Infos und Kurzberichte

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TSVG: Behalten Sie den Überblick!

Infos am 08.10.2019 aktualisiert

Ausbau der Terminservicestellen, kürzere Vermittlungsfenster, offene Sprechstunden: Es gibt zahlreiche Neuerungen

Sprechstunden / Praxiszeiten:
Denken Sie an die Meldepflicht!

Kommen Sie Ihrer im TSVG geforderten Meldepflicht nach und erfassen Sie ab sofort und bitte möglichst bis zum 31. Oktober ihre aktuellen Terminsprechstunden und offenen Sprechstunden über das Mitgliederportal.

Termine

Vortragsveranstaltungen:
Das TSVG – Vergütungs­anreize und Bereinigung

Der Deutsche Bundestag hat am 14. März 2019 das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) verabschiedet. Mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt ist das TSVG am 11. Mai 2019 in Kraft getreten.

Das Gesetz will die Weichen stellen in Richtung Digitalisierung, den Patienten schnellere Arzttermine garantieren und den niedergelassenen Vertragsärzten und -psychotherapeuten dafür finanzielle Anreize eröffnen.

Aufgrund der kurzen Zeitspanne zwischen TSVG-Referentenentwurf und schlussendlicher Verabschiedung von rund neun Monaten sind viele Umsetzungsfragen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt.

Wir empfehlen Ihnen, sich regelmäßig an dieser Stelle über die jüngsten Entwicklungen zu informieren. Diese Seite wird laufend aktualisiert und bietet einen stets aktuellen Überblick über das, was bereits geklärt ist und in den kommenden Monaten umgesetzt werden soll. (das News-Symbol eventl. mit Datumsangabe kennzeichnet neue Inhalte).

Der Bewertungsausschuss hat am 19. Juni konkrete Eckpunkte zur Umsetzung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) beschlossen.

Diese betreffen sowohl Änderungen des einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) (die genauen EBM-Nummern sollen spätestens im August festgelegt werden) als auch die Festlegung der von den einzelnen TSVG-Regelungen umfassten Leistungen.

Die Einzelheiten der getroffenen Regelungen finden Sie als Aktualisierung in der jeweiligen Rubrik.

Neuerungen mit Inkrafttreten des Gesetzes am 11. Mai 2019

Terminservicestelle (TSS) 02.08.2019

  • Die TSS vermittelt nun auch Termine bei Haus- sowie Kinder- und Jugendärzten, einschließlich der Termine für Gesundheitsuntersuchungen im Kindesalter (U-Untersuchungen).
  • Die TSS unterstützt Versicherte bei der Suche nach Haus-, Kinder- und Jugendärzten für die dauerhafte Behandlung.
  • Die TSS vermittelt Termine zur psychotherapeutischen Akutbehandlung jetzt innerhalb von zwei Wochen (bisher innerhalb von vier Wochen). Zur Vermittlung ist eine Bescheinigung über die Erforderlichkeit der Akutbehandlung nötig (PTV 11).
  • Ärzte und Psychotherapeuten erhalten für Patienten, die über eine Terminservicestelle (TSS) in die Praxis kommen, alle Leistungen extrabudgetär vergütet. Der budgetierte Teil der Vergütung wird im ersten Jahr entsprechend bereinigt. Dies bedeutet, dass alle extrabudgetär vergüteten Leistungen vom Regelleistungsvolumen individuell abgezogen werden (s. u. Bereinigung). Ein echtes Honorarplus mit entsprechender Mehrvergütung kann somit erst erfolgen, wenn keine Bereinigung des budgetierten Teils der Vergütung mehr stattfindet.
  • Der entsprechende Überweisungs- oder Originalschein ist im Praxisverwaltungssystem (PVS) unter „Vermittlungsart“ als „TSS-Terminfall“ zu kennzeichnen.
  • Bei fach- oder schwerpunktübergreifenden Berufsausübungs­gemeinschaften beziehen sich die Vergütungsregelungen auf den Arztgruppenfall (s. u. Arztgruppenfall).
  • Wichtig ist daher die Anlegung eines gesonderten Abrechnungsscheins bei der Behandlung eines Patienten durch unterschiedliche Arztgruppen derselben Praxis.

