KV Dienste

Telematikinfrastruktur - das digitale Netz für alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen

Info-Veranstaltung

Freitag, 17. November und 8. Dezember 2017

Referenten und Fachexperten der KVWL informieren detailliert, neutral und kompetent über die Einführung der TI in der vertragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Praxis.

Details und Anmeldung

Die Telematikinfrastruktur (TI) ist die Grundlage für eine sichere, digitale Vernetzung aller Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken und weitere Leistungserbringer im deutschen Gesundheitswesen.

Ein wesentliches Ziel ist es, medizinische Informationen, die für die Behandlung der Patienten benötigt werden, schnell, einfach und sicher zur Verfügung zu stellen. Oberste Priorität hat hierbei die Datensicherheit.

Der Produktivbetrieb dieses Netzes und die erste Anwendungen, das Versichertenstammdatenmanagement, sind offiziell am 01.07.2017 gestartet.

Weitere Anwendungen, wie das Speichern der Notfalldaten auf der eGK, die elektronische Patientenakte und ein elektronisches Patientenfach werden folgen.

Fristen für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur

Fristen für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur

Der Gesetzgeber verlangt, dass die notwendigen Grundvoraussetzungen für die Nutzung der TI – Anschlüsse, Geräte, Autorisierungskarten, Zugänge – in allen Praxen vorgehalten werden.

Bis zum 1. Juli 2018 sollen alle Praxen an die TI angeschlossen sein und als erste Anwendung das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchführen können. Dieser Zeitraum von knapp einem Jahr ist extrem kurz, um die Praxen aller Ärzte, Psychotherapeuten und Zahnärzte mit der neuen Technik auszustatten.

Die KBV und die KVen setzen sich deshalb für eine Fristverlängerung ein. Dieser Forderung will der Gesetzgeber jetzt offenbar nachkommen und die Frist um ein halbes Jahr auf den 31.Dezember 2018 verschieben.

Ärzten und Psychotherapeuten, die nach Ablauf der Frist keinen Versichertenstammdatenabgleich durchführen, muss laut Gesetz das Honorar um 1 Prozent gekürzt werden.

Ausgenommen von der Pflicht zum VSDM sind Versorgungsanlässe ohne direkten Arzt-Patienten-Kontakt, bei denen die Versichertenkarte nicht eingelesen wird, zum Beispiel Laboruntersuchungen (vgl. Anlage 4a Bundesmantelvertrag-Ärzte).

Erste Anwendung: Versichertenstammdatenmanagement (VSDM )

Versichertenstammdatenmanagement (VSDM )

Beim Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) werden in der Arzt- bzw. Psychotherapeutenpraxis die Versichertendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) überprüft und bei Bedarf aktualisiert.

Das Ganze läuft wie folgt ab:

Die eGK wird wie gehabt bei jedem ersten Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal über das (dann TI-fähige) Kartenterminal eingelesen. Neu ist, dass dabei ein Online-Abgleich der auf der Karte gespeicherten Versichertendaten mit den Daten der Krankenkassen erfolgt. Es wird überprüft, ob die Informationen wie Adresse oder Versichertenstatus noch aktuell sind. Sofern die Krankenkasse Änderungen in ihrem System hinterlegt hat, werden diese nun direkt auf die Karte geschrieben und anschließend in das Praxisverwaltungssystem der Praxis übertragen.

Durch die Praxis selbst werden keine Daten auf der eGK geändert, wenn sich zum Beispiel die Anschrift des Patienten geändert hat. Dies müssen Versicherte weiterhin ihrer Krankenkasse melden. Ungültige sowie gestohlen gemeldete Karten können so auch gesperrt werden.

Technische Ausstattung: Das benötigen Praxen für den Anschluss

Technische Ausstattung

Um die Telematikinfrastruktur nutzen zu können, benötigt jede Betriebsstätte und jede Nebenbetriebsstätte verschiedene Komponenten und Dienste.

Für alle gelten hohe Anforderungen an die Funktionalität und Sicherheit. Sie müssen daher von der gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte) zugelassen sein.

Die folgende Übersicht stellt die einzelnen Komponenten im Detail vor. Neben der Funktion ist dargestellt, wo und ab wann die Komponenten voraussichtlich bestellt werden können, und wer Ansprechpartner für die Praxen ist.

Komponenten:

Konnektor

Funktion:

Der Zugang zur TI erfolgt über einen Konnektor. Er ähnelt einem DSL-Router, arbeitet allerdings auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau.

