eHealth

Telematikinfrastruktur - das digitale Netz für alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen

Die gematik hat aktuelle Informationen zu Datenschutz und Haftung sowie über die Betriebsarten des Konnektors veröffentlicht. Sie stellt auch den Praxen ein Muster-Installationsprotokoll mit Checkliste zur Verfügung.

Die Telematikinfrastruktur (TI) ist die Grundlage für eine sichere, digitale Vernetzung aller Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken und weiterer Leistungserbringer im deutschen Gesundheitswesen.

Ein wesentliches Ziel ist es, medizinische Informationen, die für die Behandlung der Patienten benötigt werden, schnell, einfach und sicher zur Verfügung zu stellen. Oberste Priorität hat hierbei die Datensicherheit.

Die erste Anwendung in der TI ist das Versichertenstammdatenmanagement.

Weitere Anwendungen, wie das Speichern der Notfalldaten und des elektronischen Medikationsplans auf der eGK, die sichere Übertragung von elektronischen Arztbriefen und die elektronische Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen an die Krankenkassen über den Kommunikationsdienst KIM sowie die elektronische Patientenakte folgen in den nächsten Monaten.

Seit dem 30.06.2019 müssen alle Praxen an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sein.

News-Symbol

Aktuelles

TI-Störung: Regelung der Kostenerstattung durch gematik

Nach Informationen der KBV hat die Gesellschafterversammlung der gematik einen Beschluss zur Finanzierung der durch die Störung der Telematikinfrastruktur (TI) verursachten Kosten gefasst.

Im Juni hatte die gematik mit den Beteiligten ein Verfahren abgestimmt, wonach Praxen zur Behebung der TI Störung keine Rechnungen erhalten sollten. Der aktuelle Beschluss richtet sich nun an diejenigen Praxen, die entgegen dieser Regelung eine Rechnung ihres Dienstleisters erhalten haben.

Diese Praxen können sich die Kosten nun von der gematik erstatten lassen. Dazu müssen sich die betroffenen Ärzte und Psychotherapeuten schriftlich an die gematik wenden und die Rechnung einreichen.
Die Übernahme einer Dienstleisterrechnung ist einmal pro Konnektor und maximal bis zu einem Betrag von 150 EURO inklusive Umsatzsteuer möglich, so die aktuelle Information der KBV.

Frist bis zum 18. September 2020

Einen formlosen Antrag auf Erstattung samt entsprechender Rechnung sollen Praxen bis zum 18. September 2020 per E‐Mail an die Adresse betrieb@gematik.de schicken.
Etwaige Schadenersatzansprüche aus dem Sachverhalt müssen Praxen vor Zahlung schriftlich an die gematik abtreten.

Die gematik betont, dass die entstandenen TI-Probleme nicht durch sie verursacht worden sind. Die Erstattung der Kosten geschehe ausdrücklich aus Kulanz und bezieht sich ausschließlich auf die TI‐Störungskosten.


Übergangsregelung zur eAU

Die KVen und die KBV überzeugten mit ihren Argumenten das Bundesgesundheitsministerium: Das BMG stimmte einer Übergangsregelung zur elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu. Die Vertragsärzte müssen erst spätestens ab Oktober 2021 die AU-Daten elektronisch übermitteln. Detaillierte Informationen erhalten Sie unter TI-Anwendungen -eAU auf dieser Seite und/oder auf der KBV-Seite:

TI Symbol vernetzte Kreise

Technische Ausstattung:
Das benötigen Praxen für den Anschluss

Um die Telematikinfrastruktur nutzen zu können, benötigt jede Betriebsstätte und jede Nebenbetriebsstätte verschiedene Komponenten und Dienste.

Für alle gelten hohe Anforderungen an die Funktionalität und Sicherheit. Sie müssen daher von der gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte) zugelassen sein.

Komponenteninformationen:

  Konnektor

Funktion:

Der Zugang zur TI erfolgt über einen Konnektor. Er ähnelt einem DSL-Router, arbeitet allerdings auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau.

Dieser Konnektor stellt ein sogenanntes virtuelles privates Netzwerk (VPN) zur TI her, das eine Kommunikation unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien völlig abgeschirmt vom Internet ermöglicht.

Der Konnektor ist mit den stationären Kartenterminals der Praxis sowie dem Praxisverwaltungssystem (PVS) per Netzwerk verbunden und enthält die Software für die Durchführung der Anwendungen in der TI.

Mit dem Konnektor können Ärzte und Psychotherapeuten auch Anwendungen im Sicheren Netz der KVen nutzen. Er bietet der Praxis darüber hinaus einen sicheren Kanal zur Nutzung des Internets.

Der Konnektor der 1. Generation unterstützt das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM). Für die weiteren Anwendungen wie das Notfalldatenmanagement (NFDM), der elektronische Medikationsplan (eMP), die Kommunikation im Medizinwesen (KIM) und die elektronische Patientenakte (ePA) stellt der Konnektorhersteller Updates zur Verfügung, sobald der Konnektor für die jeweilige Anwendung zugelassen ist.

Bezug / Ansprechpartner:

Ärzte und Psychotherapeuten wenden sich vor der Bestellung am besten zunächst an ihren PVS-Hersteller beziehungsweise ihren Systembetreuer, da für den Anschluss an die TI auch das PVS angepasst werden muss.

Die gematik veröffentlicht auf ihrer Internetseite, welche Konnektoren zugelassen sind:

https://fachportal.gematik.de/zulassungen

  Stationäres Kartenterminal

Funktion:

Mit dem neuen stationären Kartenterminal (eHealth-Kartenterminal) werden die elektronische Gesundheitskarte (eGK), der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) und der Praxisausweis (SMC-B) eingelesen.

Das Kartenteminal ist mit dem Konnektor verbunden und ermöglicht die Anmeldung der Praxis an der TI. Mindestens ein durch die gematik zugelassenes stationäres Kartenteminal wird in jeder Praxis am Empfang zum Einlesen der eGK benötigt.

Die seit 2011 im Rahmen des Basis-Rollouts angeschafften Kartenterminals können nicht per Softwareupdate auf ein E-Health-Kartenterminal aufgerüstet werden und müssen daher ersetzt werden.

Bezug / Ansprechpartner:

Erster Ansprechpartner für Ärzte und Psychotherapeuten sollte auch hier der PVS-Hersteller oder Systembetreuer sein.

