Infos und Kurzberichte

Informationen zum Coronavirus

Die offizielle WHO-Bezeichnung des Virus lautet SARS-CoV-2. Die Erkrankung wird als COVID-19 kodiert. Die zentrale Informationsquelle zum Thema in Deutschland ist das Robert-Koch-Institut (RKI).

Da sich das Infektionsgeschehen sehr schnell ändern kann, raten wir dringend dazu, die Veröffentlichungen auf der Homepage des RKI kontinuierlich zu verfolgen.

Im Folgenden haben wir für Sie wichtige Informationen zusammengestellt. Obwohl wir uns bemühen, die Informationen stets aktuell zu halten, müssen wir auch an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass sich die Bewertung der Lage und somit der Stand der Informationen jederzeit ändern kann.

Testungen auf SARS CoV-2

Die Politik setzt aktuell sowohl auf Landes- als auch Bundesebene auf umfangreiche Testungen bestimmter Personengruppen auf SARS-CoV-2, um eine weitere Ausdehnung der Covid-19-Erkrankungen zu verhindern. Für die Durchführung dieser Testungen braucht die KVWL dringend Ihre Unterstützung. Bitte nutzen Sie das unten stehende Formular und erklären Sie Ihre Bereitschaft, die unten aufgeführten Testungen durchzuführen. Sie können das Formular auch bequem online ausfüllen. Wir bedanken uns im Vorfeld für Ihre Unterstützung.

Die Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit sieht vor, in bestimmten Fällen die Kosten für Tests auf SARS-CoV-2 auch bei symtomfreien Personen zu übernehmen.

Im Detail ergeben sich nun drei mögliche Testszenarien für Vertragsärzte, die sich unter anderem in der Abrechnung und Dokumentation unterscheiden.

Zur Veranlassung der SARS-CoV-2-Testungen wurden zwei neue Formulare entwickelt:

  • Muster 10C für die Testungen in der vertragsärztlichen Versorgung
  • Muster OEGD für die Testungen asymptomatischer Personen nach der Rechtsverordnung (RVO)

Beide Muster bestehen aus zwei Teilen:
Der obere Teil dient der Veranlassung der SARS-CoV-2-Testung im Labor; er wird vom veranlassenden Arzt ausgefüllt.
Den unteren Teil erhält die Person, die getestet wird. Er enthält Datenschutzhinweise und den QR-Code.
Auf dem Formular ist zudem die Telefonnummer des Getesteten anzugeben, um ihn bei Virusnachweis umgehend informieren und die erforderlichen Maßnahmen des Infektionsschutzes durch den ÖGD einleiten zu können.

Kurzer Hinweis zum Muster 10c: Das Formular wird auch in der Praxissoftware hinterlegt sein, so dass es online ausgefüllt werden kann. Bis das Muster 10c in den Praxen zur Verfügung steht, ist das Muster 10 wie bisher zu verwenden.

Hier noch einmal die detaillierten Erläuterungen zu den fünf Testungs-Fällen:

Fall 1: Symptomatischer GKV-Versicherter

  • Anspruchsgrundlage für diese kurative Behandlung ist der EBM.
  • Der Vertragsarzt nimmt den Abstrich vor und beauftragt die Laborleistung mit der GOP 32816.
  • Der Abstrich ist mit der Versicherten- bzw. Grundpauschale abgegolten.
  • Er kennzeichnet die Abrechnung seiner Leistung mit der Ziffer 88240 (extrabudgetär).

Fall 2: GKV-Versicherter - „erhöhtes Risiko“ aus der Corona-Warn-App

  • Anspruchsgrundlage für die Leistung des Arztes ist ebenfalls der EBM.
  • Der Vertragsarzt nimmt den Abstrich vor.
  • Der Arzt rechnet zusätzlich zur Versicherten- bzw. Grundpauschale die GOP 02402 ab. Die GOP 02402 kann sowohl für einen Abstrich als auch für ein persönliches Gespräch abgerechnet werden.
  • Wichtig: Der Arzt beauftragt die Laborleistung mit der neuen GOP 32811 und bringt zusätzlich die GOP 32006 zur Sicherung des Laborbonus in Ansatz (die GOP 88240 kann hier angesetzt werden).

Hinweis: Nutzer der Corona-Warn-App, die eine Meldung „erhöhtes Risiko“ erhalten, können sich zwecks Testung an einen Vertragsarzt oder an den ÖGD wenden.

Eindeutige, aber anonyme Patientenkennung
Jedes Formular 10C enthält als eindeutige Kennung eine GUID (Globally Unique Identifier), die es erlaubt, das Testergebnis anonym an den Corona-Warn-App-Server zu übermitteln. Mit dem QR-Code kann der Getestete sein Testergebnis dann über die Corona-Warn-App einsehen und entscheiden, sein Ergebnis anonym über die Corona-Warn-App mit anderen Nutzern zu teilen. Dazu muss er vorab seine Einwilligung erteilen, was der Arzt auf dem Formular vermerkt. Ohne Zustimmung zur Datenübermittlung kann er sein Testergebnis nicht über die App einsehen, sondern nur beim Arzt oder der Stelle erfragen, die den Abstrich entnommen hat. Mit Hilfe des QR-Codes ist es möglich, dass jeder Bürger, der positiv getestet wurde, sein Ergebnis in die App eingeben und damit andere auf eine Gefährdung hinweisen kann. Denn einen QR-Code erhalten demnächst alle Personen, die sich testen lassen – ob aufgrund von Symptomen, eines Warnhinweises der App oder einer Anordnung des ÖGD nach der RVO.

Hinweis: Das Formular 10C darf aufgrund der individuellen GUID im QR-Code nicht kopiert werden!

Fall 3: Asymptomatische Personen nach der VO

  • Anspruchsgrundlage ist die „Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2“ (VO).
  • Anspruchsberechtigt sind die in der VO definierten Personengruppen, für die kein Anspruch auf Behandlung im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung besteht, zum Beispiel asymptomatische Kontaktpersonen oder Mitarbeiter und Bewohner bestimmter Einrichtungen. Der Anspruch besteht unabhängig vom Vorhandensein einer Krankenversicherung.
  • WICHTIG: Verantwortlich für die Abstrichentnahme ist nur der Öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD). Er kann aber regional Ärzte, Praxen oder Hilfsorganisationen beauftragen. Die Kosten der ärztlichen Leistung trägt dann der ÖGD. Die Labordignostik erfolgt zu Lasten der GKV.

Der ÖGD oder die von ihm beauftragten Praxen verwenden zur Veranlassung von PCR-Tests ausschließlich das neue Muster OEGD. Auf diesem sind gemäß VO zusätzliche Angaben zur Anspruchsberechtigung (Grund der Testung) und zu besonderen Risikomerkmalen der getesteten Person erforderlich. Zur Identifikation des beauftragenden ÖGD ist dessen Postleitzahl zu erfassen. Auch das Muster OEGD enthält als eindeutige Patientenkennung eine GUID (Globally Unique Identifier) und darf aus diesem Grund nicht kopiert werden!

Gütersloh und Warendorf: Sondersituation in den Kreisen

In den Kreisen Gütersloh und Warendorf können niedergelassene Ärzte bei symptomlosen Personen, die in den jeweiligen Kreisen gemeldet sind, Corona-Tests durchführen

Um eine schnellstmögliche Befundauskunft über den Corona-Test sicherzustellen, hat das Labor Krone eine APP zur einfachen online-Abfrage entwickelt. Das Infoblatt zur Patienten-Selbstauskunft zum Corona-Abstrich-Testergebnis vom Labor Krone im Kreis Gütersloh in mehreren Sprachen finden Sie hier:

Reiserückkehrer aus Risikogebieten: Kostenlose Corona-Tests

Alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten nach Robert Koch-Institut (RKI) können sich kostenlos auf eine Corona-Infektion testen lassen. Eine entsprechende Vereinbarung haben das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) Nordrhein und Westfalen-Lippe getroffen. An den Flughäfen Dortmund und Münster/Osnabrück betreibt die KVWL bereits seit einigen Tagen Corona-Diagnosezentren (C-DZ) für Einreisende aus RKI-Risikogebieten. Reiserückkehrer, die auf anderen Wegen als über die Flughäfen eingereist sind, und solche, die das Testangebot am Flughafen nicht genutzt haben, können sich an eine Vertragsarztpraxis wenden.

Die Grundlage

Die Testungen laufen unabhängig vom Leistungsspektrum in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Die Testungen werden gemäß § 4 Absatz 2 Nr. 4 der Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit zur SARSCoV-2-Testung zur Verhütung der Verbreitung des Coronavirus durchgeführt. Das MAGS veranlasst als oberste Landesgesundheitsbehörde die Testung und trägt alle Kosten mit Ausnahme der Laborkosten. Die Laborkosten werden über die Rechtsverordnung mit dem Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) über die Kassenärztliche Vereinigung abgerechnet.

Der Ablauf

Der Reiserückkehrer erklärt schriftlich gegenüber dem Arzt, dass er aus einem Risikogebiet gemäß Definition des RKI eingereist ist. Diese Selbstauskunft verbleibt in der Praxis.

Sie finden das Formular zur Selbstauskunft für Reiserückkehrer als pdf-Dokument zum Download unter:

In ihrer Praxissoftware legen die Praxen einen Abrechnungsschein für den Rückkehrer an. Die Stammdaten der zu testenden Person werden über die eGK eingelesen. Sollte keine eGK vorhanden sein, müssen folgende Felder manuell ausgefüllt werden: Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse. Für die Kostenträger-Stammdaten ist in beiden Fällen die VKNR des MAGS (VKNR: 38820) einzugeben.

