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e wie einfach? Alle Infos zum eRezept auf einen Blick

Ärztin mit Tablet in der Hand - eRezept im Display

© taskin / Adobe Stock

Verordnungen digital erstellen, übermitteln und einlösen – dieses Ziel will der Gesetzgeber mit dem elektronischen Rezept (eRezept) erzielen. Ursprünglich sollte das eRezept bundesweit zum 1. Januar 2022 eingeführt werden.

Doch kurz vor Weihnachten ruderte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) zurück und musste eingestehen, dass die Ergebnisse der noch laufenden Feldtests nicht ausreichen, um das eRezept in der Fläche auszurollen. Die Test- und Pilotphase soll schrittweise fortgesetzt und ausgeweitet werden. Erst nach Erfüllung der Qualitätskriterien soll die Umstellung auf das eRezept nach einem noch festzulegenden Rollout-Verfahren erfolgen. Damit folgte das BMG der Argumentation der Kassenärztlichen Vereinigungen, dass solche Anwendungen erst dann in den Praxen eingesetzt werden dürfen, wenn technisch ausgereifte, sichere Lösungen zur Verfügung stehen. Dies war zum Stichtag 1. Januar 2022 auch nach Auffassung des BMG für das eRezept nicht der Fall.

So geht es jetzt weiter

In einem Schreiben an die Gesellschafter der Gematik, stellte das BMG kürzlich klar, dass die Testphase des eRezeptes intensiv weitergeführt werden soll. Wie Sie an der Testphase teilnehmen können, lesen Sie hier: Klarstellung des BMG zur Einführung der eAU und zum Test des eRezeptes

Wir informieren Sie an dieser Stelle, sobald uns konkrete Informationen für das weitere Vorgehen vorliegen. Bis zur Einführung des eRezepts nutzen Praxen auch für die Verordnung von apothekenpflichtigen Arzneimitteln weiterhin das Muster 16.

Videobeitrag zum Thema:

Erstellung eines eRezepts

Das PVS unterstützt Ärztinnen und Ärzte dabei, ein eRezept auszustellen. Das Verfahren soll in der Praxis genauso komfortabel geschehen wie heute das Bedrucken des Papierformulars.

  • Verordnung wie gewohnt über das PVS erstellen.
  • eRezept signieren und abschicken - idealerweise mit nur zwei Klicks. Die Verordnung wird nun auf den eRezept-Server geladen.
  • Die Patientin oder den Patienten fragen, ob sie die eRezept-App nutzen. Ist das der Fall, erhalten diese eine Information in ihrer App, dass ein eRezept für sie zur Verfügung steht und in der Apotheke eingelöst werden kann.
  • Patientinnen und Patienten, die die App nicht nutzen, erhalten einen Token-Ausdruck. Dieser enthält Informationen zu bis zu drei Verordnungen. Die aufgedruckten Data-Matrix-Codes können in der Apotheke eingescannt werden. Der Tokenausdruck wird automatisch vom PVS erstellt, nicht unterschrieben und kann im Format A5 oder A4 in Schwarz-Weiß in der Praxis gedruckt werden.

Muster: Ausdruck eines eRezepts

Beispieldarstellung für den Tokenausdruck zur Einlösung eines eRezepts

Varianten des Rezepts in der Praxis

Per App zum eRezept

Patientinnen und Patienten können das eRezept per App der Apotheke ihrer Wahl zusenden oder mit dem Smartphone direkt in die Apotheke gehen und dies über den 2D-Code einlösen lassen. Sendet der Patient der Apotheke das Rezept vorab, kann diese ihn informieren, ob ein Medikament nicht vorrätig ist und bestellt werden muss. Die Einreichung bei Online-Apotheken ist ebenfalls möglich.

Abbildung Handy mit App
  • Mittelfristig: Standardweg zur Übermittlung in die Apotheke
  • Kein Ausducken in der Praxis: Patient verwaltet Rezept eigenständig

Download-Möglichkeiten:

Zukünftig sollen weitere Verordnungen elektronisch erstellt werden können. Bis zur Bereitstellung der entsprechenden technischen Infrastruktur durch die gematik wird das Muster 16 bei Haus- und Heimbesuchen, für Hilfsmittel, Sprechstundenbedarf (je nach regionalen Vereinbarungen) und Verbandmitteln sowie Teststreifen (sonstige in die Arzneimittelversorgung einbezogene Produkte nach § 31 SGB V) aber weiterhin zum Einsatz kommen.