Die gematik veröffentlicht auf ihrer Internetseite eine Liste mit den zugelassenen stationären Kartenterminals:

https://fachportal.gematik.de/zulassungen

  Mobiles Kartenterminal

Funktion:

Ärzte, die Haus- und Pflegeheimbesuche durchführen, Anästhesisten, die Patienten in der Praxis eines anderen Arztes behandeln, sowie Praxen mit ausgelagerten Praxisstätten benötigen ein mobiles Kartenterminal. Diese Geräte arbeiten im Offline-Betrieb: Eine Aktualisierung der Versichertenstammdaten ist damit nicht möglich.

Die neuen mobilen Kartenterminals können bereits im Gerät die Versichertendaten auswerten und so beispielsweise eine abgelaufene Karte erkennen. Die neue Version wird auch benötigt, um nach der bundesweiten Einführung des Online-Abgleichs der Versichertenstammdaten alle Versichertendaten von der eGK auslesen zu können.

Für den Betrieb eines mobilen Kartenterminals wird ein Praxisausweis oder ein elektronischer Heilberufsausweis benötigt.

Bezug / Ansprechpartner:

Die gematik veröffentlicht auf ihrer Internetseite, welche mobilen Kartenterminals zugelassen sind:

https://fachportal.gematik.de/zulassungen

  VPN-Zugangsdienst

Funktion:

Für den Zugang zur TI benötigen Praxen einen speziellen VPN-Zugangsdienstanbieter ähnlich einem Internetprovider, der den Zugang zum Internet bereitstellt. Praxisgemeinschaften können gemeinsam einen VPN-Zugangsdienst nutzen.

Bezug / Ansprechpartner:

Erster Ansprechpartner ist auch hier der PVS-Hersteller beziehungsweise Systembetreuer der Praxis. Die gematik veröffentlicht auf ihrer Internetseite, welche VPN-Zugangsdienstanbieter zugelassen sind:

https://fachportal.gematik.de/zulassungen

  Internetzugang

Der Internetzugang ist eine Grundvoraussetzung für die TI.

Praxen, die bisher noch keinen Internetanschluss haben, sollten dies möglichst bald nachholen. Ansprechpartner dafür sind die Internetprovider.

Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb eines Internetanschlusses zählen zu den allgemeinen Praxiskosten einer Vertragsarzt- bzw. Vertragspsychotherapeutenpraxis und werden damit nicht gesondert finanziert.

  Anpassung Praxisverwaltungssystem

Funktion:

Das Praxisverwaltungssystem (PVS) muss angepasst werden, um eine Verbindung zur TI zu ermöglichen und die Anwendungen der Telematikinfrastruktur durchzuführen zu können.

Das Update ist die Grundvoraussetzung für alle weiteren Schritte der TI-Anbindung.

Bezug / Ansprechpartner:

Nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrem PVS-Hersteller auf und erkundigen sich, wann das Update für Ihr PVS zur Verfügung stehen wird.

Eine Übersicht über die Praxisverwaltungssysteme, die bereits eine Bestätigung der gematik über die notwendigen Anpassungen zur TI-Anbindung erhalten haben, ist auf der Seite der gematik hinterlegt:

https://fachportal.gematik.de/zulassungen

  Kommunikation im Medizinwesen (KIM)

Mit dem Anschluss an die Telematikinfrastruktur sind Ärzte und Psychotherapeuten zukünftig auch in der Lage, medizinischer Daten wie Arztbriefe, Befunde und Röntgenbilder zu versenden und zu empfangen. Für den sicheren elektronischen Datenaustausch wird ein bundesweit einheitlicher Standard eingeführt, der eine verschlüsselte Kommunikation ermöglicht. Bei diesem Standard handelt es sich um KIM, kurz für „Kommunikation im Medizinwesen“. Über KIM soll künftig die gesamte elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen erfolgen.

Mit einem KIM-Dienst können Ärzte medizinische Daten sicher und verschlüsselt direkt aus ihrem Praxisverwaltungssystem (PVS) über die Telematikinfrastruktur versenden. Dabei funktioniert der Dienst ähnlich wie ein E-Mail-Programm, nur wird dabei jede Nachricht und jedes Dokument beim Sender verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Auf diese Weise sind sämtliche Daten während der Übertragung geschützt.

Der elektronische Arztbrief und spätestens ab Oktober 2021 die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an die Krankenkasse müssen über einen KIM-Dienst versendet werden.

Sie benötigen in Ihrer Praxis folgende Voraussetzungen, um den KIM-Dienst nutzen zu können:

  • einen eHealth-Konnektor (Upgrade des VSDM-Konnektors)
  • einen Vertrag mit einem zugelassenen KIM-Anbieter
  • das Client-Modul für KIM (liefert der KIM-Anbieter)
  • das PVS-Modul für die Fachanwendung
  • einen eHBA (elektronischer Heilberufsausweis) mindestens der Generation 2.0 für die qualifizierte elektronische Signatur

Bisher gibt es einen KIM-Anbieter, weitere Hersteller entwickeln derzeit einen KIM-Dienst. Praxen können den Anbieter (Provider) frei wählen, da jeder Dienst mit jedem Praxisverwaltungssystem kompatibel sein muss. Neben der Industrie wird auch die KBV einen solchen Dienst mit dem Namen KV.DOX anbieten. Mit dem DVG hat das KV-System erstmals die Möglichkeit erhalten, den Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten eine eigene technische Lösung für eine IT-Komponente anzubieten.

Erster Ansprechpartner sollte auch hier Ihr Softwareanbieter sein. Wir werden Ihnen nähere Informationen zur Bestellung von KV.DOX geben, sobald uns diese vorliegen.

Zur Refinanzierung der erforderlichen Komponenten sind Pauschalen in der TI-Finanzierungsvereinbarung festgelegt worden. Diese Pauschalen sind unter „Finanzierung der Anbindung an die TI und der TI-Fachanwendungen“ aufgeführt.

  Praxisausweis (SMC-B)

Funktion:

Zur Nutzung der Telematikinfrastruktur und der in ihr enthaltenen Anwendungen benötigt jede Praxis einen Praxisausweis, die sogenannte SMC-B (Security Module Card Typ B). Nur mit dieser Karte kann sich die Praxis an der TI authentifizieren und der Konnektor eine Onlineverbindung zur TI herstellen.

