Infos und Kurzberichte

Informationen zum Coronavirus

Die offizielle WHO-Bezeichnung des Virus lautet SARS-CoV-2. Die Erkrankung wird als COVID-19 kodiert. Die zentrale Informationsquelle zum Thema in Deutschland ist das Robert-Koch-Institut (RKI).

Da sich das Infektionsgeschehen sehr schnell ändern kann, raten wir dringend dazu, sowohl die Veröffentlichungen auf der Homepage des RKI als auch auf diesen Seiten kontinuierlich zu verfolgen.

Im Folgenden haben wir für Sie wichtige Informationen zusammengestellt. Obwohl wir uns bemühen, die Informationen stets aktuell zu halten, müssen wir auch an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass sich die Bewertung der Lage und somit der Stand der Informationen jederzeit ändern kann.

Infektionssprechstunde am Samstag

Neben der flächendeckenden Versorgung von Infekt-Patienten an Werktagen werden ausgewählte Arztpraxen an Samstagen zusätzliche Infekt-Sprechstunden anbieten. In der Zeit von 9 bis 13 Uhr können sich dort Patienten mit Infektionen der oberen Atemwege, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen etc. vorstellen. Hinweis: Dieser Service der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte wird nach Bedarf und lokalem Infektionsgeschehen angepasst, das heißt, nicht überall und an jedem Samstag bieten Praxen die Infekt-Sprechstunden an. Standorte und Öffnungszeiten der aktuell teilnehmenden Praxen finden Sie hier:

Testungen auf SARS CoV-2

Wer darf wann getestet werden? Wie erfolgt die Abrechnung, oder welches Formular ist das richtige? Aktuell haben verschiedene Personengruppen ein Anrecht darauf sich kostenlos in den Praxen der niedergelassenen Vertragsärzte auf eine SARS-COV-2-Infektion testen zu lassen – und immer wieder kommen neue Regelungen hinzu.

Nachfolgend haben wir Ihnen die einzelnen Abstrich-Entnahme-Möglichkeiten zusammengefasst:

Eine Übersicht zur Nationalen Teststrategie des Bundes finden Sie hier PDF.

Kostenträger Krankenkasse

Personen mit COVID-19 Symptomen

Da die Entnahme eines Abstrichs zum Nachweis des SARS-CoV2 bei symptomatischen Patienten bisher nicht gesondert vergütet werden konnte, hat die KVWL im Honorarverteilungsmaßstab eine Regionallösung geschaffen (siehe KVWL-Telegramm vom 17. September 2020). Diese stellt im vierten Quartal eine Vergütung in Höhe von 10 Euro bzw. samstags in Höhe von 15 Euro je Abstrich zusätzlich zur Versicherten-/Grund- und Vorhaltepauschale sicher.

Mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses in seiner 525. Sitzung wird die Regelung der KVWL nun größtenteils in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) überführt. Ab dem 1. Oktober 2020 gilt Folgendes:

Die Entnahme eines Abstrichs bei Vorliegen eines begründeten Verdachts einer SARS-CoV-2-Infektion im Zusammenhang mit dem etablierten PCR-Nachweis (GOP 32816, 32811) oder mit einem im 4. Quartal erwarteten Antigennachweis (GOP 32779) kann mit der GOP 02402 (Wert rund 8 Euro) abgerechnet werden.

GOP 02402 (Wert 8 Euro, ab 1. Oktober 2020)
Zusatzpauschale für die Entnahme eines Abstrichs zum Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion durch einen PCRTest (GOP 32816, GOP 32811) oder zukünftig durch einen zulässigen Antigentest (GOP 32779)

Leistungsinhalt: Abstrichentnahme, Gespräch im Zusammenhang mit einer möglichen Testung, Ergebnismitteilung, Ausstellen eines ärztlichen Zeugnisses

  • Bei Hinweis durch Corona-Warn-App: Buchstabe A anfügen (02402A)
    In diesem Fall wird keine 88240 angesetzt!
  • Berechnungsfähig höchstens viermal im Behandlungsfall
  • Die KVWL stockt die Vergütung für die GOP 02402 im vierten Quartal 2020 automatisch auf 10 Euro und an Samstagen auf 15 Euro auf. Dazu müssen die Ziffern 97040 und 97042 (s. KVWL-Telegramm vom 17.09.2020) nicht durch die Praxis erfasst werden.
  •  Wichtig: Unbedingt 88240 ansetzen!

GOP 02403 (Wert 7 Euro, ab 1. Oktober 2020)

  • Zuschlag zur GOP 02402 bzw. 02402A
  • Nur berechnungsfähig, sofern keine Versicherten-/ Grund- und/oder Konsiliar- oder
  • Notfallpauschale berechnungsfähig ist (höchstens viermal im Behandlungsfall).

Personen mit Corona Warn-App

Anlass der Testung: Warnung in der Corona-App „Erhöhtes Risiko“

Die Abrechnung erfolgt nach dem EBM mit der Quartalsabrechnung.

Bitte die Zusatznummer GOP 02402A angeben.

KEINE Symbolnummer 88240 eintragen!

Kodierung: Z20.8G und U 99.0!G
Positives Ergebnis: zusätzlich U07.1 G und Z22.8 G.
Negatives Ergebnis: keine zusätzliche Kodierung.

Laborauftrag: Muster 10c

  • Testung nach Meldung „Erhöhtes Risiko ankreuzen (GOP 32811)
  • Einverständnis ankreuzen.
  • Telefonnummer des Patienten in Feld „Daten für das Gesundheitsamt“ eintragen

Andere Kostenträger

Land NRW

Beschäftigte in Schulen, Kitas und Kindertagespflege

Beschäftigte in Schulen, Kitas und Kindertagespflege: Zwischen den Herbstferien und den Weihnachtsferien bis zu drei Test möglich

Die Landesregierung verlängert das Angebot für die Beschäftigten an Schulen und Kindertagesbetreuungen, sich kostenlos auf COVID-19 testen zu lassen, vom ersten Schultag nach den Herbstferien (26. Oktober) bis zum Beginn der Weihnachtsferien am 22. Dezember 2020. Damit besteht während der Herbstferien (Freitag, 9. Oktober 2020, 0 Uhr, bis Sonntag, 25. Oktober, 0 Uhr) kein Anspruch für Beschäftigte in Schulen, Kindertageseinrichtungen sowie Kindertagespflegepersonen, sich zu Lasten des Landes NRW auf COVID-19 testen zu lassen.

Zudem wird die Testfrequenz reduziert: Die Beschäftigten dürfen sich im gesamten Zeitraum nur bis zu drei Mal testen lassen (bislang alle 14 Tage möglich). Der Zeitpunkt der Testung ist von den Anspruchsberechtigten selber frei wählbar.

Die Abrechnungsmodalitäten für die Praxen bleiben bis zum 22.12.2020 unverändert (den Abrechnungsleitfaden finden Sie hier:

Für den Nasen-/Rachenabstrich erhalten Sie eine Vergütung in Höhe von 20 Euro (gleichermaßen für GKV- und PKV-Versicherte). Diese Kosten sowie die Laborkosten übernimmt das Land NRW. Der Laborauftrag muss über das neue Formular Muster 10C erfolgen.

Hier finden Sie eine Übersicht der Praxen, die grundsätzlich zu Testungen bei diesen Personengruppen auf COVID-19-Infektionen per Nasen-Rachenabstrich bereit sind:

Die Informationen der oben genannten Listen erhalten Sie – kombiniert mit einer komfortablen Suchfunktion – auch unter:

Logo Corona-Test-Praxis

Wichtig: Sie können nun auch Labore außerhalb von NRW beauftragen

Bei der Übernahme der Laborkosten hat die Landesregierung nun nachgebessert und die bisher geltende Vorgabe, ausschließlich Labore aus NRW für diese Testauswertung zu beauftragen, aufgehoben. Wenn Sie Beschäftigte in öffentlichen oder privaten Schulen sowie Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen in NRW auf eine SARS-CoV-2-Infektion testen, können Sie ein Labor Ihrer Wahl beauftragen. Das Land übernimmt dann auch hier die entstehenden Kosten der Labordiagnostik. Das Vorgehen bezüglich der Abrechnung von Laborleistungen mit Laboren außerhalb Nordrhein-Westfalens wird aktuell erarbeitet.

Rechtsverordnung BUND

Nach der neuen Rechtsverordnung des Bundes vom 15. Oktober 2020 wächst die Anzahl der Anspruchsberechtigten für asymptomatische Testungen deutlich.

Grundsätzlich gilt aber weiterhin: Es besteht keine Verpflichtung für Vertragsärztinnen und -ärzte, diese Tests bei asymptomatischen Personen durchzuführen.

Es steht Ihnen frei, in Ihren Praxen nur symptomatische Patienten zu testen und zu behandeln. In diesem Fall empfehlen wir, darauf bereits am Eingang zu Ihrer Praxis deutlich hinzuweisen (Aushang, Plakat, Praxis-Homepage, etc.)

Wenn Sie asymptomatische Personen testen möchten: Organisieren Sie Test-Sprechstunden am Rande der regulären Sprechstundenzeiten oder stimmen Sie sich ggf. mit Kolleginnen und Kollegen in Ihrer Nähe entsprechend ab.

Wie werden die erbrachten Leistungen vergütet?

