KV Dienste

Telematikinfrastruktur - das digitale Netz für alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen

Die Telematikinfrastruktur (TI) ist die Grundlage für eine sichere, digitale Vernetzung aller Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken und weiterer Leistungserbringer im deutschen Gesundheitswesen.

Ein wesentliches Ziel ist es, medizinische Informationen, die für die Behandlung der Patienten benötigt werden, schnell, einfach und sicher zur Verfügung zu stellen. Oberste Priorität hat hierbei die Datensicherheit.

Die erste Anwendung in der TI ist das Versichertenstammdatenmanagement.

Weitere Anwendungen, wie das Speichern der Notfalldaten  und des elektronischen Medikationsplans auf der eGK, die elektronische Patientenakte und ein elektronisches Patientenfach werden folgen.

In diesem Jahr sollen alle Praxen an die Telematikinfrastruktur angeschlossen werden.

Vorsicht: falsche KV-Anrufe in anderen Bundesländern gemeldet

Bitte seien Sie wachsam! Mitarbeiter der KVWL oder anderer KVen werden Sie in keinem Fall telefonisch dazu auffordern, Ihnen Zugang zu Ihrer Praxissoftware zu gewähren, um die Telematikinfrastruktur zu installieren.

Finanzierung der Anbindungskosten an TI gesichert

Die KBV konnte sich mit dem GKV-Spitzenverband auf Eckpunkte einigen! Die Praxen erhalten ab Juli für den Konnektor erheblich mehr Geld als bisher vereinbart war. Im dritten Quartal sind das 1.719 Euro, ab dem vierten Quartal 1.547 Euro.

www.kbv.de

Info-Veranstaltung

Freitag, 31. August in Dortmund

Referenten und Fachexperten der KVWL informieren detailliert, neutral und kompetent über die Einführung der TI in der vertragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Praxis.

Details und Anmeldung

TI Symbol vernetzte Kreise

Technische Ausstattung:
Das benötigen Praxen für den Anschluss

Um die Telematikinfrastruktur nutzen zu können, benötigt jede Betriebsstätte und jede Nebenbetriebsstätte verschiedene Komponenten und Dienste.

Für alle gelten hohe Anforderungen an die Funktionalität und Sicherheit. Sie müssen daher von der gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte) zugelassen sein.

Komponenteninformationen:

Konnektor Neue Infos

Inzwischen gibt es zwei zugelassene Konnektoranbieter. Neben dem Konnektor der CompuGroup Medical Deutschland AG verfügt nun auch das Produkt der T-Systems International GmbH über die erforderliche Zulassung von der gematik. Ärzte und Psychotherapeuten, deren Softwarehaus mit diesem Konnektoranbieter kooperiert, können sich nun an die Telematikinfrastruktur anbinden lassen.

Funktion:

Der Zugang zur TI erfolgt über einen Konnektor. Er ähnelt einem DSL-Router, arbeitet allerdings auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau.

Dieser Konnektor stellt ein sogenanntes virtuelles privates Netzwerk (VPN) zur TI her, das eine Kommunikation unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien völlig abgeschirmt vom Internet ermöglicht.

Der Konnektor ist mit den stationären Kartenterminals der Praxis sowie dem Praxisverwaltungssystem (PVS) per Netzwerk verbunden und enthält die Software für die Durchführung des VSDM. Da der Konnektor mandantenfähig ist, können Praxisgemeinschaften einen Konnektor gemeinsam verwenden.

Mit dem Konnektor können Ärzte und Psychotherapeuten auch Anwendungen im Sicheren Netz der KVen nutzen. Er bietet der Praxis darüber hinaus einen sicheren Kanal zur Nutzung des Internets.

Mit dem Konnektor der 1. Generation wird es allerdings noch nicht möglich sein, die qualifizierte elektronische Signatur (QES) durchzuführen, die unter anderem für den elektronischen Arztbrief benötigt wird. Hier ist später ein Update nötig, das der Hersteller kostenneutral durchführen soll.

