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Wichtige Entlastung für niedergelassene Ärzte: KVWL setzt weitere Fristverlängerung für eAU durch

Drei Fragen an den für Digitalisierung zuständigen KVWL-Vorstand Thomas Müller

Herr Müller, die KVWL hat für ihre mehr als 15.000 Mitglieder durchgesetzt, dass die Frist zur Einführung der eAU noch einmal deutlich verlängert wird. Wie genau ist Ihnen das gelungen?

Thomas Müller: „Mit überzeugenden Argumenten! Wir haben massiv Druck aufgebaut, die Missstände aufgezeigt und die Kritik in aller Deutlichkeit unter anderem an den Bundesgesundheitsminister, an den Leiter der gematik und an den Vorstandsvorsitzenden des PVS-Herstellerverbandes (bvigt) gerichtet.“

Die KVWL versteht sich Ihren Worten nach „als konstruktiv-kritischer Begleiter, wenn es um die Digitalisierung des Gesundheitswesens geht“. Warum nehmen Sie bei der eAU das Tempo raus?

Thomas Müller: „Wir wollen und brauchen die Digitalisierung der Praxen! Aber die KVWL und ihre Mitglieder erwarten, dass TI-Anwendungen wie die eAU und das eRezept auch wirklich funktionieren, wenn sie massenhaft verschickt werden sollen. Die technischen Probleme dürfen nicht auf unsere Ärztinnen und Ärzte abgewälzt werden!“

Die Übergangsregelung sieht vor, dass die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte nun spätestens am 1. Juli 2022 die Voraussetzungen geschaffen haben müssen, die eAU über die Telematik-Infrastruktur zu verschicken. Was empfehlen Sie Ihren Mitgliedern?

Thomas Müller: „Wer technisch schon in der Lage ist, sollte zeitnah auf den elektronischen Versand der AU umstellen. Alle anderen KVWL-Mitglieder haben nun wertvolle Zeit gewonnen, alle Komponenten installieren zu lassen und den elektronischen Versand zu testen. Nur mit diesem Aufschub verhindern wir ein Chaos in den Praxen!“

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