  • Vergütung ärztlicher Leistung: Abstrichentnahme, Beratung und Ausstellung eines ärztlichen Zeugnisses: 15 Euro (alle Testarten),
  • Ärztliche Schulung des Personals in stationären Pflegeeinrichtungen zur Anwendung und Auswertung von PoC-Antigen-Tests (Schnelltest): einmalig 70 Euro je Einrichtung,
  • Laborleistung PCR-Test: 50,50 Euro pauschal,
  • Laborleistung Antigen-Test: 15 Euro pauschal.

Symbolnummern für die Abrechnung:

  • Abstrichentnahme bei allen Testarten für asymptomatische Personen:
    Symbolnummer 97120
    (gilt auch für Reiserückkehrer aus Risikogebieten - keine Abrechnung mehr über SNR 97060R)
  • Ärztliche Schulung des Personals in stationären Pflegeeinrichtungen zur Anwendung und Auswertung von PoC-Antigen-Tests: Symbolnummer 97124

Es bleibt für Sie in den Praxen bei der Veranlassbarkeit von PCR-Tests, oder ggf. von laborbasierten Antigen-Labortests. Die so laut propagierten sogenannten PoC-Antigen-(Schnell-)Tests finden nahezu ausschließlich innerhalb von Einrichtungen zur selbständigen Nutzung durch die Einrichtung Anwendung.

Die Beauftragung der labordiagnostischen Leistungen erfolgt übergangsweise über das Muster OEGD.

Einreise aus Auslandsrisikogebieten

Nach der ab 15. Oktober 2020 modifizierten Rechtsverordnung können Sie als niedergelassene Vertragsärzte nur noch Einreisende innerhalb von 10 Tagen nach der Einreise

aus Risikogebieten

testen, wenn diese sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

Bei welchem Gebiet es sich um ein Risikogebiet handelt, veröffentlicht das Robert-Koch-Institut unter:

Das Gebiet gilt als Risikogebiet, wenn das Land zum Zeitpunkt der Einreise in die BRD auf der Homepage als ein solches genannt wird.

Es ist bei Bedarf auch ein einmaliger Wiederholungstest möglich.

Achtung:
Personen, die aus einem Nicht-Risikogebiet in die BRD einreisen, dürfen somit nicht mehr zu Lasten der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds getestet werden. Eine Abrechnung der Abstrichleistung ist nicht mehr möglich.

Sofern ein Einreisender aus einem Nicht-Risikogebiet eine Abstrichentnahme wünscht, ist sowohl die Abstrichleistung, als auch die Laborleistung von dem Einreisenden nach vorheriger Aufklärung privat zu begleichen. Der Laborauftrag ist dann mittels Privatauftrag zu übermitteln.

Erklärung des Einreisenden:
Der Einreisende erklärt mündlich, dass er innerhalb der letzten 10 Tage aus einem Risikogebiet nach Deutschland eingereist ist.

Hinweis:
Alle Einreisenden aus Risikogebieten (nach RKI) sind nach wie vor verpflichtet, sich direkt nach der Einreise in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben und das für sie zuständige Gesundheitsamt zu kontaktieren. Nur das Gesundheitsamt ist berechtigt, diese Quarantäne aufzuheben - und das auch nur bei Vorliegen eines negativen SARS-CoV-2-Testergebnisses.

Mitarbeiter / Bewohner in medizinischen Einrichtungen

Die Testungen sind ein Mal pro Woche möglich.

Anspruchsberechtigt sind z. B:

  • Arzt- und Zahnarztpraxen,
  • Einrichtungen für ambulantes Operieren,
  • Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen,
  • Dialyseeinrichtungen,
  • Stationäre Pflegeeinrichtungen,
  • Ambulanten Pflegedienste,
  • Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe,
  • Ambulante Dienste der Wiedereingliederungshilfe,
  • Krankenhäuser.

Praxispersonal:

Testung nur mittels Labor-Antigen-Test oder PoC-AntigenTest möglich! Kein präventiver PCRTest möglich!

Kontaktpersonen

Kontaktpersonen können u.a. sein:

  • Personen, die in den letzten zehn Tagen mindestens 15 Minuten mit einem Infizierten gesprochen haben,
  • Mitbewohner eines Infizierten,
  • Personen, die in räumlicher Nähe zu Infizierten waren, zum Beispiel bei Feiern, gemeinsamem Sport in Innenräumen

Personen aus einem Gebiet mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 50

  • Nur wenn das zuständige Gesundheitsamt die Testungen für die Region veranlasst hat
  • Gilt auch für Reisewillige

Formulare zur Testung

Zur Veranlassung der SARS-CoV-2-Testungen wurden zwei neue Formulare entwickelt:

  • Muster 10C für die Testungen in der vertragsärztlichen Versorgung
  • Muster OEGD für die Testungen asymptomatischer Personen nach der Rechtsverordnung (RVO)

Beide Muster bestehen aus zwei Teilen:
Der obere Teil dient der Veranlassung der SARS-CoV-2-Testung im Labor; er wird vom veranlassenden Arzt ausgefüllt.
Den unteren Teil erhält die Person, die getestet wird. Er enthält Datenschutzhinweise und den QR-Code.

Auf dem Formular ist zwingend die Telefonnummer des Getesteten anzugeben, um ihn bei Virusnachweis umgehend informieren und die erforderlichen Maßnahmen des Infektionsschutzes durch den ÖGD einleiten zu können.

Bestellservice Formulare

FAQ: COVID-19-Abstrich bei symptomatischen Patienten Icon FAQ

Ist der Vertragsarzt bei symptomatischen Patienten zur Abstrichentnahme verpflichtet?

Die Abstrichentnahme ist eine verpflichtende vertragsärztliche Tätigkeit und gehört zu den obligaten ärztlichen Aufgaben einer Praxis. Die Entscheidung, ob ein Abstrich im Einzelfall indiziert ist, trifft die Ärztin/der Arzt in begründetem Verdacht.

Welcher symptomatische Patient soll einen Abstrich bekommen?

Das RKI empfiehlt aktuell eine niederschwellige Testung aller Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung. Konkret bedeutet dies:

  • Akute respiratorische Symptome jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn bei ALLEN Patienten unabhängig von Risikofaktoren
  • Kontakt zu laborbestätigtem COVID-19-Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn UND jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome
  • Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in einer Pflegeeinrichtung/Krankenhaus

Die Entscheidung, ob ein Abstrich erfolgen soll, trifft die Ärztin/der Arzt.

Kann der symptomatische Patient zum Gesundheitsamt weitergeschickt werden?

Der Abstrich von symptomatischen Patienten liegt nicht im Aufgabenbereich des Gesundheitsamtes. Die Patienten können deshalb nicht dorthin weitergeleitet werden.

Sind Selbstabstriche durch den Patienten noch möglich?

Nein. In diesem Frühjahr war der Selbstabstrich durch die Patienten wegen der fehlenden Schutzkleidung situationsangepasst notwendig geworden. Bei der aktuell guten Versorgung mit Schutzkleidung muss der Abstrich durch die Ärztin/den Arzt oder unter Aufsicht durch eine Mitarbeiterin durchgeführt werden.

Ist der Abstrich delegierbar?

Der Abstrich kann unter fachlicher Weisung der Ärztin/des Arztes von einer Mitarbeiterin erbracht werden. Dabei sind die Prinzipien der Delegation zu beachten.

Wird die Praxis bei einem positiven Patientenbefund durch das Gesundheitsamt geschlossen?

Wenn sich Ärztinnen/Ärzte an die Regeln des Infektionsschutzes (zum Beispiel der Infektionssprechstunde) halten, gibt es für das Gesundheitsamt bei der Diagnostik und Behandlung von COVID-19-Patienten keinen Grund, die Praxis zu schließen.

Indirekter Erregernachweis mittels Antikörpertest

Testung und Abrechnung: Hinweise

Antikörpertests können bei COVID-19-typischer Symptomatik in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Insbesondere bei milden Verläufen ist ab der zweiten Woche nach Symptomeintritt der direkte Erregernachweis mit einem PCR-Test nicht immer möglich. Eine SARS-CoV-2-Infektion kann dann indirekt durch serologische Verfahren nachgewiesen werden.

Mittlerweile stehen sehr sensitive und für den indirekten Erregernachweis bei Patienten mit COVID-19-Symptomen ausreichend spezifische Antikörpernachweise zur Verfügung. Eine Untersuchung auf SARS-CoV-2-Antikörper zur Bestimmung des Titeranstiegs oder zum Nachweis einer Serokonversion kann eine Woche nach Symptombeginn zweckmäßig sein.

Zwei Blutproben

Hierzu sind zwei Blutproben im Abstand von 7 bis 14 Tagen erforderlich. Die zweite Probe sollte nicht vor der dritten Woche nach Symptomeintritt entnommen werden und muss in demselben Labor untersucht werden.

Das Blut wird auf Gesamt- oder spezifisch auf IgG-Antikörper untersucht. IgA- und IgM-Antikörper-Bestimmungen weisen eine deutlich niedrigere Spezifität auf und sollten deswegen nicht durchgeführt werden.

Auch indirekter Erregernachweis meldepflichtig

Ein positiver Befund der serologischen Testung gilt als indirekter Erregernachweis. Der veranlassende Arzt und auch der Laborarzt müssen die Infektion – wie bei einem PCR-Test – namentlich dem Gesundheitsamt melden.

Eine Testung ohne direkten zeitlichen Bezug zu einer klinischen COVID-19-Symptomatik beispielsweise zur Prüfung einer Immunität sollte nicht durchgeführt werden. Die Spezifität der Verfahren ist bei der niedrigen Prävalenz von SARS-CoV-2-Infektionen nicht ausreichend. Derzeit handelt es sich hierbei nicht um eine vertragsärztliche Leistung.