Terminvermittlung von Haus- zu Facharzt:
 Weiterbehandlung durch den Facharzt 02.10.2019

  • Für die Vermittlung dringender Termine vom Hausarzt zum Facharzt gilt: Weiterbehandelnde Fachärzte erhalten alle Leistungen extrabudgetär vergütet. Hierbei wird der budgetierte Teil der Vergütung im ersten Jahr entsprechend bereinigt. Dies bedeutet, dass alle extrabudgetär vergüteten Leistungen vom Regelleistungsvolumen individuell abgezogen werden (s. u. Bereinigung). Ein echtes Honorarplus mit entsprechender Mehrvergütung kann somit erst erfolgen, wenn keine Bereinigung des budgetierten Teils der Vergütung mehr stattfindet.
  • Die Kennzeichnung der Überweisungsscheine ist im PVS über die „Vermittlungsart“ „ HA-Vermittlungsfall“ vorzunehmen.
  • Ein Termin gilt nur dann als dringend, wenn die Behandlung innerhalb von vier Kalendertagen erfolgt, nachdem der Hausarzt die Behandlungsnotwendigkeit festgestellt hat. Die Zählung beginnt mit dem Folgetag.
  • Hierfür ist es wichtig, das Datum der „Feststellung der Behandlungsnotwendigkeit“ in dem Feld Ergänzende Informationen zur TSVG Vermittlungsart in Ihrem PVS mit anzugeben.
  • Bitte geben Sie in Ihrem PVS zusätzlich das Ausstellungsdatum der Überweisung in dem dafür vorgesehenen Feld mit an.
  • Bei fach- oder schwerpunktübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaften beziehen sich die Vergütungsregelungen auf den Arztgruppenfall (s. u. Arztgruppenfall).
  • Wichtig ist daher die Anlegung eines gesonderten Abrechnungsscheins bei der Behandlung eines Patienten durch unterschiedliche Arztgruppen derselben Praxis.

Neuerungen ab 1. September 2019

Terminservicestelle (TSS) 03.09.2019

  • In Abhängigkeit von der Wartezeit auf einen Termin gibt es für die von der TSS vermittelten Fälle Zuschläge auf die Versicherten- bzw. Grundpauschale (innerhalb von acht Tagen: 50 Prozent, innerhalb von 9 bis 14 Tagen 30 Prozent, innerhalb von 15 bis 35 Tagen: 20 Prozent). Hierfür werden neue Gebührenordnungspositionen (GOP) in die EBM-Kapitel 3 bis 27 (ohne 12 und 19) und Abschnitt 30.7 aufgenommen.
  • Die Höhe des Zuschlags – 50, 30 oder 20 Prozent – ist je nach Länge der Wartezeit mit dem Buchstaben B, C oder D zu kennzeichnen. Das PVS ersetzt dann automatisch in die jeweilige altersklassenspezifische GOP für den Zuschlag zur Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale um.
  • Die TSS teilt der Praxis per Email oder Fax das Datum mit, an dem sich der Patient bei der TSS gemeldet hat. Dies ist der erste Zähltag für die Bemessung der Zuschläge.
  • Die Regelungen, die bereits zum 11.05.2019 in Kraft getreten sind, bleiben bestehen.

