhang mit der GOP 04562 beziehungsweise der GOP 13602 EBM (Zusatzpauschale kontinuierliche Betreuung eines dialysepflichtigen Patienten) für das Qualitätssicherungsverfahren „Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen“ (QS NET) verlängert bis zum 30. September 2022.

Da der BA den Aufwand im Vergleich zum Beginn des Verfahrens QS NET geringer einschätzt, erfolgt zudem eine Absenkung der Bewertung der GOP 04567 und 13603 EBM auf 90 Punkte.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des Bewertungsausschusses (BA) unter: institut-ba.de/ba/beschluesse.html

Videosprechstunde 01444 verlängert Neue Infos

Videosprechstunde – Verlängerung der Authentifizierung nach GOP 01444 EBM

Der Bewertungsausschuss (BA) hatte die GOP 01444 EBM (Zuschlag Authentifizierung eines unbekannten Patienten) befristet bis zum 30. September 2021 in den EBM aufgenommen (453. Sitzung, schriftliche Beschlussfassung).

Ab dem 1. Oktober 2021 sollte nach damaligem Gesetzesauftrag eine technische Authentifizierungslösung für die Videosprechstunde flächendeckend bereitstehen und die GOP 01444 EBM obsolet werden. Nach dem Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG), das zum 9. Juni 2021 in Kraft trat, sind die Krankenkassen nun verpflichtet, ihren Versicherten bis spätestens zum 1. Januar 2023 eine digitale Versichertenidentität anzubieten, auf deren Basis eine technische Authentifizierungslösung für die Videosprechstunde flächendeckend umsetzbar wird (§ 291 Abs. 8 SGB V).

Die Befristung der GOP 01444 EBM wird deshalb bis zum 31. Dezember 2022 verlängert, um weiterhin den entstehenden Praxisaufwand abzubilden, bis eine technische Authentifizierung der Versicherten durch den Vertragsarzt sichergestellt ist.

Abrechnung der GOP 02360 EBM (Anwendung von Lokalanästhetika)

Abrechnung der GOP 02360 EBM (Anwendung von Lokalanästhetika)

Wir möchten Ihnen zur Abrechnung der Gebührenordnungsposition (GOP) 02360 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) einige Hinweise geben.

Die GOP 02360 EBM ist ausschließlich im Zusammenhang mit der Anwendung von Lokalanästhetika bei Patienten mit funktionellen Störungen oder zur Schmerzbehandlung anzuwenden. Ebenso sind mindestens 3 persönliche Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall Voraussetzung zur Abrechnung, davon mindestens einer mit einer Behandlung mit Lokalanästhetika.

Die GOP 02360 EBM kann nicht für eine Lokalanästhesie vor kleinchirurgischen Eingriffen oder zur Schmerzvermeidung vor Untersuchungen oder Behandlungen abgerechnet werden.

Bitte beachten Sie zudem die Ausschlüsse seitens des EBM, sowohl in der Präambel Ihres Fachkapitels als auch in der Legende der GOP 02360 EBM bei der Abrechnung.

Abrechnungsvoraussetzung für „Ähnliche“ Laboruntersuchungen

Abrechnungsvoraussetzung für „Ähnliche“ Laboruntersuchungen

Im Zusammenhang mit der Leistungserbringung und Abrechnung von Laborleistungen möchten wir Ihnen nachfolgende Hinweise geben.

„Ähnliche Untersuchungen" können nur dann berechnet werden, wenn dies die entsprechende Leistungsbeschreibung vorsieht und für den betreffenden Parameter (Messgröße) keine eigenständige Gebührenordnungsposition (GOP) vorhanden ist. Entsprechend der Leistungslegenden ist in der Regel die Art der Untersuchung in der Feldkennung 5002 ggf. aber auch die Erregerart oder der Faktor zu den GOP anzugeben.

Eine Vielzahl dieser Gebührenordnungspositionen erfordert die Begründung der medizinischen Notwendigkeit der jeweiligen Untersuchung im Einzelfall (siehe hierzu die Anmerkungen im Anschluss an die jeweiligen GOP). Die erforderlichen Angaben sind in Ihrer Software unter der Feldkennung 5009 „freier Begründungstext“ einzutragen.

Die Angabe des Parameters der Auftragserteilung und/oder eine Diagnoseangabe erfüllen die Abrechnungsvoraussetzungen nicht.

Uhrzeitangabe für die Berechnung von Gebührenordnungspositionen (GOP)

Uhrzeitangabe für die Berechnung von Gebührenordnungspositionen (GOP)

Eine Bestimmung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) für die Notwendigkeit der Übermittlung der Uhrzeit (Feldkennung 5006) ist die mehrfache Inanspruchnahme derselben Betriebsstätte am selben Tag. Zudem fordert der EBM für die Berechnung bestimmter GOP die Angabe der Uhrzeit der Inanspruchnahme.

Eine Sitzung umfasst im Rahmen derselben Konsultation den gesamten Behandlungszeitraum bis zum Abschluss der Behandlung und bis der Patient die Praxis verlassen hat. Eine Sitzung kann mehrere Zeitintervalle umfassen, wenn der Patient zwischenzeitlich aus medizinischen beziehungsweise organisatorischen Gründen oder wegen seines Zustandes unbehandelt warten muss oder er zeitweise allein durch Praxispersonal betreut wurde.

Eine Sitzung umfasst den gesamten Zeitraum, in dem sich der Patient in der Praxis seines Arztes zur Untersuchung, Behandlung oder Beratung befindet. Nur wenn der Patient nach Abschluss der Behandlung die Praxis verlassen hat, dann aber aus eigener Initiative an demselben Tag wieder in die Praxis kommt, z. B., weil er weiterhin Schmerzen hat, handelt es sich um eine neue Sitzung.

Sofern z. B. bei einem Arzt-Patienten-Kontakt eine Blutentnahme erfolgt und Sie die in-vitro – Untersuchungen zu einem späteren Zeitpunkt selber durchführen, handelt es sich bei der Bestimmung der Laborparameter nicht um eine erneute Inanspruchnahme.

Bitte setzen Sie eine Uhrzeit nur für Leistungen, die in einer - wie oben beschrieben – weiteren Sitzung erbracht wurden.

Humangenetik – Vorgeburtliche genetische Untersuchungen

Humangenetik – Vorgeburtliche genetische Untersuchungen

Ergänzend zu unserer Mitteilung im KVWL Kompakt Januar 2021 (praxisintern S. 3) bitten wir Sie, aufgrund der geänderten Höchstwertregelung im EBM darauf zu achten, dass bei vorgeburtlichen Untersuchungen der Abschnitte 11.4.2 und 11.4.3 über die Diagnosenkodierung

  • O30.0 Zwillingsschwangerschaft oder
  • O30.1 Drillingsschwangerschaft oder
  • O30.2 Vierlingsschwangerschaft oder
  • O30.8 Sonstige Mehrlingsschwangerschaft

in Ihrer Abrechnung die Zahl der untersuchten Feten dokumentiert wird.

Vorgeburtliche Untersuchungen stellen je Fötus eigenständige Krankheitsfälle dar und sind nach Maßgabe der Kassenärztlichen Vereinigungen zu kennzeichnen. Die Höchstwerte sind entsprechend für die Versicherte/den Versicherten und je Fötus gesondert anzuwenden.

Das Institut des Bewertungsausschusses veröffentlicht den Beschluss auf seiner Internetseite und im Deutschen Ärzteblatt.

Indikationserweiterung von Lynparza®

Indikationserweiterung von Lynparza®

Im Rahmen der frühen Nutzenbewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) nach § 35a SGB V ergab die Prüfung gemäß § 87 Abs. 5b Satz 5 SGB V einen Anpassungsbedarf im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM).

Die Anwendung von Lynparza® (Wirkstoff Olaparib) wurde um die Indikationen Adenokarzinom des Pankreas und Prostatakarzinoms unter jeweils spezifischen Anwendungsvoraussetzungen erweitert. Hierfür ist eine Untersuchung auf eine BRCA1/2 Mutation in der Keimbahn erforderlich. Der Leistungsinhalt der Gebührenordnungsposition (GOP) 11601 im Abschnitt 11.4.5 EBM wird entsprechend erweitert.

Für das Anwendungsgebiet Prostatakarzinom kann diese Untersuchung alternativ auch im Tumorgewebe durchgeführt werden. Hierfür wird der Leistungsinhalt der GOP 19456 im Abschnitt 19.4.4 EBM entsprechend erweitert.

Die GOP 11601 und 19456 EBM werden extrabudgetär vergütet.

Anästhesien bei zahnärztlichen und MKG-chirurgischen Eingriffen: „Z“-Eingriffe

Anästhesien bei zahnärztlichen und MKG-chirurgischen Eingriffen

Aus aktuellem Anlass möchten wir noch einmal auf die besonderen Voraussetzungen zur Abrechnung anästhesiologischer Gebührenordnungspositionen mit dem Zusatz „Z“ im Zusammenhang mit zahnärztlichen und/oder mund-, kiefer- bzw. gesichtschirurgischen Eingriffen (MKG) hinweisen.

Die Präambel des Abschnitts 5.1 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) legt dar, dass ausschließlich in folgenden Fällen entsprechende Anästhesien gemäß Abschnitt 5.3 im Zusammenhang mit zahnärztlichen und/oder mund-, kiefer-, gesichtschirurgischen Eingriffen abgerechnet werden können:

  • bei Kindern bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, sofern wegen mangelnder Kooperationsfähigkeit und/oder durch den Eingriff bedingt eine andere Art der Schmerzausschaltung nicht möglich ist. Die ICD-Kodierung ist mit Begründung anzugeben.
  • bei Patienten mit mangelnder Kooperationsfähigkeit bei geistiger Behinderung und/oder schwerer Dyskinesie. Die ICD-Kodierung ist mit Begründung anzugeben.
  • bei Eingriffen entsprechend dem Abschnitt 31.2.8 (Definierte operative Eingriffe der Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie) des EBM, sofern eine Behandlung in Lokalanästhesie nicht möglich ist.

Bitte achten Sie in den betroffenen Fällen auf die zusätzliche Angabe der ICD-Kodierung einschließlich der Begründung in Ihrer Abrechnung.

Nur bei Patienten mit mangelnder Kooperationsfähigkeit bei geistiger Behinderung und/oder schwerer Dyskinesie sind die Gebührenordnungspositionen (GOP) mit Z zu kennzeichnen, z. B. 05310Z.

Eine Auflistung der GOP, die bei den entsprechenden Voraussetzungen mit Z gekennzeichnet werden, finden Sie im Symbolnummernheft unter:

Videofallkonferenzen und Gruppenbehandlungen: Zuschlag nach GOP 01450 EBM

Videofallkonferenzen und Gruppenbehandlungen: Zuschlag nach GOP 01450 EBM

Bereits in unserem KVWL Kompakt im August 2020 haben wir über die Neuerungen zur Abrechnung der Videofallkonferenzen – GOP 01442, 30210, 30706, 30948, 37120, 37320, 37400 EBM - und der per Video erbringbaren Gruppenbehandlungen nach den GOP 35112 und 35113 des EBM berichtet.
Aus aktuellem Anlass bitten wir Sie erneut, zur Vermeidung von Honorareinbußen bei der Abrechnung von Videofallkonferenzen um die Angabe der Uhrzeit zum initiierten Videokontakt. Bitte geben Sie immer den Beginn der Videofallkonferenz/Gruppenbehandlung zur GOP 01450 EBM im Feld 5006 in Ihrem Praxisverwaltungssystem an. Wird in einer Videokonferenz über mehrere Patienten gesprochen, geben Sie bitte immer dieselbe Uhrzeit an. Gleiches gilt für die Patienten in einer Gruppenbehandlung.

Weitere Informationen zur Videosprechstunde finden Sie unter:

Antikonzeption nach den GOP 01830 bzw. 01832

Antikonzeption nach den GOP 01830 bzw. 01832 EBM

Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die subkutane Applikation eines Depot-Kontrazeptivums nach der GOP 01832 EBM und das Einlegen, Wechseln oder Entfernung eines Intrauterinpessars (IUP) nach der GOP 01830 EBM im Rahmen der Empfängnisregelung bei Frauen bis zum vollendeten 22. Lebensjahr als Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung abzurechnen sind. Bei der Abrechnung dieser Leistungen ist die Frage nach der Wirkdauer des Depot-Kontrazeptivums oder die Liegedauer des Intrauterinpessars nicht ausschlaggebend. Allein das Datum der Leistungserbringung vor dem vollendeten 22. Lebensjahr ist hier maßgeblich. Wir bitten Sie, dies bei Ihrer Abrechnung zu beachten.

Fax- und Portokostenpauschalen: Hinweise zum Vergütungsumfang

Fax- und Portokostenpauschalen: Hinweise zum Vergütungsumfang

Mit dem 1. Juli 2020 ist die Neugestaltung der ärztlichen Kommunikation in Kraft getreten. Eingeführt wurde mit der Gebührenordnungsposition (GOP) 40110 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) eine Porto-Kostenpauschale, welche für den Versand des ärztlichen Untersuchungsberichtes entsprechend der GOP 01600 EBM oder dem individuellen Arztbrief entsprechend der GOP 01601 EBM und/oder dem Versand von schriftlichen Unterlagen abgerechnet werden kann. Ebenfalls neu eingeführt wurde eine Fax-Kostenpauschale (GOP 40111 EBM), welche für die Versendung der vorgenannten Unterlagen mittels Telefax abgerechnet werden kann.

Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die Pauschalen unabhängig von der Anzahl der Seiten des Briefes bzw. Faxes bzw. auch unabhängig vom Gewicht des Briefes nur einmalig abgerechnet werden können. Beide Pauschalen sind somit hierfür nicht mehrfach berechnungsfähig. Eine Kostenpauschale für Kopien wird seit dem 1. Juli 2020 nicht mehr über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abgebildet, das Erstellen von Fotokopien ist Teilleistung der berechnungsfähigen Gebührenordnungspositionen. Versenden Sie mehrere Briefe oder Faxe an unterschiedliche mit- bzw. weiterbehandelnde Ärzte oder einen Krankenhausarzt können die Pauschalen ggf. mehrfach abgerechnet werden. Bitte geben Sie hierzu in Ihrer Abrechnung den jeweiligen Empfänger als Begründung zur Abrechnung an.

Probenuntersuchungen: Neuregelung zur Abrechnung

Neuregelung zur Abrechnung von Probenuntersuchungen

In den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) wurde in den Allgemeinen Bestimmungen eine neue Definition des Behandlungstages im Hinblick auf die Abrechnung von Probenuntersuchungen, der Abschnitte 11.4, 19.3, 19.4, 32.2, 32.3 EBM oder entsprechende Untersuchungen im Abschnitt 1.7 oder 8.5 des EBM, aufgenommen.

Entsprechend der Allgemeinen Bestimmung 3.8.5 gilt für in-vitro-diagnostische Leistungen das Datum des Tages der Probenentnahme als Behandlungstag. Dies bedeutet für Ihre Abrechnung, dass bei Probenuntersuchungen nicht wie in der Vergangenheit der Tag der Leistungserbringung anzugeben ist, sondern der Tag der Materialentnahme. Bitte berücksichtigen Sie die Änderung des EBM bei der Erstellung Ihrer Abrechnung. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in unserer Augustausgabe Praxisintern und unter:

GOP 19502 EBM: Biomarkerbasierte Testverfahren

GOP 19502 EBM Biomarkerbasierte Testverfahren
Die Verfahren EndoPredict®, MammaPrint® und Prosigna® sind derzeit nicht nach EBM berechnungsfähig

Aus gegebenem Anlass weisen wir darauf hin, dass die Gebührenordnungsposition (GOP) 19502 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) für einen Biomarkerbasierten Test einschließlich der Testkosten nur zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung berechnungsfähig ist, wenn die Voraussetzungen gemäß Nr. 30 Anlage I der Richtlinien Methoden der vertragsärztlichen Versorgung (MVV-RL) beim Mammakarzinom erfüllt sind.

Der damalige Beschluss umfasst gemäß § 2 der vorgenannten Richtlinie den Einsatz biomarkerbasierter Tests bei Patientinnen mit einem primären Hormonrezeptor-positivem, HER2/neu-negativen, nodalnegativen und nicht metastasierten Mammakarzinom unter Anwendung der Vorgehensweise des Oncotype DX Breast Recurrence Score®.

Für die Aufnahme weiterer Verfahren bedarf es eines gesonderten Beschlusses des Bewertungsausschusses, daher sind die Verfahren EndoPredict®, MammaPrint® und Prosigna® derzeit nicht nach EBM berechnungsfähig. Die Beratungen zur Aufnahme neuer Testverfahren wurden bereits aufgenommen, der Bewertungsausschuss hat hierzu entsprechend der gesetzlichen Vorgaben sechs Monaten Zeit.

Ende einer Richtlinientherapie: Abrechnung der Symbolnummern 88130 und 88131

Hinweise zur Abrechnung der Symbolnummern (SNR) 88130 und 88131

In der Juni-Ausgabe informierten wir Sie im Rahmen der Einführung der systemischen Therapie in den EBM ebenfalls über die Neuaufnahme der SNR 88130 und 88131 zur Kennzeichnung des Endes einer Richtlinientherapie.
Der Hintergrund der Einführung der beiden SNR war eine dahingehende Änderung der Psychotherapie-Vereinbarung, dass ein Therapieende nicht länger über PTV 12 angezeigt wird, sondern über die neuen Symbolnummern in der Quartalsabrechnung.

Aus gegebenem Anlass möchten wir diese Information nochmals aufgreifen und erläutern, wann diese beiden Symbolnummern von Ihnen in der Abrechnung gesetzt werden:

Die SNR 88130 kennzeichnet das Ende einer Richtlinientherapie ohne anschließende Rezidivprophylaxe und ist sowohl bei Kurzzeit- als auch bei Langzeittherapien zu setzen.

Erfolgt die Beendigung einer Richtlinientherapie mit Rezidivprophylaxe, ist die SNR 88131 einzutragen. Die SNR 88131 kann durch den Bezug auf die Rezidivprophylaxe entsprechend nur bei Langzeittherapien zum Tragen kommen.

Nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa): Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten

Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten von nichtärztlichen Praxisassistentinnen und -assistenten

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 522. Sitzung beschlossen, die Einsatzmöglichkeiten für Besuche der nichtärztlichen Praxisassistenten zu erweitern. Damit sind die Gebührenordnungspositionen (GOP) 03062 bis 03065 EBM und die GOP 38200, 38202, 38205 und 38207 Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) auch dann berechnungsfähig, wenn im Vorquartal ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt oder ein Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde stattgefunden hat und eine Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale berechnet wurde. Bisher war die Berechnung der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale in demselben Quartal erforderlich.

Die Details des Beschlusses und weitere Detailänderungen entnehmen Sie bitte der Veröffentlichung unter:

GOP 01102 EBM – Inanspruchnahme an Samstagen

Abrechnungsfähigkeit der GOP 01102 EBM

Aufgrund vieler Nachfragen zur Abrechnungsfähigkeit der GOP 01102 EBM – Inanspruchnahme an Samstagen - möchten wir nochmal auf die erweiterte Abrechnungsmöglichkeit in der Zeit von 7.00 bis 19.00 Uhr hinweisen. Für die GOP 01102 EBM gilt dies auch dann, wenn Patienten zu diesen Zeiten einbestellt wurden oder Sie Sprechstunde zu diesen Zeiten abhalten. Darüber hinaus ist die GOP 01102 EBM zukünftig auch im Rahmen einer Videosprechstunde an Samstagen zwischen 7.00 und 19.00 Uhr abrechnungsfähig.

TSVG: Besondere Kennzeichnung von Kontakten im September

TSVG: Besondere Kennzeichnung von Kontakten in der offenen Sprechstunde im September 2020

Am 31.08.2020 endet der im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vorgesehene Bereinigungszeitraum für die offene Sprechstunde. Deshalb ist im September 2020 eine besondere Kennzeichnung der erbrachten Leistungen in der offenen Sprechstunde notwendig.

Bei jedem Patienten, der erstmalig im September in die offene Sprechstunde kommt, muss der Behandlungstag mit der speziellen Symbolnummer (SNR) 88210 (Wertigkeit 0,00 Euro) gekennzeichnet werden.

Mit dieser Kennzeichnung wird sichergestellt, dass die extrabudgetäre Vergütung der Leistungen im Zusammenhang einer offenen Sprechstunde, die ab dem 1. September 2020 erbracht wird, nicht mehr zur Bereinigung herangezogen wird.

Außerdem setzen Sie die SNR 88210 bitte weiterhin an, um Kontakte einer TSVG-Konstellation zu kennzeichnen, in der keine weiteren berechnungsfähigen Leistungen abgerechnet werden können.

Beispiel:

Ein Patient wird im August 2020 in der normalen Sprechstunde behandelt, der Arzt rechnet die Grund-/Versichertenpauschale und gegebenenfalls weitere erbrachte Leistungen ab.

Im September 2020 kommt der Patient in die offene Sprechstunde. Unabhängig von weiteren berechnungsfähigen Leistungen am Tag der offenen Sprechstunde wird die Kennzeichnung SNR 88210 eingetragen und kennzeichnet den Behandlungsfall mit der Vermittlungsart 4 – offene Sprechstunde. Sollte die Behandlung in der offenen Sprechstunde noch im August 2020 erfolgen, so sollte die SNR 88210 nicht dokumentiert werden.

Definition des Behandlungstages hier: Abrechnung von Probenuntersuchungen

Seit dem 01.04.2020 Neuregelung zur Abrechnung von Probenuntersuchungen

Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie erneut auf die Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 01.04.2020 hinweisen. In den EBM wurde in den Allgemeinen Bestimmungen eine neue Definition des Behandlungstages im Hinblick auf die Abrechnung von Probenuntersuchungen, der Abschnitte 11.4, 19.3, 19.4, 32.2, 32.3 EBM oder entsprechende Untersuchungen im Abschnitt 1.7 oder 8.5 des EBM, aufgenommen.

Entsprechend der Allgemeinen Bestimmung 3.8.5 gilt für in-vitro-diagnostische Leistungen das Datum des Tages der Probenentnahme als Behandlungstag. Dies bedeutet für Ihre Abrechnung, dass bei Probenuntersuchungen nicht wie bisher der Tag der Leistungserbringung anzugeben ist, sondern der Tag der Materialentnahme. Bitte berücksichtigen Sie die Änderung des EBM bei der Erstellung Ihrer Abrechnung.

Eine Überweisung ist auch dann gültig, wenn eine Behandlung/Untersuchung nicht innerhalb eines Quartals abgeschlossen wird oder wenn der auf Überweisung tätig werdende Arzt die Behandlung erst im Folgequartal beginnt. Eine erneute Ausstellung eines Überweisungsscheins für Leistungen im Folgequartal ist nicht mehr erforderlich. Als Versicherungsnachweis ist bei persönlichem Arzt-Patientenkontakt das Einlesen der eGK erforderlich.  Eine quartalsbezogene Abrechnung ist jedoch weiterhin erforderlich. Dabei ist zu beachten, dass - mit Ausnahme von Probenuntersuchungen -  Leistungen immer an dem Tag abzurechnen sind, an dem der Leistungsinhalt einer Gebührenordnungsposition (GOP) vollständig erbracht wurde.

Besonderheit bei sonstigen Kostenträgern (Polizei etc.): Diese Patienten benötigen immer eine Überweisung für das jeweils aktuelle Behandlungsquartal.

Änderungen zum 01.04.2022

PET/CT bei Hodgkin-Lymphom: Neue Leistungen für Staging-UntersuchungenNeu

PET/CT bei Hodgkin-Lymphom: Neue Leistungen für Staging-Untersuchungen

Ab dem 1. April 2022 können Untersuchungen mittels Positronenemissionstomographie/Computertomographie (PET/CT) bei Hodgkin-Lymphomen bei Erwachsenen und bei malignen Lymphomen bei Kindern und Jugendlichen zwei- statt wie bisher einmal im Behandlungsfall berechnet werden. Hintergrund ist ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Ausweitung des Leistungsanspruches. Dadurch kann es bei Staging-Untersuchungen beim Hodgkin-Lymphom notwendig sein, zwei PET-Untersuchungen innerhalb desselben Quartals durchzuführen.
Der Bewertungsausschuss (BA) hat zur Umsetzung des Leistungsanspruchs analog zu den bereits bestehenden Gebührenordnungspositionen (GOP) vier neue GOP in den Abschnitt 34.7 des EBM aufgenommen, die wir Ihnen im Folgenden verkürzt vorstellen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
F-18-Fluorodesoxyglukose-Positronenemissionstomographie (PET) des Körperstammes mit technischer Bildfusion einer diagnostischen Computertomographie (CT)
34704 bei Vorliegen von diagnostischen CT-Untersuchungen 4.456
34705 mit diagnostischer CT 5.653
F-18-Fluorodesoxyglukose-Positronenemissionstomographie (PET) von Teilen des Körperstammes mit technischer Bildfusion einer diagnostischen Computertomographie (CT)
34706 bei Vorliegen von diagnostischen CT-Untersuchungen 3.565
34707 mit diagnostischer CT 4.523

Im Unterschied zu den bestehenden GOP 34700 bis 34703 EBM können die neuen GOP zweimal im Behandlungsfall berechnet werden. Des Weiteren ist bei medizinischer Notwendigkeit die Berechnung der neuen GOP 34705 und 34707 mit diagnostischer CT auch möglich, wenn im selben Quartal bereits eine diagnostische CT-Untersuchung des Körperstammes beziehungsweise von Teilen des Körperstammes durchgeführt wurde.

Die anfallenden Sachkosten bei Verwendung des Radionuklids F-18-Fluorodesoxyglukose sind über die Kostenpauschale 40584 im Abschnitt 40.10 des EBM berechnungsfähig.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

GOP 02101 EBM: Erweiterung um Infusionstherapie mit ImmunglobulinenNeu

GOP 02101 EBM: Erweiterung um Infusionstherapie mit Immunglobulinen ab 1. April 2022

Der Bewertungsausschuss (BA) hat eine Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) bezüglich der intravenösen Infusionstherapie mit Immunglobulinen mit einer Dauer von mindestens 60 Minuten beschlossen. Die Anpassung erfolgt zum 1. April 2022 und wurde vor dem Hintergrund vorgenommen, dass die Behandlung für viele Indikationen im EBM bisher nicht adäquat abgebildet war. Konkret wird die Gebührenordnungsposition (GOP) 02101 EBM „Infusionstherapie“ um einen obligaten Leistungsinhalt erweitert, sodass sie für Infusionstherapien mit Immunglobulinen bei einer Dauer von mindestens 60 Minuten berechnet werden kann.

GOP Leistungsbeschreibung
02101 Obligater Leistungsinhalt
  • Intravasale Infusionstherapie mit Zytostatika, Virustatika, Antimykotika und/oder Antibiotika bei einem Kranken mit konsumierender Erkrankung (fortgeschrittenes Malignom, HIV-Erkrankung im Stadium AIDS) und/oder
  • Intraperitoneale bzw. intrapleurale Infusionstherapie bei einem Kranken mit konsumierender Erkrankung (z.B. fortgeschrittenes Malignom) und/oder
  • Intravasale Infusionstherapie mit monoklonalen Antikörperpräparaten,
    und/oder
  • Intravasale Infusionstherapie mit Immunglobulinen,
  • Dauer mindestens 60 Minuten

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Neue Zusatzpauschalen für MedikamentengabeNeu

Neue Zusatzpauschalen für Medikamentengabe ab 1. April 2022

Für die Beobachtung und Betreuung von Patienten bei der Gabe bestimmter Medikamente werden zum 1. April 2022 neue Zusatzpauschalen in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Sie ersetzen die bisherigen Gebührenordnungspositionen (GOP) 01514, 01516 und 01517 EBM, da ihre Leistungsbestandteile in die neuen Zusatzpauschalen überführt wurden.

Die neuen GOP sind berechnungsfähig durch Fachärzte für Innere Medizin, für Kinder- und Jugendmedizin (Schwerpunktpädiater), für Neurologie, für Nervenheilkunde sowie für Neurologie und Psychiatrie.

Die geänderte Leistungsstruktur betrifft zum einen die Beobachtung und Betreuung eines Patienten unter parenteraler intravasaler Behandlung mit Sebelipase alfa und/oder Velmanase alfa, für die es ab April eine neue Zusatzpauschale gibt, die je nach Dauer der Leistung unterschiedlich hoch bewertet ist.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
Zusatzpauschale für die Beobachtung und Betreuung eines Kranken unter Behandlung mit Arzneimitteln, einschließlich Infusionen

Obligater Leistungsinhalt
  • Beobachtung und Betreuung eines Kranken unter parenteraler intravasaler Behandlung mit Sebelipase alfa und/oder Velmanase alfa
01540 Dauer mehr als 2 Stunden 386
01541 Dauer mehr als 4 Stunden 625
01542 Dauer mehr als 6 Stunden 961

Die Berechnung der GOP 01540, 01541 und 01542 EBM setzt die Angabe des Präparates, der Begründung der erforderlichen Überwachung im Feld Begründung Feldkennung (FK) 5009) gemäß der jeweils aktuell gültigen Fachinformation (z. B. Dosierung, Dosisanpassung, Erstgabe, Körpergewicht) und der Überwachungsdauer voraus.

Eine weitere Zusatzpauschale gibt es für Beobachtung und Betreuung eines Patienten nach der oralen Gabe von Fingolimod oder Siponimod sowie erstmals auch von Ozanimod oder Ponesimod.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
Zusatzpauschale für die Beobachtung und Betreuung eines Kranken unmittelbar nach der Gabe eines Arzneimittels

Obligater Leistungsinhalt
  • Beobachtung und Betreuung eines Kranken nach der oralen Gabe von Fingolimod oder Ozanimod oder Ponesimod oder Siponimod
01543 Dauer mehr als 2 Stunden 311
01544 Dauer mehr als 4 Stunden 550
01545 Dauer mehr als 6 Stunden 885

Die Berechnung der GOP 01543, 01544 und 01545 EBM setzt ebenfalls die Angabe des Präparates, der Begründung der erforderlichen Überwachung gemäß der jeweils aktuell gültigen Fachinformation (z. B. Dosierung, Dosisanpassung, Erstgabe, Körpergewicht im Feld (FK) 5009) und der Überwachungsdauer (FK) 5009 voraus.

Die Vergütung der neuen Zusatzpauschalen erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen (MGV). Nach einem Jahr (GOP 01543 bis 01545 EBM) beziehungsweise zwei Jahren (GOP 01540 bis 01542 EBM) prüft der Bewertungsauschuss (BA), ob die Überführung der Leistungen in die MGV empfohlen werden kann.

In diesem Zusammenhang findet zusätzlich eine Erweiterung der GOP 02102 EBM statt. Diese kann ab April auch bei einer Infusionstherapie (ohne anschließende Beobachtung) mit Velmanase alfa abgerechnet werden. Bislang ist dies nur bei der Gabe von Sebelipase alfa möglich.

Durch die Aufnahme der aufgeführten GOP in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in der Präambel des betroffenen Fachkapitels und weiterer Bestimmungen des EBM.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Reproduktionsmedizin: Anpassungen im Abschnitt 8.5 EBMNeu

Reproduktionsmedizin: Anpassungen im Abschnitt 8.5 EBM mit Wirkung zum 1. April 2022

Durch die Umstrukturierung des Abschnitts 8.5 EBM zum 1. April 2020 waren die Gebührenordnungspositionen (GOP) 08550, 08555 und 08558 EBM seitdem im Zyklusfall nur im Zusammenhang mit der Stimulationsbehandlung nach der GOP 08535 EBM berechnungsfähig. Ferner waren bisher aufgrund der bisherigen Definition des Zyklusfalls im EBM die Leistungen aus dem Abschnitt 8.5 EBM für Patientinnen ohne endogen gesteuerten Zyklus und ohne hormonelle Stimulation nicht berechnungsfähig. Der Bewertungsausschuss hat mit Wirkung zum 1. April 2022 folgende Anpassungen beschlossen:

  • Änderung der sechsten Bestimmung zum Abschnitt 8.5 EBM:
    „Der Zyklusfall umfasst den 1. bis 28. Zyklustag für Patientinnen mit endogen gesteuertem Zyklus (Spontanzyklus) bzw. den Zeitraum vom 1. Stimulationstag bis 14 Tage nach Ovulationsauslösung bzw. Follikelpunktion zur intendierten Eizellentnahme für Patientinnen ohne endogen gesteuerten Zyklus. Für Patientinnen ohne endogen gesteuerten Zyklus und ohne hormonelle Stimulation umfasst der Zyklusfall einen Zeitraum von 28 Tagen.“
  • Streichung der ersten Anmerkung zur Gebührenordnungsposition 08550 sowie 08555 im Abschnitt 8.5 EBM
  • Änderung der ersten Anmerkung zur Gebührenordnungsposition 08558 im Abschnitt 8.5 EBM: „Die Gebührenordnungsposition 08558 ist mit Ausnahme der Abrechnung eines intratubaren Gameten-Transfers (GIFT) im Zyklusfall nur im Zusammenhang mit den Gebührenordnungspositionen 08535 und 08550 oder 08555 berechnungsfähig.“

Mit diesem Beschluss wird die Berechnungsfähigkeit der GOP 08550, 08555 und 08558 EBM von der Durchführung einer Stimulationsbehandlung nach der GOP 08535 EBM im Zyklusfall getrennt. Damit wird die Abrechnung einer künstlichen Befruchtung ermöglicht, wenn bei einer Versicherten unbefruchtete Eizellen aus einer vorausgegangenen Eizellgewinnung nach den Richtlinien über künstliche Befruchtung des Gemeinsamen Bundesausschusses verwendet werden. Eine erneute Stimulationsbehandlung ist damit nicht notwendig.

Darüber hinaus wird klargestellt, dass sich die erste Anmerkung zur GOP 08558 EBM nur auf die Abrechnung eines Embryo-Transfers, gegebenenfalls als Zygotentransfer und/oder als intratubarer Embryo-Transfer, jedoch nicht auf die Abrechnung eines intratubaren Gameten-Transfers bezieht.

Des Weiteren erfolgt mit dem vorliegenden Beschluss eine Anpassung der Definition des Zyklusfalls, der nun auch Patientinnen ohne endogen gesteuerten Zyklus und ohne hormonelle Stimulation umfasst.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Änderungen zum 01.03.2022

Neue Beratungsleistung über die Organ- und Gewebespende zum 1. März 2022Neu

Neue Beratungsleistung über die Organ- und Gewebespende zum 1. März 2022

Durch eine Aktualisierung des Transplantationsgesetzes können Hausärzte ihre Patienten künftig bei Bedarf ab dem vollendeten 14. Lebensjahr alle zwei Jahre ergebnisoffen zur Organ- und Gewebespende beraten.

Diese Beratung umfasst nach § 2 Absatz 1a TPG insbesondere:

  • die Voraussetzungen, Möglichkeiten und Nutzen der Organ- und Gewebespende,
  • die Möglichkeit, freiwillig eine Erklärung im Organspenderegister abzugeben,
  • die Bedeutung einer abgegebenen Organspendeerklärung.

Für die Abrechnung der Beratung wird mit Wirkung zum 1. März 2022 die GOP 01480 in den Abschnitt 1.4 EBM aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten

01480

Beratung über Organ- und Gewebespenden gemäß § 2 Abs. 1a TPG

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
  • Beratung über Organ- und Gewebespenden gemäß § 2 Abs. 1a TPG

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Aushändigung von Aufklärungsunterlagen,
  • Aushändigung eines Organspendeausweises,
  • Übertragung der Information, dass ein Organspendeausweis vorhanden ist, auf die elektronische Gesundheitskarte (eGK) des Patienten

65

Die Gebührenordnungsposition 01480 EBM ist alle zwei Kalenderjahre berechnungsfähig und kann von allen Fachärzten berechnet werden, welche berechtigt sind, GOP der Kapitel 3 oder 4 abzurechnen. Die Vergütung erfolgt zunächst für zwei Jahre extrabudgetär.

Weiterführende Informationen stellt die KBV unter https://www.kbv.de/html/1150_56173.php bereit.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Änderungen zum 01.01.2022

Telemedizinische Betreuung bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz – Neue EBM-LeistungenNeu

Telemedizinische Betreuung bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz – Neue EBM-Leistungen ab 1. Januar 2022

Der erweiterte Bewertungsausschuss hat mit dem zum 1. Januar 2022 gefassten Beschluss Leistungen zum Telemonitoring bei Herzinsuffizienz für den primär behandelnden Arzt (PBA) sowie das Telemedizinische Zentrum (TMZ) in den EBM aufgenommen. Hintergrund: Zum 31. März 2021 wurde die Methode Telemonitoring bei Herzinsuffizienz als neue Nr. 37 in die Anlage I der Richtlinie „Methoden vertragsärztliche Versorgung (MVV-RL)“ aufgenommen. Die Methode beinhaltet das Telemonitoring mittels implantierter kardialer Aggregate (z. B. Defibrillatoren und Schrittmacher) zur Erhebung von medizinischen Daten sowie Daten zur Gerätefunktion beziehungsweise das Telemonitoring mittels externer Geräte (z. B. Waage, EKG-Gerät, Blutdruckmessgerät) zur Erhebung von Gewicht, Blutdruck, elektrische Herzaktion und Informationen zum allgemeinen Gesundheitszustand.

Neue Leistungen für den primär behandelnden Arzt (PBA)
Für den PBA werden neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in die EBM-Abschnitte 3.2.3 (hausärztliche Versorgung), 4.3.2 (Kinder- und Jugendmedizin) und 13.3.5 (Kardiologie) aufgenommen. Die Leistungen für den PBA im Abschnitt 13.3.5 können auch von Fachärzten für Innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie beziehungsweise mit Schwerpunkt Pneumologie und Lungenärzten sowie von Fachärzten für Innere Medizin ohne Schwerpunkt durchgeführt und berechnet werden. Die erste Leistung beinhaltet jeweils die Indikationsstellung inklusive Aufklärung des Patienten (GOP 03325, 04325 und 13578 EBM) und ist an einen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt gebunden.

Die zweite Leistung beinhaltet eine behandlungsfallbezogene Zusatzpauschale für die Betreuung eines Patienten im Rahmen des Telemonitoring bei Herzinsuffizienz, den Austausch zwischen PBA und TMZ, die Indikationsprüfung sowie den Kontakt zwischen Patient und PBA gegebenenfalls mit Therapieanpassung (GOP 03326, 04326 und 13579 EBM).

Die neuen Leistungen für den PBA in der Übersicht:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
03325 Indikationsstellung zur Überwachung eines Patienten im Rahmen des Telemonitoring bei Herzinsuffizienz,
je vollendete 5 Minuten dreimal im Krankheitsfall
65
03326 Zusatzpauschale für die Betreuung eines Patienten im Rahmen des Telemonitoring bei Herzinsuffizienz,
einmal im Behandlungsfall
128
04325 Indikationsstellung zur Überwachung eines Patienten im Rahmen des Telemonitoring bei Herzinsuffizienz,
je vollendete 5 Minuten dreimal im Krankheitsfall
65
04326 Zusatzpauschale für die Betreuung eines Patienten im Rahmen des Telemonitoring bei Herzinsuffizienz,
einmal im Behandlungsfall
128
13578 Indikationsstellung zur Überwachung eines Patienten im Rahmen des Telemonitoring bei Herzinsuffizienz,
je vollendete 5 Minuten dreimal im Krankheitsfall
65
13579 Zusatzpauschale für die Betreuung eines Patienten im Rahmen des Telemonitoring bei Herzinsuffizienz,
einmal im Behandlungsfall
128

Neue Leistungen für Telemedizinische Zentren (TMZ)
Für das TMZ werden fünf neue Leistungen und eine neue Kostenpauschale in den EBM aufgenommen. Die Berechnung dieser Leistungen setzt grundsätzlich voraus, dass eine Genehmigungen der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Telemonitoring bei Herzinsuffizienz gemäß § 135 Abs. 2 SGB V und nach der Qualitätssicherungsvereinbarung zur Rhythmusimplantat-Kontrolle gemäß § 135 Abs. 2 SGB V vorliegt. Die Verhandlungen zur Qualitätssicherungsvereinbarung Telemonitoring bei Herzinsuffizienz waren zum Redaktionsschluss noch nicht abgeschlossen, daher bitten wir Sie, hierzu unsere Veröffentlichungen auf dieser Seite zu beachten.

Die neue GOP 13583 EBM beinhaltet die Anleitung und Aufklärung der Patienten zu Grundprinzipien des zur Anwendung kommenden Telemonitoring, zum Gebrauch der dabei eingesetzten Geräte und zu relevanten Aspekten des Selbstmanagements gemäß § 3 Absatz 3 Nr. 1 der Nr. 37 Anlage I der MVV-RL.

Für das kontinuierliche Telemonitoring von Patienten mit kardialen Aggregaten sowie von Patienten mit externen Messgeräten wird jeweils eine neue Leistung aufgenommen (GOP 13584 und 13586 EBM). Diese beiden neuen Leistungen beinhalten die Erfassung, Analyse und Sichtung der Daten, die Dokumentation sowie die Benachrichtigung und Abstimmung mit dem PBA.

Zu diesen GOP wird jeweils ein Zuschlag für ein gegebenenfalls stattfindendes intensiviertes Monitoring in den EBM aufgenommen (GOP 13585 und 13587 EBM). Das intensivierte Monitoring beinhaltet das Telemonitoring auch am Wochenende sowie an Feiertagen. Es erfordert eine individuelle Vereinbarung zwischen PBA und TMZ zur Zusammenarbeit. Die Berechnung der Leistungen setzt die Angabe einer medizinischen Notwendigkeit der Intensivierung des Monitorings als Begründung im Feld (FK) 5009 in der Abrechnung voraus.

Zur Erstattung der Kosten für die notwendigen Geräte im Zusammenhang mit dem Telemonitoring von Patienten mittels externer Messgeräte (v. a. Blutdruckmessgerät, EKG, Waage, Tablet/Transmitter) wird eine Kostenpauschale in den EBM aufgenommen (GOP 40910 EBM). Mit der GOP 40910 EBM sind alle Kosten im Zusammenhang mit der Geräteversorgung des Patienten durch das TMZ abgegolten.

Die neuen Leistungen für TMZ in der Übersicht:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
13583 Anleitung und Aufklärung durch ein Telemedizinisches Zentrum zum Telemonitoring bei Herzinsuffizienz,
einmal im Krankheitsfall
95
13584 Telemonitoring bei Herzinsuffizienz mittels kardialem Aggregat durch ein Telemedizinisches Zentrum,
einmal im Behandlungsfall
1100
13585 Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 13584 für das intensivierte Telemonitoring bei Herzinsuffizienz mittels kardialem Aggregat durch ein Telemedizinisches Zentrum,
einmal im Behandlungsfall
235
13586 Telemonitoring bei Herzinsuffizienz mittels externer Messgeräte durch ein Telemedizinisches Zentrum,
einmal im Behandlungsfall
2100
13587 Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 13586 für das intensivierte Telemonitoring bei Herzinsuffizienz mittels externer Messgeräte durch ein Telemedizinisches Zentrum,
einmal im Behandlungsfall
235
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in EUR
40910 Kostenpauschale für die erforderliche Geräteausstattung des Patienten im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung(en) nach der/den Gebührenordnungsposition(en) 13586 und/oder 13587,
einmal im Behandlungsfall
68,00

Bitte beachten Sie, dass die GOP 13584 bis 13587 und 40910 EBM im Laufe eines Quartals nur von einem Telemedizinischen Zentrum abgerechnet werden können.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Anpassung der zweiten Anmerkung zu den GOP 10320, 10322 und 10324 EBM Neu

Anpassung der zweiten Anmerkung zu den GOP 10320, 10322 und 10324 EBM ab 1. Januar 2022

Der Bewertungsausschuss (BA) hat einen Beschluss zur Anpassung der Gebührenordnungspositionen (GOP) 10320 (Behandlung von Naevi flammei), 10322 (Behandlung von Hämangiomen) und 10324 (Behandlung von Naevi flammei und/oder Hämangiomen) des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) mit Wirkung zum 1. Januar 2022 gefasst.

Die GOP 10320, 10322 und 10324 EBM sind derzeit gemäß der jeweils zweiten Anmerkung unabhängig von der Zahl der Sitzungen nur einmal je cm2 Gesamtfläche des behandelten Areals berechnungsfähig. Dies führte in der Vergangenheit zu Unklarheiten bzgl. ihrer Berechnungsfähigkeit. Mit dem vorliegenden Beschluss wird in der jeweils zweiten Anmerkung zu den GOP GOP 10320, 10322 und 10324 klargestellt, dass jede der Gebührenordnungspositionen unabhängig von der Zahl der Sitzungen jeweils einmal je cm2 Gesamtfläche des behandelten Areals berechnungsfähig ist. Zudem sind die GOP erneut berechnungsfähig im Fall des Auftretens von Rezidiven bei Naevi flammei sowie der erneuten Behandlungsbedürftigkeit bei Hämangiomen.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Erstbefüllung ePaNeu

Erstbefüllung der elektronischen Patientenakte: Neue Leistung ab 1. Januar 2022

In unserer praxisintern-Ausgabe von Oktober 2021 hatten wir Sie über den Abrechnungsprozess zur Erstbefüllung der elektronischen Patientenakte (ePa) informiert und Ihnen in diesem Zusammenhang die Symbolnummer 88270 vorgestellt. Das Vorhaben des Gesetzgebers, diese Leistung zum 01.01.2022 in den EBM zu überführen, hat der Bewertungsausschuss in seiner 578. Sitzung nun umgesetzt und eine neue Gebührenordnungsposition (GOP) in den EBM aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten

01648

Sektorenübergreifende Erstbefüllung einer elektronischen Patientenakte

Obligater Leistungsinhalt

  • Speicherung von Daten gemäß der ePA-Erstbefüllungsvereinbarung nach § 346 Absatz 6 SGB V in der elektronischen Patientenakte,
  • Prüfung, ob erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter einer Übermittlung in die elektronische Patientenakte entgegenstehen,
  • Prüfung und ggf. Ergänzung der zu den Dokumenten gehörenden Metadaten,

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Einholung der Zugriffsberechtigung vom Patienten zur Datenverarbeitung in dessen elektronischer Patientenakte,
  • Erfassung und/oder Verarbeitung und/oder Speicherung von (weiteren) Daten nach § 341 Absatz 2 Nrn. 1 bis 5 und 10 bis 13 SGB V aus dem aktuellen Behandlungskontext für eine einrichtungs-, fach- und sektorenübergreifende Dokumentation über den Patienten in der elektronischen Patientenakte im selben Behandlungsfall,

einmalig je Versicherten

89

Die GOP 01648 EBM umfasst die vertragsärztlichen Leistungen, die mit der sektorenübergreifenden Erstbefüllung verbunden sind. Hierzu gehört die Speicherung der betreffenden Informationen aus dem Praxisverwaltungssystem in die ePA. In diesem Zusammenhang ist eine Prüfung notwendig, ob erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter einer Übermittlung in die ePA entgegenstehen. Zudem sind die erforderlichen Metadaten zu den eingestellten Informationen auf Vollständigkeit zu überprüfen und ggf. zu ergänzen.

Sofern der Patient dem Vertragsarzt noch keine Zugriffsberechtigung zur Datenverarbeitung in dessen elektronischer Patientenakte erteilt hat, ist diese durch den Vertragsarzt zur Durchführung der Erstbefüllung einzuholen. Die Erfassung und/oder Verarbeitung und/oder Speicherung von weiteren Daten nach § 341 Absatz 2 Nrn. 1 bis 5 und 10 bis 13 SGB V aus dem aktuellen Behandlungskontext im Behandlungsfall ist von der Leistung nach der GOP 01648 EBM umfasst. Die Berechnung der GOP 01648 EBM neben der GOP 01647 EBM (Zusatzpauschale ePA-Unterstützungsleistung) ist im Behandlungsfall ausgeschlossen.

Die GOP 01648 EBM ersetzt darüber hinaus zum 1. Januar 2022 die Symbolnummer 88270.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Anpassung des Durchführungszeitraumes der Kontroll-AABRNeu

Anpassung des Durchführungszeitraumes der Kontroll-AABR zum 1. Januar

In seiner 578. Sitzung hat der Bewertungsausschuss (BA) eine Anpassung der zeitlichen Vorgaben zur Durchführung der Kontrolle der automatisierten Hirnstammaudiometrie (Kontroll-AABR) beschlossen. Demnach entfällt die Beschränkung des Durchführungszeitraumes bis spätestens zur U2.

Hintergrund dessen war eine Diskrepanz zwischen den Vorgaben zur Veranlassung, Durchführung und Dokumentation des Neugeborenen-Hörscreenings in der Kinder-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses und in der GOP 01706 EBM zur Kontroll-AABR.
Entsprechend dem § 54 Absatz 3 der Kinder-Richtlinie hat sich der die U3, U4 beziehungsweise U5 durchführende Arzt nunmehr zu vergewissern, dass das Neugeborenen-Hörscreening dokumentiert wurde. Ist die Durchführung der Untersuchung nicht dokumentiert, so hat er die Untersuchung zu veranlassen sowie Durchführung und Ergebnis zu dokumentieren.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Anpassung der Leistungslegende der GOP 32557Neu

Anpassung der Leistungslegende der GOP 32557 EBM zum 01.01.22

Die GOP 32557 EBM ist derzeit auf eine Vorbehandlung mit Dithiothreitol (DTT) zur Vermeidung von Interferenzen durch den Wirkstoff Daratumumab beschränkt.

Die Therapie mit Isatuximab (Sarclisa®) kann ebenso wie die Therapie mit Daratumumab (Darzalex®) zu Interferenzen bei Blutkompatibilitätstests führen, die in der transfusionsmedizinischen Versorgung eine aufwändige Vorbehandlung von Test- beziehungsweise Spendererythrozyten mittels DTT erfordern.

Zum 1. Januar 2022 erfolgt daher die Erweiterung der Legendierung der GOP 32557 EBM um den Wirkstoff Isatuximab.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter: institut-ba.de/ba/beschluesse.html

Anpassung Anhang 2 EBM Neu

Anpassung Anhang 2 des EBM zum 1. Januar 2022

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 576. Sitzung folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. Januar 2022 beschlossen:

Der Anhang 2 zum EBM wird mit Wirkung zum 1. Januar 2022 an den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) Version 2022 angepasst. In diesem Anhang finden Sie die Zuordnungen der Leistungen nach den EBM-Kapiteln 31 (Ambulantes Operieren) und 36 (Belegärztliche Operationen) zu den OPS.

Die Anpassung wurde durch die jährliche Aktualisierung der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM) und des OPS des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) erforderlich. Dabei handelt es sich um die Aufnahme von neuen OPS-Kodes und die Streichung von ungültigen (beendeten) OPS-Kodes in der Version 2022 im Vergleich zur Version 2021.

Hierzu haben Sie auf der Homepage der KBV unter dem Link www.kbv.de/html/anhang_2.php die Wahl zwischen einer browser- oder maschinenlesbaren Version des Anhanges 2 des EBM für das Jahr 2022.