Hinweise zur Abrechnung

Der veranlassende Arzt und der Laborarzt kennzeichnen ihre Abrechnung am Behandlungstag mit der Ziffer 88240; so werden alle Leistungen extrabudgetär honoriert. Der Antikörpertest selbst ist als ähnliche Untersuchung mit der Gebührenordnungsposition 32641 berechnungsfähig.

Schnellteste können nicht abgerechnet werden.

Die Ärzte, die Antikörper untersuchen, sollten freiwillig an Maßnahmen zur externen Qualitätssicherung teilnehmen.

Antigentest

Testung und Abrechnung: Hinweise

Erstmalig wurden auch Antigentests zum Direktnachweis von SARS-CoV-2-Antigenen in den EMB aufgenommen. Diese werden aktuell in den Markt eingeführt, achten Sie hierzu bitte auf entsprechende Veröffentlichungen.

  • Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.
  • Die GOP 32779 EBM ist vor dem Hintergrund der besonderen Anforderungen an den Arbeitsschutz nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig.
  • Sogenannte Labor-Schnelltests und auch Point-of-Care (POCT) Tests (z.B. Latextests oder Untersuchungen mittels vorgefertigter Reagenzträger, sind nicht über die GOP 32779 EBM berechnungsfähig.

Es dürfen nur Antigen-Testverfahren eingesetzt werden, die im Internet-Angebot des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgeführt sind:

Hinweise zur Abrechnung

Zusätzliches Honorar: Kennzeichnung

In Kürze: Kennzeichnung von Leistungen im Zusammenhang mit COVID-19

Erforderlich: SNR 88240 an allen Tagen, an denen bei einem Patienten Leistungen im Zusammenhang mit einer COVID-19 Infektion oder dem Verdacht auf eine solche erbracht wurden.

  • Extrabudgetäre Vergütung folgender Leistungen in diesem Arztgruppenfall und auch, wenn sie nicht an den gekennzeichneten Tagen erbracht wurden:
  • alle Leistungen, die an den gekennzeichneten Tagen für den Patienten durchgeführt wurden
  • die Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale derselben Arztgruppe
  • die Zusatzpauschale für Pneumologie (GOP 04530 und 13650 EBM)
  • die Zusatzpauschale fachinternistische Behandlung (GOP 13250 EBM)

Labore: Abrechnungsziffer

Aufnahme des Nukleinsäurenachweises für das neuartige Coronavirus in den EBM

Der Bewertungsausschuss hat zum 1. Februar 2020 eine neue Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 zur Abklärung eines Verdachts auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) in den EBM aufgenommen:

  • Die GOP 32816 ist nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig.
  • Kann nur bei Patienten mit einer akuten COVID-19 assoziierten Symptomatik und / oder bei klinischen und radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie untr Angabe einer medizinischen Begründung abgerechnet werden
  • Die Vergütung für den PCR-Test: 39,40 Euro
  • Kann Maximal fünfmal im Behandlungsfall berechnet werden

Kodierung: Covid-19

Für die Kodierung von SARS-CoV-2 in der Abrechnung und auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gibt es eigene Diagnoseschlüssel: U07.1 ! U07.2 ! und U99.0 !. Im Folgenden wird erläutert, wann welcher Schlüssel der richtige ist. 

  • U07.1 ! COVID-19, Virus nachgewiesen: ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen das Virus SARS-CoV-2 durch einen Labortest nachgewiesen wurde.
  • U07.2 ! COVID-19, Virus nicht nachgewiesen: ist für COVID-19-Fälle vorgesehen, bei denen SARS-CoV-2 nicht durch einen Labortest nachgewiesen werden konnte, die Erkrankung jedoch anhand eines klinischen Kriteriums (z.B. mit COVID-19 zu vereinbarendes Symptom) und eines epidemiologischen Kriteriums (z.B. Kontakt zu einem laborbestätigten COVID-19-Fall) vorliegt.
  • U99.0 ! Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2: Die neubelegte Schlüsselnummer beschreibt einen „Versorgungsanlass“ hinsichtlich der Behandlung von Personen, bei denen eine Infektion mit SARS-CoV-2 abgeklärt wird. Mit „spezielle Verfahren“ sind hier direkte labordiagnostische Verfahren zum Nachweis einer Infektion mit SARS-CoV-2 gemeint.

Kein „!“ beim Kodieren
Bei allen diesen Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzkodes, sogenannte Ausrufezeichenkodes (!). Damit ist geregelt, dass sie eine ergänzende Information enthalten und mit mindestens einem weiteren Kode kombiniert werden müssen, der für eine Primärverschlüsselung zugelassen ist. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben.

Nur Zusatzkennzeichen „G“
Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G“ (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Die Kodes U07.1 ! und U07.2 ! sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind, oder um den Ausschluss („A“) oder den Zustand nach („Z“) einer COVID-19-Erkrankung zu verschlüsseln.

Förderungen zur Behandlung von Infekt-Patienten im Herbst 2020

In der Herbstsaison müssen wir mit einem Ansteigen typischer Infekte rechnen. Die Behandlung solcher symptomatischer Patienten und bei entsprechender ärztlicher Einschätzung auch die Abstrichentnahme gehören zur Regelversorgung.

Diese flächendeckende Versorgung durch alle Praxen ist unsere Stärke: Im 2. Quartal 2020 sind fünf von sechs Verdachtsfällen in Praxen versorgt worden und nur einer in den damals vorhandenen Corona-Behandlungszentren.

Auf diese Stärke wollen wir im Herbst und Winter bauen. Deshalb wird die KVWL das Engagement der Kolleginnen und Kollegen gezielt fördern. Für das vierte Quartal 2020 führt die KVWL ein Bonus-System zur Stärkung der Versorgung symptomatischer Patienten ein.

1. Behandlung eines symptomatischen Patienten

Wie im EBM vorgesehen kann bei der Behandlung einer Person mit Verdacht auf Covid-19 die GOP 88240 zugesetzt werden. Damit werden sämtliche Leistungen an diesem Tag bei dem jeweiligen Patienten sowie die Grund- oder Versichertenpauschale für das laufende Quartal extrabudgetär vergütet.
Je nach Patient beträgt der Fallwert mindestens 30 Euro. Wenn der Patient dann noch einmal im Quartal Behandlung benötigt, kann darüber hinaus das übliche RLV ausgelöst werden.

2. Abstrichentnahme und Behandlung eines symptomatischen Patienten

Die KVWL stockt die Vergütung für die GOP 02402 im vierten Quartal 2020 automatisch auf 10 Euro und an Samstagen auf 15 Euro auf. Dazu müssen die Ziffern 97040 und 97042 (s. KVWL-Telegramm vom 17.09.2020) nicht durch die Praxis erfasst werden.

Ein solcher Abstrich symptomatischer Patienten kann höchstens viermal je Behandlungsfall angesetzt werden.

Wichtig: Unbedingt 88240 ansetzen!

3. Samstagsöffnungszeiten zur Entlastung des Notfalldienstes

Mit einer freiwilligen ergänzenden Infekt-Sprechstunde an Samstagen will die KVWL den regulären Notfalldienst entlasten. Für diese zusätzlichen vereinbarten Infekt-Sprechstunden werben wir um Praxen insbesondere aus dem hausärztlichen Versorgungsbereich, die bereit sind, an den Samstagen des 4. Quartals für die Versorgung symptomatischer Patienten zu öffnen. Die Sprechstunde sollte dabei mindestens von 9 bis 13 Uhr erfolgen. Eine feste Dienstplanung erfolgt durch die jeweilige KVWL-Bezirksstelle.

Für diese Infekt-Sprechstunde wird die KVWL für jeden Samstag eine Strukturkostenpauschale von 400 Euro zahlen. Der KVWL-Zuschlag für eine Abstrichentnahme bei einem symptomatischen Patienten am Samstag erhöht sich auf 15 Euro (SNR 97042). Zusätzlich kann die Samstagspauschale von 11,10 Euro (GOP 01102) in Ansatz gebracht werden.

Die Praxen des hausärztlichen Versorgungsbereichs sowie HNO-Fachärzte und Pulmologen sind hierzu gesondert angeschrieben worden und um ihre Mitarbeit gebeten. Die Dienstplanung wird auf der Internetseite der KVWL veröffentlicht.

Notwendige Hausbesuche bei Quarantäne

Ab dem 1. Oktober fördert die KVWL weiterhin den Besuch bei einem behandlungsbedürftigen Patienten in angeordneter häuslicher Quarantäne. Der Hausbesuch in der Quarantäne wird mit 51,53 Euro analog zum „dringenden Besuch“ honoriert. Ein solcher Besuch muss mit der SNR 97044 gekennzeichnet sein.

Die Fördermaßnahmen für Abstriche in der Praxis und Hausbesuche in der Quarantäne sind vorerst bis zum 31.12.2020 befristet, können jedoch bei Bedarf von der Vertreterversammlung verlängert werden.

Abstrichentnahme und Behandlung im Notfalldienst

Im Notfalldienst erwarten wir im Herbst ebenfalls ein erhöhtes Aufkommen an symptomatischen Patienten. Darauf werden wir die Notfalldienstpraxen räumlich und organisatorisch vorbereiten. An ausgesuchten Standorten werden wir zusätzliche Kapazitäten für Infektsprechstunden schaffen.

