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Nachvergütung psychotherapeutischer Leistungen und Übersicht der Neubewertungen in Punkten, Beschluss 23. April 2019

Der Bewertungsausschuss hat am 23. April 2019 rückwirkende Beschlüsse zur angemessenen Vergütung psychotherapeutischer Leistungen gefasst. Auslöser waren zwei Urteile des Bundessozialgerichts (BSG) zu den Jahren 2009 bis 2013, deren Wirkung sich bis in die Gegenwart und Zukunft erstreckt.

Im Einzelnen handelt es sich um eine stufenweise Anhebung der Bewertungen der antragspflichtigen psychotherapeutischer Leistungen des Abschnitts 35.2 EBM für den Zeitraum von 2009 bis 2018. Mit Wirkung ab dem 01.04.2017 wurden außerdem die psychotherapeutische Sprechstunde (GOP 35151 EBM) und die psychotherapeutische Akutbehandlung (GOP 35152 EBM) aufgewertet. Insgesamt ergibt sich hieraus für den Zeitraum vom 01.01.2009 bis 30.06.2018 eine Honoraranpassung von ca. 0,3% und ab dem 01.07.2018 von ca. 10%.

Die KVWL wird auf dieser Grundlage die Honorare neu berechnen und Nachvergütungen für die jeweiligen Quartale vornehmen. Dies betrifft alle Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten, die die entsprechenden Leistungen in den zugrundeliegenden Quartalen abgerechnet haben und deren Honorarbescheide aufgrund laufender Widerspruchsverfahren nicht bestandskräftig geworden sind. Für das Quartal 4/2018 erhalten dagegen alle Ärzte und Psychotherapeuten eine entsprechende Nachvergütung, da der Honorarbescheid für dieses Quartal zum Zeitpunkt der Beschlussfassung des Bewertungsausschusses noch nicht bestandkräftig war.

Da sich die notwendigen Berechnungen sehr aufwändig gestalten, wird die Nachvergütung in mehreren Schritten erfolgen. In einem ersten Schritt werden die Honorare für das Jahr 2018 neu berechnet, da auf die Quartale 3/2018 und 4/2018 der größte Anteil an der Nachvergütung entfallen wird.
Die entsprechenden Gelder sollen bereits im August 2019 zur Auszahlung kommen. Die Nachvergütungen für die weiter zurückliegenden Jahre 2009 bis 2017, für die eine Anhebung der Leistungsbewertung von ca. 0,3% beschlossen wurde, werden schrittweise in den folgenden Quartalen berechnet. Innerhalb eines jeden Quartals sollen die Nachvergütungen für mindestens zwei weitere Jahre ausgezahlt werden.

Ab dem Quartal 1/2019 hat die KVWL den Beschluss bereits umgesetzt und wird die Höherbewertung der Leistungen (z. B. von 91,56 € auf 99,78 € für eine antragspflichtige Einzeltherapie) bereits bei den Honorarzahlungen berücksichtigen.

Den vollständigen Beschluss finden Sie auf den Seiten der KBV unter:

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