Aufnahme von Hygienezuschlägen in den EBM Neu

Aufnahme von Hygienezuschlägen in den EBM ab 1. Januar 2022

Der Erweiterte Bewertungsausschuss (EBA) hat die Aufnahme von Hygienezuschlägen bei Fällen mit direktem Patientenkontakt mit Wirkung zum 1. Januar 2022 in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) beschlossen. Die Zuschläge in Höhe von jeweils zwei Punkten (rund 22,5 Cent) sind für alle Fachgruppen einheitlich, da sich die allgemeinen Hygienekosten je Behandlungsfall nur unwesentlich unterscheiden.

Mit den Zuschlägen zu den Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen soll der insbesondere aufgrund der Regelungen des Infektionsschutzgesetzes und den daraus resultierenden Landeshygieneverordnungen gestiegene allgemeine Hygieneaufwand in den Praxen berücksichtigt werden.

Über die Hygienekosten bei speziellen Leistungen wie ambulante Operationen, Dialysen oder Endoskopien wird separat verhandelt werden müssen. Hier sind die Aufwendungen für Hygiene deutlich höher.

Die Gebührenordnungspositionen für den Hygienezuschlag werden durch die zuständige Kassenärztliche Vereinigung zugesetzt.

Der Hygienezuschlag wird wie folgt im EBM abgebildet:

Aufnahme folgender Leistungen in den EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
03020 Hygienezuschlag zu der Versichertenpauschale nach der GOP 03000
  • einmal im Behandlungsfall
2
04020 Hygienezuschlag zu der Versichertenpauschale nach der GOP 04000
  • einmal im Behandlungsfall
2
05215 Hygienezuschlag zu den GOP 05210 bis 05212
  • einmal im Behandlungsfall
2
06215 Hygienezuschlag zu den GOP 06210 bis 06212
  • einmal im Behandlungsfall
2
07215 Hygienezuschlag zu den GOP 07210 bis 07212
  • einmal im Behandlungsfall
2
08215 Hygienezuschlag zu den GOP 08210 bis 08212
  • einmal im Behandlungsfall
2
09215 Hygienezuschlag zu den GOP 09210 bis 09212
  • einmal im Behandlungsfall
2
10215 Hygienezuschlag zu den GOP 10210 bis 10212
  • einmal im Behandlungsfall
2
11215 Hygienezuschlag zu den GOP 11210 bis 11212
  • einmal im Behandlungsfall
2
12215 Hygienezuschlag zu den GOP 12210 bis 12212
  • einmal im Behandlungsfall
2
13215 Hygienezuschlag zu den GOP 13210 bis 13212
  • einmal im Behandlungsfall
2
13295 Hygienezuschlag zu den GOP 13290 bis 13292
  • einmal im Behandlungsfall
2
13345 Hygienezuschlag zu den GOP 13340 bis 13342
  • einmal im Behandlungsfall
2
13395 Hygienezuschlag zu den GOP 13390 bis 13392
  • einmal im Behandlungsfall
2
13495 Hygienezuschlag zu den GOP 13490 bis 13492
  • einmal im Behandlungsfall
2
13546 Hygienezuschlag zu den GOP 13540 bis 13542
  • einmal im Behandlungsfall
2
13595 Hygienezuschlag zu den GOP 13590 bis 13592
  • einmal im Behandlungsfall
2
13645 Hygienezuschlag zu den GOP 13640 bis 13642
  • einmal im Behandlungsfall
2
13695 Hygienezuschlag zu den GOP 13690 bis 13692
  • einmal im Behandlungsfall
2
14215 Hygienezuschlag zu den GOP 14210 bis 14211
  • einmal im Behandlungsfall
2
15215 Hygienezuschlag zu den GOP 15210 bis 15212
  • einmal im Behandlungsfall
2
16215 Hygienezuschlag zu den GOP 16210 bis 16212
  • einmal im Behandlungsfall
2
17215 Hygienezuschlag zu den GOP 17210
  • einmal im Behandlungsfall
2
18215 Hygienezuschlag zu den GOP 18210 bis 18212
  • einmal im Behandlungsfall
2
19215 Hygienezuschlag zu den GOP 19210
  • einmal im Behandlungsfall
2
20215 Hygienezuschlag zu den GOP 20210 bis 20212
  • einmal im Behandlungsfall
2
21222 Hygienezuschlag zu den GOP 21210 bis 21215
  • einmal im Behandlungsfall
2
22215 Hygienezuschlag zu den GOP 22210 bis 22212
  • einmal im Behandlungsfall
2
23215 Hygienezuschlag zu den GOP 23210 bis 23212 und 23214
  • einmal im Behandlungsfall
2
24215 Hygienezuschlag zu den GOP 24210 bis 24212
  • einmal im Behandlungsfall
2
25215 Hygienezuschlag zu den GOP 25210, 25211 und 25214
  • einmal im Behandlungsfall
2
26215 Hygienezuschlag zu den GOP 26210 bis 26212
  • einmal im Behandlungsfall
2
27215 Hygienezuschlag zu den GOP 27210 bis 27212
  • einmal im Behandlungsfall
2
30703 Hygienezuschlag zu den GOP 30700
  • einmal im Behandlungsfall
2

Durch die Aufnahme der aufgeführten GOP in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in der Präambel des betroffenen Fachkapitels und weiteren Bestimmungen des EBM. Die weiteren Details entnehmen Sie der schriftlichen Beschlussfassung unter institut-ba.de/ba/beschluesse.html

Anpassung Chlamydia Neue Infos

Anpassungen zum Nachweis von Chlamydia trachomatis

Der Ausschluss einer Nebeneinanderabrechnung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) der GOP 01816, 01840 und 01915 im Krankheitsfall wird zum 01.01.2022 aufgehoben. Ein solcher Ausschluss für den Nachweis des Erregers Chlamydia trachomatis im Urin im Zusammenhang mit dem Anspruch nach den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Mutterschaftsvorsorge, Empfängnisregelung oder Schwangerschaftsabbruch ist in den Richtlinien nicht vorgesehen.

Die entsprechenden Leistungen des Abschnitts 32.3 EBM zu den oben genannten Leistungen sind von Hausärzten nicht berechnungsfähig. Der BA hat deswegen die GOP 01816, 01840 und 01915 in den Präambeln 3.1 Nummer 4, 4.1 Nummer 5 und 4.1 Nummer 6 EBM gestrichen.

Rückwirkende Änderungen zum 01.10.2021

Kostenpauschale Riboflavin angepasst Neue Infos

BA-Beschluss: Kostenpauschale für Riboflavin angepasst

Die Bewertung der Kostenpauschale nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 40681 EBM für Riboflavin wird mit Wirkung zum 1. Oktober 2021 erhöht. Der Bewertungsausschuss (BA) hat den Beschluss in seiner 573. Sitzung schriftlich gefasst. Riboflavin wird zur Hornhautvernetzung bei Keratokonus eingesetzt.

Zum 1. April 2019 wurde die GOP 40681 für Riboflavin im Zusammenhang mit der GOP 31364 in den EBM aufgenommen. Zum Zeitpunkt der Beschlussfassung wurde die Bewertung der Kostenpauschale nach GOP 40681 EBM durch den BA auf 86,00 Euro festgelegt. Mit dem nun gefassten Beschluss wird die Bewertung auf den aktuellen durchschnittlichen Marktpreis in Höhe von 92,53 Euro angepasst.

ASV – drei neue Leistungen abrechenbar Neue Infos

ASV: Drei neue Leistungen abrechenbar

Die KBV, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband haben im ergänzten Bewertungsausschuss (ergBA) die Aufnahme weiterer Gebührenordnungspositionen (GOP) in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) beschlossen (77. Sitzung, schriftliche Beschlussfassung, Beschlussteil A).

Die Änderungen treten rückwirkend zum 1. Oktober 2021 in Kraft. Folgende GOP können ASV-Teams mit einer Berechtigung für die entsprechende Erkrankung abrechnen:

GOP 19464: Untersuchung auf Mikrosatelliteninstabilität im Tumormaterial zur Indikationsstellung einer gezielten medizinischen Behandlung

  • Gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle
  • Gynäkologische Tumoren

GOP 25345: Rechnergestützte Bestrahlungsplanung einer perkutanen Bestrahlung bei Weichstrahl- oder Orthovolttherapie

  • Gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle
  • Gynäkologische Tumoren
  • Urologische Tumoren
  • Hauttumoren
  • Tumoren der Lunge und des Thorax
  • Kopf- oder Halstumoren

Darüber hinaus werden zwei GOP mit Wirkung zum 1. Januar 2022 gestrichen (Beschlussteil B):

GOP 19501 und 19502: Durchführung eines biomarkerbasierten Tests Oncotype DX Breast Recurrence Score® in den USA

  • Gynäkologische Tumoren

Sie haben Fragen? Das Team ASV erreichen Sie telefonisch unter 0231 432 1130 (Herrn de Lauw) oder unter 0231 9432 3744 (Frau Jankowiak).

Änderungen zum 01.10.2021

Screening auf Hepatitis B und C Neue Infos

Screening auf Hepatitis B und C neuer Bestandteil der Gesundheitsuntersuchung

Ab dem 1. Oktober haben Versicherte ab dem vollendeten 35. Lebensjahr im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung einmalig Anspruch auf ein Screening auf Hepatitis-B-Virusinfektion und einmalig auf ein Screening auf Hepatitis-C-Virusinfektion. Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte die entsprechende Richtlinienänderung im Februar 2021 auf den Weg gebracht.

Der Bewertungsausschuss hat hierfür neue Beratungs- und Laborleistungen in den Abschnitt 1.7.2 EBM aufgenommen, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen wollen.

Beratungsleistung

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01734 Zuschlag zur Gebührenordnungsposition (GOP) 01732 für das Screening auf Hepatitis-B- und/oder auf Hepatitis-C-Virusinfektion gemäß Teil B. III. der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie

Die GOP 01734 ist bei Versicherten ab dem vollendeten 35. Lebensjahr einmalig berechnungsfähig.
Die GOP 01734 und 01744 sind insgesamt nur einmal berechnungsfähig.
41
01744 Screening auf Hepatitis-B- und/oder auf Hepatitis-C-Virusinfektion im Rahmen der Übergangsregelung gemäß Teil B. III. § 7 der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie

Die GOP 01744 ist bei Versicherten ab dem vollendeten 35. Lebensjahr berechnungsfähig, sofern im Zeitraum zwischen 13. Februar 2018 und 30. September 2021 eine Gesundheitsuntersuchung nach der GOP 01732 durchgeführt wurde und gemäß Teil B. I. § 2 der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie aktuell kein Anspruch auf eine Gesundheitsuntersuchung besteht.
Die GOP 01734 und 01744 sind insgesamt nur einmal berechnungsfähig.
41

Für die Inanspruchnahme des Screenings auf Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Virusinfektion im Rahmen einer allgemeinen Gesundheitsuntersuchung wird die GOP 01734 als Zuschlag zur GOP 01732 aufgenommen. Die GOP 01734 ist bei Versicherten ab dem vollendeten 35. Lebensjahr einmalig berechnungsfähig und mit 41 Punkten bewertet.

Mit dem Beschluss des G-BA wurde zusätzlich im Teil B. III. § 7 der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie eine Übergangsregelung aufgenommen. Versicherte, die in den letzten drei Jahren vor Inkrafttreten des Beschlusses eine allgemeine Gesundheitsuntersuchung in Anspruch genommen haben, können im Zeitraum bis zu ihrem nächsten Anspruch ein alleiniges Screening auf Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virusinfektion erhalten. Dafür wurde im Rahmen der Übergangsregelung die neue GOP 01744 EBM aufgenommen. Die Leistung ist bis zum 31. Dezember 2023 befristet und ebenfalls mit 41 Punkten bewertet.

Angedacht ist, dass das Screening auf eine Hepatitis-B-Virusinfektion und das Screening auf eine Hepatitis-C-Virusinfektion zusammen durchgeführt werden. Durch die „und/oder“-Verknüpfung in der Legende der neuen GOP 01734 beziehungsweise 01744 und 01865 sind diese auch dann berechnungsfähig, falls im Einzelfall nur eine in-vitro-diagnostische Leistung für ein Screening auf eine Hepatitis-B- oder auf eine Hepatitis-C-Virusinfektion erforderlich ist.

Laborleistungen

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01865 Nachweis von HBs-Antigen und/oder HCV-Antikörpern gemäß Teil B III. der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie (GU-RL) 105
01866 Zuschlag zur GOP 01865 für die Bestimmung der Hepatitis B-Virus-DNA bei reaktivem Ergebnis der Untersuchung auf HBs-Antigen gemäß Teil B III. der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie (GU-RL) 805
01867 Zuschlag zur GOP 01865 für den Nukleinsäurenachweis von Hepatitis C-Virus-RNA bei reaktivem Ergebnis der Untersuchung auf HCV-Antikörper gemäß Teil B III. der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie (GU-RL) 360

Diese neuen Laborleistungen unterliegen der Genehmigungspflicht nach der Qualitätssicherungsvereinbarung „Spezial-Labor“ gemäß § 135 Abs. 2 SGB V.

Das Screening auf eine Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virusinfektion im Rahmen des Gesundheits-Check-Ups erfolgt als Stufendiagnostik. Die neue GOP 01865 EBM umfasst das Screening auf eine Hepatitis-B-Virusinfektion mittels einer Untersuchung von HBs-Antigen und auf eine Hepatitis-C-Virusinfektion mittels einer Untersuchung auf HCV-Antikörper. Bei einem positiven (reaktiven) Ergebnis erfolgt die entsprechende Bestätigungsdiagnostik anschließend aus derselben Blutentnahme mittels einer Untersuchung auf Hepatitis-B-Virus-DNA oder Hepatitis-C-Virus-RNA. Für diese Bestätigungsdiagnostik wurden die neuen GOP 01866 und 01867 als Zuschlag zur GOP 01865 aufgenommen.

Durch die Aufnahme der aufgeführten GOP in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in der Präambel des betroffenen Fachkapitels und weiteren Bestimmungen des EBM. Die weiteren Details entnehmen Sie der schriftlichen Beschlussfassung unter institut-ba.de/ba/beschluesse.html

Unterkieferprotrusionsschiene bei Schlafapnoe Neue Infos

Unterkieferprotrusionsschiene bei Schlafapnoe

Ärzte können Patienten mit einer obstruktiven Schlafapnoe künftig mit einer Unterkieferprotrusionsschiene zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung behandeln, falls eine Überdrucktherapie nicht erfolgreich durchgeführt werden kann. KBV und GKV-Spitzenverband haben im Bewertungsausschuss die Vergütung festgelegt. Die neuen vertragsärztlichen Gebührenordnungspositionen (s. Tabelle) sind erst abrechnungsfähig, wenn die zugehörigen Leistungen für Zahnärzte im Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA) beschlossen wurden.

Hierfür wurden in den EBM-Abschnitt 30.9 „Schlafstörungsdiagnostik“ zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) aufgenommen sowie die bestehenden Leistungen für die kardiorespiratorische Polygraphie und die kardiorespiratorische Polysomnographie angepasst.

Details zu den neuen Leistungen

Die neue GOP 30902 EBM (65 Punkte/7,23 Euro) zur Einleitung der Therapie können Schlafmediziner abrechnen, nachdem sie die Durchführung einer erfolgreichen Überdrucktherapie bei einem Patienten mit behandlungsbedürftiger obstruktiver Schlafapnoe ausgeschlossen haben. Hierfür ist eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung zur Abrechnung der kardiorespiratorische Polysomnographie (GOP 30901 EBM) nach der Qualitätssicherungsvereinbarung zur Diagnostik und Therapie schlafbezogener Atmungsstörungen erforderlich.

Für die Koordination mit einer Vertragszahnärztin oder einem Vertragszahnarzt zur Anfertigung und Anpassung der individuellen Schiene wurde die GOP 30905 (65 Punkte/7,23 Euro) neu in den EBM aufgenommen. Sie darf von Ärztinnen und Ärzten mit einer Genehmigung zur Abrechnung der Polygraphie (GOP 30900 EBM) und/oder der Polysomnographie (GOP 30901 EBM) abgerechnet werden. Die GOP 30902 EBM und 30905 EBM werden extrabudgetär vergütet.

Der Bewertungsausschuss hat zudem die Leistungsinhalte und Anmerkungen der bereits im EBM enthaltenen Ziffern für die kardiorespiratorische Polygraphie und Polysomnographie so angepasst, dass sie ab 1. Oktober auch im Rahmen einer Therapie mit einer Unterkieferprotrusionsschiene berechnet werden können. Die Vergütung der GOP 30900 und 30901 erfolgt extrabudgetär, wenn die Leistungen bei Patienten zur Erstanpassung einer Unterkieferprotrusionsschiene oder im Rahmen der Verlaufskontrolle dieser Therapie durchgeführt werden. Dafür müssen die GOP bundeseinheitlich mit „U“ gekennzeichnet werden.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
30902 Einleitung einer Zweitlinientherapie mittels Unterkieferprotrusionsschiene bei obstruktiver Schlafapnoe

Obligater Leistungsinhalt
  • Ausschluss einer erfolgreichen Durchführbarkeit einer Überdrucktherapie bei einem Patienten mit behandlungsbedürftiger obstruktiver Schlafapnoe,
  • Schriftliche Beauftragung eines Vertragszahnarztes zur Anfertigung und Anpassung der Unterkieferprotrusionsschiene mit Angabe des anzustrebenden Protrusionsgrades,
  • einmal im Krankheitsfall
65
30905 Zusatzpauschale für die Koordination mit dem Vertragszahnarzt im Rahmen der Therapie mit einer Unterkieferprotrusionsschiene

Obligater Leistungsinhalt
  • Abstimmung mit dem Vertragszahnarzt bezüglich des einzustellenden optimalen Protrusionsgrades,
  • zweimal im Krankheitsfall
65

Durch die Aufnahme der aufgeführten GOP in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in der Präambel des betroffenen Fachkapitels und weiteren Bestimmungen des EBM. Die weiteren Details entnehmen Sie der schriftlichen Beschlussfassung unter institut-ba.de/ba/beschluesse.html

Akutbehandlung und Gruppentherapien im Rahmen der Videosprechstunde Neue Infos

Psychotherapeutische Akutbehandlung und Gruppentherapien im Rahmen einer Videosprechstunde

Ab 1. Oktober 2021 können die psychotherapeutische Akutbehandlung (GOP 35152 EBM) und mehrere gruppentherapeutische Leistungen auch bei Durchführung im Rahmen einer Videosprechstunde berechnet werden. Der BA hat einen entsprechenden Beschluss zur Anpassung des EBM gefasst. Neben gruppentherapeutischen Leistungen nach der Psychotherapie-Richtlinie (GOP 35173 bis 35178 und Abschnitt 35.2.2 EBM) sind auch Gruppenbehandlungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (GOP 14221 EBM), der Psychiatrie und Psychotherapie (GOP 21221 EBM), der psychosomatischen Medizin und Psychotherapie (GOP 22222 EBM) und der neuropsychologischen Therapie (GOP 30933 EBM) von dem Beschluss umfasst.

Die Begrenzung auf acht Gruppenteilnehmer für die gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung (GOP 35173 bis 35178 EBM) und gruppentherapeutische Leistungen aus Abschnitt 35.2.2 beruht dabei auf den neuen Regelungen in § 17 der Psychotherapie-Vereinbarung (Anlage 1 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte/BMV-Ä), die am 1. Oktober 2021 in Kraft treten.

Bei Durchführung der genannten Leistungen im Rahmen einer Videosprechstunde wird auch der Technikzuschlag nach der GOP 01450 EBM berechnungsfähig. Bei den Gruppenbehandlungen gilt zudem die Höchstwertregelung, nach der der Zuschlag nur einmal je Gruppenbehandlung vergütet wird. Gemäß Protokollnotiz zum Beschluss prüft der BA die Notwendigkeit von begleitenden Regelungen und inhaltlichen Vorgaben zur Durchführung insbesondere von Gruppenbehandlungen außerhalb des Regelungsbereichs der Psychotherapie-Vereinbarung (Anlage 1 zum BMV-Ä) im Rahmen einer Videosprechstunde.

Anforderungen an die Videositzungen

Für die möglichen Videositzungen wurde in der Psychotherapie-Vereinbarung festgelegt, dass sie nur durch den Therapeuten erfolgen können, der den Versicherten auch im unmittelbaren persönlichen Kontakt behandelt. Eine örtliche Nähe soll grundsätzlich gegeben sein.

Auch muss vorab vereinbart werden, wie die Sitzung bei einem technischen Verbindungsabbruch fortgesetzt wird und welche Schritte bei gegebenenfalls drohender Eigen- oder Fremdgefährdung ergriffen werden (gerade für die Akutbehandlung wichtig).

Anpassung Strahlentherapie Kapitel 25 Neue Infos

Anpassung strahlentherapeutischer Leistungen zum 1. Oktober

In seiner 570. Sitzung hat der Bewertungsausschuss (BA) Anpassungen des Kapitels 25 EBM zum 1. Oktober 2021 beschlossen, über die wir Sie im Folgenden informieren.

Wesentliche Anpassungen betreffen die Leistungen im Zusammenhang mit der Weichstrahl- oder Orthovolttherapie: Die GOP 25310 EBM wird in ihrer Bewertung von derzeit 92 Punkten auf 115 Punkte angehoben. Zudem kann ab dem 1. Oktober für die rechnerunterstützte Bestrahlungsplanung bei Weichstrahl- oder Orthovolttherapie die neue GOP 25345 EBM abgerechnet werden.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
25345 Rechnerunterstützte Bestrahlungsplanung für die perkutane Bestrahlung mit individueller Dosisplanung bei Weichstrahl- oder Orthovolttherapie 1.054

Im Gegenzug wurde ein Abrechnungsausschluss zwischen der GOP 25310 (Weichstrahl- oder Orthovolttherapie) und den bestehenden GOP 25341 (Bestrahlungsplanung II) und 25342 EBM (Bestrahlungsplanung III) aufgenommen. Die GOP 25341 und 25342 EBM sind ab dem 1. Oktober ausschließlich im Zusammenhang mit Bestrahlungen mit einem Linearbeschleuniger berechnungsfähig.

Darüber hinaus werden die Bewertungen der GOP 25316 bis 25318, 25321, 25324 bis 25328 sowie 25340 bis 25343 EBM abgesenkt.

Des Weiteren erfolgt die Aufnahme einer zusätzlichen Anmerkung zu den GOP 25316, 25321 sowie 25325 bis 25329 EBM, dass diese Leistungen unter Berücksichtigung der Präambel 25.1 Nummer 5 EBM jeweils einmal am Behandlungstag berechnungsfähig sind. Für eine zweimalige Berechnung der GOP bedarf es einer besonderen Begründung (Feldkennung 5009).

Die Bewertungsabsenkung der Orthovolttherapie (und die weiteren Anpassungen) werden im Ergebnis zu einer besseren Vergütung für die übrigen strahlentherapeutischen Leistungen führen, da die Vergütungsquote für die strahlentherapeutischen Leistungen insgesamt steigen wird.

Die Änderungen zur Bestrahlungsplanung zum 01.10.2021 im Kapitel 25 EBM haben Auswirkungen auf die bereits erteilten Genehmigungen zur Nah- und Weichstrahl- sowie zur Orthovolttherapie.

Die bestehenden Genehmigungen werden entsprechend den Änderungen angepasst und die Genehmigungsinhaber informiert. Eine gesonderte Antragstellung für die GOP 25345 EBM ist hierbei nicht notwendig.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des Bewertungsausschusses (BA) unter: institut-ba.de/ba/beschluesse.html

Änderungen zu Keytruda Jemperli Oncotype Neue Infos

Änderungen bezüglich Fachinformationen Keytruda® und Jemperli® sowie Anpassung Oncotype zum 1. Oktober 2021

Bei der gezielten medikamentösen Behandlung bestimmter Tumorentitäten ist es gemäß der jeweiligen Fachinformation der Arzneimittel Keytruda® und Jemperli® erforderlich, vorab eine Untersuchung auf das Vorliegen einer Mikrosatelliteninstabilität im Tumormaterial durchzuführen. Zur Abbildung dieser Untersuchung als Companion Diagnostic hat der Bewertungsausschuss beschlossen, mit Wirkung zum 1. Oktober 2021 eine neue Leistung in den Abschnitt 19.4.4 EBM aufzunehmen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
19464 Untersuchung einer Mikrosatelliteninstabilität im Tumormaterial zur Indikationsstellung einer gezielten medikamentösen Behandlung, wenn diese laut Fachinformation obligat ist

zweimal im Krankheitsfall
867

Für die ärztliche Beurteilung ist der Zuschlag nach der GOP 19402 EBM in Abschnitt 19.4.1 zur GOP 19464 EBM berechnungsfähig.

Am 31. Dezember 2021 läuft darüber hinaus die Übergangsregelung im § 25 Absatz 2 Nummer 3 BMV-Ä zur Durchführung eines biomarkerbasierten Tests unter Anwendung der Vorgehensweise des Oncotype DX Breast Recurrence Score® in den USA, die im Hinblick auf die Etablierung des Testverfahrens in Deutschland vereinbart wurde, aus. Daher hat der Bewertungsausschuss jetzt beschlossen, die GOP 19501 und 19502 EBM, die ausschließlich für die Durchführung des Tests Oncotype DX Breast Recurrence Score® in den USA berechnungsfähig waren, mit Wirkung zum 1. Januar 2022 zu streichen – und stattdessen den Test Oncotype DX Breast Recurrence Score® mit Durchführung ausschließlich in Deutschland nach der GOP 19506 in den EBM aufzunehmen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
19506 Biomarkerbasierter Test unter Anwendung der Vorgehensweise des Oncotype DX Breast Recurrence Score® gemäß Nr. 30 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses

einmal im Krankheitsfall
23.732

Um eine reibungslose Übergangszeit zu ermöglichen, wird die GOP 19506 bereits zum 1. Oktober 2021 in den EBM aufgenommen. Für die ärztliche Leistung ist hier ebenfalls der Zuschlag nach der GOP 19402 EBM zur GOP 19506 EBM berechnungsfähig.

Der Test bestimmt das Rezidivrisiko bei Patientinnen mit gesichertem primären, Hormonrezeptor-positiven, HER2/neu-negativen, nodalnegativen und nicht metastasierten Mammakarzinom. Damit soll die Entscheidung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie unterstützt werden.

Bereits zum 1. Juli 2021 hat der BA für dieselbe Fragestellung drei weitere biomarkerbasierte Tests, EndoPredict®, MammaPrint® und Prosigna®, nach den GOP 19503 bis 19505 in den Abschnitt 19.4.5 EBM aufgenommen.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des Bewertungsausschusses (BA) unter: institut-ba.de/ba/beschluesse.html

Screening Sichelzellkrankheit und 5q-assoziierte spinale Muskelatrophie Neue Infos

Screening auf Sichelzellkrankheit bei Neugeborenen sowie Screening auf 5q-assoziierte spinale Muskelatrophie

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte das Neugeborenen-Screening am 20. November 2020 um die Zielkrankheit Sichelzellkrankheit sowie am 17. Dezember 2020 um die Zielkrankheit 5q-assoziierte spinale Muskelatrophie erweitert. Die Kinder-Richtlinie enthält nunmehr 16 Zielkrankheiten. Das Screening auf die Sichelzellkrankheit erfolgt mittels Tandemmassenspektrometrie, Hochleistungsflüssigkeitschromatographie oder Kapillarelektrophorese, das Screening auf 5q-assoziierte spinale Muskelatrophie durch Nachweis einer SMN1-Gen-Deletion mittels molekulargenetischer Verfahren. Zur Berücksichtigung des erhöhten Aufwandes für die In-vitro-Diagnostik beschließt der Bewertungsausschuss (BA) eine Erhöhung der Bewertung der Gebührenordnungsposition (GOP) 01724 EBM um 76 Punkte auf nunmehr 297 Punkte.

Der zusätzlich erforderliche Aufwand für die Beratung im Zusammenhang mit dem Neugeborenen-Screening wird in einer Erhöhung der Bewertung der GOP 01707 EBM um 49 Punkte auf nunmehr 184 Punkte berücksichtigt.

Der Beschluss tritt mit Wirkung zum 1. Oktober 2021 in Kraft.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des Bewertungsausschusses (BA) unter: institut-ba.de/ba/beschluesse.html

Rückwirkend zum 01.07.2021

Kryokonservierung Neue Infos

Hinweise zur Abrechnung von Leistungen der Kryokonservierung

Der Bewertungsausschuss (BA) hat rückwirkend zum 1. Juli 2021 seinen Beschluss der 562. Sitzung zur Finanzierungsempfehlung der Begleitleistungen zur Kryokonservierung angepasst und die Gebührenordnungsposition (GOP) 05330 in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

Mit der Ergänzung der vorgenannten GOP erfolgt auch für diese Leistung, die nach Maßgabe der Kassenärztlichen Vereinigung im Rahmen der Kryokonservierung mit „K“ zu kennzeichnen ist, die Vergütung rückwirkend zum 1. Juli 2021 dauerhaft außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen.

Wir bitten Sie auch folgenden wichtigen Hinweis zu beachten:

Bei der Veranlassung von Laborleistungen ist auf dem Laborauftrag (Muster 10) unbedingt kenntlich zu machen, dass es sich um eine Beauftragung von Leistungen im Zusammenhang mit der Kryokonservierung handelt. Notieren Sie dies für den auftragnehmenden Arzt im Auftragsfeld mit einem entsprechenden Hinweis.

Änderungen zum 01.07.2021

Aufnahme weiterer biomarkerbasierter Tests zum 1. Juli 2021 in den EBM

Aufnahme weiterer biomarkerbasierter Tests zum 1. Juli 2021 in den EBM

In seiner 562. Sitzung hat der Bewertungsausschuss (BA) drei neue Leistungen zur Durchführung biomarkerbasierter Tests in den EBM aufgenommen. Hintergrund dessen war die Aufnahme der Tests EndoPredict®, MammaPrint® und Prosigna® zur Entscheidung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie beim primären Mammakarzinom in die Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung mit Wirkung zum 20. Januar 2021.

Diese neu für die vertragsärztliche Versorgung zugelassenen biomarkierbasierten Tests werden nun zum 1. Juli 2021 nach den folgenden GOP in den Abschnitt 19.4.5 EBM aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
19503 Biomarkerbasierter Test unter Anwendung der Vorgehensweise des EndoPredict® gemäß Nr. 30 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses,

einmal im Krankheitsfall
15.280
19504 Biomarkerbasierter Test unter Anwendung der Vorgehensweise des MammaPrint® gemäß Nr. 30 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses,

einmal im Krankheitsfall
18.880
19505 Biomarkerbasierter Test unter Anwendung der Vorgehensweise des Prosigna® gemäß Nr. 30 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses,

einmal im Krankheitsfall
18.880

Für diese neuen Leistungen ist ab dem 1. Juli zusätzlich die wissenschaftliche ärztliche Beurteilung komplexer krankheitsrelevanter tumor-genetischer Analysen nach der GOP 19402 in Abschnitt 19.4.1 EBM berechnungsfähig.
Weiterhin stellt der BA klar, dass die Aufarbeitung einer Gewebeprobe nach der GOP 19501 EBM ausschließlich in Zusammenhang mit der Veranlassung des biomarkerbasierten Tests Oncotype DX® nach der GOP 19502 EBM abgerechnet werden kann.

Diese Leistungen können gemäß der Präambel 19.1 des EBM nur von Fachärzten für Pathologie und Fachärzte für Neuropathologie mit einer gegenüber der KVWL nachgewiesenen Qualifikation berechnet werden.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Infusionstherapie mit Sebelipase alfa: Neuaufnahme einer Gebührenordnungsposition (GOP) zum 1. Juli 2021

Infusionstherapie mit Sebelipase alfa: Neuaufnahme einer Gebührenordnungsposition (GOP) zum 1. Juli 2021

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 562. Sitzung folgende Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 01. Juli 2021 beschlossen:

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 02102 in den Abschnitt 2.1 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
02102 Infusionstherapie mit Sebelipase alfa

Obligater Leistungsinhalt

  • Intravenöse Infusionstherapie mit Sebelipase alfa,
  • Dauer mind. 60 Minuten
165

Die Vergütung der Leistungen nach der GOP 02102 EBM erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen.

In diesem Zusammenhang erfolgte eine Änderung des EBM durch die Aufnahme der Infusionstherapie mit Sebelipase alfa in den Leistungsinhalt der GOP 01514 EBM:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01514 Zusatzpauschale für die Beobachtung und Betreuung eines Kranken bei der Gabe von Velmanase alfa oder Sebelipase alfa

Obligater Leistungsinhalt

  • Beobachtung und Betreuung eines Kranken unter parenteraler intravasaler Behandlung mit Velmanase alfa oder Sebelipase alfa,
  • Dauer mehr als 2 Stunden

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Infusion(-en)
443

Durch die Aufnahme der aufgeführten GOP in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in der Präambel des betroffenen Fachkapitels und weiteren Bestimmungen des EBM. Die weiteren Details entnehmen Sie der schriftlichen Beschlussfassung unter:

Brachytherapie bei Prostatakarzinom: Neuaufnahme von Gebührenordnungspositionen (GOP) in das Kapitel 25 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) ab 1. Juli 2021

Brachytherapie bei Prostatakarzinom: Neuaufnahme von Gebührenordnungspositionen (GOP) in das Kapitel 25 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) ab 1. Juli 2021

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 17. September 2020 beschlossen, die Nr. 35 „Interstitielle LDR-Brachytherapie bei lokal begrenztem Prostatakarzinom mit niedrigem Risikoprofil (LDR-Brachytherapie mit permanenter Seed-Implantation)“ in die Richtlinie zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der vertragsärztlichen Versorgung aufzunehmen. Der Beschluss ist am 8. Januar 2021 in Kraft getreten. Dieser Beschluss ist verbunden mit dem Beschluss zur Qualitätssicherung gemäß § 136 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 SGB V.

Mit dem vorliegenden Beschluss aus seiner 566. Sitzung nimmt der Bewertungsausschuss die GOP 25335 und 25336 zur Abbildung der interstitiellen LDR-Brachytherapie mit permanenter Seed-Implantation zur Behandlung von Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom gemäß Nr. 35 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses neu in den Abschnitt 25.3.3 EBM auf. Die zweite bis fünfte Bestimmung zum Abschnitt 25.3.3 EBM sowie eine weitere Nummer der Präambel 26.1 EBM werden entsprechend neu aufgenommen. Zudem erfolgt eine Anpassung der Nr. 8 der Präambel 25.1 EBM.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
25335 Interstitielle LDR-Brachytherapie mit permanenter Seed-Implantation zur Behandlung von Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom gemäß Nr. 35 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie
Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses

Obligater Leistungsinhalt

  • Interstitielle Brachytherapie im LDR-Verfahren,
  • Bestrahlungsplanung(en),
  • Information über die Notwendigkeit der Durchführung der Untersuchungen zur Postimplantationskontrolle,

einmal im Krankheitsfall

8432
25336 Postimplantationskontrolle und Nachplanung zur interstitiellen LDR-Brachytherapie mit permanenter Seed-Implantation zur Behandlung von Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom gemäß Nr. 35
der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder
Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses,

einmal im Krankheitsfall

1007

Die anfallenden Sachkosten (implantierte Seeds, Implantationsnadeln etc.) im Zusammenhang mit der GOP 25335 EBM sind gemäß den Nrn. 7.3 und 7.4 der Allgemeinen Bestimmungen EBM gesondert abrechenbar.

Die Vergütung der Leistungen nach den GOP 25335 und 25336 EBM erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen.

Durch die Aufnahme der aufgeführten GOP in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in der Präambel der betroffenen Fachkapitel und weiteren Bestimmungen des EBM (s.o). Die weiteren Details entnehmen Sie der schriftlichen Beschlussfassung unter:

Kryokonservierung nach keimzellschädigender Therapie: neue Leistungen ab 1. Juli 2021

Kryokonservierung nach keimzellschädigender Therapie: neue Leistungen ab 1. Juli 2021

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner 562. Und 565. Sitzung zur Kryokonservierung von Ei- oder Samenzellen oder Keimzellgewebe sowie den dazugehörigen medizinischen Maßnahmen wegen keimzellschädigender Therapie (Kryo-RL) Details zum Leistungsanspruch gesetzlich Krankenversicherter festgelegt. Demnach haben gesetzlich Krankenversicherte Anspruch auf die entsprechenden Leistungen, wenn die Kryokonservierung wegen einer Erkrankung und deren Behandlung mit einer keimzellschädigenden Therapie medizinisch notwendig erscheint, um spätere medizinische Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft vornehmen zu können. In einem Änderungsbeschluss vom 17. Dezember 2020 wurden spezifische Konkretisierungen und Präzisierungen aufgrund von Hinweisen aus der Versorgung aufgenommen. Der konsolidierte G-BA-Beschluss zur Kryo-RL ist am 20. Februar 2021 in Kraft getreten.

Im Zusammenhang mit dem vorliegenden Beschluss wurden mit Wirkung vom 1. Juli 2021 folgende Änderungen in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen:

Aufnahme eines Abschnitts 8.6: Kryokonservierung von Ei- oder Samenzellen oder Keimzellgewebe sowie entsprechende medizinische Maßnahmen wegen keimzellschädigender Therapie

  1. Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 08621 und 08623 EBM sind ausschließlich von Fachärzten für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin einer Praxis oder Einrichtung berechnungsfähig, welche die Vorgaben gemäß § 6 Absatz 1 und Absatz 2 Nr.1 der Richtlinie zur Kryokonservierung von Ei- oder Samenzellen oder Keimzellgewebe sowie entsprechende medizinische Maßnahmen wegen keimzellschädigender Therapie (Kryo-RL) erfüllen.
  2. Abweichend von Nr. 1 sind bei männlichen Versicherten die GOP 08621 und 08623, 08640, 08641, 08645, 08647 und 08648 EBM auch von Fachärzten mit Zusatz-Weiterbildung Andrologie berechnungsfähig, welche die jeweils erforderlichen Maßnahmen nach § 5 Absatz 2 Nr. 3 Kryo-RL im Zusammenhang mit der Gewinnung von Samenzellen und der Entnahme von Keimzellgewebe anbieten und die diesbezüglichen Vorgaben gemäß § 6 Kryo-RL erfüllen.
  3. Die GOP 08635, 08637 bis 08641 und 08644 bis 08648 EBM sind für Vertragsärzte, ermächtigte Ärzte und ermächtigte ärztlich geleitete Einrichtungen berechnungsfähig, welche die jeweiligen Vorgaben gemäß § 6 Kryo-RL erfüllen.
  4. Die Gebührenordnungspositionen des Abschnitts 8.6 können nur bei Versicherten berechnet werden, die gemäß § 2 Kryo-RL anspruchsberechtigt sind.
  5. In der GOP 08635 EBM sind alle zur Durchführung erforderlichen Leistungen des behandelnden Arztes und alle von ihm in diesem Zusammenhang veranlassten Leistungen enthalten, mit Ausnahme derjenigen nach § 5 Absatz 2 Nr. 1 und Nr. 3 Kryo-RL und mit Ausnahme der Kosten für Arzneimittel.
  6. Die GOP 08635 EBM und deren Leistungsbestandteile können nur von einem Arzt abgerechnet werden. Dies gilt auch, wenn mehrere Ärzte in die Behandlung eingebunden sind.
  7. Die im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Kryokonservierung gemäß § 5 Absatz 2 Nr. 1 Kryo-RL durchgeführten oder veranlassten in-vitro-diagnostischen Leistungen nach den GOP 32575, 32614, 32618, 32660 und 32781 EBM sind nach Maßgabe der Kassenärztlichen Vereinigung zu kennzeichnen.

Folgende Gebührenordnungspositionen (GOP) wurden ebenfalls ab 1. Juli in den EBM aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
08619 Beratung gemäß § 4 Satz 2 Nr. 1 Kryo-RL

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt und/oder Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä,

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Ausstellen einer Bescheinigung nach § 4 Satz 2 Nr. 1 Kryo-RL,

einmal im Krankheitsfall

90
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
08621 Reproduktionsmedizinische Beratung und Aufklärung zur Kryokonservierung und der dazugehörigen medizinischen Maßnahmen gemäß § 4 Satz 2 Nr. 2 Kryo-RL

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt und/oder Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä,
  • Dauer mindestens 10 Minuten,

je vollendete 10 Minuten, höchstens zweimal im Krankheitsfall

Die dreimalige Berechnung der GOP 08621 im Krankheitsfall ist mit Begründung der medizinischen Notwendigkeit zulässig

128
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
08623 Andrologische Beratung und Aufklärung zur Kryokonservierung und der dazugehörigen medizinischen Maßnahmen gemäß § 4 Satz 2 Nr. 2 Kryo-RL

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt und/oder Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä,

einmal im Krankheitsfall

90
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
08635 Stimulationsbehandlung zur Kryokonservierung von Eizellen gemäß § 5 Absatz 2 Nr. 2 Kryo-RL,

einmal im Zyklusfall

Die GOP 08635 ist im Zyklusfall mit medizinischer Begründung bis zu dreimal berechnungsfähig.

1991
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
08637 Ultraschallgezielte und/oder laparoskopische Follikelpunktion zur intendierten Eizellentnahme im Zusammenhang mit der Kryokonservierung von Eizellen gemäß § 5 Absatz 2 Nr. 2 Kryo-RL 365
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
08638 Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 08637 bei ambulanter Durchführung der Follikelpunktion447
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
08639 Identifizierung von Eizelle(n) in der Follikelflüssigkeit und Beurteilung der Reifestadien der Eizelle(n) zur Kryokonservierung, nach Durchführung einer ultraschallgezielten und/oder einer laparoskopischen Follikelpunktion entsprechend der Gebührenordnungsposition 08637 gemäß § 5 Absatz 2 Nr. 2 Kryo-RL 157
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
08640 Gewinnung, Untersuchung und Aufbereitung des Spermas zur Kryokonservierung, einschl. Spermiogramm zur Kryokonservierung gemäß § 5 Absatz 2 Nr. 3 Kryo-RL 168
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
08641 Aufbereiten und Untersuchung von Hodengewebe nach testikulärer Spermienextraktion zur Kryokonservierung gemäß § 5 Absatz 2 Nr. 3 Kryo-RL je Material, höchstens achtmal 242
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
08644 Aufbereiten und Einfrieren von der/den Eizelle(n) gemäß § 5 Kryo-RL 1312
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
08645 Aufbereiten und Einfrieren von Samenzellen oder Keimzellgewebe gemäß § 5 Kryo-RL 987
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
08646 Auftauen und Aufbereiten von der/den Eizelle(n) gemäß § 5 Kryo-RL zwecks Herbeiführung einer Schwangerschaft gemäß den Richtlinien über künstliche Befruchtung des Gemeinsamen Bundesausschusses 584
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
08647 Auftauen und Aufbereiten von Samenzellen oder Keimzellgewebe gemäß § 5 Kryo-RL zwecks Herbeiführung einer Schwangerschaft gemäß den Richtlinien über künstliche Befruchtung des Gemeinsamen Bundesausschusses 384
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
08648 Spermienpräparation aus Hodengewebe nach testikulärer Spermienextraktion und Aufbereiten nach Kryokonservierung gemäß § 5 Kryo-RL zwecks Herbeiführung einer Schwangerschaft gemäß den Richtlinien über künstliche Befruchtung des Gemeinsamen Bundesausschusses

je Material, höchstens achtmal

300

Die Abbildung der Sachkosten für die Lagerung des Materials erfolgt über die Aufnahme der Kostenpauschalen 40700 (Kostenpauschale für Lagerung) und 40701 (Zuschlag für die Lagerung unter Quarantänebedingungen) durch die Aufnahme eines neuen Abschnitts 40.12 EBM, ebenfalls gültig ab dem 1. Juli.

40.12 Kostenpauschalen für Sachkosten im Zusammenhang mit der Kryokonservierung von Ei- oder Samenzellen oder Keimzellgewebe

  1. Die Kosten für den Transport gemäß der Richtlinie zur Kryokonservierung von Ei- oder Samenzellen oder Keimzellgewebe sowie entsprechende medizinische Maßnahmen wegen keimzellschädigender Therapie (Kryo-RL) von der Entnahmeeinrichtung zur Lagerungseinrichtung sowie von der Lagerungseinrichtung zur reproduktionsmedizinischen Einrichtung, welche die reproduktionsmedizinischen Maßnahmen nach erfolgter Kryokonservierung durchführt, sind abweichend von 7.1 der Allgemeinen Bestimmungen zusätzlich gemäß 7.3 berechnungsfähig.
  2. Die Kosten für eine sachgemäße Beseitigung bzw. Entsorgung aller Materialien sind in den Gebührenordnungspositionen enthalten.
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Euro
40700 Kostenpauschale für Lagerung gemäß Kryo-RL,

einmal im Behandlungsfall

68
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Euro
40701 Zuschlag zur Kostenpauschale 40700 für die Lagerung unter Quarantänebedingungen,

einmal im Behandlungsfall

Die GOP 40701 ist nur im Falle eines bestätigten labordiagnostischen Befundes, der eine Lagerung unter Quarantänebedingungen erfordert, berechnungsfähig.

Darüber hinaus ist die GOP 40701 bis zum Vorliegen eines bestätigten labordiagnostischen Befundes, der eine Lagerung ohne Quarantänebedingungen erlaubt, berechnungsfähig. Die Berechnung setzt in diesem Fall die Angabe einer Begründung voraus.

10

Durch die Aufnahme der aufgeführten GOP in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in der Präambel des betroffenen Fachkapitels und weiteren Bestimmungen des EBM. Die weiteren Details entnehmen Sie der schriftlichen Beschlussfassung unter

Sachkosten Kryokonservierung: Kostenpauschalen und Übergangsfälle in Anlage 35 Bundesmantelvertrag vereinbart

Nach der Aufnahme der Leistungen im Zusammenhang mit der Kryokonservierung von Ei- oder Samenzellen oder Keimzellgewebe in den EBM wurden von den Partnern des Bundesmantelvertrages nun die bereits angekündigten, begleitenden Regelungen zur Abrechnung der Kostenpauschalen sowie für Übergangsfälle in einer neuen Anlage 35 zum Bundesmantelvertrag vereinbart. Diese Regelung betrifft sowohl die Kostenpauschalen für die Lagerung im Zusammenhang mit der Kryokonservierung als auch zu Übergangsfällen, die bereits auf eigene Kosten eine Kryokonservierung haben durchführen lassen.

Neuaufnahme einer Laborleistung in den EBM zum 1. Juli 2021

Neuaufnahme einer Laborleistung in den EBM zum 1. Juli 2021

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 562.Sitzung folgende Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 01. Juli 2021 beschlossen:

Aufnahme einer Leistung nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 32481 in den Abschnitt 32.3.5 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Euro
32481 Nachweis von Anti-Drug-Antikörpern gemäß Fachinformation eines Arzneimittels mit dem Wirkstoff Sebelipase alfa,

je Untersuchung

28,70

Die Berechnung der Gebührenordnungspositionen des Abschnitts 32.3 setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraus.

Unter einer Enzymersatztherapie mit Sebelipase alfa (Kanuma®) können sich spezifische Antikörper entwickeln und eine schwere Immunreaktion auslösen oder die therapeutische Wirkung ausbleiben. Die Fachinformation sieht in diesen Fällen eine Untersuchung auf Antikörper gegen Sebelipase alfa vor. Mit dem vorliegenden Beschluss wird diese Untersuchung im EBM abgebildet.

Die Vergütung der Leistung erfolgt zunächst für zwei Jahre außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen.

Zweitmeinung ab 1. Juli 2021 auch per Video möglich

Zweitmeinung ab 1. Juli 2021 auch per Video möglich

Das Einholen einer Zweitmeinung ist ab 1. Juli 2021 auch im Rahmen einer Videosprechstunde möglich. Bislang erfolgte die Zweitmeinung während eines persönlichen Gesprächs vor Ort. Erfolgt die ärztliche Zweitmeinung nunmehr im Rahmen einer Videosprechstunde (Anlage 31b BMV-Ärzte) sind zu den jeweiligen arztgruppenspezifischen Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen die Gebührenordnungspositionen 01444 (10 Punkte / 1,11 Euro) und 01450 (40 Punkte / 4,45 Euro) berechnungsfähig. Es gelten die gleichen Abrechnungsbestimmungen wie sie für die Abrechnung der Videosprechstunde außerhalb des Zweitmeinungsverfahrens vorgesehen sind.

Gesetzlich Versicherte haben vor bestimmten planbaren Eingriffen Anspruch auf eine zweite ärztliche Meinung als Kassenleistung. Damit soll die Anzahl bestimmter „mengenanfälliger“ Eingriffe, die nicht immer medizinisch geboten sind, verringert werden.

Um eine Zweitmeinung abrechnen zu können, benötigen Ärzte eine Genehmigung, die sie bei ihrer Kassenärztlichen Vereinigung beantragen. Der Arzt, der die Zweitmeinung abgibt, rechnet für den Patienten seine jeweilige arztgruppenspezifische Grund- oder Konsiliarpauschale mit dem eingriffsentsprechenden freien Begründungstext (KVDT-Feldkennung 5009) ab. Die Vergütung ist für alle Zweitmeinungsverfahren unabhängig vom jeweiligen Eingriff gleich. Sie erfolgt extrabudgetär.

Nachfolgend sind die Begründungstexte für Zweitmeiner mit den betreffenden Eingriffen tabellarisch aufgeführt:

Freier
Begründungstext
Inhalt
88200A Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Mandeloperation
88200B Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Gebärmutterentfernung
88200C Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Schulterarthroskopie
88200D Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Amputation beim diabetischen Fußsyndrom
88200E Zweitmeinungsverfahren bei geplantem Kniegelenkersatz

Die Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren wird in Zukunft durch weitere Indikationen ergänzt.

Zweitmeinungsverfahren vor Amputation beim diabetischen Fußsyndrom: neues Eingriffsthema ab 1. Juli 2021 abrechenbar

Zweitmeinungsverfahren vor Amputation beim diabetischen Fußsyndrom: neues Eingriffsthema ab 1. Juli 2021 abrechenbar

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 18. März die Ergänzung der Zweitmeinungsrichtlinie (Zm-RL) um das Eingriffsthema „Amputation beim diabetischen Fußsyndrom“ beschlossen. Dieser Beschluss ist am 27. Mai in Kraft getreten, die entsprechende Anpassung des EBM erfolgte zum 1. Juli 2021.

Gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten haben einen Rechtsanspruch, vor bestimmten planbaren Operationen (OP) eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Nach der Gebärmutterentfernung (Hysterektomie), der Mandeloperation (Tonsillektomie/Tonsillotomie), der Schulterarthroskopie und der Knieendoprothese kommt nun als weiteres Verfahren die Amputation des Diabetischen Fußes hinzu.

Gegenstand dieses Zweitmeinungsverfahrens sind planbare Minoramputationen (bis unterhalb des Knöchels) oder Majoramputationen (bis oberhalb des Knöchels) bei Diabetikern. Patientinnen und Patienten können sich bei einem qualifizierten Zweitmeiner zur Notwendigkeit einer Amputation oder zu alternativen Behandlungsmöglichkeiten ohne Amputation beraten lassen. Notfallmäßige Amputationen wie beispielsweise aufgrund einer akut drohenden Sepsis sind hiervon ausgenommen.

