Infos und Kurzberichte

Informationen zum Coronavirus

Die offizielle WHO-Bezeichnung des Virus lautet SARS-CoV-2. Die Erkrankung wird als COVID-19 kodiert. Die zentrale Informationsquelle zum Thema in Deutschland ist das Robert-Koch-Institut (RKI). Da sich das Infektionsgeschehen sehr schnell ändern kann, raten wir dringend dazu, die Veröffentlichungen auf der Homepage des RKI kontinuierlich zu verfolgen.

Zur weiteren Information empfehlen wir zudem die Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter www.infektionsschutz.de.

Die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe nimmt mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu. Die Belastung des Gesundheitswesens hängt maßgeblich von der regionalen Verbreitung der Infektion, den vorhandenen Kapazitäten und den eingeleiteten Gegenmaßnahmen (Isolierung, Quarantäne, soziale Distanzierung) ab und kann örtlich sehr hoch sein.

Im Folgenden haben wir für Sie wichtige Informationen zusammengestellt. Obwohl wir uns bemühen, die Informationen stets aktuell zu halten, müssen wir auch an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass sich die Bewertung der Lage und somit der Stand der Informationen jederzeit ändern kann.

  Wir brauchen Sie!

Sehr geehrte Kollegin,
sehr geehrter Kollege,

die KVWL plant die Einrichtung regionaler Behandlungszentren zur grundlegenden Versorgung von Corona-Infizierten. Für diese Zentren suchen wir dringend Vertragsärztinnen und -ärzte zur Mitarbeit.

Ihr Aufgabengebiet

Die regionalen Behandlungszentren werden bei einer deutlichen Zunahme der Infektionen erste Anlaufstelle für Corona-Infizierte sein, die nicht die Haus- und Facharztpraxen aufsuchen sollen. In den Behandlungszentren sollen – analog zur Versorgung im Notfalldienst – die Schwere der Infektion und der Behandlungsdarf möglicher Begleiterkrankungen eingeschätzt werden. Die Anordnung von häuslicher Quarantäne, die Ausstellung von Rezepten und AU oder die stationäre Einweisung gehören zu den ärztlichen Aufgaben.

Der Einsatz im Behandlungszentrum

Die Behandlungszentren werden – in Kooperation mit den Kommunen – als Eigeneinrichtungen der KVWL geführt. Die KVWL sorgt für die medizinische und technische Ausrüstung sowie für die notwendige Schutzkleidung. Sie werden durch Medizinische Fachangestellte unterstützt. Ihre Einsatzzeiten können wir flexibel planen.

Honorierung

Die KVWL zahlt den eingesetzten Ärztinnen und Ärzten eine Stundenvergütung von 150 Euro. Sie erhalten von der KVWL einen entsprechenden Honorarvertrag.

Medizinische Fachangestellte

Für die Behandlungszentren suchen wir ebenfalls freiwillige Medizinische Fachangestellte. Gerne können Sie interessierte Mitarbeiterinnen aus Ihrer Praxis melden. Die Stundenvergütung für die MFA beträgt – inklusive eines Gefahrenzuschlags – 30 Euro.

Kontakt:

Bei Interesse melden Sie sich bitte unter der Rufnummer

0231 94 32 94 32

oder schreiben Sie uns eine Mail mit Ihren Kontaktdaten (Name, LANR, Mobilnummer):

coronaeinsatz@kvwl.de

Ich bedanke mich schon im Voraus für Ihr Engagement!

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Dr. med. Dirk Spelmeyer
1. Vorsitzender

Informationen für die Praxis

Abrechnung/Kodierung (Stand: 03.04.2020)

Abrechnungsziffer Labore

Aufnahme des Nukleinsäurenachweises für das neuartige Coronavirus in den EBM

Der Bewertungsausschuss hat zum 1. Februar 2020 eine neue Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 zur Abklärung eines Verdachts auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) in den EBM aufgenommen.

Die GOP 32816 ist nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig.

Die GOP 32816 kann nur für die vom RKI definierten Risikogruppen erbracht und berechnet werden. Die Falldefinition des RKI ist zu beachten.

Für die genannten Facharztgruppen ist keine gesonderte Antragstellung für eine Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung von Speziallaborleistungen erforderlich. Die Finanzierung der Leistung nach der GOP 32816 EBM erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen. Für die Diagnostik kann der Veranlasser die Kennnummer 32006 EBM angeben.

Dialyse-Versorgung

Zur Sicherstellung der Versorgung von Dialyse-Patienten haben KBV und GKV-Spitzenverband einen Notfallplan für die Zeit der Coronavirus-Pandemie verabschiedet. Damit werden bisherige Vorgaben teilweise gelockert, sodass die Dialyseeinrichtungen bei Bedarf schnell und unbürokratisch reagieren können, zum Beispiel, wenn Dialyse-Ärzte krankheitsbedingt ausfallen oder ganze Einrichtungen aus Gründen des Infektionsschutzes nicht in dem gewohnten Umfang weiterarbeiten können. In solchen Fällen können Praxen beispielsweise unkompliziert Patienten anderer Praxen übernehmen.

Auch muss im Bedarfsfall reagiert werden, wenn sich Dialyse-Patienten mit dem Virus infiziert haben. So könnte es sinnvoll sein, dass einige Dialysepraxen ausschließlich Patienten versorgen, die sich mit dem Virus angesteckt haben. Durch diese Trennung kann das Infektionsrisiko für alle anderen Dialyse-Patienten verringert werden.

Die Ärzte müssen ihre Kassenärztliche Vereinigung darüber informieren, wenn sie von den Dialyse-Vorgaben abweichen. Die Vereinbarung zu den Notfallmaßnahmen ist vorerst bis zum 30. Juni 2020 befristet. Außerdem wurden die Zuschlagsziffern für Infektionsdialysen an die Coronavirus-Situation angepasst (siehe Infokasten).

Zuschlagsziffer zu Infektionsdialysen

Die Kostenpauschalen sind bis zum 30. Juni nun ausdrücklich auch bei Quarantäne-Patienten und bei Kontaktpersonen der Kategorie I des Robert Koch-Institutes berechnungsfähig:

  • GOP 40835: Zuschlag zu der Kostenpauschale 40816, 40823 oder 40825 für die Infektionsdialyse und
  • GOP 40836: Zuschlag zu der Kostenpauschale 40815, 40817, 40818, 40819, 40824, 40826 bis 40828 für die Infektionsdialyse

Empfehlung zum Kodieren

Kodierung im Zusammenhang mit Covid-19 ab 1. April 2020

Für die Kodierung von SARS-CoV-2 in der Abrechnung und auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gibt es eigene Sekundäre Diagnoseschlüssel: U07.1 ! für COVID-19-Fälle, bei denen das Virus labordiagnostisch nachgewiesen wurde; und U07.2 ! neu ab 1. April.

Mit dem Sekundärkode U07.2 ! werden ab dem zweiten Quartal die „Verdachtsfälle“ kodiert, bei denen eine klinisch-epidemiologische COVID-19-Infektion diagnostiziert wurde, die durch einen Labortest nicht nachgewiesen werden konnte. Das hat die Weltgesundheitsorganisation festgelegt, um die Fälle besser unterscheiden zu können. 

Kein „!“ beim Kodieren

Bei beiden COVID-19-Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um sogenannte Sekundärkodes, also Ausrufezeichenkodes (!). Damit ist geregelt, dass diese Sekundärkodes ausschließlich eine ergänzende Information enthalten und mit mindestens einem weiteren Primärkode kombiniert werden müssen. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben.

Kodes ab 1. April

  • U07.1 COVID-19, Virus nachgewiesen: ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 durch einen Labortest nachgewiesen wurde.
  • U07.2 COVID-19, Virus nicht nachgewiesen: ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 nicht durch einen Labortest nachgewiesen werden konnte, die Infektion jedoch nach den Kriterien des Robert Koch-Institutes (RKI) vorliegt.

Nur Zusatzkennzeichen „G“

Diese Sekundärkodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind (z. B. ausschließlich vermuteter Kontakt mit einem COVID-19-Infizierten) oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

Anpassung in der Praxisverwaltungssoftware erforderlich

Die Kodes können erst dann in der Praxissoftware kodiert werden, wenn dort die entsprechend angepasste Version der ICD-10-GM hinterlegt ist. Die KBV hat diese zur Verfügung gestellt. Sollte die Kodierung nicht möglich sein, wenden Sie sich bitte an Ihren PVS-Hersteller.

Wichtig für die Eingabe in das Praxisverwaltungssystem

SZENARIO 1: Labortest positiv bei akutem klinischen Bild einer COVID-19-Infektion

Sie verschlüsseln die Erkrankung beziehungsweise Symptome und geben zusätzlich den Sekundärkode U07.1 G an.

Beispiel: Ein Patient klagt über Fieber, Husten und allgemeines Krankheitsgefühl. Aus der Anamnese geht hervor, dass er innerhalb der letzten 14 Tage vor Erkrankungsbeginn Kontakt zu einer Person mit nachgewiesener COVID-19-Infektion hatte. Eine labordiagnostische Untersuchung hat den Nachweis des COVID-19-Virus ergeben.

Diagnosen:

  • J06.9 G Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet
  • U07.1 G COVID-19, Virus nachgewiesen

Hinweis: Die zusätzliche epidemiologische Bestätigung der Infektion ist für die Kodierung nicht relevant.

SZENARIO 2: Labortest negativ oder Test nicht möglich bei akutem klinischen Bild einer COVID-19-Infektion

Sie prüfen, ob ein epidemischer Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion nach den Kriterien des RKI vorliegt und gehen dann wie folgt vor:

A. Epidemiologische Bestätigung einer Infektion liegt vor

Sie verschlüsseln die Erkrankung beziehungsweise Symptome und geben zusätzlich den Sekundärkode U07.2 G an.

Beispiel: Bei einem Patienten besteht klinisch und röntgenologisch eine Pneumonie. In seiner Pflegeinrichtung kam es innerhalb der letzten 14 Tage gehäuft zum Auftreten von Lungenentzündungen, wobei ein epidemischer Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion wahrscheinlich ist. Der COVID-19-Labortest fällt negativ aus.

Diagnosen:

  • J12.8 G Pneumonie durch sonstige Viren
  • U07.2 G COVID-19, Virus nicht nachgewiesen

Bei nachgewiesener COVID-19-Erkrankung (der Labortest wird wiederholt und fällt positiv aus) verwenden Sie den Sekundärkode U07.1 G:

  • J12.8 G Pneumonie durch sonstige Viren
  • U07.1 G COVID-19, Virus nachgewiesen

B. Epidemiologische Bestätigung einer Infektion liegt nicht vor

Sie verschlüsseln ausschließlich die Erkrankung beziehungsweise die Symptome.

Beispiel: Ein Patient klagt über Fieber, Husten und allgemeines Krankheitsgefühl. Es finden sich keine Nachweise eines epidemiologischen Zusammenhanges mit einer COVID-19-Infektion. Ein Labortest wird nicht veranlasst.

Diagnose: J06.9 G Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet

Hinweis: Auch bei einer mittels negativem Labortest ausgeschlossenen COVID-19-Erkrankung ändert sich die Kodierung hier nicht. Weder der Sekundärkode U07.1 noch U07.2 sind anzugeben, da die Kriterien des RKI nicht vorliegen.