Tragen Sie bitte die Symbolnummer 97060 ein. Die Abrechnung erfolgt über die reguläre Quartalsabrechnung. Es sind keine weiteren Leistungen abrechnungsfähig.

Vergütung Symbolnummer Vergütungsinhalt

20 Euro

97060

  • Mund- und Nasenrachenabstrich
  • Ggf. manuelle administrative Datenerfassung
  • Labor-Überweisung mit dem Muster OEGD

Sie können das Muster OEGD bequem per Mausklick über www.kvwl.de/bestellservice ordern.

Laborüberweisung

Das Probenmaterial wird an ein zugelassenes Labor versandt. Die Laborleistungen sollen über das Muster OEGD veranlasst werden. Da das MAGS als oberste Gesundheitsbehörde die Testungen veranlasst, ist im Feld „Identifikation ÖGD” die Postleitzahl des MAGS 40219 einzutragen. Im Muster OEGD bitte das Feld „§ 4 RVO Risikogebiet“ ankreuzen. Die Telefonnummer der Testperson ist im Feld „Daten für das Gesundheitsamt/RKI“ einzutragen.

Wichtig! Bitte berücksichtigen!

Derzeit ist im Gespräch, dass der Gesetzgeber zeitnah für Reiserückkehrer aus Risikogebieten eine verpflichtende Corona-Testung bestimmt. Gleichzeitig gibt es Überlegungen, Reiserückkehrern aus Nicht-Risikogebieten in den ersten 72 Stunden nach der Rückkehr eine freiwillige kostenlose Testung anzubieten. Konkrete Entscheidungen dazu stehen noch aus. Wir informieren Sie umgehend, sobald uns nähere Informationen dazu vorliegen.

Bitte stellen Sie sich vor diesem Hintergrund in den kommenden Tagen und Wochen auf eine steigende Nachfrage zu SARS-CoV-2-Testungen in Ihren Praxen ein.

Beschäftigte in Schulen, Kitas und Kindertagespflege

Beschäftigte in Schulen, Kitas und Kindertagespflege: Ab 3. August alle 14 Tage Corona-Tests ohne konkreten Verdacht

Die NRW-Landesregierung räumt ab Montag, 3. August 2020, allen Beschäftigten in öffentlichen oder privaten Schulen sowie Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen in NRW die Möglichkeit ein, sich alle 14 Tage auf das Coronavirus testen zu lassen, ohne dass ein konkreter Verdacht vorliegt bzw. die Vorgaben des Robert Koch-Instituts erfüllt sind. Was Sie jetzt über diese Testungs-Möglichkeit wissen müssen, fasst die folgende Übersicht zusammen:

  • Die Testungen für alle Beschäftigten in öffentlichen und privaten Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie Kindertagespflegepersonen sollen gemäß aktueller Landes-Verfügung zunächst im Zeitraum von Montag, 3. August 2020 bis Freitag, 9. Oktober 2020, möglich sein. Sie sollen von den niedergelassenen Vertragsärzten durchgeführt werden. Für die Anspruchsberechtigten ist die SARS-CoV-2-Testung kostenlos. Sie werden mit einem entsprechenden Berechtigungsnachweis von den jeweiligen Arbeitgebern in den Vertragsarztpraxen vorstellig.
  • Für den Nasen-/Rachenabstrich erhalten Sie eine Vergütung in Höhe von 20 Euro (gleichermaßen für GKV- und PKV-Versicherte). Diese Kosten sowie die Laborkosten übernimmt das Land NRW. Der Laborauftrag muss über das neue Formular Muster 10C erfolgen. Bitte beauftragen Sie ausschließlich Labore aus NRW.

Der Ablauf

Bitte legen Sie in ihrer Praxissoftware einen Abrechnungsschein für die zu testende Person an. Die Versichertendaten werden über die eGK eingelesen.

Bei privatversicherten Personen müssen folgende Felder manuell ausgefüllt werden: Name, Vorname, Geburtsdatum und Adresse. Als Kostenträger ist hier ersatzweise eine beliebige gesetzliche Krankenkasse einzutragen. Der Kostenträger wird in Ihrer Abrechnung entsprechend von der KVWL korrigiert.

Tragen Sie bitte die Symbolnummer 97050 ein. Die Abrechnung erfolgt über die Quartalsabrechnung.

Vergütung Symbolnummer Vergütungsinhalt

20 Euro

97050

  • Mund- und Nasenrachenabstrich
  • Ggf. manuelle administrative Datenerfassung
  • Labor-Überweisung mit dem Muster 10C

Laborüberweisung

Das Probenmaterial wird an ein zugelassenes Labor in NRW versandt. Die Laborleistungen sollen über das Muster 10C veranlasst werden. Im Muster 10C bitte die Felder „Tätigkeit in Einrichtungen“ und „Gemeinschaftseinrichtungen (Kitas, Schulen)“ ankreuzen. Die Telefonnummer der Testperson ist im Feld „Daten für das Gesundheitsamt/RKI“ einzutragen. Bitte machen Sie manuell kenntlich, dass es sich um einen Auftrag nach der Symbolnummer 97050 handelt, und zwar rechts neben das Feld „Diagnostische Abklärung“.

  • Sie können das Muster 10C bequem per Mausklick über www.kvwl.de/bestellservice ordern.
  • Stimmen Sie sich ggf. mit Kolleginnen und Kollegen sowie Schulen oder Kindertageseinrichtungen in Ihrer Nähe ab, inwieweit auch größere Testungs-Angebote direkt in den Einrichtungen realisierbar sind. Die KVWL begrüßt an dieser Stelle ausdrücklich Ihr Engagement sowie eigenverantwortliches Organisieren und Koordinieren, um der zu erwartenden hohen Abstrich-Nachfrage gerecht werden zu können.

Bitte stellen Sie sich vor diesem Hintergrund in den kommenden Tagen und Wochen auf eine steigende Nachfrage zu SARS-CoV-2-Testungen in Ihren Praxen ein.

Für weitere Fragen zur Durchführung der Abstriche wenden Sie sich bitte an das Service-Center der KVWL unter

0231 / 94 32 10 00

Indirekter Erregernachweis mittels Antikörpertest

Testung und Abrechnung: Hinweise

Antikörpertests können bei COVID-19-typischer Symptomatik in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Insbesondere bei milden Verläufen ist ab der zweiten Woche nach Symptomeintritt der direkte Erregernachweis mit einem PCR-Test nicht immer möglich. Eine SARS-CoV-2-Infektion kann dann indirekt durch serologische Verfahren nachgewiesen werden.

Mittlerweile stehen sehr sensitive und für den indirekten Erregernachweis bei Patienten mit COVID-19-Symptomen ausreichend spezifische Antikörpernachweise zur Verfügung. Eine Untersuchung auf SARS-CoV-2-Antikörper zur Bestimmung des Titeranstiegs oder zum Nachweis einer Serokonversion kann eine Woche nach Symptombeginn zweckmäßig sein.

Zwei Blutproben

Hierzu sind zwei Blutproben im Abstand von 7 bis 14 Tagen erforderlich. Die zweite Probe sollte nicht vor der dritten Woche nach Symptomeintritt entnommen werden und muss in demselben Labor untersucht werden.

Das Blut wird auf Gesamt- oder spezifisch auf IgG-Antikörper untersucht. IgA- und IgM-Antikörper-Bestimmungen weisen eine deutlich niedrigere Spezifität auf und sollten deswegen nicht durchgeführt werden.

Auch indirekter Erregernachweis meldepflichtig

Ein positiver Befund der serologischen Testung gilt als indirekter Erregernachweis. Der veranlassende Arzt und auch der Laborarzt müssen die Infektion – wie bei einem PCR-Test – namentlich dem Gesundheitsamt melden.

Eine Testung ohne direkten zeitlichen Bezug zu einer klinischen COVID-19-Symptomatik beispielsweise zur Prüfung einer Immunität sollte nicht durchgeführt werden. Die Spezifität der Verfahren ist bei der niedrigen Prävalenz von SARS-CoV-2-Infektionen nicht ausreichend. Derzeit handelt es sich hierbei nicht um eine vertragsärztliche Leistung.

Hinweise zur Abrechnung

Der veranlassende Arzt und der Laborarzt kennzeichnen ihre Abrechnung am Behandlungstag mit der Ziffer 88240; so werden alle Leistungen extrabudgetär honoriert. Der Antikörpertest selbst ist als ähnliche Untersuchung mit der Gebührenordnungsposition 32641 berechnungsfähig.

Schnellteste können nicht abgerechnet werden.

Die Ärzte, die Antikörper untersuchen, sollten freiwillig an Maßnahmen zur externen Qualitätssicherung teilnehmen.

Meldepflicht

Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle melden: erforderliche Angaben

Behandelnde Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle ihrer Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit dem Virus namentlich dem örtlichen Gesundheitsamt zu melden, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt (Postleitzahltool des RKI).

Die Meldung – inklusive dem Namen und den Kontaktdaten der betroffenen Person – muss unverzüglich erfolgen und innerhalb von 24 Stunden dem zuständigen Gesundheitsamt vorliegen. Zur Meldung ist der Arzt verpflichtet, der den Verdacht, die Erkrankung oder den Tod in Bezug auf COVID-19 festgestellt hat. Er ist auch grundsätzlich für die Einhaltung der Meldepflicht verantwortlich.