Pro Betriebsstätte benötigen Sie in der Regel einen Praxisausweis, um von allen Arbeitsplätzen mit angeschlossenem stationären Kartenterminal auf die TI zugreifen und die Versichertenstammdaten auf der eGK auslesen zu können. Der Praxisausweis kann auch genutzt werden, um die Notfalldaten oder den elektronischen Medikationsplan auf die eGK zu schreiben.

Für den Betrieb des neuen mobilen Kartenterminals benötigen Sie ebenfalls eine Karte. Alternativ zum Praxisausweis kann für das mobile Kartenterminal der elektronische Heilberufsausweis genutzt werden.

Die Karte wird bei der Installation der TI-Technik in der Praxis in eins der Kartenterminals gesteckt und über eine PIN aktiviert. Die PIN muss an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Sie wird sowohl für die Installation als auch für den laufenden Betrieb der TI benötigt.

Ärzte und Psychotherapeuten, die die anderen Komponenten (z. B. Konnektor, stationäres Kartenterminal) bereits beauftragt haben oder jetzt beauftragen, bestellen den Praxisausweis direkt bei einem zugelassenen Kartenanbieter.

Es kann ca. vier Wochen dauern, bis der Praxisausweis und die dazugehörige PIN bei Ihnen eintreffen. Bitte beachten Sie, dass beim Installationstermin ein einsatzbereiter Praxisausweis in der Praxis vorliegen muss, damit die Anbindung an die TI erfolgreich durchgeführt werden kann.

Achtung: Sie müssen den Praxisausweis sofort nach Erhalt der unversehrten Karte und des PIN-Briefes in dem Onlineportal des Anbieters freischalten. Hintergrund dieser Freischaltung ist die Sicherstellung, dass der Versand erfolgreich funktioniert hat und sowohl Karte als auch PIN beim Antragsteller angekommen sind. Versäumen Sie die rechtzeitige Freischaltung Ihrer Karte, wird Ihr Praxisausweis aus Sicherheitsgründen von dem Anbieter automatisch und unwiderruflich gesperrt. In diesem Fall benötigen Sie eine kostenpflichtige Ersatzkarte.

Bezug / Ansprechpartner:

Den Praxisausweis (Security Module Card Typ B, kurz SMC-B) erhalten die Praxen und MVZ bei einem Kartenanbieter, auch Trust-Service-Provider genannt.

Z. Z. gibt es drei Anbieter des Praxisausweises: Die D-Trust, die medisign und die T-Systems. Alle Dienstleister bieten ein Online-Portal im Internet an, in dem Sie den Praxisausweis bestellen können.

Die Liste der Anbieter eines Praxisausweises, die für den vertragsärztlichen Bereich zugelassen sind, finden Sie unter:

www.kbv.de/media/sp/Zugelassene_Anbieter_Praxisausweis.pdf

  Elektronischer Heilberufsausweis

Funktion:

Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) der Generation 2 ist ein personenbezogener Sichtausweis im Scheckkartenformat mit dem Foto des Karteninhabers. Auf einem Mikrochip sind die Daten des Karteninhabers gespeichert und eine Signier- und Verschlüsselungsfunktion hinterlegt. Der eHBA für Ärzte wird auch eArztausweis, der eHBA für Psychotherapeuten ePsychotherapeutenausweis genannt. Der eHBA der Generation 2 ist für alle kommenden Anwendungen der TI Pflicht. Er dient als Ausweis zur Authentifizierung des Besitzers und ermöglicht elektronische Dokumente mit der qualifizierten elektronischen Signatur (QES) rechtsverbindlich zu unterschreiben. Die QES wird zum Beispiel für den elektronischen Arztbrief, die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und für das Erstellen und Aktualisieren von Notfalldatensätzen benötigt. Die QES entspricht der handschriftlichen Unterschrift.

Bezug / Ansprechpartner:

Herausgeber des eHBA ist für Ärzte die Landesärztekammer, für Psychotherapeuten die Landespsychotherapeutenkammer. Ärzte können den eHBA bereits jetzt über das Portal der Ärztekammer Westfalen-Lippe bestellen, Psychotherapeuten derzeit noch nicht. Ärzte sollen möglichst zeitnah den eHBA bestellen, damit es zu keinen Engpässen bei der Ausgabe der Karten kommt.

Der Link zum Bestellportal der Ärztekammer WL lautet:

Auf der Internetseite der Ärztekammer WL www.aekwl.de finden Sie unter Für Ärzte > Mitgliedschaft > eHBA detaillierte Informationen zur Bestellung des eHBA.

Der eHBA ist ein personenbezogenes Dokument. Deshalb müssen Ärzte und Psychotherapeuten zweifelsfrei ihre Identität nachweisen. Nach eindeutiger Identifikation und Freigabe durch die zuständige Kammer wird der Ausweis produziert. Der Antragsteller erhält den eHBA per Einschreiben; PIN und PUK folgen separat. Nach Erhalt muss der Ausweis innerhalb von 28 Tagen über das Online-Portal des Kartenanbieters freigeschaltet werden.

Monitor

 
TI-Anwendungen

  Notfalldatenmanagement (NFDM)

Das Notfalldatenmanagement gehört – neben dem elektronischen Medikationsplan – zu den ersten medizinischen Anwendungen der eGK. Das Notfalldatenmanagement beinhaltet den Notfalldatensatz und den Datensatz Persönliche Erklärungen des Versicherten, die getrennt voneinander auf der eGK gespeichert werden. Der Notfalldatensatz enthält notfallrelevante medizinische Informationen wie Diagnosen, Medikamente und Allergien/Unverträglichkeiten, die in einem Notfall lebensrettend sein können. In dem Datensatz Persönliche Erklärungen wird beim Vorliegen einer Patientenverfügung, einer Vorsorgevollmacht und/oder eines Organspendeausweises gespeichert, wo die Erklärungen aufbewahrt werden.

Das Notfalldatenmanagement ist eine freiwillige Anwendung für den Versicherten. Versicherte haben einen für Ärzte verpflichtenden Anspruch auf Speicherung, Aktualisierung und Löschung von Notfalldaten. Der Arzt erstellt, aktualisiert und löscht den Notfalldatensatz auf Wunsch des Patienten, wenn er über die erforderliche technische Ausstattung verfügt.

Bevor Ärzte einen Notfalldatensatz erstellen, prüfen sie, ob die Anlage medizinisch notwendig ist. Sie klären zudem den Patienten darüber auf und holen eine Einwilligung des Patienten ein. Anschließend wird der Datensatz erstellt, elektronisch mit dem eHBA signiert und auf die eGK geschrieben.