Kennzeichnung des Falles

Symbolnummer (SNR) zur Kennzeichnung

Für die Kennzeichnung von Leistungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt es seit 1. April ein neues Verfahren. Damit werden weiterhin alle diese Leistungen von den Krankenkassen zusätzlich bezahlt.

Die Kennzeichnung erfolgt wie bisher mit der SNR 88240. Neu seit Quartalsbeginn ist: Der Arzt dokumentiert die SNR 88240 an allen Tagen, an denen er den Patienten wegen des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus behandelt. Dann bekommt er alle an diesen Tagen für den Patienten abgerechneten Leistungen in voller Höhe extrabudgetär vergütet.

Auch Versicherten- und Grundpauschale extrabudgetär

Ebenfalls extrabudgetär bezahlt wird die in diesem Quartal abgerechnete Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale, auch wenn sie nicht an diesem gekennzeichneten Tagen abgerechnet wurde. Dasselbe gilt für die Zusatzpauschale für Pneumologie (GOP 04530 und 13650) und die Zusatzpauschale fachinternistische Behandlung (GOP 13250). Auch diese Pauschalen werden von den Krankenkassen extra vergütet.

Bereits seit 1. Februar werden alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion erforderlich sind, in voller Höhe extrabudgetär bezahlt.

Kennzeichnung mit 88240: Diese Leistungen werden extrabudgetär vergütet

Der Arzt dokumentiert die SNR 88240 an allen Tagen, an denen er den Patienten wegen des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus behandelt. Dann bekommt er Folgendes extrabudgetär bezahlt:

  • alle Leistungen, die er an diesen Tagen für den Patienten durchführt
  • die Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale, auch wenn sie nicht an diesen gekennzeichneten Tagen abgerechnet wurde
  • die Zusatzpauschale für Pneumologie (GOP 04530 und 13650), auch wenn sie nicht an diesen gekennzeichneten Tagen abgerechnet wurde
  • die Zusatzpauschale fachinternistische Behandlung (GOP 13250), auch wenn sie nicht an diesen gekennzeichneten Tagen abgerechnet wurde.

U-Untersuchungen

Ärzte können Kinder-Früherkennungsuntersuchungen ab der U6 jetzt auch durchführen und abrechnen, wenn die vorgegebenen Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten überschritten sind.

Die Zeiträume für die Kinder-Früherkennungsuntersuchungen sind in der Kinder-Richtlinie geregelt und entsprechend im EBM festgelegt. KBV und GKV-Spitzenverband haben nun vereinbart, dass diese festen Zeiträume für die U6, U7, U7a, U8 und U9 bis zum 30. September 2020 ausgesetzt werden.

Ziel ist es, nicht unbedingt notwendige Patientenkontakte in den Praxen zu vermeiden. Dadurch sollen die Praxen entlastet und eine zusätzliche Ausbreitung des COVID-19-Virus über die Wartezimmer der Arztpraxen verhindert werden.

Stabile Honorare

Aus gegebenem Anlass möchten wir darauf hinweisen, dass die Honorar-Abschlagszahlungen sowie die Honorar-Restzahlung wie gewohnt — pünktlich und in voller Höhe — durchgeführt werden. Darüber hinaus verhandelt die KVWL aktuell mit den Krankenkassen, um das Honorar auch zukünftig trotz der Krise stabil zu halten.

Anpassung Praxisbetrieb (Stand: 25.03.2020)

Handlungsempfehlungen für die Praxis zum sinnvoll machbaren Minimum reduzierter Patientenbetreuung bei gleichzeitiger maximalen Sicherheit für das gesamte Praxisteam und die Patienten:

Die unmittelbaren Arzt-Patienten-Kontakte sollen — soweit medizinisch vertretbar — reduziert und die Patienten primär telefonisch oder in getrennten Sonder-Sprechstunden betreut werden. Ausschließlich dringende Patientenkontakte sollten persönlich stattfinden. Termine, die in der aktuellen Situation nicht mit oberster Priorität abgearbeitet werden müssen, sind zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen, Schulungen und Beratungen im Rahmen von DMP, Gesundheitschecks etc.

Ein paar praktische Tipps zur Risikominimierung in der Praxis:

  • Bilden Sie feste Teams. Diese Maßnahme reduziert die Wahrscheinlichkeit eines Komplettausfalls der gesamten Praxis im Falle eines Kontaktes mit SARS-CoV-2-Patienten.
  • Mindestabstand 1,5m — an der Anmeldung, im Wartezimmer und im Sprech-/Untersuchungszimmer
  • Patienten nur in geringer Anzahl in der Praxis warten lassen, alternativ: Warten im Auto und Aufruf per Handy („Autowartezimmer“)
  • Umfangreiche Telefonsprechstunde/Videosprechstunde statt Präsenzpraxis
  • Infekte separat auf die Randzeiten legen
  • Wenn die räumlichen Möglichkeiten vorhanden sind, sollten Sie Patienten mit einem hohen persönlichen Risiko (hohes Lebensalter, multimorbid etc.) frühzeitig selektieren und getrennt bzw. in größerem Abstand warten lassen.

Neue RKI-Empfehlungen für Praxen

Praxen stehen aktuell auch beim Personaleinsatz vor großen Herausforderungen. Einzelne Mitarbeitende müssen eventuell in Quarantäne, gleichzeitig wird jede Arbeitskraft benötigt. Neue Empfehlungen des Robert Koch-Institutes sollen in diesem Spannungsfeld beim Personalmanagement helfen – und sehen mehr Flexibilität vor. Eine neue Infografik des Robert Koch-Institutes stellt anschaulich dar, wie eine Praxis vorgehen soll, wenn medizinisches Personal Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatte. Auf einer extra Seite wird das flexiblere Vorgehen bei Personalmangel abgebildet.

Auch empfiehlt das Robert Koch-Institut Praxen mit Personalmangel eine flexiblere Handhabung bei der sogenannten Kontaktpersonennachverfolgung: Es geht darum, sowohl den Infektionsschutz durch einen adäquaten Umgang mit Kontaktpersonen weiterhin zu gewährleisten als auch die medizinische Versorgung bei einem möglichen Personalmangel zu sichern.

Handlungsoptionen des RKI für den weiteren Einsatz des Personals

Die Hinweise des RKI kommen bei Personalmangel insbesondere unter folgenden Umständen in Frage:

  • Exposition: Kategorie Ia

Medizinisches Personal mit hohem Expositionsrisiko, zum Beispiel ungeschützte relevante Exposition zu Sekreten, Exposition gegenüber Aerosolen von COVID-19-Fällen (z.B. im Rahmen von Bronchoskopie)

  • Exposition: Kategorie Ib

Medizinisches Personal mit begrenztem Expositionsrisiko, zum Beispiel medizinisches Personal mit Kontakt unter 2 Metern zu COVID-19-Fällen ohne Schutzausrüstung, ≥15 Minuten face-to-face Kontakt (ohne Exposition wie unter Ia beschrieben); grundsätzlich gilt: je länger und enger der Kontakt, desto höher das Risiko.

  • Medizinisches Personal mit Erkältungssymptomen
  • SARS-CoV-2-positives medizinisches Personal

Exponiertes medizinisches Personal kann demnach bei Personalmangel unter Beachtung der hygienischen Voraussetzungen weiterarbeiten:

  • bei der Konstellation Ia nach 7-tägiger häuslicher Absonderung und Symptomfreiheit (mit Mund-Nasen-Schutz)
  • bei der Konstellation Ib bei Symptomfreiheit (mit Mund-Nasen-Schutz)

Besonders zwei Prinzipien sind bei Einsatz medizinischen Personals unter den dargestellten Fallkonstellationen besonders zu beachten:

  • Medizinisches Personal mit Krankheitssymptomen muss umgehend getestet werden
  • Positiv getestetes medizinisches Personal darf nur in absoluten Ausnahmefällen weiterarbeiten und darf dann ausschließlich COVID-19-Patienten versorgen. Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Versorgung von Nicht-COVID-19-Patienten ist Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden und 2 negative SARS-CoV-2-Tests im Abstand von 24 Stunden.

Die detaillierten Handlungsoptionen des RKI für den weiteren Einsatz des Personals bei diesen Konstellationen finden sich unter:

Arbeitsunfähigkeit (Stand: 24.03.2020)

AU-Bescheinigung per Telefon

Ab sofort können Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit (AU) bis maximal 14 Tage ausgestellt bekommen. Diese Regelung gilt für Patienten, die an leichten Erkrankungen der oberen Atemwege erkrankt sind.

Neu neben der längeren Dauer von bis zu 14 Tagen ist, dass unter die Regelung auch Patienten fallen, bei denen ein Infektionsverdacht besteht. Voraussetzung ist immer, dass es sich um leichte Beschwerden der oberen Atemwege handelt. Damit können Patienten im Verdachtsfall zu Hause bleiben und müssen nicht wegen der bloßen Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit extra in die Praxis kommen. Gleichzeitig soll das Risiko für eine Ausbreitung des Virus reduziert werden.

Die Vereinbarung gilt bis zum 23. Juni 2020.

Auf einen Blick:

Bis zu 14 Tage: Eine AU nach telefonischer Anamnese kann für bis zu zwei Wochen ausgestellt und per Post zugesandt werden.

Nur bei diesen Patienten:

  • Patienten mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die eine leichte Symptomatik zeigen
  • Patienten mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die eine leichte Symptomatik zeigen, und bei denen außerdem ein Verdacht besteht, dass sie mit dem Virus infiziert sein könnten

AU bei Verdacht: Liegt ein begründetet Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus vor, informiert der Arzt den Patienten darüber, wo er sich testen lassen kann. In einigen Bereichen benötigen Patienten für die Untersuchung eine Überweisung (Muster 10). In diesen Fällen schickt der Arzt die Überweisung zusammen mit der AU-Bescheinigung an den Patienten. Da es ein begründeter Verdacht ist, meldet der Arzt den Fall dem Gesundheitsamt. Den Patienten verpflichtet er, Verhaltensregeln einzuhalten und unverzüglich einen Arzt zu kontaktieren, falls sich sein Gesundheitszustand verschlechtert.

Abrechnung

  • Versicherten- bzw. Grundpauschale plus GOP 40122 für das Porto (0,90 Euro): Der Patient war in dem Quartal mindestens einmal in der Praxis oder hatte einen Arzt-Kontakt per Videosprechstunde
  • GOP 01435 (88 Punkte / 9,67 Euro) plus GOP 40122 für das Porto (0,90 Euro): Der Patient war in dem Quartal weder in der Praxis noch in einer Videosprechstunde

Verwendung der eGK

Auch für die telefonische AU-Bescheinigung benötigen Ärzte für die Abrechnung die Versichertenstammdaten des Patienten. Hierbei gibt es folgende drei Konstellation:

  • Der Patient war in dem Quartal in der Praxis, die elektronische Gesundheitskarte wurde eingelesen: Die Versichertendaten liegen bereits vor.
  • Der Patient ist der Praxis bekannt, war in dem Quartal aber nicht da: Die Praxis übernimmt die Versichertendaten aus der Patientenakte.
  • Der Patient ist unbekannt, er war noch nicht in der Praxis. Das Praxispersonal erfragt am Telefon die Versichertendaten und pflegt sie händisch ein:
    • Name des Versicherten
    • Wohnort des Versicherten (PLZ)
    • Geburtsdatum des Versicherten
    • Krankenkasse
    • Versichertenart (Mitglied, Familienversichert, Rentner)

Alle Regelungen gelten auch für die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes (Muster 21).