Bitte beachten Sie: Im Notfalldienst eingesetzte Ärztinnen und Ärzte sind zur Behandlung der Patienten verpflichtet – dazu gehören auch alle Infektpatienten. Im organisierten Notfalldienst werden keine Zuschläge für Abstriche oder Hausbesuche gezahlt.

Meldepflicht

Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle melden: erforderliche Angaben

Behandelnde Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, alle Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle ihrer Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit dem Virus namentlich dem örtlichen Gesundheitsamt zu melden, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt (Postleitzahltool des RKI).

Die Meldung – inklusive dem Namen und den Kontaktdaten der betroffenen Person – muss unverzüglich erfolgen und innerhalb von 24 Stunden dem zuständigen Gesundheitsamt vorliegen. Zur Meldung ist der Arzt verpflichtet, der den Verdacht, die Erkrankung oder den Tod in Bezug auf COVID-19 festgestellt hat. Er ist auch grundsätzlich für die Einhaltung der Meldepflicht verantwortlich.

Darüber hinaus bestehen Meldepflicht und Verantwortlichkeit auch für Leiter bestimmter Einrichtungen. Beispielsweise ist der Leiter einer Arztpraxis mit Infektionserregerdiagnostik verpflichtet, den direkten oder indirekten Nachweis von SARS-CoV-2 namentlich zu melden.

Näheres zu den Personen, die zur Meldung verpflichtet sind, regelt Paragraf 8 des Infektionsschutzgesetzes.

Neu: Bei der namentlichen Meldung müssen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz seit dem 23. Mai – soweit möglich – auch Angaben machen zum:

  • wahrscheinlichen Infektionsweg, einschließlich Umfeld, in dem die Übertragung wahrscheinlich stattgefunden hat (mit Name, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Infektionsquelle und dem wahrscheinlichen Infektionsrisiko)

Sowie im weiteren Behandlungsverlauf zum:

  • Behandlungsergebnis (d.h. Genesungsstatus)
  • Serostatus (d.h. ob spezifische Antikörper im Blut vorhanden sind)

Übersicht des Robert Koch-Institutes zu den erforderlichen Meldeinhalten

Folgende Angaben müssen bei der Meldung gemacht werden, wenn die Informationen vorliegen:

Zur betroffenen Person

  • Name, Vorname, Geschlecht, Geburtsdatum
  • Adresse und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail)
  • Tätigkeit, Betreuung oder Unterbringung in einer Einrichtung, z.B. Krankenhaus, Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kita, Schule), Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen, Obdachlosenunterkünfte, Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende, Justizvollzugsanstalten
  • Diagnose oder Verdachtsdiagnose
  • Tag der Erkrankung, Tag der Diagnose, gegebenenfalls Tag des Todes und wahrscheinlicher Zeitpunkt oder Zeitraum der Infektion
  • wahrscheinlicher Infektionsweg, einschließlich Umfeld, in dem die Übertragung wahrscheinlich stattgefunden hat, mit Name, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Infektionsquelle und wahrscheinliches Infektionsrisiko
  • Behandlungsergebnis und zum Serostatus in Bezug auf diese Krankheit
  • Stadt oder Landkreis, in der/dem die Infektion wahrscheinlich erworben worden ist
  • Überweisung, Aufnahme und Entlassung z.B. aus einem Krankenhaus, ggf. intensivmedizinische Behandlung und deren Dauer
  • Spender für eine Blut-, Organ-, Gewebe- oder Zellspende in den letzten sechs Monaten
  • Zugehörigkeit zur Bundeswehr und Personen, während sie sich in ortsfesten oder mobilen Einrichtungen aufhalten, die von der Bundeswehr betrieben werden

Zum Labor

  • Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail-Adresse) der Untersuchungsstelle, die mit der Erregerdiagnostik beauftragt ist

Zum Melder

  • Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten (z.B. Telefonnummer, E-Mail-Adresse) des Meldenden

Begründeten Verdachtsfälle: Meldepflicht

Laut den Empfehlungen des RKI (Robert-Koch-Institut) liegt ein begründeter Verdacht in diesen beiden Fällen vor:

  • bei Personen, die akute respiratorische Symptome zeigen und in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten
  • bei Personen mit klinischen oder radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie, die im Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in einer Pflegeeinrichtung oder einem Krankenhaus auftritt, in der die Person sich aufhält oder aufgehalten hat

Ärzte müssen alle begründeten Verdachtsfälle an das Gesundheitsamt melden – auch wenn sich der Verdacht einer Infektion nicht bestätigt - sowie alle bestätigten Infektionen. Details finden Sie hier:

Testergebnisse liegen vor: Meldung an Gesundheitsamt

Die Ergebnisse eines PCR-Tests oder eines Antikörpertests des Labors liegen dem behandelnden Arzt vor.

Erkrankung bestätigt: namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Eine nachgewiesene Erkrankung ist immer namentlich zu melden. Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden.

Verdachtsfall nicht bestätigt: namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Eine Meldung an das Gesundheitsamt muss dann erfolgen, wenn sich ein vorab gemeldeter Verdachtsfall durch ein negatives Testergebnis nicht bestätigt hat.

Der behandelnde Arzt meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden.

Serostatus – namentliche Meldung an das Gesundheitsamt

Neu: Durch das zweite Bevölkerungsschutzgesetz ist seit dem 23. Mai auch der Serostatus eines Patienten Teil der namentlichen Meldung in Verbindung mit dem Verdacht, der Erkrankung oder dem Tod an COVID-19.

Liegen die Ergebnisse eines Antikörpertests vor, meldet der behandelnde Arzt dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden.

Weiterer Behandlungsverlauf: Meldepflicht bei Genesung / Todesfall

Genesung

Ist der Patient nach einer COVID-19-Erkankung genesen, meldet der feststellende Arzt dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden.

Todesfall

Ein Todesfall infolge von COVID-19 ist immer dem Gesundheitsamt zu melden. Der Arzt, der den Todesfall feststellt, meldet dem Gesundheitsamt die erforderlichen Angaben innerhalb von 24 Stunden.

Sonderregelung für die ambulante Versorgung

Um die Vertragsärzte und -psychotherapeuten in der Coronakrise zu entlasten und eine zusätzliche Ausbreitung des COVID-19-Virus über die Wartezimmer der Praxen zu verhindern, wurden zahlreiche Sonderregelungen vereinbart. Eine kurze Übersicht aller Sonderregelungen finden Sie hier:

AU-Bescheinigung per Telefon

Angesichts bundesweit wieder steigender COVID-19-Infektionszahlen kurz vor Beginn der Erkältungs- und Grippesaison hat sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) erneut auf eine Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung verständigt. Befristet vom 19. Oktober 2020 vorerst bis 31. Dezember 2020 können Patientinnen und Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, telefonisch bis zu 7 Kalendertage krankgeschrieben werden. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte müssen sich dabei persönlich vom Zustand der Patientin oder des Patienten durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere 7 Kalendertage ausgestellt werden.

Hinweis zur Abrechnung:
Die Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale kann abgerechnet werden, wenn die Patientin oder der Patient in dem Quartal mindestens einmal in der Praxis war oder einen Arzt-Kontakt per Videosprechstunde hatte. Bleibt es in dem Quartal bei einem telefonischen Kontakt, ist die Bereitschaftspauschale (GOP 01435) berechnungsfähig.

Die Kosten für den postalischen Versand der AU-Bescheinigung und der Ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes (Muster 21) werden von den Krankenkassen mit 0,90 Euro übernommen. Ärzte tragen für den Versand bitte die Symbolnummer 88122 ein.

 

Videosprechstunde: Limitierung aufgehoben

Videosprechstunden unbegrenzt möglich

Ärzte und Psychotherapeuten können ihren Patienten jetzt öfter eine Videosprechstunde anbieten. Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus haben KBV und GKV-Spitzenverband die Begrenzungsregelungen aufgehoben. Damit sind Fallzahl und Leistungsmenge nicht limitiert.

Normalerweise dürfen Ärzte und Psychotherapeuten pro Quartal maximal jeden fünften Patienten ausschließlich per Video behandeln, ohne dass dieser in die Praxis kommen muss. Auch die Menge der Leistungen, die in Videosprechstunden durchgeführt werden dürfen, ist auf 20 Prozent begrenzt. Für den Rest ist ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt erforderlich.

Aufgrund der aktuellen Pandemie mit SARS-CoV-2 wird empfohlen, dass Patienten nach Möglichkeit nur in medizinisch dringenden Fällen die Praxen aufsuchen. Eine Alternative für den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ist die Konsultation per Video. Sie ist bei allen Indikationen möglich und auch dann, wenn der Patient zuvor noch nicht bei dem Arzt in Behandlung war.

Psychotherapie per Video

Die Durchführung von Psychotherapeutischen Sprechstunden und probatorischen Sitzungen (auch neuropsychologische Therapie) werden zunächst bis zum 31. Dezember 2020 auch im Rahmen der Videosprechstunde ermöglicht.

Bislang war dies nur bei bestimmten Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie möglich und nur, wenn vorher ein persönlicher Kontakt zwischen Patient und Psychotherapeut stattgefunden hat.

Grundsätzlich erfordert die Psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesenheit der Patienten: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung ist der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig. Gegebenenfalls muss die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie kann es im Einzelfall sinnvoll sein, Patienten den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Hierfür wurde die Psychotherapie-Vereinbarung jetzt entsprechend für einen begrenzten Zeitraum angepasst.

Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben.

Zudem müssen die Vorgaben der Landeskammer zur Berufsordnung in Bezug auf die Gestaltung der Erstkontakte beachtet werden.

Zur Umsetzung der Sonderregelungen wurde der EBM so angepasst, dass die entsprechenden Gebührenordnungspositionen bis zum 31. Dezember 2020 auch abgerechnet werden dürfen, wenn die Leistungen in einer Videosprechstunde durchgeführt wurden.

Die Regelung gilt zunächst befristet bis zum 31. Dezember 2020

Funktionelle Entwicklungstherapie per Video

Der Bewertungsausschuss hat für die Kinder- und Jugendpsychiatrie zunächst befristet vom 15. Mai bis zum 31. Dezember 2020 eine neue Leistung in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

Für die nicht-ärztlichen Mitarbeiter in den sozialpsychiatrischen Praxen stellt die funktionelle Entwicklungstherapie gemäß der Gebührenordnungsposition (GOP) 14310 EBM eine zentrale Leistung dar, die jedoch bei videogestützter Durchführung nicht berechnungsfähig ist. Da Teile der Leistung aus fachlicher Sicht per Video durchführbar sind, wird zeitlich befristet eine neue Leistung für videogestützte Maßnahmen einer funktionellen Entwicklungstherapie durch qualifizierte Mitarbeiter gemäß der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung in den EBM aufgenommen:

GOP Leistungsbeschreibung Bewertung in Punkten
14223

Videogestützte Maßnahmen einer funktionellen Entwicklungstherapie durch qualifizierte Mitarbeiter gemäß § 3 der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung

Obligater Leistungsinhalt

  • Einzelbehandlung
  • Dauer mindestens 15 Minuten

je vollendete 15 Minuten

Die GOP ist zeitlich befristet vom 15. Mai bis 31. Dezember 2020.
Die GOP 14223 EBM ist nur berechnungsfähig, wenn im Zeitraum der letzten vier Quartale unter Einschluss des aktuellen Quartals ein persönlicher Kontakt zwischen dem SPV-Mitarbeiter und dem Patienten in derselben Arztpraxis stattgefunden hat. Voraussetzung für die Berechnung der GOP 14223 EBM ist eine regelmäßige ärztliche Anleitung.
Für die Abrechnung der GOP 14223 EBM gelten die Anforderungen gemäß Anlage 31b zum BMV-Ä entsprechend.

Die GOP 14223 EBM ist nicht neben den GOP 14221, 14310, 14311 und 30930 bis 30933 EBM und nicht neben den GOP der Abschnitte 30.3, 35.1 und 35.2 des EBM berechnungsfähig.

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Der Zuschlag Videosprechstunde nach der GOP 01450 EBM ist – abweichend von der Leistungslegende - auch im Zusammenhang mit der GOP 14223 EBM zeitlich befristet bis zum 31. Dezember 2020 berechnungsfähig. Die im Zusammenhang mit der GOP 14223 EBM durchgeführten und abgerechneten Leistungen gemäß der GOP 01450 EBM fließen in das Punktzahlvolumen des behandelnden Vertragsarztes gemäß der ersten Anmerkung zur GOP 01450 EBM ein.

Weitere Informationen unter:

Psychotherapie: Sonderregelung

Um die psychotherapeutische Versorgung während der Coronavirus-Krise zu erleichtern, haben KBV und GKV-Spitzenverband einige Sonderregelungen beschlossen. Sie gelten ab sofort und betreffen die Videosprechstunde und die Umwandlung von Gruppen- in Einzeltherapien.

Video-Lösung nur für Einzelfälle

Die Durchführung von Psychotherapeutischen Sprechstunden und probatorischen Sitzungen (auch neuropsychologische Therapie) werden zunächst bis zum 31. Dezember 2020 auch im Rahmen der Videosprechstunde ermöglicht.

Bislang war dies nur bei bestimmten Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie möglich und nur, wenn vorher ein persönlicher Kontakt zwischen Patient und Psychotherapeut stattgefunden hat.

Grundsätzlich erfordert die Psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesenheit der Patienten: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung ist der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig. Gegebenenfalls muss die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie kann es im Einzelfall sinnvoll sein, Patienten den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Hierfür wurde die Psychotherapie-Vereinbarung jetzt entsprechend für einen begrenzten Zeitraum angepasst.

Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne persönlichen Kontakt zwischen Patient und Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben.

Zudem müssen die Vorgaben der Landeskammer zur Berufsordnung in Bezug auf die Gestaltung der Erstkontakte beachtet werden.

Zur Umsetzung der Sonderregelungen wurde der EBM so angepasst, dass die entsprechenden Gebührenordnungspositionen bis zum 31. Dezember 2020 auch abgerechnet werden dürfen, wenn die Leistungen in einer Videosprechstunde durchgeführt wurden.

Umwandlung von Gruppentherapie

Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder Begutachtung erfolgen muss. Auch diese Regelung gilt bis 31. Dezember 2020. Die Umwandlung erfolgt über die „Therapieeinheit“ und muss lediglich formlos der Krankenkasse mitgeteilt werden (kein Formular notwendig).

Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (entspricht einer Sitzung mit 100 Minuten) kann bei Bedarf maximal je Patient der Gruppe eine Einzeltherapie (entspricht einer Sitzung mit 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden.

Durch die Umwandlung von Gruppen- in Einzelsitzungen können im unmittelbaren persönlichen Kontakt Infektionsrisiken minimiert werden, wenn dies erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil: Einzelsitzungen können auch in einer Videosprechstunde durchgeführt werden.

Hinweise zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen für Psychotherapeuten

Psychotherapeutische Behandlungen sind auch im unmittelbaren persönlichen Kontakt weiterhin notwendig und sinnvoll. Zur Versorgung der Bevölkerung müssen die Praxen daher, soweit es die äußeren Umstände erlauben, auch physisch für Patienten erreichbar bleiben.

Insbesondere in Akutfällen und gerade in Zeiten, die die psychische Belastbarkeit zunehmend herausfordern, ist eine therapeutische Konstante am Ort der Praxis wichtig.

Die Durchführung von Gruppentherapien ist weiterhin zulässig, da es sich hierbei um medizinisch notwendige Maßnahmen handelt.

Ob eine Durchführung weiterhin zumutbar ist, müssen Therapeuten im Rahmen ihrer Verantwortung abwägen. Sie sollten kritisch prüfen, ob dies unter Beachtung des Infektionsschutzes möglich ist oder gegebenenfalls ein verstärktes Angebot von Einzelkontakten über einen begrenzten Zeitraum sinnvoller ist.

Heilmittelverordnung: Therapiebeginn innerhalb von 28 Tagen

Eine Heilmitteltherapie muss erst innerhalb von 28 Tagen nach Verordnungsdatum beginnen, regulär sind es 14 Tage. Damit soll einem in den Praxen möglicherweise bestehenden Terminstau bei Heilmittelbehandlungen, die bedingt durch die Corona-Pandemie nicht begonnen werden konnten, entgegengewirkt werden. Die Sonderregelung gilt bis zum 31. Dezember 2020.

Alle weiteren Sonderregelungen für veranlasste Leistungen enden zum 30. Juni 2020.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Entlassmanagement: Verordnungszeitraum

Entlassmanagement: Verordnungen jetzt für bis zu 14 Tage

Krankenhäuser können für einen längeren Zeitraum nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zum Übergang in die ambulante Versorgung Leistungen veranlassen beziehungsweise Bescheinigungen ausstellen. Konkret sind es jetzt 14 Tage. Dabei geht es um folgende Leistungen: AU-Bescheinigung, häusliche Krankenpflege, Hilfsmittel, Soziotherapie, Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) sowie Heilmittel. Hier wurde die 12-Kalendertage-Frist, bis zu der die vom Krankenhaus verordnete Heilmittelbehandlung abgeschlossen sein muss, auf eine 21-Kalendertage-Frist erweitert.

Arzneimittelrezepte: Bei der Verordnung von Arzneimitteln im Entlassmanagement hat der G-BA die Begrenzung auf eine Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen ausgesetzt. Für sonstige Produkte wie Blutzuckerstreifen oder Verbandmittel dürfen Rezepte für den Bedarf von bis zu 14 Tagen ausgestellt werden. Die Einlösefrist für Entlassrezepte wurde auf 6 Werktage verlängert.

Die Regelung gilt solange der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt.

Krankentransporte

COVID-19: Krankentransporte zur ambulanten Behandlung genehmigungsfrei

Krankentransporte zu einer ambulanten Behandlung für Patienten, die an COVID-19 erkrankt sind oder nach behördlicher Anordnung unter Quarantäne stehen, sind vorübergehend genehmigungsfrei. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen.

Ärzte und Psychotherapeuten, die für COVID-19-Patienten oder Quarantäne-Patienten einen Krankentransport (nicht: Krankenfahrt im Taxi) zu einer ambulanten Behandlung veranlassen, müssen diese Verordnung kennzeichnen. Dazu geben sie auf dem Formular für die Krankenbeförderung (Muster 4) an, dass es sich um einen nachweislich COVID-19-Erkrankten oder einen gesetzlich Versicherten in Quarantäne handelt.

Wichtig: Die ambulante Behandlung, zu der ein Krankentransport verordnet wird, muss zwingend medizinisch notwendig und nicht aufschiebbar sein.