Darüber hinaus bestehen Meldepflicht und Verantwortlichkeit auch für Leiter bestimmter Einrichtungen. Beispielsweise ist der Leiter einer Arztpraxis mit Infektionserregerdiagnostik verpflichtet, den direkten oder indirekten Nachweis von SARS-CoV-2 namentlich zu melden.

Näheres zu den Personen, die zur Meldung verpflichtet sind, regelt Paragraf 8 des Infektionsschutzgesetzes.

Neu: Bei der namentlichen Meldung müssen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz seit dem 23. Mai – soweit möglich – auch Angaben machen zum:

  • wahrscheinlichen Infektionsweg, einschließlich Umfeld, in dem die Übertragung wahrscheinlich stattgefunden hat (mit Name, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Infektionsquelle und dem wahrscheinlichen Infektionsrisiko)

Sowie im weiteren Behandlungsverlauf zum:

  • Behandlungsergebnis (d.h. Genesungsstatus)
  • Serostatus (d.h. ob spezifische Antikörper im Blut vorhanden sind)

Übersicht des Robert Koch-Institutes zu den erforderlichen Meldeinhalten

Folgende Angaben müssen bei der Meldung gemacht werden, wenn die Informationen vorliegen:

Zur betroffenen Person

  • Name, Vorname, Geschlecht, Geburtsdatum
  • Adresse und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail)
  • Tätigkeit, Betreuung oder Unterbringung in einer Einrichtung, z.B. Krankenhaus, Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kita, Schule), Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen, Obdachlosenunterkünfte, Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende, Justizvollzugsanstalten
  • Diagnose oder Verdachtsdiagnose
  • Tag der Erkrankung, Tag der Diagnose, gegebenenfalls Tag des Todes und wahrscheinlicher Zeitpunkt oder Zeitraum der Infektion
  • wahrscheinlicher Infektionsweg, einschließlich Umfeld, in dem die Übertragung wahrscheinlich stattgefunden hat, mit Name, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Infektionsquelle und wahrscheinliches Infektionsrisiko
  • Behandlungsergebnis und zum Serostatus in Bezug auf diese Krankheit
  • Stadt oder Landkreis, in der/dem die Infektion wahrscheinlich erworben worden ist
  • Überweisung, Aufnahme und Entlassung z.B. aus einem Krankenhaus, ggf. intensivmedizinische Behandlung und deren Dauer
  • Spender für eine Blut-, Organ-, Gewebe- oder Zellspende in den letzten sechs Monaten
  • Zugehörigkeit zur Bundeswehr und Personen, während sie sich in ortsfesten oder mobilen Einrichtungen aufhalten, die von der Bundeswehr betrieben werden

Zum Labor

  • Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail-Adresse) der Untersuchungsstelle, die mit der Erregerdiagnostik beauftragt ist

Zum Melder

  • Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail-Adresse) des Meldenden

Begründeten Verdachtsfälle: Meldepflicht

Laut den Empfehlungen des RKI (Robert-Koch-Institut) liegt ein begründeter Verdacht in diesen beiden Fällen vor:

  • bei Personen, die akute respiratorische Symptome zeigen und in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten
  • bei Personen mit klinischen oder radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie, die im Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in einer Pflegeeinrichtung oder einem Krankenhaus auftritt, in der die Person sich aufhält oder aufgehalten hat

Ärzte müssen alle begründeten Verdachtsfälle an das Gesundheitsamt melden – auch wenn sich der Verdacht einer Infektion nicht bestätigt - sowie alle bestätigten Infektionen. Details finden Sie hier:

Testergebnisse liegen vor: Meldung an Gesundheitsamt

Die Ergebnisse eines PCR-Tests oder eines Antikörpertests des Labors liegen dem behandelnden Arzt vor.

Erkrankung bestätigt: namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Eine nachgewiesene Erkrankung ist immer namentlich zu melden. Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden.

Verdachtsfall nicht bestätigt: namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Eine Meldung an das Gesundheitsamt muss dann erfolgen, wenn sich ein vorab gemeldeter Verdachtsfall durch ein negatives Testergebnis nicht bestätigt hat.

Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden.

Serostatus – namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Neu: Durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz ist seit dem 23. Mai auch der Serostatus eines Patienten Teil der namentlichen Meldung in Verbindung mit dem Verdacht, der Erkrankung oder dem Tod an COVID-19.

Liegen die Ergebnisse eines Antikörpertests vor, meldet der behandelnde Arzt dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden.

Weiterer Behandlungsverlauf: Meldepflicht bei Genesung / Todesfall

Genesung

Ist der Patient nach einer COVID-19-Erkankung genesen, meldet der feststellende Arzt dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden.

Todesfall

Ein Todesfall infolge von COVID-19 ist immer dem Gesundheitsamt zu melden. Der Arzt, der den Todesfall feststellt, meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden.

Hinweise zur Abrechnung

Zusätzliches Honorar: Kennzeichnung

Zusätzliches Honorar für die Behandlung von Corona-Patienten:
Neues Verfahren zur Kennzeichnung der Leistungen seit dem 1. April

Seit dem 1. April 2020 gelten erweiterte Regelungen für die Vergütung von Leistungen im Zusammenhang mit COVID-19 Infektionen. Für die Kennzeichnung der Corona-Fälle ändert sich für Sie aber nicht viel, denn das nun von der Bundesebene bestätigte Verfahren gilt in Westfalen-Lippe bereits seit rund zwei Monaten:

Tagesgenaue Kennzeichnung

Der Arzt kennzeichnet jeden Tag mit der Symbolnummer (SNR) 88240, an dem er den jeweiligen Patienten wegen des Verdachts auf eine COVID-19 Infektion oder einer entsprechend nachgewiesenen Infektion behandelt. Durch diese Kennzeichnung werden alle Leistungen, die er an diesen Tagen für den Patienten abgerechnet in voller Höhe extrabudgetär vergütet.

Auch Versicherten- und Grundpauschale extrabudgetär

Oft wird es so sein, dass an dem Tag, an dem ein Patient als Corona-Fall gekennzeichnet wird, nicht unbedingt auch der erste Patientenkontakt im laufenden Quartal stattfindet. In diesen Fällen werden nicht nur die Leistungen der mit der SNR 88240 gekennzeichneten Tage, sondern darüber hinaus auch die Versicherten-, Grund oder Konsiliarpauschale für das laufende Quartal extrabudgetär vergütet. Dasselbe gilt für die Zusatzpauschalen für Pneumologie (GOP 04530 und 13650 EBM) und die fachinternistische Behandlung (GOP 13250 EBM).

Berufsausübungsgemeinschaften

Vor allem für Berufsausübungsgemeinschaften (Gemeinschaftspraxen, MVZ) wichtig: Die oben beschriebene extrabudgetäre Vergütung eines Corona-Falls incl. der Quartalspauschalen gilt nicht nur für den kennzeichnenden Arzt, sondern für alle Leistungen, die durch Kollegen derselben Arztgruppe erbracht wurden (sog. Arztgruppenfall).

In Kürze: Kennzeichnung von Leistungen im Zusammenhang mit COVID-19

Erforderlich: SNR 88240 an allen Tagen, an denen bei einem Patienten Leistungen im Zusammenhang mit einer COVID-19 Infektion oder dem Verdacht auf eine solche erbracht wurden.

  • Extrabudgetäre Vergütung folgender Leistungen in diesem Arztgruppenfall und auch, wenn sie nicht an den gekennzeichneten Tagen erbracht wurden:
  • alle Leistungen, die an den gekennzeichneten Tagen für den Patienten durchgeführt wurden
  • die Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale derselben Arztgruppe
  • die Zusatzpauschale für Pneumologie (GOP 04530 und 13650 EBM)
  • die Zusatzpauschale fachinternistische Behandlung (GOP 13250 EBM)

Labore: Abrechnungsziffer

Aufnahme des Nukleinsäurenachweises für das neuartige Coronavirus in den EBM

Der Bewertungsausschuss hat zum 1. Februar 2020 eine neue Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 zur Abklärung eines Verdachts auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) in den EBM aufgenommen.

Die GOP 32816 ist nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig.

Die GOP 32816 kann nur für die vom RKI definierten Risikogruppen erbracht und berechnet werden. Die Falldefinition des RKI ist zu beachten.

Für die genannten Facharztgruppen ist keine gesonderte Antragstellung für eine Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung von Speziallaborleistungen erforderlich. Die Finanzierung der Leistung nach der GOP 32816 EBM erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen. Für die Diagnostik kann der Veranlasser die Kennnummer 32006 EBM angeben.

Anpassung der Bewertung der Vergütung PCR-Test auf SARS-CoV-2 (GOP 32816 EBM) zum 1. Juli 2020

Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat in seiner 65. Sitzung eine Anpassung der Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 EBM beschlossen. Die Vergütung für den PCR-Test wird auf 39,40 Euro abgesenkt.

Grundlage dieser Entscheidung war der Schiedsspruch für das Zusatzentgelt im Krankenhaus in Höhe von 42,00 Euro abzüglich 2,60 Euro Transportkosten. Darüber hinaus wurde die Berechnungsfähigkeit der GOP 32816 EBM auf fünfmal im Behandlungsfall beschränkt.

Eine weitere Überprüfung der Bewertung der GOP 32816 EBM durch ein Expertengremium unter Beteiligung der unparteiischen Mitglieder des Bewertungsausschusses wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 2020 vereinbart.