Bezug / Ansprechpartner:

Ärzte und Psychotherapeuten wenden sich vor der Bestellung am besten zunächst an ihren PVS-Hersteller beziehungsweise ihren Systembetreuer, da für den Anschluss an die TI auch das PVS angepasst werden muss.

Die gematik veröffentlicht auf ihrer Internetseite, welche Konnektoren zugelassen sind:

https://fachportal.gematik.de/zulassungen/

Stationäres Kartenterminal

Funktion:

Mit dem neuen stationären Kartenterminal (eHealth-Kartenterminal) werden die elektronische Gesundheitskarte (eGK), der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) und der Praxisausweis (SMC-B) eingelesen.

Das Kartenteminal ist mit dem Konnektor verbunden und ermöglicht die Anmeldung der Praxis an der TI. Mindestens ein, durch die gematik zugelassenes stationäres Kartenteminal wird in jeder Praxis am Empfang zum Einlesen der eGK benötigt.

Die seit 2011 im Rahmen des Basis-Rollouts angeschafften Kartenterminals können nicht per Softwareupdate auf ein E-Health-Kartenterminal aufgerüstet werden und müssen daher ersetzt werden.

Bezug / Ansprechpartner:

Erster Ansprechpartner für Ärzte und Psychotherapeuten sollte auch hier der PVS-Hersteller oder Systembetreuer sein.

Die gematik veröffentlicht auf ihrer Internetseite eine Liste mit den zugelassenen stationären Kartenterminals:

https://fachportal.gematik.de/zulassungen/

VPN-Zugangsdienst

Funktion:

Für den Zugang zur TI benötigen Praxen einen speziellen VPN-Zugangsdienstanbieter ähnlich einem Internetprovider, der den Zugang zum Internet bereitstellt. Praxisgemeinschaften können gemeinsam einen VPN-Zugangsdienst nutzen.

Bezug / Ansprechpartner:

Erster Ansprechpartner ist auch hier der PVS-Hersteller beziehungsweise Systembetreuer der Praxis. Die gematik veröffentlicht auf ihrer Internetseite, welche VPN-Zugangsdienstanbieter zugelassen sind:

https://fachportal.gematik.de/zulassungen/

Internetzugang

Der Internetzugang ist eine Grundvoraussetzung für die TI.

Praxen, die bisher noch keinen Internetanschluss haben, sollten dies möglichst bald nachholen. Ansprechpartner dafür sind die Internetprovider.

Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb eines Internetanschlusses zählen zu den allgemeinen Praxiskosten einer Vertragsarzt- bzw. Vertragspsychotherapeutenpraxis und werden damit nicht gesondert finanziert.

Anpassung Praxisverwaltungssystem

Funktion:

Das Praxisverwaltungssystem (PVS) muss angepasst werden, um eine Verbindung zur TI zu ermöglichen und die Versichertendaten der eGK importieren zu können.

Das Update ist die Grundvoraussetzung für alle weiteren Schritte der TI-Anbindung.

Bezug / Ansprechpartner:

Nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrem PVS-Hersteller auf und erkundigen sich, wann das Update für Ihr PVS zur Verfügung stehen wird. Es kann bereits im Vorfeld der Installation des Konnektors erfolgen.

Eine Übersicht über die Praxisverwaltungssysteme, die bereits eine Bestätigung der gematik über die notwendigen Anpassungen zur TI-Anbindung erhalten haben, ist auf der Seite der gematik hinterlegt:

https://fachportal.gematik.de/zulassungen/

Praxisausweis (SMC-B) Neue Infos

Es gibt einen dritten Anbieter des Praxisausweises (Security Module Card Typ B, kurz SMC-B). Neben der Bundesdruckerei und der medisign verfügt nun die T-Systems über die Zulassung der gematik und der KBV.

Alle Dienstleister bieten ein Online-Portal im Internet an, in dem Sie den Praxisausweis bestellen können.