Krankenfahrten zur vor- und nachstationären Behandlung

Die Fristen für die Verordnung von Krankenfahrten (z.B. im Taxi) zu einer vor- oder nachstationären Behandlung wurden wie folgt erweitert:

  • Fahrten zu vorstationären Behandlungen können für 3 Behandlungstage innerhalb von 28 Tagen vor Beginn der stationären Behandlung verordnet werden.
  • Fahrten zu nachstationären Behandlungen können für 7 Behandlungstage innerhalb von 28 Tagen verordnet werden.

Diese Regelung gilt solange der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt.

Arzneimittelabgabe: mehr Austauschmöglichkeiten

Apotheker haben während der Corona-Pandemie mehr Möglichkeiten zum Austausch von Arzneimitteln. Diese und weitere Maßnahmen sieht die SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung vor, die seit 22. April 2020 in Kraft ist. Hiermit sollen spürbare Entlastungen bei der Versorgung mit Arzneimitteln erreicht und vermeidbare Kontakte zwischen Arzt und Patient, aber auch zwischen Apotheker und Patient reduziert werden. So dürfen Apotheker jetzt in Fällen, in denen das nach den gesetzlichen oder vertraglichen Vorgaben abzugebende Arzneimittel in der Apotheke nicht vorrätig ist, ein anderes wirkstoffgleiches Arzneimittel abgeben. Ist kein wirkstoffgleiches Arzneimittel in der Apotheke vorhanden und das eigentlich abzugebende Arzneimittel auch nicht lieferbar, darf ein anderes lieferbares, wirkstoffgleiches Arzneimittel abgeben werden.

Nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt ist auch die Abgabe eines pharmakologisch-therapeutisch vergleichbaren Arzneimittels möglich, wenn weder das eigentlich abzugebende noch ein entsprechendes wirkstoffgleiches Arzneimittel vorrätig oder lieferbar ist. Dies gilt auch, wenn der verordnende Arzt den Austausch des Arzneimittels mit dem Aut-idem-Kreuz ausgeschlossen hat. Der Apotheker muss dies jeweils auf dem Arzneiverordnungsblatt dokumentieren, der Arzt muss also kein neues Rezept ausstellen.

Außerdem dürfen Apotheken ohne Rücksprache mit dem verordnenden Arzt bei der Packungsgröße, der Packungsanzahl, der Entnahme von Teilmengen aus Fertigarzneimittelpackungen und der Wirkstärke von der ärztlichen Verordnung abweichen, sofern dadurch die verordnete Gesamtmenge des Wirkstoffs nicht überschritten wird.

Gilt bis: längstens 31. März 2021

BtM-Rezeptformulare: Verwendung von anderen Ärzten

Um die Versorgung mit Betäubungsmitteln sicherzustellen, dürfen Betäubungsmittelrezepte (BtM-Rezepte) vorübergehend auch außerhalb von Vertretungsfällen – etwa in einer Praxisgemeinschaft – übertragen und von anderen Ärzten verwendet werden.

Gilt bis längstens: 31. März 2021

Substitutionstherapie: Erleichterungen während Corona-Pandemie

Die Substitutionstherapie wird während der Coronavirus-Pandemie erleichtert. Substituierende Ärzte haben die Möglichkeit, bei der Behandlung von Opioidabhängigen von den Vorgaben der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung abzuweichen.

Sie dürfen jetzt beispielsweise mehr Patienten behandeln als bisher und können Substitutionsmittel in einer Menge verschreiben, die für bis zu sieben aufeinanderfolgende Tage benötigt wird. Folgerezepte können Ärzte auch ohne persönlichen Konsultation ausstellen. Sollte eine Einnahme des Medikaments unter Beobachtung von medizinischen, pharmazeutischen oder pflegerischem Personal nicht möglich sein, können Ärzte diese Aufgabe auch anderem Personal übertragen.

Gilt bis: 31. März 2021

Therapiegespräch zur substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger per Video

Das therapeutische Gespräch zur Substitutionsbehandlung ist weiterhin während der Corona-Pandemie achtmal im Behandlungsfall möglich und kann auch im Rahmen einer Videosprechstunde durchgeführt werden. Die Regelung gilt für therapeutische Gespräche, die mindestens zehn Minuten dauern.

Nicht mehr berechnungsfähig ist dagegen der „Zuschlag Therapiegespräch“ (GOP 01952) bei ausschließlich telefonischem Arzt-Patienten-Kontakt ab dem 1. Juli.

Gilt bis: 31. Dezember 2020

U-Untersuchungen: Untersuchungszeiträume ab U6 ausgesetzt

Ärzte können die Kinder-Früherkennungsuntersuchungen U6, U7, U7a, U8 sowie U9 auch durchführen und abrechnen, wenn die vorgegebenen Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten überschritten sind.

Zunächst hatten die Partner des Bundesmantelvertrags eine befristete Aussetzung der Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten ab der U6 vereinbart. Im Mai wurde im Gemeinsamen Bundesausschuss dann ein entsprechender Beschluss zu Ausnahmeregelungen für die Kinder Untersuchungen gefasst. Die Sonderregelung gilt solange, wie der Deutsche Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt – und bis zu drei Monate darüber hinaus.

Dialyse-Versorgung: Notfallplan in der Coronavirus-Pandemie

Zur Sicherstellung der Versorgung von Dialyse-Patienten haben KBV und GKV-Spitzenverband einen Notfallplan für die Zeit der Coronavirus-Pandemie verabschiedet. Damit werden bisherige Vorgaben teilweise gelockert, sodass die Dialyseeinrichtungen bei Bedarf schnell und unbürokratisch reagieren können, zum Beispiel, wenn Dialyse-Ärzte krankheitsbedingt ausfallen oder ganze Einrichtungen aus Gründen des Infektionsschutzes nicht in dem gewohnten Umfang weiterarbeiten können. In solchen Fällen können Praxen beispielsweise unkompliziert Patienten anderer Praxen übernehmen.

Auch muss im Bedarfsfall reagiert werden, wenn sich Dialyse-Patienten mit dem Virus infiziert haben. So könnte es sinnvoll sein, dass einige Dialysepraxen ausschließlich Patienten versorgen, die sich mit dem Virus angesteckt haben. Durch diese Trennung kann das Infektionsrisiko für alle anderen Dialyse-Patienten verringert werden.

Die Ärzte müssen ihre Kassenärztliche Vereinigung darüber informieren, wenn sie von den Dialyse-Vorgaben abweichen. Die Vereinbarung zu den Notfallmaßnahmen ist vorerst bis zum 31. März 2021 befristet. Außerdem wurden die Zuschlagsziffern für Infektionsdialysen an die Coronavirus-Situation angepasst (siehe Infokasten).

Zuschlagsziffer zu Infektionsdialysen

Die Kostenpauschalen sind bis zum 31. März 2021 nun ausdrücklich auch bei Quarantäne-Patienten und bei Kontaktpersonen der Kategorie I des Robert Koch-Institutes berechnungsfähig:

  • GOP 40835: Zuschlag zu der Kostenpauschale 40816, 40823 oder 40825 für die Infektionsdialyse und
  • GOP 40836: Zuschlag zu der Kostenpauschale 40815, 40817, 40818, 40819, 40824, 40826 bis 40828 für die Infektionsdialyse

Fortbildungen: Nachweispflicht

Nachweispflicht für Fortbildung um ein drittes Quartal verlängert

Die Frist für den Nachweis der fachlichen Fortbildung wird für Ärzte und Psychotherapeuten aufgrund der Coronavirus-Pandemie um ein drittes Quartal verlängert. Das Bundesministerium für Gesundheit hat einer entsprechenden Anfrage der KBV zugestimmt.

Die Verlängerung der Nachweispflicht zur fachlichen Fortbildung nach § 95d SGB V gilt auch für Ärzte und Psychotherapeuten, die bereits mit Honorarkürzungen und Auflagen zum Nachholen der Fortbildungen innerhalb von zwei Jahren belegt wurden.

Vertragsärzte und -psychotherapeuten sind gesetzlich verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren mindestens 250 Fortbildungspunkte bei ihrer jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung nachzuweisen. Wird der Fortbildungsnachweis nicht erbracht, drohen gesetzlich vorgesehene Sanktionen, beispielsweise Honorarkürzungen.

Derzeit fallen aufgrund der Corona-Pandemie unter anderem Fortbildungsveranstaltungen, Kongresse und Qualitätszirkelsitzungen aus und ein kontinuierliches Sammeln der Fortbildungspunkte durch Präsentveranstaltungen ist nicht möglich. Daher hatte sich die KBV für eine weitere Verlängerung der Nachweisfrist eingesetzt.

Zum 30. September 2020 ausgelaufen ist hingegen die Regelung, wonach 200 Punkte (anstatt der erforderlichen 250 Punkte) für den Nachweis der Fortbildungsverpflichtung ausreichen.

Die Regelung gilt zunächst befristet bis zum 31. Dezember 2020.

QS-Maßnahmen: Aussetzen möglich

Umgang mit QS-Anforderungen

Angesichts der Coronavirus-Krise haben sich die Partner des Bundesmantelvertrages auf einen sachgerechten Umgang mit den aktuellen Schwierigkeiten bei der Erfüllung der QS-Anforderungen verständigt.