Die Aufnahme einer weiteren Anmerkung beschränkt die Abrechnung der GOP 32816 EBM auf Patienten mit einer akuten Covid19 assoziierten Symptomatik und / oder bei klinischen und radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie unter Angabe einer medizinischen Begründung.

Kodierung: Covid-19

Kodierung im Zusammenhang mit Covid-19 ab 1. Juni 2020

Nicht kurative Corona-Tests bei symptomfreien Patienten

Zur Verschlüsselung von nicht kurativen Corona-Tests bei symptomfreien Personen gibt es einen neuen ICD-Kode: U99.0! Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2.

Mit der U99.0! sollen ab 1. Juni die Fälle erfasst und spezifisch gekennzeichnet werden, bei denen keine Symptome einer Infektion mit SARS-CoV-2 bestehen, jedoch ein entsprechender Labortest durchgeführt wurde und dessen Ergebnis negativ ausfällt. Eine rückwirkende Verschlüsselung von Fällen vor dem 1. Juni ist nicht erforderlich.

Bei dem neuen Kode U99.0! handelt es sich um eine Sekundärschlüsselnummer (Ausrufezeichenschlüsselnummer). Er ist zusammen mit dem ICD-Kode Z11 Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten anzugeben.

Kurative Corona-Tests entsprechend der RKI-Kriterien

Für die Kodierung von SARS-CoV-2 in der Abrechnung und auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gibt es eigene Sekundäre Diagnoseschlüssel: U07.1 ! für COVID-19-Fälle, bei denen das Virus labordiagnostisch nachgewiesen wurde; und U07.2 ! seit dem 1. April.

Mit dem Sekundärkode U07.2 ! werden ab dem zweiten Quartal die „Verdachtsfälle“ auf der Grundlage der Testkriterien des Robert-Koch-Instituts. Das hat die Weltgesundheitsorganisation festgelegt, um die Fälle besser unterscheiden zu können. 

Kein „!“ beim Kodieren

Bei den COVID-19-Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um sogenannte Sekundärkodes, also Ausrufezeichenkodes (!). Damit ist geregelt, dass diese Sekundärkodes ausschließlich eine ergänzende Information enthalten und mit mindestens einem weiteren Primärkode kombiniert werden müssen. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben.

Kodes ab 1. April

  • U07.1 COVID-19, Virus nachgewiesen: ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 durch einen Labortest nachgewiesen wurde.
  • U07.2 COVID-19, Virus nicht nachgewiesen: ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 nicht durch einen Labortest nachgewiesen werden konnte.

Nur Zusatzkennzeichen „G“

Diese Sekundärkodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind (z. B. ausschließlich vermuteter Kontakt mit einem COVID-19-Infizierten) oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

Anpassung in der Praxisverwaltungssoftware erforderlich

Die Kodes können erst dann in der Praxissoftware kodiert werden, wenn dort die entsprechend angepasste Version der ICD-10-GM hinterlegt ist. Die KBV hat diese zur Verfügung gestellt. Sollte die Kodierung nicht möglich sein, wenden Sie sich bitte an Ihren PVS-Hersteller.

Sonderregelung für die ambulante Versorgung

Um die Vertragsärzte und -psychotherapeuten in der Coronakrise zu entlasten und eine zusätzliche Ausbreitung des COVID-19-Virus über die Wartezimmer der Praxen zu verhindern, wurden zahlreiche Sonderregelungen vereinbart. Eine kurze Übersicht aller Sonderregelungen finden Sie hier:

Corona-Warn-App: Neue EBM-Leistungen zur Testung

Corona-Warn-App: Neuaufnahme von Gebührenordnungspositionen mit Wirkung zum 15. Juni 2020

Im Zusammenhang mit der Einführung der sogenannten Corona-Warn-App, die Versicherte freiwillig nutzen können, hat der Bewertungsausschuss (BA) Anpassungen im EBM beschlossen, die zum 15. Juni 2020 in Kraft treten (500. Sitzung des BA).

Ab sofort haben Vertragsärzte, die bei Personen einen Abstrich für einen PCR-Test auf SARS-CoV-2 vornehmen, für diese Leistung eine eigene Gebührenordnungsposition (GOP), die ausschließlich abgerechnet werden kann, wenn die Person aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App zum Ausschluss einer Erkrankung in die Praxis kommt.

Für die Laboruntersuchung des Materials, das nach einer Warnung durch die Corona-Warn-App entnommen wurde, gibt es ebenfalls eine neue GOP. Für die Veranlassung dieser Laborleistung zur SARS-CoV-2-Testung gibt es zudem einen neuen Vordruck Muster 10 C.

Ebenfalls wurden im Zusammenhang mit der neuen GOP für den Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-Co-V-2 Zuschlagsleistungen für die nachweiserbringenden Vertragsärzte im Rahmen von Probeneinsendungen aufgenommen.

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 02402 in den Abschnitt 2.4 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten

02402

Zusatzpauschale im Zusammenhang mit der Entnahme von Körpermaterial für Untersuchungen nach der GOP 32811 EBM auf das beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App zum Ausschluss einer Erkrankung

Obligater Leistungsinhalt

- Gespräch im Zusammenhang mit einer möglichen Testung auf eine beta-Coronavirus SARS-CoV-2 Infektion

und/oder

-Abstrichentnahme(n) aus den oberen Atemwegen (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat)),

- einmal am Behandlungstag

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Nach der Meldung „erhöhtes Risiko“ in der Corona-Warn-App kann die Gebührenordnungsposition 02402 auch abgerechnet werden, wenn nur ein Gespräch und kein Abstrich erfolgt.

Für die Diagnostik kann der Veranlasser die Kennnummer 32006 EBM angeben.

Bei der Berechnung der GOP 02402 EBM ist die Kennzeichnung der in diesem Zusammenhang abgerechneten Leistungen mit der Ziffer 88240 nicht zulässig.

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 12221 in den Abschnitt 12.2 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten

12221

Zuschlag zur GOP 32811 für Fachärzte für Laboratoriumsmedizin sowie für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie bei Probeneinsendungen zur Untersuchung auf das beta-Coronavirus SARS-CoV-2 nach der GOP 32811,

- je Auftragsleistung nach der GOP 32811

14

Aufnahme einer Leistung nach der GOP 32811 in den Abschnitt 32.3.12 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro

32811

Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund einer Warnung durch die Corona-Warn-App

Obligater Leistungsinhalt

Untersuchung von Material der oberen Atemwege (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat)),

- einmal am Behandlungstag

39,40

Aufnahme einer Kostenpauschale 40101 in den Abschnitt 40.3 EBM

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Euro

40101

Zuschlag zur GOP 32811 bei Probeneinsendung für Versandmaterial, Versandgefäße usw. sowie für die Versendung bzw. den Transport von Untersuchungsmaterial, ggf. auch von infektiösem Untersuchungsmaterial, einschl. der Kosten für die Übermittlung von Untersuchungsergebnissen,

- einmal am Behandlungstag

2,60

Entsprechend § 11 der Rechtsverordnung nach § 20i Abs. 3 Satz 2 SGB V wird der Bewertungsausschuss den Beschluss auch vor dem 31. März 2021 aufheben, wenn der Bundestag die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite nach § 5 Abs. 1 Satz 2 IfSG aufhebt.

Die Vergütung der Leistungen nach den GOP 02402, 12221, 32811 und 40101 EBM erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Die sich aus den vorgenannten Änderungen ergebenden Abrechnungsausschlüsse und weitere Detailänderungen entnehmen Sie dem Beschluss des Bewertungsausschusses zu seiner 500. Sitzung unter www.g-ba.de. Bitte beachten Sie, dass der Beschluss noch unter dem Vorbehalt der möglichen Beanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit steht.

Videosprechstunde: Limitierung aufgehoben

Videosprechstunden unbegrenzt möglich

Ärzte und Psychotherapeuten können ihren Patienten jetzt öfter eine Videosprechstunde anbieten. Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus haben KBV und GKV-Spitzenverband die Begrenzungsregelungen aufgehoben. Damit sind Fallzahl und Leistungsmenge nicht limitiert.

Normalerweise dürfen Ärzte und Psychotherapeuten pro Quartal maximal jeden fünften Patienten ausschließlich per Video behandeln, ohne dass dieser in die Praxis kommen muss. Auch die Menge der Leistungen, die in Videosprechstunden durchgeführt werden dürfen, ist auf 20 Prozent begrenzt. Für den Rest ist ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt erforderlich.

Aufgrund der aktuellen Pandemie mit SARS-CoV-2 wird empfohlen, dass Patienten nach Möglichkeit nur in medizinisch dringenden Fällen die Praxen aufsuchen. Eine Alternative für den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ist die Konsultation per Video. Sie ist bei allen Indikationen möglich und auch dann, wenn der Patient zuvor noch nicht bei dem Arzt in Behandlung war.

Psychotherapie per Video

Die Durchführung von Psychotherapeutischen Sprechstunden und probatorischen Sitzungen (auch neuropsychologische Therapie) werden zunächst bis zum 30. September 2020 auch im Rahmen der Videosprechstunde ermöglicht.

Bislang war dies nur bei bestimmten Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie möglich und nur, wenn vorher ein persönlicher Kontakt zwischen Patient und Psychotherapeut stattgefunden hat.