Bundesdruckerei: https://eHealth.d-trust.net/antragsportal

medisign: https://www.smc-b.de/

T-Systems: https://smcb.telesec.de/tsp-applicant/

Funktion:

Zur Nutzung der Telematikinfrastruktur und der in ihr enthaltenen Anwendungen benötigt jede Praxis einen Praxisausweis, die sogenannte SMC-B (Security Module Card Typ B). Nur mit dieser Karte kann sich die Praxis an der TI authentifizieren und der Konnektor eine Onlineverbindung zur TI herstellen.

Pro Betriebsstätte benötigen Sie in der Regel einen Praxisausweis, um von allen Arbeitsplätzen mit angeschlossenem stationären Kartenterminal auf die TI zugreifen und die Versichertenstammdaten auf der eGK auslesen zu können. Auch für den Betrieb des neuen mobilen Kartenterminals benötigen Sie eine Karte. Alternativ zum Praxisausweis kann für das mobile Kartenterminal der elektronische Heilberufsausweis genutzt werden.

Die Karte wird bei der Installation der TI-Technik in der Praxis in eins der Kartenterminals gesteckt und über eine PIN freigeschaltet. Die PIN muss an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Sie wird sowohl für die Installation als auch für den laufenden Betrieb der TI benötigt.

Ärzte und Psychotherapeuten, die die anderen Komponenten (z. B. Konnektor, stationäres Kartenterminal) bereits beauftragt haben oder jetzt beauftragen, bestellen den Praxisausweis direkt bei einem zugelassenen Kartenanbieter.

Es kann ca. vier Wochen dauern, bis der Praxisausweis und die dazugehörige PIN bei Ihnen eintreffen. Bitte beachten Sie, dass beim Installationstermin ein einsatzbereiter Praxisausweis in der Praxis vorliegen muss, damit die Anbindung an die TI erfolgreich durchgeführt werden kann.

Bezug / Ansprechpartner:

Den Praxisausweis erhalten die Praxen und MVZ bei einem Kartenanbieter, auch Trust-Service-Provider genannt.

Eine Liste der Anbieter eines Praxisausweises, die für den vertragsärztlichen Bereich zugelassen sind, finden Sie unter:

www.kbv.de/media/sp/Zugelassene_Anbieter_Praxisausweis.pdf

Mobiles Kartenterminal Neue Infos

Ende Juni und Anfang Juli erteilte die gematik drei mobilen Kartenterminals die Zulassung: Dem Gerät ORGA 930 M online der Ingenico Healthcare GmbH, dem Gerät Cherry ST-1530 der Cherry GmbH und dem Gerät ZEMO VML-GK2 der Zemo EDV Handels GmbH. Zusätzlich erteilte die gematik Zulassungen für Updates der Bestandsgeräte ORGA 930 M und ZEMO VML-GK2.

Ende Juni und Anfang Juli erteilte die gematik drei mobilen Kartenterminals die Zulassung: Dem Gerät ORGA 930 M online der Ingenico Healthcare GmbH, dem Gerät Cherry ST-1530 der Cherry GmbH und dem Gerät ZEMO VML-GK2 der Zemo EDV Handels GmbH. Zusätzlich erteilte die gematik Zulassungen für Updates der Bestandsgeräte ORGA 930 M und ZEMO VML-GK2.

Funktion:

Ärzte, die Haus- und Pflegeheimbesuche durchführen, Anästhesisten, die Patienten in der Praxis eines anderen Arztes behandeln, sowie Praxen mit ausgelagerten Praxisstätten benötigen ein mobiles Kartenterminal. Diese Geräte arbeiten im Offline-Betrieb: Eine Aktualisierung der Versichertenstammdaten ist damit nicht möglich.

Die neuen mobilen Kartenterminals können bereits im Gerät die Versichertendaten auswerten und so beispielsweise eine abgelaufene Karte erkennen. Die neue Version wird auch benötigt, um nach der bundesweiten Einführung des Online-Abgleichs der Versichertenstammdaten alle Versichertendaten von der eGK auslesen zu können.