Wer kann die Leistung abrechnen?

Um Leistungen im Zweitmeinungsverfahren durchführen und abrechnen zu können, bedarf es einer Genehmigung der KV. Ärztinnen und Ärzte folgender Fachgruppen können die Zweitmeinungsleistungen zu einer Amputation bei diabetischem Fußsyndrom bei der KVWL beantragen:

  • Innere Medizin und Angiologie,
  • Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie,
  • Innere Medizin mit Zusatzbezeichnung Diabetologie,
  • Allgemeinmedizin mit Zusatzbezeichnung Diabetologie,
  • Gefäßchirurgie,
  • Orthopädie und Unfallchirurgie oder Orthopädie oder Chirurgie mit Schwerpunkt Unfallchirurgie,
  • Allgemeinchirurgie oder
  • Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie.

Für den Erhalt der Genehmigung ist neben der Facharzturkunde eine mindestens fünfjährige Tätigkeit in der unmittelbaren Patientenversorgung im jeweiligen Fachgebiet nach Anerkennung der Facharztbezeichnung, eine gültige Weiterbildungsbefugnis oder akademische Lehrbefugnis sowie die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtung nach § 95 d oder § 136 b Abs. 1 Nr. 1 SGB V nachzuweisen. Für die Zweitmeinung im Verfahren „Amputation beim Diabetischen Fußsyndrom“ ist zusätzlich ein Nachweis über die Behandlung von im Jahr durchschnittlich 30 Patienten mit diabetischem Fußsyndrom in einem multidisziplinaren Setting in den letzten 5 Jahren vor Antragsstellung sowie die Kooperation mit anderen antragsberechtigten Facharztgruppen (s. o.), in einer Form, dass bei Bedarf deren Expertise genutzt werden kann, nachzuweisen. Ein Antragsformular steht steht hier bereit.

Besonders ist, dass nicht nur Vertragsärzte am Zweitmeinungsverfahren teilnehmen können, sondern auch nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte. Sie werden dann, sofern sie die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, ausschließlich für die Leistungen des Zweitmeinungsverfahrens zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung ermächtigt.

Nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sind Ärzte verpflichtet, Patienten über ihren Rechtsanspruch auf eine Zweitmeinung zu informieren, wenn sie die Indikation für einen der genannten planbaren Eingriffe stellen. Ferner soll der indikationsstellende Arzt den Patienten auf die Liste der Zweitmeiner, die von den Kassenärztlichen Vereinigungen bereitgestellt wird, hinweisen sowie auf weiterführende Informationen. Die KVWL informiert über die Arztsuche auf ihrer Internetseite, welche Ärzte zur Abgabe einer Zweitmeinung im Sinne der Richtlinie berechtigt sind. Diese Suche ist auch für Patienten nutzbar.

Einleitung der Zweitmeinung:

Der indikationsstellende Arzt „Erstmeiner“ rechnet die Leistung nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 01645 EBM nach den Vorgaben der Codierungsliste mit einer indikationsspezifischen Symbolnummer (SNR) ab.

SNR Leistungsbeschreibung
01645D Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Amputation beim diabetischen Fußsyndrom

Die GOP/SNR dient der Abbildung des aufgrund des Zweitmeinungsverfahrens entstehenden zusätzlichen Aufwands des Arztes, der die Indikation für eine Zweitmeinung stellt. Die Leistung beinhaltet auch die Zusammenstellung der Befundunterlagen. Die Vergütung der GOP/SNR 01645 erfolgt extrabudgetär und damit ohne Mengenbegrenzung – vorerst befristet bis Ende 2021. Die GOP ist nicht genehmigungspflichtig.

Berechnung der Zweitmeinung:

Für die Vergütung der ärztlichen Zweitmeinung rechnet der Arzt die jeweilige arztgruppenspezifische Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale beim ersten persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt einmal im Behandlungsfall ab. Die Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen sowie ggf. erforderliche weitere Leistungen sind vom abrechnenden Arzt eingriffsspezifisch zu kennzeichnen. Die zusätzliche Kennzeichnung der abgerechneten GOP erfolgt als Freitext im Feld freier Begründungstext (KVDT-Feldkennung 5009) mit den nachstehenden Codes:

Freier
Begründungstext
Inhalt
88200D Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Amputation beim diabetischen Fußsyndrom

Die Vergütung der Pauschalen sowie der ergänzenden Untersuchungen erfolgt extrabudgetär – vorerst befristet bis Ende 2021.

Ergänzende Untersuchungen im Rahmen des Zweitmeinungsverfahrens:

Neben den Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen sind ausschließlich gegebenenfalls medizinisch notwendige Untersuchungen (gemäß § 3 Abs. 2 der Richtlinie des G-BA zum Zweitmeinungsverfahren) entsprechend den Abrechnungsbestimmungen des EBM berechnungsfähig. Die Nebeneinanderberechnung der ärztlichen Zweitmeinung und medizinisch notwendiger Untersuchungsleistungen setzt die Angabe einer medizinischen Begründung voraus.

Bluttest zur Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors: neue Leistungen ab 1. Juli im EBM

Bluttest zur Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors: neue Leistungen ab 1. Juli im EBM

Schwangere mit negativem Rhesusfaktor D können ihr Blut jetzt auf den Rhesusfaktor D des ungeborenen Kindes testen lassen, um gezielt eine gegebenenfalls erforderliche Anti-D-Prophylaxe zu erhalten. Möglich ist dies bei Ein-Kind-Schwangerschaften ab der zwölften Woche. Die fetale Rhesusfaktorbestimmung ermöglicht nun eine gezielte Prophylaxe, wenn ein Rhesus D-positives Kind erwartet wird. Die medizinisch unnötige Gabe von Blutprodukten (Anti-D-Immunglobulin) an Rhesus D-negative Schwangere, die ein Rhesus D-negatives Kind erwarten, kann somit vermieden werden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat mit Beschluss vom 20. August 2020 einen nichtinvasiven Pränataltest zur Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors D bei RhD-negativen Schwangeren mit einer Einlingsschwangerschaft zur Vermeidung einer mütterlichen Rhesussensibilisierung in die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien) aufgenommen. Der G-BA-Beschluss ist am 24. November 2020 in Kraft getreten und gilt nur für Einlings-, nicht jedoch für Mehrlingsschwangerschaften, da die Datenlage bei Mehrlingsschwangerschaften für eine Bewertung nicht ausreichend ist. Getestet werden darf frühestens ab der 12. Schwangerschaftswoche.

Da es sich um eine vorgeburtliche genetische Untersuchung handelt, gelten die ärztlichen Aufklärungs- und Beratungsverpflichtungen nach den Vorgaben des Gendiagnostikgesetzes. Die erforderliche Qualifikation ist die „fachgebundene genetische Beratung“, die bei nicht invasiven Pränataltests (NIPT) nur durch Humangenetiker sowie durch die Gynäkologen erfolgen darf, welche über die entsprechende Qualifikation nach dem Gendiagnostikgesetz (GenDG) und den Richtlinien der Gendiagnostik-Kommission verfügen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01788

Beratung nach GenDG zum nicht-invasiven Pränataltest Rhesus D (NIPT-RhD) gemäß Abschnitt C und Anlage 7 der Mutterschafts-Richtlinien

Obligater Leistungsinhalt

  • Dauer mindestens 5 Minuten, je vollendete 5 Minuten

Die Gebührenordnungsposition 01788 ist höchstens zweimal je Schwangerschaft berechnungsfähig.

84
01869

Pränatale Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors D durch Untersuchung des RHD-Gens an fetaler DNA aus mütterlichem Blut von RhD-negativen Schwangeren mit einer Einlingsschwangerschaft im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge

Obligater Leistungsinhalt

  • Bestimmung des fetalen RHD-Status durch Nachweis eines Exons oder mehrerer Exone des RHD-Gens an fetaler DNA aus mütterlichem Blut gemäß den Vorgaben der Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien),

höchstens zweimal im Krankheitsfall

Die Gebührenordnungsposition 01869 ist nur einmal je Schwangerschaft berechnungsfähig. Die Berechnung der Gebührenordnungsposition 01869 setzt die Anwendung eines validierten Verfahrens voraus, für das die Erfüllung der in den Mutterschafts-Richtlinien festgelegten Testgütekriterien belegt werden kann.

905

Durch die Aufnahme der aufgeführten GOP in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in der Präambel des betroffenen Fachkapitels und weiteren Bestimmungen des EBM. Die weiteren Details entnehmen Sie der schriftlichen Beschlussfassung unter https://institut-ba.de/ba/beschluesse.html

Änderungen zum 01.04.2021

Neue GOP zur Anwendung der Arzneimittel Piqray® und Hepcludex®

Neue GOP zur Anwendung der Arzneimittel Piqray® und Hepcludex® zum 1. April 2021

Zur Verabreichung der Arzneimittel Piqray® und Hepcludex® werden zum 1. April 2021 mehrere neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Damit hat der Bewertungsausschuss (BA) auf die Beschlüsse zur frühen Nutzenbewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) regiert. Nach den Fachinformationen beider Präparate sind für die Anwendung zwingend ärztliche Leistungen erforderlich (Prüfung gemäß § 87 Abs. 5b Satz 5 SGB V).

Piqray®

Die Anwendung des Arzneimittels Piqray® erfolgt zur gezielten Behandlung von postmenopausalen Frauen und von Männern mit einem Hormonrezeptor (HR)-positiven, humanen epidermalen WachstumsfaktorRezeptor-2 (HER2) negativen lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom (bei Fortschreiten der Erkrankung nach endokriner Therapie), bei denen eine PIK3CA-Mutation am Tumorgewebe oder in einer Plasmaprobe nachgewiesen wurde. Zur Bestimmung des PIK3CA-Mutationsstatus oder dem gezielten Nachweis einer Mutation im PIK3CA-Gen unter Verwendung von zirkulierender Tumor-DNA werden folgende GOP in den EBM-Abschnitt 19.4.4 aufgenommen: Die Anwendung des Arzneimittels Piqray® erfolgt zur gezielten Behandlung von postmenopausalen Frauen und von Männern mit einem Hormonrezeptor (HR)-positiven, humanen epidermalen WachstumsfaktorRezeptor-2 (HER2) negativen lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom (bei Fortschreiten der Erkrankung nach endokriner Therapie), bei denen eine PIK3CA-Mutation am Tumorgewebe oder in einer Plasmaprobe nachgewiesen wurde. Zur Bestimmung des PIK3CA-Mutationsstatus oder dem gezielten Nachweis einer Mutation im PIK3CA-Gen unter Verwendung von zirkulierender Tumor-DNA werden folgende GOP in den EBM-Abschnitt 19.4.4 aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
19462

Bestimmung des PIK3CA-Mutationsstatus unter Verwendung von zirkulierender Tumor-DNA zur Indikationsstellung einer gezielten Behandlung von postmenopausalen Frauen und Männern mit einem Hormonrezeptor (HR)-positiven, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom bei Fortschreiten der Erkrankung nach endokriner Therapie als Monotherapie, wenn diese laut Fachinformation obligat ist,

Obligater Leistungsinhalt

  • Mutationssuche auf aktivierende Mutationen in den Exonen 7, 9 und 20 im PIK3CA-Gen

zweimal im Krankheitsfall

3934
19463

Gezielte Bestimmung von PIK3CA-Mutationen unter Verwendung von zirkulierender Tumor-DNA zur Indikationsstellung einer gezielten Behandlung von postmenopausalen Frauen und Männern mit einem Hormonrezeptor (HR)-positiven, humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom bei Fortschreiten der Erkrankung nach endokriner Therapie als Monotherapie, wenn diese laut Fachinformation obligat ist,

Obligater Leistungsinhalt

  • gezielte Untersuchung der aktivierenden Mutationen E542K, E545K und H1047R sowie von bis zu 7 weiteren aktivierenden Mutationen in den Exonen 7, 9und 20 in PIK3CA-Gen

zweimal im Krankheitsfall

2100

Die Erbringung und Abrechnung der neuen GOP aus dem Abschnitt 19.4.4. ist möglich, für

  • Fachärzte für Pathologie mit Erwerb der Facharztbezeichnung nach 2003 oder mit dem Erwerb der fakultativen Weiterbildung "Molekularpathologie",
  • Fachärzte für Neuropathologie mit Erwerb der Facharztbezeichnung nach 2003 oder mit dem Erwerb der fakultativen Weiterbildung "Molekularpathologie",
  • Fachärzte für Pathologie, sofern diese nicht einer der beiden vorgenannten Gruppen angehören, bei Vorliegen der entsprechenden Qualifikationsvoraussetzungen und deren Bestätigung durch die KVWL.

Hepcludex®

Die Anwendung des Arzneimittels Hepcludex® zur Behandlung der chronischen Hepatitis D setzt einen positiven Nukleinsäurenachweis der HDV-RNA voraus. Diese Untersuchung wird nach der GOP 32855 neu in den EBM aufgenommen. Nach Absetzen des Arzneimittels ist eine engmaschige Überwachung zum Ausschluss einer möglichen Reaktivierung einer Hepatitis B und Hepatitis D durch die Bestimmung der HBV-DNA und HDV-RNA erforderlich.

Der in unterschiedlicher Empfehlungsstärke auch in weiteren Arzneimittelfachinformationen gegebene Hinweis auf die Notwendigkeit einer Überwachung einer möglichen Reaktivierung einer Hepatitis-B-Infektion wird mit diesem Beschluss ebenfalls umgesetzt. Diese Untersuchungen werden nach den GOP 32856 und 32857 neu in den EBM aufgenommen. In der Bewertung der GOP 32857 EBM wurde die erwartete Häufigkeit der Untersuchung berücksichtigt. Auch zur Finanzierung dieser Leistungen empfiehlt der BA zunächst eine Vergütung außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Euro
32855

Nukleinsäurenachweis von HDV vor einer spezifischen antiviralen Therapie gemäß Fachinformation eines Arzneimittels mit dem Wirkstoff Bulevirtid,

einmal im Behandlungsfall

19,90
32856

Quantitative Bestimmung der Hepatitis D-Virus-RNA zur Indikationsstellung, während, zum Abschluss oder nach Abbruch einer spezifischen antiviralen Therapie gemäß Fachinformation eines Arzneimittels mit dem Wirkstoff Bulevirtid,

höchstens dreimal im Behandlungsfall

89,50
32857

Quantitative Bestimmung der Hepatitis B-Virus-DNA zum Abschluss, nach Abbruch einer spezifischen antiviralen Therapie oder zur Diagnostik einer HBV-Reaktivierung gemäß Fachinformation eines Arzneimittels,

höchstens dreimal im Behandlungsfall

79,60

Die Berechnung der neuen GOP aus dem Abschnitt 32.3.12 setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraus.

Die Vergütung der Leistungen nach den GOP 32855 bis 32857 EBM erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen.

Die Leistungen nach den GOP 32855 bis 32857 EBM werden ab dem 1. April 2023 in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung überführt.

Durch die Aufnahme der aufgeführten GOP in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in der Präambel des betroffenen Fachkapitels und weiteren Bestimmungen des EBM. Die weiteren Details entnehmen Sie bitte der schriftlichen Beschlussfassung unter: www.g-ba.de.

Kardiorespiratorische Polygrafie und Polysomnografie (schlafbezogene Atmungsstörungen)

Kardiorespiratorische Polygrafie und Polysomnografie (schlafbezogene Atmungsstörungen): Erweiterung der Abrechnung für weitere Arztgruppen

Fachärzte für Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie, für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie sowie für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie können ab dem 1. April 2021 auch die kardiorespiratorische Polygraphie (GOP 30900 EBM) und die kardiorespiratorische Polysomnographie (GOP 30901 EBM) abrechnen. Der Abschnitt 30.9 im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) wird entsprechend angepasst.

Zum Hintergrund: In der aktuellen Muster-Weiterbildungsordnung von 2018 wurde den drei Fachgruppen die Möglichkeit gegeben, die Zusatzbezeichnung „Schlafmedizin“ zu erlangen, sodass die entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung mit Wirkung zum 1. Oktober 2020 bezüglich der Genehmigung zur Abrechnung der GOP 30900 und 30901 EBM angepasst wurde.

Berechnungsfähigkeit der Urethradruckprofilmessung für Fachärzte für Kinderchirurgie

Berechnungsfähigkeit der Urethradruckprofilmessung für Fachärzte für Kinderchirurgie

Fachärzte für Kinderchirurgie können laut Präambel 7.1 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) Nummer 3 Satz 2 die arztgruppenspezifischen Gebührenordnungspositionen (GOP) 26310, 26311, 26313 und 26320 EBM berechnen.

Die GOP 26312 EBM (Urethradruckprofilmessung mit fortlaufender Registrierung) ist fakultativer Leistungsinhalt der bereits für Fachärzte für Kinderchirurgie berechnungsfähigen GOP 26313 EBM.

Mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses (BA) erfolgt zum 1. April 2021 die Aufnahme der GOP 26312 EBM in die Nummer 3 der Präambel 7.1 EBM zur Klarstellung, dass die GOP 26312 EBM von Fachärzten für Kinderchirurgie berechnet werden kann.

Rückwirkend zum 01.01.2021

Erstbefüllung ePa Neue Infos

Abrechnungsprozess zur Erstbefüllung der elektronischen Patientenakte bekanntgegeben

Die bislang noch ausstehende Abrechnungsregelung zur Erstbefüllung der elektronischen Patientenakte zwischen GKV-Spitzenverband, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Deutscher Krankenhausgesellschaft wurde nun rückwirkend zum 1. Januar 2021 beschlossen und konkretisiert.

Hintergrund: Für die sektorenübergreifende Erstbefüllung der ePA sieht der Gesetzgeber für das Jahr 2021 eine pauschale Vergütung von 10 Euro pro Akte vor. Ab dem Jahr 2022 ist eine Überführung dieser Leistung für Vertragsärzte in den EBM vorgesehen. Die Erstbefüllung darf sektorenübergreifend je Patient nur einmal durchgeführt und abgerechnet werden.

Die nun getroffene Abrechnungsregelung sieht vor, dass Vertragsärzte bei einer auf Wunsch des Versicherten vorgenommenen sektorenübergreifenden Erstbefüllung der ePA die Symbolnummer (SNR) 88270 ansetzen:

SNR Leistungsbeschreibung Bewertung
in Euro
88270 Erstbefüllung einer elektronischen Patientenakte (ePA) 10,00

Sie ist im Behandlungsfall nicht neben der GOP 01647 EBM „Zusatzpauschale ePA-Unterstützungsleistung“ sowie der GOP 01431 EBM „Zusatzpauschale elektronische Patientenakte zu den GOP 01430, 01435 und 01820 EBM“ berechnungsfähig, zu deren Details wir auf unsere Ausführungen im KVWL kompakt von März und Juli 2021 verweisen.

Eine Erstbefüllung liegt vor, wenn noch keine Inhalte von einem Vertragsarzt, einem im Krankenhaus tätigen Arzt oder Psychotherapeuten oder einem Zahnarzt in die ePA eingestellt worden sind. Eine Erstbefüllung kann auch dann noch vorliegen, wenn der Versicherte selbst bereits eigene Inhalte in die ePA eingestellt hat. Da jedoch die Versicherten über volle Souveränität über die Daten in ihrer ePa verfügen und somit Inhalte auch eigenständig löschen können, raten wir zu einer Rücksprache mit den Versicherten vor Abrechnung der Pauschale für die Erstbefüllung.

Abrechnung Dialysewochenpauschale: Ausnahmeregelung bei Vorverlegung

Abrechnung Dialysewochenpauschale: Ausnahmeregelung bei Vorverlegung
Rückwirkend zum 1. Januar 2021

Der Bewertungsausschuss hat sich in seiner 552. Sitzung auf eine Ausnahmeregelung für die Abrechnung der Dialysewochenpauschale bei Hämodialyse verständigt. Demnach kann die Kostenpauschale 40823 auch für den Fall der Vorverlegung einer Dialyse von einem Montag auf den vorherigen Sonntag abgerechnet werden.

Kurze Erläuterung: Die Kostenpauschale 40823 ist „je Behandlungswoche“ berechnungsfähig. Eine Behandlungswoche ist jede Kalenderwoche, in der die wöchentlichen Dialysen an mindestens drei Hämodialysetagen durchgeführt werden. Findet eine Dialysebehandlung im Ausnahmefall nicht am Montag statt, sondern bereits am Sonntag und liegt eine entsprechende Begründung vor, kann die Wochenpauschale 40823 trotzdem für die auf diesen Sonntag folgende Woche abgerechnet werden.

Die entsprechende Ausnahmeregelung wird in die Nummer 1 der Bestimmungen des Abschnitts 40.14 EBM aufgenommen. Der Beschluss tritt rückwirkend zum 1. Januar 2021 in Kraft. Bitte beachten Sie, dass der Beschluss noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium steht.

Neue Leistungen im Zusammenhang mit der elektronischen Patientenakte

Neue Leistungen im Zusammenhang mit der elektronischen Patientenakte (ePA)

Rückwirkend zum 1. Januar 2021 hat der Erweiterte Bewertungsausschuss zwei neue Gebührenordnungspositionen (GOP) für Tätigkeiten im Zusammenhang mit der elektronischen Patientenakte (ePA) in den EBM aufgenommen. Diese Leistungen sind sowohl von Vertragsärzten als auch Psychotherapeuten berechnungsfähig, sofern sie Tätigkeiten im Zusammenhang mit der ePA ihrer Patienten durchführen.

Die neuen Leistungen im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01431

Zusatzpauschale zu den GOP 01430, 01435 und 01820 für ärztliche Tätigkeiten im Zusammenhang mit der elektronischen Patientenakte

Obligater Leistungsinhalt

  • Erfassung und/oder Verarbeitung und/oder Speicherung von Daten nach § 341 Absatz 2 Nrn. 1 bis 5 und 10 bis 13 SGB V für eine einrichtungs-, fach- und sektorenübergreifende Dokumentation über den Patienten in der elektronischen Patientenakte ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt,
  • Prüfung, ob erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter einer Übermittlung in die elektronischen Patientenakte entgegenstehen,
  • Prüfung und ggf. Ergänzung der zu den Dokumenten gehörenden Metadaten

höchstens 4-mal im Arztfall

3
01647

Zusatzpauschale zu den Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen sowie den Leistungen des Abschnitts 1.7 (ausgenommen in-vitro-diagnostische Leistungen) im Zusammenhang mit der elektronischen Patientenakte

Obligater Leistungsinhalt

  • Erfassung und/oder Verarbeitung und/oder Speicherung von Daten nach § 341 Absatz 2 Nrn. 1 bis 5 und 10 bis 13 SGB V aus dem aktuellen Behandlungskontext für eine einrichtungs-, fach- und sektorenübergreifende Dokumentation über den Patienten in der elektronischen Patientenakte,
  • Prüfung, ob erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter einer Übermittlung in die elektronischen Patientenakte entgegenstehen,
  • Prüfung und ggf. Ergänzung der zu den Dokumenten gehörenden Metadaten,

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Einholung der Zugriffsberechtigung vom Patienten zur Datenverarbeitung in dessen elektronischer Patientenakte

einmal im Behandlungsfall

15

Für die Erstbefüllung der ePA sieht der Gesetzgeber für das Jahr 2021 eine pauschale Vergütung von 10 Euro pro Akte vor. Diese Erstbefüllung soll sektorenübergreifend je Patient nur einmal durchgeführt und abgerechnet werden können. Hierzu ist eine gesonderte Vereinbarung zwischen KBV, GKV-Spitzenverband, Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung und Deutscher Krankenhausgesellschaft zu treffen. Die Beratungen zu dieser Vereinbarung sind momentan (Redaktionsschluss: 02.03.2021) noch nicht abgeschlossen.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie nach Abschluss des Verfahrens auf der Internetseite des BA unter: institut-ba.de/ba/beschluesse.html

Weitere Informationen zur Elektronischen Patientenakte finden Sie unter:
Die elektronische Patientenakte (ePA)

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)

Rückwirkend zum 1. Januar 2021 wurden gemäß Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses (EBA) die Gebührenordnungspositionen (GOP) 01470 und 01471 in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

Hierdurch soll das Ausstellen einer Erstverordnung sowie die mit „somnio“ – einer Web-Anwendung zur Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen – verbundenen Leistungen vergütet werden.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01470

Zusatzpauschale für das Ausstellen einer Erstverordnung einer digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) aus dem Verzeichnis gemäß § 139e SGB V

18

Die GOP 01470 EBM bildet die Besonderheiten der ärztlichen Verordnung in der Einführungsphase der DiGA als neue Versorgungsform ab und ist deshalb befristet bis zum 31. Dezember 2022. Diese ist von Ärzten und Psychotherapeuten berechnungsfähig, die Patienten im Alter von mindestens 18 Jahren versorgen (Nutzungsbestimmung der DiGA).

Sie kann auch abgerechnet werden, wenn die Verordnung in einer Videosprechstunde erfolgt. Sie ist einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig; erfolgen bei einem Versicherten im Behandlungsfall mehrere Erstverordnungen, ist sie mit Angabe einer Begründung mehrmals berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01471

Zusatzpauschale für die Verlaufskontrolle und die Auswertung der digitalen Gesundheitsanwendung DiGA) somnio

64

Die GOP 01471 EBM ist von folgenden Fachgruppen berechnungsfähig und kann auch im Rahmen einer Videosprechstunde durchgeführt werden: Hausärzten, Gynäkologen, HNO-Ärzten, Kardiologen, Pneumologen, Lungenärzten, Internisten ohne Schwerpunkt sowie Fachärzten, die nach Kapitel 16, 21, 22 und 23 Leistungen berechnen dürfen. Sie ist einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig.

Weitere Informationen zur DiGA finden Sie auf unserer Themenseite unter:
Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)

Änderungen zum 01.01.2021

Human- und Tumorgenetik: Aufhebung der Genehmigungspflicht und Anhebung der MGV für genetische Leistungen

Human- und Tumorgenetik: Aufhebung der Genehmigungspflicht und Anhebung der MGV für genetische Leistungen

Zum 1. Januar 2021 hat der Bewertungsausschuss (BA) in seiner 547. Sitzung die Streichung aller genehmigungspflichtigen Leistungen in der Human- und Tumorgenetik beschlossen. Gleichzeitig konnte die KBV mit dem GKV-Spitzenverband eine neue Finanzierungsempfehlung vereinbaren, die eine Anhebung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen (MGV) für genetische Untersuchungen vorsieht.

Mit dem vorliegenden Beschluss werden die genehmigungspflichtigen Gebührenordnungspositionen (GOP) 11449, 11514 und 19425 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) sowie die der GOP 19425 EBM entsprechende GOP 19454 EBM für die In-vitro-Diagnostik tumorgenetischer Veränderungen zur Indikationsstellung einer pharmakologischen Therapie gestrichen. Die Leistungsinhalte der gestrichenen GOP werden in die GOP 11513, 19424 beziehungsweise 19453 EBM integriert.

In diesem Zusammenhang entfallen die GOP 11304 und 19406 EBM für die ärztlichen Gutachten für den Antrag zu den genehmigungspflichtigen GOP 11449, 11514 und 19425 EBM.

Das Institut des Bewertungsausschusses veröffentlicht den Beschluss auf seiner Internetseite und im Deutschen Ärzteblatt.

BREXIT: Geänderte Regelungen zur vertragsärztlichen Behandlung

Brexit: Geänderte Regelungen zur vertragsärztlichen Behandlung von Personen, die im Vereinigten Königreich krankenversichert sind

Mit dem Ende des im Austrittsabkommen vereinbarten Übergangszeitraumes zum 31. Dezember 2020 ändern sich einige Regelungen für die vertragsärztliche Behandlung von Personen, die im Vereinigten Königreich versichert sind. So wird es eine neue Europäische Krankenversicherungskarte ohne das EU-Logo geben, die sogenannte "‘Citizens Rights‘ European Health Insurance Card" (CRA EHIC).

Die bisherigen EHIC aus dem Vereinten Königreich erkennen Sie am EU-Logo am rechten oberen Rand. Diese EHIC sind nur noch einschließlich bis zum 31. Dezember 2020 gültig und dürfen für die Behandlung von Patienten ab dem 1. Januar 2021 nicht mehr verwendet werden. Kommen Patienten neu zu Ihnen in die Praxis oder muss eine bereits begonnene Behandlung fortgeführt werden, können die ab 1. Januar 2021 entstehenden Behandlungskosten über eine deutsche Krankenkasse abgerechnet werden, wenn die Person eine gültige CRA EHIC vorlegt oder eine provisorische Ersatzbescheinigung zusammen mit einem Identitätsnachweis. Andernfalls rechnen Vertragsärzte auf Grundlage der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.

Weitere Informationen zum Umgang mit Personen, die im Vereinigten Königreich versichert sind und sich vorübergehend in Deutschland aufhalten, stellt die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland unter folgendem Link bereit:

Diverse Beschlüsse aus der 544. Sitzung des BA: Änderungen

Diverse Beschlüsse aus der 544. Sitzung zum 1. Januar 2021

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 544. Sitzung mehrere Beschlüsse gefasst, nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung der Änderungen ab dem 01.01.2021:

Mit Wirkung zum 1. Januar 2021

Änderung der Legende der GOP 25229 im Abschnitt 25.2 EBM

Im Rahmen der Neufassung des Kapitels 25 mit Wirkung zum 1. Januar 2021 wurde die Legende der GOP 25211 EBM textlich erweitert. Die Anpassung der Legende des Zuschlags nach der GOP 25229 EBM erfolgt analog der vorgenommenen Änderungen an der zuschlagsberechtigten GOP 25211 EBM:

GOP Leistungsbeschreibung
25229 Zuschlag zu der Gebührenordnungsposition 25211 bei bösartiger Erkrankung oder bei raumfordernden Prozessen des zentralen Nervensystems für die Behandlung aufgrund einer TSS-Vermittlung gemäß Allgemeiner Bestimmung 4.3.10.1 oder 4.3.10.2,

Weitere Änderungen aus diesem Beschluss finden Sie unter „rückwirkend zum 01.10.2020“.

Die weiteren Details der Beschlüsse finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Corona-Warn-App: Streichung der EBM-Abrechnung von Abstrichen

Coronavirus: Ab 2021 entfällt die EBM-Abrechnung von Abstrichen bei Personen mit Warnung durch Corona-Warn-App

Aufgrund der seit dem 15.10.2020 existierenden parallelen Regelungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) und in der Testverordnung (TestV) wird ab 1. Januar 2021 der Abstrich aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App bei Personen ohne COVID-19-Symptome aus dem EBM gestrichen. Ärzte und Labore rechnen die Abstriche und PCR-Tests im Zusammenhang mit der Corona-Warn-App dann nach der TestV ab. Alle hierzu in den EBM aufgenommen Regelungen entfallen damit.

Zusammenfassung der Änderungen zum 1. Januar 2021:

Änderung der Leistungsbeschreibung:

GOP 02402 EBM (Abstrich): Streichung der Regelungen zur Corona-Warn-App in der Leistungsbeschreibung


Streichung von folgenden Leistungen:

  • GOP 32811 EBM (Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App)
  • GOP 12221 EBM (Zuschlag zur GOP 32811 EBM für Fachärzte für Laboratoriumsmedizin u. a.)
  • Kostenpauschale GOP 40101 EBM (Zuschlag zur GOP 32811 EBM bei Probeneinsendung für Versandmaterial, Versandgefäße usw.)

Zudem wurde rückwirkend zum 1. Oktober 2020 vereinbart, dass die Laborleistungen nach den GOP 32779, 32811 und 32816 EBM zum Nachweis von SARS-CoV-2 bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit der Veranlassung von Laborleistungen grundsätzlich nicht berücksichtigt werden. Bislang war die Angabe der Kennnummer 32006 EBM erforderlich.

OPS-Kodes: Anpassung Anhang 2 EBM zum 1. Januar 2021

OPS-Kodes – Anpassung Anhang 2 EBM zum 1. Januar 2021

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 527. Sitzung folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. Januar 2021 beschlossen:

Der Anhang 2 zum EBM wird mit Wirkung zum 1. Januar 2021 an den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) Version 2021 angepasst. In diesem Anhang finden Sie die Zuordnungen der Leistungen nach den EBM-Kapiteln 31 (Ambulantes Operieren) und 36 (Belegärztliche Operationen) zu den OPS.

Die Anpassung wurde durch die jährliche Aktualisierung der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM) und des OPS des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) erforderlich. Dabei handelt es sich um die Aufnahme von neuen OPS-Kodes und die Streichung von ungültigen (beendeten) OPS-Kodes in der Version 2021 im Vergleich zur Version 2020.

Anpassungen Muster 10 C und OEGD

Anpassungen der Muster 10C und OEGD

Aufgrund der aktualisierten Testverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit wurden die Muster 10C und OEGD angepasst.

Das aktualisierte Muster 10C ist ab dem 1. Januar 2021 einzusetzen und enthält fortan nur noch das Ankreuzfeld „Diagnostische Abklärung“. Das Feld „Testung nach Meldung der Corona-Warn-App“ sowie die Angaben der Gebührenordnungspositionen entfallen. Bitte beachten Sie, dass das Aufbrauchen derzeit gültiger Vordrucke für das Muster 10C über den 1. Januar 2021 hinaus nicht möglich ist.

Da das alte Muster OEGD auf der nicht mehr gültigen Rechtsverordnung aufsetzt, wurden die Bezüge zur jetzigen Testverordnung geschaffen. Das aktualisierte Muster OEGD ist ab sofort zu nutzen, wobei Ihnen hier die Möglichkeit offen steht, Altbestände noch aufzubrauchen.

Zur Bestellung der aktualisierten Mustervordrucke wenden Sie sich wie gewohnt an den Formularservice der KVWL.

Berechnungsfähigkeit bei Intersexualität und Transsexualität

Berechnungsfähigkeit bei Intersexualität und Transsexualität angepasst und ergänzt

Der Bewertungsausschuss (BA) hat zum 1. Januar 2021 die bestehenden Regelungen zur Berechnungsfähigkeit von Gebührenordnungspositionen bei Intersexualität oder Transsexualität in der Nummer 4.2.1 der Allgemeinen Bestimmungen zum EBM angepasst und ergänzt.

Dies erfolgt über die bestehenden Regelungen zur Berechnungsfähigkeit von Gebührenordnungspositionen mit und ohne geschlechtsorganbezogenen Inhalt hinaus.

So wird mit dem Beschluss nunmehr auch die Berechnungsfähigkeit von Gebührenordnungspositionen ohne geschlechtsorganbezogenen Inhalt geregelt, die nicht auf ein Geschlecht beschränkt sind und deren Anspruchszeitpunkt sich nach dem Geschlecht der Versicherten richtet (z. B. Koloskopischer Komplex nach der GOP 01741 EBM). Für die Berechnungsfähigkeit dieser Gebührenordnungspositionen bei Intersexualität oder Transsexualität ist die in der jeweiligen Richtlinie (z. B. Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme) aufgeführte niedrigere Altersgrenze ausschlaggebend (z. B. ab einem Alter von 50 Jahren).

Entsprechend der bestehenden Regelung zur Berechnungsfähigkeit von Gebührenordnungspositionen ohne geschlechtsorganbezogenen Inhalt ist die Intersexualität oder Transsexualität nach ICD-10-GM zu kodieren, sofern die personenstandsrechtliche Geschlechtszuordnung nicht dem anspruchsberechtigten Geschlecht für die Leistung beziehungsweise nicht dem anspruchsberechtigten Geschlecht mit der niedrigeren Altersgrenze entspricht. Die Angabe einer gesonderten medizinischen Begründung ist nicht mehr erforderlich.


Übersicht der bisherigen EBM-Änderungen

Änderungen in 2020

Rückwirkend zum 15.12.2020

Coronavirus-Impfverordnung: Neue SNR für die Ausstellung ärztlicher Zeugnisse

Coronavirus-Impfverordnung: Neue SNR für die Ausstellung ärztlicher Zeugnisse

Die Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) vom 18. Dezember 2020 sieht eine Vergütung für die Ausstellung eines ärztlichen Zeugnisses über ein vorliegendes krankheitsbedingt sehr hohes, hohes oder erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf in Bezug auf COVID-19, ggf. den zu vergebenden Code für die Terminvergabe und ggf. eine Vergütung für den postalischen Versand vor.

In diesem Zusammenhang wurden rückwirkend zum 15. Dezember 2020 zwei neue Symbolnummern (SNR) geschaffen:

SNR Leistungsbeschreibung Bewertung
in EUR
88320 Ausstellung Zeugnis im Kontext der CoronaImpfV, gegebenenfalls inklusive Code für die Terminvergabe 5,00
88321 Portopauschale im Kontext der CoronaImpfV 0,90

Die Vergütung ist unabhängig vom Versicherungsstatus der Person und gilt auch für den Fall, dass die Anforderung des ärztlichen Zeugnisses telefonisch erfolgt und postalisch versandt wird.

Änderungen zum 15.11.2020

Tumortherapiefelder zur Behandlung des Glioblastoms

Tumortherapiefelder zur Behandlung des Glioblastoms
Aufnahme eines neuen Abschnitts 30.3.2 in den EBM zum 15. November 2020

Zum 15. November 2020 wird der Abschnitt 30.3.2 mit den Gebührenordnungspositionen (GOP) 30310 bis 30312 in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Dieser Entscheidung vorausgegangen war im Frühling die Aufnahme der Behandlung von Glioblastomen mit Tumortherapiefeldern (TTF) in die Richtlinie Methoden der vertragsärztlichen Versorgung (MVV-RL) „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Die GOP 30310 bis 30312 EBM bilden die Leistungen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Tumortherapiefeldern ab:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
30310 Indikationsstellung zur Behandlung eines Patienten mit Tumortherapiefeldern (TTF) gemäß Nr. 34 der Anlage I MVV-RL

Obligater Leistungsinhalt
  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
  • Indikationsstellung aufgrund einer Empfehlung einer interdisziplinären Tumorkonferenz gemäß Nr. 34 der Anlage I MVV-RL,
einmal im Krankheitsfall
128
31311 Zusatzpauschale Behandlung und/oder Betreuung eines Patienten mit Tumortherapiefeldern (TTF) gemäß Nr. 34 der Anlage I MVV-RL

Obligater Leistungsinhalt
  • Behandlung und/oder Betreuung eines Patienten mit TTF,
  • Überprüfung der Krankheitsprogression und der Indikation zur Anwendung von TTF,
  • Fortlaufende Beratung zur Anwendung von TTF,
  • Verlaufskontrolle und Dokumentation des Therapieerfolges,
  • Erstellung, Überprüfung und Anpassung eines die onkologische Erkrankung begleitenden spezifischen Therapiekonzeptes unter Berücksichtigung individueller Faktoren,
  • Kontrolle und/oder Behandlung ggf. auftretender therapiebedingter Nebenwirkungen,
  • Planung und Koordination der komplementären Arznei-, Heil- und Hilfsmittelversorgung unter besonderer Berücksichtigung der Anwendung von TTF,
Fakultativer Leistungsinhalt
  • Erst- oder Folgeverordnung von TTF über einen Zeitraum von 3 Monaten,
  • Anleitung und Führung der Bezugs- und Betreuungsperson(en),
  • Fortlaufende Überprüfung des häuslichen, familiären und sozialen Umfelds im Hinblick auf die Grunderkrankung,
  • Konsiliarische Erörterung/Fachliche Beratung und regelmäßiger Informationsaustausch mit weiteren mitbehandelnden Ärzten,
  • Überprüfung und Koordination supportiver Maßnahmen,
  • Einleitung und/oder Koordination der psychosozialen Betreuung des Patienten und seiner Familie und/oder Bezugs- und Betreuungsperson(en),
  • Ggf. Hinzuziehung komplementärer Dienste bzw. häuslicher Krankenpflege,
einmal im Behandlungsfall
235
30312 Zusatzpauschale für die Entscheidung über die Ausrichtung von Tumortherapiefeldern (TTF) zur Behandlung des Glioblastoms gemäß Nr. 34 der Anlage I MVV-RL

Obligater Leistungsinhalt
  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
  • Aushändigung und Erläuterung des Positionierungsdiagramms im Rahmen der Erst- oder Neuausrichtung der TTF,
bis zu dreimal im Behandlungsfall
65

Bitte beachten Sie, dass die Leistungen nach den GOP 30310 bis 30312 EBM nur unter den in der MVV-RL benannten Indikationsvoraussetzungen und von den in der Präambel des Abschnittes 30.3.2 benannten Fachgruppen abgerechnet werden können. Die Vergütung der Leistungen erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Die weiteren Details des Beschlusses, insbesondere Abrechnungsvoraussetzungen und Abrechnungsausschlüsse, finden Sie auf der Internetseite des Bewertungsausschusses (BA) unter:

Die Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung finden Sie auf der Internetseite des G-BA unter:

Änderungen zum 02.11.2020

Befristete Regelung zur Telefonkonsultation

Regelung zur Telefonkonsultation erneut bis Jahresende in Kraft

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen werden die Möglichkeiten zur ärztlichen und psychotherapeutischen Konsultation per Telefon für alle Fachgruppen erneut ausgeweitet. Die Regelung gilt ab dem 02.11.2020 und ist vorerst bis Jahresende befristet. Mit dem Beschluss ist auch das therapeutische Gespräch im Rahmen der Substitutionsbehandlung nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 01952 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) wieder telefonisch möglich. Zudem werden die Kosten für den postalischen Versand von bestimmten Folgeverordnungen und Überweisungsscheinen an den Patienten, die in einer telefonischen Konsultation oder einer Videosprechstunde ausgestellt werden, übernommen.

Die Möglichkeiten für telefonische Beratungen von Patienten, die im Quartal nicht in die Sprechstunde kommen oder eine Videosprechstunde nutzen, werden ausgeweitet. Hierfür werden die GOP 01433 EBM und 01434 wiedereingeführt. Die Textierung und Bewertung der GOP 01433 EBM (154 Punkte / 16,92 Euro) und der GOP 01434 EBM (65 Punkte / 7,14 Euro) entsprechen den Regelungen des zweiten Quartals, als diese zum ersten Mal eingeführt worden waren. Somit können die GOP 01433 und 01434 EBM wieder zusätzlich zur GOP 01435 EBM bzw. arztgruppenspezifisch zur Versicherten‐ und Grundpauschale für die telefonische Beratung abgerechnet werden. Auch gibt es wieder unterschiedlich hohe „Telefon‐Kontingente“ für die einzelnen Fachgruppen.

Fachgruppen       GOP 01434
(65 Punkte / 7,14€)
GOP 01433
(154 Punkte / 16,92€)
  • Ärztliche und psychologische Psychotherapeuten
  • Kinder- & Jugendlichenpsychotherapeuten 
  • FÄ f. Neurologie
  • FÄ f. Nervenheilkunde
  • FÄ f. Neurologie & Psychiatrie
  • FÄ f. Psychiatrie & Psychotherapie
  • FÄ f. Neurochirurgie
  • FÄ f. Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • FÄ f. Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. Kinder- & Jugendpsychiatrie & -Psychotherapie
Keine Abrechnung möglich
  • Gespräch mit dem Pat. und/oder der Bezugsperson
  • Je vollendete 10 Minuten berechnungsfähig
  • Höchstens 20-mal im Arztfall*
    (=200 Minuten)
  • Ist im Behandlungsfall (BHF)** neben den Grundpauschalen (GP) berechnungsfähig, aber nicht in derselben Sitzung
  • Hausärzte
  • Kinder- & Jugendärzte
  • Schmerztherapeuten
  • Gespräch mit dem Pat. und/oder der Bezugsperson
  • Je vollendete 5 Minuten berechnungsfähig
  • Höchstens 6-mal im Arztfall (=30 Minuten)
  • Ist im BHF neben den Versichertenpauschalen (VP) oder der GOP 30700 EBM  berechnungsfähig, aber nicht in derselben Sitzung
Keine Abrechnung möglich
  • Gynäkologen
  • HNO-Ärzte
  • Dermatologen
  • fachärztliche Internisten 
  • Orthopäden
  • FÄ f. Sprach-, Stimm-, und kindliche Hörstörungen
  • Urologen
  • Gespräch mit dem Pat. und/oder der Bezugsperson
  • Je vollendete 5 Minuten berechnungsfähig
  • Höchstens 5-mal im Arztfall (= 25 Minuten)
  • Im BHF nicht neben den GP berechnungsfähig
Keine Abrechnung möglich
  • Anästhesisten
  • Augenärzte
  • Chirurgen
  • Humangenetiker
  • Laborärzte
  • MKG
  • Nuklearmediziner
  • Pathologen
  • Radiologen
  • Strahlentherapeuten
  • Physikalische und Rehabilitative Medizin
  • Gespräch mit dem Pat. und/oder der Bezugsperson
  • Je vollendete 5 Minuten berechnungsfähig
  • Höchstens 2-mal im Arztfall (=10 Minuten)
  • Im BHF nicht neben den GP berechnungsfähig
Keine Abrechnung möglich

Mit Ausnahme der GOP 01435 und 40122 EBM sind die GOP 01433 und 01434 EBM in derselben Sitzung nicht neben anderen GOP berechnungsfähig.
Die GOP 01433 und 01434 EBM sind nicht im Rahmen einer Videosprechstunde berechnungsfähig.

Die Berechnung der beiden GOP ist weiterhin nur bei „bekannten Patienten“ möglich. Dazu zählen Patienten, die im aktuellen Quartal oder in den letzten sechs Quartalen, die dem Quartal der Telefonkonsultation vorausgehen, mindestens einmal in der Praxis waren. Klargestellt wird, dass die Berechnung auch bei einem persönlichen Arzt‐Patienten‐Kontakt im 4. Quartal („aktuelles Quartal“) möglich ist. Diese Regelung gilt für die GOP 01433 und bei der GOP 01434 für die Hausärzte, Kinder‐ und Jugendärzte sowie Schmerztherapeuten.

Die GOP 01433 und 01434 EBM sind nicht im organisierten Not(-fall)dienst berechnungsfähig.

* Arztfall: Der Arztfall ist definiert in § 21 Abs. 1b Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) und umfasst die Behandlung desselben Versicherten durch denselben an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Arzt in einem Kalendervierteljahr zu Lasten derselben Krankenkasse unabhängig von der Betriebs- oder Nebenbetriebsstätte.
** Behandlungsfall (BHF): Der Behandlungsfall ist definiert in § 21 Abs. 1 Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) als Behandlung desselben Versicherten durch dieselbe Arztpraxis in einem Kalendervierteljahr zu Lasten derselben Krankenkasse.

Gesprächskontingent

GOP 01433 GOP 01434
Pro Patient werden maximal 20 Gespräche (200 Minuten) vergütet.
Insgesamt können diese 20 Gespräche ausschließlich per Telefon oder gemischt per Telefon, persönlich in der Praxis oder in einer Videosprechstunde (GOP 14220, 16220, 21220, 22220 und 23220 EBM) geführt werden.
Die GOP 01434 EBM wird auf das Gesprächsbudget der Haus- bzw. Kinderärzte entsprechend der Präambeln 3.1 Nr. 9 bzw. 4.1 Nr. 10 angerechnet, wenn im Arztfall die Versichertenpauschale berechnet wurde.

Vorlage der elektronischen Gesundheitskarte (eGK)

Finden in dem Quartal ausschließlich telefonische Konsultationen statt, muss die eGK nicht eingelesen werden. Die Versichertendaten können ggfs. aus der Akte des Patienten übernommen werden.

Corona-Sonderregelungen: Porto und weitere

Weitere Corona-Sonderregelungen ab 2. November bis vorerst 31. Dezember 2020:

Therapeutisches Gespräch als Telefonat
Die Gebührenordnungsposition (GOP) 01952 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) für das therapeutische Gespräch im Rahmen der Substitutionsbehandlung (mindestens zehn Minuten Dauer) ist ab 2. November auch wieder bei telefonischem Arzt‐Patienten‐Kontakt berechnungsfähig. Hierfür erfolgt die Aufnahme einer dritten Anmerkung zur GOP 01952 EBM.

Porto für Folgerezepte, Überweisungen und andere Verordnungen
Eine weitere wiedereingeführte Sonderregelung ab dem 2. November betrifft die Abrechnung des postalischen Versands von bestimmten Folgeverordnungen und Überweisungsscheinen. Aufgrund der aktuellen Ausbreitung der Coronavirus‐Infektionen werden vermehrt persönliche Arzt‐Patienten‐Kontakte (APK) durch andere APK ersetzt. Dazu gehören Telefonate und Videosprechstunden (gemäß Anlage 31b zum BMV‐Ä) beziehungsweise andere mittelbare Arzt‐Patienten‐Kontakte (gemäß den Allgemeinen Bestimmungen 4.3.1 des EBM).

Der Bewertungsausschuss (BA) empfiehlt daher, dass bei medizinischer Notwendigkeit auch im Rahmen eines anderen APK Folgeverordnungen und Überweisungsscheine ausgestellt und diese per Post an den Versicherten versendet und abgerechnet werden können. Voraussetzung für die Ausstellung ist, dass der Patient im laufenden Quartal oder in den letzten sechs Quartalen in der Arztpraxis persönlich vorstellig war. Die Regelung betrifft folgende Verordnungen/Überweisungsscheine:

  • Folgeverordnungen von Arzneimitteln (auch BtM‐Rezepte) sowie von Verband‐ und Hilfsmitteln, die auf Muster 16 verordnet werden (somit Ausnahme von Sehhilfen und Hörhilfen),
  • Verordnungen einer Krankenbeförderung (Muster 4),
  • Überweisungen (Muster 6 und 10) und
  • Folgeverordnungen für die häusliche Krankenpflege (Muster 12) sowie für Heilmittel (Muster 13, 14 und 18)
  • Folgeverordnungen zur Fortführung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (Muster 63) gemäß den Vordrucken für die vertragsärztliche Versorgung (Anlage 2 zum BMV‐Ä).

Für den Versand des Wiederholungsrezeptes, des Überweisungsscheines oder einer anderen Verordnung wird die Pseudo‐GOP 88122, die mit 90 Cent bewertet ist, abgerechnet.

Da die Abrechnungsbestimmungen zu den GOP 01430, 01435 und 01820 EBM eine Nebeneinanderberechnung anderer GOP ausschließen, wird übergangsweise die Berechnung der Pseudo‐GOP 88122 neben diesen GOP bei postalischer Zustellung der Verordnungen/Überweisungen/Rezepte ermöglicht

Der BA wird spätestens zum 1. Dezember 2020 prüfen, ob eine Verlängerung beziehungsweise Anpassung der Regelungen der drei Beschlussteile erforderlich ist.