Dieser Konnektor stellt ein sogenanntes virtuelles privates Netzwerk (VPN) zur TI her, das eine Kommunikation unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien völlig abgeschirmt vom Internet ermöglicht.

Der Konnektor ist mit den stationären Kartenterminals der Praxis sowie dem Praxisverwaltungssystem (PVS) per Netzwerk verbunden und enthält die Software für die Durchführung des VSDM.

Erhältlich ab:

Es wird erwartet, dass die Industrie den ersten zertifizierten Konnektor im Herbst auf den Markt bringen wird.

Mit diesem Gerät wird es allerdings noch nicht möglich sein, die qualifizierte elektronische Signatur (QES) durchzuführen, die unter anderem für den elektronischen Arztbrief benötigt wird. Hier ist später ein Update nötig, das der Hersteller kostenneutral durchführen soll.

Konnektoren weiterer Hersteller werden im ersten bzw. zweiten Quartal 2018 erwartet.

Bezug /
Ansprechpartner:

Ärzte und Psychotherapeuten wenden sich vor der Bestellung am besten zunächst an ihren PVS-Hersteller beziehungsweise ihren Systembetreuer, da für den Anschluss an die TI auch das PVS angepasst werden muss.

Die gematik wird im Internet unter www.gematik.de veröffentlichen, welche Konnektoren zugelassen sind.

Stationäres Kartenterminal

Funktion:

Mit dem stationären E-Health-Kartenterminal werden die elektronische Gesundheitskarte (eGK), der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) und der Praxisausweis (SMC-B) eingelesen.

Das Kartenteminal ist mit dem Konnektor verbunden und ermöglicht die Anmeldung der Praxis an der TI. Mindestens ein, durch die gematik zugelassenes Kartenteminal wird in jeder Praxis am Empfang zum Einlesen der eGK benötigt.

Die seit 2011 im Rahmen des Basis-Rollouts angeschafften Kartenterminals können - nach heutigem Stand - nicht per Softwareupdate auf ein E-Health-Kartenterminal aufgerüstet werden und müssen daher ersetzt werden.

Erhältlich ab:

Erste zugelassene Geräte sollen im Herbst verfügbar sein.

Bezug /
Ansprechpartner:

Erster Ansprechpartner für Ärzte und Psychotherapeuten sollte auch hier der PVS-Hersteller oder Systembetreuer sein.

Die gematik wird im Internet unter www.gematik.de eine Liste mit den zugelassenen stationären Kartenterminals veröffentlichen.

VPN-Zugangsdienst

Funktion:

Für den Zugang zur TI benötigen Praxen einen speziellen VPN-Zugangsdienst ähnlich einem Internetprovider, der den Zugang zum Internet bereitstellt.

Bezug /
Ansprechpartner:

Erster Ansprechpartner ist auch hier der PVS-Hersteller beziehungsweise Systembetreuer der Praxis. Die gematik wird im Internet unter www.gematik.de veröffentlichen, welche VPN-Zugangsdienstanbieter zugelassen sind.

Internetzugang

Der Internetzugang ist eine Grundvoraussetzung für die TI.

Praxen, die bisher noch keinen Internetanschluss haben, sollten dies möglichst bald nachholen. Ansprechpartner dafür sind die Internetprovider.

Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb eines Internetanschlusses zählen zu den allgemeinen Praxiskosten einer Vertragsarzt- bzw. Vertragspsychotherapeutenpraxis und werden damit nicht gesondert finanziert.

Anpassung Praxisverwaltungssystem

Funktion:

Das Praxisverwaltungssystem (PVS) muss angepasst werden, um eine Verbindung zur TI zu ermöglichen und die Versichertendaten der eGK importieren zu können.

Das Update ist die Grundvoraussetzung für alle weiteren Schritte der TI-Anbindung.

Bezug / Ansprechpartner:

Die PVS-Hersteller sind unterschiedlich weit bei der Entwicklung des notwendigen Updates.

Sie sollten deshalb zunächst Kontakt mit ihrem PVS-Hersteller aufnehmen und sich erkundigen, wann das Update für ihr PVS zur Verfügung stehen wird. Es kann bereits im Vorfeld der Installation des Konnektors erfolgen.

Praxisausweis (SMC-B)

Funktion:

Den Praxisausweis benötigen Praxen zur Registrierung als medizinische Einrichtung, damit der Konnektor eine Verbindung zur TI aufbauen kann.