Für den Betrieb eines mobilen Kartenterminals wird ein Praxisausweis oder ein elektronischer Heilberufsausweis benötigt.

Bezug / Ansprechpartner:

Ärzte und Psychotherapeuten wenden sich vor der Bestellung am besten zunächst an ihren PVS-Hersteller beziehungsweise ihren Systembetreuer, da für den Anschluss an die TI auch das PVS angepasst werden muss.

Die gematik veröffentlicht auf ihrer Internetseite, welche mobilen Kartenterminals zugelassen sind:

https://fachportal.gematik.de/zulassungen/

Elektronischer Heilberufsausweis (optional)

Funktion:

Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) wird nicht für den Zugang zur TI benötigt, wohl aber für bestimmte Anwendungen der TI.

Bereits jetzt wird der Ausweis für die qualifizierte elektronische Signatur benötigt, zum Beispiel für den eArztbrief, für Laborüberweisungen oder Anforderungen von Telekonsilen.

Bezug / Ansprechpartner:

Der eHBA kann bei der jeweiligen Landesärztekammer beziehungsweise Psychotherapeutenkammer beantragt werden.

Symbol Geld Münze

Finanzierung der Anbindung
an die Telematikinfrastruktur

Ärzte und Psychotherapeuten müssen nicht selbst für die Anbindung ihrer Praxen an die TI aufkommen. Gemäß § 291a Abs. 7 Satz 5 SGB V haben die KBV und der GKV-Spitzenverband eine Vereinbarung zur Finanzierung der Erstausstattung und des laufenden Betriebs getroffen (Anlage 32 des BMV-Ä).

TI-Erstausstattung

Konnektor und stationäre Kartenterminals

Vergütung in Euro bezogen auf

  • das Quartal der erstmaligen Nutzung und
  • die Anzahl der Ärzte in der Praxis (Vollzeitäquivalente)
Quartal * bis max.
3 Ärzte
4 bis max.
6 Ärzte
7 und
mehr Ärzte
03/2017 3055,00 € 3490,00 € 3925,00 €
04/2017 2793,00 € 3228,00 € 3663,00 €
01/2018 2557,20 € 2992,20 € 3427,20 €
02/2018 2344,98 € 2779,98 € 3214,98 €
03/2018 2154,00 € 2589,00 € 3024,00 €
ab 04/2018 1982,00 € 2417,00 € 2852,00 €

* Für die Praxen ist zu beachten, dass für die Höhe der Pauschale nicht das Quartal der Bestellung, sondern das Quartal der erstmaligen Nutzung relevant ist. Zum Beispiel: Wird der Kaufvertrag im Januar 2018 unterschrieben und das erste VSDM erfolgt im April 2018, bekommt die Praxis für Konnektor und Kartenterminal 2.344,98 Euro, also die Pauschale für das zweite Quartal 2018. Das heißt, es gilt das Quartal, in dem in der Praxis der erste Online-Abgleich der Versichertenstammdaten erfolgt ist.

Mobile Kartenterminals

Für jedes mobile Kartenterminal wird ein Pauschalbetrag von 350,00 € erstattet:

  • je Vertragsarzt mit mindestens halber Zulassung, der mindestens drei Haus- und/oder Heimbesuche im Quartal durchführt und/oder an einem Kooperationsvertrag nach § 119b SGB V (Ambulante Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen) teilnimmt
  • je ausgelagerter Praxisstätte
  • Patientenversorgung in anderen Praxen (z. B. Anästhesisten)

TI-Startpauschale

Für die TI-Anbindung wird ein Pauschalbetrag von 900,00 € erstattet:

  • für Anschlussgebühr virtuelles privates Netzwerk (VPN), Installation, Praxisausfall während der Installation, Anpassung Praxisverwaltungssystem (PVS) und Zeitaufwand Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) in der Startphase

Laufende Betriebskosten

Auch für die laufenden Betriebskosten erhalten Praxen pro Quartal Pauschalen.