Sprechstunden 08.10.2019

Sie sind als zugelassene Vertragsärzt*in oder –psychotherapeut*in nach dem TSVG dazu verpflichtet, bei einem vollen Versorgungsauftrag mindestens 25 „Sprechstunden“ in der Woche anzubieten. Als „Sprechstunden“ gelten die Zeiten, in denen Sie für die Versorgung der Versicherten unmittelbar zur Verfügung stehen. Dies umfasst sämtliche Tätigkeiten, die Sie im Rahmen der Behandlung einschließlich Hausbesuchen und ambulantem Operieren erbringen. Für die Erfüllung des Versorgungsauftrages bei Beschäftigung von Angestellten in Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren gelten die Regelungen zum Sprechstundenangebot grundsätzlich entsprechend. Die Sprechstundenzeiten sind der Kassenärztlichen Vereinigung zu melden. Nach § 75 SGB V i. V. m. § 19a Ärzte-ZV werden die personen- und praxisbezogenen Daten sowie die Sprechstundenzeiten der Vertragsärzt*innen und -psychotherapeut*innen für gesetzlich Versicherte in der E-Arztsuche auf dieser Internetseite sowie in der KBV-App (Bundesarztsuche) veröffentlicht. Die Veröffentlichung ist zweckgebunden und an die Dauer der Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung gebunden.

Für Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen mit einem reduzierten Versorgungsauftrag (z. B. hälftige Zulassung) sowie für angestellte Ärzt*innen in Teilzeit gilt diese Verpflichtung anteilig entsprechend des Versorgungsauftrags bzw. des Tätigkeitsumfangs. Konkret bedeutet dies:

Versorgungsauftrag Stunden Minuten
1 25 1.500
¾ 18,75 1.125
½ 12,5 750
¼ 6,25 375

Das Mindestsprechstundenangebot kann an allen zugelassenen Tätigkeitsorten der Ärzt*in/Psychotherapeut*in erfüllt werden. Auch ein Sprechstundenangebot in einer Zweigpraxis oder am Sitz des Partners einer überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) ist daher bei der Erfüllung der Mindestverpflichtung mit zu berücksichtigen. Wichtig ist hierbei, dass in allen Fällen der Ausübung der vertragsärztlichen Tätigkeit an einem weiteren oder mehreren Orten außerhalb des Vertragsarztsitzes die Tätigkeit am Vertragsarztsitz zeitlich insgesamt überwiegen muss.

Auf die Mindestsprechzeiten werden die Besuchszeiten des Vertragsarztes vollständig angerechnet. Die Wegezeiten zu den Besuchen sind ebenfalls zu berücksichtigen; Näheres wird die KVWL gemeinsam mit den Verbänden der Krankenkassen auf Landesebene klären.

Bei der Verteilung der Sprechzeiten auf die Wochentage ist das Bedürfnis nach einer ausreichenden und zweckmäßigen vertragsärztlichen Versorgung zu berücksichtigen. Im Regelfall ist diesem Bedürfnis dadurch Rechnung zu tragen, dass montags bis freitags täglich Sprechstunden anzubieten sind.

Sie haben über das Mitgliederportal die Möglichkeit, die Sprechstunden der Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen Ihrer Praxis und auch die standortbezogenen Öffnungszeiten zu erfassen. Die bei uns bereits gemeldeten Sprechstundenzeiten der Praxis wurden übernommen und werden Ihnen zur entsprechenden Betriebsstätte angezeigt. Personenbezogene Zeiten müssen neu erfasst werden.

Die von Ihnen über das Mitgliederportal gemeldeten Sprechstundenzeiten werden mit einem Gültigkeitszeitraum versehen, d. h. sofern die Sprechstundenzeiten an einem beliebigen Tag verändert werden, erfolgt eine taggenaue Dokumentation der durchgeführten Änderungen. Rückwirkende Änderungen der Sprechstundenzeiten sind nicht zulässig.

Definition der einzelnen Sprechstundenarten

Praxiszeiten:

Zu jedem Standort (jeder Betriebsstätte) können Praxiszeiten (Öffnungszeiten, die telefonische Erreichbarkeit der Betriebsstätte, Sprechstunden und Besuchszeiten) hinterlegt werden. Diese gelten für die Betriebsstätte und sind nicht an eine einzelne Ärzt*in oder Psychotherapeut*in gebunden.