Den Notfalldatensatz lesen dürfen bei einem medizinischen Notfall Ärzte, Notfallrettungskräfte oder andere Personen, die einen elektronischen Heilberufsausweis besitzen - auch ohne Zustimmung der betroffenen Person. Anders ist es bei einem normalen Praxisbesuch: Ärzte dürfen die Notfalldaten nur lesen oder bearbeiten, wenn der Patient dem ausdrücklich zustimmt. Auf der eGK wird genau protokolliert, wer wann wo auf den Notfalldatensatz zugegriffen hat.

Sie benötigen in Ihrer Praxis folgende Voraussetzungen, um das NFDM nutzen zu können:

  • einen eHealth-Konnektor (Upgrade des VSDM-Konnektors)
  • möglichst ein zusätzliches Kartenterminal im Sprechzimmer
  • das Praxisverwaltungssystem-Modul für NFDM
  • einen eHBA (elektronischer Heilberufsausweis) mindestens der Generation 2.0 für die qualifizierte elektronische Signatur des NFDM

Der Konnektor von CGM ist als eHealth-Konnektor von der gematik zugelassen. Sobald auch die Konnektoren der anderen Hersteller über die erforderliche Zulassung verfügen, werden sie hier aufgeführt.

Bitte nehmen Sie Kontakt mit Ihrem PVS-Hersteller auf und erkundigen sich, wann das NFDM-Modul für Ihr PVS zur Verfügung stehen wird.

Eine Übersicht über die Praxisverwaltungssysteme, deren Konformität zur Konnektorschnittstelle für diese Fachanwendung von der gematik bestätigt worden ist, befindet sich auf der Seite der gematik.

Bitte beachten Sie, dass Sie für das NFDM zwingend einen eHBA benötigen.

Zur Refinanzierung der erforderlichen Komponenten sind Pauschalen in der TI-Finanzierungsvereinbarung festgelegt worden. Diese Pauschalen sind unter „Finanzierung der Anbindung an die TI und der TI-Fachanwendungen“ aufgeführt.

Darüber hinaus sind für das Anlegen, die Überprüfung/Aktualisierung und das Löschen von Notfalldaten Gebührenordnungspositionen (GOP) in den EBM aufgenommen worden. Es handelt sich um die GOP 01640-01642.

  Elektronischer Medikationsplan (eMP)

Gesetzlich krankenversicherte Patienten haben seit Oktober 2016 den Anspruch auf einen papiernen bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP), wenn sie dauerhaft mindestens drei verordnete Arzneimittel einnehmen. Diese Patienten haben jetzt den Anspruch, diesen Medikationsplan zusätzlich auf der eGK gespeichert zu bekommen. Der BMP dient in erster Linie der Informierung des Patienten, der eMP der Informierung der Fachärzte und Apotheken. Die Nutzung des eMP ist für Versicherte freiwillig. Den eMP müssen Haus- und Fachärzte auf Wunsch anspruchsberechtigter Versicherten ausstellen und aktualisieren, sobald die notwendige Technik in der Arztpraxis verfügbar ist.

Zur Aktualisierung des eMP sind auch die Apotheken verpflichtet, sobald sie die Medikation ändern oder ausreichend Kenntnis über eine Änderung haben. Voraussetzung ist die Zustimmung des Patienten. Das Datenmanagement via eMP soll zukünftig für Arzneimitteltherapiesicherheitsprüfungen genutzt werden können, beispielsweise für Interaktionschecks.

Versicherte haben die Möglichkeit, ihre Notfalldaten und den elektronischen Medikationsplan auf der eGK zusätzlich mit einer PIN vor unberechtigten Zugriffen zu schützen. In der Standardeinstellung ist die PIN beim eMP aktiviert - ein eMP kann dementsprechend nur dann auf der eGK gespeichert, von dort ausgelesen oder aktualisiert werden, wenn die oder der Versicherte die Karten-PIN kennt. Ärzte sollten deshalb zunächst nachfragen, ob die PIN bekannt ist. Wenn der Patient noch keine PIN von der Krankenkasse erhalten hat, kann er diese bei seiner Krankenkasse anfordern.

Sie benötigen in Ihrer Praxis folgende Voraussetzungen, um das eMP nutzen zu können:

  • einen eHealth-Konnektor (Upgrade des VSDM-Konnektors)
  • möglichst ein zusätzliches Kartenterminal im Sprechzimmer
  • das Praxisverwaltungssystem-Modul für eMP

Der Konnektor von CGM ist als eHealth-Konnektor von der gematik zugelassen. Sobald auch die Konnektoren der anderen Hersteller über die erforderliche Zulassung verfügen, werden sie hier aufgeführt.

Bitte nehmen Sie Kontakt mit Ihrem PVS-Hersteller auf und erkundigen sich, wann das eMP-Modul für Ihr PVS zur Verfügung stehen wird.

Eine Übersicht über die Praxisverwaltungssysteme, deren Konformität zur Konnektorschnittstelle für diese Fachanwendung von der gematik bestätigt worden ist, befindet sich auf der Seite der gematik.

  Elektronische Arbeitsunfähigkeit (eAU)

Nach dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vom 6. Mai 2019 sind die Vertragsärzte ab Januar 2021 (mit der Übergangsregelung ab 1. Oktober 2021) verpflichtet, Arbeitsunfähigkeitsdaten unmittelbar elektronisch an die zuständige Krankenkasse zu übermitteln. Die Pflicht, die Krankenkasse über die AU zu informieren, geht vom Versicherten auf den Vertragsarzt über. Die Ausfertigung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur Vorlage bei der Krankenkasse in Papierform entfällt damit ersatzlos. Bis zum 31.12.2021 müssen Vertragsärzte neben der elektronischen Datenübermittlung weiterhin eine papiergebundene Bescheinigung für den Versicherten und für den Arbeitgeber ausstellen. Ab 1. Januar 2022 stellen die Kassen die AU-Daten den Arbeitgebern elektronisch zur Verfügung.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) stimmte Ende Juli 2020 der Forderung des KV-Systems nach einer Übergangsregelung zu. Die Kassenärztlichen Vereinigungen und die KBV hatten vehement darauf hingewiesen, dass der 1. Januar 2021 aus technischen Gründen nicht zu halten ist. Nach den Vorgaben des BMG darf die Übergangsregelung längstens bis zum 30. September 2021 gelten. Die KBV muss nun mit dem GKV-Spitzenverband die genauen Regelungen verhandeln. In den Bundesmantelvertrag-Ärzte soll nach dem Willen des BMG eine Vorgabe aufgenommen werden, dass die Nutzung der eAU verbindlich erfolgt, sobald die technischen Voraussetzungen in der jeweiligen Arztpraxis geschaffen wurden und damit bereitstehen.