Grundsätzlich erfordert die Psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesenheit der Patienten: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung ist der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig. Gegebenenfalls muss die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie kann es im Einzelfall sinnvoll sein, Patienten den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Hierfür wurde die Psychotherapie-Vereinbarung jetzt entsprechend für einen begrenzten Zeitraum angepasst.

Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben.

Zudem müssen die Vorgaben der Landeskammer zur Berufsordnung in Bezug auf die Gestaltung der Erstkontakte beachtet werden.

Zur Umsetzung der Sonderregelungen wurde der EBM so angepasst, dass die entsprechenden Gebührenordnungspositionen bis zum 30. September 2020 auch abgerechnet werden dürfen, wenn die Leistungen in einer Videosprechstunde durchgeführt wurden.

Die Regelung gilt zunächst befristet bis zum 30. September 2020

Funktionelle Entwicklungstherapie per Video

Der Bewertungsausschuss hat für die Kinder- und Jugendpsychiatrie zunächst befristet vom 15. Mai bis zum 30. September 2020 eine neue Leistung in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

Für die nicht-ärztlichen Mitarbeiter in den sozialpsychiatrischen Praxen stellt die funktionelle Entwicklungstherapie gemäß der Gebührenordnungsposition (GOP) 14310 EBM eine zentrale Leistung dar, die jedoch bei videogestützter Durchführung nicht berechnungsfähig ist. Da Teile der Leistung aus fachlicher Sicht per Video durchführbar sind, wird zeitlich befristet eine neue Leistung für videogestützte Maßnahmen einer funktionellen Entwicklungstherapie durch qualifizierte Mitarbeiter gemäß der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung in den EBM aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
14223

Videogestützte Maßnahmen einer funktionellen Entwicklungstherapie durch qualifizierte Mitarbeiter gemäß § 3 der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung

Obligater Leistungsinhalt

  • Einzelbehandlung
  • Dauer mindestens 15 Minuten

je vollendete 15 Minuten

Die GOP ist zeitlich befristet vom 15. Mai bis 30. September 2020.
Die GOP 14223 EBM ist nur berechnungsfähig, wenn im Zeitraum der letzten vier Quartale unter Einschluss des aktuellen Quartals ein persönlicher Kontakt zwischen dem SPV-Mitarbeiter und dem Patienten in derselben Arztpraxis stattgefunden hat. Voraussetzung für die Berechnung der GOP 14223 EBM ist eine regelmäßige ärztliche Anleitung.
Für die Abrechnung der GOP 14223 EBM gelten die Anforderungen gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä entsprechend.

Die GOP 14223 EBM ist nicht neben den GOP 14221, 14310, 14311 und 30930 bis 30933 EBM und nicht neben den GOP der Abschnitte 30.3, 35.1 und 35.2 des EBM berechnungsfähig.

102

Der Zuschlag Videosprechstunde nach der GOP 01450 EBM ist – abweichend von der Leistungslegende - auch im Zusammenhang mit der GOP 14223 EBM zeitlich befristet bis zum 30. September 2020 berechnungsfähig. Die im Zusammenhang mit der GOP 14223 EBM durchgeführten und abgerechneten Leistungen gemäß der GOP 01450 EBM fließen in das Punktzahlvolumen des behandelnden Vertragsarztes gemäß der ersten Anmerkung zur GOP 01450 EBM ein.

Weitere Informationen unter:

Psychotherapie: Sonderregelung

Um die psychotherapeutische Versorgung während der Coronavirus-Krise zu erleichtern, haben KBV und GKV-Spitzenverband einige Sonderregelungen beschlossen. Sie gelten ab sofort und betreffen die Videosprechstunde und die Umwandlung von Gruppen- in Einzeltherapien.

Video-Lösung nur für Einzelfälle

Die Durchführung von Psychotherapeutischen Sprechstunden und probatorischen Sitzungen (auch neuropsychologische Therapie) werden zunächst bis zum 30. September 2020 auch im Rahmen der Videosprechstunde ermöglicht.

Bislang war dies nur bei bestimmten Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie möglich und nur, wenn vorher ein persönlicher Kontakt zwischen Patient und Psychotherapeut stattgefunden hat.

Grundsätzlich erfordert die Psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesenheit der Patienten: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung ist der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig. Gegebenenfalls muss die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie kann es im Einzelfall sinnvoll sein, Patienten den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Hierfür wurde die Psychotherapie-Vereinbarung jetzt entsprechend für einen begrenzten Zeitraum angepasst.

Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben.

Zudem müssen die Vorgaben der Landeskammer zur Berufsordnung in Bezug auf die Gestaltung der Erstkontakte beachtet werden.

Zur Umsetzung der Sonderregelungen wurde der EBM so angepasst, dass die entsprechenden Gebührenordnungspositionen bis zum 30. September 2020 auch abgerechnet werden dürfen, wenn die Leistungen in einer Videosprechstunde durchgeführt wurden.

Umwandlung von Gruppentherapie

Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder Begutachtung erfolgen muss. Auch diese Regelung gilt bis 30. September 2020. Die Umwandlung erfolgt über die „Therapieeinheit“ und muss lediglich formlos der Krankenkasse mitgeteilt werden (kein Formular notwendig).

Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (entspricht einer Sitzung mit 100 Minuten) kann bei Bedarf maximal je Patient der Gruppe eine Einzeltherapie (entspricht einer Sitzung mit 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden.

Durch die Umwandlung von Gruppen- in Einzelsitzungen können im unmittelbaren persönlichen Kontakt Infektionsrisiken minimiert werden, wenn dies erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil: Einzelsitzungen können auch in einer Videosprechstunde durchgeführt werden.

Hinweise zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen für Psychotherapeuten

Psychotherapeutische Behandlungen sind auch im unmittelbaren persönlichen Kontakt weiterhin notwendig und sinnvoll. Zur Versorgung der Bevölkerung müssen die Praxen daher, soweit es die äußeren Umstände erlauben, auch physisch für Patienten erreichbar bleiben.

Insbesondere in Akutfällen und gerade in Zeiten, die die psychische Belastbarkeit zunehmend herausfordern, ist eine therapeutische Konstante am Ort der Praxis wichtig.

Die Durchführung von Gruppentherapien ist weiterhin zulässig, da es sich hierbei um medizinisch notwendige Maßnahmen handelt.

Ob eine Durchführung weiterhin zumutbar ist, müssen Therapeuten im Rahmen ihrer Verantwortung abwägen. Sie sollten kritisch prüfen, ob dies unter Beachtung des Infektionsschutzes möglich ist oder gegebenenfalls ein verstärktes Angebot von Einzelkontakten über einen begrenzten Zeitraum sinnvoller ist.

Heilmittelverordnung: Therapiebeginn innerhalb von 28 Tagen

Eine Heilmitteltherapie muss erst innerhalb von 28 Tagen nach Verordnungsdatum beginnen, regulär sind es 14 Tage. Damit soll einem in den Praxen möglicherweise bestehenden Terminstau bei Heilmittelbehandlungen, die bedingt durch die Corona-Pandemie nicht begonnen werden konnten, entgegengewirkt werden. Die Sonderregelung gilt bis zum 30. September 2020. Ab dem 1. Oktober gilt mit Inkrafttreten der neuen Heilmittel-Richtlinien künftig regelhaft die Frist von 28 Tagen zum Beginn einer Heilmittelbehandlung.

Alle weiteren Sonderregelungen für veranlasste Leistungen enden zum 30. Juni 2020.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Entlassmanagement: Verordnungszeitraum

Entlassmanagement: Verordnungen jetzt für bis zu 14 Tage

Krankenhäuser können für einen längeren Zeitraum nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zum Übergang in die ambulante Versorgung Leistungen veranlassen beziehungsweise Bescheinigungen ausstellen. Konkret sind es jetzt 14 Tage. Dabei geht es um folgende Leistungen: AU-Bescheinigung, häusliche Krankenpflege, Hilfsmittel, Soziotherapie, Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) sowie Heilmittel. Hier wurde die 12-Kalendertage-Frist, bis zu der die vom Krankenhaus verordnete Heilmittelbehandlung abgeschlossen sein muss, auf eine 21-Kalendertage-Frist erweitert.

Arzneimittelrezepte: Bei der Verordnung von Arzneimitteln im Entlassmanagement hat der G-BA die Begrenzung auf eine Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen ausgesetzt. Für sonstige Produkte wie Blutzuckerstreifen oder Verbandmittel dürfen Rezepte für den Bedarf von bis zu 14 Tagen ausgestellt werden. Die Einlösefrist für Entlassrezepte wurde auf 6 Werktage verlängert.

Die Regelung gilt solange der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt.

Krankentransporte

COVID-19: Krankentransporte zur ambulanten Behandlung genehmigungsfrei

Krankentransporte zu einer ambulanten Behandlung für Patienten, die an COVID-19 erkrankt sind oder nach behördlicher Anordnung unter Quarantäne stehen, sind vorübergehend genehmigungsfrei. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen.

Ärzte und Psychotherapeuten, die für COVID-19-Patienten oder Quarantäne-Patienten einen Krankentransport (nicht: Krankenfahrt im Taxi) zu einer ambulanten Behandlung veranlassen, müssen diese Verordnung kennzeichnen. Dazu geben sie auf dem Formular für die Krankenbeförderung (Muster 4) an, dass es sich um einen nachweislich COVID-19-Erkrankten oder einen gesetzlich Versicherten in Quarantäne handelt.