Es handelt sich dabei um eine sogenannte Security Module Card Typ B (SMC-B). Die Karte wird bei der Installation der TI-Technik in eins der Kartenterminals gesteckt und über eine PIN freigeschaltet.

Eine erneute Eingabe der PIN ist erforderlich, wenn das Gerät neu eingeschaltet wird. Nur so kann der Konnektor eine Online-Verbindung zur TI herstellen.

Erhältlich ab:

Voraussichtlich Herbst dieses Jahres

Bezug / Ansprechpartner:

Den Praxisausweis erhalten die Praxen und MVZ bei einem Kartenhersteller, auch Trust-Service-Provider genannt. Die KVWL bestätigt dem TSP die Identität der Praxis.

Die Liste der zugelassenen TSP veröffentlichen wir unter www.kvwl.de

Mobiles Kartenterminal

Funktion:

Ärzte, die Haus- und Pflegeheimbesuche durchführen, die meisten Anästhesisten sowie Praxen mit ausgelagerten Praxisstätten benötigen auch ein mobiles Kartenterminal.

Mobile Kartenterminals ermöglichen abrechnungsrelevante Versichertenstammdaten zu lesen und zu speichern. Die Daten können später in das Praxisverwaltungssystem eingelesen werden. Eine Aktualisierung der Versichertenstammdaten kann mit einem mobilen Kartenterminal nicht erfolgen, da dieses keine Online-Verbindung zur TI aufbauen kann.

Für den Betrieb eines mobilen Kartenterminals wird ein weiterer Praxisausweis oder ein elektronischer Heilberufsausweis benötigt.

Erhältlich ab:

Da erst im Verlauf des Jahres 2018 mit neuen mobilen Kartenlesegeräten zu rechnen ist, können Bestandsgeräte vorerst weiter verwendet werden.

Mobile Kartenterminals können zeitlich unabhängig von den anderen Komponenten bestellt, angebunden und abgerechnet werden.

Elektronischer Heilberufsausweis (optional)

Funktion:

Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) wird nicht für den Zugang zur TI benötigt, wohl aber für bestimmte Anwendungen der TI.

Bereits jetzt wird der Ausweis für die qualifizierte elektronische Signatur benötigt, zum Beispiel für den eArztbrief, für Laborüberweisungen oder Anforderungen von Telekonsilen.

Erhältlich ab:

bereits verfügbar

Bezug /
Ansprechpartner:

Der eHBA kann bei der jeweiligen Landesärztekammer beziehungsweise Psychotherapeutenkammer beantragt werden.

 

Finanzierung der Anbindung an die Telematikinfrastruktur

Ärzte und Psychotherapeuten müssen nicht selbst für die Anbindung ihrer Praxen an die TI aufkommen. Nach den gesetzlichen Vorgaben sind die Krankenkassen verpflichtet, die Kosten für die Erstausstattung der Praxen und den laufenden Betrieb in voller Höhe zu übernehmen. KBV und GKV-Spitzenverband haben sich dazu unter Moderation des Bundesschiedsamtes auf eine Vereinbarung zur Finanzierung der TI geeinigt. Die Vereinbarung ist seit dem 1. Juli 2017 gültig.

TI-Erstausstattung

Konnektor und stationäre Kartenterminals

Vergütung in Euro bezogen auf

  • das Quartal der erstmaligen Nutzung und
  • die Anzahl der Ärzte in der Praxis (Vollzeitäquivalente)
Quartal * bis max.
3 Ärzte
4 bis max.
6 Ärzte
7 und
mehr Ärzte
03/2017 3055,00 € 3490,00 € 3925,00 €
04/2017 2793,00 € 3228,00 € 3663,00 €
01/2018 2557,20 € 2992,20 € 3427,20 €
02/2018 2344,98 € 2779,98 € 3214,98 €
ab 03/2018 1155,00 € 1590,00 € 2025,00 €

* Für die Praxen ist zu beachten, dass für die Höhe der Pauschale nicht das Quartal der Bestellung, sondern das Quartal der erstmaligen Nutzung relevant ist. Das heißt, es gilt das Quartal, in dem in der Praxis der erste Online-Abgleich der Versichertenstammdaten erfolgt ist.