Quelle: KBV

AU-Bescheinigung bei Quarantäne

Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus wird Betroffenen häufig empfohlen, zu Hause zu bleiben. Die Gesundheitsämter ordnen nicht selten eine Quarantäne von mindestens 14 Tagen an. Auch Arbeitgeber schicken zunehmend Mitarbeiter nach Hause, die unmittelbaren oder mittelbaren Kontakt zu einer infizierten Person hatten. In welchen Fällen Ärzte eine AU-Bescheinigung ausstellen, finden Sie hier.

Grundsätzlich gilt:

  • Ist der Patient krank, weil er zum Beispiel stark hustet oder Fieber hat, kann der Arzt eine AU-Bescheinigung ausstellen.
  • Zeigt der Patient hingegen keine Symptome, kann der Arzt keine AU-Bescheinigung ausstellen. Das gilt auch, wenn der Patient positiv getestet wurde.

AU-Bescheinigung für Patienten, die sich in Quarantäne befinden

Bei Patienten, für die eine Quarantäne aus infektionsschutzrechtlichen Gründen angeordnet wurde, muss im Hinblick auf das Ausstellen einer AU-Bescheinigung zwischen zwei Fällen unterschieden werden:

1. Quarantäne, aber keine Symptome

Für Personen, die sich in einer behördlich angeordneten Quarantäne aufgrund des Coronavirus befinden, aber keine Krankheitssymptome aufweisen, muss der Vertragsarzt auch keine AU-Bescheinigung für den Arbeitgeber ausstellen. Dies gilt auch für positiv auf SARS-CoV-2 getestete Personen, die keine Symptome aufweisen.

In diesem Fall ist die Entgeldfortzahlung durch den Arbeitgeber über die Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz gesichert. Der Patient reicht dazu den behördlichen Bescheid über die Anordnung der Quarantäne beim Arbeitgeber ein. Der Arbeitgeber wiederum kann sich die Lohnfortzahlung über die zuständigen Behörden erstatten lassen. Eine Liste der in dem jeweiligen Bundesland zuständigen Behörden stellt die KBV zusammen mit einer Praxisinformation zum Thema Anspruch auf Entschädigung auf ihrer Internetseite bereit:

Wichtiger Hinweis:

Sobald ein Patient, der bisher symptomfrei war, während der Quarantäne erkrankt, besteht von diesem Zeitpunkt an Arbeitsunfähigkeit. Bei Arbeitsunfähigkeit ist also trotz Quarantäne eine AU-Bescheinigung durch den Arzt erforderlich.

2. Quarantäne und Symptome

Bei einer bestätigten Infektion mit dem Coronavirus und Krankheitssymptomen stellt der behandelnde Vertragsarzt eine AU-Bescheinigung aus. In diesem Fall erfolgt die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, der diese aber nicht vom Bundesland erstattet bekommt.

AU-Bescheinigung für Personen, die mittelbar Kontakt zu einem Verdachtsfall hatten

Immer mehr Arbeitgeber bitten Mitarbeiter, die mittelbar Kontakt zu einem Verdachtsfall hatten, vorsorglich zu Hause zu bleiben. Auch hier gilt: Ist der Betroffene nicht krank, kann der Arzt keine AU-Bescheinigung ausstellen.

Berufshaftpflichtversicherung (Stand: 10.03.2020)

SARS-CoV-2 und Berufshaftpflichtversicherung

Angesichts der Ausbreitung von COVID-19 haben zahlreiche Ärztinnen und Ärzte ihre Bereitschaft erklärt, z. B. in einem Diagnosezentrum oder unterstützend in der Beratung von Patienten zu arbeiten.

Die Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine (DÄV) hat jedoch der Ärztekammer Westfalen-Lippe sehr schnell und unbürokratisch eine umfassende Deckungszusage für die bereits bei ihr versicherten Ärztinnen und Ärzte gemacht:

Für Ärztinnen und Ärzte, die bereits über Versicherungsschutz der DÄV verfügen, gilt:

  • Setzt ein niedergelassener Arzt, der mit seinem medizinischen Personal unter Quarantäne gestellt wurde, in seiner Praxis einen Vertreter oder anderweitiges medizinisches Personal ein, besteht für Vertreter und anderweitiges medizinisches Personal Versicherungsschutz innerhalb einer Berufshaftpflichtversicherung des niedergelassenen Arztes bei der Deutschen Ärzteversicherung Allgemeine.
  • Sollte dieser Versicherungsschutz des Praxisvertreters aus der Versicherung des Praxisinhabers nicht ausreichen, besteht Versicherungsschutz über jedweden Arzthaftpflichtvertrag des Vertreters bei der Deutschen Ärzteversicherung Allgemeine. Dies ist auch der Fall, wenn der Vertreter als Arzt im Ruhestand eine ausschließliche Absicherung des sog. Restrisikos vereinbart hat.
  • Ein solcher Versicherungsschutz gilt ebenso für unterstützende Maßnahmen außerhalb von Praxen, also beispielsweise bei medizinischen Beratungen (auch telefonisch oder per Video-Chat) oder Probenentnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2.

Ärzte erhalten auf Wunsch eine entsprechende Versicherungsbetätigung ausgestellt, wobei diese Regelung auch ohne explizite Bestätigung für alle bei der Deutschen Ärzteversicherung Allgemeine versicherten Ärzte gilt.

Ärztinnen und Ärzten ohne ärztliche Tätigkeit gibt eine „Restrisikoversicherung“ der DÄV für rund 80 Euro Jahresbeitrag den erforderlichen Haftpflichtschutz. Bei Neuabschluss einer Versicherung gibt es keine Wartezeiten und keine Einschränkungen, die Absicherung gilt ab dem ersten Tag der Versicherung.

Weitere Informationen zu bestehendem Versicherungsschutz und den Möglichkeiten eines Versicherungs-Neuabschlusses gibt das Service-Team der Deutschen Ärzteversicherung, Tel.0221 148-23087, Mail service@aerzteversicherung.de.

Ärztinnen und Ärzten, die nicht über die DÄV, sondern einen anderen Versicherer berufshaftpflichtversichert sind, empfiehlt die Ärztekammer Westfalen-Lippe:

  • Wenn Sie in einer Abstrichstelle zum Einsatz kommen (sollten) und die sog. Staatshaftung nicht festgestellt ist, sprechen Sie mit Ihrem Haftpflichtversicherer, ob er hierfür eine Deckungszusage macht.
  • Verweisen Sie dabei ggf. auf die Zusagen der DÄV für deren Versicherte.

Quelle: Ärztekammer

Ermächtigte Ärzte (Stand: 25.03.2020)

Vorübergehende Änderung für ermächtigte Ärzte

Aufgrund der Corona-Krise wird es ab dem 01.04.2020 zu einer vorübergehenden Änderung für ermächtigte Ärzte kommen:

Ermächtigte Ärzte, die aufgrund ihrer Ermächtigung nur auf Überweisung hin tätig werden dürfen, können auch ohne Überweisung tätig werden, sofern der Patient (in vergangenen Quartalen) bereits von dem ermächtigten Arzt behandelt wurde.

Diese Regelung betrifft nicht die in § 13 Absatz 4 Bundesmantelvertrag-Ärzte genannten Ärzte.

Über Änderungen dieser Vorgehensweise werden wir Sie auf diesem Wege informieren.

Finanzhilfen (Stand: 30.03.2020)

Entschädigungsregelung

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat einige Hinweise zu Entschädigungsansprüchen für den Fall zusammengefasst, dass die Praxistätigkeit vorübergehend untersagt wird bzw. der Praxisinhaber und/oder angestellte Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt werden.

Schutzschirm für Praxen

Schutzschirm für Praxen beschlossen

Das Gesetz zum Ausgleich COVID-19 bedingter finanzieller Belastungen der Krankenhäuser und weiterer Gesundheitseinrichtungen (COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz) hat den Bundesrat passiert. Wie bereits angekündigt enthält es unter anderem Umsatzgarantien für Praxen niedergelassener Vertragsärzte und -psychotherapeuten.

Die Detailregelungen des Gesetzes sind jedoch nicht eindeutig gefasst und interpretationsbedürftig. Daher hat der KVWL-Vorstand Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gebeten, schnellstmöglich per Rechtsverordnung Klarheit zu schaffen. Sobald weitere Details feststehen, werden wir Sie umgehend darüber informieren.

Hygiene- und Schutzmaterial (Stand: 25.03.2020)

Die Ressourcen an persönlicher Schutzausrüstung (PSA) sind gering und schnell verbraucht. Darüber hinaus bestehen nach wie vor weltweit Lieferengpässe bei der Schutzkleidung für medizinisches Personal. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Bund versuchen, Nachschub zu bekommen. Erste Teillieferungen sind nun auch bei der KVWL eingetroffen und werden umgehend verschickt. Weitere Lieferungen sind angekündigt. Daher sind wir zuversichtlich, bis zum Ende der 13. KW zahlreiche Praxen mit einer ersten PSA-Grundausstattung beliefern zu können. Bitte sorgen Sie dafür, dass Pakete, die an Ihre Praxisadresse geschickt werden, ggfs. auch samstags zugestellt werden können. Derzeit werden alle gelieferten Schutzmaterialien unmittelbar weiterverteilt, so dass die KVWL im Moment leider noch keine Bestellmöglichkeit anbieten kann.

Darüber hinaus versucht die KVWL auch weiterhin selbst auf allen Ebenen und über alle verfügbaren Kanäle Schutzmasken, -brillen und -kittel sowie Desinfektionsmittel zu beschaffen. Wir wissen um den aktuell sehr großen Bedarf aller niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte hinsichtlich der Ausstattung mit Schutzkleidung und versuchen daher mit allen verfügbaren Mitteln, Sie und Ihr Praxisteam beim Eigenschutz zu unterstützen!

Labortest (Stand: 27.03.2020)

RKI veröffentlicht neue Kriterien zur Testung

Das Robert Koch-Institut hat seine Kriterien zur Verdachtsabklärung angepasst. Danach sollen nur Personen mit Symptomen auf das Coronavirus getestet werden, insbesondere solche, die zu einer Risikogruppe gehören.

Zu den Fällen, die weiterhin labordiagnostisch abgeklärt werden, gehören Personen mit akuten respiratorischen Symptomen, die in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten. Der Aufenthalt in einem Risikogebiet spielt dabei keine Rolle mehr.

Ferner soll ein Test erfolgen, wenn es klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie gibt.

Test für symptomatische Praxismitarbeiter

In den Empfehlungen werden jetzt auch Beschäftigte in Arztpraxen, im Pflegebereich und Krankenhaus besonders berücksichtigt. Dort Tätige müssen bei akuten respiratorischen Symptomen auf das SARS-CoV-2 getestet werden.

Die klinisch-epidemiologischen Kriterien sind in dem Flussschema „COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen“ des Robert Koch-Institutes (RKI) aufgeführt:

Das Schema beschreibt Schritt für Schritt, wie Ärzte vorgehen sollen – vom Erstkontakt bis ambulanten beziehungsweise stationären Behandlung. Es dient als Orientierungshilfe.

