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PraxisBarometer Digitalisierung 2021 – KBV-Umfrage beendet

Elektronische Patientenakte, elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und elektronisches Rezept – in der ambulanten Versorgung steht eine Reihe von digitalen Anwendungen in den Startlöchern. Wie sind die Praxen darauf vorbereitet? Mit dem PraxisBarometer Digitalisierung will die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) herausfinden, wie es um die Digitalisierung in den Praxen der 181.000 Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten steht.

Bis zum 1. November waren Ärzte und Psychotherapeuten dazu aufgerufen, sich an der Online-Befragung der KBV zu beteiligen. Die Teilnahme war freiwillig und anonym. Die Teilnehmenden wurden dazu befragt, welche Chancen und Risiken sie bei der digitalen Entwicklung sehen, aber auch welche Erfahrungen sie bisher gemacht haben. Neben Erwartungen und möglichen Hemmnissen ging es bei der Umfrage auch darum, wie bereits vorhandene digitale Anwendungen im Praxisalltag funktionieren.

Das IGES Institut führte die repräsentative Erhebung des PraxisBarometers im Auftrag der KBV durch und begleitete diese wissenschaftlich. Insgesamt waren im Vorfeld mehr als 9000 Ärzte und Psychotherapeuten vom IGES Institut angeschrieben worden.

Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV, setzt auf die Erkenntnisse aus der Befragung: „Gerade in Zeiten der Coronapandemie ist vielen deutlich geworden, welche Bedeutung die Digitalisierung für das Gesundheitswesen hat. Und: Wo digitale Angebote heute noch fehlen. Die Digitalisierung soll die Versorgung verbessern und kann nur gelingen, wenn die Praxen mitgenommen werden – diesen Anspruch darf vor allem die Politik nicht aus den Augen verlieren. Wir, KBV und KVen, machen uns für eine bessere Patientenversorgung und Erleichterungen im Praxisalltag stark. Deshalb ist es für uns sehr wichtig zu wissen, wie Ärzte und Psychotherapeuten Digitalisierung einschätzen, um so eine passgenaue Unterstützung anbieten zu können.“

Digitalisierung mit Mehrwert entwickeln

„Wir müssen genau prüfen, ob die nächsten Digitalisierungsschritte einen konkreten Nutzen haben, ob sie einen wirklichen Mehrwert für Patienten und Praxen bieten“, erklärt KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Die Ergebnisse des PraxisBarometers Digitalisierung sollen die KBV dabei unterstützen, die Digitalisierung im Sinne der Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten zu gestalten.

So geht‘s jetzt weiter

Die Ergebnisse werden anonymisiert veröffentlicht – voraussichtlich Anfang 2022. Die Erhebungsdaten werden dabei streng vertraulich behandelt und anonymisiert. Teilnehmer der Befragung konnten auf Wunsch ihre Kontaktdaten hinterlassen, um im Anschluss an vertiefenden Fokusgruppeninterviews teilzunehmen. Das PraxisBarometer Digitalisierung soll in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, um so auch die Entwicklung in den Praxen abbilden zu können. 2018 fand die erste Erhebung statt (siehe Infokasten).

Rückblick: PraxisBarometer Digitalisierung 2018, 2019 und 2020

Mit dem PraxisBarometer Digitalisierung hat die KBV 2018 die bis dato umfassendste repräsentative, wissenschaftlich begleitete Befragung von Ärzten und Psychotherapeuten zum Stand der Digitalisierung vorgelegt. Ein zentrales Ergebnis war, dass die Ärzte und Psychotherapeuten der Digitalisierung durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen. Das gilt aber nur dann, wenn die Praxis daraus einen konkreten Nutzen für die Organisation oder die Patientenversorgung ziehen kann. Es zeigten sich Unterschiede im Digitalisierungsgrad zwischen den einzelnen Praxistypen.

Die Ergebnisse 2019 und 2020 verdeutlichen, dass die Praxen auf hohem Niveau zunehmend digital arbeiten. Das gilt vor allem für die Patientendokumentation, das Praxismanagement und das Qualitätsmanagement. Die Praxen sehen zudem einen höheren Nutzen in digitalen Anwendungen. In den Befragungen wurden u.a. Sicherheitslücken in der IT und dem Kosten-Nutzen-Verhältnis als starkes Hemmnis der weiteren Digitalisierung betrachtet.

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