Rückwirkende Änderungen zum 7.10.2020

Videosprechstunde: neue Kostenpauschalen für den Postversand der AU-Bescheinigung

Feststellung von Arbeitsunfähigkeit in der Videosprechstunde:
Kostenpauschalen für den Postversand der Bescheinigung ab 7. Oktober 2020

Seit dem 7. Oktober 2020 ist die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit (AU) unter bestimmten Voraussetzungen auch per Videosprechstunde möglich (siehe auch praxisintern 10/2020). Der Bewertungsausschuss (BA) hat nun rückwirkend zum 7. Oktober zwei neue Kostenpauschalen zum Versand der AU-Bescheinigung (Muster 1) und der ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen (Muster 21). Hintergrund:
Die aktuelle Kostenpauschale 40110 im EBM für den Postversand von Dokumenten schließt den Versand von Dokumenten an Patienten nicht ein. Deshalb werden zwei neue Kostenpauschalen für die postalische Versendung von Krankschreibungen nach einer Videosprechstunde eingeführt:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in EUR
40128 Kostenpauschale für die postalische Versendung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gemäß Muster 1 an den Patienten bei Patientenkontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß § 4 Absatz 5 der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die Kostenpauschale 40128 EBM ist nur berechnungsfähig bei Vorliegen der Voraussetzungen gemäß § 4 Absatz 5 der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)

Die Kostenpauschale 40128 EBM ist nur berechnungsfähig bis ein verbindliches elektronisches Muster für die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gemäß § 3 des Lohnfortzahlungsgesetzes zur Verfügung steht und die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf elektronischem Weg an den Patienten versendet werden darf
0,81 €
40129 Kostenpauschale für die postalische Versendung einer Bescheinigung gemäß Muster 21 an den Patienten bzw. die Bezugsperson bei Patientenkontakt im Rahmen einer Videosprechstunde

Die Kostenpauschale 40129 EBM ist nur berechnungsfähig bis ein verbindliches elektronisches Muster für das Muster 21 zur Verfügung steht und die Bescheinigung auf elektronischem Weg an den Patienten versendet werden darf
0,81 €

Die Finanzierung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV). Die neuen Kostenpauschalen dürfen nur abgerechnet werden, wenn die Notwendigkeit zur Ausstellung der Bescheinigung im Rahmen einer Videosprechstunde festgestellt wurde und die Bescheinigung per Post an den Patienten gesendet wird.

Die bundesmantelvertraglichen Sonderregelungen aufgrund der Corona-Pandemie zur Vergütung des postalischen Versands der AU-Bescheinigung und des Musters 21 bei Ausstellung nach einem Telefonat bleiben hiervon unberührt. Hierfür ist weiterhin die mit 90 Cent bewertete Pseudo GOP 88122 berechnungsfähig.

Rückwirkende Änderungen zum 1.10.2020

Diverse Beschlüsse aus der 544. Sitzung des BA: EBM-Ziffern, Streichungen, Änderungen

Diverse Beschlüsse aus der 544. Sitzung rückwirkend zum 1. Oktober 2020

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 544. Sitzung mehrere Beschlüsse gefasst, nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung für die rückwirkenden Änderungen ab 01.10.2020:

Rückwirkend zum 1. Oktober 2020:

Systemische Therapien und Videosprechstunde:
Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 35431, 35432 und 35435 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) werden in die Legende der GOP 01450 EBM aufgenommen, um klarzustellen, dass der Zuschlag für die Videosprechstunde auch im Zusammenhang mit einer Systemischen Therapie als Einzelbehandlung berechnungsfähig ist.

Streichung der GOP 02403 EBM aus den Zuschlägen zur internistischen Grundversorgung

Die Streichung der GOP 02403 EBM (Zuschlag zur GOP 02402 EBM) in der jeweils ersten Anmerkung zu den GOP 13294, 13344, 13394, 13494, 13543, 13594, 13644 und 13694 EBM (Zuschlag zu den Grundpauschalen der Schwerpunktinternisten für die fachärztliche Grundversorgung) erfolgt, da die GOP 02403 EBM im Behandlungsfall nicht neben einer Grundpauschale berechnungsfähig ist.

Änderung der Nr. 8 der Präambel 19.1 EBM

Die Änderung der Nr. 8 der Präambel 19.1 EBM erfolgt zur Klarstellung, dass für die in der Konsiliarpauschale nach der GOP 19210 EBM enthaltenen Leistungen entsprechend den GOP 01600 und 01601 EBM für die Versendung bzw. den Transport die Kostenpauschalen 40110 und 40111 des EBM berechnungsfähig sind.

Berichte an Gutachter

Mit den Änderungen der Legenden der GOP 35130 und 35131 EBM wird zum einen klargestellt, dass diese Leistungen sich auf alle in der vertragsärztlichen Versorgung anerkannten Psychotherapieverfahren beziehen und zum anderen werden textliche Anpassungen vorgenommen. In Anhang 3 EBM werden die Kurzbezeichnungen der GOP 35130 und 35131 angepasst.

Änderung des zweiten Spiegelstriches des obligaten Leistungsinhaltes der GOP 35140 EBM

„Bestimmung des psychodynamischen, system- und ressourcenanalytischen bzw. oder verhaltensanalytischen Status,“
Die Ergänzung im obligaten Leistungsinhalt der GOP 35140 EBM (Biographische Anamnese) dient der spezifischen Abbildung der Systemischen Therapie bei dieser Leistung.

Aufnahme einer ersten Anmerkung zu den Kostenpauschalen 40110 und 40111 in den Abschnitt 40.4 EBM:

„Kosten für die Versendung, den Transport bzw. die Übermittlung laboratoriumsdiagnostischer, histologischer, zytologischer, zytogenetischer oder molekulargenetischer Untersuchungsergebnisse können für die Fälle nicht berechnet werden, in denen die Kostenpauschale 40100 EBM abgerechnet worden ist.“

Für die aufgrund der Neuordnung der nicht-elektronischen Kommunikation mit Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 481. Sitzung (schriftliche Beschlussfassung) neu in den Abschnitt 40.4 EBM aufgenommenen Kostenpauschalen 40110 und 40111 wird entsprechend den bis zum 30. Juni 2020 gültigen Kostenpauschalen 40120 bis 40126 ein klarstellender Berechnungsausschluss aufgenommen, der für die Versandkosten von Untersuchungsergebnissen in Fällen gilt, in denen bereits die Kostenpauschale nach der GOP 40100 EBM abgerechnet wurde.

Änderungen mit Wirkungsdatum zum 01.01.2021 finden Sie unter „Änderungen zum 01.01.2021“.

Die weiteren Details der Beschlüsse finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Kinder- und Jugendpsychiatrie: Berechnung von Leistungen bei Versicherten jenseits des 21. Lebensjahres

Kinder- und Jugendpsychiatrie: Berechnung von Leistungen bei Versicherten jenseits des 21. Lebensjahres

Rückwirkend zum 1. Oktober 2020 erfolgt eine Anpassung in Kapitel 14 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) „Gebührenordnungspositionen der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie“ (BA-Beschluss, 533. Sitzung).

Konkret wird die Nummer 6 der Präambel 14.1, in der die Berechnungsfähigkeit der Leistungen des Kapitels 14 für Versicherte bis zum vollendeten 21. Lebensjahr geregelt ist, ergänzt. Diese ergänzende Regelung ermöglicht in begründeten Fällen die Berechnung von Leistungen des Kapitels 14 bei Versicherten jenseits des vollendeten 21. Lebensjahres, sofern es sich um eine Fortführung einer bereits aufgenommenen Behandlung handelt. Darüber hinaus wird zur Klarstellung eine neue Anmerkung zur Gebührenordnungsposition (GOP) 14211 EBM aufgenommen.

Änderungen zum 01.10.2020

Abrechnung Coronavirus: Zusätzliche Vergütung für SARS-CoV2 Abstriche

Zusätzliche Vergütung für SARS-CoV2 Abstriche

Abstrichentnahme zum Nachweis des SARS-CoV2 bei symptomatischen Patienten wird auch nach EBM gesondert vergütet. Abrechnung für Antigentests in Vorbereitung (Stand 06.10.2020 bei Redaktionsschluss)

Da die Entnahme eines Abstrichs zum Nachweis des SARS-CoV2 bei symptomatischen Patienten bisher nicht gesondert vergütet werden konnte, hat die KVWL im Honorarverteilungsmaßstab eine Regionallösung geschaffen (siehe KVWL-Telegramm 76 vom 17.09.2020). Diese stellt im vierten Quartal eine Vergütung in Höhe von 10 Euro bzw. samstags in Höhe von 15 Euro je Abstrich zusätzlich zur Versicherten- oder Grundpauschale sicher.
Mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 525. Sitzung wird die Regelung der KVWL nun größtenteils in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) überführt.

Ab dem 1. Oktober 2020 erhalten Ärzte für die Abstrichentnahme bei symptomatischen Patienten und bei Personen, die aufgrund eines Hinweises der Corona-Warn-App getestet werden, gemäß EBM rund 8 Euro. Dies gilt im Zusammenhang mit den etablierten PCR-Tests (GOP 32816 EBM) und auch bei Antigentests (GOP 32779 EBM), die zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses in den Markt eingeführt wurden.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
02402A Zusatzpauschale im Zusammenhang mit der Entnahme von Körpermaterial für Untersuchungen nach der GOP 32811 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App

oder
02402 nach der Gebührenordnungsposition 32779 oder 32816 bei begründetem Verdacht auf Vorliegen einer beta-Coronavirus SARS-CoV-2 Infektion zum Ausschluss einer Erkrankung

Obligater Leistungsinhalt
  • Abstrichentnahme(n) aus den oberen Atemwegen (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat)),
Fakultativer Leistungsinhalt
  • Gespräch im Zusammenhang mit einer möglichen Testung auf eine beta-Coronavirus SARS-CoV-2 Infektion,
  • Ergebnismitteilung,
  • Ausstellung eines ärztlichen Zeugnisses über das Vorliegen einer Infektion mit SARS-CoV-2,
einmal am Behandlungstag, vier Mal im Behandlungsfall
73

› Bei Patienten mit einer Warnung durch die Corona-Warn-App ist die GOP 02402 EBM auch dann berechnungsfähig, wenn als Ergebnis dieses Gesprächs keine Abstrichentnahme erfolgt.

Bei Personen mit Hinweis durch die Corona-Warn-App:

› Dokumentation mit der neuen bundeseinheitlichen Symbolnummer (SNR) 02402A
› In diesen Fällen dürfen die abgerechneten Leistungen nicht mit der SNR 88240 gekennzeichnet werden.

Sollte keine Versicherten-, Grund- und/oder Konsiliar- oder Notfallpauschale abrechenbar sein, kann eine neue Zusatzpauschale angesetzt werden, die den Wert der Abstrichentnahme auf 15 € erhöht.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
02403 Zuschlag zur GOP 02402,(…)

einmal am Behandlungstag, vier Mal im Behandlungsfall
64

Hinweis für Quartal 4/2020:
Im Zusammenhang mit den in der KVWL eingeführten Symbolnummern (SNR) 97040 und 97042 (Abstrichentnahme) verweisen wir auf unser Telegramm Nr. 77. Diese SNRN müssen entgegen unserer Mitteilung im Telegramm Nr. 76 vom 17.09.2020 nicht mehr von Ihnen eingesetzt werden. Zur Aufstockung der EBM-Beträge gem. HVM fügt die KVWL die SNRN automatisch zu.

Im vierten Quartal 2020 werden Abstriche gemäß der GOP 02402 EBM somit an Wochentagen mit 10.- € und an Samstagen mit 15.- € vergütet.

Erstmalig wurden auch Antigentests zum Direktnachweis von SARS-CoV-2-Antigenen in den EMB aufgenommen. Diese werden aktuell in den Markt eingeführt, achten Sie hierzu bitte auf entsprechende Veröffentlichungen.
› Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.
› Die GOP 32779 EBM ist vor dem Hintergrund der besonderen Anforderungen an den Arbeitsschutz nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig.
› Sogenannte Labor-Schnelltests und auch Point-of-Care (POCT) Tests (z.B. Latextests oder Untersuchungen mittels vorgefertigter Reagenzträger, sind nicht über die GOP 32779 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in EUR
32779 SARS-CoV-2 10,80 €

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Unsere Telegramme finden Sie in unserer Mediathek:

DPD-Mangel: Neue Leistung im EBM

Ab 1. Oktober neue Leistung für Testung auf DPD-Mangel

Mit der 513. Sitzung hat der Bewertungsausschuss (BA) die Neuaufnahme einer Gebührenordnungsposition (GOP) für die Genotypisierung zur Bestimmung des Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD)-Metabolisierungsstatus in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) beschlossen.

Damit wurde den übereinstimmenden Empfehlungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) Rechnung getragen, wonach ein teilweiser oder vollständiger DPD-Mangel ein erhöhtes Risiko für eine schwere und in einigen Fällen fatale Toxizität bei Behandlung mit 5-Fluorouracil oder dessen Vorstufen darstellen kann.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
Bewertung in EUR
32867 Genotypisierung zur Bestimmung des Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD)-Metabolisierungsstatus vor systemischer Therapie mit 5-Fluorouracil oder dessen Vorstufen gemäß der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation)

Obligater Leistungsinhalt
  • - Untersuchung des DPYD Gens auf die Varianten c.1905+1G>A, c.1679T>G, c.2846A>T und c.1236G>A/HapB3
einmal im Krankheitsfall
120,00€

Die Berechnung der GOP 32867 EBM setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraus.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Künftig Ersatzverfahren bei Kindern ohne eGK

Künftig Ersatzverfahren bei Kindern ohne eGK

Zum 1. Oktober 2020 entfällt die erste Bestimmung zum Abschnitt 1.7.1 im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM), wonach die ersten Untersuchungen nach der Kinder-Richtlinie über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) eines Elternteils abgerechnet werden. Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 513. Sitzung den entsprechenden Beschluss gefasst.
Hintergrund ist eine geplante Erweiterung des § 22 Abs. 2 BMV-Ä. Demnach ist künftig das Ersatzverfahren anzuwenden, wenn für einen Patienten bis zum vollendeten 3. Lebensmonat zum Zeitpunkt der Arzt-/Patientenbegegnung bzw. der Untersuchungen nach der Kinder-Richtlinie noch keine elektronische Gesundheitskarte vorliegt.

Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Telekonsil: Neue Leistungen im EBM

Neue Leistungen für vertragsärztliche und sektorenübergreifende Telekonsilien ab 1. Oktober 2020 im EBM

Zur Förderung von Telekonsilien in der vertragsärztlichen und sektorenübergreifenden Versorgung werden neue Leistungen in den einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Dies hat der ergänzte Bewertungsausschuss (ergBA) in seiner 60. Sitzung beschlossen.

Mit dem Ziel einer Ausweitung und Etablierung von Telekonsilien in der vertragsärztlichen und sektorenübergreifenden Versorgung werden die Gebührenordnungspositionen (GOP) 01670, 01671 und 01672 in den Abschnitt 1.6 des EBM aufgenommen. Diese Leistungen können von allen Facharztgruppen berechnet werden.

Die neuen GOP im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01670 Zuschlag im Zusammenhang mit den Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen für die Einholung eines Telekonsiliums

Obligater Leistungsinhalt
  • Beschreibung der medizinischen Fragestellung,
  • Zusammenstellung und elektronische Übermittlung aller für die telekonsiliarische Beurteilung der patientenbezogenen, medizinischen Fragestellung relevanten Informationen,
  • Einholung der Einwilligung des Patienten bzw. Überprüfung des Vorliegens einer Einwilligung,
Fakultativer Leistungsinhalt
  • Abstimmung mit dem konsiliarisch tätigen Arzt, Zahnarzt bzw. Psychotherapeuten
zweimal im Behandlungsfall
110
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01671 Telekonsiliarische Beurteilung einer medizinischen Fragestellung

Obligater Leistungsinhalt
  • Konsiliarische Beurteilung der medizinischen Fragestellung gemäß der Gebührenordnungsposition 01670 bzw. der entsprechenden Leistung nach dem Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen,
  • Erstellung eines schriftlichen Konsiliarberichtes und elektronische Übermittlung an den das Telekonsilium einholenden Vertragsarzt oder Vertragszahnarzt,
  • Dauer mindestens 10 Minuten,
Fakultativer Leistungsinhalt
  • Abstimmung mit dem das Telekonsilium einholenden Vertragsarzt oder Vertragszahnarzt
einmal im Behandlungsfall
128
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01672 Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 01671 für die Fortsetzung der telekonsiliarischen Beurteilung,

je weitere vollendete 5 Minuten, bis zu dreimal im Behandlungsfall
65

Hinweise zur Abrechnung
Wird im Rahmen eines Telekonsiliums ein Videokonsilium zwischen einholendem und konsiliarisch tätigem Arzt mittels eines zertifizierten Videodienstanbieters durchgeführt, ist der Technikzuschlag nach der GOP 01450 für den initiierenden Arzt berechnungsfähig.

Die bestehenden Leistungen im Zusammenhang mit telekonsiliarischen
Befundbeurteilungen von Röntgenaufnahmen und CT-Aufnahmen gemäß Abschnitt 34.8 EBM sind von den Neuregelungen nicht umfasst. Am Behandlungstag sind die GOP 01670 bis 01672 nicht neben den telekonsiliarischen Leistungen des Abschnitts 34.8 berechnungsfähig.

Der Beschluss steht noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium.

Vakuumversiegelungstherapie: Neue Leistungen im EBM

Vakuumversiegelungstherapie neue Leistungen im EBM ab 1. Oktober 2020

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte mit Beschluss vom 19.12.2019 die Vakuumversiegelungstherapie als neue Behandlungsmethode in die Richtlinie Methoden der vertragsärztlichen Versorgung (MVV-RL) aufgenommen. Nachfolgend hat der Bewertungsausschuss (BA) in seiner 513. Sitzung beschlossen, mit Wirkung zum 01. Oktober 2020 im Zusammenhang mit der Vakuumversiegelungstherapie die nachfolgenden Abschnitte und neuen Gebührenordnungspositionen (GOP) in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufzunehmen:

  • Aufnahme einer sechsten Bestimmung zum Abschnitt 2.3 EBM
  • Aufnahme einer Leistung nach der GOP 02314 in den Abschnitt 2.3 EBM
  • Aufnahme der Abschnitte 31.2.14, 36.2.14 und 40.17 in den EBM

Die neuen Gebührenordnungspositionen im Überblick:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
02314 Zusatzpauschale für die Vakuumversiegelungstherapie zum intendierten sekundären Wundverschluss gemäß Nr. 33 der Anlage I MVV-RL

Obligater Leistungsinhalt
  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
  • Anlage und/oder Wechsel eines Systems zur Vakuumversiegelung im unmittelbaren Anschluss an eine Wundversorgung…
Fakultativer Leistungsinhalt
  • Einweisung des Patienten in die Pumpenbedienung,
  • interdisziplinäre Abstimmung,
  • Einstellen der Pumpe,
  • Behälterwechsel,
einmal am Behandlungstag (BHT)
135

Entsprechend der Aufnahme der 6. Bestimmung in die Präambel zum Abschnitt 2.3 ist die GOP 02314 EBM von operativ tätigen Fachärzten und weiteren Fachgruppen berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
31401 Zuschlag zu einem Eingriff des Abschnitts 31.2 68
36401 bzw. 36.2
für die Anlage eines Systems zur Vakuumversiegelung zum intendierten primären Wundverschluss gemäß Nr. 33 der Anlage I MVV-RL

Obligater Leistungsinhalt
  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt
Fakultativer Leistungsinhalt
  • Einweisung des Patienten in die Pumpenbedienung im zeitlichen Zusammenhang mit der Operation,
  • Einstellen der Pumpe,
einmal am BHT
64

Die GOP 31401 und 36401 EBM sind ohne Angabe eines Operations- und Prozedurenschlüssels (OPS) von operativ tätigen Fachärzten als Zuschläge zum jeweiligen Haupteingriff berechnungsfähig.

Die GOP 02314, 31401 oder 36401 EBM sind nur bei Patienten berechnungsfähig, bei denen aufgrund wund- oder patientenspezifischer Risikofaktoren unter einer Standardwundbehandlung keine ausreichende Heilung zu erwarten ist. Die Leistungen sind einmal am Behandlungstag und nicht nebeneinander berechnungsfähig.

Die im Rahmen der Vakuumversiegelungstherapie anfallenden Sachkosten sind über Kostenpauschalen im Abschnitt 40.17 abgebildet.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in EUR
40900 Kostenpauschale für die Sachkosten im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 31401 EBM

je durchgeführter Leistung
430,67 €
40901 Kostenpauschale für die Sachkosten im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 02314 EBM bei einer Wundfläche bis einschließlich 20 cm², je durchgeführter Leistung

dreimal in der Kalenderwoche
65,49 €
40902 Kostenpauschale für die Sachkosten im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 02314 EBM bei einer Wundfläche > 20 cm², je durchgeführter Leistung

dreimal in der Kalenderwoche
71,39 €
40903 Kostenpauschale für die Vakuumpumpe im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 02314 EBM

je Kalendertag
47,54 €

Mit Beschluss des BA in seiner 522. Sitzung wird klargestellt, dass die Sachkostenpauschalen des Abschnittes 40.17 EBM nicht in belegärztlichen Behandlungsfällen abrechnungsfähig sind.

Die Vergütung der Leistungen und Sachkostenpauschalen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Die weiteren Details der Beschlüsse finden Sie auf der Internetseite des BA unter:

Siponimod: Neue Leistung im EBM

Neue Leistung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ab 1. Oktober 2020: Beobachtung und Betreuung bei oraler Gabe von Siponimod (Mayzent®)

Ab 1. Oktober 2020 kann von den Fachgruppen des Kapitels 16 (Neurologie, Nervenheilkunde) für die Beobachtung und Betreuung eines Kranken für die Dauer von mehr als sechs Stunden bei oraler Gabe von Siponimod die Gebührenordnungsposition (GOP) 01517 EBM berechnet werden. Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 512. Sitzung die Aufnahme in den EBM befristet für zwei Jahre beschlossen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
01517 Zusatzpauschale für die Beobachtung und Betreuung eines Kranken für die Dauer von mehr als sechs Stunden bei oraler Gabe von Siponimod gemäß aktuell gültiger Fachinformation

Die GOP 01517 EBM ist nicht neben den GOP 01510 bis 01512, 01514, 01516, 01910,01911, 02100, 02101, 04564 bis 04566, 04572, 04573, 13610 bis 13612, 30708 und 34503 bis 34505 EBM berechnungsfähig.
1299

In den Gremien des BA wurde die Fachinformation zum Medikament Mayzent® (Wirkstoff: Siponimod), das unter bestimmten Voraussetzungen zur Behandlung von Erwachsenen mit sekundär progredienter Multipler Sklerose angewendet wird, geprüft (gemäß § 87 Abs. 5b Satz 5 SGB V; AMNOG). Der BA hat festgestellt, dass auf dieser gesetzlichen Grundlage kein Anpassungsbedarf im EBM besteht.
Da laut Fachinformation dennoch unter bestimmten Voraussetzungen nach Gabe von Siponimod eine mehrstündige Überwachung medizinisch geboten sein kann, wird für zwei Jahre eine gesonderte Leistung in den EBM-Abschnitt 1.5 aufgenommen. In diesem Zeitraum wird die GOP 01517 EBM extrabudgetär vergütet. Zum 1. Oktober 2022 wird die GOP 01517 EBM in den Leistungskatalog nach den GOP 01510 bis 01512 EBM überführt und ab diesem Zeitpunkt erfolgt die Vergütung innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Durch die Aufnahme der GOP 01517 in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in der Präambel des betroffenen Fachkapitels und weiteren Bestimmungen des EBM. Die weiteren Details entnehmen Sie bitte der schriftlichen Beschlussfassung unter:

Balneophototherapie nun auch bei atopischen Ekzem

Balneophototherapie nun auch bei atopischem Ekzem

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2020 ist die Balneophototherapie auch für das atopische Ekzem mit der Gebührenordnungsposition (GOP) 10350 EBM berechnungsfähig. Der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) hat am 20. März 2020 eine Anpassung der Richtlinie des G-BA zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der Vertragsärztlichen Versorgung beschlossen, aus der die Indikationserweiterung der Balneophototherapie hervorgeht. Mit dem Beschluss der 511. Sitzung des Bewertungsauschusses wurde nun auch die Leistungslegende der GOP 10350 EBM entsprechend angepasst.

Soziotherapie: Verordnungsleistungen für Fachärzte mit Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie

Soziotherapie: Fachärzte mit Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie können Verordnungsleistungen abrechnen

Ab 1. Oktober 2020 können auch Fachärzte mit Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie für die Verordnung von Soziotherapie die Gebührenordnungspositionen (GOP) 30810 und 30811 EBM (Erst- und Folgeverordnung) abrechnen. Die GOP unterliegen der Genehmigungspflicht. Ein entsprechender Antrag ist verfügbar unter:

Der Bewertungsausschuss (BA) hat eine entsprechende Anpassung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) sowie eine Verlängerung der befristeten extrabudgetären Vergütung der GOP 30810 und 30811 EBM bis zum 30. September 2022 beschlossen.

Muster 10 und 10A: Anpassung der Abbildung von Laboruntersuchungen – Weiterverwendung nicht möglich

Muster 10 und 10A: Anpassung der Abbildung von Laboruntersuchungen zum 1. Oktober 2020

Zum 1. Oktober 2020 werden die Laborformulare 10 und 10A angepasst. Dann wird es unter anderem auf dem Anforderungsschein eine neue Rubrik „Gesundheitsuntersuchungen“ mit Ankreuzfeldern für den Harnstreifentest, die Nüchternplasmaglukose und das Lipidprofil geben. Wir möchten Ihnen die wichtigsten Änderungen näher vorstellen:

Labor-Anforderungsschein 10A: Gesonderte Abbildung der Gesundheitsuntersuchung

Auf dem „Anforderungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen bei Laborgemeinschaften“ (Muster 10A) wurde eine gesonderte Abbildung der Untersuchungen im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung erforderlich.
Zur Umsetzung erhält das Muster 10A eine Rubrik „Gesundheitsuntersuchungen“ mit drei neuen Feldern ohne Materialbezug für den Harnstreifentest (GOP 32880 EBM), Nüchternplasmaglukose (GOP 32881 EBM), Lipidprofil (GOP 32882 EBM).

Zudem wurden einige weitere Änderungen umgesetzt:

  • Anstelle des Feldes „Diagnosen“ wird ein Freitextfeld für „Zusätzliche Angaben zu Untersuchungen“ geschaffen. Es ist vorgesehen zur Angabe von weiteren Untersuchungen (bspw. Urinsammelzeit und - sammelmenge bei Kreatinin-Clearance) oder den Patienten betreffenden Informationen (bspw. Hinweise auf bestimmte Medikamente, die Einfluss auf Untersuchungsergebnisse haben können).
  • Die Auswahl der Untersuchungen wurde an den Stand der Wissenschaft und an die vertragsärztlichen Erfordernisse angepasst. So ist bei Reihenfolge der Untersuchungen der Bereich „Gesundheitsuntersuchungen“ im linken Bereich zu finden und der Bereich „Citrat-Blut“ wurde in den rechten Bereich verschoben.
  • Zur Sicherstellung einer möglichst reibungslosen Umstellung vom aktuell gültigen zum neuen Muster 10A wurden die Anforderungs-IDs für die Untersuchungen jeweils beibehalten und auf eine Chronologie verzichtet.

Weitere Änderungen betreffen beide Formulare: 10A und 10

Die weiteren Änderungen betreffen sowohl den Anforderungsschein 10A als auch den „Überweisungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen als Auftragsleistung“ (Muster 10):

  • Das Feld „ggf. Kennziffer“ wird zum 1. Oktober ersetzt durch das Feld „Knappschaftskennziffer“. Die Angabe von Kennnummern ist mit Inkrafttreten der Laborreform zum 1. April 2018 auf den Mustern 10 und 10A nicht mehr erforderlich.
  • Um die Angabe der Schwangerschaftswoche zu ermöglichen, wird ein Feld „SSW“ eingeführt.

Stichtag 1. Oktober 2020 beachten!
Die Umsetzung erfolgt aufgrund der Neustrukturierung der Untersuchungen zum Stichtag 1. Oktober 2020. Alte Formulare dürfen nicht weiterverwendet werden.

Videosprechstunde: Uhrzeitenangaben bei Konferenzen oder Gruppenbehandlung erforderlich

Videosprechstunde: Uhrzeitenangabe bei Konferenzen oder Gruppenbehandlung

Nach der Anmerkung zur Gebührenordnungsposition (GOP) 01450 EBM gilt ein Höchstwert von 40 Punkten je Arzt und je Konferenz/Gruppenbehandlung. In seiner 508. Sitzung hat der Bewertungsausschuss mit Wirkung zum 01. Oktober 2020 präzisiert, dass der Höchstwert von 40 Punkten je Videokonferenz für die Berechnung des Zuschlags nach der GOP 01450 EBM auch im Zusammenhang mit der GOP 01442 EBM gilt. Die GOP 01450 EBM ist außerdem nur von dem Vertragsarzt berechnungsfähig, der die Videofallkonferenz initiiert.

Zur Vermeidung von Honorareinbußen folgender Hinweis:
Sofern die GOP 01450 EBM im Zusammenhang mit den nachfolgenden GOP/SNR zur Konferenz/Gruppenbehandlung abgerechnet wird, ist die Angabe einer Uhrzeit bei der GOP 01450 EBM erforderlich. Ohne diese Uhrzeitangabe kann am Behandlungstag nicht zwischen zwei unterschiedlichen Konferenzen unterschieden werden.

Videofallkonferenzen und Videofallbesprechungen

GOP Kurzbeschreibung/Anmerkung
01442 Videofallkonferenz mit Pflegekräften
30210 Teilnahme an einer multidisziplinären Fallkonferenz zur Indikationsüberprüfung eines Patienten mit diabetischem Fußsyndrom
30706 Teilnahme an einer schmerztherapeutischen Fallkonferenz
30948 Teilnahme an einer MRSA-Fall- und/oder regionalen Netzwerkkonferenz
37120 Fallkonferenz Pflegeheim gemäß Anlage 27 BMV-Ä
37320 Fallkonferenz Palliativversorgung gemäß Anlage 30 BMV-Ä
37400 Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

Videofallkonferenzen und Videofallbesprechungen

Symbolnummer Kurzbeschreibung/Anmerkung
35112V Übende Interventionen als Gruppenbehandlung bei Erwachsenen
35113V Übende Interventionen als Gruppenbehandlung bei Kindern und Jugendlichen

Weitere Informationen zur Videosprechstunde finden Sie unter:

Rückwirkende Änderungen zum 01.07.2020

Endoskopische Zusatzinstrumente als Einmalprodukte

Endoskopische Zusatzinstrumente als Einmalprodukte:
Finanzierungsempfehlung rückwirkend zum 1. Juli 2020 neu gefasst

Wie bereits in der Juli-Ausgabe der KVWL Kompakt bekannt gegeben, hat der Bewertungsausschuss drei Kostenpauschalen in den neuen EBM-Abschnitt 40.9 aufgenommen, um die für die Vertragsärzte erforderliche Umstellung auf Einmalprodukte im EBM abzubilden.

Rückwirkend zum 1. Juli 2020 wurde in der 509. Sitzung die Finanzierungsempfehlung für die neuen Kostenpauschalen für endoskopische Zusatzinstrumente zur Einmalnutzung geändert. Damit wird Teil B des ursprünglichen Beschlusses neu gefasst.

Von den Änderungen betroffen sind insbesondere Polypektomieschlingen, PE-Zangen sowie Clipapplikatoren für Hämostase-/Endoclips.

Im Gegenzug wurde die Bewertung der entsprechenden ärztlichen Leistungen wie Koloskopie, Gastroskopie, Bronchoskopie und Urethroskopie sowie der entsprechenden Zuschläge für Polypenentfernung und gegebenenfalls weitere zusätzlich Leistungen abgesenkt, da in diesen GOP die Kosten für mehrfach verwendbare Instrumente sowie die Aufbereitungskosten enthalten waren.

Aus diesem Grund möchten wir Sie daran erinnern, im Falle der Anwendung von Einmalinstrumenten im Zusammenhang mit dem vorgenannten Sachverhalt unbedingt die Kosten nach den GOP 40460-40462 EBM einzutragen!

Die Details zum Beschluss finden Sie unter www.g-ba.de.

EBM-Detailänderungen: GOP 03335 EBM

EBM-Detailänderungen rückwirkend zum 1. April und zum 1. Juli 2020

Rückwirkend zum 1. April 2020 und zum 1. Juli 2020 erfolgen einzelne Detailänderungen im EBM (Beschluss des Bewertungsausschusses, 498. Sitzung, schriftliche Beschlussfassung). Sie dienen der Korrektur des Beschlusses zur EBM-Weiterentwicklung (455. Sitzung). Unter anderem wurden die Bewertungen der Gebührenordnungspositionen (GOP) 04514 (Zusatzpauschale Koloskopie) und 04560 (Zusatzpauschale kontinuierliche Betreuung eines chronisch niereninsuffizienten Patienten) rückwirkend zum 1. April 2020 gegenüber den in der 455. Sitzung beschlossenen Bewertungen leicht angehoben:

GOP Bewertung bis
31.03.2020 in Punkten
Bewertung ab
01.04.2020 in Punkten
04514 1766 1608
04560 209 211

Darüber hinaus ändert der Bewertungsausschuss die Abrechnungsausschlüsse zu den Komplexen für ärztliche Maßnahmen bei Kindern zur Früherkennung von Krankheiten rückwirkend zum 01.Juli 2020. Für die GOP 03335 EBM (Orientierende audiometrische Untersuchung nach vorausgegangener, dokumentierter, auffälliger Hörprüfung) wird der Nebeneinanderberechnungsausschluss zu den GOP der Früherkennungsuntersuchungen GOP 01711 bis 01717, 01719 und 01723 aufgehoben, da nur im Leistungsumfang der U8 (GOP 01718) eine audiometrische Untersuchung enthalten ist. Der Nebeneinanderberechnungsausschluss der GOP 03335 zur GOP 01718 bleibt bestehen.

Die weiteren Details entnehmen Sie bitte, der schriftlichen Beschlussfassung unter: www.g-ba.de.

Änderungen zum 01.07.2020

Endoskopische Zusatzinstrumente als Einmalprodukte

Endoskopische Zusatzinstrumente als Einmalprodukte: Neue Kostenpauschalen im EBM

Hersteller und Vertreiber von wiederverwendbaren endoskopischen Zusatzinstrumenten der Gruppe „kritisch B“ hatten Ende 2019 bekannt gegeben, dass sie einige bisher in wiederverwendbarer Form zur Verfügung stehende Endoskopieinstrumente spätestens zum 31. März 2020 auf Einwegprodukte umstellen werden. Hintergrund ist unter anderem die neue europaweit geltende Medizinprodukteverordnung – Medical Device Regulation (MDR).

Um die für die Vertragsärzte erforderliche Umstellung auf Einmalprodukte im EBM abzubilden, hat der Bewertungsausschuss drei Kostenpauschalen in den neuen EBM-Abschnitt 40.9 aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung

40460

Kostenpauschale im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der Gebührenordnungspositionen (GOP) 01742, 04515, 04520, 08334, 13260, 13401, 13402, 13423 und 30601 bei Verwendung einer Einmal-Hochfrequenzdiathermieschlinge für eine Polypektomie oder eine Mukosektomie

12,00 €

40461

Kostenpauschale im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 01741, 04511, 04514, 08311, 09315, 09317, 13400, 13421, 13422, 13430, 13662, 26310 und 26311 bei Verwendung einer Einmal-Probenentnahmezange

8,00 €

40462

Kostenpauschale im Zusammenhang mit der Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 01742, 04511, 13400 und 13423 bei Verwendung eines Clips inkl. Einmal-Endo-/Hämo-Clipapplikator,

je Clip

20,80 €

Die Bewertungen der ärztlichen Leistungen werden entsprechend der bisher in den Gebührenordnungspositionen enthaltenen Kosten für mehrfach verwendbare Instrumente sowie die Aufbereitungskosten abgesenkt.

Hinweise zur Veröffentlichung
Der Beschluss steht noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium.

Dokumentationsaufwand bei der Nierenersatztherapie

Dokumentationsaufwand bei der Nierenersatztherapie nach den Vorgaben der DeQS-RL: Neue Leistung im EBM ab 1. Juli 2020

Durch die Aufnahme des Verfahrens Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS NET) in die Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) hat sich der Dokumentationsaufwand erhöht. Der Bewertungsausschuss hat in seiner 501. Sitzung beschlossen, zum 1. Juli eine neue Gebührenordnungsposition (GOP) in den EBM-Abschnitt für Nephrologie und Dialyse beziehungsweise für pädiatrische Nephrologie und Dialyse aufzunehmen:

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 04567 in den Abschnitt 4.5.4 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
04567 Zuschlag im Zusammenhang mit der GOP 04562

Obligater Leistungsinhalt

- Dokumentation gemäß der Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL), Verfahren 4, Anlage II Buchstabe a,

einmal im Behandlungsfall
120

Aufnahme einer Leistung nach der Gebührenordnungsposition 13603 in den Abschnitt 13.3.6 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
13603 Zuschlag im Zusammenhang mit der GOP 13602

Obligater Leistungsinhalt

- Dokumentation gemäß der Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL), Verfahren 4, Anlage II Buchstabe a,

einmal im Behandlungsfall
120

Die GOP 13603 EBM darf von Fachärzten für Innere Medizin mit der Schwerpunktbezeichnung „Nephrologie“ und/oder von Vertragsärzten, die eine Genehmigung für Blutreinigungsverfahren haben, im zeitlichen Zusammenhang mit der Zusatzpauschale nach der GOP 13602 EBM abgerechnet werden. Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit der Zusatzweiterbildung Kinder-Nephrologie, die eine Genehmigung für Blutreinigungsverfahren haben, können die GOP 04567 EBM ebenfalls im zeitlichen Zusammenhang mit der GOP 04562 EBM abrechnen.

Der Beschluss des Bewertungsausschusses ist zunächst befristet bis zum 30. September 2021. Der Bewertungsausschuss prüft bis spätestens zum 30. Juni 2021, ob eine Verlängerung beziehungsweise eine Anpassung in den Regelungen des Beschlusses erforderlich ist.

Programmier- und Auslesegeräte von kardialen Implantaten

Aufnahme von neuen Leistungen in den EBM für Programmier- und Auslesegeräte von kardialen Implantaten zum 01. Juli 2020

In der Vergangenheit stellten die Hersteller den Vertragsärzten Programmier- und Auslesegeräte für kardiale Implantate kostenfrei zur Verfügung. Mit Einführung des Antikorruptionsgesetztes änderte sich das. Es wurden sukzessive Mietgebühren von den betroffenen Kardiologen gefordert.

Um den Ärzten die entstehenden Kosten für die Miete der Programmier- und Auslesegeräte zu erstatten, hat der Bewertungsausschuss in seiner 506. Sitzung neue Zuschläge nach den Gebührenordnungspositionen (GOP) 04417 und 13577 in den EBM aufgenommen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
04417 Zuschlag zu den GOP 04411, 04413 und 04415 40
13577 Zuschlag zu den GOP 13571, 13573 und 13575 40

Die Vergütung der Leistungen erfolgt innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Der Beschluss steht noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium.

Einführung der Systemischen Therapie als Richtlinienverfahren

Einführung der Systemischen Therapie als Richtlinienverfahren und weitere Änderungen in der Psychotherapie

Bereits im November 2018 hat der der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den sektorenübergreifenden Nutzen und die medizinische Notwendigkeit der Systemischen Therapie als Psychotherapieverfahren festgestellt. Hierzu hat der G-BA im November 2019 die entsprechend notwendigen Anpassungen der Psychotherapie-Richtlinie (PT-RL) beschlossen. Das Bundesgesundheitsministerium hat die Richtlinie nicht beanstandet, so dass sie nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 24. Januar 2020 in Kraft getreten ist. Die Psychotherapie-Vereinbarung wurde damit zum 01. März 2020 um die Genehmigungsvoraussetzungen für die Systemische Therapie erweitert.

Bitte beachten Sie, dass die Systemische Therapie ausschließlich bei Erwachsenen zur Anwendung kommen kann, nicht bei Kindern und Jugendlichen.

Neben diversen Klarstellungen im Zusammenhang mit der Systemischen Therapie finden sich in der PT-RL folgende wissenswerte Punkte zu dem neuen Psychotherapieverfahren:

  • Systemische Therapie kann in der Einzel- oder Gruppentherapie durchgeführt werden. Außerdem kann die Systemische Therapie als Behandlung des Patienten zusammen mit relevanten Bezugspersonen aus Familie oder sozialem Umfeld (Mehrpersonensetting) nicht nur in Einzel- und Gruppentherapie, sondern auch in Kombination mit Einzel- und Gruppentherapie Anwendung finden.
  • Die Bezugspersonen werden im Mehrpersonensetting in der Gruppentherapie nicht in die maximale Anzahl von neun Patienten hineingezählt. Die in der PT-RL vorgegebene Begrenzung bezieht sich nur auf Patientinnen und Patienten und nicht auf Bezugspersonen. Dadurch kann die Gesamtzahl auf über neun Personen ansteigen.
  • Probatorische Sitzungen nach der GOP 35150 EBM können ebenfalls im Mehrpersonensetting stattfinden.
  • Im Rahmen der Akutbehandlung nach der GOP 35152 EBM kann das Mehrpersonensetting angewendet werden. Die Mindestdauer beträgt dann jedoch 50 Minuten mit entsprechender Verminderung der Gesamtsitzungszahl.
  • Bei Anwendung des Mehrpersonensettings im Rahmen der Systemischen Therapie ist dies in Einheiten von mindestens 50 Minuten und in doppelstündigen Sitzungen mit entsprechender Verminderung der Gesamtsitzungszahl durchzuführen.
  • Die Systemische Therapie kann als Einzeltherapie auch in Einheiten von 25 Minuten mit entsprechender Vermehrung und in doppelstündigen Sitzungen mit entsprechender Verminderung der Gesamtsitzungszahl Anwendung finden.
  • Die Vorgaben hinsichtlich Anzeige-, Antrags- und Gutachterpflicht gelten wie für die anderen Richtlinienverfahren, dabei sind die Bewilligungsschritte wie folgt gegliedert: bis 36 Stunden einschließlich Gruppentherapie in Doppelstunden; Höchstgrenze 48 Stunden einschließlich Gruppentherapie in Doppelstunden. Die letzten 8 der 48 Therapieeinheiten können zur Rezidivprophylaxe genutzt werden.

Für die vorgenannten Einzel- und Gruppentherapien wurden folgende Leistungen in den Abschnitt 35 des EBM aufgenommen:

Systemische Therapie als Einzelbehandlung im Abschnitt 35.2.1

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
35431 Kurzzeittherapie 1,
je vollendete 50 Minuten;
höchstens 12 Sitzungen
922 Punkte
35432 Kurzzeittherapie 2;
je vollendete 50 Minuten;
höchstens 12 Sitzungen
922 Punkte
35435 Langzeittherapie
je vollendete 50 Minuten;
922 Punkte

Abrechnungsbeispiel:
1. Tag: GOP 35431 (Einzeltherapie KZT 1, 50 Minuten)
2. Tag: keine GOP abrechnungsfähig (Einzeltherapie Einheit von 25 Min.)
3. Tag: GOP 35431 (Einzeltherapie 2. Einheit 25 Min.)
4. Tag: GOP 35431 (Einzeltherapie, 50 Minuten)
5. Tag: GOP 35431 2x (Einzeltherapie, Dauer 100 Min.)

Die GOP 35431, 35432 und 35435 EBM sind auch bei Durchführung der Leistung im Mehrpersonensetting berechnungsfähig. In diesem Fall ist eine Unterteilung in zwei Einheiten von jeweils mindestens 25 Minuten Dauer nicht möglich.

Bitte beachten Sie, dass auch bei der Systemischen Therapie eine vorangegangene Akutbehandlung auf das Kontingent der nachfolgenden Kurzzeittherapie (KZT 1) angerechnet wird.

Systemische Therapie als Gruppenbehandlung im Abschnitt 35.2.2:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
35703 bis 35709 Komplex für Gruppentherapien (KZT 1 oder 2);

je vollendete 100 Minuten;
höchstens 24 Sitzungen
922 Punkte
35713 bis 35719 Komplex für Gruppentherapien (Langzeittherapie);

je vollendete 100 Minuten
922 Punkte

Abrechnungsbeispiel:
1. Tag: GOP 35703 (Gruppentherapie, KZT, 100 Minuten)
2. Tag: GOP 35703H (Gruppentherapie, 50 Minuten)
3. Tag: GOP 35703 x2 (Gruppentherapie, 200 Minuten)

Die neuen Zuschläge nach dem Abschnitt 35.2.3.2 für die ersten zehn Sitzungen einer Kurzzeittherapie sind auch für die Kurzzeittherapie im Rahmen der Systemischen Therapie berechnungsfähig. Die Leistungslegenden der Zuschläge (GOP 35591 bis GOP 35599) sind im EBM entsprechend angepasst worden. Weitere Details zum Beschluss finden Sie unter: www.g-ba.de

Bei Psychologischen Psychotherapeuten gilt die fachliche Befähigung für die Ausführung und Abrechnung der Systemischen Therapie als Einzeltherapie bei Erwachsenen durch folgende Punkte als nachgewiesen:

  • durch den Fachkundenachweis gemäß § 95c SGB V aufgrund einer vertieften Ausbildung mit Erwerb eingehender Kenntnisse und Erfahrungen in der Systemischen Therapie bei Erwachsenen
    oder
  • durch einen Fachkundenachweis gemäß § 95c SGB V in analytischer Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie oder Verhaltenstherapie und zusätzlich der Berechtigung zum Führen der Zusatzbezeichnung Systemische Therapie, aus der sich ergibt, dass eingehende Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Systemischen Therapie bei Erwachsenen erworben wurden.

Zur Erlangung der Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung der Systemischen Therapie eingereichte Einzelnachweise werden von der KVWL aktuell nicht geprüft. Die Unterlagen können bei der Psychotherapeutenkammer zur Beurteilung zwecks Berechtigung zum Führen der Zusatzbezeichnung eingereicht werden.

Ärztliche Psychotherapeuten weisen die fachliche Befähigung für die Ausführung und Abrechnung der Systemischen Therapie als Einzeltherapie bei Erwachsenen durch folgende Punkte nach:

  • durch die Berechtigung zum Führen der Bezeichnung Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie oder der Zusatzbezeichnung Psychotherapie
    und
  • durch Vorlage von Weiterbildungszeugnissen, aus denen sich ergibt, dass eingehende Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Systemischen Therapie bei Erwachsenen erworben wurden.

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe hat die Systemische Therapie bei Redaktionsschluss noch nicht als Zusatz-Weiterbildung in ihre Weiterbildungsordnung aufgenommen. Entsprechend ist es der KVWL aktuell nicht möglich, zur Erlangung der Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung der Systemischen Therapie eingereichte Einzelnachweise zu prüfen. Die Unterlagen sollten bei der zuständigen Ärztekammer zur Beurteilung und Bescheinigung eingereicht werden.

Auch die Ausführung und Abrechnung von Eye-Movement-Desensitization (EMDR), ausschließlich als Methode zur Therapie posttraumatischer Belastungsstörungen bei Erwachsenen als Einzeltherapie, ist nach Genehmigung durch die KV im Zusammenhang mit der Genehmigung im Richtlinienverfahren der Systemischen Therapie möglich.

Darüber hinaus wird die Psychotherapie-Vereinbarung erneut zum 01. Juli 2020, in einigen generellen Punkten, geändert.

So wird ab dem 01. Juli 2020 das Therapieende nicht mehr über das Formblatt PTV 12 angezeigt, sondern über eine Kennzeichnung in der Quartalsabrechnung mittels „Pseudo-Ziffern“. Zur Kennzeichnung der Beendigung einer Psychotherapie ohne anschließende Rezidivprophylaxe verwenden Sie bitte in Ihrer Abrechnung an dem Behandlungstag der letzten Sitzung die Symbolnummer (SNR) 88130. Erfolgt die Beendigung der Psychotherapie mit anschließender Rezidivprophylaxe kennzeichnen Sie den Behandlungstag bitte mit der SNR 88131. Zu beachten ist, dass die Übermittlung „unverzüglich“, also im entsprechenden Quartal des Therapieendes, möglichst zum Zeitpunkt der letzten Sitzung, erfolgen muss. Kann ein Therapieende noch nicht sicher abgesehen werden, ist eine Übermittlung der Kennzeichnung auch in den zwei darauffolgenden Quartalen zulässig. Wird eine Psychotherapie länger als ein halbes Jahr unterbrochen, ist nach § 11 Absatz 13 der Psychotherapie‐Vereinbarung weiterhin eine formlose schriftliche Begründung an die Krankenkasse erforderlich; die Übermittlung der Kennzeichnung erfolgt dann nach der tatsächlichen Beendigung der Psychotherapie.

Die Krankenkassen müssen ab dem 01. Juli 2020 auch in der Kurzzeittherapie wieder eine Mitteilung über ihre Leistungspflicht an den Psychotherapeuten versenden.

Bei Einbezug von Bezugspersonen in die Akutbehandlung bei Kindern und Jugendlichen sowie Menschen mit einer geistigen Behinderung wird hierfür ein zusätzliches Kontingent im Verhältnis 1:4 geschaffen. Es sind also bis zu 6 zusätzliche Therapieeinheiten Akutbehandlung à 25 Minuten je Krankheitsfall möglich. Damit ist die Akutbehandlung nach der GOP 32152 EBM für diese Personengruppen bis zu 30-mal statt wie bisher 24-mal im Krankheitsfall berechnungsfähig. Dies entspricht drei Therapieeinheiten bei Anrechnung auf eine nachfolgende Kurz- oder Langzeittherapie. Bei Menschen mit einer geistigen Behinderung ist das Vorliegen einer Diagnose des Abschnitts Intelligenzstörung (F70-F79) nach ICD-10 Voraussetzung.

Entgegen der bisherigen Regelung können ab dem 01. Juli 2020 während einer laufenden Langzeittherapie in allen Psychotherapieverfahren psychodiagnostische Testverfahren nach den GOP 35600 bis 35602 EBM bis zu siebenmal abgerechnet werden (bisher fünfmal).

Es gilt zu beachten, dass alle Formblätter der PT-V überarbeitet wurden und ab dem 01. Juli 2020 die neuen Formblätter verpflichtend verwendet werden. Ein entsprechendes Starterpaket hat die KVWL an alle Psychotherapeuten und Ärzte mit einer Genehmigung im Richtlinienverfahren bereits versendet.

Nukleinsäurenachweis von SARS

Anpassung der Bewertung der Vergütung PCR-Test auf SARS-CoV-2 (GOP 32816 EBM) zum 1. Juli 2020

Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat in seiner 65. Sitzung eine Anpassung der Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 EBM beschlossen. Die Vergütung für den PCR-Test wird auf 39,40 Euro abgesenkt.

Grundlage dieser Entscheidung war der Schiedsspruch für das Zusatzentgelt im Krankenhaus in Höhe von 42,00 Euro abzüglich 2,60 Euro Transportkosten. Darüber hinaus wurde die Berechnungsfähigkeit der GOP 32816 EBM auf fünfmal im Behandlungsfall beschränkt.

Eine weitere Überprüfung der Bewertung der GOP 32816 EBM durch ein Expertengremium unter Beteiligung der unparteiischen Mitglieder des Bewertungsausschusses wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 2020 vereinbart.

Die Aufnahme einer weiteren Anmerkung beschränkt die Abrechnung der GOP 32816 EBM auf Patienten mit einer akuten Covid19 assoziierten Symptomatik und / oder bei klinischen und radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie unter Angabe einer medizinischen Begründung.