RKI-Kriterien für die Testung auf SARS-CoV-2

Egal, ob der Patient einen Arzt per Video oder Telefon konsultiert oder in die Praxis kommt, eine der häufigsten Fragen ist: Wer wird getestet? Die Entscheidung trifft der Arzt auf Basis der Kriterien des Robert Koch-Institutes (RKI). Danach sollte eine Testung nur bei Vorliegen von Krankheitssymptomen erfolgen und zwar in diesen Fällen:

  1. Akute respiratorische Symptome und Kontakt zu einer infizierten Person in den letzten 14 Tagen
  2. Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie im Zusammenhang mit einer Fallhäufung in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern
  3. Klinische oder radiologische Hinweisen auf eine virale Pneumonie ohne Hinweis auf eine andere Ursache
  4. Akute respiratorische Symptome bei Risikogruppen (Alter über 60, immunsupprimiert, onkologische Behandlung etc.) oder Beschäftigten im Pflegebereich, in Arztpraxen oder Krankenhäusern
  5. Nur bei ausreichender Testverfügbarkeit: akute respiratorische Symptomen ohne Risikofaktoren

Die Konstellationen 1 und 2 gelten als begründeter Verdachtsfall und müssen dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden, auch wenn sich der Verdacht einer Infektion nicht bestätigt.

Die Kassen übernehmen die Kosten, wenn der Arzt den Test für medizinisch notwendig erachtet.

Testergebnisse aus den Diagnosezentren

Die Abstriche aus den Diagnosezentren gehen nach der Testung in ein westfälisches Labor. Auf dem Überweisungsschein wird im Diagnosezentrum der vom potenziell Infizierten benannte Hausarzt angegeben, der dann das Ergebnis der Testung übermittelt bekommt. Unbeschadet davon wird das Labor positive Testergebnisse an das zuständige Gesundheitsamt melden, das dann weitere Schritte veranlasst.

Meldepflicht (Stand: 27.03.2020)

Verschärfung der Meldepflicht

Das Bundesgesundheitsministerium hat mit Wirkung zum 1. Februar 2020 mittels Eilverordnung die bisherige Meldepflicht für das Coronavirus verschärft. Ab sofort müssen bereits Verdachtsfälle dem örtlichen Gesundheitsamt namentlich gemeldet werden. Bisher war ausschließlich die Meldung von Krankheits- und Todesfällen im Zusammenhang mit dem Virus verpflichtend. Verdachtsfälle müssen nun abgeklärt werden.

Eine Liste der nordrhein-westfälischen Gesundheitsämter finden Sie auf der Homepage des Landeszentrums Gesundheit NRW.

Meldepflicht von begründeten Verdachtsfällen

Laut den Empfehlungen des RKI (Robert-Koch-Institut) liegt ein begründeter Verdacht in diesen beiden Fällen vor:

  • bei Personen, die akute respiratorische Symptome zeigen und in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten
  • bei Personen mit klinischen oder radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie, die im Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in einer Pflegeeinrichtung oder einem Krankenhaus auftritt, in der die Person sich aufhält oder aufgehalten hat.

Ärzte müssen alle begründeten Verdachtsfälle an das Gesundheitsamt melden – auch wenn sich der Verdacht einer Infektion nicht bestätigt - sowie alle bestätigten Infektionen.
Details finden Sie hier:

COVID-19-Falldefinitionen

Folgende Fälle müssen über die zuständige Landesbehörde an das RKI übermittelt

  1. Klinisch diagnostizierte Erkrankung: Meldung entfällt.

  2. Klinisch-epidemiologisch bestätigte Erkrankung
    Spezifisches klinisches Bild von COVID-19, ohne labordiagnostischen Nachweis, aber mit epidemiologischer Bestätigung (Auftreten von zwei oder mehr Lungenentzündungen (Pneumonien) in einer medizinischen Einrichtung, einem Pflege- oder Altenheim).

    Spezifisches oder unspezifisches klinisches Bild von COVID-19, ohne labordiagnostischen Nachweis, aber mit epidemiologischer Bestätigung (Kontakt zu einem bestätigten Fall).

  3. Klinisch-labordiagnostisch bestätigte Erkrankung
    Spezifisches oder unspezifisches klinisches Bild von COVID-19 und labordiagnostischer Nachweis

  4. Labordiagnostisch nachgewiesene Infektion bei nicht erfülltem klinischen Bild
    Labordiagnostischer Nachweis bei bekanntem klinischen Bild, das weder die Kriterien für das spezifische noch für das unspezifische klinische Bild von COVID-19 erfüllt. Hierunter fallen auch asymptomatische Infektionen.

  5. Labordiagnostisch nachgewiesene Infektion bei unbekanntem klinischen Bild
    Labordiagnostischer Nachweis bei fehlenden Angaben zum klinischen Bild (nicht ermittelbar oder nicht erhoben).

RKI-Information Verdachtsabklärung und Maßnahmen

Sonderregelung Psychotherapie (Stand: 25.03.2020)

Um die psychotherapeutische Versorgung während der Coronavirus-Krise zu erleichtern, haben KBV und GKV-Spitzenverband einige Sonderregelungen beschlossen. Sie gelten ab sofort und betreffen die Videosprechstunde und die Umwandlung von Gruppen- in Einzeltherapien.

Video-Lösung nur für Einzelfälle

Die Durchführung von Psychotherapeutischen Sprechstunden und probatorischen Sitzungen (auch neuropsychologische Therapie) werden zunächst bis zum 30. Juni 2020 auch im Rahmen der Videosprechstunde ermöglicht.

Bislang war dies nur bei bestimmten Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie möglich und nur, wenn vorher ein persönlicher Kontakt zwischen Patient und Psychotherapeut stattgefunden hat.

Grundsätzlich erfordert die Psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesenheit der Patienten: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung ist der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig. Gegebenenfalls muss die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie kann es im Einzelfall sinnvoll sein, Patienten den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Hierfür wurde die Psychotherapie-Vereinbarung jetzt entsprechend für einen begrenzten Zeitraum angepasst.

Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben.

Zudem müssen die Vorgaben der Landeskammer zur Berufsordnung in Bezug auf die Gestaltung der Erstkontakte beachtet werden.

Zur Umsetzung der Sonderregelungen wurde der EBM so angepasst, dass die entsprechenden Gebührenordnungspositionen bis zum 30. Juni auch abgerechnet werden dürfen, wenn die Leistungen in einer Videosprechstunde durchgeführt wurden.

Umwandlung von Gruppentherapie

Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder Begutachtung erfolgen muss. Auch diese Regelung gilt bis 30. Juni. Die Umwandlung erfolgt über die „Therapieeinheit“ und muss lediglich formlos der Krankenkasse mitgeteilt werden (kein Formular notwendig).

Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (entspricht einer Sitzung mit 100 Minuten) kann bei Bedarf maximal je Patient der Gruppe eine Einzeltherapie (entspricht einer Sitzung mit 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden.

Durch die Umwandlung von Gruppen- in Einzelsitzungen können im unmittelbaren persönlichen Kontakt Infektionsrisiken minimiert werden, wenn dies erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil: Einzelsitzungen können auch in einer Videosprechstunde durchgeführt werden.

Hinweise zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen für Psychotherapeuten

Psychotherapeutische Behandlungen sind auch im unmittelbaren persönlichen Kontakt weiterhin notwendig und sinnvoll. Zur Versorgung der Bevölkerung müssen die Praxen daher, soweit es die äußeren Umstände erlauben, auch physisch für Patienten erreichbar bleiben.

Insbesondere in Akutfällen und gerade in Zeiten, die die psychische Belastbarkeit zunehmend herausfordern, ist eine therapeutische Konstante am Ort der Praxis wichtig.

Die Durchführung von Gruppentherapien ist weiterhin zulässig, da es sich hierbei um medizinisch notwendige Maßnahmen handelt.

Ob eine Durchführung weiterhin zumutbar ist, müssen Therapeuten im Rahmen ihrer Verantwortung abwägen. Sie sollten kritisch prüfen, ob dies unter Beachtung des Infektionsschutzes möglich ist oder gegebenenfalls ein verstärktes Angebot von Einzelkontakten über einen begrenzten Zeitraum sinnvoller ist.

Versorgungsqualität (Stand: 31.03.2020)

Qualitätssicherung

Umgang mit QS-Anforderungen

Angesichts der Coronavirus-Krise haben sich die Partner des Bundesmantelvertrages auf einen sachgerechten Umgang mit den aktuellen Schwierigkeiten bei der Erfüllung der QS-Anforderungen verständigt. Diese Übergangsvereinbarung ist zunächst bis zum 30.06.2020 befristet.

Danach hat die KVWL die Möglichkeit, Maßnahmen zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der fachlichen Befähigung sowie Maßnahmen zur Prozess- und Ergebnisqualität begründet auszusetzen, von diesen abzuweichen oder zu modifizieren. Konkret berücksichtigt werden dabei bspw. spezifische Fortbildungsmaßnahmen, Mindest­zah­len/-fort­bildungs­nachweise, Dokumentationsanforderungen und -prüfungen durch Stichproben.

Zu den jeweiligen Maßnahmenumsetzungen wird die KVWL Ihre Mitglieder separat anschreiben und informieren.

Sektorenübergreifende Qualitätssicherung

Sektorenübergreifende Qualitätssicherung: Ausnahmen zu QS-Anforderungen des G-BA aufgrund von COVID-19

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat aufgrund der aktuellen Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie und des dadurch eingeschränkten Praxis- und Krankenhausbetriebes eine vorübergehende Ausnahmeregelung für die sektorenübergreifende Qualitätssicherung (DeQS-RL) beschlossen. Vertragsärzte sind bei den Verfahren Perkutane Koronarintervention/-angiografie (QS PCI), nosokomiale Infektionen: postoperative Wundinfektionen (QS WI) und Nierenersatztherapie (QS NET) betroffen.

Stellungnahmeverfahren werden befristet ausgesetzt

Befristet bis zum 31. Oktober 2020 werden für alle Verfahren der DeQS-RL die sogenannten Stellungnahmeverfahren nach § 17 Absatz 2 der DeQS-RL ausgesetzt. Mit diesen sollen rechnerische Auffälligkeiten aus der QS-Datenerhebung des Erfassungsjahres 2019 geklärt werden. Zunächst wurde als neue Frist die Durchführung der Stellungnahmen bis zum 31. März 2021 vereinbart. Bei weiter anhaltenden Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie kann zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Fristverlängerung beziehungsweise ein grundsätzliches Aussetzen des Stellungnahmeverfahrens zu den QS-Daten aus dem Erfassungsjahr 2019 beraten werden.

Im Detail betrifft die befristete Aussetzung des Stellungnahmeverfahrens folgende Verfahren:

  1. Ergebnisse des QS-Verfahrens PCI und Koronarangiographie für das gesamte Erfassungsjahr 2019
  2. Ergebnisse der Einrichtungsbefragung (QS WI) zum Erfassungsjahr 2019

Aussetzung von Datenlieferungen für 2020

Die Verpflichtung der Vertragsärzte zur unterjährigen, quartalsweisen Datenlieferung jeweils zum 15. Mai, 15. August und 15. November wird für das Erfassungsjahr 2020 ausgesetzt. Diese Regelung gilt für die beteiligten Vertragsärzte der Verfahren QS PCI und QS NET (siehe jeweils § 16 Absatz 1 der Themenspezifischen Bestimmungen für die Verfahren).