Tokenausdruck

Verfügt der Patient nicht über die eRezept-App, erhält er einen Ausdruck in der Arztpraxis, auf dem der erforderliche Code zur Einlösung des eRezepts aufgedruckt ist.

Muster: Ausdruck eines eRezepts

  • Standardweg für Versicherte ohne Smartphone
  • Keine Unterschrift des Arztes auf Ausdruck

Ersatzverfahren

Um ein eRezept ausstellen zu können, ist eine Verbindung zur Telematikinfrastruktur (TI) notwendig. Ist das nicht möglich, sehen die gesetzlichen und bundesmantelvertraglichen Regelungen vor, dass das Papierrezept (Muster 16) zum Einsatz kommt.

Das gilt in folgenden Fällen:

  • wenn die technischen Voraussetzungen für ein eRezept nicht gegeben sind (Soft-oder Hardware nicht verfügbar oder defekt, Telematikinfrastruktur oder Internet nicht erreichbar, eHBA defekt oder nicht lieferbar)
  • wenn die Übermittlung eines Verordnungstyps über die Telematikinfrastruktur noch nicht vorgesehen ist (bisher nur apothekenpflichtige Arzneimittel, noch keine Hilfsmittel, Verbandmittel und Teststreifen bzw. sonstige nach § 31 SGB V in die Arzneimittelversorgung einbezogene Produkte)
  • wenn bei Verordnungen die Versichertennummer im Ersatzverfahren nach Anlage 4a BMV-Ä nicht bekannt ist
  • bei Haus- und Heimbesuchen

Muster: Standard-Papierrezepts

  • Nutzung bei Haus- Heimbesuchen, technischen Problemen
  • Verarbeitung durch Apotheken und Krankenkassen wie bisher

Qualifizierte elektronische Signatur

Das eRezept muss mit einer sogenannten qualifizierten elektronischen Signatur (QES) unterschrieben werden. Ausnahmeregelungen, in denen die Signatur mittels Praxisausweis (SMC-B) erfolgen kann, sind nicht vorgesehen. Die QES ist gleichgestellt der handschriftlichen Unterschrift und hat daher ein sehr hohes Sicherheitsniveau: Ärztinnen und Ärzte müssen dafür nicht nur den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) in das Lesegerät stecken, sondern auch noch eine 6-8-stellige PIN eingeben. Da die Einzelsignatur im normalen Praxisalltag viel Zeit kosten würde, gibt es dafür praxistaugliche Lösungen:

  • Komfortsignatur: Bei diesem Verfahren können Ärztinnen und Ärzte mit ihrem eHBA und ihrer PIN für einen bestimmten Zeitraum (max. 24 Stunden) jeweils bis zu 250 Signaturen freigeben. Sollen ein oder mehrere Dokumente signiert werden, müssen sie dies nur noch bestätigen. Aus Sicht der KVWL ist für die Massenanwendung eRezept die Komfortsignatur im Praxisalltag die geeignete Variante.
  • Stapelsignatur: Ärztinnen und Ärzte können dabei mehrere Dokumente gleichzeitig qualifiziert elektronisch unterschreiben. Sie signieren hierbei einmal mit ihrem eHBA und ihrer dazugehörigen PIN den gesamten vorbereiteten elektronischen Dokumentenstapel, zum Beispiel am Ende eines Praxistages. Die Signierung des eRezepts wäre damit grundsätzlich möglich. Es dürfte jedoch im Praxisalltag nicht leicht umzusetzen sein, Patienten ihr Rezept erst verzögert zur Verfügung zu stellen.

Technische Voraussetzungen

Neben der Anbindung an die Telematikinfrastruktur sind folgende Komponenten in der Praxis notwendig:

  • Upgrade des Konnektors auf den ePA-Konnektor incl. Komfortsignatur (PTV4+)
  • Praxisverwaltungssystem-Update für das eRezept
  • eHBA G2 für die Signatur des eRezepts
  • ggf. ein weiteres ehealth-Kartenterminal für die Signatur von eRezepten im Sprechzimmer
  • Ein Drucker, der den Tokenausdruck mit einer Mindestauflösung von 300 dpi drucken kann. Dazu sind die meisten modernen Drucker in der Lage, bei Nadeldruckern ist das jedoch mitunter nicht wirtschaftlich. Wichtig ist ein sauberer Ausdruck, um Probleme beim Abscannen und Neuausstellungen zu vermeiden.