Hinweis

Hintergrund der gestaffelten Erstausstattungspauschale ist die Marktentwicklung in diesem Bereich. Es wird erwartet, dass die Preise für die Konnektoren fallen. Anderenfalls wollen KBV und Krankenkassen erneut verhandeln. In den Pauschalen ist die QES-Fähigkeit des Konnektors bereits enthalten. Vereinbaren Sie daher beim Kauf eines Konnektors ohne QES, dass Ihnen das Update für die QES kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

Mobile Kartenterminals

Für jedes mobile Kartenterminal wird ein Pauschalbetrag von 350,00 € erstattet:

  • je Vertragsarzt mit mindestens halber Zulassung, der mindestens drei Haus- und/oder Heimbesuche im Quartal durchführt und/oder an einem Kooperationsvertrag nach § 119b SGB V (Ambulante Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen) teilnimmt
  • je ausgelagerter Praxisstätte
  • Patientenversorgung in anderen Praxen (z. B. Anästhesisten)

TI-Startpauschale

Für die TI-Anbindung wird ein Pauschalbetrag von 900,00 € erstattet:

  • für Anschlussgebühr virtuelles privates Netzwerk (VPN), Installation, Praxisausfall während der Installation, Anpassung Praxisverwaltungssystem (PVS) und Zeitaufwand Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) in der Startphase

Laufende Betriebskosten

Auch für die laufenden Betriebskosten erhalten Praxen pro Quartal Pauschalen

Pauschale für Konnektor / VPN

Pro Praxis und Quartal werden für Wartung/Updates der Komponenten und für die VPN-Zugangsdienst Gebühren

- 298,00 € bis einschließlich Quartal 2/2018 und

- 248,00 € ab Quartal 3/2018

erstattet.

Pauschale für Heilberufsausweise

Die Pauschale für Heilberufsausweise beträgt
11,63 € je Heilberufsausweis pro Quartal

Pauschale für Praxisausweise (SMC-B)

Die Pauschale für Praxisausweise beträgt
23,25 € je Praxisausweis pro Quartal

Hinweis

Im ersten Quartal der Nutzung werden die laufenden Betriebskosten ab dem Monat, in dem die Praxis an die TI angeschlossen ist, anteilig übernommen.

Auszahlung der Pauschalen

Die KVWL übernimmt die Auszahlung der Erstausstattungs- und Betriebskostenpauschalen. Die genauen Zahlungsmodalitäten werden zurzeit erarbeitet und wir informieren Sie umgehend über die Ergebnisse.

Sicheres Netz der KVen bleibt bestehen

Das Sichere Netz der KVen (SNK) ist an die Telematikinfrastruktur angeschlossen.

Die Anwendungen im sicheren Netz der KVen, wie z.B. die Online-Abrechnung, erreichen Sie auch über den TI-Konnektor.

Praxen, die heute einen KV-SafeNet-Anschluss haben und auf die TI umsteigen, wird geraten, ihre Kündigungsfristen zu prüfen, ggf. sieht ihr Vertrag mit dem KV-SafeNet Anbieter für diesen Fall ein ordentliches Kündigungsrecht vor.

Kündigen Sie rechtzeitig, um nicht zwei Anschlüsse parallel betreiben und finanzieren zu müssen.

Fünf Schritte zur Telematikinfrastruktur

Schritt 1: Zeitpunkt für Einstieg festlegen.

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Warten Sie ab, bis alle Produkte, die Sie benötigen, von der gematik zugelassen und verfügbar sind. Fragen Sie außerdem bei Ihrem PVS-Hersteller nach, ab wann er das Software-Update bereitstellen kann. Das Update ist für den Anschluss an die TI erforderlich; ebenso wie ein Internetanschluss.

Schritt 2: Angebot einholen

Holen Sie sich ein oder mehrere Angebote für die Erstausstattung und den laufenden Betrieb ein, die Sie in Ruhe prüfen. Beachten Sie Folgendes:

  • Sind die Kosten mit der Erstausstattungspauschale gedeckt? Bedenken Sie, dass sich die Höhe der Pauschale danach richtet, wann Sie das erste VSDM durchgeführt haben und nicht danach, wann Sie die Technik bestellt haben. Lassen Sie sich deshalb schon im Vertrag zusichern, in welchem Quartal die Geräte installiert werden.
  • Ist ein kostenloses Update für die qualifizierte elektronische Signatur (QES) des Konnektors enthalten?
  • Ist bei einem Defekt ein zeitnaher Austausch der Geräte (Konnektor, Kartenterminal, Praxisausweis) festgelegt?
  • Prüfen Sie die Vertragslaufzeit. Verträge über mehrere Jahre schränken Optionen für einen Wechsel auf andere Komponenten oder günstigere Betriebskosten stark ein.