Sprechstunden (personenbezogen):

Als personenbezogene Sprechstunden können für jede Ärzt*in und jede Psychotherapeut*in Sprechstunden (Terminsprechstunden, offene Sprechstunden, die persönliche telefonische Erreichbarkeit und Besuchszeiten) pro Betriebsstätte hinterlegt werden.

Besonderheit: Psychotherapie-Richtlinie:

Die telefonische Erreichbarkeit ist für alle Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen, die Leistungen nach einem Richtlinienverfahren nach der Psychotherapie-Vereinbarung erbringen, relevant.

Diese Zeiten können ebenfalls über das Mitgliederportal selbständig verwaltet werden; die bisher gemeldeten Zeiten werden für die jeweilige Betriebsstätte übernommen. Für die einzelnen Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen müssen neue Zeiten über die personenbezogene Sprechstundenpflege erfasst werden.

Telefonische Erreichbarkeit pro Woche (§ 1 Abs. 8 der Psychotherapie-Richtlinie):

  • voller Versorgungsauftrag: insgesamt 200 Minuten
  • dreiviertel Versorgungsauftrag: insgesamt 150 Minuten
  • hälftiger Versorgungsauftrag: insgesamt 100 Minuten
  • in Einheiten von je mind. 25 Minuten

Die Sprechstunden und Praxiszeiten werden nach Meldung über das Mitgliederportal mit einem Tag Verzögerung in der E-Arztsuche (= Arzt- und Psychotherapeutensuche) veröffentlicht.

Offene Sprechstunden 08.10.2019

Fachärzt*innen der unten genannten Arztgruppen sind verpflichtet, von den Mindestsprechstunden mindestens fünf offene Sprechstunden pro Woche anzubieten:

  • Augenärzte,
  • Chirurgen,
  • Gynäkologen,
  • HNO-Ärzte,
  • Hautärzte,
  • Kinder- und Jugendpsychiater,
  • Neurologen, Neurochirurgen,
  • Nervenärzte,
  • Orthopäden,
  • Psychiater,
  • Urologen.

Die offene Sprechstunde ist eine Sprechstunde ohne vorherige Terminvereinbarung. Für Ärzt*innen mit reduziertem Versorgungsauftrag und für teilzeitbeschäftigte Ärzt*innen gilt die Verpflichtung für eine offene Sprechstunde anteilig. Konkret bedeutet dies:

Versorgungsauftrag Stunden Minuten
1 5 300
¾ 3,75 225
½ 2,5 150
¼ 1,25 75

Die offenen Sprechstunden sind grundsätzlich von jeder Ärzt*in der betroffenen Arztgruppen anzubieten, jedoch können Praxen an Standorten, an denen mehrere Ärzt*innen derselben Arztgruppe tätig sind, flexibel handhaben, welche Ärzt*in der jeweiligen Arztgruppe die Versorgung in den offenen Sprechstunden übernimmt. Entscheidend ist, dass die Gesamtanzahl der gemeldeten offenen Sprechstunden einer Arztgruppe den Vertragsarztsitzen der Praxis in der entsprechenden Arztgruppe entspricht.

Beispiel: Drei Ärzt*innen einer Arztgruppe in der Praxis müssen insgesamt 15 Wochenstunden offene Sprechstunden anbieten. Sie können jeweils 5 Stunden - auch zeitgleich - anbieten oder eine der drei Ärzt*innen übernimmt die 15 offenen Sprechstunden für die gesamte Praxis.

Wie die offene Sprechstunde auf die Arbeitswoche zu verteilen ist – jeden Tag eine offene Sprechstunde, alle fünf Stunden an einem Tag – ist den Praxen freigestellt. Der Gesetzgeber hat hierzu keine Vorgaben gemacht. Sie müssen aber auch diese Zeiten veröffentlichen (z. B. Praxisaushang, Anrufbeantworter, Webseite).