Für das Verfahren QS WI hat diese Anpassung bislang keine Relevanz, da für die Vertragsärzte in diesem Verfahren keine Verpflichtung zu einer kontinuierlichen Datenerhebung besteht. Bei weiter anhaltenden Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie können zu einem späteren Zeitpunkt weitere Regelungen – wie das Aussetzen der retrospektiven Einrichtungsbefragung 2020 – beraten werden.

Erklärung des G-BA

In seiner Erklärung stellt der G-BA fest, dass eine vollständige Erfüllung von Qualitätsanforderungen und Dokumentationspflichten unter diesen besonderen Umständen nicht immer im vollen Umfang gewährleistet werden kann. Ergänzend sichert der G-BA zu, dass durch die hier beschlossenen Aussetzungen oder durch die Nichterfüllung von Qualitätsanforderungen beziehungsweise Datenübermittlungspflichten auch nach Aufhebung der Ausnahmeregelungen zum Ende des Jahres 2020 keine Nachteile für die Vertragsärzte entstehen sollen.

Zeitnah sollen bei Bedarf für etwaige Folgeproblematiken ergänzende Lösungen gefunden werden, beispielsweise für die Bewertung von Qualitätssicherungsergebnissen aus dem Jahr 2020.

Den Beschluss finden Sie auf der Internetseite des G-BA unter:

Verordnungen (Stand: 06.04.2020)

Arzneimittelverordnung

Arzneimittelverordnung in der aktuellen Corona Situation

Zur sinnvollen Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln insbesondere für chronische Patienten erreichen uns zurzeit viele Anfragen. Daher hier die Empfehlungen der KVWL:

  1. Die Verordnung von Arzneimitteln, insbesondere bei Chronikern, soll wie gewohnt fortgesetzt werden. Ziel ist es dabei, Arztbesuche auf das Nötigste zu reduzieren. So werden die Praxen entlastet und die Patienten geschützt.
  2. Die Praxen sollen die Möglichkeiten nutzen, Patienten ein Rezept per Post zuzuschicken oder es von Patienten bzw. Beauftragten des Patienten abholen zu lassen oder diesem zu faxen/mailen. Unter den gegenwärtigen Bedingungen kann es auch notwendig und sinnvoll sein, dass in Einzelfällen die vom Patienten beauftragte Apotheke ein Rezept in der Praxis abholen lässt.
  3. Die Verordnungsmenge soll weiterhin auf den Quartalsbedarf ausgerichtet sein. Größere Bevorratungen gefährden die Versorgungskontinuität.
  4. Wenn in dem betreffenden Quartal bisher keine Versichertenkarte eingelesen wurde, analog zur Ausstellung von AU ohne persönlichen Kontakt vorgehen.
  5. In Apotheken müssen Rabattverträge während der Corona-Krise nur noch eingeschränkt erfüllt werden, wie Ersatz- und Primärkassen nun erklärt haben.

Paracetamol – Verordnung nur nach Prüfung therapeutischer Alternativen

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) weist darauf hin, dass es durch eine verstärkte Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie zu Lieferengpässen bei paracetamolhaltigen Arzneimitteln kommt. Um eine bedarfsgerechte Versorgung mit diesen Arzneimitteln weiterhin sicherzustellen, werden Vertragsärztinnen und Vertragsärzte aufgefordert, verschreibungspflichtige paracetamolhaltige Arzneimittel nur nach Prüfung therapeutischer Alternativen und nur in der medizinisch notwendigen Packungsgröße zu verordnen.

Entlassmanagment

Entlassmanagement: Verordnungen jetzt für bis zu 14 Tage

Krankenhäuser können für einen längeren Zeitraum nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zum Übergang in die ambulante Versorgung Leistungen veranlassen beziehungsweise Bescheinigungen ausstellen. Konkret sind es jetzt 14 Tage. Dabei geht es um folgende Leistungen: AU-Bescheinigung, häusliche Krankenpflege, Hilfsmittel, Soziotherapie, Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) sowie Heilmittel. Hier wurde die 12-Kalendertage-Frist, bis zu der die vom Krankenhaus verordnete Heilmittelbehandlung abgeschlossen sein muss, auf eine 21-Kalendertage-Frist erweitert.

Arzneimittelrezepte: Bei der Verordnung von Arzneimitteln im Entlassmanagement hat der G-BA die Begrenzung auf eine Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen ausgesetzt. Für sonstige Produkte wie Blutzuckerstreifen oder Verbandmittel dürfen Rezepte für den Bedarf von bis zu 14 Tagen ausgestellt werden. Die Einlösefrist für Entlassrezepte wurde auf 6 Werktage verlängert.

Die Regelung gilt zunächst befristet bis zum 31. Mai 2020.

Folgerezepte – Portokosten werden erstattet

Für Arzneimittelrezepte und andere Verordnungen sowie Überweisungen werden Ärzten ab sofort die Portokosten erstattet. Diese Regelung ist zeitlich befristet bis zum 30. Juni 2020.

Nach dem Bundesmantelvertrag für Ärzte dürfen Praxen in Ausnahmesituationen ihren Patienten Folgerezepte, Folgeverordnungen und Überweisungen per Post zusenden. Voraussetzung ist, dass der Patient bei dem Arzt in Behandlung ist.

Auch für den Postversand bestimmter Hilfsmittelrezepte werden Ärzten vorübergehend die Portokosten erstattet. Konkret geht es um Hilfs- und Verbandmittel, die auf Muster 16 verordnet werden, zum Beispiel Blutzuckerstreifen oder Produkte zur Inkontinenzversorgung.

Die Regelung gilt nicht für Seh- und Hörhilfen, die auf Muster 8 beziehungsweise auf Muster 15 verordnet werden. Bei ihnen ist vor einer Verordnung in der Regel eine ärztliche Überprüfung der Werte medizinisch erforderlich.

Aufgrund des steigenden Bedarfs für nicht persönliche Arzt-Patienten-Kontakte im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie hat der Bewertungsausschuss festgelegt, dass den Ärzten die Portokosten für den Versand mit 0,90 Cent erstattet werden. Die Abrechnung erfolgt über die Gebührenordnungsposition 40122.

Vorlage der eGK nicht erforderlich

Da es sich um bekannte Patienten handelt, gilt für das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) das übliche Verfahren: Findet in einem Quartal ausschließlich ein telefonischer Kontakt statt, übernehmen Ärzte die Versichertendaten aus der Patientenkartei. Die Vorlage der eGK ist in diesem Fall nicht erforderlich.

Um diese Verordnungen geht es

  • Folgeverordnungen für Arzneimittel (einschließlich BtM-Rezepte)
  • Verordnung einer Krankenbeförderung (Muster 4)
  • Überweisungen (Muster 6 und 10)
  • Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege (Muster 12)
  • Folgeverordnungen für Heilmittel (Muster 13 Physiotherapie und Podologie, Muster 14 Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Muster 18 Ergotherapie und Ernährungstherapie)
  • Hilfs- und Verbandmittel, die auf Muster 16 verordnet werden

Der Versand per Post ist nur bei bekannten Patienten möglich. Als bekannter Patient gilt derjenige, der im laufenden Quartal oder im Vorquartal in der Arztpraxis persönlich vorstellig war.

Folgeverordnungen auch nach telefonischer Anamese

Folgeverordnungen auch nach telefonischer Anamnese

Vertragsärzte dürfen Folgeverordnungen auch nach telefonischer Anamnese ausstellen und postalisch an den Versicherten übermitteln. Bei der Krankenbeförderung gilt die Sonderregelung ebenso für Vertragspsychotherapeuten, denn auch sie dürfen Krankenbeförderungen veranlassen. Voraussetzungen ist, dass der verordnende Arzt oder Psychotherapeut den Versicherten bereits zuvor aufgrund der selben Erkrankung persönlich untersucht hat, er ihm also bekannt ist.

Es geht um folgende Leistungen:

  • Häusliche Krankenpflege: alle Folgeverordnungen
  • Heilmittel: alle Folgeverordnungen und alle Verordnungen außerhalb des Regelfalls
  • Hilfsmittel: Folgeverordnungen zum Verbrauch bestimmter Hilfsmitteln, zum Beispiel Stomabeutel oder Produkte zur Inkontinenzversorgung
  • Krankenbeförderung: alle Verordnungen von Krankenfahrten und Krankentransporten (gilt nicht nur für Folgeverordnungen und auch aufgrund von bisher noch nicht behandelten Erkrankungen)

Hinweis: Arzneimittelrezepte durften Vertragsärzte auch bisher schon in Ausnahmesituationen per Post an Patienten senden. Voraussetzung dafür ist, dass der Patient bei dem Arzt in Behandlung ist.

Alle Sonderregelungen des G-BA gelten rückwirkend ab 3. März bis einschließlich 31. Mai 2020. Sofern die COVID-19-Krise darüber hinaus anhält, könnten die Regelungen noch einmal erweitert werden.

Häusliche Krankenpflege

Auch bei der Verordnung der Häuslichen Krankenpflege gibt es bedingt durch die Coronavirus-Pandemie einige Lockerungen:

  • Folgeverordnungen dürfen rückwirkend ausgestellt werden und zwar für bis zu 14 Kalendertage (bisher waren rückwirkende Verordnungen grundsätzlich nicht zulässig und Ausnahmefälle besonders zu begründen, dies gilt nur noch für Erstverordnungen).
  • Ausgesetzt wird die Beschränkung der Dauer der Erstverordnung auf bis zu 14 Tage. Die Erstverordnung kann jetzt nach individuellem Bedarf auch für längere Zeiträume ausgestellt werden.
  • Ausgesetzt werden Regelungen, wonach die Notwendigkeit für eine längere Dauer medizinisch begründet werden muss und die Folgeverordnung in den letzten 3 Arbeitstagen vor Ablauf des verordneten Zeitraums auszustellen ist.

Alle Sonderregelungen des G-BA gelten rückwirkend ab 3. März bis einschließlich 31. Mai 2020. Sofern die COVID-19-Krise darüber hinaus anhält, könnten die Regelungen noch einmal erweitert werden.

Heil- und Hilfsmittel

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie können Heilmitteltherapien vorerst für einen längeren Zeitraum unterbrochen werden. Auch die Maximalfrist zwischen Verordnungsdatum und Therapiebeginn wird vorerst aufgehoben. In beiden Fällen behalten ärztliche Verordnungen ihre Gültigkeit.

Weiterhin ärztlich verordnet

Heilmittel werden aber weiterhin ärztlich verordnet, wenn sie medizinisch notwendig sind. Dies gilt unabhängig von der aktuellen Coronavirus-Pandemie für alle Heilmittel: Maßnahmen der Physiotherapie, der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, der podologischen Therapie, der Ergotherapie sowie der Ernährungstherapie.

Zur Erleichterung für Arztpraxen, Patienten und Therapeuten wurden zahlreiche Sonderregelungen für veranlasste Leistungen vereinbart. Demnach sind zum Beispiel bestimmte Heilmitteltherapien auch als Videobehandlung möglich, wenn sie aus Sicht des Heilmitteltherapeuten stattfinden kann und der Versicherte eingewilligt hat. Heilmittel, bei denen das möglich ist, sind beispielsweise Krankengymnastik einschließlich Atemtherapie sowie bei allen Maßnahmen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie und Ergotherapie.