Danach hat die KVWL die Möglichkeit, Maßnahmen zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der fachlichen Befähigung sowie Maßnahmen zur Prozess- und Ergebnisqualität begründet auszusetzen, von diesen abzuweichen oder zu modifizieren. Konkret berücksichtigt werden dabei bspw. spezifische Fortbildungsmaßnahmen, Mindest­zah­len/-fort­bildungs­nachweise, Dokumentationsanforderungen und -prüfungen durch Stichproben.

Zu den jeweiligen Maßnahmenumsetzungen wird die KVWL Ihre Mitglieder separat anschreiben und informieren.

Die neue Übergangsregelung ist befristet bis zu einer Aufhebung der epidemischen Lage mit nationaler Tragweite durch den Deutschen Bundestag, längstens jedoch bis zum 31. März 2021.

Qualitätssicherung: Sektorenübergreifend

Sektorenübergreifende Qualitätssicherung: Ausnahmen zu QS-Anforderungen des G-BA aufgrund von COVID-19

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat aufgrund der aktuellen Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie und des dadurch eingeschränkten Praxis- und Krankenhausbetriebes eine vorübergehende Ausnahmeregelung für die sektorenübergreifende Qualitätssicherung (DeQS-RL) beschlossen. Vertragsärzte sind bei den Verfahren Perkutane Koronarintervention/-angiografie (QS PCI), nosokomiale Infektionen: postoperative Wundinfektionen (QS WI) und Nierenersatztherapie (QS NET) betroffen.

Stellungnahmeverfahren werden befristet ausgesetzt

Befristet bis zum 31. Oktober 2020 werden für alle Verfahren der DeQS-RL die sogenannten Stellungnahmeverfahren nach § 17 Absatz 2 der DeQS-RL ausgesetzt. Mit diesen sollen rechnerische Auffälligkeiten aus der QS-Datenerhebung des Erfassungsjahres 2019 geklärt werden. Zunächst wurde als neue Frist die Durchführung der Stellungnahmen bis zum 31. März 2021 vereinbart. Bei weiter anhaltenden Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie kann zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Fristverlängerung beziehungsweise ein grundsätzliches Aussetzen des Stellungnahmeverfahrens zu den QS-Daten aus dem Erfassungsjahr 2019 beraten werden.

Im Detail betrifft die befristete Aussetzung des Stellungnahmeverfahrens folgende Verfahren:

  1. Ergebnisse des QS-Verfahrens PCI und Koronarangiographie für das gesamte Erfassungsjahr 2019
  2. Ergebnisse der Einrichtungsbefragung (QS WI) zum Erfassungsjahr 2019

Aussetzung von Datenlieferungen für 2020

Die Verpflichtung der Vertragsärzte zur unterjährigen, quartalsweisen Datenlieferung jeweils zum 15. Mai, 15. August und 15. November wird für das Erfassungsjahr 2020 ausgesetzt. Diese Regelung gilt für die beteiligten Vertragsärzte der Verfahren QS PCI und QS NET (siehe jeweils § 16 Absatz 1 der Themenspezifischen Bestimmungen für die Verfahren).

Für das Verfahren QS WI hat diese Anpassung bislang keine Relevanz, da für die Vertragsärzte in diesem Verfahren keine Verpflichtung zu einer kontinuierlichen Datenerhebung besteht. Bei weiter anhaltenden Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie können zu einem späteren Zeitpunkt weitere Regelungen – wie das Aussetzen der retrospektiven Einrichtungsbefragung 2020 – beraten werden.

Erklärung des G-BA

In seiner Erklärung stellt der G-BA fest, dass eine vollständige Erfüllung von Qualitätsanforderungen und Dokumentationspflichten unter diesen besonderen Umständen nicht immer im vollen Umfang gewährleistet werden kann. Ergänzend sichert der G-BA zu, dass durch die hier beschlossenen Aussetzungen oder durch die Nichterfüllung von Qualitätsanforderungen beziehungsweise Datenübermittlungspflichten auch nach Aufhebung der Ausnahmeregelungen zum Ende des Jahres 2020 keine Nachteile für die Vertragsärzte entstehen sollen.

Zeitnah sollen bei Bedarf für etwaige Folgeproblematiken ergänzende Lösungen gefunden werden, beispielsweise für die Bewertung von Qualitätssicherungsergebnissen aus dem Jahr 2020.

Den Beschluss finden Sie auf der Internetseite des G-BA unter:

DMP-Patienten: Ausfall von Kontrolluntersuchungen und Schulungen

DMP-Ausnahmeregelung wegen COVID-19-Pandemie

Chronisch kranke Menschen fallen in die Hochrisikogruppe von COVID-19. Um diese Patienten, durch ausschließlich notfallbegründete Praxisbesuche, besonders zu schützen, hat der Gemeinsame Bundesausschuss Änderungen der DMP-A-RL betreffend der verpflichtenden Schulungen und lückenlosen Dokumentationen beschlossen:

  1. Schulungen können im Jahr 2020, sofern endemisch geboten, ausgesetzt werden und führen nicht zum Ausschluss der Patienten aus dem DMP.
  2. Quartalsbezogene Dokumentationen, die Untersuchungen am Patienten erfordern und dessen Daten telemedizinisch nicht erhoben werden können, sind im ersten bis dritten Quartal nicht verpflichtend. Fehlende Dokumentationen führen (in diesem Zeitraum) nicht zum Ausschluss der Patienten aus dem DMP.

Sind Schulungen und Kontrolluntersuchungen nach individueller Abwägung der Risiken im Einzelfall notwendig, können und sollen diese durchgeführt und dokumentiert werden.

Die zuständige Datenstelle DAVASO wurde von der Arbeitsgemeinschaft nach §219 SGB V mit der Aussetzung der Arztreminder, sowie der Beachtung der Regelungen im Fallverlauf, beauftragt.

Den Beschluss des G-BA finden sie hier

DMP-Schulungen per Videosprechstunde und DMP-Dokumentationen

Ergänzend zu den bereits publizierten DMP-Sonderregelungen vom 8. April 2020, möchten wir nun über die mit den Krankenkassen erzielte Ausnahmeregelung betreffend der DMP-Schulungen per Videosprechstunde informieren. Vertraglich vereinbarte DMP-Schulungen sind bis zum 31.12.2020 unter folgenden Voraussetzungen per Videosprechstunde möglich:

  1. Die Schulungen sind zwingend medizinisch notwendig und dulden keinen Aufschub.
  2. Es werden ausschließlich von der KBV zertifizierte Video-Systeme verwendet.
  3. Es darf von der vertraglich vereinbarten Gruppengröße abgewichen werden (Einzelschulungen möglich).
  4. Mit den vereinbarten Vergütungen je Unterrichtseinheit sind alle Kosten abgegolten.

DMP-Folgedokumentationen: Sofern bei der letzten Dokumentation eine Schulung empfohlen wurde und eine Schulung aus gegebenem Anlass nicht stattfinden kann, muss im dafür vorgesehenen Dokumentationsfeld die Ausprägung „war aktuell nicht möglich“ angekreuzt werden.

Sind erforderliche Untersuchungen telemedizinisch durchführbar, können diese auf telemedizinischer Basis dokumentiert werden. Eine telefonische Konsultation ist darin inbegriffen. Auch sind diese im Rahmen von Hausbesuchen möglich. Die festgelegten Mindestintervalle sind dabei weiterhin zu berücksichtigen.

Weiterhin gilt:

  • Fehlende oder verfristete Dokumentationen werden nicht vergütet.
  • Eine telefonische Beratung stellt keine Schulung dar.
  • Im direkten zeitlichen Zusammenhang mit Schulungen und Dokumentationen sind telefonische Kontakte bzw. Kontakte im Rahmen der Videosprechstunde nicht gesondert berechnungsfähig.

Hygienemaßnahmen und Schutzkleidung

Schutzkleidung: Bestellservice

Persönliche Schutzausrüstung (PSA):
Hier können Sie Material bestellen

Schutzmasken - RKI: Mehrfachnutzung möglich

RKI: Mehrfachnutzung von Schutzmasken auch in Praxen möglich

Atemschutzmasken dürfen unter bestimmten Bedingungen mehrfach auch für verschiedene Patienten weiterverwendet werden. Das Robert Koch-Institut hat sein Papier zum ressourcenschonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz und FFP-Masken entsprechend aktualisiert. Damit besteht jetzt auch für das Personal in Arztpraxen die Möglichkeit, eine Schutzmaske mehrmals zu tragen, wenn es an ausreichendem Schutzmaterial fehlt.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte in seinem ursprünglichen Papier vom 13. März bei Lieferengpässen und Knappheit der Atemschutzartikel die Wiederverwendung von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken unter definierten Bedingungen ermöglicht. Allerdings sahen diese Maßnahmen nur eine patientenbezogene Weiterverwendung während einer Schicht durch dasselbe Personal vor und waren damit vor allem für stationäre Einrichtungen und kaum für das ambulante Versorgungssetting relevant.

Dieser Patientenbezug wurde in dem aktualisierten Dokument aufgegeben, sodass eine Weiterverwendung durch dasselbe Personal während einer Schicht auch patientenübergreifend erfolgen kann. Dies ermöglicht es nun auch dem Personal in den Arztpraxen, Atemschutzmasken bei Kontakt mit verschiedenen Patienten innerhalb einer Schicht weiterzuwenden und so bei Knappheit an MNS oder FFP2/3-Masken die Mangelsituation gegebenenfalls etwas zu entschärfen.