Wichtig: Die ambulante Behandlung, zu der ein Krankentransport verordnet wird, muss zwingend medizinisch notwendig und nicht aufschiebbar sein.

Krankenfahrten zur vor- und nachstationären Behandlung

Die Fristen für die Verordnung von Krankenfahrten (z.B. im Taxi) zu einer vor- oder nachstationären Behandlung wurden wie folgt erweitert:

  • Fahrten zu vorstationären Behandlungen können für 3 Behandlungstage innerhalb von 28 Tagen vor Beginn der stationären Behandlung verordnet werden.
  • Fahrten zu nachstationären Behandlungen können für 7 Behandlungstage innerhalb von 28 Tagen verordnet werden.

Die Regelung gilt zunächst befristet bis zum 30. September 2020

Arzneimittelabgabe: mehr Austauschmöglichkeiten

Apotheker haben während der Corona-Pandemie mehr Möglichkeiten zum Austausch von Arzneimitteln. Diese und weitere Maßnahmen sieht die SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung vor, die seit 22. April 2020 in Kraft ist. Hiermit sollen spürbare Entlastungen bei der Versorgung mit Arzneimitteln erreicht und vermeidbare Kontakte zwischen Arzt und Patient, aber auch zwischen Apotheker und Patient reduziert werden. So dürfen Apotheker jetzt in Fällen, in denen das nach den gesetzlichen oder vertraglichen Vorgaben abzugebende Arzneimittel in der Apotheke nicht vorrätig ist, ein anderes wirkstoffgleiches Arzneimittel abgeben. Ist kein wirkstoffgleiches Arzneimittel in der Apotheke vorhanden und das eigentlich abzugebende Arzneimittel auch nicht lieferbar, darf ein anderes lieferbares, wirkstoffgleiches Arzneimittel abgeben werden.

Nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt ist auch die Abgabe eines pharmakologisch-therapeutisch vergleichbaren Arzneimittels möglich, wenn weder das eigentlich abzugebende noch ein entsprechendes wirkstoffgleiches Arzneimittel vorrätig oder lieferbar ist. Dies gilt auch, wenn der verordnende Arzt den Austausch des Arzneimittels mit dem Aut-idem-Kreuz ausgeschlossen hat. Der Apotheker muss dies jeweils auf dem Arzneiverordnungsblatt dokumentieren, der Arzt muss also kein neues Rezept ausstellen.

Außerdem dürfen Apotheken ohne Rücksprache mit dem verordnenden Arzt bei der Packungsgröße, der Packungsanzahl, der Entnahme von Teilmengen aus Fertigarzneimittelpackungen und der Wirkstärke von der ärztlichen Verordnung abweichen, sofern dadurch die verordnete Gesamtmenge des Wirkstoffs nicht überschritten wird.

Gilt bis: längstens 31. März 2021

BtM-Rezeptformulare: Verwendung von anderen Ärzten

Um die Versorgung mit Betäubungsmitteln sicherzustellen, dürfen Betäubungsmittelrezepte (BtM-Rezepte) vorübergehend auch außerhalb von Vertretungsfällen – etwa in einer Praxisgemeinschaft – übertragen und von anderen Ärzten verwendet werden.

Gilt bis längstens: 31. März 2021

Substitutionstherapie: Erleichterungen während Corona-Pandemie

Die Substitutionstherapie wird während der Coronavirus-Pandemie erleichtert. Substituierende Ärzte haben die Möglichkeit, bei der Behandlung von Opioidabhängigen von den Vorgaben der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung abzuweichen.

Sie dürfen jetzt beispielsweise mehr Patienten behandeln als bisher und können Substitutionsmittel in einer Menge verschreiben, die für bis zu sieben aufeinanderfolgende Tage benötigt wird. Folgerezepte können Ärzte auch ohne persönlichen Konsultation ausstellen. Sollte eine Einnahme des Medikaments unter Beobachtung von medizinischen, pharmazeutischen oder pflegerischem Personal nicht möglich sein, können Ärzte diese Aufgabe auch anderem Personal übertragen.

Gilt bis: 31. März 2021

Therapiegespräch zur substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger per Video

Das therapeutische Gespräch zur Substitutionsbehandlung ist weiterhin während der Corona-Pandemie achtmal im Behandlungsfall möglich und kann auch im Rahmen einer Videosprechstunde durchgeführt werden. Die Regelung gilt für therapeutische Gespräche, die mindestens zehn Minuten dauern.

Nicht mehr berechnungsfähig ist dagegen der „Zuschlag Therapiegespräch“ (GOP 01952) bei ausschließlich telefonischem Arzt-Patienten-Kontakt ab dem 1. Juli.

Gilt bis: 30. September 2020

U-Untersuchungen: Untersuchungszeiträume ab U6 ausgesetzt

Ärzte können Kinder-Früherkennungsuntersuchungen ab der U6 jetzt auch durchführen und abrechnen, wenn die vorgegebenen Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten überschritten sind.

Die Zeiträume für die Kinder-Früherkennungsuntersuchungen sind in der Kinder-Richtlinie geregelt und entsprechend im EBM festgelegt. KBV und GKV-Spitzenverband haben nun vereinbart, dass diese festen Zeiträume für die U6, U7, U7a, U8 und U9 bis zum 30. September 2020 ausgesetzt werden.

Ziel ist es, nicht unbedingt notwendige Patientenkontakte in den Praxen zu vermeiden. Dadurch sollen die Praxen entlastet und eine zusätzliche Ausbreitung des COVID-19-Virus über die Wartezimmer der Arztpraxen verhindert werden.

Dialyse-Versorgung: Notfallplan in der Coronavirus-Pandemie

Zur Sicherstellung der Versorgung von Dialyse-Patienten haben KBV und GKV-Spitzenverband einen Notfallplan für die Zeit der Coronavirus-Pandemie verabschiedet. Damit werden bisherige Vorgaben teilweise gelockert, sodass die Dialyseeinrichtungen bei Bedarf schnell und unbürokratisch reagieren können, zum Beispiel, wenn Dialyse-Ärzte krankheitsbedingt ausfallen oder ganze Einrichtungen aus Gründen des Infektionsschutzes nicht in dem gewohnten Umfang weiterarbeiten können. In solchen Fällen können Praxen beispielsweise unkompliziert Patienten anderer Praxen übernehmen.

Auch muss im Bedarfsfall reagiert werden, wenn sich Dialyse-Patienten mit dem Virus infiziert haben. So könnte es sinnvoll sein, dass einige Dialysepraxen ausschließlich Patienten versorgen, die sich mit dem Virus angesteckt haben. Durch diese Trennung kann das Infektionsrisiko für alle anderen Dialyse-Patienten verringert werden.

Die Ärzte müssen ihre Kassenärztliche Vereinigung darüber informieren, wenn sie von den Dialyse-Vorgaben abweichen. Die Vereinbarung zu den Notfallmaßnahmen ist vorerst bis zum 30. September 2020 befristet. Außerdem wurden die Zuschlagsziffern für Infektionsdialysen an die Coronavirus-Situation angepasst (siehe Infokasten).

Zuschlagsziffer zu Infektionsdialysen

Die Kostenpauschalen sind bis zum 30. September 2020 nun ausdrücklich auch bei Quarantäne-Patienten und bei Kontaktpersonen der Kategorie I des Robert Koch-Institutes berechnungsfähig:

  • GOP 40835: Zuschlag zu der Kostenpauschale 40816, 40823 oder 40825 für die Infektionsdialyse und
  • GOP 40836: Zuschlag zu der Kostenpauschale 40815, 40817, 40818, 40819, 40824, 40826 bis 40828 für die Infektionsdialyse

Fortbildungen: Nachweispflicht

Nachweispflicht für Fortbildung um ein Quartal verlängert

Die Frist für den Nachweis der fachlichen Fortbildung wird für Ärzte und Psychotherapeuten aufgrund der Coronavirus-Pandemie um ein Quartal verlängert. Das Bundesministerium für Gesundheit hat einer entsprechenden Anfrage der KBV zugestimmt.

Die Verlängerung der Nachweispflicht zur fachlichen Fortbildung nach Paragraf 95d SGB V gilt auch für Ärzte und Psychotherapeuten, die bereits mit Honorarkürzungen und Auflagen zum Nachholen der Fortbildungen innerhalb von zwei Jahren belegt wurden.

Vertragsärzte und -psychotherapeuten sind gesetzlich verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren mindestens 250 Fortbildungspunkte bei ihrer jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung nachzuweisen. Wird der Fortbildungsnachweis nicht erbracht, drohen gesetzlich vorgesehene Sanktionen, beispielsweise Honorarkürzungen.

Derzeit fallen aufgrund der Corona-Pandemie unter anderem Fortbildungsveranstaltungen, Kongresse und Qualitätszirkelsitzungen aus und ein kontinuierliches Sammeln der Fortbildungspunkte durch Präsentveranstaltungen ist nicht möglich. Daher hatte sich die KBV für eine Verlängerung der Nachweisfrist eingesetzt.

Diese Regelung gilt vom 1. April bis 30. September 2020.

QS-Maßnahmen: Aussetzen möglich

Umgang mit QS-Anforderungen

Angesichts der Coronavirus-Krise haben sich die Partner des Bundesmantelvertrages auf einen sachgerechten Umgang mit den aktuellen Schwierigkeiten bei der Erfüllung der QS-Anforderungen verständigt.