Schritt 3: Praxisausweis bestellen

Für die Anmeldung in der TI benötigen Sie einen Praxisausweis (SMC-B). Über die Bestellmöglichkeiten informieren wir Sie zeitnah.

Schritt 4: Termin für Installation vereinbaren

Vereinbaren Sie einen Termin für die Installation. Halten Sie für die Installation die Administrator-Passwörter für die Praxis-IT, die Passwörter für Internet und Internet-Router sowie die PIN für den Praxisausweis bereit. Nach dem Anschluss können Sie den Versichertenstammdatenabgleich durchführen.

Schritt 5: Finanzierungpauschalen erhalten

Das Geld für die Erstausstattung und den laufenden Betrieb erhalten Sie über Ihre KV. Wir informieren Sie in Kürze über das konkrete Verfahren.

 

Fragen und Antworten zur Telematikinfrastruktur

Wie wird die Praxis an die Telematikinfrastruktur angeschlossen?

Es existieren zwei verschiedene Wege, eine Praxis an die TI anzuschließen.

Integriertes Szenario

  • Dies ist das Standardszenario.
  • Der Konnektor wird in das Praxisnetz eingebunden.
  • Nur bei diesem Szenario kann die Praxis alle zukünftigen Anwendungen der TI nutzen.
  • Eine Nutzung des Sicheren Netzes der KVen (SNK) und des sicheren Internetservices (SIS) ist möglich.

Stand-Alone-Szenario

  • Praxisnetz und TI sind physisch komplett getrennt.
  • Die Trennung erfolgt mittels Einsatzes eine weiteren Konnektors und eines weiteren E-Health-Kartenterminals.
  • Die Zusatzkosten für das Stand-Alone-Szenario sind nicht über die TI-Finanzierungsvereinbarung abgedeckt.

Wer installiert die notwendigen Komponenten und Dienste?

Für die Anbindung der Praxis an die Telematikinfrastruktur wird in der Regel der Systembetreuer Ihres Praxisverwaltungssystems primärer Ansprechpartner sein.

Eine Praxis kann die Installation grundsätzlich aber auch eigenständig oder teilweise eigenständig durchführen, wenn die entsprechenden Kenntnisse vorhanden sind. Aufgrund der bisher vorliegenden Erfahrungen aus der Erprobung ist von einer eigenständigen Installation allerdings abzuraten.

Muss die Praxis am Tag der Installation geschlossen werden?

Dies ist grundsätzlich nicht erforderlich. Allerdings wird es während der Installation zu Ausfallzeiten des Praxisverwaltungssystems kommen. Eine pauschale Aussage zu den Ausfallzeiten kann aktuell nicht getroffen werden. Ergebnisse aus der Erprobung haben gezeigt, dass Installationszeiten von vier bis sechs Stunden nicht ungewöhnlich sind.

Was kann ich tun, damit die Installation möglichst reibungsfrei verläuft?

Für den reibungslosen Ablauf der Installation sollte die Praxis bereits verschiedene Dinge vorbereitet bzw. vorliegen haben.

  • Praxisausweis inkl. PIN-Brief - Nach der Bestellung und Lieferung des Praxisausweises muss dieser vor der erstmaligen Nutzung freigeschaltet werden. Hierzu muss die Praxis gegenüber dem TSP bestätigen, dass sowohl die Karte als auch der PIN-Brief sicher angekommen sind und dass die Praxis mit der Veröffentlichung der Zertifikate einverstanden ist. Diese Bestätigung muss vor der Installation erfolgt sein.
  • Passwörter für den Internetzugang und den Internet-Router der Praxis
  • Administrator-Kennwörter für die Praxis-IT

Sonstiges Zubehör wie Netzwerkkabel bringt in der Regel der Installateur mit.

Meine Praxis hat keinen Internetanschluss, wird mir dieser nun finanziert?

Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb eines Internetanschlusses zählen zu den allgemeinen Praxiskosten einer Vertragsarzt- bzw. Vertragspsychotherapeutenpraxis. Eine gesonderte Vergütung des Internetanschlusses sieht die Finanzierungsvereinbarung der Telematikinfrastruktur nicht vor. Auch ist sie nicht Bestandteil der vereinbarten Pauschalen für die Erstausstattung und die Betriebskosten.

Kann ich mit dem TI-Konnektor im Internet surfen?