Hinweise zur Wiederverwendung

Das RKI-Papier enthält zudem mehrere Hinweise, was bei der Wiederverwendung zu beachten ist. So ist die Maske so abzusetzen, dass hierdurch eine Kontamination vor allem der Innenseite der Maske beziehungsweise des Gesichts verhindert wird, zum Beispiel durch eine vorherige Handschuhdesinfektion. Die Maske sollte außerdem trocken an der Luft und nicht in geschlossenen Behältern zwischengelagert werden.

Weitere Informationen

AU-Bescheinigung: Quarantäne

AU-Bescheinigung bei Quarantäne

Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus wird Betroffenen häufig empfohlen, zu Hause zu bleiben. Die Gesundheitsämter ordnen nicht selten eine Quarantäne von mindestens 14 Tagen an. Auch Arbeitgeber schicken zunehmend Mitarbeiter nach Hause, die unmittelbaren oder mittelbaren Kontakt zu einer infizierten Person hatten. In welchen Fällen Ärzte eine AU-Bescheinigung ausstellen, finden Sie hier.

Grundsätzlich gilt:

  • Ist der Patient krank, weil er zum Beispiel stark hustet oder Fieber hat, kann der Arzt eine AU-Bescheinigung ausstellen.
  • Zeigt der Patient hingegen keine Symptome, kann der Arzt keine AU-Bescheinigung ausstellen. Das gilt auch, wenn der Patient positiv getestet wurde.

AU-Bescheinigung für Patienten, die sich in Quarantäne befinden

Bei Patienten, für die eine Quarantäne aus infektionsschutzrechtlichen Gründen angeordnet wurde, muss im Hinblick auf das Ausstellen einer AU-Bescheinigung zwischen zwei Fällen unterschieden werden:

1. Quarantäne, aber keine Symptome

Für Personen, die sich in einer behördlich angeordneten Quarantäne aufgrund des Coronavirus befinden, aber keine Krankheitssymptome aufweisen, muss der Vertragsarzt auch keine AU-Bescheinigung für den Arbeitgeber ausstellen. Dies gilt auch für positiv auf SARS-CoV-2 getestete Personen, die keine Symptome aufweisen.

In diesem Fall ist die Entgeldfortzahlung durch den Arbeitgeber über die Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz gesichert. Der Patient reicht dazu den behördlichen Bescheid über die Anordnung der Quarantäne beim Arbeitgeber ein. Der Arbeitgeber wiederum kann sich die Lohnfortzahlung über die zuständigen Behörden erstatten lassen. Eine Liste der in dem jeweiligen Bundesland zuständigen Behörden stellt die KBV zusammen mit einer Praxisinformation zum Thema Anspruch auf Entschädigung auf ihrer Internetseite bereit:

Wichtiger Hinweis:

Sobald ein Patient, der bisher symptomfrei war, während der Quarantäne erkrankt, besteht von diesem Zeitpunkt an Arbeitsunfähigkeit. Bei Arbeitsunfähigkeit ist also trotz Quarantäne eine AU-Bescheinigung durch den Arzt erforderlich.

2. Quarantäne und Symptome

Bei einer bestätigten Infektion mit dem Coronavirus und Krankheitssymptomen stellt der behandelnde Vertragsarzt eine AU-Bescheinigung aus. In diesem Fall erfolgt die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, der diese aber nicht vom Bundesland erstattet bekommt.

AU-Bescheinigung für Personen, die mittelbar Kontakt zu einem Verdachtsfall hatten

Immer mehr Arbeitgeber bitten Mitarbeiter, die mittelbar Kontakt zu einem Verdachtsfall hatten, vorsorglich zu Hause zu bleiben. Auch hier gilt: Ist der Betroffene nicht krank, kann der Arzt keine AU-Bescheinigung ausstellen.

Symptomfreiheit: Bescheinigung für Kinder

Klarstellung zur Wiederaufnahme von Kindern nach einer Erkrankung mit COVID-19-Symptomen

Aufgrund zahlreicher Nachfragen von Eltern bei Haus- und Kinderärzten hat das NRW-Familienministerium klargestellt, dass die Verantwortung zur schriftlichen Bescheinigung der Symptomfreiheit ihrer Kinder bei Wiederaufnahme in die KiTa/Tagespflegeeinrichtung grundsätzlich den Eltern obliegt.
Zitat: „Sofern Kinder wegen COVID-19-Krankheitssymptomen nicht betreut wurden oder Kinder aus dem Angebot krankheitsbedingt abgeholt werden mussten, ist vor erneuter Aufnahme der Betreuung eine schriftliche Bestätigung der Eltern, dass die Kinder seit 48 Stunden symptomfrei sind, erforderlich.
Bei begründeten Zweifeln an der Symptomfreiheit kann die Leitung der Einrichtung oder eine Kindertagespflegeperson von den Eltern verlangen, dass das Kind vor der Wiederaufnahme der Kinderärztin oder dem Kinderarzt vorgestellt wird. Den Eltern obliegt die Verantwortung, diese Voraussetzung zu erfüllen. Ein Nachweis muss hierüber nicht erbracht werden. Im Fall einer nachgewiesenen SARS-CoV-2-Infektion und in meldepflichtigen Verdachtsfällen nach dem Infektionsschutzgesetz ist weiter eine ärztliche Bestätigung, dass die Weiterverbreitung nicht mehr zu befürchten ist, erforderlich.“

Informationen für Ihre Patienten

Zur weiteren Information und Aufklärung Ihrer Patienten empfehlen wir unter anderem die Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die BZgA betreibt einen eigenen Youtube-Videokanal, der zahlreiche Informationsvideos enthält, die auch für Laien verständlich sind.

Das RKI hält auf seiner Homepage spezielle Praxisplakate bereit, die Reisende in unterschiedlichen Sprachen über das Coronavirus informieren.

Darüber hinaus hat das RKI zwei Patienteninformationen zum Thema Coronavirus und Quarantäne in 14 Sprachen aufgelegt. Patienten und Angehörige erhalten hier wichtige Hinweise insbesondere zur häuslichen Isolierung.

Im Flyer „Häusliche Isolierung bei bestätigter COVID-19-Erkrankung“ wird detailliert auf Hygieneregeln hingewiesen. Zudem geht es darum, wie der Kontakt zu den Angehörigen im Haushalt aussehen sollte. Weitere Abschnitte widmen sich der Abfallentsorgung sowie der Reinigung und der Desinfektion.

Der zweite Flyer "Häusliche Quarantäne: Flyer für Kontaktpersonen" richtet sich an nicht erkrankte Personen, die sich nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in Quarantäne befinden. Er enthält Hinweise zur Quarantäne, zur medizinischen Versorgung und Unterstützungsangeboten, zum Beispiel in der Nachbarschaft. Auch Themen wie die seelische Gesundheit werden berührt.

Verlässliche Patienteninfos zu COVID-19

Mit einem neuen Angebot will das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin Bürger dabei unterstützen, im Internet verlässliche und verständliche Informationen zum Coronavirus zu finden. Dafür wird eine entsprechende Übersicht im Patientenportal bereitgestellt. Denn nicht alle Informationen sind ausgewogen und qualitätsgesichert. Zudem ändert sich der wissenschaftliche Kenntnisstand derzeit sehr schnell und es gibt zum Teil widersprüchliche oder falsche Informationen.

Daher wurde unter www.patienten-information.de eine Linksammlung zu Organisationen, Einrichtungen oder externen Websites zusammengestellt, welche seriöse Informationen zum Coronavirus für Interessierte anbieten.

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat darüber hinaus ein Bürgertelefon zum Coronavirus unter der Nummer 0211 91 19 10 01 geschaltet

Icon Maskenpflicht

Maskenpflicht: Bitte beachten Sie

Seit dem 27.04.2020 hat die Landesregierung NRW eine Maskenpflicht eingeführt. Diese gilt auch in den Arztpraxen. Die Patienten sind verpflichtet, ihre eigenen Masken mitzubringen. Die Verpflichtung gilt zunächst befristet bis zum 31. Oktober 2020.

SARS-CoV-2-Infektion: Vorgehen bei Verdacht

Patienten mit einer leichten COVID-19-Erkrankung können ambulant versorgt werden. Das Flussschema „COVID-19: Maßnahmen und Testkriterien“ des Robert Koch-Institutes (RKI) dient als Orientierungshilfe. Während zu Beginn der Pandemie spezielle Diagnose- und Behandlungszentren eingerichtet wurden, um infektiöse von nicht-infektiösen Patienten zu trennen, findet die Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Symptomen bzw. einem begründeten Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung nun wieder in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte statt.

Wichtig! Zur Sicherheit des Praxisteams sowie anderer Patienten ist es unbedingt notwendig, dass COVID-19-Patienten bzw. Verdachtsfälle sich zunächst telefonisch an ihre Praxis wenden. Die Mitarbeiterinnen besprechen dann mit den Patienten die individuelle Vorgehensweise. Grundsätzlich sollen Patienten mit einem Verdacht auf eine Sars-CoV-2-Infektion nicht unangemeldet in der Praxis erscheinen!

Ärztinnen und Ärzte, die Unterstützung bei der Einrichtung von Praxisabläufen in Pandemie-Zeiten suchen, können sich an den KVWL-Handlungsempfehlungen zur Einrichtung einer Infektionssprechstunde orientieren.

Weitere Informationen für Ärzte und Fachleute

Robert Koch-Institut (RKI)

Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW)

Kassenärztliche Bundesvereinigung

Ärztekammer Westfalen-Lippe

Informationsmaterialien für die Praxis

Weiterführende Links

Übersicht der Kurzberichte