Für die Übermittlung der AU-Daten an die Krankenkasse benötigen Sie in Ihrer Praxis folgende technische Ausstattung:

  • ein Upgrade des VSDM-Konnektors zum eHealth-Konnektor
  • den sicheren Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen)
  • das Fachmodul des PVS-Anbieters für diese Anwendung und
  • einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) der Generation 2 für die elektronische Signatur der eAU.

  Elektronische Patientenakte (ePA)

Ab Januar 2021 müssen die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) anbieten. So steht es im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Die Nutzung der ePA ist für den Versicherten/Patienten freiwillig. Es darf für jeden Versicherten nur eine ePA geben. Die Einführung der Inhalte erfolgt stufenweise.

Stufe 1: enthält medizinische Informationen über den Versicherten, insbesondere Befunde, Diagnosen, eMedikationsplan, eNotfalldaten, eArztbriefe und Dokumente des Versicherten.

Stufe 2: enthält eZahn-Bonusheft, eUntersuchungsheft Kinder, eMutterpass, eImpfausweis, Daten aus elektronischen Gesundheitsakten, Krankenkassendaten.

Die ePA ersetzt nicht die Kommunikation unter den Ärzten oder zu anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens. Auf Wunsch des Patienten lädt der Arzt bestimmte Daten aus seinem Praxisverwaltungssystem (PVS) in die ePA hoch. Die Daten in der ePA sind nur Kopien der Daten aus dem PVS; die Primärdokumentation des Arztes in seinem Praxisverwaltungssystem bleibt davon unberührt. Der Arzt stößt diesen Prozess bewusst selbst an; Daten werden niemals automatisch ohne Wissen des Arztes übertragen. Die Betreiber der Patientenakten können nicht auf das PVS der Arztpraxis zugreifen.

Der Patient entscheidet, wer auf seine Akte zugreifen kann. Er kann dem Arzt eine temporäre Zugriffsberechtigung geben, sodass der Arzt auch ohne Anwesenheit des Versicherten, etwa im Nachgang an einen Behandlungstermin, Dokumente in die ePA einstellen kann.

  Elektronischer Arztbrief (eArztbrief)

Der elektronische Arztbrief versandt über KIM (Kommunikation im Medizinwesen) ist eine sichere und komfortable Alternative zu Fax und Briefpost für die Übermittlung des Arztbriefes. Die Stärken dieses Dienstes sind:

  • Sie können die Arztbriefe aus jedem Praxisverwaltungssystem (PVS) versenden und in jedes PVS auf Knopfdruck übernehmen.
  • Sie sparen Arbeitszeit und somit Kosten.
  • Sie nutzen eine sichere Datenübermittlung.
  • Sie arbeiten papierlos und können den Arztbrief in Ihrem System archivieren.
  • Sie können zu dem Arztbrief Befunde, Bilder etc. als Anhang übertragen.

Das benötigen Ärzte, um den eArztbrief nutzen zu können:

  • ein Upgrade des VSDM-Konnektors zum eHealth-Konnektor
  •  den sicheren Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen)
  • das eArztbrief-Modul des PVS-Anbieters
  •  einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) der Generation 2 für die elektronische Signatur.

Da der KIM-Dienst noch nicht flächendeckend zur Verfügung steht, können Praxen übergangsweise bis zum Jahresende 2020 den eArztbrief alternativ über KV-Connect übertragen.

Mit einem neuen Vergütungsmodell sollen die eArztbriefe ab 1. Juli 2020 zusätzlich gefördert werden. Bei der Nutzung des eArztbriefes über KIM wird der Versand und der Empfang von Briefen abgerechnet und vergütet. Hinzu kommt eine Strukturförderpauschale für den Versand:

  • Versand von Briefen: GOP 86900 für den Versand (0,28 Euro) plus GOP 01660 für die Strukturförderpauschale (0,1099 Euro)
  • Empfang von Briefen: GOP 86901 für den Empfang (0,27 Euro)

Hinweise zu den Gebührenordnungspositionen:

  • GOP 86900 und 86901: Für die Pauschalen 86900 und 86901 gilt ein gemeinsamer Höchstwert von 23,40 Euro je Quartal und Arzt. Das heißt: Mehr Geld bekommt der Arzt oder Psychotherapeut nicht erstattet, auch wenn er mehr eArztbriefe versandt und/oder empfangen hat.
  • GOP 01660: Der Versand des eArztbriefes wird in den nächsten drei Jahren zusätzlich pro Brief gefördert. Die knapp elf Cent pro Brief werden auch gezahlt, wenn die Praxis den Höchstwert von 23,40 Euro je Arzt erreicht hat. Die Finanzierung der Strukturförderpauschale erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

  Versichertenstammdatenmanagement (VSDM )

Beim Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) werden in der Arzt- bzw. Psychotherapeutenpraxis die Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) überprüft und bei Bedarf aktualisiert.

Das Ganze läuft wie folgt ab:

Die eGK wird wie gehabt bei jedem ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal über das (dann TI-fähige) Kartenterminal eingelesen. Neu ist, dass dabei ein Online-Abgleich der auf der Karte gespeicherten Versichertendaten mit den Daten der Krankenkassen erfolgt. Es wird überprüft, ob die Informationen wie Adresse oder Versichertenstatus noch aktuell sind. Sofern die Krankenkasse Änderungen in Ihrem System hinterlegt hat, werden diese nun direkt auf die Karte geschrieben und anschließend in das Praxisverwaltungssystem der Praxis übertragen.

Durch die Praxis selbst werden keine Daten auf der eGK geändert, wenn sich zum Beispiel die Anschrift des Patienten geändert hat. Dies müssen Versicherte weiterhin ihrer Krankenkasse melden. Ungültige sowie gestohlen gemeldete Karten können so auch gesperrt werden.