Danach hat die KVWL die Möglichkeit, Maßnahmen zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der fachlichen Befähigung sowie Maßnahmen zur Prozess- und Ergebnisqualität begründet auszusetzen, von diesen abzuweichen oder zu modifizieren. Konkret berücksichtigt werden dabei bspw. spezifische Fortbildungsmaßnahmen, Mindest­zah­len/-fort­bildungs­nachweise, Dokumentationsanforderungen und -prüfungen durch Stichproben.

Zu den jeweiligen Maßnahmenumsetzungen wird die KVWL Ihre Mitglieder separat anschreiben und informieren.

Die neue Übergangsregelung ist befristet bis zu einer Aufhebung der epidemischen Lage mit nationaler Tragweite durch den Deutschen Bundestag, längstens jedoch bis zum 31. März 2021.

Qualitätssicherung: Sektorenübergreifend

Sektorenübergreifende Qualitätssicherung: Ausnahmen zu QS-Anforderungen des G-BA aufgrund von COVID-19

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat aufgrund der aktuellen Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie und des dadurch eingeschränkten Praxis- und Krankenhausbetriebes eine vorübergehende Ausnahmeregelung für die sektorenübergreifende Qualitätssicherung (DeQS-RL) beschlossen. Vertragsärzte sind bei den Verfahren Perkutane Koronarintervention/-angiografie (QS PCI), nosokomiale Infektionen: postoperative Wundinfektionen (QS WI) und Nierenersatztherapie (QS NET) betroffen.

Stellungnahmeverfahren werden befristet ausgesetzt

Befristet bis zum 31. Oktober 2020 werden für alle Verfahren der DeQS-RL die sogenannten Stellungnahmeverfahren nach § 17 Absatz 2 der DeQS-RL ausgesetzt. Mit diesen sollen rechnerische Auffälligkeiten aus der QS-Datenerhebung des Erfassungsjahres 2019 geklärt werden. Zunächst wurde als neue Frist die Durchführung der Stellungnahmen bis zum 31. März 2021 vereinbart. Bei weiter anhaltenden Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie kann zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Fristverlängerung beziehungsweise ein grundsätzliches Aussetzen des Stellungnahmeverfahrens zu den QS-Daten aus dem Erfassungsjahr 2019 beraten werden.

Im Detail betrifft die befristete Aussetzung des Stellungnahmeverfahrens folgende Verfahren:

  1. Ergebnisse des QS-Verfahrens PCI und Koronarangiographie für das gesamte Erfassungsjahr 2019
  2. Ergebnisse der Einrichtungsbefragung (QS WI) zum Erfassungsjahr 2019

Aussetzung von Datenlieferungen für 2020

Die Verpflichtung der Vertragsärzte zur unterjährigen, quartalsweisen Datenlieferung jeweils zum 15. Mai, 15. August und 15. November wird für das Erfassungsjahr 2020 ausgesetzt. Diese Regelung gilt für die beteiligten Vertragsärzte der Verfahren QS PCI und QS NET (siehe jeweils § 16 Absatz 1 der Themenspezifischen Bestimmungen für die Verfahren).

Für das Verfahren QS WI hat diese Anpassung bislang keine Relevanz, da für die Vertragsärzte in diesem Verfahren keine Verpflichtung zu einer kontinuierlichen Datenerhebung besteht. Bei weiter anhaltenden Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie können zu einem späteren Zeitpunkt weitere Regelungen – wie das Aussetzen der retrospektiven Einrichtungsbefragung 2020 – beraten werden.

Erklärung des G-BA

In seiner Erklärung stellt der G-BA fest, dass eine vollständige Erfüllung von Qualitätsanforderungen und Dokumentationspflichten unter diesen besonderen Umständen nicht immer im vollen Umfang gewährleistet werden kann. Ergänzend sichert der G-BA zu, dass durch die hier beschlossenen Aussetzungen oder durch die Nichterfüllung von Qualitätsanforderungen beziehungsweise Datenübermittlungspflichten auch nach Aufhebung der Ausnahmeregelungen zum Ende des Jahres 2020 keine Nachteile für die Vertragsärzte entstehen sollen.

Zeitnah sollen bei Bedarf für etwaige Folgeproblematiken ergänzende Lösungen gefunden werden, beispielsweise für die Bewertung von Qualitätssicherungsergebnissen aus dem Jahr 2020.

Den Beschluss finden Sie auf der Internetseite des G-BA unter:

DMP-Patienten: Ausfall von Kontrolluntersuchungen und Schulungen

DMP-Ausnahmeregelung wegen COVID-19-Pandemie

Chronisch kranke Menschen fallen in die Hochrisikogruppe von COVID-19. Um diese Patienten, durch ausschließlich notfallbegründete Praxisbesuche, besonders zu schützen, hat der Gemeinsame Bundesausschuss Änderungen der DMP-A-RL betreffend der verpflichtenden Schulungen und lückenlosen Dokumentationen beschlossen:

  1. Schulungen können im Jahr 2020, sofern endemisch geboten, ausgesetzt werden und führen nicht zum Ausschluss der Patienten aus dem DMP.
  2. Quartalsbezogene Dokumentationen, die Untersuchungen am Patienten erfordern und dessen Daten telemedizinisch nicht erhoben werden können, sind im ersten bis dritten Quartal nicht verpflichtend. Fehlende Dokumentationen führen (in diesem Zeitraum) nicht zum Ausschluss der Patienten aus dem DMP.

Sind Schulungen und Kontrolluntersuchungen nach individueller Abwägung der Risiken im Einzelfall notwendig, können und sollen diese durchgeführt und dokumentiert werden.

Die zuständige Datenstelle DAVASO wurde von der Arbeitsgemeinschaft nach §219 SGB V mit der Aussetzung der Arztreminder, sowie der Beachtung der Regelungen im Fallverlauf, beauftragt.

Den Beschluss des G-BA finden sie hier

DMP-Schulungen per Videosprechstunde und DMP-Dokumentationen

Ergänzend zu den bereits publizierten DMP-Sonderregelungen vom 8. April 2020, möchten wir nun über die mit den Krankenkassen erzielte Ausnahmeregelung betreffend der DMP-Schulungen per Videosprechstunde informieren. Vertraglich vereinbarte DMP-Schulungen sind bis zum 30. September 2020 unter folgenden Voraussetzungen per Videosprechstunde möglich:

  1. Die Schulungen sind zwingend medizinisch notwendig und dulden keinen Aufschub.
  2. Es werden ausschließlich von der KBV zertifizierte Video-Systeme verwendet.
  3. Es darf von der vertraglich vereinbarten Gruppengröße abgewichen werden (Einzelschulungen möglich).
  4. Mit den vereinbarten Vergütungen je Unterrichtseinheit sind alle Kosten abgegolten.

DMP-Folgedokumentationen: Sofern bei der letzten Dokumentation eine Schulung empfohlen wurde und eine Schulung aus gegebenem Anlass nicht stattfinden kann, muss im dafür vorgesehenen Dokumentationsfeld die Ausprägung „war aktuell nicht möglich“ angekreuzt werden.

Sind erforderliche Untersuchungen telemedizinisch durchführbar, können diese auf telemedizinischer Basis dokumentiert werden. Eine telefonische Konsultation ist darin inbegriffen. Auch sind diese im Rahmen von Hausbesuchen möglich. Die festgelegten Mindestintervalle sind dabei weiterhin zu berücksichtigen.

Weiterhin gilt:

  • Fehlende oder verfristete Dokumentationen werden nicht vergütet.
  • Eine telefonische Beratung stellt keine Schulung dar.
  • Im direkten zeitlichen Zusammenhang mit Schulungen und Dokumentationen sind telefonische Kontakte bzw. Kontakte im Rahmen der Videosprechstunde nicht gesondert berechnungsfähig.

Hygienemaßnahmen und Schutzkleidung

Schutzkleidung: Bestellservice

Persönliche Schutzausrüstung (PSA):
Hier können Sie Material bestellen

Schutzmasken - RKI: Mehrfachnutzung möglich

RKI: Mehrfachnutzung von Schutzmasken auch in Praxen möglich

Atemschutzmasken dürfen unter bestimmten Bedingungen mehrfach auch für verschiedene Patienten weiterverwendet werden. Das Robert Koch-Institut hat sein Papier zum ressourcenschonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz und FFP-Masken entsprechend aktualisiert. Damit besteht jetzt auch für das Personal in Arztpraxen die Möglichkeit, eine Schutzmaske mehrmals zu tragen, wenn es an ausreichendem Schutzmaterial fehlt.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte in seinem ursprünglichen Papier vom 13. März bei Lieferengpässen und Knappheit der Atemschutzartikel die Wiederverwendung von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken unter definierten Bedingungen ermöglicht. Allerdings sahen diese Maßnahmen nur eine patientenbezogene Weiterverwendung während einer Schicht durch dasselbe Personal vor und waren damit vor allem für stationäre Einrichtungen und kaum für das ambulante Versorgungssetting relevant.

Dieser Patientenbezug wurde in dem aktualisierten Dokument aufgegeben, sodass eine Weiterverwendung durch dasselbe Personal während einer Schicht auch patientenübergreifend erfolgen kann. Dies ermöglicht es nun auch dem Personal in den Arztpraxen, Atemschutzmasken bei Kontakt mit verschiedenen Patienten innerhalb einer Schicht weiterzuwenden und so bei Knappheit an MNS oder FFP2/3-Masken die Mangelsituation gegebenenfalls etwas zu entschärfen.