Sie haben über das Mitgliederportal die Möglichkeit, die Sprechstunden der Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen Ihrer Praxis und auch die standortbezogenen Öffnungszeiten zu erfassen. Die bei uns bereits gemeldeten Sprechstundenzeiten der Praxis wurden übernommen und werden Ihnen zur entsprechenden Betriebsstätte angezeigt. Personenbezogene Zeiten müssen neu erfasst werden.

Die von Ihnen über das Mitgliederportal gemeldeten Sprechstundenzeiten werden mit einem Gültigkeitszeitraum versehen, d. h. sofern die Sprechstundenzeiten an einem beliebigen Tag verändert werden, erfolgt eine taggenaue Dokumentation der durchgeführten Änderungen. Rückwirkende Änderungen der Sprechstundenzeiten sind nicht zulässig.

Bis zur Grenze von 17,5 % der Fallzahl der Praxis erfolgt die Vergütung für diese Sprechstunden extrabudgetär mit entsprechender Bereinigung des budgetierten Vergütungsanteils. Dies bedeutet, dass alle extrabudgetär vergüteten Leistungen im ersten Jahr vom Regelleistungs­volumen individuell abgezogen werden (s. u. Bereinigung). Ein echtes Honorarplus mit entsprechender Mehrvergütung kann somit erst erfolgen, wenn keine Bereinigung des budgetierten Teils der Vergütung mehr stattfindet.

Die Kennzeichnung der Patienten in der offenen Sprechstunde erfolgt im PVS über die Vermittlungsart „Offene Sprechstunde“.

Bei fach- oder schwerpunktübergreifenden Berufsausübungs­gemeinschaften beziehen sich die Vergütungsregelungen auf den Arztgruppenfall (s. u. Arztgruppenfall).

Wichtig ist daher die Anlegung eines gesonderten Abrechnungsscheins bei der Behandlung eines Patienten durch unterschiedliche Arztgruppen derselben Praxis.

Terminvermittlung des Hausarztes zum Facharzt 03.09.2019

  • Hausärzte erhalten für die erfolgreiche Vermittlung eines aus medizinischen Gründen dringend erforderlichen Facharzttermins einen extrabudgetären Zuschlag auf die Versichertenpauschale in Höhe von 10,07 Euro (93 Punkte).
  • Voraussetzung: der vermittelte Termin muss innerhalb von vier Kalendertagen nach Feststellung der dringenden Behandlungsnotwendigkeit durch den Hausarzt liegen. Die Zählung beginnt mit dem Folgetag.
  • Eine entsprechende Dokumentation in der Patientenakte für die Erfordernis eines „dringenden“ Termins ist zusätzlich zu empfehlen.
  • In seiner Abrechnung gibt der Hausarzt die jeweilige Gebührenordnungsposition (GOP) 03008 / 04008 des EBM zu der jeweiligen Versichertenpauschale GOP 03000 / 04000 des EBM, sowie die Betriebsstättennummer (BSNR) des weiterbehandelnden Facharztes, an.
  • Bei der Vermittlung zu unterschiedlichen Arztgruppen einer Praxis auf jeweils separaten Überweisungsscheinen ist der Zuschlag auch mehrfach berechnungsfähig.
  • Der Zuschlag ist nicht berechnungsfähig, wenn der vermittelnde Patient bei demselben Facharzt schon in dem laufenden Quartal behandelt wurde. Dies ist vom Hausarzt beim Patienten zu erfragen.
  • Bitte stellen Sie für Überweisungen an verschiedene Fachgruppen grundsätzlich je Fachgruppe, eine Überweisung aus (siehe §24 BMV.).