Symbol Geld Münze

Finanzierung der Anbindung an
die TI und der TI-Fachanwendungen

Ärzte und Psychotherapeuten müssen nicht selbst für die Anbindung ihrer Praxen an die TI aufkommen. Gemäß § 291a Abs. 7 Satz 5 SGB V haben die KBV und der GKV-Spitzenverband eine Vereinbarung zur Finanzierung der Erstausstattung und des laufenden Betriebs getroffen (Anlage 32 des BMV-Ä).

  TI-Erstausstattung

  Konnektor und stationäre Kartenterminals

Vergütung in Euro bezogen auf

  • das Quartal der erstmaligen Nutzung und
  • die Anzahl der Ärzte in der Praxis (Vollzeitäquivalente)
Quartal * bis max.
3 Ärzte
4 bis max.
6 Ärzte
7 und
mehr Ärzte
ab 01/2020 1549,00 € 2084,00 € 2619,00 €
ab 04/2018 1982,00 € 2417,00 € 2852,00 €

Zusätzlich zu den vorgenannten Pauschalen haben Praxen mit mehr als 3 Ärzten (Vollzeitäquivalenten) bis einschließlich des Quartals 4/2019 Anspruch auf den Komplexitätszuschlag.

4 bis max. 6 Ärzte 7 und mehr Ärzte
Komplexitätszuschlag,
einmalig
230,00 € 460,00 €

* Für die Praxen ist zu beachten, dass für die Höhe der Pauschale nicht das Quartal der Bestellung, sondern das Quartal der erstmaligen Nutzung relevant ist. Das heißt, es gilt das Quartal, in dem in der Praxis der erste Online-Abgleich der Versichertenstammdaten erfolgt ist.

  Mobile Kartenterminals

Für jedes mobile Kartenterminal wird ein Pauschalbetrag von 350,00 € erstattet:

  • je Vertragsarzt mit mindestens halber Zulassung, der mindestens drei Haus- und/oder Heimbesuche im Quartal durchführt und/oder an einem Kooperationsvertrag nach § 119b SGB V (Ambulante Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen) teilnimmt
  • je ausgelagerter Praxisstätte
  • Patientenversorgung in anderen Praxen (z. B. Anästhesisten)

  TI-Startpauschale

Für die TI-Anbindung wird ein Pauschalbetrag von 900,00 € erstattet:

  • für Anschlussgebühr virtuelles privates Netzwerk (VPN), Installation, Praxisausfall während der Installation, Anpassung Praxisverwaltungssystem (PVS) und Zeitaufwand Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) in der Startphase

  Laufende Betriebskosten

Auch für die laufenden Betriebskosten erhalten Praxen pro Quartal Pauschalen.

  Pauschale für Konnektor / VPN

Pro Praxis und Quartal werden für Wartung/Updates des Konnektors, der stationären und mobilen Kartenterminals und für die VPN-Zugangsdienst-Gebühren 248,00 € erstattet

  Pauschale für Heilberufsausweise

Die Pauschale für Heilberufsausweise beträgt
11,63 € je Heilberufsausweis pro Quartal

  Pauschale für Praxisausweise (SMC-B)

Die Pauschale für Praxisausweise beträgt
23,25 € je Praxisausweis pro Quartal

Hinweis

Im ersten Quartal der Nutzung werden die laufenden Betriebskosten ab dem Monat, in dem die Praxis an die TI angeschlossen ist, anteilig übernommen.

  Pauschalen NFDM und eMP

Die Praxen haben Anspruch auf die Pauschalen für die Erstattung der Kosten für die Nutzung der Telematikinfrastruktur inklusive der Fachanwendungen, wenn sie das eHealth-Update auf Ihrem Konnektor installiert haben. Arztpraxen mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt müssen zusätzlich die PVS-Module für die Fachanwendungen „NFDM“ und „eMP“ installieren, um in der Lage zu sein, diese Fachanwendungen zu nutzen.

Komponente Pauschale
NFDM/eMP-Pauschale 530,00 € einmalig
Zusätzliches Kartenterminal (kann für NFDM und eMP genutzt werden) 535,00 € einmalig je Kartenterminal

Anspruch: ein zusätzliches Terminal je angefangene 625 Betriebsstättenfälle
Zusatzpauschale NFDM/eMP 60,00 € einmalig je angefangene
625 Betriebsstättenfälle

befristet bis 30.09.2020
Zuschlag Betriebskosten auf die bereits im Rahmen der TI-Erstausstattung gezahlten Betriebskosten 4,50 € je Quartal

  Pauschalen KIM

Komponente Pauschale
KIM/eArztbrief-Einrichtungspauschale 100,00 € (einmalig)
KIM-Betriebskostenpauschale 23,40 € (pro Quartal)

  Auszahlung der Pauschalen

Die KVWL übernimmt die Auszahlung der Erstausstattungs-, Betriebskostenpauschalen und der Pauschalen für die Fachanwendungen. Den Anspruch auf die Pauschalen zeigen Sie uns mit einem Formular, das wir in unserem Mitgliederportal für Sie bereitstellen, an. Bitte melden Sie sich dazu mit Ihren persönlichen Zugangsdaten (nicht mit den Personalzugangsdaten) an unserem Mitgliederportal an und klicken auf der Startseite auf den Dienst „Telematikinfrastruktur“. Sie gelangen dann auf den Dienst mit den verschiedenen Anzeigen. Durch Klicken auf die gewünschte Anzeige öffnet sich das Formular, das Sie bitte ausfüllen und absenden.

Die Pauschalen zur Refinanzierung der Erstausstattung und der Fachanwendungen werden unmittelbar nach Bearbeitung der Anzeige überwiesen. Die Betriebskostenpauschale sowie die Pauschalen für den Praxisausweis und den elektronischen Heilberufsausweis werden jeweils parallel zur Restzahlung der Quartalsabrechnung gezahlt.

Symbol Kalender

Fristen für den Anschluss
an die Telematikinfrastruktur

Der Gesetzgeber verlangt, dass die notwendigen Grundvoraussetzungen für die Nutzung der TI-Anschlüsse, Geräte, Autorisierungskarten, Zugänge – in allen Vertragsarztpraxen und Vertragspsychotherapeutenpraxen vorgehalten werden.

Ab dem 30. Juni 2019 müssen alle Praxen an die TI angeschlossen sein und als erste Anwendung das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchführen.

Ärzten und Psychotherapeuten, die keinen Versichertenstammdatenabgleich durchführen, muss laut Gesetz das Honorar um 1 Prozent, ab 01.03.2020 um 2,5 Prozent gekürzt werden.