Änderung zum 15.06.2020

Corona Warn-App

Corona-Warn-App: Neuaufnahme von Gebührenordnungspositionen mit Wirkung zum 15. Juni 2020

Im Zusammenhang mit der Einführung der sogenannten Corona-Warn-App, die Versicherte freiwillig nutzen können, hat der Bewertungsausschuss (BA) Anpassungen im EBM beschlossen, die zum 15. Juni 2020 in Kraft treten (500. Sitzung des BA).

Ab sofort haben Vertragsärzte, die bei Personen einen Abstrich für einen PCR-Test auf SARS-CoV-2 vornehmen, für diese Leistung eine eigene Gebührenordnungsposition (GOP), die ausschließlich abgerechnet werden kann, wenn die Person aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App zum Ausschluss einer Erkrankung in die Praxis kommt.

Für die Laboruntersuchung des Materials, das nach einer Warnung durch die Corona-Warn-App entnommen wurde, gibt es ebenfalls eine neue GOP. Für die Veranlassung dieser Laborleistung zur SARS-CoV-2-Testung gibt es zudem einen neuen Vordruck Muster 10 C.

Ebenfalls wurden im Zusammenhang mit der neuen GOP für den Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-Co-V-2 Zuschlagsleistungen für die nachweiserbringenden Vertragsärzte im Rahmen von Probeneinsendungen aufgenommen.

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 02402 in den Abschnitt 2.4 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten

02402

Zusatzpauschale im Zusammenhang mit der Entnahme von Körpermaterial für Untersuchungen nach der GOP 32811 EBM auf das beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App zum Ausschluss einer Erkrankung

Obligater Leistungsinhalt

- Gespräch im Zusammenhang mit einer möglichen Testung auf eine beta-Coronavirus SARS-CoV-2 Infektion

und/oder

-Abstrichentnahme(n) aus den oberen Atemwegen (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat)),

- einmal am Behandlungstag

91

Nach der Meldung „erhöhtes Risiko“ in der Corona-Warn-App kann die Gebührenordnungsposition 02402 auch abgerechnet werden, wenn nur ein Gespräch und kein Abstrich erfolgt.

Für die Diagnostik kann der Veranlasser die Kennnummer 32006 EBM angeben.

Bei der Berechnung der GOP 02402 EBM ist die Kennzeichnung der in diesem Zusammenhang abgerechneten Leistungen mit der Ziffer 88240 nicht zulässig.

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 12221 in den Abschnitt 12.2 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten

12221

Zuschlag zur GOP 32811 für Fachärzte für Laboratoriumsmedizin sowie für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie bei Probeneinsendungen zur Untersuchung auf das beta-Coronavirus SARS-CoV-2 nach der GOP 32811,

- je Auftragsleistung nach der GOP 32811

14

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 32811 in den Abschnitt 32.3.12 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro

32811

Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App

Obligater Leistungsinhalt

Untersuchung von Material der oberen Atemwege (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat)),

- einmal am Behandlungstag

39,40

Aufnahme einer Kostenpauschale 40101 in den Abschnitt 40.3 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro

40101

Zuschlag zur GOP 32811 bei Probeneinsendung für Versandmaterial, Versandgefäße usw. sowie für die Versendung bzw. den Transport von Untersuchungsmaterial, ggf. auch von infektiösem Untersuchungsmaterial, einschl. der Kosten für die Übermittlung von Untersuchungsergebnissen,

- einmal am Behandlungstag

2,60

Entsprechend § 11 der Rechtsverordnung nach § 20i Abs. 3 Satz 2 SGB V wird der Bewertungsausschuss den Beschluss auch vor dem 31. März 2021 aufheben, wenn der Bundestag die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite nach § 5 Abs. 1 Satz 2 IfSG aufhebt.

Die Vergütung der Leistungen nach den GOP 02402, 12221, 32811 und 40101 EBM erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Die sich aus den vorgenannten Änderungen ergebenden Abrechnungsausschlüsse und weitere Detailänderungen entnehmen Sie dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 500. Sitzung unter www.g-ba.de. Bitte beachten Sie, dass der Beschluss noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit steht.

Zu diesem Zeitpunkt lagen noch nicht sämtliche Informationen insbesondere zum neuen Formular Muster 10 C vor, bitte informieren Sie sich an dieser Stelle über weitere Informationen.

Änderungen zum 01.05.2020

Nukleinsäurenachweis von SARS

Anpassung der GOP 32816 EBM zum 1. Mai 2020

Die GOP 32816 EBM wird zum 1. Mai erneut geändert und der Leistungsinhalt an den Stand der Entwicklungen in der Diagnostik von SARS-CoV-2 angepasst. Durch die Streichung „mittels RT-PCR“ sind dann auch andere Nukleinsäure-Amplifikationsverfahren abrechnungsfähig. Darüber hinaus müssen Fachärzte für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, die die Leistung abrechnen dürfen, verpflichtend an den Maßnahmen zur externen Qualitätssicherung teilnehmen.

Hinweis: Beide Beschlussteile (Bewertungsausschuss 494. Sitzung) befinden sich im Unterschriftsverfahren und stehen danach noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium.

Rückwirkende Änderungen zum 01.04.2020

EBM-Detailänderungen zur GOP 04514 und 04560 EBM: neue Bewertungen

EBM-Detailänderungen rückwirkend zum 1. April und zum 1. Juli 2020

Rückwirkend zum 1. April 2020 und zum 1. Juli 2020 erfolgen einzelne Detailänderungen im EBM (Beschluss des Bewertungsausschusses, 498. Sitzung, schriftliche Beschlussfassung). Sie dienen der Korrektur des Beschlusses zur EBM-Weiterentwicklung (455. Sitzung). Unter anderem wurden die Bewertungen der Gebührenordnungspositionen (GOP) 04514 (Zusatzpauschale Koloskopie) und 04560 (Zusatzpauschale kontinuierliche Betreuung eines chronisch niereninsuffizienten Patienten) rückwirkend zum 1. April 2020 gegenüber den in der 455. Sitzung beschlossenen Bewertungen leicht angehoben:

GOP Bewertung bis
31.03.2020 in Punkten
Bewertung ab
01.04.2020 in Punkten
04514 1766 1608
04560 209 211

Darüber hinaus ändert der Bewertungsausschuss die Abrechnungsausschlüsse zu den Komplexen für ärztliche Maßnahmen bei Kindern zur Früherkennung von Krankheiten rückwirkend zum 01.Juli 2020. Für die GOP 03335 EBM (Orientierende audiometrische Untersuchung nach vorausgegangener, dokumentierter, auffälliger Hörprüfung) wird der Nebeneinanderberechnungsausschluss zu den GOP der Früherkennungsuntersuchungen GOP 01711 bis 01717, 01719 und 01723 aufgehoben, da nur im Leistungsumfang der U8 (GOP 01718) eine audiometrische Untersuchung enthalten ist. Der Nebeneinanderberechnungsausschluss der GOP 03335 zur GOP 01718 bleibt bestehen.

Die weiteren Details entnehmen Sie bitte, der schriftlichen Beschlussfassung unter: www.g-ba.de.

Schwangerschaftsabbruch

Schwangerschaftsabbrüche: Berechnungsausschluss der Gebührenordnungsposition (GOP) 01901 neben der GOP 01904 EBM rückwirkend zum 1. April 2020 aufgehoben

Mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 499. Sitzung wird der Berechnungsausschluss der GOP 01901 EBM (Untersuchung vor Abruptio) und GOP 01904 EBM (Abruptio, medizinische oder kriminologische Indikation) im Behandlungsfall aufgehoben, um die Durchführung der klinischen Untersuchung, die den primären Leistungsinhalt der GOP 01901 EBM darstellt, im Vorfeld der Durchführung des operativen Schwangerschaftsabbruchs unter medizinischer oder kriminologischer Indikation nach der GOP 01904 EBM durch die gleiche Praxis im gleichen Quartal zu ermöglichen.

In diesem Zusammenhang erfolgen sowohl die Streichung der ersten Anmerkung zur GOP 01901 als auch die Streichung der vierten Anmerkung zur GOP 01904 im Abschnitt 1.7.7 EBM.

Substitution: therapeutisches Gespräch mittels Videosprechstunde

Substitution: Ausweitung der Gebührenordnungsposition (GOP) 01952 EBM für das therapeutische Gespräch

Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Pandemie ist die GOP 01952 EBM für das therapeutische Gespräch (mindestens zehn Minuten Dauer) nun auch bei telefonischem Arzt-Patienten-Kontakt und bei Durchführung im Rahmen einer Videosprechstunde berechnungsfähig. Erfolgt das therapeutische Gespräch vorübergehend im Rahmen einer Videosprechstunde ist die Symbolnummer (SNR) 01952W einzutragen. Die Abrechnungshäufigkeit wird zudem von bisher viermal auf achtmal im Behandlungsfall ausgeweitet.

Die Durchführung von Videosprechstunden ist vorab einmalig der KVWL anzuzeigen. Ein entsprechendes Formular und weitere Informationen finden Sie unter:

Diese Änderungen gelten rückwirkend zum 1. April 2020 und sind zunächst bis zum 30. Juni 2020 befristet. Ende Mai wird der Bewertungsausschuss prüfen, ob eine Anpassung beziehungsweise Verlängerung der Regelungen erforderlich ist.

Substitution mit einem Deptopräparat – neue GOP 01953

Substitutionsgestützte Behandlung mit einem Depotpräparat Neue Gebührenordnungsposition (GOP) 01953

Rückwirkend zum 1. April 2020 hat der Bewertungsausschuss (BA) (493. Sitzung, schriftliche Beschlussfassung) die Behandlung von Opioidabhängigen mit einem Depotpräparat in den EBM aufgenommen.

Hintergrund ist, dass die Gabe einer Zubereitung von Buprenorphin zu den anerkannten substitutionsgestützten Behandlungsmethoden Opioidabhängiger zählt, diese jedoch bislang noch nicht im EBM abgebildet war.

Das Buprenorphin-Depotpräparat (Buvidal®) ist für die substitutionsgestützte Behandlung Opioidabhängiger zugelassen und wird in Form einer subkutanen Injektion durch den Arzt oder medizinisches Fachpersonal appliziert. Für die Behandlung mit einem Depotpräparat und die Betreuung im Rahmen der Nachsorge wird zur Abrechnung die GOP 01953 in den EBM aufgenommen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01953

Substitutionsgestützte Behandlung Opioidabhängiger gemäß Nr. 2 Anlage I "Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses mit einem Depotpräparat

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
  • subkutane Applikation eines Depotpräparates

und/oder

  • Betreuung im Rahmen der Nachsorge bei Behandlung mit einem Depotpräparat,

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Veranlassung klinischer Untersuchung(en), je Behandlungswoche

Ärzte, die über eine Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung von Leistungen der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger gemäß Anlage I Nr. 2 der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung (RL-MVV) verfügen, können die GOP 01953 EBM abrechnen.

Der Beschluss ist zunächst befristet bis zum 30. September 2020. Der Bewertungsausschuss wird bis zum 31. August 2020 prüfen, ob eine Anpassung dieses Beschlussteils und/oder der GOP 01949 EBM für die substitutionsgestützte Behandlung Opioidabhängiger im Rahmen der Take-Home-Vergabe erforderlich ist. Die weiteren Details des Beschlusses finden Sie auf der Internetseite des BA unter: https://institut-ba.de/ba/beschluesse.html

Änderungen zum 01.04.2020

Befristete Regelung zur Telefonkonsultation

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 491. Sitzung eine Ausweitung der Telefonkonsultation während der Corona-Pandemie mit Wirkung zum 1. April 2020 befristet bis zum 30. Juni 2020 beschlossen. Im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) wurden die Gebührenordnungspositionen (GOP) 01433 und 01434 EBM aufgenommen.

Fachgruppen       GOP 01434
(65 Punkte / 7,14€)
GOP 01433
(154 Punkte / 16,92€)
  • Ärztliche und psychologische Psychotherapeuten
  • Kinder- & Jugendlichenpsychotherapeuten 
  • FÄ f. Neurologie
  • FÄ f. Nervenheilkunde
  • FÄ f. Neurologie & Psychiatrie
  • FÄ f. Psychiatrie & Psychotherapie
  • FÄ f. Neurochirurgie
  • FÄ f. Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • FÄ f. Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. Kinder- & Jugendpsychiatrie & -Psychotherapie
Keine Abrechnung möglich
  • Gespräch mit dem Pat. und/oder der Bezugsperson
  • Je vollendete 10 Minuten berechnungsfähig
  • Höchstens 20-mal im Arztfall*
    (=200 Minuten)
  • Ist im Behandlungsfall (BHF)** neben den Grundpauschalen (GP) berechnungsfähig, aber nicht in derselben Sitzung
  • Hausärzte
  • Kinder- & Jugendärzte
  • Schmerztherapeuten
  • Gespräch mit dem Pat. und/oder der Bezugsperson
  • Je vollendete 5 Minuten berechnungsfähig
  • Höchstens 6-mal im Arztfall (=30 Minuten)
  • Ist im BHF neben den Versichertenpauschalen (VP) oder der GOP 30700 EBM  berechnungsfähig, aber nicht in derselben Sitzung
Keine Abrechnung möglich
  • Gynäkologen
  • HNO-Ärzte
  • Dermatologen
  • fachärztliche Internisten 
  • Orthopäden
  • FÄ f. Sprach-, Stimm-, und kindliche Hörstörungen
  • Urologen
  • Gespräch mit dem Pat. und/oder der Bezugsperson
  • Je vollendete 5 Minuten berechnungsfähig
  • Höchstens 5-mal im Arztfall (= 25 Minuten)
  • Im BHF nicht neben den GP berechnungsfähig
Keine Abrechnung möglich
  • Anästhesisten
  • Augenärzte
  • Chirurgen
  • Humangenetiker
  • Laborärzte
  • MKG
  • Nuklearmediziner
  • Pathologen
  • Radiologen
  • Strahlentherapeuten
  • Physikalische und Rehabilitative Medizin
  • Gespräch mit dem Pat. und/oder der Bezugsperson
  • Je vollendete 5 Minuten berechnungsfähig
  • Höchstens 2-mal im Arztfall (=10 Minuten)
  • Im BHF nicht neben den GP berechnungsfähig
Keine Abrechnung möglich

Mit Ausnahme der GOP 01435 und 40122 EBM sind die GOP 01433 und 01434 EBM in derselben Sitzung nicht neben anderen GOP berechnungsfähig.
Die GOP 01433 und 01434 EBM sind nicht im Rahmen einer Videosprechstunde berechnungsfähig.

Die GOP sind nur berechnungsfähig, wenn in einem der sechs Quartale, die der Berechnung unmittelbar vorausgehen (4. Quartal 2018 bis 1. Quartal 2020), ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt in derselben Arztpraxis stattgefunden hat.

Die GOP 01433 und 01434 EBM sind nicht im organisierten Not(-fall)dienst berechnungsfähig.

* Arztfall: Der Arztfall ist definiert in § 21 Abs. 1b Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) und umfasst die Behandlung desselben Versicherten durch denselben an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Arzt in einem Kalendervierteljahr zu Lasten derselben Krankenkasse unabhängig von der Betriebs- oder Nebenbetriebsstätte.
** Behandlungsfall (BHF): Der Behandlungsfall ist definiert in § 21 Abs. 1 Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) als Behandlung desselben Versicherten durch dieselbe Arztpraxis in einem Kalendervierteljahr zu Lasten derselben Krankenkasse.

Gesprächskontingent

GOP 01433 GOP 01434
Pro Patient werden maximal 20 Gespräche (200 Minuten) vergütet.
Insgesamt können diese 20 Gespräche ausschließlich per Telefon oder gemischt per Telefon, persönlich in der Praxis oder in einer Videosprechstunde (GOP 14220, 16220, 21220, 22220 und 23220 EBM) geführt werden.
Die GOP 01434 EBM wird auf das Gesprächsbudget der Haus- bzw. Kinderärzte entsprechend der Präambeln 3.1 Nr. 9 bzw. 4.1 Nr. 10 angerechnet, wenn im Arztfall die Versichertenpauschale berechnet wurde.

Vorlage der elektronischen Gesundheitskarte (eGK)

Finden in dem Quartal ausschließlich telefonische Konsultationen statt, muss die eGK nicht eingelesen werden. Die Versichertendaten können ggfs. aus der Akte des Patienten übernommen werden.

Alle Details und Erläuterungen entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 491. Sitzung unter www.institut-ba.de und den Praxisnachrichten unter https://www.kbv.de/html/1150_45429.php.

Änderung: Prüfung genehmigungspflichtiger Leistungen ab Abrechnungsquartal 1/2020

Um der Herausforderung durch die Corona-Virus-Pandemie (Covid-19) gerecht zu werden, muss auch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) die Verarbeitungsprozesse anpassen. Unser Ziel ist es, weiterhin eine fristgerechte Bearbeitung der Quartalsabrechnungen und somit pünktliche Zahlungen sicherzustellen. Dafür nutzen wir das Automatisierungspotential bei der sachlich-rechnerischen Richtigstellung Ihrer Quartalsabrechnung und verzichten auf persönliche Kommunikation bei der Prüfung der genehmigungspflichtigen Leistungen.

Genehmigungspflichtige Leistungen sind nur durch den Arzt abrechnungsfähig, dem eine gültige Genehmigung durch die KVWL erteilt wurde. Eine beantragte Genehmigung ist frühestens wirksam, sobald die erforderlichen Unterlagen zu einem Antrag vollständig eingereicht wurden. Sofern Unterlagen nachgereicht werden müssen, ist nicht der Zeitpunkt der Antragstellung maßgebend, sondern der Zeitpunkt, zu dem uns alle Unterlagen komplett vorliegen.
Abrechnungsgenehmigungen wirken nicht auf den Zeitpunkt der Antragstellung oder auf den Zeitpunkt des Quartalsbeginns zurück.

Hinweis: Die KVWL bietet schon seit längerem die Möglichkeit an, eine Testabrechnung hochzuladen. Dies bietet diverse Überprüfungsmöglichkeiten der Abrechnung - u. a. die Abrechnungsprüfung der genehmigungspflichtigen Leistungen oder der Leistungen kostenträgerabhängiger oder landesspezifischer Verträge.

Neue GOP im Zusammenhang mit dem Schwangerschaftskonfliktgesetz

Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin: Neuaufnahme einer Leistung im Zusammenhang mit dem Schwangerschaftskonfliktgesetz zum 01. April 2020

Im Zusammenhang mit dem Schwangerschaftskonfliktgesetz hat der Bewertungsausschuss in seiner 479. Sitzung mit Wirkung zum 1. April 2020 für Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin eine neue Leistung in den EBM aufgenommen.

Schwangere haben nach pränataldiagnostischen Maßnahmen mit pathologischem Befund (Annahme einer körperlichen oder geistigen Schädigung der Gesundheit des Kindes) einen Anspruch auf ärztliche Aufklärung und Beratung (siehe Mutterschafts-Richtlinien in Verbindung mit § 2a Absatz 1 Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG)). Der Arzt (in der Regel der Gynäkologe), der der Schwangeren die Diagnose mitteilt, hat diese über die medizinischen und psychosozialen Aspekte, die sich aus dem Befund ergeben, zu beraten. Dies erfolgt unter Hinzuziehung von Ärzten, die mit dieser Gesundheitsschädigung bei geborenen Kindern Erfahrung haben (Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin). Die Beratung erfolgt in allgemein verständlicher Form und ergebnisoffen. Sie umfasst die eingehende Erörterung der möglichen medizinischen, psychischen und sozialen Fragen sowie der Möglichkeiten zur Unterstützung bei physischen und psychischen Belastungen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01799 Beratung durch einen Facharzt für Kinder-und Jugendmedizin gemäß Anlage 1c II.2 der Mutterschafts-Richtlinien in Verbindung mit § 2a Absatz 1 Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) bligater Leistungsinhalt
– Aufklärung und Beratung einer Schwangeren, je vollendete 5 Minuten

Die GOP 01799 ist nur durch den hinzugezogenen Arzt mit indikationsspezifischer Expertise für den Bereich der Diagnose gemäß § 2a Absatz 1 SchKG berechnungsfähig

Die GOP 01799 ist höchstens viermal im Behandlungsfall berechnungsfähig.
65

Durch die Aufnahme der GOP 01799 in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in den Präambeln der betroffenen Fachkapitel und weiteren Bestimmungen und GOP des EBM.

Hinweis für Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe:

Die Aufklärung und Beratung der Schwangeren nach Schwangerschaftskonfliktgesetz durch Gynäkologen ist Bestandteil der GOP 01770 EBM „Betreuung einer Schwangeren“. Durch die Höherbewertung im Zuge der EBM-Weiterentwicklung wurde der zusätzliche Aufwand hier bereits berücksichtigt.

Labor: neue GOP zur Ermittlung des CYP2C9-Metabolisierungsstatus vor Verabreichung des Wirkstoffs Siponimod (Mayzent®)

Labor: neue Gebührenordnungsposition (GOP) zur Ermittlung des CYP2C9-Metabolisierungsstatus vor Verabreichung des Wirkstoffs Siponimod (Mayzent®) ab 1. April 2020

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 487. Sitzung mit Wirkung zum 1. April 2020 eine neue Leistung in den EBM aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
32866 Genotypisierung zur Bestimmung des CYP2C9-Metabolisierungsstatus vor der Gabe von Siponimod bei sekundär progredienter Multipler Sklerose gemäß der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation)

Obligater Leistungsinhalt
- Untersuchung auf das Vorliegen der Allele
CYP2C9*1, CYP2C9*2 und CYP2C9*3,

einmal im Krankheitsfall
82,00

Mit der neuen GOP 32866 EBM kann eine molekulargenetische Untersuchung abgerechnet werden, die vor der Verabreichung des Medikaments Mayzent® zur Behandlung Multipler Sklerose erforderlich ist.

Die Durchführung und Abrechnung der GOP 32866 EBM erfordert eine Genehmigung der KVWL gemäß Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor.

Die Vergütung der Leistungen nach der GOP 32866 EBM außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung wird vorerst auf zwei Jahre befristet.

Labor: Neufassung und Streichung von Gebührenordnungspositionen (GOP) im Abschnitt 32.3.12 EBM

Labor: Neufassung und Streichung von Gebührenordnungspositionen (GOP) im Abschnitt 32.3.12 EBM zum 1. April 2020

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 477. Sitzung folgende Anpassungen/Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) mit Wirkung zum 1. April 2020 beschlossen:

Neufassung der GOP 32821 und 32828 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
32821 Genotypische HIV-Resistenztestung bei HIV-Infizierten vor spezifischer antiretroviraler Therapie oder bei Verdacht auf Therapieversagen mit folgenden Substanzklassen gemäß Zusammenfassung der Merkmale eines Arzneimittels (Fachinformation)
- Integrase-Inhibitoren
oder
- Corezeptor-Antagonisten
oder
- Fusionsinhibitoren,

je Substanzklasse

Die GOP 32821 setzt die Angabe der Substanzklasse als Art der Untersuchung voraus.
260,00
32828 Genotypische HIV-Resistenztestung bei HIV-Infizierten vor spezifischer antiretroviraler Therapie oder bei Verdacht auf Therapieversagen mit folgenden Substanzklassen
- Protease-Inhibitoren
und/oder
- Reverse Transkriptase-Inhibitoren
260,00

Für beide Leistungen gilt, dass für die Beurteilung eines Therapieversagens die aktuellen Leitlinien des AWMF-Registers zugrunde zu legen sind.

Streichung der GOP 32818 und 32822 im Abschnitt 32.3.12 EBM

Aufnahme der FeNO-Messung zur Indikationsstellung einer Asthma-Therapie mit Dupilumab

Aufnahme der FeNO-Messung zur Indikationsstellung einer Asthma-Therapie mit Dupilumab zum 1. April 2020

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 476. Sitzung die Aufnahme folgender Ge-bührenordnungspositionen (GOP) für die Messung von fraktioniertem exhaliertem Stickstoffmonoxid (FeNO) in den EBM mit Wirkung zum 1. April 2020 beschlossen:

Aufnahme der GOP 04538 in den Abschnitt 4.5.2 EBM für Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin mit der Zusatzweiterbildung Kinder-Pneumologie

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
04538 FeNO-Messung zur Indikationsstellung einer Therapie mit Dupilumab 88

Aufnahme der GOP 13678 in den Abschnitt 13.3.7 EBM für Fachärzten für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie und Lungenärzte

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
13678 FeNO-Messung zur Indikationsstellung einer Therapie mit Dupilumab 88

Die GOP 04538 und 13678 EBM sind bei einer Überprüfung der Indikationsstellung zur Therapie mit Dupilumab nicht berechnungsfähig.

Aufnahme einer Kostenpauschale 40167 in den Abschnitt 40.5 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
40167 Kostenpauschale bei Durchführung einer FeNO-Messung zur Indikationsstellung einer Therapie mit Dupilumab entsprechend den GOP 04538 oder 13678 für das Mundstück (und ggf. Sensor) 7,84

Durch die Aufnahme der vorgenannten GOP in den EBM ergeben sich Folgeände-rungen in den Präambeln der entsprechenden Fachkapitel und weiteren Bestim-mungen und GOP des EBM.

Die Vergütung der Leistungen nach den GOP 04538, 13678 und 40167 EBM erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Bessere Vergütung der Kurzzeittherapie

In seiner 475. Sitzung hat der Bewertungsausschuss (BA) einen Gesetzesauftrag im Rahmen der Reform der Psychotherapeutenausbildung umgesetzt. Mit Wirkung zum 01. April 2020 wurden Zuschläge für die ersten zehn Sitzungen einer Kurzzeittherapie (KZT) in einem neuen Abschnitt 35.2.3.2 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zur Kurzzeittherapie beschlossen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in
Punkten/Euro

35591

Zuschlag zu den GOP 35401, 35402, 35411, 35412, 35421 und 35422

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

139

35593

Zuschlag zu den GOP 35503, 35523 und 35543

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

138

35594

Zuschlag zu den GOP 35504, 35524 und 35544

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

116

35595

Zuschlag zu den GOP 35505, 35525 und 35545

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

103

35596

Zuschlag zu den GOP 35506, 35526 und 35546

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

95

35597

Zuschlag zu den GOP 35507, 35527 und 35547

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

88

35598

Zuschlag zu den GOP 35508, 35528 und 35548

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

84

35599

Zuschlag zu den GOP 35509, 35529 und 35549

  • höchstens 10-mal im Krankheitsfall

80

Die KVWL plant die neuen Zuschläge automatisiert zuzusetzen. Wir bitten Sie jedoch im Quartal 2/2020 die Zuschläge in Ihrer Abrechnung selbst einzutragen. Die Zuschläge sind sowohl für GOP der Einzel- und Gruppenbehandlungen berechnungsfähig – insgesamt aber höchstens zehn Mal im Krankheitsfall.

Sollte nach einer Akutbehandlung (GOP 35152 EBM) eine Kurzzeittherapie erforderlich sein, wird der Zuschlag auch hier von der KVWL zugesetzt (Für 2/2020 bitte selbst eintragen). Die Zuschläge sind somit auch bei einer Verrechnung mit der Akutbehandlung für bis zu 10 Sitzungen Kurzzeittherapie berechnungsfähig. Für eine alleinige Akutbehandlung gibt es die neuen Zuschläge hingegen nicht.

Wie vom Gesetzgeber vorgegeben, können Psychotherapeuten die neuen Zuschläge nur dann zugesetzt werden, wenn sie für die Mindestsprechstundenanzahl gemäß §19a Abs. 1 der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte zur Verfügung stehen.

Wichtiger Hinweis

Die KVWL kann Ihnen die Zuschläge nur zusetzen, wenn Sie die Sprechstundenzeiten im Mitgliederportal erfasst haben. Weitere Informationen, inklusive eines Leitfaden zur Meldung von Sprechstunden und Praxiszeiten, finden Sie auf unserer Internetseite unter: www.kvwl.de/tsvg

Zuschlag auch auf Einzeltherapie per Videosprechstunde

Psychotherapeuten erhalten den Zuschlag zur Kurzzeittherapie in Form einer Einzelbehandlung (GOP 35591) auch dann, wenn sie diese Leistung per Videosprechstunde durchgeführt haben. Der BA hat die neue GOP 35591 EBM dazu in die sechste Bestimmung zum Abschnitt 35.2 aufgenommen. Voraussetzung für die Abrechnung der Therapie als Videosprechstunde ist ein vorausgegangener persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung. Weitere Informationen zur Videosprechstunde finden Sie auf unserer Internetseite in der Rubrik eHealth/Videosprechstunde.

Leistungen im Rahmen der Empfängnisregelung

Bei Versicherten bis zum vollendeten 22. Lebensjahr ist es in den vergangenen Monaten zur Privatabrechnung und dem Ausstellen von Privatrezepten im Rahmen der Empfängnisregelung gekommen. Wir möchten Sie deshalb nochmals auf die Änderungen hinweisen (vgl. Praxis intern 4/2019, S. 22, und 7/2019, S. 4).

Die Änderung des § 24a Absatz 2 SGB V hat zur Folge, dass Versicherte jetzt bis zum vollendeten 22. Lebensjahr und nicht mehr bis zum vollendeten 20. Lebensjahr Anspruch auf die Versorgung mit verschreibungspflichtigen empfängnisverhütenden Mitteln haben.

Dies betrifft unter anderem die Leistung Einlegen, Wechseln oder Entfernung eines Intrauterinpessars (Gebührenordnungsposition 01830) und die Leistung subkutane Applikation eines Depot-Kontrazeptivums (Gebührenordnungsposition 01832) des Abschnitts 1.7.5 im EBM.

Zweitmeinungsverfahren

Gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten haben einen Rechtsanspruch, vor bestimmten planbaren Operationen (OP) eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Nach der Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) und der Mandeloperation (Tonsillektomie/Tonsillotomie) kommt nun als weiteres Verfahren die Schulterarthroskopie hinzu.

Gegenstand des Zweitmeinungsverfahrens „Schulterarthroskopie“ sind arthroskopische Eingriffe am Schultergelenk, sofern sie planbar sind und es sich nicht um notfallmäßige Eingriffe handelt, die zeitnah erfolgen müssen. Patienten können sich somit zukünftig bei einem qualifizierten Zweitmeiner zur Notwendigkeit einer Gelenkspiegelung an der Schulter und zu alternativen Behandlungsmöglichkeiten beraten lassen.

Ärztinnen oder Ärzte, die eine Zweitmeinung abgeben wollen, brauchen eine Genehmigung der KVWL. Hierfür ist neben der Facharzturkunde eine mindestens fünfjährige Tätigkeit in der unmittelbaren Patientenversorgung im jeweiligen Fachgebiet nach Anerkennung der Facharztbezeichnung, eine gültige Weiterbildungsbefugnis oder akademische Lehrbefugnis sowie die Erfüllung der Fortbildungsverpflichtung nach § 95 d oder § 136 b Abs. 1 Nr. 1 SGB V nachzuweisen. Ein Antragsformular steht auf den KVWL-Internetseiten bereit. Besonders ist, dass nicht nur Vertragsärzte am Zweitmeinungsverfahren teilnehmen können, sondern auch nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte. Sie werden dann, sofern sie die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, ausschließlich für die Leistungen des Zweitmeinungsverfahrens zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung ermächtigt.

Nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sind Ärzte verpflichtet, Patienten über ihren Rechtsanspruch auf eine Zweitmeinung zu informieren, wenn sie die Indikation für einen der genannten planbaren Eingriffe stellen. Ferner soll der indikationsstellende Arzt den Patienten auf die Liste der Zweitmeiner hinweisen, die von den Kassenärztlichen Vereinigungen bereitgestellt wird, sowie auf weiterführende Informationen. Die KVWL informiert über die Arztsuche auf ihrer Internetseite, welche Ärzte zur Abgabe einer Zweitmeinung im Sinne der Richtlinie berechtigt sind. Diese Suche ist auch für Patienten nutzbar.

Einleitung der Zweitmeinung:

Der indikationsstellende Arzt „Erstmeiner“ rechnet die Leistung nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 01645 EBM nach den Vorgaben der Codierungsliste mit einer indikationsspezifischen Symbolnummer (SNR) ab.

SNR Leistungs­beschreibung
01645A Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Mandeloperation
01645B Aufsuchen eines Patienten in der Praxis eines anderen Arztes, bei Nacht zwischen 19 und 7 Uhr
05230Z Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Gebärmutterentfernung
01645C Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Schulterarthroskopie

Die GOP/SNR dient der Abbildung des aufgrund des Zweitmeinungsverfahrens entstehenden zusätzlichen Aufwands des Arztes, der die Indikation für eine Zweitmeinung stellt. Die Leistung beinhaltet auch die Zusammenstellung der Befundunterlagen. Die Vergütung der GOP/SNR 01645 erfolgt extrabudgetär und damit ohne Mengenbegrenzung – vorerst befristet bis Ende 2021. Die GOP ist nicht genehmigungspflichtig.

Berechnung der Zweitmeinung:

Für die Vergütung der ärztlichen Zweitmeinung rechnet der Arzt die jeweilige arztgruppenspezifische Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale beim ersten persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt einmal im Behandlungsfall ab. Die Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen sowie ggf. erforderliche weitere Leistungen sind vom abrechnenden Arzt eingriffsspezifisch zu kennzeichnen. Die zusätzliche Kennzeichnung der abgerechneten GOP erfolgt als Freitext im Feld freier Begründungstext (KVDT-Feldkennung 5009) mit den nachstehenden Codes:

Freier Begründungstext Leistungs­beschreibung
88200A Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Mandeloperation
88200B Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Gebärmutterentfernung
88200C Zweitmeinungsverfahren bei einer bevorstehenden Schulterarthroskopie

Die Vergütung der Pauschalen sowie der ergänzenden Untersuchungen erfolgt extrabudgetär – vorerst befristet bis Ende 2021.

Ergänzende Untersuchungen im Rahmen des Zweitmeinungsverfahrens:

Neben den Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschalen sind ausschließlich gegebenenfalls medizinisch notwendige Untersuchungen (gemäß § 3 Abs. 2 der Richtlinie des G-BA zum Zweitmeinungsverfahren) entsprechend den Abrechnungsbestimmungen des EBM berechnungsfähig. Die Nebeneinanderberechnung der ärztlichen Zweitmeinung und medizinisch notwendiger Untersuchungsleistungen setzt die Angabe einer medizinischen Begründung voraus.

OPS: Anpassung Anhang 2 EBM

Anpassung Anhang 2 EBM zum 1. April 2020

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 11. Dezember 2019 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 01. April 2020 beschlossen:

Der Anhang 2 zum EBM wird mit Wirkung zum 1. April 2020 an den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) Version 2020 angepasst. In diesem Anhang finden Sie die Zuordnungen der Leistungen nach den EBM-Kapiteln 31 (Ambulantes Operieren) und 36 (Belegärztliche Operationen) zu den OPS.

Die Anpassung wurde durch die jährliche Aktualisierung der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM) und des OPS des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) erforderlich. Dabei handelt es sich um die Aufnahme von neuen OPS-Kodes und die Streichung von ungültigen (beendeten) OPS-Kodes in der Version 2020 im Vergleich zur Version 2019. Da die Anpassungen erst zum 1. April 2020 in Kraft treten, verschlüsseln Sie Ihre Operationen und Prozeduren nach Anhang 2 EBM bis zum 31. März 2020 noch nach der OPS-Version 2019.

Auch hier steht Ihnen eine kostenfreie Bereitstellung des Anhanges 2 des EBM auf der Homepage der KBV unter folgendem Link zur Verfügung:

Aufsuchen eines Kranken in der Praxis eines anderen Arztes (Wegekosten)

Berechnung von Wegekosten für das Aufsuchen eines Kranken in der Praxis eines anderen Arztes:

Im Rahmen einer gemeinsamen Erklärung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des GKV-Spitzenverbandes wurde mitgeteilt, dass in der Gebührenordnungsposition (GOP) 05230 EBM (Aufwandserstattung für das Aufsuchen eines Kranken in der Praxis eines anderen Arztes oder Zahnarztes zur Durchführung der Leistung entsprechend der GOP 01856, 01913, 31840, 31841 oder von Anästhesien/Narkosen des Kapitels 5 oder 31) aus dem Abschnitt 5 des EBM für Fachärzte für Anästhesiologie keine Wegekosten enthalten sind.

GOP/SNR Leistungsinhalt
05230 Aufsuchen eines Kranken in der Praxis eines anderen Arztes
05230B Aufsuchen eines Patienten in der Praxis eines anderen Arztes, bei Nacht zwischen 19 und 7 Uhr
05230Z Aufsuchen eines Patienten in der Praxis eines anderen Zahnarztes
05230N Aufsuchen eines Patienten in der Praxis eines anderen Zahnarztes, bei Nacht zwischen 19 und 7 Uhr

Die Wegekosten für das Aufsuchen mehrerer Patienten in derselben Arzt- oder Zahnarztpraxis sind je Behandlungstag einmalig beim ersten Patienten abrechnungsfähig.

Aufnahme der Tonsillektomie mit Adenotomie bei Hyperplasie der Tonsillen

Vorabinformation zum 1. April 2020

Anpassung Anhang 2 zum Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) Aufnahme der Tonsillektomie mit Adenotomie bei Hyperplasie der Tonsillen

Bereits seit dem 01. Juli 2019 ist der OPS-Kode 5-281.5 „Tonsillektomie (ohne Adenotomie): Partiell, transoral“ und die entsprechenden GOP im Anhang 2 berechnungsfähig.

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 455. Sitzung vom 11. Dezember 2019 mit Wirkung zum 1. April 2020 die Aufnahme eines neuen Kodes für die partielle transorale Tonsillektomie im Zusammenhang mit einer Adenotomie (5-282.1) in den EBM beschlossen.

OPS
2020
Bez.
OPS 2020
Kat. OP-Lstg. Überw. Nachbeh.
Überw.
Nachbeh.
Operat.
Narkose
5-282.1 Tonsillektomie mit Adenotomie: Partiell, transoral N3 31233/
36233
31504/
36504
31658 31659 31823/
36823

Der OPS-Kode 5-282.1 ist nach der neuen zwanzigsten Bestimmung in die Präambel 2.1 zum Anhang 2 zum EBM nur bei symptomatischer Hyperplasie der Tonsillen und klinisch relevanter Beeinträchtigung, bei der eine konservative Behandlung nicht ausreicht, berechnungsfähig.

Nähere Erläuterungen dazu entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 455. Sitzung unter www.institut-ba.de.

Weiterentwicklung des EBM zum 01.04.2020

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich auf eine „kleine EBM-Reform“ geeinigt. Neben einigen strukturellen Änderungen wurde die Bewertung aller Leistungen überprüft und an die aktuelle Kostenstruktur angepasst. Der neue EBM tritt zum 1. April 2020 in Kraft.

Leistungen neu kalkuliert

Im Fokus der Reform stand die Anpassung der betriebswirtschaftlichen Kalkulation der ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen. Darüber hinaus war die gesetzliche Vorgabe aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) umzusetzen, die sprechende Medizin zu fördern und dies zulasten von Leistungen mit einem hohen technischen Leistungsanteil.

Wichtig: Aufbau des EBM bleibt unverändert

Der Aufbau und die Struktur des EBM bleiben von der Reform unberührt. Auch bei der Abrechnung der einzelnen Leistungen ändert sich für die Ärzte und Psychotherapeuten kaum etwas. Strukturelle Änderungen, wie punktuelle inhaltliche Erweiterungen der Leistungsbeschreibung oder redaktionelle Klarstellungen, wurden in Abstimmung mit den Berufsverbänden auf das Nötigste reduziert.

Auch die Honorarverteilung im Bereich der KVWL wird im Wesentlichen unverändert fortgeführt, so dass nur geringfügige Änderungen bei den Honoraren zu erwarten sind.

Detailliertere Informationen finden Sie auf der Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung:

( Hinweis: diese Seite wird regelmäßig durch die KBV aktualisiert).

Über die Änderungen des EBM, die Ihre Fachgruppe betreffen, werden wir Sie rechtzeitig informieren.

Änderungen zum 01.03.2020

Klarstellung zur Definition „medikamentöse Tumortherapie“

Onkologie-Vereinbarung: Klarstellung zur Definition „medikamentöse Tumortherapie“ Keine Auswirkungen auf die Kostenpauschalen 86510 und 86512

In der Januarausgabe hat die KVWL über die Änderungen der Onkologie-Vereinbarung zum 1. Januar 2020 informiert.

In der Onkologie-Vereinbarung wurde der Begriff „zytostatische Tumortherapie“ durch „medikamentöse Tumortherapie“ ersetzt. Hiermit war ausschließlich eine Anpassung des Wortlautes an den Stand der medizinischen Wissenschaft und Technik intendiert. Auf Intervention der KVWL hat die KBV nunmehr klargestellt, dass die neue Definition sich nur auf die folgenden Kostenpauschalen bezieht, die in der Leistungslegende den Begriff „medikamentöse Tumortherapie“ enthalten:

  • 86514 - Zuschlag für die intrakavitär applizierte medikamentöse Tumortherapie
  • 86516 - Zuschlag für die intravasal applizierte medikamentöse Tumortherapie
  • 86520 - Zuschlag für die orale medikamentöse Tumortherapie

Die Kostenpauschalen 86510 und 86512 sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Die Kostenpauschale 86512 erfordert entsprechend der Leistungslegende eine „Behandlung solider Tumore entsprechend § 1 Abs. 2 a-c unter tumorspezifischer Therapie …“. Dies kann auch eine Therapie mit ausschließlich hormonell beziehungsweise antihormonell wirksamen Medikamenten sein, sofern es sich nicht um die Behandlung im Rahmen der Nachsorge handelt.

Hinweis zur Abrechnung: Postoperative Behandlungskomplexe des Abschnitts 31.4 EBM

Abrechnung postoperativer Behandlungskomplexe des Abschnitts 31.4 EBM (GOP 31600 ff des EBM)

Hinweis zu den postoperativen Behandlungskomplexen des Abschnitts 31.4 EBM:

Diese sind ausschließlich nach ambulanter Durchführung eines Eingriffs des Abschnitts 31.2 EBM und nur von einem Leistungserbringer abrechenbar. Dabei ist nicht relevant, ob der ambulante Eingriff in einer Arztpraxis oder einem Krankenhaus durchgeführt wurde. Der die Gebührenordnungspositionen des Abschnitts 31.4 EBM abrechnende Vertragsarzt hat auf dem Abrechnungsschein das Datum des zu Grunde liegenden operativen Eingriffes zu dokumentieren. Sofern es sich um eine Operation aus dem Anhang 2 des EBM (Band 2) handelt, sind die postoperativen Leistungen nach Kapitel 31 berechnungsfähig. Dies gilt auch, wenn die eigentliche Operation nach einem regionalen Sondervertrag abgerechnet wird und hierfür keine eigenständige Symbolnummer vorgesehen ist.

Begibt sich ein Patient nach der stationären (belegärztlichen) Entlassung aus dem Krankenhaus in die Behandlung eines niedergelassenen Arztes, sind die postoperativen Leistungen nach den Einzelleistungen des EBM über die KVWL abzurechnen.

Information der KBV: Berechnung weiterer Sequenzen nach Kontrastmitteleinbringung

Berechnung weitere Sequenzen nach Kontrastmitteleinbringung

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband haben zu der Gebührenordnungsposition (GOP) 34452 EBM eine gemeinsame Erklärung abgegeben. Die GOP 34452 EBM ist entgegen dem obligaten Leistungsinhalt in Ausnahmefällen auch dann berechnungsfähig, wenn die Leistung in einer anderen Sitzung als die jeweils zuschlagsberechtigte Leistung gemäß den GOP 34410, 34411, 34420 bis 34422, 34430, 34440 bis 34442, 34450 und 34451 EBM durchgeführt wird.

Voraussetzung ist in diesen Fällen, dass die Durchführung der jeweils zuschlagsberechtigten Leistung ohne Kontrastmitteleinbringung(en) erfolgt ist. In diesen Fällen sollte der Zeitraum zwischen der Durchführung der Leistung gemäß der GOP 34452 EBM und der jeweils zuschlagsberechtigten Leistung in der Regel nicht länger als 2 Wochen betragen.

Informationen zur Abrechnung: Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung

Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung

Im Nachgang zu unserer Veröffentlichung (Dezember-Ausgabe - KVWL Kompakt/ Praxisintern) zum organisierten Programm zur Früherkennung von Zervixkarzinomen (oKFE-RL) noch weitere Informationen in Bezug auf die Abrechnung:

Vorgehen nach operativen Eingriffen an der Zervix uteri

Die Teilnahme am Früherkennungsprogramm ist für Frauen nach zervixerhaltender Partialhysterektomie nicht ausgeschlossen. Sofern anatomisch kein Gewebe des Zielorgans des Zervixkarzinomscreenings mehr sichtbar ist, ist als präventive Leistung nur die Früherkennung nach der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) ohne Zytologie und HPV-Test nach der GOP 01760 EBM berechnungsfähig.

Veranlassung Zytologie und HPV-Test

Im Primärscreening und in der Abklärungsdiagnostik werden Zytologie und HPV-Test vom Gynäkologen ausschließlich über Muster 39 veranlasst. Hierauf erfolgt auch die Abrechnung der Untersuchungen (Scheinart 21). Sofern beide Untersuchungen nicht in einer Praxis durchgeführt werden können, kann der Zytologe mittels Muster 10 und der Kennzeichnung „präventiv“ den HPV-Test als Weiterüberweisung veranlassen. Hierbei kann der Erstveranlasser angegeben werden. Die Abrechnung des HPV-Tests erfolgt ausschließlich in dieser Fallkonstellation - Weiterleitung des HPV-Tests durch den Zytologen - auf Muster 10 (Scheinart 27). Die Transportkostenpauschale GOP 40100 EBM darf nur von der den Auftrag (Zytologie, HPV-Test, Ko-Test) erstmals annehmenden Praxis abgerechnet werden. Bei einer Weiterüberweisung ist die Abrechnung der GOP 40100 EBM nicht zulässig.

Sofern eine laborärztliche Praxis ausschließlich den Untersuchungsauftrag HPV-Test für das Primärscreening oder die Abklärungsdiagnostik erhält, wird dieser auf Muster 39 veranlasst und ist auf diesem abzurechnen (Scheinart 21). In diesem Fall muss das Laborsystem das Einlesen/Verarbeiten des Musters 39 und die Übernahme der Abrechnungsdaten in die Scheinart 21 implementieren.

Sollten Zytologie und HPV-Test an verschiedene Vertragsärzte überwiesen werden, muss das Ergebnis der HPV-Untersuchung an den Zytologen für die Erstellung eines Gesamtbefundes übermittelt werden.

Überweisung zur Abklärungskolposkopie:

Die Überweisung zur Abklärungskolposkopie erfolgt mittels Muster 6 mit der Kennzeichnung „präventiv“. Dem Kolposkopiker sind mit der Überweisung die Ergebnisse der Zytologie und des HPV-Tests für die Programmdokumentation zu übermitteln.

Eine Liste der Ärzte, die eine Genehmigung für die Abklärungskolposkopie von der KVWL erhalten haben, finden Sie auf unserer Internetseite:

Weitere umfassende Informationen erhalten Sie auch auf der Internetseite:

Rückwirkende Änderungen zum 01.02.2020

Nukleinsäurenachweis von SARS

Nukleinsäurenachweis von SARS-CoV-2:

Rückwirkende Anpassung der GOP 32816 EBM zum 1. Februar 2020

Voraussetzung für die Abrechnung der GOP 32816 EBM für den Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 ist, dass der Befund innerhalb von 24 Stunden mitgeteilt wird. Diese Abrechnungsvoraussetzung hat der BA jetzt rückwirkend zum 1. Februar 2020 als Soll-Regelung ausgestaltet.
Hintergrund ist, dass der weltweite Ausbruch von Corona-Infektionen zu einem stetig steigenden Bedarf an Reagenzien und Verbrauchsmaterialien für die Testungen auf SARS-CoV-2 bei nahezu allen Diagnostika-Herstellern geführt hat. Dadurch kommt es weltweit zu einer Knappheit an benötigten Materialien und damit auch in Deutschland zu Verzögerungen in den Untersuchungsabläufen.
Die Bearbeitungszeit der Untersuchung nach der GOP 32816 EBM bis zur Befundmitteilung soll verbindlich auf 24 Stunden festgelegt werden, sobald sich die Versorgungssituation in den Laboratorien normalisiert hat.

Änderungen zum 01.02.2020

Aufnahme des Nukleinsäurenachweises für den neuartigen Coronavirus

Aufnahme des Nukleinsäurenachweises für den neuartigen Coronavirus zum 1. Februar 2020

Der Bewertungsausschuss hat zum 1. Februar 2020 eine neue Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 zur Abklärung eines Verdachts auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) in den EBM aufgenommen.

Gemäß § 12 des Infektionsschutzgesetzes besteht Meldepflicht für das Auftreten von respiratorischen Erkrankungen durch das neuartige Coronavirus (2019-nCoV). Der Begriff Auftreten schließt neben der Infektion/Erkrankung und dem Tod auch Verdachtsfälle ohne labordiagnostischen Nachweis ein (dies entspricht ungeklärten, wahrscheinlichen und bestätigten Fällen).

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
32816

Nukleinsäurenachweis des neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) mittels RT-PCR einschließlich eines Bestätigungstestes bei Reaktivität im Suchtest (Befundmitteilung innerhalb von 24 Stunden nach Materialeinsendung)

Obligater Leistungsinhalt

  • Untersuchung von Material der oberen Atemwege (Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder –Aspirat) und/oder Oropharynx-Abstrich)
    oder
  • Untersuchung von Material der tiefen Atemwege (Bronchoalveoläre Lavage, Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert) und/oder Trachealsekret)

Je Material, bis zu zweimal am Behandlungstag

Die GOP 32816 ist nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig.

Die GOP 32816 kann nur für die vom RKI definierten Risikogruppen erbracht und berechnet werden. Die Falldefinition des RKI ist zu beachten.

59,00

Für die genannten Facharztgruppen ist keine gesonderte Antragstellung für eine Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung von Speziallaborleistungen erforderlich.

Die Finanzierung der Leistung nach der GOP 32816 EBM erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen.

Für die Diagnostik kann der Veranlasser die Kennnummer 32006 EBM angeben.

Symbolnummer (SNR) zur Kennzeichnung der Behandlungsfälle

Behandlungsfälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem 2019-nCoV nachgewiesen wurde, sind einmalig mit der SNR 88240 zu kennzeichnen.

Bitte beachten Sie, dass der Beschluss noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesgesundheitsministerium steht.

Für Deutschland hat das Robert-Koch-Institut (RKI) mit externen Partnern Informationen auf einer Themenseite im Internet veröffentlicht:

Rückwirkende Änderungen zum 01.01.2020

Änderungen für laboratoriumsmedizinisch/zytologisch tätige Ärzte

Rückwirkende Änderungen des EBM mit Wirkung zum 1. Januar 2020 für laboratoriumsmedizinisch/zytologisch tätige Ärzte

Der Bewertungsausschuss (BA) hat folgende rückwirkende Anpassungen/Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) mit Wirkung zum 1. Januar 2020 beschlossen:

Streichung der zweiten Spiegelstriche der obligaten Leistungsinhalte der Gebührenordnungsposition (GOP) 01763 und 01767 EBM.