Für die Heilmittelbehandlungen und deren Abrechnung gibt es Empfehlungen der Krankenkassenverbände und des GKV-Spitzenverbandes. Diese gelten für alle Behandlungen, die bis zum 31. Mai 2020 durchgeführt werden.

Hilfsmittel

Ebenso von den Lockerungen betroffen sind die Hilfsmittel. Auch hier wird die Frist von 28 Kalendertagen, innerhalb derer die Hilfsmittelversorgung nach Ausstellung der Verordnung aufgenommen werden muss, vorübergehend ausgesetzt.

Das sollten Ärzte wissen

Fristen

Bisher ist es so, dass Heilmitteltherapien maximal 14 Kalendertage unterbrochen werden dürfen. Außerdem durften bisher maximal 14 Kalendertage zwischen Verordnungsdatum und Beginn der Therapie liegen, bei der Podologie und Ernährungstherapie 28 Tage. Nach Ablauf dieser Fristen benötigten Patienten eine neue ärztliche Verordnung.

Diese Fristen wurden nun bis 31. Mai 2020 ausgesetzt – allerdings mit folgenden Einschränkungen:

  • Die letzte Heilmittelbehandlung, bevor die Unterbrechung begann, muss nach dem 17. Februar 2020 erfolgt sein.
  • Die Verordnung, die noch nicht begonnen wurde, muss nach dem 18. Februar 2020 ausgestellt worden sein.

Korrekturen ohne Arztunterschrift

Sollten Korrekturen auf den ausgestellten Heilmittelverordnungen notwendig sein, sollen Heilmitteltherapeuten Änderungen oder Ergänzungen auf der Verordnung selbst vornehmen können, ohne dafür eine erneute Unterschrift einholen zu müssen. Ausnahmen sind die Angaben zum Heilmittel und zur Verordnungsmenge. Für eine Änderung dieser Angaben ist weiterhin die Arztunterschrift mit Datumsangabe notwendig.

Behandlung und Beratung per Video oder Telefon

Sofern die Behandlungen aus Sicht der Heilmitteltherapeuten auch im Rahmen telemedizinischer Leistungen (Videobehandlung oder telefonische Beratungen) stattfinden können, ist dies mit vorheriger Einwilligung der Versicherten für bestimmte Heilmittel möglich. Dazu gehören unter anderem Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, aber auch die Atemtherapie.

Sonderregelungen bis 31. Mai befristet

Alle Sonderregelungen des G-BA gelten rückwirkend ab 3. März bis einschließlich 31. Mai 2020. Sofern die COVID-19-Krise darüber hinaus anhält, könnten die Regelungen noch einmal erweitert werden.

Ausstellung von Heilmittelverordnungen auch weiterhin möglich

Das Gesundheitsministerium NRW hat mit Verordnung vom 22.03.2020 verfügt, dass therapeutische Berufsausübungen, insbesondere von Physio- und Ergotherapeuten, gestattet bleiben, soweit die medizinische Notwendigkeit der Behandlung durch ärztliches Attest nachgewiesen wird und strenge Schutzmaßnahmen vor Infektionen getroffen werden. Der Begriff „Attest“ ist weit auszulegen. Jede ärztliche Verordnung, die feststellt, dass eine Behandlung notwendig ist, fällt unter diesen Tatbestand. Neben der Heilmittelverordnung wird somit kein weiteres Attest ausgestellt.

Krankentransporte

COVID-19: Krankentransporte zur ambulanten Behandlung genehmigungsfrei

Krankentransporte zu einer ambulanten Behandlung für Patienten, die an COVID-19 erkrankt sind oder nach behördlicher Anordnung unter Quarantäne stehen, sind vorübergehend genehmigungsfrei. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen.

Ärzte und Psychotherapeuten, die für COVID-19-Patienten oder Quarantäne-Patienten einen Krankentransport (nicht: Krankenfahrt im Taxi) zu einer ambulanten Behandlung veranlassen, müssen diese Verordnung kennzeichnen. Dazu geben sie auf dem Formular für die Krankenbeförderung (Muster 4) an, dass es sich um einen nachweislich COVID-19-Erkrankten oder einen gesetzlich Versicherten in Quarantäne handelt.

Wichtig: Die ambulante Behandlung, zu der ein Krankentransport verordnet wird, muss zwingend medizinisch notwendig und nicht aufschiebbar sein.

Krankenfahrten zur vor- und nachstationären Behandlung

Die Fristen für die Verordnung von Krankenfahrten (z.B. im Taxi) zu einer vor- oder nachstationären Behandlung wurden wie folgt erweitert:

  • Fahrten zu vorstationären Behandlungen können für 3 Behandlungstage innerhalb von 28 Tagen vor Beginn der stationären Behandlung verordnet werden.
  • Fahrten zu nachstationären Behandlungen können für 7 Behandlungstage innerhalb von 28 Tagen verordnet werden.

Sonderregelungen bis 31. Mai befristet

Die Sonderregelungen des G-BA gelten rückwirkend ab dem 3. März bis einschließlich zum 31. Mai 2020. Sofern die COVID-19-Krise darüber hinaus anhält, könnten die Regelungen noch einmal erweitert werden.

AOK NordWest verzichtet auf Genehmigungen

Die AOK NordWest verzichtet aufgrund der besonderen gesellschaftlichen Situation (Corona-Pandemie) vom 17.03.2020 bis zunächst 30.04.2020 auf unseren Genehmigungsvorbehalt für sämtliche Verordnungen zur Krankenbeförderung nach § 60 SGB V. Dies betrifft sowohl Fahrten zur Chemo-/Strahlentherapie und Dialyse als auch Fahrten zur ambulanten Behandlung.

Durch diesen Genehmigungsverzicht entfällt die vorherige Genehmigung. Die durchgeführten Fahrten können von den Transportunternehmen ohne vorherige Genehmigung direkt mit uns abgerechnet werden. Betroffen sind alle Fahrten ab Fahrdatum 17.03.2020.

Pneumokokken-Impfung

STIKO Handlungshinweise

Impfung gegen Pneumokokken: STIKO gibt Handlungshinweise

Die Nachfrage nach Pneumokokken-Impfstoff ist im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie stark gestiegen. Aufgrund der aktuell eingeschränkten Lieferfähigkeit der beiden Pneumokokken-Impfstoffe Pneumovax® 23 und Prevenar® 13 soll die Impfung besonders vulnerabler Patientengruppen vorbehalten sein. Das sehen aktuelle Handlungsempfehlungen der STIKO vor. Demnach empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO), dass zurzeit prioritär Personen geimpft werden sollten, die ein besonders hohes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben:

  • Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren: Impfung mit Prevenar® 13

    Der Pneumokokken-Konjugatimpfstoff Prevenar® 13 soll ausschließlich für die Grundimmmunisierung im Säuglingsalter bis zu einem Alter von zwei Jahren verwendet werden. Sollte Prevenar® 13 nicht verfügbar sein kann auf Synflorix (10-valenter Pneumokokken-Konjugatimpfstoff) ausgewichen werden.

Pneumovax® 23 soll prioritär für folgende Personengruppen verwendet werden:

  • Personen mit Immundefizienz
  • Senioren ab 70 Jahren
  • Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma oder COPD)

Sequenzielle Impfungen momentan nicht mehr vorgesehen

Sequenzielle Impfungen (Pneumokokken-Konjugatimpfstoff, gefolgt von Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff), wie beispielsweise bei der Indikationsimpfung bei Patienten mit Immundefizienz von der STIKO empfohlen, sind damit momentan nicht mehr vorgesehen. Dies entspricht nicht den aktuellen Vorgaben in der Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL), die verbindlich den Anspruch des Versicherten auf Schutzimpfungen regelt. 

Der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben sich daher gemeinsam darauf verständigt, dass hinsichtlich der sequenziellen Impfung entsprechende Abweichungen von den Vorgaben in der SI-RL akzeptiert werden – solange der Hinweis der STIKO gilt.

Auch bei Wiederverfügbarkeit der Impfstoffe sollten Pneumokokken-Impfungen ausschließlich dem Personenkreis vorbehalten bleiben, der in den gültigen Impfempfehlungen der STIKO benannt ist (die aktuellen STIKO-Empfehlungen finden Sie hier: www.rki.de/stiko-empfehlungen).

Informationen zu Pneumokokken-Impfstoff Pneumovax

Pneumokokken-Impfstoff Pneumovax in Kürze wieder verfügbar

Der Pneumokokken-Impfstoff Pneumovax 23 ist voraussichtlich ab 3. April in Deutschland wieder im Handel verfügbar. Darüber hat das Paul-Ehrlich-Institut informiert. Die Firma MSD hat zwei Chargen Pneumovax 23 aus Japan importiert.

Das bedeutet, dass die Verpackung und die Gebinde in japanischer Kennzeichnung auf den Markt gebracht werden. Auch die Klebeetiketten mit der Charge für den Impfpass sind in japanischen Schriftzeichen. Ärzte müssen daher handschriftlich notieren, dass es sich um Pneumovax 23 handelt.

Fachinformationen und Fotos auf der Webseite des PEI

Eine Chargenprüfung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) ist in diesem Fall formal nicht erforderlich. Trotzdem hat das PEI Qualität und Echtheit der Chargen überprüft. Auf der Website des PEI sind ausführliche Informationen zu den Chargen und der Verpackung zu finden, einschließlich Fotos.

Impfstoff nur begrenzt haltbar

Da der Impfstoff nur begrenzt haltbar ist – bis 11. Juni 2020 – sollte er möglichst schnell verimpft werden.

Die Ware wird über den Großhandel in ganz Deutschland verteilt. Dieser Vertriebsweg über den Großhandel wurde erstmalig über eine Kooperation mit dem Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (PHAGRO) organisiert. Das PEI bittet daher die Ärzte um Rückmeldung per E-Mail an mikrobiologie@pei.de, ob das System funktioniert, das heißt, ob die Ware flächendeckend in Deutschland ankommt. Da das PEI – sollte sich das System als gut und effizient erweisen – diesen Weg in schwierigen Situationen erneut nutzen möchte, sind Rückmeldungen besonders wichtig, wenn der Impfstoff nicht erhältlich ist.

PEI erwartet weitere Impfstoff-Lieferungen in den nächsten Wochen

Das Paul-Ehrlich-Institut hat zudem mitgeteilt, dass es mit allen Pneumokokken-Impfstoffherstellern in Kontakt steht, um den Versorgungsmangel zu beheben. Es geht davon aus, dass sich in den nächsten Wochen durch weitere Lieferungen und gezielte Einfuhr die Situation entspannen wird.

Sollten Praxen andere Erfahrungen machen, ist das PEI auch sehr an Rückmeldungen interessiert, zum Beispiel über die „Verbrauchermeldung zu nicht gelisteten Impfstoff-Lieferengpässen“ auf der Website des PEI.

Aktuelle Handlungsempfehlungen der STIKO gelten weiterhin

Das PEI weist außerdem darauf hin, dass die aktuellen Handlungsempfehlungen der Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) zur Priorisierung weiter gelten. Es gibt nach wie vor viele Risikopatienten, die noch nicht geimpft sind, und weiterhin zu wenig Impfstoff. Deshalb sind diese Priorisierungen notwendig.