Pauschale für Konnektor / VPN

Pro Praxis und Quartal werden für Wartung/Updates des Konnektors, der stationären und mobilen Kartenterminals und für die VPN-Zugangsdienst-Gebühren

- 298,00 € bis einschließlich Quartal 2/2018 und

- 248,00 € ab Quartal 3/2018

erstattet.

Pauschale für Heilberufsausweise

Die Pauschale für Heilberufsausweise beträgt
11,63 € je Heilberufsausweis pro Quartal

Pauschale für Praxisausweise (SMC-B)

Die Pauschale für Praxisausweise beträgt
23,25 € je Praxisausweis pro Quartal

Hinweis

Im ersten Quartal der Nutzung werden die laufenden Betriebskosten ab dem Monat, in dem die Praxis an die TI angeschlossen ist, anteilig übernommen.

Auszahlung der Pauschalen

Die KVWL übernimmt die Auszahlung der Erstausstattungs- und Betriebskostenpauschalen. Den Anspruch auf die Pauschalen für die Erstausstattung zeigen Sie uns mit einem Formular, das wir in unserem Mitgliederportal für Sie bereitstellen, an. Bitte melden Sie sich dazu mit Ihren persönlichen Zugangsdaten (nicht mit den Personalzugangsdaten) an unserem Mitgliederportal an und klicken auf der Startseite auf den Dienst „Telematikinfrastruktur“. Sie gelangen dann auf den Dienst „Anzeige auf Refinanzierung“. Durch Klicken auf diesen Dienst öffnet sich die Anzeige, die Sie bitte ausfüllen und absenden.

Die Pauschalen zur Refinanzierung der Erstausstattung werden unmittelbar nach Bearbeitung der Anzeige überwiesen. Die Betriebskostenpauschale sowie die Pauschalen für den Praxisausweis und den elektronischen Heilberufsausweis werden jeweils parallel zur Restzahlung der Quartalsabrechnung gezahlt.

Symbol Kalender

Fristen für den Anschluss
an die Telematikinfrastruktur

Der Gesetzgeber verlangt, dass die notwendigen Grundvoraussetzungen für die Nutzung der TI – Anschlüsse, Geräte, Autorisierungskarten, Zugänge – in allen Praxen vorgehalten werden.

Bis zum 1. Januar 2019 müssen alle Praxen an die TI angeschlossen sein und als erste Anwendung das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchführen können.

Ärzten und Psychotherapeuten, die nach Ablauf der Frist keinen Versichertenstammdatenabgleich durchführen, muss laut Gesetz das Honorar um 1 Prozent gekürzt werden.

Ausgenommen von der Pflicht zum VSDM sind Versorgungsanlässe ohne direkten Arzt-Patienten-Kontakt, bei denen die Versichertenkarte nicht eingelesen wird, zum Beispiel Laboruntersuchungen (vgl. Anlage 4a Bundesmantelvertrag-Ärzte).

Symbol Geld Münze

Weitere Themenbereiche
zur Telematikinfrastruktur

Erste Anwendung: Versichertenstammdatenmanagement (VSDM )

Versichertenstammdatenmanagement (VSDM )

Beim Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) werden in der Arzt- bzw. Psychotherapeutenpraxis die Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) überprüft und bei Bedarf aktualisiert.

Das Ganze läuft wie folgt ab:

Die eGK wird wie gehabt bei jedem ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal über das (dann TI-fähige) Kartenterminal eingelesen. Neu ist, dass dabei ein Online-Abgleich der auf der Karte gespeicherten Versichertendaten mit den Daten der Krankenkassen erfolgt. Es wird überprüft, ob die Informationen wie Adresse oder Versichertenstatus noch aktuell sind. Sofern die Krankenkasse Änderungen in Ihrem System hinterlegt hat, werden diese nun direkt auf die Karte geschrieben und anschließend in das Praxisverwaltungssystem der Praxis übertragen.

Durch die Praxis selbst werden keine Daten auf der eGK geändert, wenn sich zum Beispiel die Anschrift des Patienten geändert hat. Dies müssen Versicherte weiterhin ihrer Krankenkasse melden. Ungültige sowie gestohlen gemeldete Karten können so auch gesperrt werden.

