Infos und Kurzberichte

Das Entlassmanagement tritt zum 1. Oktober 2017 in Kraft

Krankenhausärzte können dann Verordnungen und AU-Bescheinigungen für sieben Kalendertage ausstellen

Krankenhäuser können ab dem 1. Oktober 2017 ambulante Leistungen verordnen und AU-Bescheinigungen über maximal sieben Kalendertage ausstellen. Das neue Entlassmanagement macht es möglich. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-VSG) hat der Gesetzgeber entsprechende Regelungen definiert, um die patientenindividuelle, bedarfsgerechte und kontinuierliche Versorgung im Anschluss an Krankenhausbehandlung mit dem Übergang in die ambulante Versorgung zu gewährleisten. Das neue Entlassmanagement tritt zum 1. Oktober 2017 in Kraft.

Die Einzelheiten in der Übersicht:

Zum Hintergrund

Die Details des Entlassmanagements sind in einem Rahmenvertrag festgelegt, den die KBV, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband nach einer Schiedsamtsentscheidung im Oktober 2016 abgeschlossen haben. Bereits Ende 2015 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss die entsprechende Richtlinie angepasst. Das Entlassmanagement umfasst für den Patienten ein Entlassungsgespräch und einen Entlassbrief. Die Kranken- und Pflegekassen sind verpflichtet, die Kosten für das Entlassmanagement zu tragen. Der Patient erhält den Entlassbrief am Tag der Entlassung. Willigt der Patient ein, erhält der weiterbehandelnde Vertragsarzt ebenfalls den Entlassbrief. Der Vertragsarzt, der den Patienten ins Krankenhaus eingewiesen hat, erhält ebenso den Entlassbrief – auch dann, wenn er nicht an der Weiterbehandlung beteiligt ist.

Verordnungen in begrenztem Umfang

Die Krankenhäuser sind ab 1. Oktober 2017 verpflichtet, für Patienten nach voll- oder teilstationärem Aufenthalt oder nach Erhalt stationsäquivalenter Leistungen ein Entlassmanagement zu organisieren. Dazu gehört, dass sie feststellen, welche ambulanten Leistungen unmittelbar nach der Klinikentlassung erforderlich sind und diese einleiten. In diesem Zusammenhang ist es Krankenhäusern in begrenztem Umfang erlaubt, Verordnungen auszustellen und eine Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen. So dürfen sie Arzneimittel in der kleinsten Packungsgrößenkennzeichung gemäß Packungsgrößeverordnung verschreiben, um die Übergangsphase von der stationären in die ambulante Versorgung zu überbrücken. Die Verordnung darf in einem Zeitraum von bis zu sieben Tagen erfolgen, dies gilt auch für Leistungen wie häusliche Krankenpflege und Heilmittel. Für die Verordnungen im Krankenhaus gelten dieselben Regelungen wie in der Arztpraxis. Auch die Vorgaben zur Wirtschaftlichkeit gelten analog. Ebenso dürfen Kliniken für die Bedruckung der Formulare nur zertifizierte Softwareprodukte einsetzen. Verordnungen sollen wie im vertragsärztlichen Bereich nur durch Krankenhausärzte mit abgeschlossener Weiterbildung vorgenommen werden. Krankenhausärzte erhalten zur Kennzeichnung der Verordnungen übergangsweise ein Arztpseudonym anstelle der lebenslangen Arztnummer (LANR). Diese Regelung gilt solange, bis die gesetzlich vorgeschriebene Krankenhausarztnummer nach § 293 Absatz. 7 SGB V ab 1. Januar 2019 verwendet werden muss. Diese Nummer sowie die Betriebsstättennummer (BSNR) der Klinik müssen auf allen Rezepten angegeben werden.

Übersicht für weiterbehandelnden Arzt

Durch das Entlassmanagement hat das Krankenhaus zusätzliche Pflichten. So müssen Krankenhausärzte den weiterbehandelnden Vertragsarzt rechtzeitig über die Therapie des Patienten zum Zeitpunkt der Entlassung und – bezogen auf Arzneimittel – über Änderungen der bei Krankenhausaufnahme bestehenden Medikation informieren.

Die rechtlichen Grundlagen

Den Rahmenvertrag sowie die Änderungsvereinbarung zum Entlassmanagement finden Sie zum Download im Internet unter www.kbv.de und den Rubriken Themen A-Z, Buchstabe E, Stichwort Entlassmanagement.

 

Stichwort (Krankenhaus-)Arztnummer

Ab dem 1. Oktober 2017 wird übergangsweise eine sogenannte Fachgruppennummer verwendet. Sie wird den einzelnen Ärzten direkt durch das Krankenhaus, nicht durch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) zugeteilt.

Diese setzt sich folgendermaßen zusammen:

Stellen 1 – 7: Pseudo-Arztnummer „4444444“

Stellen 8 und 9: zweistelliger Fachgruppencode
(siehe Anlage 2 der Richtlinie der KBV zur Vergabe von Arzt-, Betriebsstätten- sowie der Praxisnetznummern)

Es ist vorgesehen, dass spätestens bis zum 1. Januar 2019 alle Krankenhausärzte über eine eindeutig zuordenbare Krankenhausarztnummer verfügen.

Dazu legen der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft – im Einvernehmen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung – bis zum 31. Dezember 2017 die Grundlagen für eine Krankenhausarztnummer fest und regeln, wie diese vergeben wird.

Bei Verordnungen im Rahmen des Entlassmanagements ist somit ab Januar 2019 die Krankenhausarztnummer zu verwenden.

Stichwort Betriebsstättennummer

Um die Leistungen dem Entlassmanagement zuordnen zu können, benötigen die Krankenhäuser zusätzlich eine versorgungsspezifische Betriebsstättennummer (BSNR). Krankenhausärzte verwenden die BSNR nur beim Entlassmanagement.

Denn über die Nummer soll eindeutig erkennbar sein, dass es sich um eine Verordnung im Rahmen des „Entlassmanagements“ handelt. Krankenhäuser können die versorgungsspezifische BSNR für das Entlassmanagement bei der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung beantragen.

Diese BSNR setzt sich folgendermaßen zusammen:

Stellen 1 und 2: Die festen Ziffern „75“

Stellen 3 und 4: Der KV-Landes- oder Bezirksstellenschlüssel
(siehe Anlage 1 der Richtlinie der KBV zur Vergabe von Arzt-, Betriebsstätten- sowie der Praxisnetznummern)

Stellen 5 bis 9: Von der KV dem Krankenhaus zugeordnete, i.d.R. fortlaufend vergebene Nummer.

Auch Krankenhäuser, die aus anderen Versorgungsbereichen bereits eine oder mehrere BSNR besitzen, müssen eine versorgungsspezifische BSNR für das Entlassmanagement beantragen. Die Weiterverwendung alter, nicht mit „75“ beginnender Betriebsstättennummern ist im Entlassmanagement nicht möglich. ((Info-Kasten 2 Ende))

 

Ansprechpartner

Vergabe von Betriebsstättennummern

Elke Spiecker
0231 94 32 34 77

Allgemeine Fragestellungen zum Entlassmanagement

Carsten Vosseler
0231 94 32 32 39

Verordnungen im Rahmen des Entlassmanagements

Katja Kortendick
0231 94 32 39 81

Johanna Richard
0231 94 32 11 28