Aufnahme einer Leistung nach der Gebührenordnungsposition 01769 in den Abschnitt 1.7.3.2.2 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01769 Zuschlag zu den GOP 01763 und 01767 für die Genotypisierung auf HPV-Typ 16 und HPV-Typ 18 bei einem positiven Nachweis von High-Risk-HPV-Typen 153

Durch die Aufnahme der vorgenannten GOP in den EBM ergeben sich Folgeänderungen in den Präambeln der Fachkapitel und weiteren Bestimmungen und GOP des EBM.

Änderung der Legende der GOP 19456 im Abschnitt 19.4.4 EBM

GOP Leistungsbeschreibung
19456 Nachweis oder Ausschluss einer krankheitsrelevanten oder krankheitsauslösenden genetischen Veränderung menschlicher DNA zur Indikationsstellung einer gezielten medikamentösen Behandlung eines platinsensitiven Rezidivs, eines fortgeschrittenen oder rezidivierten oder progressiven highgrade serösen epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms, die laut Fachinformation obligat ist

Weitere Detailänderungen entnehmen Sie bitte dem Beschluss des BA aus seiner 477. Sitzung unter:

Eine ausführliche Übersicht über alle Änderungen seit dem 01.01.2020 finden Sie finden Sie weiter oben unter den „Schwerpunktthemen“.

Änderungen zum 01.01.2020

Änderungen in der ICD-10-GM

Änderungen in der ICD-10-GM zum 1. Januar 2020

Es erfolgte die Aufnahme einiger weniger neuer ICD-Kodes sowie Klarstellungen und redaktionelle Anpassungen. So wurden unter Anderem neue Kodes für das Zytokinfreisetzungs-Syndrom, zur Differenzierung der altersbedingten Makuladegeneration sowie für die HIV-Präexpositionsphrophylaxe aufgenommen.

Eine Anpassung gab es auch beim Ersatzwert „UUU“, der mit Wirkung vom 01. Januar 2020 seine Gültigkeit verliert (s. Ausgabe 12/2019 Praxisintern, Seite 3).

Eine kostenfreie Bereitstellung der neuen Klassifikationsdateien finden Sie über die Homepage des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI):

TSS-Vermittlung

TSS-Vermittlung: Änderungen der Vergütungsregelungen

Zusatzpauschale für die Durchführung von Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern

Bei Patienten, die über die Terminservicestelle (TSS) vermittelt wurden, können Ärzte ab dem 1. Januar 2020 für Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern eine neue Zusatzpauschale (GOP 01710 EBM) abrechnen.

Diese Anpassung des EBM war erforderlich, weil die Abrechnung der Zusatzpauschalen für die TSS-Vermittlung nach den GOP 03010 und 04010 EBM in Fällen, in denen ausschließlich Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern des Abschnitts 1.7.1 EBM abgerechnet werden, nicht möglich ist, da es sich um Zuschläge zur Versicherten- oder Grundpauschale handelt.

GOP Leistungsinhalt Bewertung
in Punkten

01710

Zusatzpauschale für die Durchführung von Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern aufgrund einer TSS-Vermittlung gemäß Allgemeiner Bestimmung 4.3.10.1,

einmal im Arztgruppenfall.

Die GOP 01710 EBM ist nicht berechnungsfähig, wenn der vermittelte Patient bei der die Früherkennungsuntersuchung durchführenden Arztgruppe derselben Praxis in demselben Quartal bereits behandelt wurde.

Die GOP 01710 EBM ist am Behandlungstag nicht neben einer Versicherten- oder Grundpauschale berechnungsfähig.

Die GOP 01710 EBM ist im Arztgruppenfall nicht neben den
GOP 01322, 01323, 03010, 04010, 05228, 06228, 07228, 08228, 09228, 10228, 11228, 13228, 13298, 13348, 13398, 13498, 13548, 13598, 13648, 13698, 14218, 15228, 16228, 17228, 18228, 20228, 21236, 21237, 22228, 23228, 23229, 24228, 25228, 25229, 25230, 26228, 27228 und 30705 EBM berechnungsfähig.

 

Die Höhe der Bewertung der GOP 01710 EBM ist wie bei den TSS-Zuschlägen abhängig von der Wartezeit auf einen Termin:

  • Termin innerhalb von 8 Tagen: 114 Punkte
  • Termin innerhalb von 9 bis 14 Tagen: 68 Punkte
  • Termin innerhalb von 15 bis 35 Tagen: 45 Punkte

Erster Zähltag ist auch hier der Tag der Kontaktaufnahme des Patienten mit der TSS.

Hinweise zur Abrechnung:

  • Die GOP kann nur in Fällen abgerechnet werden, in denen der Termin über die Terminservicestelle vermittelt wurde und wenn am Behandlungstag ausschließlich Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern des EBM-Abschnitts 1.7.1 durchgeführt werden.
  • Die GOP kann nicht abgerechnet werden, wenn Termine für Laboruntersuchungen oder die Vorsorgeuntersuchung J1 vermittelt wurden.
  • Am selben Behandlungstag dürfen keine kurativen Leistungen durchgeführt und keine Versicherten- oder Grundpauschalen berechnet werden, an anderen Tagen im Quartal hingegen schon (alle Leistungen im Arztgruppenfall werden dann extrabudgetär vergütet).
  • Die GOP ist einmal im Arztgruppenfall berechnungsfähig. Das heißt: Sie ist nicht berechnungsfähig, wenn das Kind in demselben Quartal in derselben Praxis bereits von einem Arzt der Arztgruppe, die die Früherkennungsuntersuchung durchführt, behandelt wurde.
  • Kennzeichnung als TSS-Terminfall und nach Zeitraum ab Kontaktaufnahme mit den Buchstaben B (50 Prozent), C (30 Prozent) und D (20 Prozent).

TSS-Zuschläge auch für ermächtigte Ärzte

Für ermächtige Ärzte, Institute beziehungsweise Krankenhäuser, die ausgewählte Leistungen ambulant durchführen dürfen, werden zwei neue GOP in den EBM aufgenommen: Die GOP 01322 EBM (Zuschlag zur GOP 01320 EBM) und die GOP 01323 EBM (Zuschlag zur GOP 01321 EBM).

Beide GOP sind für Patienten, die über die TSS vermittelt werden, einmal im Arztgruppenfall berechnungsfähig. Die Höhe der Bewertung ist analog zu den anderen TSS-Zuschlägen nach der Länge der Wartezeit auf einen Termin gestaffelt. Ärzte mit einem vollen Ermächtigungsumfang dürfen wie bei den Grundpauschalen nach den GOP 01320 bzw. 01321 EBM anstelle der neuen GOP 01322 und 01323 EBM, die zeitgestaffelten Zuschläge zur Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale des jeweiligen Fachgebietes für Patienten abrechnen, die über die Terminservicestelle vermittelt werden.

GOP Leistungsinhalt Bewertung
in Punkten

01322

Zuschlag zu der GOP 01320 EBM für die Behandlung aufgrund einer TSS Vermittlung gemäß Allgemeiner Bestimmung 4.3.10.1 oder 4.3.10.2,

einmal im Arztgruppenfall

Die GOP 01322 EBM kann durch die zuständige Kassenärztliche Vereinigung zugesetzt werden.

Die GOP 01322 EBM ist im Arztgruppenfall nicht neben der GOP 01710 EBM berechnungsfähig.

 

01323

Zuschlag zu der GOP 01321 EBM für die Behandlung aufgrund einer TSS Vermittlung gemäß Allgemeiner Bestimmung 4.3.10.1 oder 4.3.10.2,

einmal im Arztgruppenfall

Die GOP 01323 EBM kann durch die zuständige Kassenärztliche Vereinigung zugesetzt werden.

Die GOP 01323 EBM ist im Arztgruppenfall nicht neben der GOP 01710 EBM berechnungsfähig.

Biomarkerbasierte Tests beim primären Mammakarzinom

Biomarkerbasierte Tests beim primären Mammakarzinom zum 1. Januar 2020

Bereits am 20.06.2019 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, dass der biomarkerbasierte Test „Oncotype DX Breast Recurrence Score®“ zur Emittlung des Rezidivrisikos bei einer bestimmten Form von frühem Brustkrebs gesetzliche Kassenleistung wird. In seiner 455. Sitzung am 11. Dezember hat der Bewertungsausschuss (BA) hierzu entsprechende Leistungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 01. Januar 2020 gefasst.

Die Vergütung der neuen Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Weiterhin ist zu beachten, dass bislang ausschließlich der vorgenannte biomarkerbasierte Test Teil der vertragsärztlichen Versorgung ist. Der Test kann ausschließlich bei Pat. mit einem primären Hormonrezeptor-positiven, HER2/neu-negativen, nodalnegativen und NICHT metastasierten Mamakarzinom angewendet werden, sofern die Empfehlung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie beim primären Mamakarzinom aufgrund klinischer und pathologischer Kriterien allein nicht eindeutig getroffen werden kann.

Die neuen GOP 08347 und 13507 EBM bilden die ärztliche Aufklärung zum Test sowie die Befundbesprechung ab. Sie sind von Ärzten folgender Fachgruppen berechnungsfähig:

GOP 08347 EBM

  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe
    • mit Schwerpunkt gynäkologische Onkologie oder
    • mit der Zusatzbezeichnung „Medikamentöse Tumortherapie“ oder
    • mit einer Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung.

GOP 13507 EBM

  • Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie.
  • Internisten ohne Schwerpunkt,
    • die über die Zusatzbezeichnung „Medikamentöse Tumortherapie“ verfügen oder
    • mit einer Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung.

Die in-vitro-diagnostischen Leistungen werden in einen neuen Unterabschnitt 19.4.5 „Biomarkerbasierte Testverfahren“ des EBM aufgenommen. Die GOP 19501 EBM bildet die Aufwände des Pathologen ab, das aufwändige Testverfahren mit hohem Sachkostenanteil die GOP 19502 EBM.

Die neuen GOP im Überblick

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in
Punkten/Euro

08347

Erörterung der Besonderheiten des biomarkerbasierten Tests bei Patientinnen mit primärem Mammakarzinom gemäß Nr. 30 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses

  • je vollendete 5 Minuten,
  • höchstens fünfmal im Krankheitsfall

65 Punkte

13507

Erörterung der Besonderheiten des biomarkerbasierten Tests bei Patientinnen mit primärem Mammakarzinom gemäß Nr. 30 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses

  • je vollendete 5 Minuten,
  • höchstens fünfmal im Krankheitsfall

65 Punkte

19501

Aufarbeitung einer Gewebeprobe zur Durchführung eines biomarkerbasierten Tests bei primärem Hormonrezeptorpositivem, HER2/neu-negativem, nodalnegativem und nicht metastasierten Mammakarzinom gemäß Nr. 30 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses

  • einmal im Krankheitsfall

552 Punkte

19502

Biomarkerbasierter Test gemäß Nr. 30 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses

3296,50 Euro

Die molekularbiologische Analyse erfolgt zunächst bei diesem Testverfahren ausschließlich am Firmenstandort des Herstellers in den USA. Aufgrund dieser Besonderheit wurde der BMV-Ärzte konkretisiert (siehe § 25 Abs. 2 Nr. 3).

Nähere Erläuterungen dazu entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 455. Sitzung unter www.institut-ba.de.

Diverse Beschlüsse des Bewertungsausschusses

Diverse Beschlüsse des Bewertungsausschusses zum 1. Januar 2020

Der Bewertungsausschuss (BA) hat zahlreiche Beschlüsse gefasst, die mit Wirkung zum 1. Januar 2020 in Kraft treten.

Nachfolgend die Beschlüsse und die wesentlichen Inhalte daraus im Überblick.

Erweitertes Neugeborenen-Screening gemäß Abschnitt C Kapitel I und II der Kinder-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses

Mit der Änderung der ersten Anmerkung zur Gebührenordnungsposition (GOP) 01707 EBM wird die Durchführung und Abrechnung des Erweiterten Neugeborenen-Screenings, sofern dieses noch nicht im Kinderuntersuchungsheft dokumentiert ist, bis zur U3 ermöglicht.

Optische Kohärenztomographie

Der Bewertungsausschuss hatte mit seinem Beschluss in der 451. Sitzung am 17. September 2019 u. a. die GOP 06338 und 06339 EBM für die Optische Kohärenztomographie (OCT) zur Therapiesteuerung der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) und des Makulaödems im Rahmen der diabetischen Retinopathie (DMÖ) aufgenommen. Mit dem vorliegenden Beschluss werden die GOP 06338 und 06339 EBM jeweils um eine Anmerkung ergänzt. Durch diese ergänzende Regelung ist es möglich, die GOP 06338 und 06339 EBM am Operationstag neben den GOP 31371 bzw. 31372, 31373, 36371 bzw. 36372 und 36373 EBM zur intravitrealen Medikamenteneingabe zu berechnen.

Änderung der Präambel 13.3.2 des EBM: GOP 13360 EBM für alle Schwerpunktinternisten abrechenbar

Gemäß der zweiten Bestimmung des Abschnittes 13.3.2 des EBM sind Fachärzte für Innere Medizin mit der Zusatzweiterbildung „Diabetologie“ oder der Qualifikation „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)“ berechtigt, die GOP 13360 EBM zu berechnen.
Durch die gleichzeitige Aufnahme der GOP 13360 EBM in die Nr. 3 der Präambel 13.1 wird klargestellt, dass alle Internisten mit und ohne Schwerpunkt, sofern die entsprechenden Qualifikationen vorliegen, zusätzlich zur Grundpauschale ihres jeweiligen Abschnittes die GOP 13360 EBM berechnen können.

Hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom: Streichung des Anhangs 5 des EBM

Mit Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 426. Sitzung am 18. September 2018 wurden die Leistungen zur hyperbaren Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom mit Wirkung zum 1. Oktober 2018 in einen neuen Abschnitt 30.2.2 des EBM aufgenommen. Bis zum Inkrafttreten der Qualitätssicherungsvereinbarung Hyperbare Sauerstofftherapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V galten die Anforderungen gemäß dem Anhang zum Abschnitt 30.2.2 „Hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom“ des EBM (kurz: Anhang 5 EBM). Da die Vereinbarung zu Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur hyperbaren Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom zum 1. Oktober 2019 in Kraft getreten ist, werden mit dem vorliegenden Beschluss die Vermerke zur Übergangsregelung sowie der Anhang 5 EBM gestrichen.

Aussetzung der Dokumentationsvorgaben Darmkrebsscreening Gebührenordnungspositionen (GOP) 01738, 01741, 13421 EBM

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 5. Dezember 2019 die vorübergehende Aussetzung der Dokumentationsvorgaben zur Programmevaluation des Programms zur Früherkennung von Darmkrebs nach der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) aufgrund bislang fehlender funktionaler Dokumentationssoftware mit Wirkung zum 1. Januar 2020 beschlossen. Zusätzlich werden die bislang bestehenden Vorgaben zur Dokumentation der Früherkennungskoloskopie und zur Übermittlung von Quartalsberichten für den immunologischen Test auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) nach der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) zum 1. Januar 2020 aufgehoben (Aufhebung der Paragraphen §§ 37 bis 41 und der Anlage III der KFE-RL).

Aus diesem Grund wurde der EBM durch den Bewertungsausschuss (BA) angepasst.

Aufnahme jeweils einer neuen Anmerkung zu den GOP 01738, 01741und 13421 EBM.

Die GOP 01738, 01741und 13421 EBM sind bis auf weiteres auch bei fehlender elektronischer Dokumentation gemäß Teil I. E. § 15 der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) berechnungsfähig.

Nähere Erläuterungen dazu entnehmen Sie bitte den Beschlüssen des Bewertungsausschusses zu seiner 455. Und 460. Sitzung unter www.institut-ba.de.

Liposuktion Kassenleistung bei Lipödem im Stadium III

Liposuktion ab 1. Januar 2020 Kassenleistung bei Lipödem im Stadium III

Der Bewertungsausschuss (BA) hat die Methode der Liposuktion bei Lipödem Stadium III in den EBM aufgenommen und in seiner 455. Sitzung am 11. Dezember folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 01. Januar 2020 befristet bis zum 31. Dezember 2024 beschlossen:

In schweren Fällen des Lipödems werden ab Januar 2020 die Kosten für die Fettabsaugung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. KBV und GKV-Spitzenverband haben dazu mehrere neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen und die Vergütung festgelegt.

Die Operation kann ambulant oder belegärztlich durchgeführt und abgerechnet werden. Die Abrechnung erfolgt über verschiedene GOP, die zum 1. Januar 2020 neu in den EBM aufgenommen werden.

Vorerst bis 2024 befristet

Dass die Fettabsaugung bei einem Lipödem im Stadium III als neue Leistung in die vertragsärztliche Versorgung aufgenommen wird, hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Sommer beschlossen – und zwar befristet bis zum 31. Dezember 2024. Bis dahin sollen Erkenntnisse aus einer Erprobungsstudie vorliegen, die die Wirkung der Liposuktion in allen Stadien des Lipödems untersuchen wird.

Erkrankung kann zu starken Schmerzen führen

Die Erkrankung betrifft fast ausschließlich Frauen und zeichnet sich durch eine disproportionale Fettgewebsvermehrung zwischen Stamm und Extremitäten aus. Diese Fettverteilungsstörung kann insbesondere im Stadium III zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen. Der Druck- oder Berührungsschmerz geht dabei vom Weichteilgewebe der betroffenen Extremitäten aus. Hände und Füße sind nicht betroffen.

Gerade im Stadium III kann die Erkrankung auch mit einer Adipositas verbunden sein, wodurch Indikationsstellung und Behandlung häufig erschwert werden. Daher muss die operative Fettabsaugung vor allem in solchen Fällen in ein entsprechendes Behandlungskonzept eingebunden werden. Dieses kann zum Beispiel vorsehen, zunächst die Adipositas zu behandeln, bevor es zu einem operativen Eingriff kommt.

Konservative Therapie muss Liposuktion vorausgehen

Durch die als Liposuktion bezeichnete Absaugung des krankhaften Fettgewebes wird zwar – häufig in mehreren Teileingriffen – versucht, eine Verbesserung der Bewegungsfähigkeit und damit eine Linderung der Beschwerden zu erreichen. Grundsätzlich gilt aber, dass ein operatives Fettabsaugen des Lipödems im Stadium III erst dann durchgeführt werden kann, wenn zuvor eine konservative Therapie nicht zur Linderung der Beschwerden geführt hat. Diese muss mindestens sechs Monate lang durchgeführt worden sein und kann zum Beispiel Lymphdrainage, Kompression, Bewegungstherapie umfassen.

Ärzte benötigen Genehmigung

Ärzte, die eine Liposuktion beim Lipödem im Stadium III durchführen wollen, benötigen eine Genehmigung zum ambulanten Operieren gemäß § 135 Absatz 2 SGB V.

Vorgaben zur Qualitätssicherung

Zusätzlich zur Einführung der Methode in die vertragsärztliche Versorgung wurden sektorenübergreifende Vorgaben zur Qualitätssicherung beschlossen (gemäß § 136 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 SGB V). Diese betreffen vor allem die Anforderungen an die Indikationsstellung und an die fachliche Qualifikation der operierenden Ärztinnen und Ärzte. Es ist geplant, diese Richtlinie durch die Festlegung von Mindestanforderungen und geeigneten Nachweisverfahren zu ergänzen. Hierzu wird der G-BA einen weiteren Beschluss fassen.

Übersicht der Operations- und Prozedurenschlüssel (OPS) des Anhang 2 EBM

OPS 2020 Bezeichnung OPS 2020 Kategorie

5-911.17

Absaugen von Fettgewebe (Liposuktion): Oberarm und Ellenbogen

AA6

5-911.18

Absaugen von Fettgewebe (Liposuktion): Unterarm

AA6

5-911.1e

Absaugen von Fettgewebe (Liposuktion): Oberschenkel und Knie

AA7

5-911.1f

Absaugen von Fettgewebe (Liposuktion): Unterschenkel

AA6

Übersicht der neuen GOP:

Ambulante und belegärztliche Operationen an der Körperoberfläche

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
31096
 

36096
 
Liposuktion bei Lipödem im Stadium III gemäß Nr. 32 der Anlage I "Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses, Eingriff der Kategorie AA6 6037
ambulant

3822
belegärztlich
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
31097
 

36097
 
Liposuktion bei Lipödem im Stadium III gemäß Nr. 32 der Anlage I "Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden" der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses, Eingriff der Kategorie AA7 6444
ambulant

4118
belegärztlich
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
31098
 

36098
 
Zuschlag zur Gebührenordnungsposition 31096/36096 bei Simultaneingriffen sowie zur Gebührenordnungsposition 31097/36097
  • Schnitt-Naht-Zeit je weitere vollendete 15 Minuten,
  • Nachweis der Schnitt-Naht-Zeit über das Anästhesieprotokoll oder den OP-Bericht
612
ambulant

377
belegärztlich

Ambulante und belegärztliche Lokalanästhesien durch den Operateur

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
31802
 

36802
 
Tumeszenzlokalanästhesie durch den Operateur
  • Tumeszenzlokalanästhesie der Haut und des subkutanen Fettgewebes,
  • Überwachung und Dokumentation der Vitalparameter,
  • Pulsoxymetrie,
  • EKG-Monitoring,
  • I.v.-Zugang
  • Infusion(en),
  • Verabreichung von Analgetika/Sedativa
2592
ambulant

1619
belegärztlich

Kostenpauschale bei Durchführung der Liposuktion bei Lipödem im Stadium III

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
40165 Entsprechend der bei GOP 31096 oder 31097 für die beim Eingriff eingesetzte(n) Absaugkanüle(n) 72,00

Nähere Erläuterungen entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 455. Sitzung unter www.institut-ba.de.

Neuer Abschnitt 11.4.5 EBM - In-vitro-Diagnostik

Aufnahme eines neuen Abschnittes 11.4.5 in den EBM - In-vitro-Diagnostik hereditärer Veränderungen zur Indikationsstellung einer pharmakologischen Therapie - zum 1. Januar 2020

Lynparza® ist bei positivem Nachweis von BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom, einem platin-sensitiven, fortgeschrittenen oder rezidivierten oder progressiven high-grade epithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem Peritonealkarzinom indiziert.

Zur Feststellung der Anwendungsvoraussetzung ist eine Untersuchung auf BRCA1/2 Mutationen auch außerhalb der bereits im EBM enthaltenen Indikation nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 11440 Hereditäres Mamma- und Ovarialkarzinom (HBOC) erforderlich.
Aus diesem Grund wird der Umfang der vertragsärztlichen Leistungen durch die Aufnahme der GOP 11601 in dem neuen Unterabschnitt 11.4.5 EBM - In-vitro-Diagnostik hereditärer Veränderungen zur Indikationsstellung einer pharmakologischen Therapie - erweitert.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung
in Punkten
11601 Nachweis oder Ausschluss von Mutationen in den Genen BRCA1 und BRCA2 in der Keimbahn zur Indikationsstellung einer gezielten medikamentösen Behandlung eines lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinoms, eines platin-sensitiven, eines fortgeschrittenen oder rezidivierten oder progressiven highgrade epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms, die laut Fachinformation obligat ist 20570

Die neue GOP ist nur berechnungsfähig, sofern die Indikationskriterien des hereditären Mamma- und Ovarialkarzinoms nach der GOP 11440 EBM gemäß der Qualitätssicherungs-Vereinbarung Molekulargenetik nicht erfüllt sind oder wenn die Untersuchung auf eine bekannte konstitutionelle Mutation in den Genen BRCA1 und/oder BRCA2 nach der GOP 11518 diese Mutation nicht bestätigt.

Die GOP 11601 EBM ist im Krankheitsfall nicht neben den GOP 11302, 11440 und 19456 EBM berechnungsfähig.

Die Vergütung der Leistungen nach der GOP 11601 EBM erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen.

Ebenfalls angepasst wurde die Legende der GOP 19456 im Abschnitt 19.4.4. des EBM:

GOP Leistungsbeschreibung
19456 Nachweis oder Ausschluss einer krankheitsrelevanten oder krankheitsauslösenden genetischen Veränderung menschlicher DNA zur Indikationsstellung einer gezielten medikamentösen Behandlung eines platin-sensitiven Rezidivs, eines fortgeschrittenen oder rezidivierten oder progressiven high-grade serösen epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms, die laut Fachinformation obligat ist

Nähere Erläuterungen dazu entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 455. Sitzung unter www.institut-ba.de.

Anpassung der Onkologie-Vereinbarung

Anpassung der Onkologie-Vereinbarung zum 1. Januar 2020
Ausschluss Kostenpauschale 86520 gegen 86518

Die Onkologie-Vereinbarung (Anlage 7 Bundesmantelvertrag für Ärzte) wurde zum 1. Januar 2020 angepasst. Es gibt u. a. Änderungen bei der Abrechnung der Kostenpauschalen zur oralen Tumortherapie und Palliativversorgung. Weiterhin wurden Begriffe geändert und klargestellt:

  • Ärzte, die über eine Genehmigung zur Teilnahme an der Onkologie-Vereinbarung verfügen, können bei einem Patienten im Behandlungsfall entweder nur die Kostenpauschale 86518 (Palliativversorgung – Zuschlag zu den Kostenpauschalen 86510 und 86512) oder die Kostenpauschale 86520 (orale Tumortherapie – Zuschlag zu den Kostenpauschalen 86510 und 86512) abrechnen. Die Abrechnung beider Pauschalen im selben Behandlungsfall ist ausgeschlossen.
  • In der gesamten Onkologie-Vereinbarung wurde der Begriff „zytostatische Tumortherapie“ durch „medikamentöse Tumortherapie“ ersetzt. Die Definition wurde in Paragraf 4 der Onkologie-Vereinbarung aufgenommen.
    Ärzte können Therapien mit ausschließlich hormonell beziehungsweise antihormonell wirksamen Medikamenten (ATC-Klasse L02-Endokrine Therapie) nicht über die Kostenpauschalen aus der Onkologie-Vereinbarung abrechnen. Sie zählen nicht zur medikamentösen Tumortherapie.
  • Der Wortlaut „intravenös und/oder intraarteriell“ wurde in „intravasal“ geändert und damit vereinheitlicht. Mit „intravasal“ ist ebenso „intravenös“ wie „intraarteriell“ gemeint.
  • In der Onkologie-Vereinbarung wurden die Facharztbezeichnungen für die Hämatologen/Onkologen an die aktuelle Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer angepasst. Die neue Bezeichnung lautet: Fachärzte für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie. Die Onkologie-Vereinbarung beinhaltet eine Regelung zum Bestandsschutz der bisherigen Bezeichnungen.
  • Weitere Details hierzu entnehmen Sie bitte der aktualisierten Onkologie-Vereinbarung.

Gynäkologie: Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs zum 1. Januar 2020

Zum Start des organisierten Programms für die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs am 1. Januar 2020 werden im EBM mehrere neue Leistungen aufgenommen. Darauf haben sich KBV und GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss (BA) geeinigt. Damit steht nun auch die Höhe der Vergütung fest.

Es geht um das Primärscreening und die Abklärungsdiagnostik zum Zervixkarzinom, die ab dem kommenden Jahr nach der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) durchgeführt werden. Diese sieht für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren wie bisher neben der jährlichen klinischen Untersuchung eine jährliche zytologische Diagnostik vor. Kommt es zu auffälligen Befunden, können Frauen ab 30 Jahren einen HPV-Test zur Abklärung in Anspruch nehmen, bei dem untersucht wird, ob der Gebärmutterhals mit HP-Viren infiziert ist.

Neu für Versicherte ab dem 35. Lebensjahr ist, dass sie alle drei Jahre Anspruch auf einen kombinierten Test (Ko-Test: Zytologie + HPV-Test) haben. Diesen Test können ab Jahresbeginn auch die Frauen machen lassen, die 2019 oder 2018 nach den Vorgaben der bisherigen Richtlinie untersucht wurden. Der Ko-Test bietet mehr Sicherheit als der vorherige alleinige Abstrich. In den zwei Jahren zwischen dem Ko-Test besteht zukünftig nur der Anspruch auf eine klinische gynäkologische Untersuchung.

Die Krankenkassen werden ab dem 1. Januar 2020 sukzessive Einladungen an anspruchsberechtige Frauen versenden. Diese dienen lediglich dazu, an die Untersuchung zu erinnern. Für die Untersuchung selbst wird die Einladung nicht benötigt.

Elektronische Dokumentation zunächst ausgesetzt

Da es nicht allen Softwareanbietern gelingen wird, zum 01.01.2020 ausreichend funktionale Dokumentationssoftwarelösungen anzubieten, hat der G-BA am 05.12.2019 beschlossen, die Dokumentationsverpflichtungen nach der oKFE-RL für dieses Programm zunächst auszusetzen. Das Ende dieser Aussetzung bleibt einer gesonderten Beschlussfassung vorbehalten, die spätestens drei Monate vor dem darin festgelegten Zeitpunkt im Bundesanzeiger veröffentlicht werden muss.

Aufgrund dieser Aussetzung sind die nachfolgenden GOP bis auf weiteres auch bei fehlender elektronischer Dokumentation gemäß der oKFE-RL berechnungsfähig.

Drei neue Leistungen für das Primärscreening

Ab Januar 2020 wird für die gynäkologische Untersuchung und Abstrichentnahme im Rahmen des Primärscreenings die Gebührenordnungsposition (GOP) 01761 EBM abgerechnet.
Zwei weitere neue GOP gibt es für die Untersuchung der Abstriche im Primärscreening: Die GOP 01762 für die zytologische Untersuchung (Die Durchführung und Berechnung dieser Leistung setzt eine Genehmigung nach der QS-Vereinbarung Zytologie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraus) und die GOP 01763 für den HPV-Test. Letztere enthält den Nachweis der High-Risk-HPV-Typen sowie bei positivem Befund die Genotypisierung auf die besonders cancerogenen Typen 16 und 18.

Die ärztliche Leistung bei Durchführung des HPV-Testes wird über die geänderten OP 01700 oder 01701 vergütet.

Nicht Teil des Programms: GOP 01760

Für gynäkologische Untersuchungen ohne Abstrich, die Ärzte zwischen dem dreijährigen Untersuchungsintervall einmal jährlich (nach der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie und außerhalb des Programms) durchführen können, wird die GOP 01760 in den EBM aufgenommen. Die bisherige GOP 01730 für die Krebs-Früherkennungsuntersuchung bei Frauen entfällt.

Neue Leistungen zur Abklärungsdiagnostik

Zur Abklärung auffälliger Befunde aus dem Primärscreening wird für die Abklärungsdiagnostik mit Abstrichentnahme die GOP 01764 in den EBM aufgenommen. Die Entnahmematerialien werden der gynäkologischen Praxis vom zytologischen Labor zur Verfügung gestellt.

Die Abklärungskolposkopie nach der neuen GOP 01765 dürfen nur Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe durchführen und abrechnen, die über eine Genehmigung nach der entsprechenden QS-Vereinbarung gemäß § 135 Abs. 2 SGB V verfügen.

Im Zusammenhang mit der Abklärungsdiagnostik werden für die zytologische Untersuchung die GOP 01766 (Die Durchführung und Berechnung dieser Leistung setzt eine Genehmigung nach der QS-Vereinbarung Zytologie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraus), für den HPV-Test die GOP 01767 und für die histologische Untersuchung die GOP 01768 in den EBM aufgenommen.

Extrabudgetäre Vergütung

Sämtliche Leistungen zur Früherkennung eines Zervixkarzinoms und zur Abklärung auffälliger Befunde werden extrabudgetär vergütet.

Angepasstes Muster 39

Unbenommen der Aussetzung der Dokumentationspflichten nach der oKFE-RL löst ab dem 01.01.2020 ein überarbeitetes Muster 39 die bislang geltende Version ab. Wie bisher erfolgt der Auftrag des Gynäkologen an den Zytologen über dieses Muster, der Überweisungsschein zur präventiven zytologischen Untersuchung entfällt. Neue Dokumentationsinhalte sind nunmehr Informationen zum HPV-Test (Testergebnis, verwendeter Test, Virustyp) und zur HPV-Impfung. Die bisher üblichen Angaben zur rektalen Untersuchung und zum Blutdruck entfallen jedoch. Durch die Angleichung von Parametern soll eine Doppeldokumentation zur zytologischen Untersuchung vermieden werden, da die Daten sowohl für die Beauftragung (Muster 39) als auch für die spätere Programmevaluation gemäß oKFE-RL genutzt werden.

Die Besonderheit der Veranlassung und Abrechnung der HPV-Teste nach Abschnitt 1.7.3.2 EBM über das neue Muster 39 wurde bereits in den Bundesmantelvertrag-Ärzte aufgenommen.

Die Versicherteninformation zum Gebärmutterhalskrebs (Anlage VI a und b der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL)) können Sie bei der KVWL im Formularservice bestellen.

Die neuen GOP im Überblick

GOP Beschreibung Bewertung
Früherkennung von Krebserkrankungen der Brust und des Genitales gemäß der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie
01760 Klinische Untersuchung 159 Punkte
Primärscreening zur Früherkennung des Zervixkarzinoms gemäß der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme
01761 Klinische Untersuchung 179 Punkte
01762 Zytologische Untersuchung 81 Punkte
01763 HPV-Test 171 Punkte
Abklärungsdiagnostik zur Früherkennung des Zervixkarzinoms gemäß der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme
01764 Abklärungsdiagnostik mit Abstrichentnahme 67 Punkte
01765 Abklärungskolposkopie zur Abklärung auffälliger Befunde 658 Punkte
01766 Zytologische Untersuchung 288 Punkte
01767 HPV-Test 171 Punkte
01768 Histologische Untersuchung 248 Punkte

EBM Folgeänderungen zusammengefasst

Durch die oben genannten EBM Änderungen wurden weitere EBM Anpassungen erforderlich.

Die Bezeichnung der Entnahmeorte in den Leistungsinhalten nach den GOP 01825 für die Entnahme von Zellmaterial und der GOP 01826 für die zytologische Untersuchung wurde an den Richtlinientext zur Empfängnisregelung angeglichen.

Wie auch für die zytologischen Leistungen des Abschnitts 1.7.3.2 erfolgte auch für die entsprechenden zytologischen Leistungen in den Abschnitten 1.7.5 und 19.3 EBM die Zuordnung der Kosten für die Entnahmematerialien zur jeweiligen zytologischen Leistung. Die Entnahmematerialien sind zur Sicherung der Qualität auf die nachfolgenden in-vitro-diagnostischen Verfahren abzustimmen und von Zytologen, Pathologen oder dem Laborarzt zu verantworten und deswegen regelhaft bereitzustellen.

Als Folge der Anpassungen in den präventiven Leistungen zur Zervix-Zytologie wird die kurative GOP 19311 Urin- und Zervix-Zytologie gestrichen und die Leistungen getrennt als GOP 19318 Zervix-Zytologie und als GOP 19319 Urin-Zytologie weitergeführt.
Die kurativen GOP 32819 und 32820 zum Nachweis der High-Risk-Humanen-Papillom-Viren wurden mit dem vorliegenden Beschluss zusammengeführt und die Formulierung dem präventiven HPV-Nachweis angepasst. Die GOP 32820 wird gestrichen.

Aufgrund der erfolgten Anpassungen der Früherkennung von Krebserkrankungen bei Frauen entfallen die Leistungen nach der GOP 01730 und 01733 im Abschnitt 1.7.2.

Nähere Erläuterungen dazu entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 455. Sitzung unter www.institut-ba.de und den Richtlinien für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) unter www.g-ba.de/richtlinien.

Gynäkologie: Anpassung Muster 39 für zytologische Untersuchungen ab 01.01.2020 – Dokumentationsverpflichtung ausgesetzt

Aufgrund der Neustrukturierung des Programms zur Früherkennung des Zervixkarzinoms wurde eine inhaltliche Überarbeitung des Musters 39 für die Kommunikation zwischen Gynäkologen und Zytologen erforderlich. Das aktuelle Muster wird zum 01.01.2020 abgelöst. Angaben zur rektalen Untersuchung und zum Blutdruck entfallen, dafür wurde eine Ergänzung hinsichtlich Informationen zur Testung auf HPV (Humane Papillomviren) und zur HPV-Impfung vorgenommen. Diese neuen Parameter enthalten neben dem Testergebnis und Informationen zum Virustyp auch Angaben zum verwendeten Test (Schwellenwert, Pharmazentralnummer).

Ab Januar 2020 sollten auch neue Vorgaben für die Dokumentation gelten. Doch diese ruhen nun vorerst, da es nicht allen Softwareanbietern gelingen wird, zum Starttermin des Programms die nötige Dokumentationssoftware anzubieten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat daher entschieden, die vorgesehene Dokumentationsverpflichtung für die Vertragsärzte so lange auszusetzen, bis eine flächendeckende Implementierung der Software in die Praxisverwaltungssysteme möglich ist. Ergebnisse der Früherkennungsuntersuchungen und der Abklärungsdiagnostik von den beteiligten Vertragsärzten müssen frühestens zum 4. Quartal 2020 elektronisch dokumentiert und übermittelt werden. Die bislang bestehenden Verpflichtungen zur Dokumentation der Früherkennungskoloskopie und zur Übermittlung von Quartalsberichten für den immunologischen Test auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) nach der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) zum 1. Januar 2020 sind aufgehoben.

Neben den gedruckten Formularen und der Möglichkeit der Blankoformularbedruckung wird Ihnen zukünftig von Ihrem Softwareanbieter auch eine digitale Version des Musters 39 zur Verfügung gestellt. Ein genaues Datum hierfür ist bisher nicht bekannt.

Ab 01.01.2020 ist die Verwendung des Ersatzwertes „UUU“ nicht mehr möglich

Zum 01.01.2020 wird die Verwendungsmöglichkeit des bisherigen Ersatzwertes „UUU“ (Definition: „Angabe einer ICD-10-GM-Schlüsselnummer nicht erforderlich“) als Kodierung aufgehoben.

Gemäß der Neuregelung von § 57a Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) muss mindestens anstelle des Ersatzwertes „UUU“ der ICD-10-Kode „Z01.7 Laboruntersuchung“ mit dem Zusatzkennzeichen „G“ („gesichert“) angegeben werden. Dies betrifft insbesondere folgende Konstellationen:

  1. Für Arztfälle in einer Arztpraxis, in denen in-vitro-diagnostische Untersuchungen der Abschnitte 11.4, 19.3, 19.4, 32.2, 32.3 EBM oder entsprechende Untersuchungen im Abschnitt 1.7 oder 8.5 des EBM ohne unmittelbaren Arzt-Patienten-Kontakt durchgeführt werden, es sei denn, im EBM sind für die Abrechnung der Gebührenordnungspositionen speziellere Regelungen getroffen.
  2. Fallunabhängig für Fachärzte für Pathologie, Fachärzte für Neuropathologie, Fachärzte für Laboratoriumsmedizin sowie Fachärzte für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie.

Die bisherige Anerkennung der Verwendung des Ersatzwertes „UUU“ für andere Fachgruppen entfällt hiermit ebenfalls.
Das bedeutet, dass zum Beispiel Fachärzte für Radiologie oder auch Nuklearmedizin bzw. andere Fachgruppen, die ausschließlich Zielaufträge zu radiologischen oder nuklearmedizinischen Leistungen bzw. zur Befundung von dokumentieren Untersuchungsergebnissen erhalten, diese Behandlungsfälle zukünftig nur unter Angabe eines gültigen ICD-10-Kode abrechnen können. Hierzu können die im Auftrag dokumentierten Angaben als Basis für die Verschlüsselung genutzt werden.
Gemäß § 24 (7) BMV-Ä soll der überweisende Vertragsarzt grundsätzlich die Diagnose, Verdachtsdiagnose oder Befunde mitteilen.

Anpassung des Orientierungspunktwertes zum 1. Januar 2020

Mit Wirkung zum 1. Januar 2020 beträgt der bundeseinheitliche Punktwert als Orientierungswert 10,9871 Cent. Für das Jahr 2019 betrug der Punktwert 10,8226 Cent.

Diese Änderung wirkt sich auf die regionale Gebührenordnung aus und erhöht die Preise der Leistungen aus dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab.

Gemäß § 87 Abs. 2 e Sozialgesetzbuch V (SGB V) hat der Bewertungsausschuss den bundeseinheitlichen Punktwert als Orientierungswert in Euro zur Vergütung der vertragsärztlichen Leistungen festgelegt.

Änderungen in 2019

Änderungen zum 01.10.2019

Aufnahme der Beobachtung und Betreuung eines Patienten unter Gabe von Velmanase alfa

Der Bewertungsausschuss (BA) hat rückwirkend zum 1. Oktober 2019 den Abschnitt 1.5 „Ambulante praxisklinische Betreuung und Nachsorge“ des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) um die Beobachtung und Betreuung von Patienten unter Gabe von Velmanase alfa ergänzt:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten

01514

Zusatzpauschale für die Beobachtung und Betreuung eines Kranken bei der Gabe von Velmanase alfa

Obligater Leistungsinhalt

  • Beobachtung und Betreuung eines Kranken unter parenteraler intravasaler Behandlung mit Velmanase alfa,
  • Dauer mehr als 2 Stunden

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Infusion(-en)

502

Die Berechnung der GOP 01514 EBM setzt die Angabe des Körpergewichts des Patienten und bei einem Körpergewicht unter 50 Kg der Infusions- und Überwachungsdauer voraus. Die GOP 01514 EBM ist nicht neben den GOP 01510 bis 01512, 01516, 01520, 01521, 01530, 01531, 01857, 01910, 01911, 02100, 02101, 04564 bis 04566, 04572, 04573, 13610 bis 13612, 13620 bis 13622, 30708, 32247 und 34503 bis 34505 EBM und nicht neben den Gebührenordnungspositionen des Abschnitts 31.5.3 sowie den Gebührenordnungspositionen des Kapitels 5 berechnungsfähig.

Die GOP 01514 EBM ist für Pädiater, Internisten und Neurologen berechnungsfähig und wurde in die entsprechenden Präambeln 4.1, Nr. 5, 13.1 Nr. 6 und 16.1 Nr. 3 aufgenommen. Die Vergütung erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Die sich aus den vorgenannten Änderungen ergebenden Abrechnungsausschlüsse und weitere Detailänderungen zur Anpassung der GOP 01514 EBM entnehmen Sie dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 454. Sitzung unter www.g-ba.de.

Mammographie-Screening-Punktwerterhöhung

Mit dem Beschluss des Gemeinsamen Bewertungsausschusses in der 451. Sitzung am 17. September 2019 wurde die Bewertung der Röntgenuntersuchung beider Mammae in zwei Ebenen im Rahmen des Programms zur Früherkennung von Brustkrebs (Mammographie-Screening) nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 01750 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) ab dem 01.10.2019 um fünf Punkte erhöht.

GOP Bewertung bis 30.09.2019 Bewertung ab 01.10.2019
01750 553 558

Soziotherapie - Erweiterung verordnungsfähiger Arztgruppen

Der Gemeinsame Bewertungsausschuss hat in der 451. Sitzung am 17. September 2019 den Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) angepasst und beschlossen weiteren Fachgruppen die Abrechnung der Gebührenordnungspositionen (GOP) 30810 (Erstverordnung Soziotherapie) und GOP 30811 (Folgeverordnung Soziotherapie) EBM zu ermöglichen. Zum 1.Oktober erfolgte die Aufnahme einer neuen Nummer 4 in die Präambel des Abschnittes 23.1. Damit können ärztliche Psychotherapeuten, die einer Fachgruppe gemäß der ersten Bestimmung zum Abschnitt 30.8 angehören, die Verordnungsleistungen zur Soziotherapie abrechnen.

Einigung zur Anpassung der Videosprechstunde

Einigung zur Anpassung der Videosprechstunde im Einheitlichen Bewertungsmaßstab

Ärzte fast aller Fachgruppen, sowie Psychotherapeuten und ermächtigte Ärzte können Videosprechstunden gemäß Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag Ärzte (BMV-Ä) durchführen und abrechnen.

Ausgenommen sind: Laborärzte, Nuklearmediziner, Pathologen und Radiologen.

Bis auf wenige Ausnahmen kann die jeweilige Versicherten-, oder Grundpauschale, oder die Konsiliarpauschale nach der GOP 25214 EBM bereits beim ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde angesetzt werden. Auch Gesprächsleistungen können per Videosprechstunde abgerechnet werden. Neu in den EBM aufgenommen wurde die Videofallkonferenz mit der Pflegekraft, der Zuschlag für die Authentifizierung neuer Patienten und die Anschubfinanzierung für Ärzte und Psychotherapeuten.

Integration der Videosprechstunde in die Vergütungssystematik der Versicherten-, Grund, - und Konsiliarpauschalen

  • Ärzte und Psychotherapeuten rechnen auch beim ersten Arzt-Patientenkontakt im Rahmen der Videosprechstunde die jeweilige Versicherten-, oder Grundpauschale ab
  • Ausgenommen sind die GOP 03030, 04030, 12220 und 12225 EBM
  • Die Konsiliarpauschale nach strahlentherapeutischer Behandlung GOP 25214 EBM ist ebenfalls beim ersten Arzt-Patientenkontakt im Rahmen einer Videosprechstunde abrechnungsfähig. (bisher über die GOP 01439 EBM).
  • Kennzeichnung: Die Abrechnung ist mit der Symbolnummer (SNR) 88220 zu kennzeichnen, wenn der Kontakt mit dem Patient in einem Quartal ausschließlich im Rahmen der Videosprechstunde stattfindet. Die Anzahl dieser Behandlungsfälle ist auf 20 Prozent aller Behandlungsfälle des Vertragsarztes/Psychotherapeuten beschränkt.

Zuschläge

Bei Erfüllung der Voraussetzungen im Rahmen der Videosprechstunde werden die Zuschläge (GOP 03040, 04040, 03060, 03061, 06225, 13294, 13296 13344, 13346, 13394,13396, 13494, 13496, 13543, 13544, 13594, 13596, 13644, 13646,13694, 13696, 35571 EBM) zu den Grund- und Versichertenpauschalen automatisch von der KVWL berücksichtigt. Die KVWL plant den neuen Zuschlag nach der GOP 35591 zur Kurzzeittherapie automatisiert zuzusetzen. Wir bitten Sie jedoch im Quartal 2/2020 den Zuschlag nach der GOP 35591 in Ihrer Abrechnung selbst einzutragen.

Abschläge – bei nicht erscheinen des Patienten in der Praxis, im selben Quartal:

  • Kommt der Patient in einem Quartal nicht mehr persönlich in die Praxis und bleibt es somit bei dem Kontakt in der Videosprechstunde, wird durch die KV ein fachgruppenspezifischer, prozentualer Abschlag auf die jeweilige Pauschale/den jeweiligen Zuschlag vorgenommen, näheres siehe Tabelle.
Abschlagshöhe bei ausschließlichem Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen der Videosprechstunde im Behandlungsfall
Gruppe 1:
Abschlag von 20 %
Gruppe 2:
Abschlag von 25 %
Gruppe 3:
Abschlag von 30 %
  • Hausärzte
  • Kinder- und Jugendmedizin
  • Neurologie/Neurochirurgie
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie
  • Psychosomatik/Psychotherapie/Psychiatrie
  • Schmerztherapie
  • Strahlentherapie* (nur GOP 25214)
  • Ermächtigte Ärzte
  • Innere Medizin
  • Gynäkologie
  • Chirurgie
  • Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
  • Humangenetik
  • Dermatologie
  • Orthopädie
  • Urologie
  • Physikalische und Rehabilitative Medizin
  • Anästhesie
  • Augenheilkunde
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde/Phoniatrie
* Die strahlentherapeutischen Konsiliarpauschalen nach den GOP 25210 und 25211 des EBM bleiben weiterhin nur im persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt berechnungsfähig.

TSS Zuschläge

Die prozentualen Zuschläge für Termine, die über die Terminservicestellen (TSS) vermittelt wurden, sind auch berechnungsfähig, wenn diese Termine ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde durchgeführt werden. Die prozentuale Zuschlagshöhe bleibt hierbei unverändert (20, 30 oder 50 Prozent). Sie wird jedoch bei einer Videosprechstunde auf Basis der um die Abschläge reduzierten Versicherten- oder Grundpauschale berechnet.

Notfallpauschalen und nichtärztliche Praxisassistenten (NäPa)

Die Notfallpauschalen und Notfallkonsultationspauschalen (GOP 01205-01218 EBM) wurden vom Bewertungsausschuss zum 01.10.2019 noch nicht angepasst. Die Videosprechstunde ist im Bereitschaftsdienst entsprechend nicht berechnungsfähig. Die Kommunikation über einen Videodienst zwischen Vertragsarzt und nichtärztlichen Praxisassistenten (NäPa) bei einem durchgeführten Hausbesuch ist ebenfalls nicht im EBM abgebildet und somit nicht gesondert vergütungsfähig.

Videosprechstunde in der Psychotherapie

Bestimmte Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie und des Abschnittes 30.11 können per Videosprechstunde erbracht und abgerechnet werden, sofern das psychotherapeutische Berufsrecht und die Psychotherapie-Vereinbarung keinen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt vorgeben. Voraussetzung für psychotherapeutische Leistungen per Video ist, dass zuvor ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen der Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung erfolgt ist. Zur Abrechnung ist die jeweilige Symbolnummer (s. Übersicht) statt der GOP des EBM zu verwenden.

Gesprächsleistungen

Die GOP 03230, 04230, 04355, 04430, 14220, 14222, 16220, 21216, 21220, 22220, 22221, 23220 und 30708 EBM sind ebenfalls per Videosprechstunde zugelassen, hierzu werden die entsprechenden Anmerkungen ergänzt. Zur Abrechnung ist die jeweilige Symbolnummer (s. Übersicht) statt der GOP des EBM zu verwenden.

Obergrenze

Maximal 20 Prozent er jeweiligen Leistungen (GOP) im Quartal dürfen je Vertragsarzt per Videosprechstunde erfolgen, für den Rest ist ein persönlicher Kontakt erforderlich.

Chronikerpauschale

Im Rahmen einer Videosprechstunde sind die Chronikerpauschalen nicht berechnungsfähig. Im Quartal der Abrechnung der GOP 03220 bzw. 04220 EBM ist weiterhin ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt erforderlich, gleiches gilt für den Ansatz der GOP 03221 bzw. 04221 EBM hierfür ist ein zweiter persönliche Kontakte im Quartal erforderlich.
Videosprechstunden werden allerdings für die kontinuierliche Behandlung mitgezählt. Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte erhalten den Zuschlag (GOP 03220/04220 EBM) auch dann, wenn von den zwei erforderlichen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakten innerhalb der letzten vier Quartale einer per Video stattgefunden hat.

Videofallkonferenz mit der Pflegekraft

Mit der GOP 01442 EBM kann nun die Videofallkonferenz zwischen der Pflegekraft eines chronisch pflegebedürftigen Patienten und dem Arzt, der die diagnostischen, therapeutischen, rehabilitativen und/oder pflegerischen Maßnahmen des Patienten koordiniert und durchführt, abgerechnet werden. Das gilt für Pflegekräfte in Pflegeheimen oder mit der Pflegefachkraft in häuslichen Bereich oder in beschützenden Einrichtungen.