Import möglich durch Regelungen des Arzneimittelgesetzes

Rechtlich möglich wird der Impfstoff-Import aus Japan durch eine Ausnahmeermächtigung nach dem Arzneimittelgesetz (Paragraf 79 Absatz 5), das dieses Vorgehen im Falle eines Versorgungsmangels der Bevölkerung zulässt.

Die Nachfrage nach Pneumokokken-Impfstoff ist im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie stark gestiegen. Für Pneumovax 23 besteht ein Lieferengpass, der Pneumokokken-Impfstoff Prevenar 13 ist derzeit begrenzt verfügbar.

Bitte beachten Sie die RKI-Empfehlung zur Anpassung der Vorbestellung von Grippeimpfstoffen für die kommende Saison:

Videosprechstunde (Stand: 25.03.2020)

Videosprechstunden unbegrenzt möglich

Ärzte und Psychotherapeuten können ihren Patienten jetzt öfter eine Videosprechstunde anbieten. Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus haben KBV und GKV-Spitzenverband die Begrenzungsregelungen aufgehoben. Damit sind Fallzahl und Leistungsmenge nicht limitiert.

Normalerweise dürfen Ärzte und Psychotherapeuten pro Quartal maximal jeden fünften Patienten ausschließlich per Video behandeln, ohne dass dieser in die Praxis kommen muss. Auch die Menge der Leistungen, die in Videosprechstunden durchgeführt werden dürfen, ist auf 20 Prozent begrenzt. Für den Rest ist ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt erforderlich.

Aufgrund der aktuellen Pandemie mit SARS-CoV-2 wird empfohlen, dass Patienten nach Möglichkeit nur in medizinisch dringenden Fällen die Praxen aufsuchen. Eine Alternative für den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ist die Konsultation per Video. Sie ist bei allen Indikationen möglich und auch dann, wenn der Patient zuvor noch nicht bei dem Arzt in Behandlung war.

Psychotherapie per Video

Die Durchführung von Psychotherapeutischen Sprechstunden und probatorischen Sitzungen (auch neuropsychologische Therapie) werden zunächst bis zum 30. Juni 2020 auch im Rahmen der Videosprechstunde ermöglicht.

Bislang war dies nur bei bestimmten Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie möglich und nur, wenn vorher ein persönlicher Kontakt zwischen Patient und Psychotherapeut stattgefunden hat.

Grundsätzlich erfordert die Psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesenheit der Patienten: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung ist der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig. Gegebenenfalls muss die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie kann es im Einzelfall sinnvoll sein, Patienten den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Hierfür wurde die Psychotherapie-Vereinbarung jetzt entsprechend für einen begrenzten Zeitraum angepasst.

Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben.

Zudem müssen die Vorgaben der Landeskammer zur Berufsordnung in Bezug auf die Gestaltung der Erstkontakte beachtet werden.

Zur Umsetzung der Sonderregelungen wurde der EBM so angepasst, dass die entsprechenden Gebührenordnungspositionen bis zum 30. Juni auch abgerechnet werden dürfen, wenn die Leistungen in einer Videosprechstunde durchgeführt wurden.

Regelung gilt vorerst für das zweite Quartal

Die Begrenzungsregelungen wurden zunächst für das zweite Quartal ausgesetzt. KBV und Krankenkassen werden spätestens zum 31. Mai prüfen, ob eine Verlängerung erforderlich ist. Für das laufende erste Quartal erfolgt keine Aussetzung, da beide Seiten davon ausgehen, dass die 20-Prozent-Marke nicht erreicht wird.

Weitere Informationen unter:

Vorgehen bei Verdacht auf eine SARS-COV-2-Infektion (Stand: 27.03.2020)

Patienten mit einer leichten COVID-19-Erkrankung können ambulant versorgt werden. Das Flussschema „COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen“ des Robert Koch-Institutes (RKI) dient als Orientierungshilfe. Es erläutert, wie Ärztinnen und Ärzte im Verdachtsfall vorgehen sollen – vom Erstkontakt über die Prüfung klinisch-epidemiologischer Kriterien und die ambulante Diagnostik bis zur Betreuung eines erkrankten Patienten.

Test auf Verdacht COVID-19

Die KVWL und die Gesundheitsbehörden in NRW sind bestrebt, Verdachtsfälle auf COVID-19 von einem Besuch einer Arztpraxis abzuhalten, um die Praxen zu entlasten und das Risiko einer Infektion und Schließung zu verringern. Potenziell Infizierte sollen sich telefonisch melden. Die Abstriche zur Labortestung werden dann in dafür eigens aufgebauten regionalen Diagnosezentren durchgeführt. Verdachtsfäl-le sind an diese Diagnosezentren zu überweisen.

Die Standorte und Öffnungszeiten der Diagnosezentren werden über die Bezirksstellen der KVWL mitgeteilt. Über die Notfallnummer 11 6 11 7 können die potenziell Infizierten nach Bestätigung des konkreten Verdachts ebenfalls an die Diagnosezentren überwiesen werden.

Szenario 1: Ein Patient beschreibt im Telefonat mit der Praxis Symptome, die den Verdacht auf eine Infektion mit COVID-19 begründen.

Empfohlene Vorgehensweise:

  1. Patienten auffordern, unbedingt zu Hause zu bleiben (Isolierung im häuslichen Umfeld)!
  2. Im persönlichen Telefonat mit dem Patienten wird die Notwendigkeit eines Abstrichs eingeschätzt.

    Abfrage der Symptome:

    • Hat der Patient Husten, Fieber, Kurzatmigkeit?
    • Hatte der Patient in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer Person, bei der die Infektion bestätigt wurde?
    • Ist der Patient in einer Pflegeeinrichtung, Arztpraxis oder einem Krankenhaus tätig?
    • Gehört der Patient einer Risikogruppe (z.B. über 60, immunsupprimiert, Krebstherapie) an?
  3. Verdachtsfall melden: Erfüllt der Patient die RKI-Kriterien 1 und 2 (siehe Meldepflicht), liegt ein begründeter Verdachtsfall vor, den die Praxis sofort an das Gesundheitsamt melden muss. Zu melden ist auch, wenn sich der Verdacht einer Infektion nicht bestätigt. Bei einem positiven Erregernachweis ist immer eine Meldung notwendig.
  4. Ist eine labordiagnostische Abklärung auf SARS-CoV-2  nach den Kriterien des RKI (siehe Labortest) nötig: Patient an ein regionales Diagnosezentrum überweisen.
  5. Der Patient verbleibt bis zum Vorliegen des Testergebnisses in der häuslichen Isolation.
  6. Um die Infektionsketten möglichst schnell zu unterbrechen, ist es ausnahmsweise möglich, dem COVID-19-Verdachtspatienten ohne unmittelbare körperliche Untersuchung eine Arbeitsunfähigkeit (AU) bis zu maximal 14 Tagen auszustellen!

  7. Bei positivem Testergebnis folgt der weitere Ablauf dem angehängten Flussschema des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Szenario 2: Ein Patient, dessen Symptome und Kontaktanamnese den Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus begründen, sucht die Praxis auf.

Empfohlene Vorgehensweise:

  1. Prinzipien
    • Potentielle Corona-Patienten schnellstmöglich identifizieren!
    • Verhinderung der Ansteckung von Mitarbeiterinnen und Mitpatienten!
    • Direkten Kontakt vermeiden, möglichst auch bei Untersuchungen!
  2. Patienten, die Infektionszeichen und eine Reise- bzw. Kontaktanamnese haben, umgehend mit einem Mundschutz versorgen und in einem Raum isolieren. Tür geschlossen und Abstand halten. Begleitpersonen werden im selben Raum isoliert.
  3. Ohne adäquate Schutzkleidung keine klinische Untersuchung durchführen! Wenn nicht anders machbar: Eventuell Kontakt zur Anamnese von Raum zu Raum in der Praxis per Telefon oder Gespräch durch die (geschlossene) Tür. Den Raum nur im absoluten Notfall betreten, dann immer Schutzkleidung und Maske tragen.
  4. Sollte der Patient die Toilette aufsuchen müssen, die Toilette und den Weg freihalten. Den Patienten anweisen, den Mundschutz zu tragen und sich anschließend die Hände mit warmem Wasser und Seife zu waschen, abzutrocknen und zu desinfizieren. Anschließend direkt in den Isolierraum zurückkehren. Die Toilette muss anschließend desinfiziert werden.
  5. Der notwendige Abstrich wird außerhalb des Isolierraums mit einem Barcode versehen. Der Patient entnimmt den Abstrich bei sich selbst oder durch Angehörige. Der Abstrich verbleibt im Isolierraum und wird mit Handschuhen einzeln (!) in den Transportbeutel verpackt. Der Transportbeutel ist mit „CORONA“ zu beschriften.
  6. Verdachtsfall melden: Erfüllt der Patient die RKI-Kriterien 1 und 2 (siehe Meldepflicht), liegt ein begründeter Verdachtsfall vor, den die Praxis sofort an das Gesundheitsamt melden muss. Zu melden ist auch, wenn sich der Verdacht einer Infektion nicht bestätigt. Bei einem positiven Erregernachweis ist immer eine Meldung notwendig.
  7. Beim Verlassen der Praxis Wege freihalten und Mundschutz tragen.
  8. Krankschreibung: Der Patient bleibt bis zum Vorliegen des negativen Testergebnisses zu Hause. Benötigt der Patient eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kann der Arzt ihm diese für bis zu 14 Tage telefonisch ausstellen und per Post zusenden.
  9. Bei positivem Testergebnis folgt der weitere Ablauf dem angehängten Flussschema des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Reinigung der Räume

Die Klimaanlage sollte ausgeschaltet sein und bleiben. Räume mit offenem Fenster gut lüften, Tür bleibt geschlossen. Die Oberflächen werden desinfiziert, dabei Mundschutz/ Handschuhe tragen, dann kann der Raum umgehend wieder genutzt werden.

Vorbereitung der Reinigung

  • Reinigungsutensilien und Müllbeutel vor dem Betreten des Raumes sammeln
  • Einmalmaterial verwenden
  • Mundschutz und Handschuhe vor Betreten des Raumes anlegen

Betreten des Raumes

  • Tür geschlossen halten, Fenster auf, beim Reinigen gut lüften
  • Abfälle und nicht desinfizierbare Dinge, die mit dem Patienten in Kontakt waren, werden in dem Müllbeutel entsorgt
  • keine Stoffe oder Gardinen im Raum belassen
  • geeignetes Wischdesinfektonsmittel nach Angabe des Herstellers verwenden

Verlassen des Raumes

  • Desinfektionsmittel und Reinigungsmaterial sicher verstauen
  • Gesamten Müll, einschl. eigener Schutzkleidung sicher aufbewahren (Safebox), bis Testergebnis da ist. Bei negati vem Test Entsorgung in Restmüll, bei positivem Test Entsorgung als Sondermüll.
  • Händehygiene: Waschen mit warmem Wasser und desinfizieren

Reinigung von Gemeinschaftsflächen (Gänge, Tresen etc.)

  • Wischdesinfektion mit Einmalmaterial, wenn praktisch machbar mehrmals am Tag
  • Blut und Sekrete sofort entfernen und umgehende Wischdesinfektion

Differentialdiagnose

Zur Unterstützung der Differentialdiagnose in der Praxis stellt das Gesundheitsamt Gütersloh in Kooperation mit verschiedenen anderen Gesundheitsämtern eine Übersichtsgrafik zum Ausdruck zur Verfügung.