Neue Patienten 03.09.2019

  • Für Patienten, die weder im aktuellen noch in den acht vorangegangenen Quartalen in einer Praxis bestimmter Fachrichtungen behandelt wurden, werden alle Leistungen extrabudgetär vergütet. Dies gilt nicht für die ersten acht vollständigen Quartale nach Gründung einer Praxis oder einer Praxisübernahme. Diese Regelung gilt für folgende Arztgruppen:
    • Hausärzte
    • Kinder- und Jugendmediziner
    • Augenärzte
    • Chirurgen
    • Gynäkologen
    • HNO-Ärzte
    • Hautärzte
    • Internisten ohne Schwerpunkt
    • Angiologen
    • Endokrinologen
    • Gastroenterologen
    • Onkologen
    • Kardiologen
    • Nephrologen
    • Pneumologen
    • Rheumatologen
    • Kinder- und Jugendpsychiater
    • Neurologen
    • Neurochirurgen
    • Nervenärzte
    • Orthopäden
    • Phoniater und Pädaudiologen
    • Psychiater
    • Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
    • Ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
    • Urologen
    • Fachärzte für physikalische und rehabilitative Medizin
    • Schmerztherapeuten
  • Auch hier wird der budgetierte Teil der Vergütung entsprechend bereinigt. Dies bedeutet, dass alle extrabudgetär vergüteten Leistungen im ersten Jahr vom Regelleistungsvolumen individuell abgezogen werden (s. u. Bereinigung). Ein echtes Honorarplus mit entsprechender Mehrvergütung kann somit erst erfolgen, wenn keine Bereinigung des budgetierten Teils der Vergütung mehr stattfindet.
  • Die Kennzeichnung der Neupatienten erfolgt im PVS über die Vermittlungsart „Neupatient“.
  • Bei fach- oder schwerpunktübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaften erfolgt die Zählung als Neupatient nicht je Praxis, sondern je Arztgruppe, allerdings eingegrenzt auf maximal zwei Arztgruppen in einer Praxis.
  • Wichtig ist daher die Anlegung eines gesonderten Abrechnungsscheins bei der Behandlung eines Patienten durch unterschiedliche Arztgruppen derselben Praxis

Arztgruppenfall

Arztgruppenfall 02.08.2019

Ein Arztgruppenfall umfasst alle Leistungen, die von derselben Arztgruppe in derselben Arztpraxis innerhalb desselben Quartals bei einem Versicherten ambulant zulasten derselben Krankenkasse durchgeführt wurden.

Wichtig: Bitte legen Sie für die Behandlung eines Patienten durch unterschiedliche Arztgruppen derselben Praxis einen gesonderten Abrechnungsschein in ihrem PVS an.

Beispiel: In einer Gemeinschaftspraxis behandelt der Orthopäde einen Patienten im Rahmen einer Vermittlung durch die TSS. Der Originalschein wird im PVS mit der Vermittlungsart TSS-Vermittlungsfall angelegt. Im Verlauf des Quartals wird auch der zweite Orthopäde in der Gemeinschaftspraxis hinzugezogen und rechnet seine Leistung auf demselben Arztgruppenfall ab. Im weiteren Verlauf wird vom Radiologen derselben Gemeinschaftspraxis eine radiologische Untersuchung erbracht. Hierfür legt die Praxis einen neuen Abrechnungsschein an und rechnet die erbrachten Leistungen des neuen Arztgruppenfalls auf diesem Schein ab. Dieser ist nicht als TSS-Schein zu kennzeichnen, es sei denn, es liegt eine erneute Vermittlung durch die TSS vor.

Bereinigung

Bereinigung 02.08.2019

Neben den dargestellten Vergütungsregelungen gibt das Gesetz vor, dass die MGV um diese „Leistungen unter Berücksichtigung der arztgruppenspezifischen Auszahlungsquoten des jeweiligen Vorjahresquartals… begrenzt auf ein Jahr zu bereinigen“ ist.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass im Bereinigungszeitraum je 100 Euro extrabudgetärer Vergütung von TSVG-Leistungen gleichzeitig die MGV, und somit der Topf der jeweiligen Arztgruppe, um durchschnittlich ca. 92 Euro bereinigt wird. Wichtig ist hierbei, dass das einmal bereinigte Geldvolumen für das laufende Quartal und mit Folgewirkung für die Zeit nach der Bereinigungsphase dauerhaft weg ist und die MGV somit entsprechend vermindert ist. Mehrleistungen werden im Bereinigungszeitraum also praktisch nicht vergütet.