Die GOP 01442 EBM (Bewertung 64 Punkte / 6,93 Euro):

  • Ist maximal dreimal im Krankheitsfall berechnungsfähig.
  • Ist nur berechnungsfähig, wenn im aktuellen oder den zwei unmittelbar vorausgegangenen Quartalen ein persönlicher Arzt- Patienten Kontakt in derselben Arztpraxis stattgefunden hat.
  • Ist nicht neben den GOP 01758, 30210, 30706, 30948, 37120, 37320 und 37400 EBM berechnungsfähig.

Weitere Fallkonferenzen und Fallbesprechungen sind als Videokonferenz durchführbar:

  • GOP 30210 EBM: Hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom,
  • GOP 30706 EBM: Schmerztherapie,
  • GOP 30948 EBM: MRSA-Fall- und/oder regionale Netzwerkkonferenz,
  • GOP 37400 EBM: Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase.

Technikzuschlag / Förderzuschlag – GOP 01450 EBM

Der Technikzuschlag ist, erweitert um die Grundpauschale der Humangenetiker jetzt neben den Versichertenpauschalen (GOP 03000/04000 EBM) und zu den Grundpauschalen der Kapitel 5 bis 11,13 bis 16,18, 20 bis 23, 26 und 27 berechnungsfähig, sodass die Kosten für den Videodienst abgedeckt werden können. Die Abrechnung der GOP 01450 EBM wird je Quartal auf ein Punktzahlvolumen von maximal 1.899 Punkte je Vertragsarzt begrenzt.

Die GOP 01450 EBM (Bewertung 40 Punkte/ 4,33 Euro):

  • Ist nur vom Arzt/Psychotherapeuten, der die Videofallkonferenz initiiert, berechnungsfähig. Dabei gilt ein Höchstwert von 40 Punkten je Arzt/Psychotherapeut und je Videofallkonferenz.
  • Die GOP 01450 EBM hat einen Höchstwert von 40 Punkten je Gruppenbehandlung nach den GOP 35112 und 35113 EBM, aus dem alle gemäß der GOP 01450 EBM durchgeführten Leistungen je Gruppenbehandlung zu vergüten sind.
  • Ist als Zuschlag auch im Zusammenhang zu den GOP 01320, 01321, 01442, 25214, 30210, 30700,30706, 30932, 30948, 35110 bis 35113, 35141, 35142, 35401, 35402, 35405, 35411, 35412, 35415, 35421, 35422, 35425, 35600, 35601, 37120, 37320 und 37400 des EBM für die Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde oder für einer Videofallkonferenz berechnungsfähig.
  • Kann als Zuschlag in Zusammenhang mit den GOP 30210, 30706, 30948, 37120 und, 37320 und 37400 EBM nur dann berechnet werden, wenn die Fallkonferenz bzw. Fallbesprechung als Videofallkonferenz durchgeführt wird.

Authentifizierung unbekannter Patienten - GOP 01444 EBM

Um einen „unbekannten“ Patienten im Rahmen der Videosprechstunde zu authentifizieren, kann die neue GOP 01444 EBM als Zuschlag zu den Versicherten- und Grundpauschalen und zur Konsiliarpauschale nach der GOP 25214 EBM abgerechnet werden, da die erforderlichen Stammdaten nicht über die elektronische Gesundheitskarte automatisiert erfasst werden können. Als „unbekannt“ gilt im Rahmen dieser Regelungen ein Patient, der nicht im laufenden Quartal oder im Vorquartal in der Praxis behandelt wurde bzw. bisher nicht Patient der Praxis war.

Die GOP 01444 EBM (Bewertung: 10 Punkte / 1,08 Euro):

  • Ist einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig.
  • Kann als Zuschlag zu den Versicherten- und Grundpauschalen der Kapitel 3 bis 11, 13 bis 16, 18, 20 bis 23, 26 und 27 des EBM und zu den GOP 01320, 01321, 25214 und 37000 EBM abgerechnet werden.
  • Wird extrabudgetär vergütet und zeitlich befristet bis zum 30. September 2021 in den EBM aufgenommen. Anschließend sollen neue technische Verfahren den Zusatzaufwand zur Authentifizierung in der Praxis obsolet machen.

Anschubfinanzierung

Zusätzlich erhalten Vertragsärzte die Videosprechstunde durchführen für zwei Jahre eine Förderung je Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde mit der GOP 01451 EBM für bis zu 50 Kontakte im Quartal insgesamt bis zu 500,00 Euro.

Die GOP 01451 EBM (Bewertung 92 Punkte / 9,95 Euro):

  • Beinhaltet die Voraussetzung, dass die Praxis mindestens 15 Videosprechstunden im Quartal durchführt.
  • Der Zuschlag wird automatisch durch die Kassenärztliche Vereinigung zugesetzt.

Neue Leistungen - Optische Kohärenztherapie (OCT)

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2019 sind vom Gemeinsamen Bewertungsausschuss in der 451. Sitzung am 17. September 2019 zwei neue Leistungen für die Optische Kohärenztomographie (OCT) zur Diagnostik der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) und des Makulaödems im Rahmen der diabetischen Retinopathie (DMÖ) mit den Gebührenordnungspositionen (GOP) 06336 und 06337 in den Abschnitt 6.3 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) aufgenommen worden. Die neuen GOP 06336 und 06337 EBM, jeweils für das rechte und das linke Auge, sind einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig und mit je 399 Punkten bewertet.

Für die Durchführung der OCT zur Therapiesteuerung sind bei den oben genannten Indikationen zusätzlich die GOP 06338 und 06339 in den Abschnitt 6.3 des EBM aufgenommen worden. Die GOP 06338 und 06339 EBM sind neben den bereits im EBM bestehenden Begleitleistungen (GOP 06334 und 06335 EBM) der intravitrealen Medikamenteneingabe (IVM) bis zu 6-mal im Krankheitsfall berechnungsfähig und mit je 399 Punkte bewertet.

Das Datum der letzten IVM ist bei der Abrechnung anzugeben, da die Leistungen im Zeitraum von 3 Wochen nach der IVM nicht berechnet werden können. Des Weiteren sind die GOP 06338 und 06339 EBM innerhalb von 26 Tagen nur einmal abrechnungsfähig. In diesem Zusammenhang wurden auch die Abrechnungsbestimmungen der GOP 06334 und 06335 EBM angepasst. Die Finanzierung der neuen Leistungen erfolgt zunächst extrabudgetär.

Bitte beachten Sie:

Sämtliche Verträge zur intravitrealen operativen Medikamentenapplikation (IVOM) gelten unverändert fort. Die Leistungserbringung der OCT (Eingangs-/Verlaufsdiagnostik) erfolgt - wie bisher - über den jeweiligen IVOM-Vertrag. Die Leistungserbringung der OCT nach EBM (nAMD und DMÖ) erfolgt somit nur für Patienten der Krankenkassen, die keinen IVOM-Vertrag abgeschlossen haben bzw. an keinem IVOM-Vertrag teilnehmen.

Eine Abrechnung von patientenbezogenen Leistungen nach IVOM-Vertrag und EBM ist ausgeschlossen.

Änderung der Zuzahlungsbeträge für Heilmittel

Die Zuzahlungen von Patienten bei Abgabe von Heilmitteln in Arztpraxen haben sich rückwirkend zum 1. Juli 2019 geändert. Gemäß § 32 Abs. 2 Satz 1 SGB V besteht die Verpflichtung, eine Zuzahlung bei Heilmittelabgabe zu erheben. Die geänderten Zuzahlungsbeträge werden von der KVWL zum 1. Oktober 2019 umgesetzt und gelten somit ab dem 4. Quartal 2019.

GOP Leistungsbeschreibung Zuzahlung je Anwendung
30300 Sensomotorische Übungsbehandlung Einzelbehandlung 1,90 Euro
30301 Sensomotorische Übungsbehandlung Gruppenbehandlung 1,20 Euro
30400 Massagetherapie 1,55 Euro
30402 Unterwasserdruckstrahlmassage 2,40 Euro
30410 Atemgymnastik Einzelbehandlung 2,10 Euro
30411 Atemgymnastik Gruppenbehandlung 0,95 Euro
30420 Krankengymnastik Einzelbehandlung 2,10 Euro
30421 Krankengymnastik Gruppenbehandlung 0,95 Euro

Die Zuzahlungspflicht gilt nicht für Patienten, die generell von der Zuzahlung befreit sind:

  • Versicherte vor Vollendung des 18. Lebensjahres
  • Bei Vorlage einer Befreiungskarte der Krankenkasse (Härtefall)
  • Für Leistungen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft

Bei Patienten vor Vollendung des 18. Lebensjahres erfolgt seitens der KVWL kein Abzug des Zuzahlungsbetrages vom Honorar.

Bitte beachten Sie im Rahmen der Heilmittelabgabe bei der Erstellung Ihrer Abrechnung, dass für Patienten, die von der Zuzahlung befreit sind oder für Leistungen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft, die entsprechende GOP mit dem Buchstaben A zu kennzeichnen ist. Dadurch wird gewährleistet, dass die Zuzahlung nicht von Ihrem Honorar in Abzug gebracht wird.

Aufnahme der Beobachtung und Betreuung eines Patienten unter Gabe von Alglucosidase alfa bei Morbus Pompe

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 441. Sitzung am 14. August 2019 zum 01. Oktober 2019 den Abschnitt 1.5 „Ambulante praxisklinische Betreuung und Nachsorge“ des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) um die bisher nicht berechnungsfähige Beobachtung und Betreuung von Patienten unter Gabe von Alglucosidase alfa bei Morbus Pompe ergänzt.

Mit der Ergänzung des zweiten Spiegelstrichs des obligaten Leistungsinhaltes zu den GOP 01510 bis 01512 wird der EBM geändert:

und/oder

  • Beobachtung und Betreuung eines Kranken in einer Arztpraxis oder praxisklinischen Einrichtung gemäß § 115 Abs. 2 SGB V, in ermächtigten Einrichtungen oder durch einen ermächtigten Arzt gemäß §§ 31, 31a Ärzte-ZV unter parenteraler intravasaler Behandlung mit Zytostatika und/oder monoklonalen Antikörpern und/oder Alglucosidase alfa bei Morbus Pompe

Mit dem Beschluss des BA wird eine weitere Anmerkung zu den GOP 01510 bis 01512 in den EBM aufgenommen. Danach sind für die Behandlung mit Alglucosidase alfa bei Morbus Pompe nur die GOP 01510 und 01511 EBM berechnungsfähig.

Aufnahme und Ergänzung von Gebührenordnungspositionen des EBM zur Bestimmung von Biomarkern-Präeklampsie

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 441. Sitzung am 14. August 2019 die Biomarker PlGF und sFlt-1/PlGF bei vorhandenen Symptomen als ergänzende Diagnostik beim Vorliegen des Verdachtes auf eine Präeklampsie zum 01. Oktober 2019 in den Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) aufgenommen.

Es wird ein Katalog mit Leistungen nach den GOP 32362 und 32363 EBM in den Abschnitt 32.3.4 EBM aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
Quantitative Bestimmung frühestens ab der 24. SSW + 0 Tage, gilt für die GOP 32362 und 32363, je Untersuchung
32362 PIGF 19,40
32363 sFlt-1/PIGF-Quotienten 62,25

Der Befundbericht muss innerhalb von 24 Stunden nach Materialeingang übermittelt sein.

Voraussetzung für die Berechnungsfähigkeit der GOP 32362 und 32363 EBM ist die Erfüllung eines der folgenden Kriterien der Präeklampsie:

  • Neu auftretender oder bestehender Hypertonus
  • Präeklampsie-assoziierter organischer oder labordiagnostischer Untersuchungsbefund, welcher keiner anderen Ursache zugeordnet werden kann
  • Fetale Wachstumsstörung
  • Auffälliger dopplersonographischer Befund der Aa. uterinae in einer Untersuchung nach der GOP 01775 EBM

Die GOP 32362 und 32363 EBM sind jeweils höchstens dreimal im Behandlungsfall berechnungsfähig. Die GOP 32362 und 32363 EBM sind am Behandlungstag nicht nebeneinander berechnungsfähig.

Mit Aufnahme der v .g. GOP 32362 und 32363 in das Kapitel 32.3 des EBM unterliegen diese somit der Genehmigungspflicht nach der QSV Spezial-Labor.

Die Vergütung der Leistungen nach den GOP 32362 und 32363 erfolgt, mit Befristung auf zwei Jahre, außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Die Leistungen werden am Ende dieser Frist in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung überführt, wenn die Mengenentwicklung eine weitere extrabudgetäre Vergütung nicht erfordert.

Änderung der Legende der GOP 32930 im Abschnitt 32.3.4 EBM

Mit der Ergänzung der Leistungslegende der GOP 32390 EBM wird die Bestimmung des Biomarker HE 4 in den EBM aufgenommen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
32390 CA 125 und/oder HE 4 10,60

Änderung der Vordruckerläuterungen zum Überweisungsschein (Muster 6) – Quartalsübergreifende Gültigkeit einer Überweisung

Die Vordruckerläuterungen zum Überweisungsschein (Muster 6) wurden überarbeitet. Die Gültigkeit der Überweisung im Falle einer quartalsübergreifenden Behandlung wurde neu definiert.

Konnte bisher eine Behandlung nicht innerhalb eines Quartals abgeschlossen werden, war für die Weiterbehandlung im Folgequartal die Vorlage einer erneuten, im Folgequartal ausgestellten Überweisung notwendig. Durch die Ergänzung der Vordruckerläuterungen wird klargestellt, dass die erneute Ausstellung des Überweisungsscheins nicht erforderlich ist und der im Vorquartal ausgestellte Überweisungsschein auch im Folgequartal weiterverwendet werden kann.

Beginnt der auf Überweisung tätig werdende Arzt seine Behandlung erst im Folgequartal, kann der ausgestellte Überweisungsschein verwendet werden. Überweisungsscheine (Muster 6) sind quartalsübergreifend gültig, sofern der Versicherte zum Zeitpunkt der Behandlung eine gültige elektronische Gesundheitskarte (eGK) vorlegen kann. Das Einlesen der eGK ist grundsätzlich erforderlich. Dies ist in der Anlage 2 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) entsprechend geregelt.

Die bisherige Regelung, dass eine Überweisung nur zur Abrechnung in einem Quartal genutzt werden kann, ist obsolet. Eine quartalsbezogene Abrechnung ist jedoch erforderlich.
Beispiele:

  • Der Hausarzt stellt am 20. September eine Überweisung (Muster 6) zum MRT Knie aus. Der Patient bekommt einen Termin zum MRT am 30. Oktober. Für die Inanspruchnahme am 30. Oktober (Quartal 4/2019) ist die Überweisung vom 20. September (Quartal 3/2019) gültig.
  • Der Hausarzt stellt am 20. September eine Überweisung zum Röntgen der Brustorgane und MRT des Knies aus. Der Patient bekommt einen Termin zum Röntgen der Brustorgane am 21. September und zum MRT am 30. Oktober. Die Leistung vom 21. September (Röntgen Brustorgane) ist im Quartal 3/2019 ab¬zurechnen. Für die Inanspruchnahme zum MRT am 30. Oktober (Quartal 4/2019) ist keine erneute Überweisung erforder¬lich, da es sich um eine Inanspruchnah¬me des Radiologen im Folgequartal handelt.

Bitte beachten Sie:

  • Das Gültigkeitsdatum der elektronischen Gesundheitskarte darf nicht überschritten sein.
  • Leistungen sind immer an dem Tag abzurechnen, an dem der Leistungsinhalt einer Gebührenordnungsposition (GOP) vollständig erbracht wurde – unabhängig vom Ausstellungsdatum der Überweisung.
  • Folgequartal ist das Quartal, welches auf die Erstbehandlung folgt.

Änderungen zum 01.09.2019

Neue Vereinbarung und EBM Änderungen zur HIV-Präexpositionsprophylaxe

Am 24. Juli 2019 haben die KBV und der GKV-Spitzenverband eine Vereinbarung über die HIV-Präexpositionsprophylaxe zur Prävention einer HIV-Infektion (PrEP) als neue Anlage 33 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) beschlossen. Diese tritt mit Wirkung vom 1. September 2019 in Kraft.

Folgende Versicherte haben ab dem vollendeten 16. Lebensjahr Anspruch auf die Versorgung mit einer PrEP:

  • Männer, die Geschlechtsverkehr mit Männern haben oder Transgender‐Personen mit der Angabe von analem Geschlechtsverkehr ohne Kondom innerhalb der letzten 3 bis 6 Monate und/oder voraussichtlich in den nächsten Monaten beziehungsweise einer stattgehabten sexuell übertragbaren Infektion in den letzten 12 Monaten
  • serodiskordante Konstellationen mit einer virämisch HIV‐positiven Person ohne antiretrovirale Therapie (ART), einer nicht suppressiven ART oder in der Anfangsphase einer ART (HIV‐RNA, die nicht schon 6 Monate unter 200 RNA‐Kopien/ml liegt),
  • nach individueller und situativer Risikoüberprüfung drogeninjizierende Personen ohne Gebrauch steriler Injektionsmaterialien,
  • nach individueller und situativer Risikoüberprüfung Personen mit Geschlechtsverkehr ohne Kondom mit einer Person, bei der eine undiagnostizierte HIV‐Infektion wahrscheinlich ist (z.B. Partnern aus Hochprävalenzländern oder mit risikoreichen Sexualpraktiken).

Grundsätzlich dürfen die Vertragsärzte eine PrEP durchführen, die eine Genehmigung der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) gemäß der Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Absatz 2 SGB V zur spezialisierten Versorgung von Patienten mit HIV‐Infektion/Aids‐Erkrankung erhalten haben.

Daneben können auch Ärzte folgender Fachgruppen eine Genehmigung erhalten:

  • Allgemeinmedizin,
  • Innere Medizin,
  • Kinder‐ und Jugendmedizin,
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
  • Urologie oder
  • Haut‐ und Geschlechtskrankheiten.

Bei Fragen zu den Genehmigungsvoraussetzungen wenden Sie sich bitte an die zuständigen Ansprechpartner. Diese, sowie das entsprechende Antragsformular finden Sie unter:

In diesem Zusammenhang hat der Bewertungsausschuss (BA) in seiner 441. Sitzung am 14. August 2019 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. September 2019 beschlossen:

Aufnahme eines Abschnittes 1.7.8 in den EBM

1.7.8 HIV-Präexpositionsprophylaxe
  1. Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 01920 bis 01922 EBM können nur von Vertragsärzten berechnet werden, die über eine Genehmigung der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung gemäß Anlage 33 zum BMV-Ä verfügen.
GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten

01920

Beratung vor Beginn einer HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) gemäß Anlage 33 zum BMV-Ä

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
  • Prüfung der Indikation zur PrEP, einschließlich Kontraindikationen,
  • Beratung zu:
    • Ziel und Ablauf einer medikamentösen PrEP,
    • Prävention und Transmission von HIV und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen,
    • Notwendigkeit der Kombination mit anderen Präventionsmaßnahmen,
    • Risiko einer Resistenzentwicklung unter PrEP bei unerkannter HIV-Infektion,
    • Therapiebedingten Neben- und Wechselwirkungen,
    • Symptomatik einer primären HIV-Infektion,
    • Weiterführenden Beratungsangeboten,
  • Dauer mindestens 10 Minuten,

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Symptombezogene Untersuchungen,

je vollendete 10 Minuten

115

Die GOP 01920 EBM ist höchstens dreimal im Krankheitsfall berechnungsfähig.

Die GOP 01920 EBM ist am Behandlungstag nicht neben der GOP 01922 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01921

Einleitung einer HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) gemäß Anlage 33 zum BMV-Ä

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
  • Überprüfung des HIV- und Hepatitis-B-Status,
  • Indikationsstellung zur PrEP, einschließlich Prüfung der Kontraindikationen,
  • Auswahl und Verordnung geeigneter Arzneimittel zur PrEP,

einmal im Krankheitsfall

115

Die GOP 01921 EBM ist am Behandlungstag nicht neben der GOP 01922 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01922

Kontrolle im Rahmen einer HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) gemäß Anlage 33 des BMV-Ä

Obligater Leistungsinhalt

  • Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
  • Überprüfung der Indikation zur PrEP einschließlich Kontraindikationen,
  • Überprüfung des HIV-Status,
  • Kontrolle und/oder Behandlung ggf. aufgetretener therapiebedingter Neben- und Wechselwirkungen,
  • Dauer mindestens 5 Minuten,

Fakultativer Leistungsinhalt

  • Symptombezogene Untersuchungen,
  • Beratung zu:
  • Risikoreduktion und Adhärenzstrategien,
  • Notwendigkeit der Kombination mit anderen Präventionsmaßnahmen,

je vollendete 5 Minuten

57

Die GOP 01922 EBM ist höchstens dreimal im Behandlungsfall berechnungsfähig.

Die GOP 01922 EBM ist frühestens 4 Wochen nach Einleitung einer PrEP berechnungsfähig.

Die GOP 01922 EBM ist am Behandlungstag nicht neben den GOP 01921 und 01922 EBM berechnungsfähig.

Die GOP 01920 bis 01922 wurden in die Präambeln der Abschnitte 3 (Hausärztlicher Versorgungsbereich), 4 (Versorgungsbereich Kinder- und Jugendmedizin), 8 (Frauenärztliche, geburtshilfliche und reproduktionsmedizinische Gebührenordnungspositionen), 10 (Hautärztliche Gebührenordnungspositionen), 13 (Gebührenordnungspositionen der Inneren Medizin) und 26 (Urologische Gebührenordnungspositionen) des EBM aufgenommen.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01930

Bestimmung des Kreatinin im Serum und/oder Plasma und Berechnung der eGFR im Rahmen einer Präexpositionsprophylaxe,

zweimal im Krankheitsfall

3

Die GOP 01930 EBM ist nicht neben den GOP 32066 und 32067 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01931

Nachweis von HIV-1- und HIV-2 Antikörpern und von HIV-p24-Antigen im Rahmen einer Präexpositionsprophylaxe,

einmal im Krankheitsfall

41

Davon abweichend ist die GOP 01931 EBM im ersten Quartal zu Beginn einer Präexpositionsprophylaxe bis zu zweimal im Behandlungsfall berechnungsfähig.

Die GOP 01931 EBM ist nicht neben der GOP 32575 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01932

Nachweis von HBs-Antigen und HBc-Antikörpern vor Beginn einer Präexpositionsprophylaxe,

einmal im Krankheitsfall

105

Die GOP 01932 EBM ist nicht neben den GOP 32614 und 32781 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01933

Nachweis von HBs-Antikörpern vor Beginn einer Präexpositionsprophylaxe ohne dokumentierte Impfung gegen Hepatitis B,

einmal im Krankheitsfall

51

Die GOP 01933 EBM ist nicht neben der GOP 32617 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01934

Nachweis von HCV-Antikörpern

  • vor Beginn einer Präexpositionsprophylaxe
    oder
  • während einer Präexpositionsprophylaxe nur bei seronegativen Anwendern,

höchstens zweimal im Krankheitsfall

91

Die GOP 01934 EBM ist nicht neben der GOP 32618 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01935

Nachweis von Treponemenantikörpern mittels TPHA/TPPA-Test (Lues-Suchreaktion) und/oder Immunoassay nach individueller und situativer Risikoüberprüfung im Rahmen einer Präexpositionsprophylaxe,

einmal im Behandlungsfall

42

Die GOP 01935 EBM ist nicht neben der GOP 32566 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Punkte

01936

Nachweis von Neisseria gonorrhoeae und /oder Chlamydien in pharyngealen, anorektalen und/oder genitalen Abstrichen mittels Nukleinsäureamplifikationsverfahren (NAT) nach individueller und situativer Risikoüberprüfung im Rahmen einer Präexpositionsprophylaxe ggf. einschl. Pooling der Materialien der Abstrichorte,

einmal im Behandlungsfall

320

Die GOP 01936 EBM ist nicht neben den GOP 32836 und 32839 EBM berechnungsfähig.

Die Berechnung der GOP 01931 bis 01936 EBM setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraus.

Die GOP 01930 bis 01936 EBM wurden darüber hinaus in die Präambel des Abschnittes 12 (Laboratoriumsmedizinische, mikrobiologische, virologische und infektionsepidemiologische sowie transfusionsmedizinische Gebührenordnungspositionen) aufgenommen.

Die sich aus den vorgenannten Änderungen ergebenden Abrechnungsausschlüsse und weitere Detailänderungen entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 441. Sitzung unter www.g-ba.de.

Änderungen zum 01.07.2019

Zukünftige Änderungen der Richtlinie zur Früherkennung von Zervixkarzinom

Nach der Darmkrebsfrüherkennung wird die Zervixkarzinomfrüherkennung als zweites Programm im Rahmen der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennung (oKFE-RL) umgesetzt. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zur Früherkennung des Zervixkarzinoms ist am 21. Mai 2019 nach den Bestimmungen des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes im Bundesanzeiger veröffentlicht worden.

Am 01. Juli 2019 traten die Änderungen der oKFE-RL in Kraft, sind jedoch erst sechs Monate später umzusetzen um dem Bewertungsausschuss Zeit für entsprechende Beratungen zur Vergütung zu geben. Des Weiteren soll den Eckpunkten der Richtlinie entsprechend, eine Qualitätssicherungsvereinbarung zur Abklärungskolposkopie geschlossen werden. Bis zum 01. Januar 2020 gelten die bisherigen Regelungen der Krebsfrüherkennungsrichtlinie (KFE-RL). Die notwendigen Änderungen der Krebsfrüherkennungsrichtlinie treten parallel zum Umsetzungsdatum der oKFE-RL und dem Programmstart am 1. Januar 2020 in Kraft. Die Detailänderungen werden wir Ihnen in den nachfolgenden Praxisintern erläutert.

Änderungen des EBM zum 01.07.2019

Personenstandsgesetz und Kennzeichnung

Der Personenstandsfall von Neugeborenen kann nun zusätzlich zu weiblich, männlich oder ohne Angabe mit der Angabe divers in das Geburtsregister eingetragen werden. Personen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung können ihren Personenstandseintrag entsprechend ändern oder streichen lassen. Entsprechend wurde in Nr. 4.2.1 der Allgemeinen Bestimmungen zum EBM die Kennzeichnung „D“ für das diverse Geschlecht auf der elektronischen Gesundheitskarte ergänzt.

Die Nr. 4.2.1 der Allgemeinen Bestimmungen zum EBM wurde an die Änderungen des Personenstandsgesetzes angepasst:

4.2.1 Abrechnung geschlechtsspezifischer Gebührenordnungspositionen

  • Geschlechtsspezifische GOP mit geschlechtsorganbezogenem Inhalt sind bei Intersexualität oder Transsexualität entsprechend dem geschlechtsorganbezogenen Befund (z.B. bei Vorliegen von Testes, Ovarien, Prostata) unabhängig von der personenstandsrechtlichen Geschlechtszuordnung berechnungsfähig.
  • Entspricht der geschlechtsorganbezogene Befund bei Intersexualität oder Transsexualität nicht der personenstandsrechtlichen Geschlechts­zuordnung, sind geschlechtsspezifische Gebührenordnungsposition(en) mit geschlechtsorganbezogenem Inhalt mit einer bundeseinheitlich kodierten Zusatzkennzeichnung (Symbolnummer 88150) zu versehen. Als Begründung ist der ICD-10-Kode der für Intersexualität oder Transsexualität anzugeben.
  • Bei Vorliegen der Kennzeichnung "X" für das unbestimmte Geschlecht oder der Kennzeichnung „D“ für das diverse Geschlecht ist jedoch auf der elektronischen Gesundheitskarte keine kodierte Zusatzkennzeichnung anzugeben.
  • Für Patienten gemäß Satz 1. und 2. dieser Bestimmung ist bei Urethro(-zysto)skopien die GOP 08311 oder 26311 bei überwiegend interner Lage der Urethra und einer Urethralänge bis zu 8 cm zu berechnen. Bei einer Urethralänge von mehr als 8 cm und/oder nicht überwiegend interner Lage der Urethra ist die GOP 26310 zu berechnen.

Des Weiteren wurden Regelungen zur Berechnungsfähigkeit geschlechtsspezifischer GOP ohne geschlechtsbezogenem Inhalt (z.B. Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen nach den GOP 01747 und 01748 bei Intersexualität oder Transsexualität in Nr. 4.2.1 der Allgemeinen Bestimmungen zum EBM aufgenommen.

  • Die GOP 01747 und 01748 sind bei Intersexualität oder Transsexualität auch dann berechnungsfähig, wenn die personenstandsrechtliche Geschlechtszuordnung nicht der Geschlechtszuordnung der Anspruchs­berechtigten entspricht, sofern eine medizinische Begründung einschließlich des ICD-10-Kodes für Intersexualität oder Transsexualität angegeben wird.

Die geschlechtsspezifische(n) Gebührenordnungsposition(en) ohne geschlechtsorganbezogenen Inhalt sind mit einer bundeseinheitlich kodierten Zusatzkennzeichnung zu versehen.

Rubraca® - Änderung der Legende der Gebührenordnungsposition 19456 im Abschnitt 19.4.4 EBM

Rubraca® ist indiziert als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patientinnen mit platin-sensitivem, rezidiviertem oder progressivem, highgrade epithelialem Ovarial-, Eileiter- oder Peritonealkarzinom mit BRCA-Mutationen (Keimbahn und/oder somatisch), die mit zwei oder mehr vorherigen platinbasierten Chemotherapielinien behandelt wurden und keine weitere platinhaltige Chemotherapie tolerieren.

In diesem Zusammenhang wird die Legende im Abschnitt 19.4.4 EBM der GOP 19456 entsprechend ergänzt:

GOP Leistungsbeschreibung
19456 Nachweis oder Ausschluss einer krankheitsrelevanten oder krankheitsauslösenden genetischen Veränderung menschlicher DNA zur Indikationsstellung einer gezielten medikamentösen Behandlung eines platin-sensitiven, rezidivierten oder progressiven high-grade epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms, die laut Fachinformation obligat ist.

Schwere kombinierte Immundefekte - Erweiterung der Früherkennungsuntersuchung

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 439. Sitzung am 19. Juni 2019 folgende Anpassungen/Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) mit Wirkung zum 1. Juli 2019 beschlossen:

Erweiterte Früherkennungsuntersuchung des erweiterten Neugeborenen-Screenings auf „schwere kombinierte Immundefekte“ (Severe combined Immunodeficiency, SCID)

Anpassung der Gebührenordnungsposition 01724 im Abschnitt 1.7.1 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Punktewert
01724 Erweiterte Neugeborenen-Screeninguntersuchung der Zielkrankheiten mittels Laboruntersuchungs­verfahren, Tandemmassenspektrometrie bzw. quantitativer oder semi-quantitativer Polymerase Chain Reaction (PCR) 221 Punkte

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte als 14. Früherkennungs­untersuchung des erweiterten Neugeborenen-Screenings die Untersuchung auf "schwere kombinierte Immundefekte" (Severe combined Immunodeficiency, SCID) in die Kinder-Richtlinie aufgenommen. Hierzu wurden Leistungsinhalt und Bewertung der GOP 01724 entsprechend angepasst.

Delstrigo®/Pifeltro® - Änderungen im Kapitel Labor/Molekularbiologische Untersuchungen des EBM

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 439. Sitzung am 19. Juni 2019 folgende Änderungen des EBM zum 1. Juli 2019 beschlossen:

Aufnahme einer Leistung nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 32818 in den Abschnitt 32.3.12 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
32818 Genotypische HIV-Resistenztestung bei HIV-Infizierten gemäß der Fachinformation der Arzneimittel Delstrigo® und/oder Pifeltro® vor Erstverordnung, sofern die Untersuchungsvoraussetzungen gemäß Anlage I Nr. 10 der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der vertragsärztlichen Versorgung nicht erfüllt 260,00

Die Vergütung der Leistung nach der GOP 32818 erfolgt bis zum 30. Juni 2021 außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Ab dem 1. Juli 2021 wird die Leistung in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung überführt.

Änderung der Legende der GOP 32828 im Abschnitt 32.3.12 EBM

GOP Leistungsbeschreibung
32828 Genotypische HIV-Resistenztestung bei HIV-Infizierten gemäß Anlage I Nr. 10 der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der vertragsärztlichen Versorgung.

Fingolimod – Änderungen im EBM

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 439. Sitzung am 19. Juni 2019 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. Juli 2019 beschlossen:

Aufnahme einer Leistung nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 01516 für die Beobachtung und Betreuung eines Kranken bei der Gabe von Fingolimod in den Abschnitt 1.5 EBM.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01516 Zusatzpauschale für die Beobachtung und Betreuung eines Kranken bei der Gabe von Fingolimod
Obligater Leistungsinhalt
  • Beobachtung und Betreuung eines Kranken bei der Erstgabe
    oder
  • Beobachtung und Betreuung eines Kranken bei der Umstellung der Tagesdosis von 0,25 mg auf 0,5 mg
    oder
  • Beobachtung und Betreuung eines Kranken bei Wiederaufnahme der Therapie nach Unterbrechung von einem Tag oder mehreren Tagen während der ersten zwei Behandlungswochen oder von mehr als sieben Tagen während der dritten und vierten Behandlungswoche oder von mehr als zwei Wochen nach einem Behandlungsmonat,
  • Dauer mehr als sechs Stunden
1404

Die GOP 01516 ist nicht neben den GOP 01510 bis 01512, 01910, 01911, 02100, 02101, 04564 bis 04566, 04572, 04573, 13610 bis 13612, 30708 und 34503 bis 34505 berechnungsfähig.

Ebenso erfolgte die Aufnahme der GOP in den Anhang 3 zum EBM:

GOP Kurzlegende Kalkulationszeit
in Minuten
Prüfzeit
in Minuten
Eignung der
Prüfzeit
01516* Zusatzpauschale für Beobachtung und Betreuung bei der Gabe von Fingolimod 10 10 Tages- und Quartalsprofil

Die Vergütung der Leistung nach der GOP 01516 erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Durch die vorgenannte Aufnahme ergeben sich Folgeänderungen in weiteren Präambeln, Bestimmungen und GOP.

Psychotherapie – Richtlinie – Änderung der Anmerkungen zu den GOP im Abschnitt 35.1 im EBM

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 439. Sitzung am 19. Juni 2019 beschlossen, die Anmerkungen zu den Gebührenordnungspositionen (GOP) 35150 und 35151 im Abschnitt 35.1 EBM mit Wirkung zum 1. Juli 2019 wie folgt zu ergänzen.

  1. Änderung der ersten Anmerkung zur GOP 35150 im Abschnitt 35.1 EBM

    Die GOP 35150 ist im Krankheitsfall höchstens 4-mal und bei Versicherten bis zum vollendeten 21. Lebensjahr und bei Versicherten mit Vorliegen einer Intelligenzstörung (ICD-10-GM: F70-F79) höchstens 6-mal im Krankheitsfall berechnungsfähig.
  2. Änderung der ersten und zweiten Anmerkung zur GOP 35151 im Abschnitt 35.1 EBM

    Die GOP 35151 ist im Krankheitsfall höchstens 6-mal und bei Versicherten bis zum vollendeten 21. Lebensjahr und bei Versicherten mit Vorliegen einer Intelligenzstörung (ICD-10-GM: F70-F79) höchstens 10-mal im Krankheitsfall berechnungsfähig.

    Die GOP 35151 kann bei Versicherten bis zum vollendeten 21. Lebensjahr und bei Versicherten mit Vorliegen einer Intelligenzstörung (ICD-10-GM: F70-F79) im Krankheitsfall bis zu 4-mal auch mit relevanten Bezugspersonen ohne Anwesenheit des Kindes oder Jugendlichen Versicherten stattfinden.

Übersicht der neuen Kontingente für Menschen mit geistiger Behinderung

Probatorische Sitzungen: Bis zu sechs probatorische Sitzungen in Einheiten à 50 Minuten je Krankheitsfall (insgesamt bis zu 300 Minuten) möglich (bisher: insgesamt bis zu vier Sitzungen / bis zu 200 Minuten)

Kurz- und Langzeittherapie: Im Falle der Hinzuziehung von Bezugspersonen können zusätzliche Therapieeinheiten im Verhältnis von 1:4 zur Anzahl der Therapieeinheiten des Versicherten beantragt werden (z. B. bis zu 15 zusätzliche Therapieeinheiten bei einem Erstantrag auf Langzeittherapie mit 60 Therapieeinheiten).

Rezidivprophylaxe: Im Falle der Hinzuziehung von relevanten Bezugspersonen können bei einer Behandlungsdauer von 40 oder mehr Stunden maximal zehn Stunden und bei einer Behandlungsdauer von 60 oder mehr Stunden maximal 20 Stunden für die Rezidivprophylaxe genutzt werden (bisher: maximal acht beziehungsweise 16 Stunden).

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 18. Oktober 2018 eine Änderung der Richtlinie über die Durchführung der Psychotherapie (Psychotherapie-Richtlinie) beschlossen und sie um zusätzliche Regelungen für Menschen mit einer geistigen Behinderung ergänzt. Der Beschluss definiert die Patientengruppe, für die die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten durch Erhöhung des Stundenkontingentes gelten sollen: Personen, bei denen eine Diagnose entsprechend des Abschnitts Intelligenzstörung (F70-F79) nach ICD-10-GM vorliegt. Mit dem vorliegenden Beschluss erfolgt die Anpassung der GOP 35150 und 35151 im Abschnitt 35.1 EBM.

Begriffsänderungen - Substitutionsbehandlung Opioidabhängiger

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 440.Sitzung im Teil C, mit Wirkung zum 01. Juli 2019, den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) zur Substitutionsbehandlung an die Änderung der Richtlinie Methoden vertragsärztlicher Versorgung (Beschluss vom 06.09.2018) angepasst.

Der Begriff „Opiatabhängiger“ wurde durchgängig durch den Begriff „Opioidabhängiger“ in den Bestimmungen des Abschnitts 1.8 und zur GOP 32148 EBM ersetzt. Des Weiteren werden Verweise auf geänderte Paragraphen und Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) redaktionell angepasst und zur Vereinheitlichung konkretisiert.

Nähere Informationen finden Sie in der schriftlichen Beschlussfassung aus der 440. Sitzung im Teil C.

Aufnahme der Tonsillotomie bei Hyperplasie der Tonsillen in den EBM

Mit Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) vom 20. September 2018 wurde die Aufnahme einer neuen Nummer 28 „Tonsillotomie bei Hyperplasie der Tonsillen“ in die Anlage I („Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“) der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung beschlossen. Der Bewertungsausschuss hat in seiner 439. Sitzung am 19. Juni 2019 die Methode der Tonsillotomie bei Hyperplasie der Tonsillen mit Wirkung zum 1. Juli 2019 in den EBM aufgenommen.

Der OPS-Kode 5-281.5 „Tonsillektomie (ohne Adenotomie): Partiell, transoral“ und die entsprechenden GOP im Anhang 2 sind ausschließlich gemäß dem GBA Beschluss berechnungsfähig. Entsprechende Anforderungen wurden in der Präambel 2.1 zum Anhang 2 berücksichtigt.

OPS
2019
Bez.
OPS 2019
Kat. OP-Lstg. Überw. Nachbeh.
Überw.
Nachbeh.
Operat.
Narkose
5-281.5 Tonsillektomie (ohne Adenotomie): Partiell, transoral N2 31232/
36232
31504/
36504
31658 31659 31822/
36822

Durch die vorgenannte Aufnahme ergeben sich Folgeänderungen in weiteren Präambeln, Bestimmungen und GOP.

Änderungen zum 28.05.2019

Änderung der Mutterschaftsrichtlinien

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 22. März 2019 beschlossen, die routinemäßigen Untersuchungen des Urinsediments aus den Mutterschafts-Richtlinien (Mu-RL) zu streichen.

Hintergrund ist das Ergebnis der vom G-BA beauftragten Recherche des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Aufgrund des hinzugezogenen Berichtes konnte kein Nutzen einer regelhaften Urinuntersuchung auf asymptomatische Bakteriurie bei allen Schwangeren nachgewiesen werden.

Bestehen bleibt der Anspruch auf bakteriologische Urinuntersuchungen in besonderen Fällen, z. B. bei auffälliger Symptomatik, rezidivierenden Harnwegs­infektionen in der Anamnese, Zustand nach Frühgeburt oder erhöhtem Risiko für Infektionen der ableitenden Harnwege.

Die Änderung ist im Bundesanzeiger veröffentlicht und am 28. Mai 2019 in Kraft getreten.

Rückwirkende Änderungen des EBM zum 19.04.2019

Änderungen bei Leistungsinhalten von Gebührenordnungspositionen (GOP) im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung ab 19.04.2019

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 19. Juli 2018 die Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) mit einem Besonderen Teil II. für das Darmkrebsscreening beschlossen. Die Richtlinie ist am 19. Oktober 2018 in Kraft getreten. Die Regelungen gemäß §§1 bis 14 des Besonderen Teils „Programm zur Früherkennung von Darmkrebs“ werden seit dem 19. April 2019 angewandt.

Mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses vom 29. März 2019 werden notwendige Anpassungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abgebildet:

  • Die GOP 01740 EBM ist künftig bereits bei Versicherten ab dem vollendeten 50. Lebensjahr berechnungsfähig.
  • Die Bewertung der GOP 01740 EBM wurde aufgrund eines erhöhten Beratungsaufwandes um 12 Punkte auf 115 Punkte angehoben.
  • Zur Klarstellung der Abrechnungsfähigkeit der Abklärungskoloskopie gemäß § 8 des Besonderen Teils II. der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) wurden Abrechnungsanmerkungen in die GOP 01741 und 13421 EBM aufgenommen. Demnach hat die Abrechnung von Abklärungskoloskopien, die im Anschluss an einen positiven Test auf occultes Blut im Stuhl durchgeführt wurden, über die GOP 13421 EBM zu erfolgen.
  • Zur Klarstellung des jeweils gültigen Richtlinienverweises vor und seit dem 19. April 2019 werden entsprechende Abrechnungsanmerkungen in die GOP 01737, 01738, 01740 und 01741 EBM aufgenommen.

Bei den übrigen Änderungen handelt es sich um redaktionelle Anpassungen.

Rückwirkende Änderungen des EBM zum 01.04.2019

UV-Vernetzung mit Riboflavin bei Keraktokonus – Änderung zur GOP 31737

Der Bewertungsausschuss (BA) hat im August in seiner 441. Sitzung rückwirkend zum 01. April 2019 eine Änderung des Anhangs 3 beschlossen. Die postoperative Betreuung bei Überweisung durch den Operateur nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 31737 EBM ist gemäß der Allgemeinen Bestimmung 4.3.8 des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) der fachärztlichen Grundversorgung zuzurechnen.

Damit bekommt der auf Überweisung des Operateurs tätige Arzt für die postoperative Betreuung den Zuschlag für die fachärztliche Grundversorgung vergütet. (Weitere Informationen zum Thema finden Sie in unsere KVWLkompakt Nr. 5 vom 27.Mai 2019 „praxisintern“ Seite 2-5 und im Beschluss des BA in seiner 435. Sitzung.)

Weitere Änderungen zur Videosprechstunde – Aufnahme der GOP 01451

Der Bewertungsausschuss (BA) hat im August rückwirkend in seiner 441. Sitzung mit Wirkung zum 01. April 2019 eine Änderung der Allgemeinen Bestimmungen 4.3.1 des Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) beschlossen. Ein Teil des letzten Satzes wurde gestrichen und damit die Anwendung der Videosprechstunde nur zu bestimmten Anlässen aufgehoben:

„Bei den Gebührenordnungspositionen (GOP) 02310, 07310, 07311, 07330, 07340, 10330, 18310, 18311, 18330 und 18340 EBM, deren Berechnung mindestens drei oder mehr persönliche bzw. andere Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall voraussetzt, kann ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt auch als Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) erfolgen, sofern die Videosprechstunde zu den in der GOP 01450 EBM genannten Zwecken erfolgt und dies berufsrechtlich zulässig ist.“

In derselben Sitzung des BA sind die GOP 01439 und 01450 EBM rückwirkend in die Präambel 23.1 Nr. 5 aufgenommen worden. Damit haben auch psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten die Möglichkeit Videosprechstunden gemäß Anlage 31b des BMV-Ä abzurechnen.

Darüber hinaus hat der BA mit dem Ziel einer Ausweitung und Etablierung von Videosprechstunden in seiner 449. Sitzung den EBM erneut angepasst. Zeitlich befristet vom 01. Oktober 2019 bis zum 30. September 2021 wird zur besonderen Anschubförderung der Videosprechstunde gemäß Anlage 31b BMV-Ä die GOP 01451 in den EBM aufgenommen.

Aufnahme der GOP 01451 im Abschnitt 1.4 im EBM

GOP Leistungsbeschreibung Punkte
01451

Anschubförderung für Videosprechstunden gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä im Rahmen der Betreuung von Patienten in der haus-/fachärztlichen Versorgung,

je Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde

Für die GOP 01451 EBM wird ein Punktzahlvolumen je Praxis gebildet, aus dem alle gemäß der GOP 01451 EBM durchgeführten Leistungen im Quartal zu vergüten sind. Der Höchstwert für die GOP 01451 EBM beträgt insgesamt je Praxis 4.620 Punkte im Quartal.

Die GOP 01451 EBM wird der Praxis durch die zuständige Kassenärztliche Vereinigung je durchgeführter Videosprechstunde bis zum Höchstwert zugesetzt, sofern die Praxis mindestens 15 Videosprechstunden gemäß der GOP 01450 EBM im Quartal durchgeführt hat.

92

Die GOP 01451 EBM wird in die entsprechenden Präambeln im EBM (s. Beschluss des BA zur 449. Sitzung) aufgenommen.

Die Vergütung der Leistung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Videosprechstunde – Psychotherapeutische Versorgung – Anpassung in den Präambeln

Der Bewertungsausschuss (BA) hat im April in seiner 440. Sitzung mit Wirkung zum 01. April 2019 die Videosprechstunde im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) angepasst: Zur Einbeziehung der psychotherapeutischen Versorgung ist die Gebührenordnungsposition (GOP) 01450 EBM seitdem auch als Zuschlag zu den Grundpauschalen der EBM-Kapitel 14, 22 und 23 berechnungsfähig. Die GOP 01439 und 01450 sind in den Präambeln 14.1 Nr. 2, 22.1 Nr. 2 und 23.1 Nr. 2 EBM aufgenommen worden.

Änderung bei der Abrechnung im Rahmen der künstlichen Befruchtung

Der Bewertungsausschusses hat in seiner 432. Sitzung mit Wirkung zum 1. April 2019 die Aufnahme der Gebührenordnungsposition (GOP) 08575 und 08576 im Abschnitt 8.5 des Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) beschlossen und die GOP 11501 bis 11503, 11506 und 11508 EBM für die künstliche Befruchtung geöffnet. Bitte beachten Sie, dass dies Auswirkungen auf die Kennzeichnung der Maßnahmen zur Künstlichen Befruchtung gemäß § 27a SGB V Abs. 3 Satz 3 (an-teilige Übernahme der Kosten für künstliche Befruchtung durch die Krankenkasse bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen) nach sich zieht.

Die Liste aller mit X zu kennzeichnenden Leistungen, für die Patienten einen Eigenanteil zu leisten haben, entnehmen Sie bitte dem Symbolnummernheft unter:

Änderungen zum 01.04.2019

Diverse Beschlüsse des Bewertungsausschusses

GOP 01422 und 01424 EBM

Der Bewertungsausschuss hat in seiner 435. Sitzung am 29. März 2019 die Leistungsinhalte der Gebührenordnungspositionen (GOP) 01422 EBM, Verordnung von Behandlungsmaßnahmen zur psychatrischen häuslichen Krankenpflege und der GOP 01424 EBM, Folgeverordnung von Behandlungsmaßnahmen zur psychiatrischen häuslichen Krankenpflege, angepasst.

Wichtige Änderung ist die obligate Anwendung der GAF-Skala (Global Assessment of Functioning Scale) und die Angabe des GAF-Wertes auf der Verordnung sowie die Erweiterung der Indikation. Ebenfalls wurde die Bewertung der GOP 01422 EBM auf 149 Punkte sowie die Bewertung der GOP 01424 EBM auf 154 Punkte angehoben.


Videosprechstunde

Änderung der GOP 01439 im Abschnitt 1.4 im EBM

Um die Möglichkeiten der Videosprechstunde auszuweiten, wurde der EBM zum 1. April 2019 angepasst. Der Bewertungsausschuss (BA) hat die Vorgabe, dass Videosprechstunden ausschließlich zur Verlaufskontrolle bei definierten Krankheitsbildern und Indikationsbereichen angewendet werden können, in seiner 435. Sitzung aufgehoben und die Gebührenordnungspositionen (GOP) 01439 und 01450 EBM geändert.

Änderung der GOP 01439 im Abschnitt 1.4 im EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01439 Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag - Ärzte (BMV-Ä) Obligater Leistungsinhalt
  • Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä bei Kontaktaufnahme durch den Patienten
  • Überprüfung des Vorliegens einer schriftlichen Einwilligung des Patienten in die Datenerhebung, -verarbeitung und -nutzung,
einmal im Behandlungsfall
88

Änderungen der GOP 01450 im Abschnitt 1.4 im EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01450 Zuschlag im Zusammenhang mit den Versichertenpauschalen nach den GOP 03000 und 04000, zu den Grundpauschalen der Kapitel 5, 6, 7, 8, 9, 10, 13, 14, 15, 16, 18, 20, 21, 22, 23, 26 und 27, zu den Konsiliarpauschalen des Kapitels 25 und zu den GOP 01439, 30700, 37120 und 37320 für die Betreuung eines Patienten im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag – Ärzte (BMV-Ä)
Obligater Leistungsinhalt
  • Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä bei Kontaktaufnahme durch den Patienten
  • Überprüfung des Vorliegens einer schriftlichen Einwilligung des Patienten in die Datenerhebung, -verarbeitung und -nutzung
je Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen eine Videosprechstunde
40

Im Zusammenhang mit der Änderung der Leistungslegenden wurde ebenfalls die erste Anmerkung zu den GOP 01439 und 01450 EBM gestrichen.

Hinweis: Die Abrechnungsmöglichkeit des Zuschlages zu den Grundpauschalen nach der GOP 01450 EBM wurde um die Kapitel 14 (Gebührenordnungspositionen der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie), 22 (Gebührenordnungspositionen der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie) und 23 (Psychotherapeutische Gebührenordnungspositionen) erweitert.

Aufnahme einer neuen Anmerkung zur GOP 01450 EBM
Die GOP 01450 EBM ist als Zuschlag im Zusammenhang mit den GOP 37120 und 37320 EBM abzurechnen, insofern die Fallkonferenz als Videokonferenz durchgeführt wird, gemäß den Anforderungen der Anlage 31b BMV-Ä.

Aufnahme neuer Anmerkungen
Aufnahme einer dritten Anmerkung zur GOP 37120 EBM in den Abschnitt 37.2 EBM und zur GOP 37320 EBM in den Abschnitt 37.3 EBM.