Ausgenommen von der Pflicht zum VSDM sind Versorgungsanlässe ohne direkten Arzt-Patienten-Kontakt, bei denen die Versichertenkarte nicht eingelesen wird, zum Beispiel Laboruntersuchungen (vgl. Anlage 4a Bundesmantelvertrag-Ärzte).

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Weitere Themenbereiche
zur Telematikinfrastruktur

   Sicheres Netz der KVen bleibt bestehen

Das Sichere Netz der KVen (SNK) ist an die Telematikinfrastruktur angeschlossen.

Die Anwendungen im sicheren Netz der KVen, wie z.B. die Online-Abrechnung, erreichen Sie auch über den TI-Konnektor.

Praxen, die heute einen KV-SafeNet-Anschluss haben und auf die TI umsteigen, wird geraten, ihre Kündigungsfristen zu prüfen, ggf. sieht Ihr Vertrag mit dem KV-SafeNet Anbieter für diesen Fall ein ordentliches Kündigungsrecht vor.

Kündigen Sie rechtzeitig, um nicht zwei Anschlüsse parallel betreiben und finanzieren zu müssen.

   Anschluss an die TI: Acht-Punkte-Checkliste

Punkt 1: Ein Internetanschluss ist in der Praxis vorhanden.

Ein Internetanschluss ist Grundvoraussetzung für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur. Ein einfacher DSL-Anschluss reicht dabei aus. Leistungsfähige Verbindungen über Kabel oder Mobilfunk (LTE, UMTS) können ebenfalls genutzt werden. Rechnen Sie für Beauftragung und Installation genügend zeitlichen Vorlauf ein.

Punkt 2: Der Praxisausweis (SMC-B) inklusive PIN liegt vor und ist freigeschaltet.

Der Praxisausweis ist erforderlich, um eine Verbindung zwischen der Praxis und der TI herzustellen. Der Praxisausweis und die zugehörige PIN müssen daher bei der Installation vorliegen. WICHTIG: Der Praxisausweis muss zwingend freigeschaltet sein, bevor er eingesetzt werden kann. Ihr IT-Dienstleister unterstützt Sie ggf. dabei.

Punkt 3: Das Praxisverwaltungssystem ist für die TI angepasst.

Vor dem Installationstermin sollten Sie prüfen, ob für Ihr Praxisverwaltungssystem (PVS) das Update verfügbar ist, damit Ihre Praxis an die Telematikinfrastruktur angeschlossen werden kann. Ihr IT-Dienstleister wird Sie hierzu beraten. Er teilt Ihnen auch mit, ob das Update im Vorfeld oder während der Installation eingespielt wird.

Punkt 4: Strom- und Netzwerkanschlüsse sind vorhanden.

Überall dort, wo ein stationäres Kartenterminal benutzt werden soll, muss ein Stromanschluss vorhanden sein. Wenn die Praxis über ein LAN-Netzwerk verfügt, ist auch ein Netzwerkanschluss für das Kartenterminal nötig. Dies gilt auch für den Anschluss des Konnektors.

Punkt 5: Alle nötigen Passwörter liegen vor.

Zum Installationstermin müssen folgende Passwörter vorliegen:

  • Benutzername/Passwort für die Anmeldung am Betriebssystem und am PVS
  • Administratorpasswort für die Anmeldung am Betriebssystem und am PVS
  • Passwort (ggf. Benutzername) für den DSL-Router
  • Passwort und Benutzername für DSL-Zugang zum Internetanbieter

Punkt 6: Der Zugang zum Sicheren Netz der KVen ist geklärt.

Das Sichere Netz der KVen (SNK) steht Ihnen auch über die Telematikinfrastruktur zur Verfügung. Sofern der Zugang zum SNK über einen KV-SafeNet-Anschluss erfolgt, können Sie diesen kündigen, da Sie nicht zwei Anschlüsse parallel betreiben und finanzieren müssen. Vor der Kündigung sollten Sie sich allerdings bei den Anbietern der SNK-Dienste vergewissern, dass die Erreichbarkeit aller für Sie relevanten Dienste über die TI gesichert ist. Die Kündigung soll erst nach der Installation des Konnektors, dem Zugangsgerät zum digitalen Netz, wirksam werden, da sonst die Dienste im SNK (z. B. das KVWL-Mitgliederportal) nicht mehr erreichbar sind.

Punkt 7: Ein Vorbereitungsgespräch mit dem Techniker hat stattgefunden.

Sprechen Sie vorab mit dem Techniker, der die Installation in Ihrer Praxis durchführt. Gehen Sie mit ihm die Punkte der Checkliste durch und klären Sie mit ihm den Ablauf am Installationstag. Mit dem Techniker können Sie auch Besonderheiten im Praxisbetrieb/Netzwerk besprechen, wie z. B. Fernwartung oder Zugang zum Heimarbeitsplatz.

Punkt 8: Der Installationstermin ist frühzeitig vereinbart.

Besprechen Sie in Ihrem Praxisteam, wann für Sie der günstigste Tag für die Installation ist. Wählen Sie möglichst einen Tag aus, an dem es etwas ruhiger in Ihrer Praxis ist oder die Praxis geschlossen ist, da das System zeitweise nicht verfügbar sein wird. Auch sollten an diesem Tag möglichst viele Teammitglieder die Einweisung in die neuen Komponenten mitbekommen.

 

    Datenschutz und Haftung in der TI

Die gematik hat ein Informationsblatt zu „Datenschutz und Haftung in der Telematikinfrastruktur“ herausgegeben, in dem klargestellt ist, dass eine Haftung des Arztes oder Psychotherapeuten in jedem Fall ausscheidet, sofern die zugelassenen Komponenten (insbesondere der Konnektor) der TI bestimmungsgemäß verwendet und gemäß den im Betriebshandbuch der Komponenten beschriebenen Anforderungen aufgestellt und betrieben werden.

Die vollständigen Aussagen der gematik entnehmen Sie bitte folgendem Informationsblatt:

   Fragen und Antworten zur Telematikinfrastruktur

  Wie wird die Praxis an die Telematikinfrastruktur angeschlossen?

Es existieren zwei verschiedene Wege, eine Praxis an die TI anzuschließen.

Integriertes Szenario

  • Dies ist das Standardszenario.
  • Der Konnektor wird in das Praxisnetz eingebunden.
  • Nur bei diesem Szenario kann die Praxis alle zukünftigen Anwendungen der TI nutzen.
  • Eine Nutzung des Sicheren Netzes der KVen (SNK) und des sicheren Internetservices (SIS) ist möglich.