Patientinnen und Patienten benötigen für die Nutzung des eRezepts über die App:

  • elektronische Gesundheitskarte (eGK) der neuesten Generation, die die sogenannte Near Field Communication (NFC) ermöglicht
  • Patienten-PIN der eGK
  • Patienten-App (Authentifizierung am eRezept-Server)
  • NFC-fähiges Smartphone

Pauschalen der Finanzierung

  • PVS-Update eRezept: einmalig 120 Euro
  • Betriebskostenzuschlag eRezept: 1 Euro pro Quartal

Anwendungsbereiche

Ab dem 1. Januar 2022 wird das eRezept für apothekenpflichtige Arzneimittel für Vertragsärztinnen und -ärzte sowie für Patientinnen und Patienten eingeführt. Die Übersicht zeigt auch, für welche weiteren Verordnungen das eRezept ab dann möglich (aber nicht verpflichtend) ist.

Kategorie Umsetzung Ersatzverfahren/Alternative
verschreibungspflichtige Arzneimittel zulasten der GKV Pflicht Papierrezept nur unter bestimmten Voraussetzungen (Technische Probleme, Haus- u. Heimbesuche, eHBA nicht verfügbar, Ersatzverfahren ohne Versichertennummer)
apothekenpflichtige Arzneimittel für Selbstzahler in der GKV optional Privatrezept ("blaues Rezept")
elektronische Empfehlung von apothekenpflichtigen Arzneimitteln optional (später wird schlankerer Datensatz spezifiziert) "Grünes Rezept"
apothekenpflichtige Arzneimittel zulasten der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen optional für Verordnungssoftware und Arzt Papierrezept

Hinweis: Sofern verschreibungspflichtige Arzneimittel für GKV-versicherte Selbstzahler elektronisch verordnet werden, entspricht dies auf Papier einem Privatrezept „Blaues Rezept“.

Sofern nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel für GKV-versicherte Selbstzahler verschrieben werden, entspricht dies auf Papier einem „Grünen Rezept“.

Der Datensatz ist der gleiche wie beim eRezept für apothekenpflichtige Arzneimittel zulasten der GKV. Er wird qualifiziert elektronisch signiert, obwohl dies bei der Verordnung von apothekenpflichtigen, aber nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln eigentlich nicht erforderlich ist.

Unabhängig davon haben die Partner des BMV-Ä mit § 86 Abs. 3 SGB V den gesetzlichen Auftrag erhalten, die Voraussetzungen für ein elektronisches Grünes Rezept (bzw. Empfehlung) zu schaffen. Hierfür ist ein schlankerer Datensatz ohne Unterschrift auf freiwilliger Basis vorgesehen. Allerdings kann diese Variante erst zum Einsatz kommen, wenn die gematik die technischen Voraussetzungen geschaffen hat, also den eRezept-Server entsprechend anpasst.

In folgenden Fällen sind zunächst keine eRezepte zulässig, sondern werden erst in weiteren Ausbaustufen ermöglicht oder sogar verpflichtend:

  • BtM-Rezepte
  • T-Rezepte
  • Verordnung von sonstigen nach §31 SGB V einbezogenen Produkten (etwa Verbandmittel und Teststreifen)
  • Verordnung von Hilfsmitteln
  • Verordnung von Sprechstundenbedarf
  • Verordnungen zu Lasten von Sonstigen Kostenträgern
  • Verordnungen für GKV-Versicherte ohne Vorhandensein einer Versichertennummer (bei Erfassung der VSD im Ersatzverfahren)
  • Verordnungen von Digitalen Gesundheitsanwendungen

Diese Verordnungen werden voraussichtlich in weiteren Ausbaustufen des eRezepts ermöglicht oder sogar verpflichtend.
Für PKV-Versicherte besteht aktuell noch keine Möglichkeit zur Ausstellung von eRezepten. Ob die elektronische Verordnung möglich ist, regelt der PKV-Verband.

Ansprechpartner

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