Die GOP 37120 EBM (6,93 Euro, Bewertung 64 Punkte) und die GOP 37320 EBM (6,93 Euro, Bewertung 64 Punkte) sind auch bei Durchführung der Fallkonferenz als Videofallkonferenz berechnungsfähig. Für die Abrechnung gelten die Anforderungen gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä entsprechend.


iFobt GOP 01738 EBM

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) beschlossen, mit der die Regelungen zum Darmkrebsscreening gemäß der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) im Wesentlichen in die neue oKFE-RL überführt werden. Infolgedessen sind redaktionelle Anpassungen der Verweise auf die neue oKFE-RL bezüglich der Testvorgaben zum Test auf occultes Blut im Stuhl mit einem quantitativen immunologischen Test (iFOBT) erforderlich. Der Bewertungsausschusses nach § 87 Abs. 1 Satz 1 SGB V hat in seiner 435. Sitzung am 29. März 2019 folgende Änderungen beschlossen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01738 Automatisierte quantitative immunologische Bestimmung von occultem Blut im Stuhl (iFOBT) gemäß Teil II. § 6 Abs. 4 und § 9 der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL), einschließlich der Kosten für das Stuhlprobenentnahmesystem und das Probengefäß. 75

Die Berechnung der GOP 01738 EBM setzt die Erstellung und Abgabe des vollständigen Quartalsberichtes unter Angabe des verwendeten Tests voraus:

  • Produktname, Reagenzcharge, Schwellenwert und Herstellererklärung
  • Gesamtzahl der untersuchten Proben,
  • Gesamtzahl der positiven Proben,
  • Gesamtzahl der nicht verwertbaren Proben und Ergebnisse der externen Qualitätssicherungsmaßnahmen gemäß § 11 Abs. 5 der oKFE-RL i V. m. § 39 Abs. 1 der KFE-RL

Die GOP 01738 ist im Behandlungsfall 01738 nicht neben der GOP 32457 berechnungsfähig.
Die Voraussetzung zur Berechnung der GOP 01738 EBM ist die Anwendung eines Tests, der nachgewiesen die Kriterien gemäß Teil II. § 9 Abs. 1 der oKFE-RL in Verbindung mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 435.
Sitzung am 29. März 2019 zu den Testvorgaben iFOBT erfüllt.
Die Vorgaben in Teil II. § 9 Abs. 1 oKFE-RL gelten rückwirkend seit dem 19. April 2019.


Neuaufnahmen ophtalmologischer Leistungen und Eingriffe

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 435. Sitzung am 29. März 2019 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. April 2019 beschlossen:

Aufnahme einer Nr. 7 der Präambel in dem Abschnitt 6.1 EBM
7. Die Gebührenordnungsposition (GOP) 06362 des EBM ist nur bei Patienten berechnungsfähig, bei denen gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 2 der Nr. 27 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) ein Keratokonus und eine subjektive Sehverschlechterung vorliegen sowie anhand mindestens eines der folgenden Kriterien eine Progredienz des Keratokonus innerhalb der letzten 12 Monate festgestellt wurde:

  • Zunahme der maximalen Hornhautbrechkraft um ≥ 1 dpt,
  • Zunahme des durch die subjektive Refraktion bestimmten Astigmatismus um ≥ 1 dpt,
  • Abnahme der Basiskurve der bestsitzenden Kontaktlinse um ≥ 0,1 mm und ein operativer Eingriff gemäß den GOP 31364 oder 36364 EBM geplant ist.

Änderung der Bewertung der GOP 06211

GOP Bewertung bis
31. März 2019 in Punkten
Bewertung ab
1. April 2019 in Punkten
06211 127 129

Die Finanzierung erfolgt innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Diese wird um den erwarteten Mehrbedarf erhöht.

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 06362 EBM in den Abschnitt 6.3 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
06362 Hornhauttomographie gemäß Nr. 27 Anlage I der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses
je Auge einmal am Behandlungstag
231

Die GOP 06362 EBM ist je Auge höchstens zweimal im Krankheitsfall berechnungsfähig. Die dreimalige Berechnung der GOP 06362 EBM im Krankheitsfall setzt eine ausführliche Begründung der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall voraus.

Aufnahme von Bestimmungen in den Abschnitt 31.2.13 EBM
1. Ophthalmochirurgische Eingriffe gemäß dem OPS-Kode 5-126.8 sind nur bei Patienten berechnungsfähig, bei denen gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 2 der Nr. 27 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) ein Keratokonus und eine subjektive Sehverschlechterung vorliegen sowie anhand mindestens eines der folgenden Kriterien eine Progredienz innerhalb der letzten 12 Monate festgestellt wurde:

  • Zunahme der maximalen Hornhautbrechkraft um ≥ 1 dpt,
  • Zunahme des durch die subjektive Refraktion bestimmten Astigmatismus um ≥ 1 dpt,
  • Abnahme der Basiskurve der bestsitzenden Kontaktlinse um ≥ 0,1 mm.

2. Die GOP 31364 EBM gemäß dem OPS-Kode 5-126.8 ist nur nach Durchführung einer topographischen Untersuchung gemäß Anhang 1 zur Indikationsstellung gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 3 Abs. 2 der Nr. 27 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) berechnungsfähig, bei der die Ermittlung der Zunahme der maximalen Hornhautbrechkraft anhand des Vergleichs von zwei Messwerten erfolgt, die mit demselben Messgerät oder mit Messgeräten erhoben werden, deren Messungen vergleichbar sind.

3. Die GOP 31364 EBM gemäß dem OPS-Kode 5-126.8 ist nur nach Durchführung einer tomographischen Untersuchung nach der GOP 06362 gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 2 der Nr. 27 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) berechnungsfähig, bei der die zu bestimmende Hornhautdicke an der dünnsten Stelle bei Beginn der Bestrahlung mindestens 400μm beträgt. Die Durchführung der tomographischen Untersuchung darf nicht länger als zwei Quartale zurückliegen.

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 31364 in den Abschnitt 31.2.13 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
31364 Eingriff der Kategorie YY4: Hornhautvernetzung mit Riboflavin gemäß Nr. 27 Anlage I der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses je Auge 2704

Die GOP 31364 EBM ist je Auge höchstens einmal im Krankheitsfall berechnungsfähig. Die zweimalige Berechnung der GOP 31364 EBM im Krankheitsfall setzt eine ausführliche Begründung der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall voraus.

Hinweis: Augenärzte, die über eine Genehmigung zum ambulanten Operieren verfügen, können die GOP 31364 abrechnen.

Aufnahme einer Leistung nach den GOP 31737 und 31738 in den Abschnitt 31.4.3 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
31737 Postoperative Behandlung nach der Erbringung einer Leistung nach der GOP 31364 bei Überweisung durch den Operateur einmalig im Zeitraum von 21 Tagen nach Erbringung einer Leistung des Abschnitts 31.2 347

Die GOP 31737 EBM ist am Behandlungstag nicht neben den GOP 06310 und 06340 EBM berechnungsfähig.
Die GOP 31737 EBM ist im Zeitraum von 21 Tagen nach Erbringung einer Leistung des Abschnitts 31.2 nicht neben den GOP 02300 bis 02302, 02310, 02340, 02341,02360, 06310, 06350 bis 06352, 07340, 09360 bis 09362, 09364, 09365, 10330,10340 bis 10342, 15321 bis 15324, 18340, 20364, 20365 und 26350 bis 26352 EBM berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
31738 Postoperative Behandlung nach der Erbringung einer Leistung nach der GOP 31364 bei Erbringung durch den Operateur einmalig im Zeitraum von 21 Tagen nach Erbringung einer Leistung des Abschnitts 31.2 159

Die GOP 31738 EBM ist am Behandlungstag nicht neben den GOP 06310 und 06340 EBM berechnungsfähig.
Die GOP 31738 ist im Zeitraum von 21 Tagen nach Erbringung einer Leistung des Abschnitts 31.2 nicht neben den GOP 02300 bis 02302, 02310, 02340, 02341,02360, 06310, 06350 bis 06352, 07340, 09360 bis 09362, 09364, 09365, 10330,10340 bis 10342, 15321 bis 15324, 18340, 20364, 20365 und 26350 bis 26352 berechnungsfähig.

Aufnahme von Bestimmungen in den Abschnitt 36.2.13 EBM
1. Ophthalmochirurgische Eingriffe gemäß dem OPS-Kode 5-126.8 sind nur bei Patienten berechnungsfähig, bei denen gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 2 der Nr. 27 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) ein Keratokonus und eine subjektive Sehverschlechterung vorliegen sowie anhand mindestens eines der folgenden Kriterien eine Progredienz innerhalb der letzten 12 Monate festgestellt wurde:

  • Zunahme der maximalen Hornhautbrechkraft um ≥ 1 dpt,
  • Zunahme des durch die subjektive Refraktion bestimmten Astigmatismus um ≥ 1 dpt,
  • Abnahme der Basiskurve der besitzenden Kontaktlinse um ≥ 0,1 mm.

2. Die GOP 36364 EBM gemäß dem OPS-Kode 5-126.8 ist nur nach Durchführung einer topographischen Untersuchung gemäß Anhang 1 zur Indikationsstellung gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 3 Abs. 2 der Nr. 27 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) berechnungsfähig, bei der die Ermittlung der Zunahme der maximalen Hornhautbrechkraft anhand des Vergleichs von zwei Messwerten erfolgt, die mit demselben Messgerät oder mit Messgeräten erhoben werden, deren Messungen vergleichbar sind.

3. Die GOP 36364 EBM gemäß dem OPS-Kode 5-126.8 ist nur nach Durchführung einer tomographischen Untersuchung nach der GOP 06362 EBM gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (§ 2 der Nr. 27 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung) berechnungsfähig, bei der die zu bestimmende Hornhautdicke an der dünnsten Stelle bei Beginn der Bestrahlung mindestens 400 μm beträgt. Die Durchführung der tomographischen Untersuchung darf nicht länger als zwei Quartale zurückliegen.

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 36364 in den Abschnitt 36.2.13 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
36364 Eingriff der Kategorie YY4: Hornhautvernetzung mit Riboflavin gemäß Nr. 27 Anlage I der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses
je Auge
1784

Die GOP 36364 EBM ist je Auge höchstens einmal im Krankheitsfall berechnungsfähig. Die zweimalige Berechnung der GOP 36364 EBM im Krankheitsfall setzt eine ausführliche Begründung der medizinischen Notwendigkeit im Einzelfall voraus.

Aufnahme einer Kostenpauschale 40681 in den Abschnitt 40.11 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
40681 Kostenpauschale für Riboflavin im Zusammenhang mit der Erbringung einer Leistung entsprechend der GOP 31364 86,00

Durch die Aufnahme der vorgenannten GOP des EBM ergeben sich Folgeänderungen in weiteren Präambeln, Bestimmungen und GOP des EBM.

Aufnahme einer Zeile in den Anhang 1 zum EBM

  VP GP SG
Legende Leistung ist in der Versichertenpauschale Kapitel 3 bzw. 4 enthalten Leistung ist möglicher Bestandteil der Grundpauschale(n) Leistung ist in sonstigen GOP enthalten
Topographische Untersuchung der Hornhaut X

Aufnahme einer Zeile in den Anhang 2 zum EBM

OPS
2019
Seite Bezeichnung
OPS 2019
Kategorie OP-
Leistungen
Über-
wachung
Nachbe-
handlung
Überw.
Nachbe-
handlung
Operat.
Nar-
kose
5-126.8 L Vernetzung der Hornhaut mit Riboflavin und UV-A Bestrahlung (Korneales Crosslinking) YY4 31364/
36364
  31737 31738  
5-126.8 R Vernetzung der Hornhaut mit Riboflavin und UV-A Bestrahlung (Korneales Crosslinking) YY4 31364/
36364
  31737 31738  

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 19. Juli 2018 beschlossen, die Behandlungsmethode „UV-Vernetzung mit Riboflavin bei Keratokonus“ in die Anlage I der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung aufzunehmen. Die Vorgaben des Gemeinsamen Bundesauschusses wurden durch die Aufnahme der diagnostischen Begleitleistung der Hornhauttomographie (GOP 06362 EBM) in Kapitel 6 sowie der Aufnahme des operativen Eingriffes gemäß OPS-Kode 5-126.8 „Vernetzung der Hornhaut mit Riboflavin und UV-A Bestrahlung“ über den Anhang 2 zum EBM als ambulanter Eingriff in Kapitel 31 (GOP 31364 EBM) und belegärztlicher Eingriff in Kapitel 36 (GOP 36364 EBM) umgesetzt. Ergänzend werden Leistungen der postoperativen Betreuung bei Überweisung durch den Operateur (GOP 31737 EBM) sowie bei Durchführung durch den Operateur (GOP 31738 EBM) in Kapitel 31 EBM aufgenommen. Die Abbildung der Sachkosten für das Medizinprodukt Riboflavin erfolgt über die Kostenpauschale nach der GOP 40681 in Kapitel 40 EBM. Zudem erfolgt die Abbildung der topographischen Untersuchung der Hornhaut über eine Anpassung der Bewertung der augenärztlichen Grundpauschale nach der GOP 06211 und einer Anpassung des Anhangs 1 im EBM.


GOP 06225 EBM

Der Bewertungsausschuss (BA) hat in seiner 435. Sitzung am 29. März 2019 folgende Änderungen des EBM zum 1. April 2019 beschlossen:
Die GOP 06225 EBM kann nur in Behandlungsfällen berechnet werden, in denen die augenärztliche Behandlung ausschließlich durch (einen) konservativ(e) tätige(n) Augenarzt/-ärzte erfolgt ist. Ein Augenarzt ist konservativ tätig:

  • sofern der Augenarzt in dem Quartal keine der folgenden Leistungen erbracht und berechnet hat: 31101 bis 31108, 31321 bis 31328, 31331 bis 31338, 31350, 31351, 31362, 31364, 36101 bis 36108, 36321 bis 36328, 36331 bis 36338, 36350, 36351, 36358 und 36364,
  • sofern der Augenarzt in dem Quartal keine Leistung(en) erbracht und berechnet hat, die auf regionaler Ebene den o.g. Leistungen entsprechen oder in regional vereinbarten Pauschalen enthalten sind.

Erfolgt in einem Behandlungsfall die Inanspruchnahme sowohl eines/von konservativ tätigen Augenarztes/-ärzten als auch eines/von nicht konservativ tätigen Augenarztes/-ärzten gemäß obiger Definition, so kann die Gebührenordnungsposition 06225 nicht berechnet werden.


Änderung und Erhöhung der Bewertung der Leistung nach der GOP 01732 (Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene) im Abschnitt 1.7.2 EBM

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 29. März 2019 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. April 2019 beschlossen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01732 Gesundheitsuntersuchung bei Erwachsenen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr gemäß der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie 320

Im Zusammenhang mit der GOP 01732 sind die GOP 32880 bis 32882 in Abhängigkeit der in der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie jeweils geforderten Laboruntersuchungen berechnungsfähig.
Die GOP 01732 ist nicht neben den GOP 27310, 32025, 32033, 32057 und 32060 bis 32063 berechnungsfähig. Die GOP 01732 ist im Behandlungsfall nicht neben der GOP 01745 berechnungsfähig.
Aufgrund der Änderung der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie mit Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 19. Juli 2018 haben Versicherte zwischen dem vollendeten 18. und vollendeten 35. Lebensjahr nun einen Anspruch auf eine einmalige Gesundheitsuntersuchung. Bei Versicherten ab dem vollendeten 35. Lebensjahr wird das Untersuchungsintervall von zwei auf drei Jahre verlängert.

Bitte beachten Sie:
Übergangsregelung für Versicherte, die 2017 die Gesundheitsuntersuchung wahrgenommen haben

Danach ist es möglich, dass für Versicherte, bei denen im Jahr 2017 eine Gesundheitsuntersuchung durchgeführt wurde, die Wiederholungsuntersuchung bis zum 30. September 2019 zu terminieren und abzurechnen. Ärzte, die bereits entsprechende Termine vereinbart haben, müssen diese nicht um ein Jahr verschieben.

Für alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahre, bei denen die letzte Gesundheitsuntersuchung im Jahr 2018 (und später) stattgefunden hat, gilt das neue dreijährige Untersuchungsintervall: Wurde 2018 eine Gesundheitsuntersuchung durchgeführt, kann der nächste Check-up wieder ab dem Jahr 2021 erfolgen. Versicherte, die 2019 den Check-up wahrnehmen, haben 2022 wieder Anspruch auf die Untersuchung.

Inhaltlich wurde eine Erweiterung des Beratungsumfangs vorgenommen sowie die Durchführung einer Impfanamnese und die Anwendung von Risikoscores bei erhöhtem kardialem Risiko eingefügt. In Folge des erhöhten Leistungsumfangs wurde eine Höherbewertung der GOP 01732 EBM um 17 Punkte auf insgesamt 320 Punkte beschlossen.
Die Aufnahme des Harnstreifentestes als neue GOP 32033 in den EBM erforderte eine entsprechende redaktionelle Anpassung der Abrechnungsausschlüsse.
Bitte beachten Sie im Hinblick auf die vorgenannten Informationen auch die weiteren Änderungen im Kapitel Labor (siehe weiter unten).


Anpassung EBM Abschnitt 31.2.4 und 36.2.4 zum 1. April 2019

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 12. Dezember 2018 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. April 2019 beschlossen:

Aufnahme einer dritten Bestimmung in den Abschnitt 31.2.4 EBM
Operative Eingriffe an Knochen und Gelenken zur Revision von Osteosynthesematerial mit Reosteosynthese entsprechend den in Abschnitt 31.2.4 Punkt 3 hinterlegten OPS-Kodes. Diese sind nur berechnungsfähig, sofern ein operativer Verfahrenswechsel durch aufgetretene Komplikationen stattgefunden hat.
Die Entfernung von Osteosynthesematerial ist in diesem Zusammenhang nicht gesondert abrechnungsfähig.

Aufnahme einer zweiten Bestimmung in den Abschnitt 36.2.4 EBM
Operative Eingriffe an Knochen und Gelenken zur Revision von Osteosynthesematerial mit Reosteosynthese entsprechend den in Abschnitt 36.2.4 Punkt 2 hinterlegten OPS-Kodes. Diese sind nur berechnungsfähig, sofern ein operativer Verfahrenswechsel durch aufgetretene Komplikationen stattgefunden hat. Die Entfernung von Osteosynthesematerial ist in diesem Zusammenhang nicht gesondert abrechnungsfähig.


Humangenetische Leistungen: Änderungen zum 1. April 2019

Der Bewertungsausschuss hat verschiedene Beschlüsse betreffend Leistungen im Rahmen der Humangenetik mit Wirkung zum 1. April 2019 getroffen. Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte den Beschlüssen des BA aus seiner 432. und 434. Sitzung:

Mit den folgenden Änderungen werden die humangenetischen Beurteilungsleistungen der Mutterschaftsvorsorge (Gebührenordnungspositionen (GOP) 01794 bis 01796), der Empfängnisregelung (GOP 01841) und der Reproduktionsmedizin (GOP 08575) neu gefasst. Der Leistungsinhalt und die Struktur der GOP werden den kurativen humangenetischen Beurteilungsleistungen nach den GOP 11233 bis 11236 angeglichen. Die Beurteilungsleistungen der Mutterschaftsvorsorge sind nach Schwere der Erkrankung differenziert abgebildet.

Die Änderungen im Folgenden:

Humangenetische Beurteilungen:

Streichung der GOP 01790 bis 01792 im Abschnitt 1.7.4 EBM

Aufnahme von Leistungen nach den GOP 01794 bis 01796 in den Abschnitt 1.7.4 EBM:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01794 Ausführliche humangenetische Beurteilung wegen evidenten genetischen und/oder teratogenen Risikos von bis zu 20 Minuten Dauer gemäß Abschnitt A. 3. der Mutterschafts-Richtlinien

zweimal im Krankheitsfall
703

Die GOP 01794 ist nur einmal je Schwangerschaft berechnungsfähig.
Die GOP 01794 ist im Behandlungsfall nicht neben den GOP 01600, 01601, 01841 und 08575 berechnungsfähig.
Die GOP 01794 ist im Krankheitsfall nicht neben den GOP 11230 und 11233 berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01795 Zuschlag zu der GOP 01794 703

Die GOP 01795 ist bei einer erneuten Schwangerschaft im selben Krankheitsfall wiederholt bis zum Höchstwert berechnungsfähig.
Die GOP 01794 und 01795 sind nur in demselben Quartal berechnungsfähig. Die GOP 01795 ist im Krankheitsfall nicht neben der GOP 01796 berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01796 Zuschlag zu der GOP 01794 für eine wissenschaftlich begründete humangenetische Beurteilung bei Vorliegen eines Befundes aus einer weiterführenden sonographischen Diagnostik, aus einer Untersuchung von Nabelschnurblut, Fruchtwasser und/oder Chorionzotten- oder Plazentagewebe hinweisend auf eine genetisch bedingte Erkrankung des Fötus, je weitere vollendete 20 Minuten Arzt-Patienten-Kontaktzeit,

bis zu neunmal im Krankheitsfall
1030

Die GOP 01796 ist bei einer erneuten Schwangerschaft im selben Krankheitsfall wiederholt bis zum Höchstwert berechnungsfähig.
Die GOP 01794 und 01796 sind nur in demselben Quartal berechnungsfähig.
Die GOP 01796 ist im Krankheitsfall nicht neben der GOP 01795 berechnungsfähig.

Streichung der GOP 01835 bis 01839 im Abschnitt 1.7.5 EBM

Aufnahme von Leistungen nach den GOP 01841 und 01842 in den Abschnitt 1.7.5 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01841 Ausführliche humangenetische Beurteilung wegen evidenten genetischen und/oder teratogenen Risikos gemäß B. 4. der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch, je vollendete 20 Minuten Arzt-Patienten-Kontaktzeit,

bis zu sechsmal im Krankheitsfall
553

Die GOP 01841 ist im Fall der Beratung gemäß der Richtlinie nur für einen der beiden Partner berechnungsfähig.
Die GOP 01841 ist im Behandlungsfall nicht neben den GOP 01600, 01601, 01794 und 08575 berechnungsfähig.
Die GOP 01841 ist im Krankheitsfall nicht neben den GOP 11230 und 11233 berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
01842 Zuschlag zu den GOP 11502, 11503, 11506 und 11508 für Gemeinkosten und die wissenschaftliche ärztliche Beurteilung und Befundung im Zusammenhang mit einer in-vitro-Diagnostik zur Untersuchung eines möglichen genetischen Risikos gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch,

einmal im Krankheitsfall
927

Die GOP 11502, 11503, 11506 und 11508, für die der Zuschlag nach der GOP 01842 berechnet wird, sind nach Maßgabe der Kassenärztlichen Vereinigung als Leistung der Empfängnisregelung zu kennzeichnen.
Die GOP 01842 unterliegt einer Staffelung je Arzt in Abhängigkeit von der im Quartal erbrachten Anzahl der Leistungen gemäß der GOP 01842. Ab der 1.301. Leistung wird die GOP 01842 mit 742 Punkten bewertet.
Die GOP 01842 ist im Behandlungsfall nicht neben der GOP 08576 berechnungsfähig.
Die GOP 01842 ist im Krankheitsfall nicht neben den GOP 01600 und 01601 berechnungsfähig.

Streichung der GOP 08570 bis 08574 im Abschnitt 8.5 EBM

Aufnahme von Leistungen nach den GOP 08575 und 08576 in den Abschnitt 8.5 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
08575 Humangenetische Beratung und Begutachtung im Zusammenhang mit einer Maßnahme nach Nr. 10.5 der Richtlinien über künstliche Befruchtung bei evidentem genetischen und/oder teratogenen Risiko je vollendete 20 Minuten Arzt-Patienten-Kontaktzeit.

bis zu sechsmal im Reproduktionsfall
553

Die GOP 08575 ist im Fall der Beratung gemäß der Richtlinie nur für einen der beiden Partner berechnungsfähig.
Die GOP 08575 ist im Behandlungsfall nicht neben den GOP 01794, 01841, 11230 und 11233 berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
08576 Zuschlag zu den GOP 11351, 11352, 11502, 11503, 11506 und 11508 für Gemeinkosten und die wissenschaftliche ärztliche Beurteilung und Befundung im Zusammenhang mit einer Maßnahme nach Nr. 10.5 der Richtlinien über künstliche Befruchtung.

einmal im Reproduktionsfall
927

Die GOP 11502, 11503, 11506, 11508, 11351 und 11352, für die der Zuschlag nach der GOP 08576 berechnet wird, sind nach Maßgabe der Kassenärztlichen Vereinigung als Leistung der künstlichen Befruchtung zu kennzeichnen.
Die GOP 08576 unterliegt einer Staffelung je Arzt in Abhängigkeit von der im Quartal erbrachten Anzahl der Leistungen gemäß der GOP 08576. Ab der 1.301. Leistung wird die GOP 08576 mit 742 Punkten bewertet.
Die GOP 08576 ist im Behandlungsfall nicht neben den GOP 01793 und 01842 berechnungsfähig.
Die GOP 08576 ist im Krankheitsfall nicht neben der GOP 11503 berechnungsfähig.

Änderung der Abrechnungsbestimmung zur GOP 11234 im Abschnitt 11.3 EBM

je vollendete 20 Minuten Arzt-Patienten-Kontaktzeit, bis zu fünfmal im Krankheitsfall 553 Punkte

Änderung der Präambel 11.4 Nr. 2 EBM
Die Berechnung der GOP der Abschnitte 11.4.2 und 11.4.3 setzt die Angabe voraus, ob die Leistungen als diagnostische, prädiktive oder als vorgeburtliche Untersuchungen erbracht wurden.
Sofern die Untersuchungen als vorgeburtliche Untersuchung erbracht werden, sind die Leistungen je Fötus gesondert berechnungsfähig und nach Maßgabe der Kassenärztlichen Vereinigungen zu kennzeichnen.

Aufnahme der GOP 01794 bis 01796, 01841, 01842, 08575 und 08576 in den Anhang 3 zum EBM
Entsprechende Prüf- und Kalkulationszeiten sind dort hinterlegt.
Mit Wirkung zum 1. April 2019 werden im Zusammenhang mit der Anpassung der humangenetischen Leistungen nach den Richtlinien über künstliche Befruchtung des Gemeinsamen Bundesausschusses die GOP 08575 und 08576 neu in den EBM aufgenommen und die Leistungen nach den GOP 11501 bis 11503, 11506 und 11508 für die künstliche Befruchtung geöffnet. Die Aufnahme bzw. Öffnung der GOP 08575, 08576, 11501 bis 11503, 11506 und 11508 ersetzt die bisherigen GOP 08570 bis 08574. Die bisherigen Regelungen zur extrabudgetären Vergütung und bundeseinheitlichen Kennzeichnung der humangenetischen Leistungen nach den Richtlinien über künstliche Befruchtung des Gemeinsamen Bundesausschusses werden fortgeführt.
Durch die Streichung der bisherigen Leistungen nach den GOP 01790 bis 01792, 01835 bis 01839 und 08570 bis 08574 und die Aufnahme der GOP 01794 bis 01796, 01841, 01842, 08575 und 08576 ergeben sich Folgeänderungen in weiteren Präambeln, Bestimmungen und GOP.


Wesentliche Änderungen im Abschnitt 32.2 Laborleistungen

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 29. März 2019 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. April 2019 beschlossen:

Neufassung der Gebührenordnungsposition (GOP) im Abschnitt 32.2.8 EBM:
Die im Rahmen der Änderung der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie vorgesehene Aufnahme weiterer Laboruntersuchungen erfolgte durch die Ergänzung der GOP 32882 um die gemäß Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie zusätzlichen Untersuchungen auf Triglyzeride, HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
32882 Bestimmung des Lipidprofils (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceride) gemäß Anlage 1 der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie 1,00

Streichung der dritten Anmerkung und Aufnahme einer neuen dritten Anmerkung hinter der Gebührenordnungsposition 32030 im Abschnitt 32.2.1 EBM

Die GOP 32030 ist für die Untersuchung des Urins mittels Harnstreifentest nicht berechnungsfähig.

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 32033 in den Abschnitt 32.2.1 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro
32033 Harnstreifentest auf mindestens fünf der folgenden Parameter: Eiweiß, Glukose, Erythrozyten, Leukozyten, Nitrit, pH-Wert, spezifisches Gewicht, Ketonkörper ggf. einschließlich Kontrolle auf Ascorbinsäure einschließlich visueller oder apparativer Auswertung 0,50

Die sich aus den vorgenannten Änderungen ergebenden Abrechnungsausschlüsse und weitere Detailänderungen zur Anpassung der GOP 32880 und 32881 EBM entnehmen Sie bitte dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 435. Sitzung unter www.g-ba.de.

Weitere Detailänderungen des EBM

Spezialisierte geriatrische Diagnostik und Versorgung/ Änderungen im Kapitel 30.13 EBM

Mit Wirkung zum 1. Juli 2016 wurde der Abschnitt 30.13 „Spezialisierte geriatrische Diagnostik und Versorgung“ in den EBM aufgenommen. Mit dem 434. Beschluss des Bewertungsausschusses vom 15. März 2019 wurden die Formulierungen der Gebührenordnungspositionen (GOP) 30980, 30981 und 30988 zur Klarstellung der Abrechnungsbestimmungen angepasst:

Durch die Aufnahme einer Nr. 4 in die Präambel des Abschnitts 30.13 ändern sich die folgenden Nr. 4 bis 7 in die Nrn. 5 bis 8:

4.

Die GOP 30988 kann nur berechnet werden, wenn die Leistung nach Durchführung eines weiterführenden geriatrischen Assessments gemäß der GOP 30984 erbracht wurde. Die Durchführung des weiterführenden geriatrischen Assessments darf nicht länger als vier Wochen zurückliegen.

Änderung der Legende der GOP 30980 und 30981 im Abschnitt 30.13 EBM sowie Aufnahme einer Anmerkung

GOP Leistungsbeschreibung
30980 Abklärung vor der Durchführung eines weiterführenden geriatrischen Assessments nach der GOP 30984 durch einen Arzt gemäß Nr. 1 in Absprache mit einem Arzt gemäß Nr. 2 der Präambel des Abschnitts 30.13

Die GOP 30980 ist nur nach Abklärung und konsiliarischer Beratung durch einen Arzt gemäß Nr. 1 mit einem Arzt gemäß Nr. 2 der Präambel des Abschnitts 30.13 berechnungsfähig.

GOP Leistungsbeschreibung
30981 Abklärung vor der Durchführung eines weiterführenden geriatrischen Assessments nach der GOP 30984 durch einen Arzt gemäß Nr. 2 in Absprache mit einem Arzt gemäß Nr. 1 der Präambel des Abschnitts 30.13

Die GOP 30981 ist nur nach Abklärung und konsiliarischer Beratung durch einen Arzt gemäß Nr. 2 mit einem Arzt gemäß Nr. 1 der Präambel des Abschnitts 30.13 berechnungsfähig.

Änderung der Legende der GOP 30988 im Abschnitt 30.13 EBM sowie Aufnahme einer neuen ersten Anmerkung. Die bisherigen Anmerkungen 1 und 2 werden zu Anmerkungen 2 und 3

GOP Leistungsbeschreibung
30988 Zuschlag zu den GOP 03362, 16230, 16231, 21230 und 21231 für die Einleitung und Koordination der Therapiemaßnahmen nachgemäß multiprofessioneller geriatrischer Diagnostik nach Durchführung eines weiterführenden geriatrischen Assessments gemäß GOP 30984

Die Berechnung der GOP 30988 setzt das Vorliegen der Ergebnisse eines weiterführenden geriatrischen Assessments nach der Gebührenordnungsposition 30984 voraus.


Anpassung Anhang 2 EBM zum 1. April 2019

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 12. Dezember 2018 folgende Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) zum 1. April 2019 beschlossen:

Der Anhang 2 zum Einheitlichen Bewertungsmaßstab wird mit Wirkung zum 1. April 2019 an den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) Version 2019 angepasst. In diesem Anhang finden Sie die Zuordnungen der OPS zu den Leistungen nach dem EBM-Kapitel 31 (Ambulantes Operieren) sowie die Leistungen nach dem EBM-Kapitel 36 (belegärztliche Operationen). Die Anpassung wurde durch die jährliche Aktualisierung der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM) und des OPS des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) erforderlich. Dabei handelt es sich um die Aufnahme von neuen OPS-Kodes und die Streichung von ungültigen (beendeten) OPS-Kodes in der Version 2019 im Vergleich zur Version 2018.

Aktuelles zur Abrechnung

Zeitfenster der GOP 01722 EBM

Kurz vor Drucklegung dieser Ausgabe haben wir von der KBV die Nachricht erhalten, dass die Leistung nach der GOP 01722 EBM „Sonographie der Säuglingshüften“ entgegen unserer Mitteilung im Februar 2019 auch im Zeitraum der Toleranzgrenzen mit der U 3 (3. bis 8. Lebenswoche) erbracht werden kann, sofern diese Leistung noch nicht durchgeführt wurde. Sofern in Verbindung mit der U3 ein Termin für die Durchführung vereinbart wurde, ist auch diese Leistung berechnungsfähig. Wir werden daher die Leistung nach der GOP 01722 EBM wie bisher im Zeitraum der Toleranzgrenze zur U3 vergüten.


Meldepflicht für U5 bis U9

Vergütung bei Überschreitung der Toleranzgrenzen

Mit der Verankerung einer Meldepflicht für Ärztinnen und Ärzte im §32a des Heilberufsgesetzes wurde im November 2007 die rechtliche Grundlage für ein verbindliches Einladewesen zur Früherkennung geschaffen. Bestandteil dieses Konzeptes ist die verbindliche Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen für Kinder von U5 bis U9. Diejenigen Kinder, die an den Früherkennungsuntersuchungen U5 bis U9 teilgenommen haben, werden von Praxen auf Grundlage des Heilberufsgesetzes NRW regelmäßig der „Zentralen Stelle Gesunde Kindheit“ des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) gemeldet. Nach Abgleich der von den Ärzten gemeldeten Daten mit denen der Einwohnermeldeämter erkennt die Zentrale Stelle, welche Kinder die Früherkennung nicht in Anspruch genommen haben.
Kommen die entsprechenden Eltern/Sorgeberechtigten einer erinnernden Einladung nicht nach, werden die jeweiligen Kommunen seitens der Zentralen Stelle informiert, die dann in eigener Zuständigkeit entscheiden, ob aufsuchende Hilfe zu leisten ist. Im Zuge des Meldeverfahrens könnte es durch das Erinnerungsschreiben der Zentralen Stelle und evtl. Interventionen der Kommune zur Überschreitung der grundsätzlich geltenden Toleranzgrenzen für die Kinderfrüherkennungsuntersuchungen U5 bis U9 kommen. In solchen Einzelfällen können ausnahmsweise die außerhalb der Toleranzgrenzen liegenden Vorsorgeuntersuchungen abgerechnet werden.

Abrechnung außerhalb der Toleranzgrenzen
So rechnen Sie diese Untersuchungen am besten ab: Zur Hilfestellung anbei eine Tabelle mit der Gebührenordnungsposition (GOP) und entsprechender Toleranzgrenze mit der entsprechenden Symbolnummer (SNR). Wenn die altersentsprechende Kinderfrüherkennungsuntersuchung unter Vorlage des Anschreibens der LZG.NRW und jenseits der Toleranzgrenze wahrgenommen und noch kein Anspruch auf die darauf folgende Kinderfrüherkennungsuntersuchung besteht, wird die jeweilige GOP ab der U5 bis U9 mit dem Buchstabenzusatz T gekennzeichnet.

Untersuchung GOP Toleranzgrenze SNR
U5 01715 5. bis einschließlich 8. Lebensmonat 01715T
U6 01716 9. bis einschließlich 19. Lebensmonat 01716T
U7 01717 20. bis einschließlich 32. Lebensmonat 01717T
U7a 01723 33. bis einschließlich 42. Lebensmonat 01723T
U8 01718 43. bis einschließlich 57. Lebensmonat 01718T
U9 01719 58. bis einschließlich 70. Lebensmonat 01719T

Hinweis zur T-Kennzeichnung:

Die T-Kennzeichnung kann nur nach Meldung des LZG.NRW jenseits der Toleranzgrenzen angewandt werden.

Aktuelles zur DMP Abrechnung

Im Zusammenhang mit der Abrechnung der DMP erreichen uns viele Fragen. Hintergrund ist, dass die Krankenkassen seit dem 1. Quartal 2017 DMP-Leistungen nur noch vergüten, wenn die entsprechenden Dokumentationen fristgerecht, plausibel, fallverlaufskonform und vollständig für wirksam eingeschriebene DMP-Teilnehmer bei der Datenstelle DAVASO eingegangen sind (DMP-Anforderungen-Richtlinie/DMP-A-RL, Stand: 01.04.2019). Liegt eine solche Dokumentation, entsprechend der von DAVASO zur Verfügung gestellten Patientendaten nicht vor, werden die abgerechneten Symbolnummern von der KVWL nicht vergütet.

Durch die Einigung mit DAVASO wird seit dem Quartal 1/2018 ein quartalsgleicher Abgleich zwischen den abgerechneten Symbolnummern und den bei der Datenstelle DAVASO eingereichten vergütungsfähigen Dokumentationen durchgeführt. Darüber hinaus teilen wir Ihnen im Falle einer Nichtvergütung den von DAVASO mitgeteilten Grund mit.

Rückwirkende Änderungen des EBM zum 01.01.2019

Bewertungsanpassung von Schrittmachersystemen

Der Bewertungsausschuss nach § 87 Abs. 1 Satz 1 SGB V hat in seiner 435. Sitzung am 29. März 2019 mit Wirkung zum 1. Januar beschlossen, dass die Bewertungen der Gebührenordnungsposition (GOP) für die Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen mit Wirkung zum 1. Januar 2019 rückwirkend angehoben werden. Die telemedizinische und konventionelle Funktionsanalyse wird nach drei Aggregattypen (Schrittmacher, implantierte Kardioverter oder Defibrillatoren) differenziert vergütet.

Änderung der Bewertungen der Leistungen der Abschnitte 4 und 13 des EBM:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
bis
31.12.2018
ab
01.01.2019
04411 Herzschrittmacher konventionell 347 396
04413 Kardioverter/Defibrillator konventionell 641 732
04414 Kardioverter/Defibrillator telemedizinisch 641 732
04415 CRT konventionell 789 901
04416 CRT telemedizinisch 789 901
13571 Herzschrittmacher konventionell 189 216
13573 Kardioverter/Defibrillator konventionell 350 400
13574 Kardioverter/Defibrillator telemedizinisch 350 400
13575 CRT konventionell 431 492
13576 CRT telemedizinisch 431 492

Änderungen zum 01.01.2019

Diverse Beschlüsse des Bewertungsausschusses

Der Bewertungsausschuss (BA) hat am 12. und 13. Dezember 2018 mehrere Beschlüsse gefasst, die wir nachfolgend zusammengefasst haben. Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte den Beschlüssen des BA aus seiner 430 und 432. Sitzung.

Osteodensitometrie (GOP 34600 und 34601 EBM) wird höher vergütet

Osteodensitometrische Untersuchungen werden ab dem 1. Januar 2019 besser vergütet. Mit dem Beschluss setzt der BA die angekündigte Neubewertung der Leistungen vor dem Abschluss der Arbeiten zur EBM-Weiterentwicklung um.

GOP Kurzlegende Bewertung in Punkten
bis
31.12.2018
ab
01.01.2019
34600 Osteodensitometrische Untersuchung I 161 268
34601 Osteodensitometrische Untersuchung II 161 268

Neue EBM-Leistung für Fachärzte für Orthopädie und/oder Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie und/oder für Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin: Extrakorporale Stoßwellentherapie bei Fasciitis plantaris

Die fokussierte und radiale extrakorporale Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris wird zum 1. Januar 2019 als neue Leistung (GOP 30440) in den Abschnitt 30.4 EBM aufgenommen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
30440 Extrakorporale Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris entsprechend der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (Nr. 26 Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung)

Dreimal im Krankheitsfall
247

Die GOP 30440 EBM kann ausschließlich von Fachärzten für Orthopädie und/oder Fachärzten für Orthopädie und Unfallchirurgie und/oder von Fachärzten für Physikalische und Rehabilitative Medizin berechnet werden und je Fuß in höchstens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen höchstens dreimal im Krankheitsfall.

Die GOP ist nur bei Patienten mit der Diagnose Fasciitis plantaris berechnungsfähig (die Berechnung setzt die Kodierung nach ICD-10-GM: M72.2 unter Angabe des Zusatzkennzeichens für die Diagnosesicherheit voraus). Außerdem müssen Patienten folgende Kriterien erfüllen:

  • der Fersenschmerz hat die gewohnte körperliche Aktivität über mindestens sechs Monate eingeschränkt
  • während dieser Zeit wurden unterschiedliche konservative Therapieansätze (pharmakologische und nicht-pharmakologische) einschließlich patientenzentrierter Maßnahmen über einen ausreichenden Zeitraum ohne relevante Beschwerdebesserung angewandt.

Die Einschränkung der körperlichen Aktivität über mindestens sechs Monate liegt vor, wenn im Zeitraum der letzten zwei Quartale unter Ausschluss des aktuellen Quartals wegen der Fasciitis plantaris mindestens ein Arzt-Patienten-Kontakt pro Quartal stattgefunden hat.

Neue EBM-Leistung (GOP 37400): Mitbetreuung eines Patienten bei Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

Vollstationäre Pflegeheime und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen können ihren Bewohnern eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten (§ 132g SGB V). Diese Aufgaben sollen besonders qualifizierte Berater in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt übernehmen.

Vor diesem Hintergrund hat der Bewertungsausschuss einen neuen Abschnitt 37.4 in den EBM aufgenommen. Für die Mitbetreuung gemäß der Vereinbarung können Ärzte die neu in den EBM aufgenommene GOP 37400 EBM abrechnen. Die Pauschale ist mit 100 Punkten bewertet. Sie kann einmal im Behandlungsfall abgerechnet werden.

Die Zusatzpauschale beinhaltet die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch des betreuenden Vertragsarztes mit dem besonders qualifizierten Berater über das Angebot der gesundheitlichen Versorgungsplanung und die verwendeten Notfalldokumente. Thema ist auch die schriftliche Patientenverfügung für Notfallsituationen, die der Berater erstellt und die vom betreuenden Vertragsarzt (Hausärzte/Fachärzte) unterschrieben werden soll. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Arzt (auch telefonisch) an einem Beratungsgespräch und/oder einer Fallbesprechung des Beraters mit dem Patienten teilnimmt (gemäß der Vereinbarung nach § 132g Absatz 3 SGB V).

Die GOP 37400 kann nur von einem an der Beratung beteiligten Vertragsarzt berechnet werden.

Verordnung häuslicher Krankenpflege: Erhöhung der Versichertenpauschale

Zum 1. Januar 2019 wird im hausärztlichen Bereich die Versichertenpauschale in der Altersklasse ab dem 76. Lebensjahr um einen Punkt auf 211 Punkte angehoben. Damit soll der zu erwartende Anstieg der Verordnungen von Krankenpflege in dieser Altersklasse abgebildet werden.

Die Erhöhung der Bewertung betrifft die beiden GOP 03000 und 04000 EBM für Versicherte ab Beginn des 76. Lebensjahres.

Humangenetik: Streichung der Ankündigung einer Qualitätssicherungsvereinbarung zu den GOP 11235 und 11236 EBM

Der Bewertungsausschuss verzichtet nun endgültig auf eine Qualitätssicherungs-vereinbarung für humangenetische Beurteilungsleistungen nach den GOP 11235 und 11236 EBM, nachdem die Frist zur Einführung bereits mehrfach verlängert wurde. Daher wird die entsprechende Ankündigung in den Anmerkungen der GOP 11235 und 11236 EBM gestrichen.

Beim obligaten Leistungsinhalt zur schriftlichen Zusammenfassung für den Patienten wird jeweils präzisiert, dass der Patient diese Zusammenfassung in verständlicher Form ggf. einschließlich von Hinweisen zu Selbsthilfegruppen erhält.

Der fakultative Leistungsinhalt der beiden GOP wird um die konsiliarische Erörterung mit anderen Ärzten ergänzt. Dazu folgender Hinweis: Dieser Leistungsinhalt war Bestandteil der Leistungskalkulation. Dieser umfasst nicht und vergütet nicht den Anspruch des Versicherten auf die Hinzuziehung einer weiteren sachverständigen Person in die Beratung nach § 10 Absatz 3 Satz 3 des Gendiagnostikgesetzes.

Pathologie: Aufnahme der GOP 19461 in den EBM in Verbindung mit der Erweiterung des Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Osimertinib (Tagrisso®)

Mit der GOP 19461 EBM wird eine neue, extrabudgetär vergütete Leistung in den Abschnitt 19.4.4 aufgenommen.

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
19461 Nachweis oder Ausschluss von allen bekannten EGFR-aktivierenden Mutationen in den Exonen 18 bis 21 unter Verwendung von zirkulierender Tumor-DANN zur Indikationsstellung einer gezielten Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom, wenn diese laut Fachinformation obligat ist.

Zweimal im Krankheitsfall
3934

Die GOP 19461 EBM ist nur dann berechnungsfähig, wenn ein nicht kleinzelliges Lungenkarzinom histologisch nachgewiesen ist und nicht genügend Tumorgewebe als Untersuchungsmaterial zur Verfügung steht oder gewonnen werden kann.

Weitere Detailänderungen des EBM

Zum 1. Januar 2019 wurden inhaltliche und redaktionelle Änderungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) vorgenommen, die wir nachfolgend kurz zusammengefasst haben:

Elektronischer Medikationsplan: Versicherte haben Anspruch auf Speicherung auf eGK

Mit dem E‐Health‐Gesetz wurde festgelegt, dass Versicherte ab Januar 2019 Anspruch auf Speicherung des Medikationsplans auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) haben, sofern sie dies wünschen. Technisch ist dies zwar noch nicht umsetzbar, der Bewertungsausschuss (BA) hat aber bereits die nötigen Anpassungen im EBM beschlossen:

Die Übertragung des elektronischen Medikationsplans auf die eGK des Patienten wird in die Gebührenordnungsposition (GOP) 01630 EBM (Erstellung eines Medikationsplans) als fakultativer Leistungsinhalt aufgenommen.

Im Anhang 1 zum EBM wird zudem durch eine Ergänzung konkretisiert, dass die Übertragung des elektronischen Medikationsplans auf die eGK ein Leistungs- bestandteil der Versicherten‐ und Grundpauschalen sowie von sonstigen GOP ist.

Notfalldatensatz betreffend Zuschläge zur internistischen Grundversorgung

Für die Anlage und Löschung eines Notfalldatensatzes auf der eGK ist vorgesehen, dass Ärzte einen Zuschlag zur Grund‐ beziehungsweise Versichertenpauschale erhalten (GOP 01640 bis 01642 EBM). Diese Zuschläge sind nach Anhang 3 des EBM Bestandteil der fachärztlichen Grundversorgung.

Der BA hat nun klargestellt, dass die Zuschläge zur internistischen Grundversorgung – konkret die GOP 13294, 13344, 13394, 13543, 13594, 13644 und 13694 – auch in Behandlungsfällen berechnungsfähig sein werden, in denen ausschließlich die Zuschläge für die Anlage und Löschung eines Notfalldatensatzes berechnet werden.

Bauchaortenaneurysmenscreening: GOP 33043 EBM zukünftig neben GOP 01748 EBM berechnungsfähig

Die kurative Uro‐Genital‐Sonographie nach der GOP 33043 EBM ist künftig neben der sonographischen Untersuchung der Bauchaorta nach der GOP 01748 EBM am gleichen Behandlungstag berechnungsfähig. Der bisherige Abrechnungsausschluss wird aufgehoben. Somit können Vertragsärzte die Uro‐Genital‐Sonographie und das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen an demselben Behandlungstag durchführen und müssen Patienten nicht an zwei Tagen in die Praxis einbestellen. Bezüglich der Wechselzeiten wird allerdings ein Abschlag auf die Gesamtpunktzahl der GOP 33043 EBM erhoben, wenn die GOP 33043 und 01748 EBM nebeneinander berechnet werden.

Samstagszuschlag auch für Fachärzte für diagnostische Radiologie und Strahlentherapie abrechenbar

Auch Fachärzte für diagnostische Radiologie und für Strahlentherapie dürfen den Samstagszuschlag nach der GOP 01102 EBM abrechnen. Der Bewertungsausschuss hat die Abrechenbarkeit der Samstagssprechstunde nach der GOP 01102 EBM für Fachärzte für diagnostische Radiologie und für Strahlentherapie beschlossen. Damit setzt er einen gerichtlichen Vergleich um, der zwischen der KBV und dem GKV‐Spitzenverband sowie der KV Hessen am 10. Januar 2018 vor dem Sozialgericht Marburg getroffen wurde (vgl. Beschluss Sozialgericht Marburg, AZ: S 12 KA 279/17).

Änderung der Zusatzpauschale neuropädiatrische Betreuung

Die Zusatzpauschale für die neuropädiatrische Betreuung (GOP 04433 EBM) ist auch für Patienten mit dem ICD‐10‐Kode G90.60 (komplexes regionales Schmerzsyndrom der oberen Extremität, Typ II: Kausalgie) berechnungsfähig. Hintergrund ist die Streichung des ICD‐10‐Kode G56.4 (Mononeuropathien der oberen Extremität: Kausalgie) durch das DIMDI. Der medizinische Inhalt des ICD‐10‐Kode G56.4 wird über den neuen ICD‐10‐Kode G90.60 abgebildet.

Anpassung des Orientierungswertes

Mit Wirkung zum 1. Januar 2019 beträgt der bundeseinheitliche Punktwert als Orientierungswert 10,8226 Cent. Für das Jahr 2018 betrug der Punktwert 10,6543 Cent.
Diese Änderung wirkt sich auf die regionale Gebührenordnung aus und erhöht die Preise der Leistungen aus dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab.
Gemäß § 87 Abs. 2 e Sozialgesetzbuch V (SGB V) hat der Bewertungsausschuss den bundeseinheitlichen Punktwert als Orientierungswert in Euro zur Vergütung der vertragsärztlichen Leistungen festgelegt.

Rückwirkende Änderungen des EBM zum 1.10.2018

Hyperbare Sauerstofftherapie auch für Dermatologen abrechnungsfähig

Rückwirkend zum 1. Oktober 2018 hat der Bewertungsausschuss (BA) beschlossen, dass auch Dermatologen die Betreuung eines Patienten zwischen den Druckkammerbehandlungen bei der hyperbaren Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom (GOP 30214 EBM) berechnen dürfen.

Herzkatheteruntersuchung mit Koronarangiographie nicht bei belegärztlicher Durchführung berechnungsfähig

Ebenfalls rückwirkend zum 1. Oktober 2018 hat der BA klargestellt, dass die Sachkostenpauschale 40301 EBM für die Durchführung der Messung der myokardialen fraktionierten Flussreserve bei belegärztlicher Durchführung nicht berechnungsfähig ist. Dazu wird die Sachkostenpauschale 40301 EBM in die Nummer 3 der EBM‐Präambel aufgenommen.

Weitere Informationen

KBV-Übersicht zum EBM

Die Beschlüsse zu den EBM-Änderungen (KBV)

Ansprechpartner

EBM-Hotline Service-Center

0231 94 32 10 00

E-Mail