Stand-Alone-Szenario

  • Praxisnetz und TI sind physisch komplett getrennt.
  • Die Trennung erfolgt mittels Einsatzes eine weiteren Konnektors und eines weiteren E-Health-Kartenterminals.
  • Die Zusatzkosten für das Stand-Alone-Szenario sind nicht über die TI-Finanzierungsvereinbarung abgedeckt.

  Wer installiert die notwendigen Komponenten und Dienste?

Für die Anbindung der Praxis an die Telematikinfrastruktur wird in der Regel der Systembetreuer Ihres Praxisverwaltungssystems primärer Ansprechpartner sein.

Eine Praxis kann die Installation grundsätzlich aber auch eigenständig oder teilweise eigenständig durchführen, wenn die entsprechenden Kenntnisse vorhanden sind. Aufgrund der bisher vorliegenden Erfahrungen aus der Erprobung ist von einer eigenständigen Installation allerdings abzuraten.

  Muss die Praxis am Tag der Installation geschlossen werden?

Dies ist grundsätzlich nicht erforderlich. Allerdings wird es während der Installation zu Ausfallzeiten des Praxisverwaltungssystems kommen. Eine pauschale Aussage zu den Ausfallzeiten kann aktuell nicht getroffen werden. Ergebnisse aus der Erprobung haben gezeigt, dass Installationszeiten von vier bis sechs Stunden nicht ungewöhnlich sind.

  Was kann ich tun, damit die Installation möglichst reibungsfrei verläuft?

Für den reibungslosen Ablauf der Installation sollte die Praxis bereits verschiedene Dinge vorbereitet bzw. vorliegen haben.

  • Praxisausweis inkl. PIN-Brief - Nach der Bestellung und Lieferung des Praxisausweises muss dieser vor der erstmaligen Nutzung freigeschaltet werden. Hierzu muss die Praxis gegenüber dem TSP bestätigen, dass sowohl die Karte als auch der PIN-Brief sicher angekommen sind und dass die Praxis mit der Veröffentlichung der Zertifikate einverstanden ist. Diese Bestätigung muss vor der Installation erfolgt sein.
  • Passwörter für den Internetzugang und den Internet-Router der Praxis
  • Administrator-Kennwörter für die Praxis-IT

Sonstiges Zubehör wie Netzwerkkabel bringt in der Regel der Installateur mit.

  Meine Praxis hat keinen Internetanschluss, wird mir dieser nun finanziert?

Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb eines Internetanschlusses zählen zu den allgemeinen Praxiskosten einer Vertragsarzt- bzw. Vertragspsychotherapeutenpraxis. Eine gesonderte Vergütung des Internetanschlusses sieht die Finanzierungsvereinbarung der Telematikinfrastruktur nicht vor. Auch ist sie nicht Bestandteil der vereinbarten Pauschalen für die Erstausstattung und die Betriebskosten.

  Kann ich mit dem TI-Konnektor im Internet surfen?

Der TI-Konnektor bietet der Praxis einen „sicheren“ Kanal zur Nutzung des Internets, Sicherer Internet Service (SIS) genannt. Die Internetzugriffe über diesen Zugang werden durch verschiedene Techniken abgesichert.

  Gelten die Regelungen zur Finanzierung der TI auch für angestellte Ärzte?

Ja, die Regelungen gelten auch für angestellte Ärzte. Anspruch auf Erstattung der Pauschalen hat die Vertragsarztpraxis. Bei der Definition der Praxisgröße werden die angestellten Ärzte bei den kumulierten Vollzeitäquivalenten mitgezählt, da gemäß Anlage 1 der Vereinbarung zur TI-Finanzierung auf die Genehmigungen des Zulassungsausschusses verwiesen wird. In § 95 Absatz 9 SGB V wird klargestellt, dass ein Arzt nur mit Genehmigung des Zulassungsausschusses angestellt werden kann.

  Muss ich als Laborarzt oder Anästhesist auch VSDM machen?

Grundsätzlich besteht für alle Vertragsärzte die Pflicht am VSDM teilzunehmen, sofern es in ihrem Versorgungskontext möglich ist. Im Falle einer Behandlung, in der ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt (z. B. Laborüberweisung) nicht erfolgt, ergeben sich Ausnahmen aus Anlage 4a zum BMV-Ä, die KBV und die Krankenkassen bezüglich der Regelungen zum VSDM angepasst haben.

In diesem Falle muss der Arzt kein VSDM durchführen. Sofern eine solche Ausnahme gegeben ist werden die Versichertenstammdaten auf der Grundlage der Patientendatei übernommen. Anästhesisten suchen häufig Patienten in der Praxis eines anderen Arztes auf. In diesem Versorgungskontext verwendet ein Anästhesist ein mobiles Kartenterminal.

So lange die mobilen Kartenterminals noch nicht VSDM-fähig sind, muss der Anästhesist in dieser Situation auch kein VSDM durchführen. Laborärzte und Anästhesisten werden dennoch für den Anschluss an die TI ausgestattet und erhalten die entsprechenden Pauschalen, damit sie andere Anwendungen in der TI als das VSDM nutzen können.

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Ergänzende Informationen
zur Telematikinfrastruktur

Dokumente und Links

KVWL- Broschüre für Ärzte, Psychotherapeuten und Praxisteams:
Wissenswertes zur Telematikinfrastruktur

KBV-Info: Anschluss der Praxis, technische Ausstattung und Finanzierung

KBV-Info: Anbindung an die TI - Installationsvarianten für den Konnektor

TI-Finanzierung: So kommen die Pauschalen zustande

KBV-Info: Telematikinfrastruktur

KBV-Praxisnachrichten TI

KBV-Info zum neuen Kommunikationsdienst „KIM“

KBV-Videobeiträge

02.07.2020 | E-Health-Konnektor erwartet – Telematikinfrastruktur nimmt Fahrt auf

18.04.2019 | TI – Großteil der Praxen hat Technik bestellt

03.07.2018 | Angebote zur TI-Anbindung – Interview Dr. Kriedel

22.01.2018 | Digitalisierung - Neue Gremien bedeuten Verzögerungen

19.01.2018 | TI für Einsteiger: Praxen sicher vernetzen

28.09.2017 | So kommen Praxen in die Telematikinfrastruktur

10.08.2017 | Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet voran

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