Sicheres Netz der KVen bleibt bestehen

Das Sichere Netz der KVen (SNK) ist an die Telematikinfrastruktur angeschlossen.

Die Anwendungen im sicheren Netz der KVen, wie z.B. die Online-Abrechnung, erreichen Sie auch über den TI-Konnektor.

Praxen, die heute einen KV-SafeNet-Anschluss haben und auf die TI umsteigen, wird geraten, ihre Kündigungsfristen zu prüfen, ggf. sieht Ihr Vertrag mit dem KV-SafeNet Anbieter für diesen Fall ein ordentliches Kündigungsrecht vor.

Kündigen Sie rechtzeitig, um nicht zwei Anschlüsse parallel betreiben und finanzieren zu müssen.

Anschluss an die TI: Acht-Punkte-Checkliste

Punkt 1: Ein Internetanschluss ist in der Praxis vorhanden.

Ein Internetanschluss ist Grundvoraussetzung für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur. Ein einfacher DSL-Anschluss reicht dabei aus. Leistungsfähige Verbindungen über Kabel oder Mobilfunk (LTE, UMTS) können ebenfalls genutzt werden. Rechnen Sie für Beauftragung und Installation genügend zeitlichen Vorlauf ein.

Punkt 2: Der Praxisausweis (SMC-B) inklusive PIN liegt vor und ist freigeschaltet.

Der Praxisausweis ist erforderlich, um eine Verbindung zwischen der Praxis und der TI herzustellen. Der Praxisausweis und die zugehörige PIN müssen daher bei der Installation vorliegen. WICHTIG: Der Praxisausweis muss zwingend freigeschaltet sein, bevor er eingesetzt werden kann. Ihr IT-Dienstleister unterstützt Sie ggf. dabei.

Punkt 3: Das Praxisverwaltungssystem ist für die TI angepasst.

Vor dem Installationstermin sollten Sie prüfen, ob für Ihr Praxisverwaltungssystem (PVS) das Update verfügbar ist, damit Ihre Praxis an die Telematikinfrastruktur angeschlossen werden kann. Ihr IT-Dienstleister wird Sie hierzu beraten. Er teilt Ihnen auch mit, ob das Update im Vorfeld oder während der Installation eingespielt wird.

Punkt 4: Strom- und Netzwerkanschlüsse sind vorhanden.

Überall dort, wo ein stationäres Kartenterminal benutzt werden soll, muss ein Stromanschluss vorhanden sein. Wenn die Praxis über ein LAN-Netzwerk verfügt, ist auch ein Netzwerkanschluss für das Kartenterminal nötig. Dies gilt auch für den Anschluss des Konnektors.

Punkt 5: Alle nötigen Passwörter liegen vor.

Zum Installationstermin müssen folgende Passwörter vorliegen:

  • Benutzername/Passwort für die Anmeldung am Betriebssystem und am PVS
  • Administratorpasswort für die Anmeldung am Betriebssystem und am PVS
  • Passwort (ggf. Benutzername) für den DSL-Router
  • Passwort und Benutzername für DSL-Zugang zum Internetanbieter

Punkt 6: Der Zugang zum Sicheren Netz der KVen ist geklärt.

Das Sichere Netz der KVen (SNK) steht Ihnen auch über die Telematikinfrastruktur zur Verfügung. Sofern der Zugang zum SNK über einen KV-SafeNet-Anschluss erfolgt, können Sie diesen kündigen, da Sie nicht zwei Anschlüsse parallel betreiben und finanzieren müssen. Vor der Kündigung sollten Sie sich allerdings bei den Anbietern der SNK-Dienste vergewissern, dass die Erreichbarkeit aller für Sie relevanten Dienste über die TI gesichert ist. Die Kündigung soll erst nach der Installation des Konnektors, dem Zugangsgerät zum digitalen Netz, wirksam werden, da sonst die Dienste im SNK (z. B. das KVWL-Mitgliederportal) nicht mehr erreichbar sind.