Corona – Behandlungszentren

Dank einer breiten Unterstützung ist es innerhalb kürzester Zeit gelungen, 35 sogenannte Diagnosezentren aufzubauen. Diese Diagnosezentren konnten die ambulanten Praxen hinsichtlich der Abstrichentnahme bereits deutlich entlasten.

In diesen Tagen übernehmen nun nach und nach die in Westfalen-Lippe neu eingerichteten Behandlungszentren die weitere Versorgung von Coronavirus-Patienten sowie von Patienten mit respiratorischer Symptomatik. Die Einrichtung zentraler Behandlungszentren ist notwendig, um die steigende Anzahl Coronavirus-Patienten adäquat versorgen zu können, da diese Patienten nicht die Haus- und Facharztpraxen aufsuchen sollen. Geplant ist, sie sukzessive flächendeckend in Westfalen-Lippe einzurichten.

Die regionalen Behandlungszentren sind Anlaufstellen ausschließlich für Patienten, die sich entweder

1. mit dem Coronavirus infiziert haben

oder

2. die unter respiratorischen Symptomen, also Atemwegserkrankungen, leiden.

Im Behandlungszentrum schätzt ein Arzt – analog zur Versorgung im Notfalldienst – die Schwere der Infektion und den Behandlungsbedarf der Patienten (auch in Bezug auf mögliche Begleiterkrankungen) ein. Er kann Rezepte und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) ausstellen sowie eine stationäre Einweisung festlegen.

Die Adressen der bereits eingerichteten Behandlungszentren finden Sie im Folgenden. Die Liste wird fortlaufend aktualisiert:

Arnsberg
CORONA-Behandlungszentrum Verwaltungsgebäude des Marienhospitals
Zugang über „Auf dem Lüsenberg“
Nordring 37
59821 Arnsberg

Telefonische Voranmeldung unter Tel.: 02931 870 323 007

Öffnungszeiten:
montags bis sonntags 14 bis 20 Uhr


Bocholt
CORONA-Behandlungszentrum Bocholt Europa-Haus Bocholt
Adenauerallee 59
46399 Bocholt

Öffnungszeiten:
montags bis sonntags 9 bis 12 Uhr und 16 bis 19 Uhr


Bochum
CORONA-Behandlungszentrum Bochum
Harpener Feld 28
44805 Bochum

Der Patient wird vom behandelnden Arzt, vom ärztlichen Notfalldienst, vom Gesundheitsamt oder von einer Krankenhausambulanz per Fax im Behandlungszentrum angemeldet, die anschließende Terminvergabe erfolgt per SMS/Telefonanruf


Bottrop
CORONA-Behandlungszentrum Bottrop
Saalbau
Droste-Hülshoff-Platz 4
46236 Bottrop

Öffnungszeiten:
montags bis freitags 16 bis 19 Uhr
samstags, sonntags und feiertags 10 bis 13 Uhr


Dortmund
CORONA-Behandlungszentrum am Klinikum Dortmund
Parkplatz Klinikzentrum Nord
Beethovenstrasse / Schützenstrasse
44147 Dortmund

Öffnungszeiten:
montags bis freitags 8.30 bis 19.30 Uhr
samstags/sonntags 10 bis 16 Uhr


Dortmund
CORONA-Behandlungszentrum Dortmund
Signal Iduna Park
Strobelallee 50
44139 Dortmund

Öffnungszeiten:
montags bis sonntags 12 bis 16 Uhr


Dülmen
CORONA-Behandlungszentrum Dülmen
Am Kreuzweg 61
48249 Dülmen

Öffnungszeiten:
montags bis sonntags 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr


Hagen
CORONA-Behandlungszentrum Hagen
Selbecker Straße 185
58091 Hagen

Der Patient wird vom behandelnden Arzt, vom ärztlichen Notfalldienst, vom Gesundheitsamt oder von einer Krankenhausambulanz per Fax im Behandlungszentrum angemeldet, die anschließende Terminvergabe erfolgt per SMS/Telefonanruf.


Hamm
CORONA-Behandlungszentrum Hamm
St. Barbara-Klinik Hamm
Am Heessener Wald 1
59073 Hamm

Öffnungszeiten:
montags bis sonntags 10 bis 16 Uhr


Herford
CORONA-Diagnose- und Behandlungszentrum Herford
Oststraße 23
32051 Herford

Öffnungszeiten:
montags bis sonntags 8 bis 18 Uhr


Legden
CORONA-Behandlungszentrum Legden
Dorf Münsterland
Haidkamp 1
48739 Legden

Öffnungszeiten:
montags bis sonntags 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr


Minden
CORONA-Behandlungszentrum am Johannes Wesling Klinikum Minden
Hans-Nolte-Str. 1
32429 Minden

Öffnungszeiten:
montags bis sonntags 6 bis 22 Uhr


Münster
CORONA-Behandlungszentrum Uppenberg Schule
Bröderichweg 36
48159 Münster

Telefonische Voranmeldung bei der Coronavirus-Hotline der Stadt Münster unter Tel.: 0251 4 92 10 77


Paderborn
CORONA-Behandlungszentrum Paderborn
Ahorn Sportpark
Ahornallee 20
33106 Paderborn

Der Patient wird vom behandelnden Arzt, vom ärztlichen Notfalldienst, vom Gesundheitsamt oder von einer Krankenhausambulanz per Fax im Behandlungszentrum angemeldet, die anschließende Terminvergabe erfolgt per SMS/Telefonanruf.


Recklinghausen
CORONA-Behandlungszentrum Recklinghausen
Campus Vest 3
45665 Recklinghausen

Der Patient wird vom behandelnden Arzt im Behandlungszentrum angemeldet, die anschließende Terminvergabe erfolgt per SMS/Telefonanruf.

Wichtiger Hinweis zur Anfahrt: Navigation über Campus Blumenthal


Rheine
CORONA-Behandlungszentrum Rheine
Frankenburgstraße 22
48431 Rheine

Telefonische Voranmeldung unter Tel.: 0251 92 91 91 9


Schmallenberg
CORONA-Behandlungszentrum Zentrale Notfallpraxis – Schmallenberg
Im Ohle 31
57392 Schmallenberg

Telefonische Voranmeldung unter Tel.: 02974 96 89 616

Öffnungszeiten:
montags bis sonntags 14 bis 20 Uhr


Soest
CORONA-Behandlungszentrum Notfalldienstpraxis Soest
Riga-Ring / Ecke Opmünder Weg 20
59494 Soest

Telefonische Voranmeldung unter Tel.: 02921 34 44 471

Öffnungszeiten:
montags bis sonntags 14 bis 20 Uhr


Witten
CORONA-Behandlungszentrum Witten
Geriatrischen Tagesklinik des Evangelischen Krankenhauses (EVK)
Pferdebachstraße 27
58455 Witten

Der Patient wird vom behandelnden Arzt, vom ärztlichen Notfalldienst, vom Gesundheitsamt oder von einer Krankenhausambulanz per Fax im Behandlungszentrum angemeldet, die anschließende Terminvergabe erfolgt per SMS/Telefonanruf.

Wegbeschreibung:
A44 Abfahrt Stockum ⇒ Pferdebachstraße Richtung Uni/Stadtmitte
⇒ nach 400m wird die Straße Einbahnstraße/Baustelle
⇒ weiter bis Haupteinfahrt Evangelisches Krankenhaus. Parken im Parkhaus. Der Fußweg zum Nebeneingang ist ausgeschildert.
Nicht den Haupteingang benutzen!

Tipps zur Information Ihrer Patienten

Anleitung für Patienten zur Abstrichentnahme

Aktuelle Informationen zum Coronavirus für Patienten

Zur weiteren Information und Aufklärung Ihrer Patienten empfehlen wir unter anderem die Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die BZgA betreibt einen eigenen Youtube-Videokanal, der zahlreiche Informationsvideos enthält, die auch für Laien verständlich sind.

Das RKI hält auf seiner Homepage spezielle Praxisplakate bereit, die Reisende in unterschiedlichen Sprachen über das Coronavirus informieren.

Auf der Internetseite www.hoeflich-ohne-haende.de gibt es ebenfalls einen Downloadbereich, in dem man sowohl ein Plakat als auch einen Flyer zur Aktion „Höflich ohne Hände“ als PDF-Datei herunterladen kann. Die Aktion hat sich zum Ziel gesetzt, Patienten darüber aufzuklären, warum man in der Praxis auf das Händeschütteln verzichten sollte.

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Kampagne zum richtigen Händewaschen gestartet. Sie erreichen die Kampagnen-Website über den folgenden Link:

Arbeitsunfähigkeit von asymptomatischen Verdachtsfällen

Gemäß Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses liegt keine Arbeitsunfähigkeit vor, wenn Beschäftigungsverbote nach dem Infektionsschutzgesetz ausgesprochen werden (§ 3 AU-RL).

Meldet sich ein Patient zwar ohne Symptome, aber als Reiserückkehrer und/oder mit gesichertem Kontakt zu einem bestätigten Erkrankungsfall in der Praxis, um eine vierzehntägige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu erhalten, muss er sich an das zuständige Gesundheitsamt wenden (s. auch Ablaufschema für Arztpraxen). Dort wird dann nach Prüfung der individuellen Voraussetzungen gemäß § 31 Infektionsschutzgesetz verfahren und ggf. ein berufliches Tätigkeitsverbot ausgesprochen.

Stetig aktualisierte Lage- und Risikobewertung zum Thema finden Sie auf den folgenden Webseiten:

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat darüber hinaus ein Bürgertelefon zum Coronavirus unter der Nummer 0211 91 19 10 01 geschaltet.

Von montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr werden unter dieser Rufnummer allgemeine Fragen zum Corona-Virus und zur Vorbeugung beantwortet.

Verlässliche Patienteninfos zu COVID-19

Mit einem neuen Angebot will das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin Bürger dabei unterstützen, im Internet verlässliche und verständliche Informationen zum Coronavirus zu finden. Dafür wird eine entsprechende Übersicht im Patientenportal bereitgestellt. Denn nicht alle Informationen sind ausgewogen und qualitätsgesichert. Zudem ändert sich der wissenschaftliche Kenntnisstand derzeit sehr schnell und es gibt zum Teil widersprüchliche oder falsche Informationen.

Daher wurde unter www.patienten-information.de eine Linksammlung zu Organisationen, Einrichtungen oder externen Websites zusammengestellt, welche seriöse Informationen zum Coronavirus für Interessierte anbieten. 

eLearning: Umgang mit SARS-CoV-2 in der ambulanten und stationären Versorgung

Die Akademie für medizinische Fortbildung der ÄKWL und KVWL bietet im öffentlichen Bereich der elektronischen Lernplattform ILIAS ein eLearning zum Umgang mit SARS-CoV-2 in der ambulanten und stationären Versorgung an. In dem virtuellen Kursraum finden Sie eine strukturierte und gefilterte Informationsplattform, über die Sie sich über das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 und die dadurch verursachte Erkrankung COVID-19 informieren können.

Weitere Informationen für Ärzte und Fachleute

Robert Koch-Institut (RKI)

Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW)

Gesundheitsamt Gütersloh

Kassenärztliche Bundesvereinigung

Informationsmaterialien für die Praxis

Weiterführende Links

Übersicht der Kurzberichte