Infos und Kurzberichte

Informationen zu Masernfällen in NRW

Info des Landeszentrum für Gesundheit Nordrhein-Westfalen und des Robert Koch Institutes

Im ersten Halbjahr 2018 bestätigen sich in NRW und bundesweit die vom RKI prognostizierten großen Schwankungen bei den Maserninfektionen.

Aktuell wurden im ersten Halbjahr 2018 in NRW 173 Maserninfektionen gemeldet; bundesweit sind es 387 Fälle (Quellen: RKI und LZG NRW). Im Vergleichszeitraum 2017 meldete NRW über 300 Fälle mit einem Schwerpunkt im Bereich Duisburg. Insgesamt gab es im Jahr 2017 in Deutschland 929 gemeldete Masernfälle, 520 Infektionen davon in NRW, darunter ein Maserntodesfall in Essen.

Derzeit (Stand 13.08.2018) meldet das Gesundheitsamt in Köln eine deutlich erhöhte Infektionsrate von 96 Fällen seit Jahresbeginn, betroffen sind überdurchschnittlich viele Erwachsene; Duisburg meldet aktuell 35 Maserninfektionen.

Das RKI stellt seit einigen Jahren eine Stagnation im Rückgang der übermittelten Masernfälle fest. Jahre mit weniger Masernfällen werden von Jahren mit zum Teil ausgedehnten Masernausbrüchen abgelöst. Gründe für das in Deutschland gehäufte Auftreten der Maserninfektionen liegen laut RKI zum einen in der Bevölkerungsdichte, dies trifft insbesondere auf NRW zu, zum anderen an den importierten Masernfällen durch Migranten, Asylsuchende und Geflüchtete.

Die WHO hat das Ziel, die Masern weltweit zu eliminieren. Dazu muss z.B. in Deutschland eine Durchimpfungsrate von über 95 % der Menschen erreicht werden. Die Masernimpfquoten bei den Schuleingangsuntersuchungen lagen 2016 bei über 97 Prozent für die Erstimpfung, die Zweitimpfung bei 92,9 Prozent. Die Impfquote für die Zweitimpfung lässt sich bisher – trotz aller Anstrengungen – nicht erhöhen. Dabei liegt eher eine Impfmüdigkeit (zeitliches Versäumen der zweiten Impfung bis zum 24. Lebensmonat) als eine impfkritische Haltung der Eltern vor. So werden Impfungen aus verschiedenen Gründen immer wieder verschoben und dann vergessen. Viele Erwachsene sind über die Impfempfehlungen der STIKO zu Erwachsenenimpfungen nicht aufgeklärt.

Maserninfektionen können überall auftreten

Wir möchten die Ärztinnen und Ärzte in NRW auf die erhöhte Zahl der Masern-infektionen aufmerksam machen. Wenn ein Patient mit Fieber, Husten, Schnupfen und Konjunktivitis  symptomatisch ist, sollten Masern differentialdiagnostisch in Erwägung gezogen werden. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits 3-5 Tage vor Auftreten des Exanthems. Deshalb sind die frühzeitige Diagnose und die sofortige Einleitung von Schutzmaßnahmen entscheidend für die Verhinderung von Übertragungen. Schutzmaßnahmen sind schon bei einem Masernverdacht angezeigt!

Auch aktuell werden Masern immer wieder gar nicht oder zu spät erkannt. Dadurch ist es ist schon mehrfach zu Übertragungen, auch in Krankenhäusern, gekommen. Der Impf- bzw. Immunstatus des Personals in Krankenhäusern und in Arztpraxen war oft nicht bekannt, was das Ergreifen entsprechender Maßnahmen zusätzlich erschwerte.

Insbesondere gefährdete Personengruppen wie Familien mit Säuglingen sollten auf die Masern aufmerksam gemacht und der Impfschutz bei Bedarf komplettiert werden.

Masern- und Masernverdachtsfälle müssen unverzüglich an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden.

Informationen zum labordiagnostischen Nachweis

Bei der serologischen Diagnostik ist zu beachten, dass IgM-Antikörper im Serum bei ca. 30% der Erkrankten erst drei Tage nach Exanthembeginn nachweisbar sind. Wenn möglich sollte Material aus Rachenabstrich, Zahntaschenflüssigkeit oder Urin zur Typisierung an das NRZ für Mumps, Masern und Röteln am Robert Koch-Institut in Berlin gesendet werden (Entnahme innerhalb von sieben Tagen nach Exanthembeginn). Kostenlose Entnahmesets erhalten Sie beim Robert Koch-Institut (RKI), ebenso Informationen zum Probenversand.

Kontaktformular zur Anforderung von Entnahmesets MMR, RKI

Information zu Probengewinnung und -versand, RKi

Weiterführende Informationen für Ärztinnen und Ärzte

Aktuell gemeldete Masernfälle - Infektionsbericht des LZG.NRW

Ratgeber des RKI für Ärzte zu Masern

Informationen des RKI zum Impfen

www.impfen-info.de - Infos und Aufklärungsmaterialien für Patienten

www.infektionsschutz.de - Infos und Aufklärungsmaterialien für Patienten

Erregersteckbrief der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Merkblatt Masern des LZG für Bürgerinnen und Bürger

VacMap – Masern-Impfquoten in Deutschland

 

Übersicht der Kurzberichte

Ansprechpartner

Landeszentrum Gesundheit NRW

Von-Stauffenberg-Str. 36
48151 Münster

0251 77 93 0

0251 77 93 42 50 
poststelle@lzg.nrw.de