Punkt 7: Ein Vorbereitungsgespräch mit dem Techniker hat stattgefunden.

Sprechen Sie vorab mit dem Techniker, der die Installation in Ihrer Praxis durchführt. Gehen Sie mit ihm die Punkte der Checkliste durch und klären Sie mit ihm den Ablauf am Installationstag. Mit dem Techniker können Sie auch Besonderheiten im Praxisbetrieb/Netzwerk besprechen, wie z. B. Fernwartung oder Zugang zum Heimarbeitsplatz.

Punkt 8: Der Installationstermin ist frühzeitig vereinbart.

Besprechen Sie in Ihrem Praxisteam, wann für Sie der günstigste Tag für die Installation ist. Wählen Sie möglichst einen Tag aus, an dem es etwas ruhiger in Ihrer Praxis ist oder die Praxis geschlossen ist, da das System zeitweise nicht verfügbar sein wird. Auch sollten an diesem Tag möglichst viele Teammitglieder die Einweisung in die neuen Komponenten mitbekommen.

 

Fragen und Antworten zur Telematikinfrastruktur

Wie wird die Praxis an die Telematikinfrastruktur angeschlossen?

Es existieren zwei verschiedene Wege, eine Praxis an die TI anzuschließen.

Integriertes Szenario

  • Dies ist das Standardszenario.
  • Der Konnektor wird in das Praxisnetz eingebunden.
  • Nur bei diesem Szenario kann die Praxis alle zukünftigen Anwendungen der TI nutzen.
  • Eine Nutzung des Sicheren Netzes der KVen (SNK) und des sicheren Internetservices (SIS) ist möglich.

Stand-Alone-Szenario

  • Praxisnetz und TI sind physisch komplett getrennt.
  • Die Trennung erfolgt mittels Einsatzes eine weiteren Konnektors und eines weiteren E-Health-Kartenterminals.
  • Die Zusatzkosten für das Stand-Alone-Szenario sind nicht über die TI-Finanzierungsvereinbarung abgedeckt.

Wer installiert die notwendigen Komponenten und Dienste?

Für die Anbindung der Praxis an die Telematikinfrastruktur wird in der Regel der Systembetreuer Ihres Praxisverwaltungssystems primärer Ansprechpartner sein.

Eine Praxis kann die Installation grundsätzlich aber auch eigenständig oder teilweise eigenständig durchführen, wenn die entsprechenden Kenntnisse vorhanden sind. Aufgrund der bisher vorliegenden Erfahrungen aus der Erprobung ist von einer eigenständigen Installation allerdings abzuraten.

Muss die Praxis am Tag der Installation geschlossen werden?

Dies ist grundsätzlich nicht erforderlich. Allerdings wird es während der Installation zu Ausfallzeiten des Praxisverwaltungssystems kommen. Eine pauschale Aussage zu den Ausfallzeiten kann aktuell nicht getroffen werden. Ergebnisse aus der Erprobung haben gezeigt, dass Installationszeiten von vier bis sechs Stunden nicht ungewöhnlich sind.

Was kann ich tun, damit die Installation möglichst reibungsfrei verläuft?

Für den reibungslosen Ablauf der Installation sollte die Praxis bereits verschiedene Dinge vorbereitet bzw. vorliegen haben.

  • Praxisausweis inkl. PIN-Brief - Nach der Bestellung und Lieferung des Praxisausweises muss dieser vor der erstmaligen Nutzung freigeschaltet werden. Hierzu muss die Praxis gegenüber dem TSP bestätigen, dass sowohl die Karte als auch der PIN-Brief sicher angekommen sind und dass die Praxis mit der Veröffentlichung der Zertifikate einverstanden ist. Diese Bestätigung muss vor der Installation erfolgt sein.
  • Passwörter für den Internetzugang und den Internet-Router der Praxis
  • Administrator-Kennwörter für die Praxis-IT

Sonstiges Zubehör wie Netzwerkkabel bringt in der Regel der Installateur mit.