Hinweise zur Wiederverwendung

Das RKI-Papier enthält zudem mehrere Hinweise, was bei der Wiederverwendung zu beachten ist. So ist die Maske so abzusetzen, dass hierdurch eine Kontamination vor allem der Innenseite der Maske beziehungsweise des Gesichts verhindert wird, zum Beispiel durch eine vorherige Handschuhdesinfektion. Die Maske sollte außerdem trocken an der Luft und nicht in geschlossenen Behältern zwischengelagert werden.

Weitere Informationen

AU-Bescheinigung: Quarantäne

AU-Bescheinigung bei Quarantäne

Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus wird Betroffenen häufig empfohlen, zu Hause zu bleiben. Die Gesundheitsämter ordnen nicht selten eine Quarantäne von mindestens 14 Tagen an. Auch Arbeitgeber schicken zunehmend Mitarbeiter nach Hause, die unmittelbaren oder mittelbaren Kontakt zu einer infizierten Person hatten. In welchen Fällen Ärzte eine AU-Bescheinigung ausstellen, finden Sie hier.

Grundsätzlich gilt:

  • Ist der Patient krank, weil er zum Beispiel stark hustet oder Fieber hat, kann der Arzt eine AU-Bescheinigung ausstellen.
  • Zeigt der Patient hingegen keine Symptome, kann der Arzt keine AU-Bescheinigung ausstellen. Das gilt auch, wenn der Patient positiv getestet wurde.

AU-Bescheinigung für Patienten, die sich in Quarantäne befinden

Bei Patienten, für die eine Quarantäne aus infektionsschutzrechtlichen Gründen angeordnet wurde, muss im Hinblick auf das Ausstellen einer AU-Bescheinigung zwischen zwei Fällen unterschieden werden:

1. Quarantäne, aber keine Symptome

Für Personen, die sich in einer behördlich angeordneten Quarantäne aufgrund des Coronavirus befinden, aber keine Krankheitssymptome aufweisen, muss der Vertragsarzt auch keine AU-Bescheinigung für den Arbeitgeber ausstellen. Dies gilt auch für positiv auf SARS-CoV-2 getestete Personen, die keine Symptome aufweisen.

In diesem Fall ist die Entgeldfortzahlung durch den Arbeitgeber über die Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz gesichert. Der Patient reicht dazu den behördlichen Bescheid über die Anordnung der Quarantäne beim Arbeitgeber ein. Der Arbeitgeber wiederum kann sich die Lohnfortzahlung über die zuständigen Behörden erstatten lassen. Eine Liste der in dem jeweiligen Bundesland zuständigen Behörden stellt die KBV zusammen mit einer Praxisinformation zum Thema Anspruch auf Entschädigung auf ihrer Internetseite bereit:

Wichtiger Hinweis:

Sobald ein Patient, der bisher symptomfrei war, während der Quarantäne erkrankt, besteht von diesem Zeitpunkt an Arbeitsunfähigkeit. Bei Arbeitsunfähigkeit ist also trotz Quarantäne eine AU-Bescheinigung durch den Arzt erforderlich.

2. Quarantäne und Symptome

Bei einer bestätigten Infektion mit dem Coronavirus und Krankheitssymptomen stellt der behandelnde Vertragsarzt eine AU-Bescheinigung aus. In diesem Fall erfolgt die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, der diese aber nicht vom Bundesland erstattet bekommt.

AU-Bescheinigung für Personen, die mittelbar Kontakt zu einem Verdachtsfall hatten

Immer mehr Arbeitgeber bitten Mitarbeiter, die mittelbar Kontakt zu einem Verdachtsfall hatten, vorsorglich zu Hause zu bleiben. Auch hier gilt: Ist der Betroffene nicht krank, kann der Arzt keine AU-Bescheinigung ausstellen.

Symptomfreiheit: Bescheinigung für Kindern

Klarstellung zur Wiederaufnahme von Kindern nach einer Erkrankung mit COVID-19-Symptomen

Aufgrund zahlreicher Nachfragen von Eltern bei Haus- und Kinderärzten hat das NRW-Familienministerium klargestellt, dass die Verantwortung zur schriftlichen Bescheinigung der Symptomfreiheit ihrer Kinder bei Wiederaufnahme in die KiTa/Tagespflegeeinrichtung grundsätzlich den Eltern obliegt.
Zitat: „Sofern Kinder wegen COVID-19-Krankheitssymptomen nicht betreut wurden oder Kinder aus dem Angebot krankheitsbedingt abgeholt werden mussten, ist vor erneuter Aufnahme der Betreuung eine schriftliche Bestätigung der Eltern, dass die Kinder seit 48 Stunden symptomfrei sind, erforderlich.
Bei begründeten Zweifeln an der Symptomfreiheit kann die Leitung der Einrichtung oder eine Kindertagespflegeperson von den Eltern verlangen, dass das Kind vor der Wiederaufnahme der Kinderärztin oder dem Kinderarzt vorgestellt wird. Den Eltern obliegt die Verantwortung, diese Voraussetzung zu erfüllen. Ein Nachweis muss hierüber nicht erbracht werden. Im Fall einer nachgewiesenen SARS-COV-2-Infektion und in meldepflichtigen Verdachtsfällen nach dem Infektionsschutzgesetz ist weiter eine ärztliche Bestätigung, dass die Weiterverbreitung nicht mehr zu befürchten ist, erforderlich.“

Information für ihre Patienten

Zur weiteren Information und Aufklärung Ihrer Patienten empfehlen wir unter anderem die Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die BZgA betreibt einen eigenen Youtube-Videokanal, der zahlreiche Informationsvideos enthält, die auch für Laien verständlich sind.

Das RKI hält auf seiner Homepage spezielle Praxisplakate bereit, die Reisende in unterschiedlichen Sprachen über das Coronavirus informieren.

Darüber hinaus hat das RKI zwei Patienteninformationen zum Thema Coronavirus und Quarantäne in 14 Sprachen aufgelegt. Patienten und Angehörige erhalten hier wichtige Hinweise insbesondere zur häuslichen Isolierung.

Im Flyer „Häusliche Isolierung bei bestätigter COVID-19-Erkrankung“ wird detailliert auf Hygieneregeln hingewiesen. Zudem geht es darum, wie der Kontakt zu den Angehörigen im Haushalt aussehen sollte. Weitere Abschnitte widmen sich der Abfallentsorgung sowie der Reinigung und der Desinfektion.

Der zweite Flyer "Häusliche Quarantäne: Flyer für Kontaktpersonen" richtet sich an nicht erkrankte Personen, die sich nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Quarantäne befinden. Er enthält Hinweise zur Quarantäne, zur medizinischen Versorgung und Unterstützungsangeboten, zum Beispiel in der Nachbarschaft. Auch Themen wie die seelische Gesundheit werden berührt.

Verlässliche Patienteninfos zu COVID-19

Mit einem neuen Angebot will das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin Bürger dabei unterstützen, im Internet verlässliche und verständliche Informationen zum Coronavirus zu finden. Dafür wird eine entsprechende Übersicht im Patientenportal bereitgestellt. Denn nicht alle Informationen sind ausgewogen und qualitätsgesichert. Zudem ändert sich der wissenschaftliche Kenntnisstand derzeit sehr schnell und es gibt zum Teil widersprüchliche oder falsche Informationen.

Daher wurde unter www.patienten-information.de eine Linksammlung zu Organisationen, Einrichtungen oder externen Websites zusammengestellt, welche seriöse Informationen zum

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat darüber hinaus ein Bürgertelefon zum Coronavirus unter der Nummer 0211 91 19 10 01 geschaltet

Bitte beachten Sie:

Seit dem 27.04.2020 hat die Landesregierung NRW eine Maskenpflicht eingeführt. Diese gilt auch in den Arztpraxen. Die Patienten sind verpflichtet, ihre eigenen Masken mitzubringen. Die Verpflichtung gilt zunächst befristet bis zum 11. August 2020.

SARS-COV-2-Infektion: Vorgehen bei Verdacht

Patienten mit einer leichten COVID-19-Erkrankung können ambulant versorgt werden. Das Flussschema „COVID-19: Maßnahmen und Testkriterien“ des Robert Koch-Institutes (RKI) dient als Orientierungshilfe. Während zu Beginn der Pandemie spezielle Diagnose- und Behandlungszentren eingerichtet wurden, um infektiöse von nicht-infektiösen Patienten zu trennen, findet die Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Symptomen bzw. einem begründeten Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung nun wieder in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte statt.

Wichtig! Zur Sicherheit des Praxisteams sowie anderer Patienten ist es unbedingt notwendig, dass COVID-19-Patienten bzw. Verdachtsfälle sich zunächst telefonisch an ihre Praxis wenden. Die Mitarbeiterinnen besprechen dann mit den Patienten die individuelle Vorgehensweise. Grundsätzlich sollen Patienten mit einem Verdacht auf eine Sars-CoV-2-Infektion nicht unangemeldet in der Praxis erscheinen!

Ärztinnen und Ärzte, die Unterstützung bei der Einrichtung von Praxisabläufen in Pandemie-Zeiten suchen, können sich an den KVWL-Handlungsempfehlungen zur Einrichtung einer Infektionssprechstunde orientieren.

Weitere Informationen für Ärzte und Fachleute

Robert Koch-Institut (RKI)

Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW)

Kassenärztliche Bundesvereinigung

Ärztekammer Westfalen-Lippe

Informationsmaterialien für die Praxis

Weiterführende Links

Übersicht der Kurzberichte