Der TI-Konnektor bietet der Praxis einen „sicheren“ Kanal zur Nutzung des Internets, Sicherer Internet Service (SIS) genannt. Die Internetzugriffe über diesen Zugang werden durch verschiedene Techniken abgesichert.

Gelten die Regelungen zur Finanzierung der TI auch für angestellte Ärzte?

Ja, die Regelungen gelten auch für angestellte Ärzte. Anspruch auf Erstattung der Pauschalen hat die Vertragsarztpraxis. Bei der Definition der Praxisgröße werden die angestellten Ärzte bei den kumulierten Vollzeitäquivalenten mitgezählt, da gemäß Anlage 1 der Vereinbarung zur TI-Finanzierung auf die Genehmigungen des Zulassungsausschusses verwiesen wird. In § 95 Absatz 9 SGB V wird klargestellt, dass ein Arzt nur mit Genehmigung des Zulassungsausschusses angestellt werden kann.

Muss ich als Laborarzt oder Anästhesist auch VSDM machen?

Grundsätzlich besteht für alle Vertragsärzte die Pflicht am VSDM teilzunehmen, sofern es in Ihrem Versorgungskontext möglich ist. Im Falle einer Behandlung, in der ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt (z. B. Laborüberweisung) nicht erfolgt, ergeben sich Ausnahmen aus Anlage 4a zum BMV-Ä, die KBV und die Krankenkassen bezüglich der Regelungen zum VSDM angepasst haben.

In diesem Falle muss der Arzt kein VSDM durchführen. Sofern eine solche Ausnahme gegeben ist werden die Versichertenstammdaten auf der Grundlage der Patientendatei übernommen. Anästhesisten suchen häufig Patienten in der Praxis eines anderen Arztes auf. In diesem Versorgungskontext verwendet ein Anästhesist ein mobiles Kartenterminal.

So lange die mobilen Kartenterminals noch nicht VSDM-fähig sind, muss der Anästhesist in dieser Situation auch kein VSDM durchführen. Laborärzte und Anästhesisten werden dennoch für den Anschluss an die TI ausgestattet und erhalten die entsprechenden Pauschalen, damit sie andere Anwendungen in der TI als das VSDM nutzen können.

Bitte beachten Sie

Derzeit ist eine Anbindung an das Netz noch nicht möglich, weil nicht alle technischen Komponenten verfügbar sind. Die erforderlichen Geräte werden aber im Laufe der nächsten Monate angeboten.

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen

Sie sollten genau abwägen, wann der richtige Zeitpunkt für den Anschluss Ihrer Praxis an die TI ist. Nach den aktuellen gesetzlichen Vorgaben haben Sie bis zum 30. Juni 2018 Zeit. Eine Verlängerung dieser Frist steht im Raum.

Die Zahl der Anbieter von Konnektoren und Kartenterminals wird im Laufe des 1. Jahres steigen. Damit hätten Sie eine größere Auswahl. Wahrscheinlich werden dann auch die Preise fallen. Ärzte und Psychotherapeuten wenden sich vor der Bestellung am besten zunächst an ihren PVS- Hersteller beziehungsweise ihren Systembetreuer, da für den Anschluss an die TI auch das PVS angepasst werden muss.

Die gematik wird auf ihrer Internetseite veröffentlichen, welche Komponenten und Dienste zugelassen sind.

Videobeiträge

Video der KBV: Ohne Praxisausweis helfen auch Konnektor, Kartenterminal und VPN-Zugangsdienst nichts: Nur mit allen zusammen erhält die Praxis Zugang zur TI. | 16.10.2017 - 2.45 min.

Video der KBV: So kommen Praxen in die Telematikinfrastruktur | 28.9.2017 - 3.00 min.

Video der KBV: Schneller zu digitalen Anwendungen | 12.9.2017 - 3.13 min.

Video der KBV: IT-Strategie: "Wir sehen Digitalisierung als Auftrag". Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet voran. | 10.8.2017 - 2.46 min.

Video der KBV: Konnektoren - nicht durch Hersteller verunsichern lassen | 4.8.2017 - 4.03 min.

 

Weitere Informationen

Informationsbroschüre: Wissenswertes zur Telematikinfrastruktur - Informationen für Ärzte, Psychotherapeuten und Praxisteams

Informationen zur Telematikinfrastruktur unter www.kbv.de

 

Ansprechpartner

Service-Center

0231 94 32 10 00
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