Meine Praxis hat keinen Internetanschluss, wird mir dieser nun finanziert?

Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb eines Internetanschlusses zählen zu den allgemeinen Praxiskosten einer Vertragsarzt- bzw. Vertragspsychotherapeutenpraxis. Eine gesonderte Vergütung des Internetanschlusses sieht die Finanzierungsvereinbarung der Telematikinfrastruktur nicht vor. Auch ist sie nicht Bestandteil der vereinbarten Pauschalen für die Erstausstattung und die Betriebskosten.

Kann ich mit dem TI-Konnektor im Internet surfen?

Der TI-Konnektor bietet der Praxis einen „sicheren“ Kanal zur Nutzung des Internets, Sicherer Internet Service (SIS) genannt. Die Internetzugriffe über diesen Zugang werden durch verschiedene Techniken abgesichert.

Gelten die Regelungen zur Finanzierung der TI auch für angestellte Ärzte?

Ja, die Regelungen gelten auch für angestellte Ärzte. Anspruch auf Erstattung der Pauschalen hat die Vertragsarztpraxis. Bei der Definition der Praxisgröße werden die angestellten Ärzte bei den kumulierten Vollzeitäquivalenten mitgezählt, da gemäß Anlage 1 der Vereinbarung zur TI-Finanzierung auf die Genehmigungen des Zulassungsausschusses verwiesen wird. In § 95 Absatz 9 SGB V wird klargestellt, dass ein Arzt nur mit Genehmigung des Zulassungsausschusses angestellt werden kann.

Muss ich als Laborarzt oder Anästhesist auch VSDM machen?

Grundsätzlich besteht für alle Vertragsärzte die Pflicht am VSDM teilzunehmen, sofern es in ihrem Versorgungskontext möglich ist. Im Falle einer Behandlung, in der ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt (z. B. Laborüberweisung) nicht erfolgt, ergeben sich Ausnahmen aus Anlage 4a zum BMV-Ä, die KBV und die Krankenkassen bezüglich der Regelungen zum VSDM angepasst haben.

In diesem Falle muss der Arzt kein VSDM durchführen. Sofern eine solche Ausnahme gegeben ist werden die Versichertenstammdaten auf der Grundlage der Patientendatei übernommen. Anästhesisten suchen häufig Patienten in der Praxis eines anderen Arztes auf. In diesem Versorgungskontext verwendet ein Anästhesist ein mobiles Kartenterminal.

So lange die mobilen Kartenterminals noch nicht VSDM-fähig sind, muss der Anästhesist in dieser Situation auch kein VSDM durchführen. Laborärzte und Anästhesisten werden dennoch für den Anschluss an die TI ausgestattet und erhalten die entsprechenden Pauschalen, damit sie andere Anwendungen in der TI als das VSDM nutzen können.

Symbol Geld Münze

Ergänzende Informationen
zur Telematikinfrastruktur

Dokumente und Links

KVWL- Präsentation zur Informationsveranstaltung am 27. April 2018

KVWL- Broschüre für Ärzte, Psychotherapeuten und Praxisteams:
Wissenswertes zur Telematikinfrastruktur

KBV-Info: Anschluss der Praxis, technische Ausstattung und Finanzierung

KBV-Info: Praxen vor Risiken bei der TI-Anbindung schützen

KBV-Info: Telematikinfrastruktur

Videobeiträge

KBV | 03.07.2018:   Angebote zur TI-Anbindung – Interview Dr. Kriedel

KBV | 15.06.2018:   Pauschalen zur TI-Anbindung angehoben

KBV | 22.01.2018:   Digitalisierung - Neue Gremien bedeuten Verzögerungen

KBV | 19.01.2018:   TI für Einsteiger: Praxen sicher vernetzen

KBV | 16.10.2017:   Praxisausweis - Eintrittskarte in die Telematikinfrastruktur

KBV | 28.09.2017:   So kommen Praxen in die Telematikinfrastruktur

KBV | 10.08.2017:   Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet voran

Ansprechpartner

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