Diese gesetzlich vorgegebene Vorgehensweise bei der Bereinigung wird nunmehr nach dem angepassten HVM individuell auf den einzelnen Arzt übertragen. Dies geschieht, indem das Honorarvolumen (RLV+QZV) jeder einzelnen Praxis zunächst berechnet wird, als gäbe es keine TSVG-Leistungen. Anschließend wird das Honorarvolumen um die TSVG-Leistungen, multipliziert mit der arztgruppenspezifischen Auszahlungsquote des jeweiligen Vorjahresquartals, vermindert (s. Beispiel).

Durch diese Art der Bereinigung ist gewährleistet, dass keine Praxis durch das TSVG Honorareinbußen haben wird, unabhängig davon, ob sie viele, wenige oder auch gar keine TSVG-Leistungen erbringt.

Die Vergütung derjenigen Leistungen, die nicht dem Regelleistungsvolumen oder einem QZV unterliegen, bleibt im Wesentlichen unverändert.

Neuerungen ab 1. Januar 2020

Terminservicestelle (TSS) 02.08.2019

  • Die TSS werden bis zum 1.Januar 2020 zu Servicestellen für ambulante Versorgung und Notfälle weiterentwickelt. Sie sind über die bundesweit einheitliche Rufnummer 116117 24 Stunden täglich an sieben Tagen pro Woche erreichbar.
  • Patienten mit akuten Beschwerden werden mittels eines standardisierten Ersteinschätzungsverfahrens in die richtige Versorgungebene vermittelt (Arztpraxis, Ärztlicher Bereitschaftsdienst, Notfallambulanz am Krankenhaus, Rettungsdienst / 112).
  • Die Leistungen zur Behandlung dieser vermittelten Patienten werden extrabudgetär vergütet. Der budgetierte Teil der Vergütung wird entsprechend bereinigt. Dies bedeutet, dass alle extrabudgetär vergüteten Leistungen im ersten Jahr vom Regelleistungsvolumen individuell abgezogen werden (s. u. Bereinigung). Ein echtes Honorarplus mit entsprechender Mehrvergütung kann somit erst erfolgen, wenn keine Bereinigung des budgetierten Teils der Vergütung mehr stattfindet.
  • Die Kennzeichnung dieser vermittelten Patienten erfolgt im PVS über die Vermittlungsart „TSS-Akutfall“.
  • Für jeden Patienten gibt es einen Zuschlag auf die Versicherten- bzw. Grundpauschalen von 50%, hierfür wird eine neue Gebührenordnungsposition in den EBM aufgenommen.
  • Voraussetzung: der vermittelte Termin muss spätestens am Tag nach Kontaktaufnahme des Versicherten bei der TSS und Einschätzung als TSS-Akutfall liegen.
  • Bei fach- oder schwerpunktübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaften beziehen sich die Vergütungsregelungen auf den Arztgruppenfall (s. u. Arztgruppenfall).
  • Wichtig ist daher die Anlegung eines gesonderten Abrechnungsscheins bei der Behandlung eines Patienten durch unterschiedliche Arztgruppen derselben Praxis.

Neuerungen bis 2021 Neue Infos

  • Die Krankenkassen sind verpflichtet, ihren Versicherten bis spätestens 2021 elektronische Patientenakten anzubieten. Wer möchte, soll auch ohne den Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte mit Smartphone oder Tablet auf medizinische Daten zugreifen können.

Neuerungen ab 2021 Neue Infos

  • Die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen sollen ab 2021 von den behandelnden Ärzten an die Krankenkassen nur noch digital übermittelt werden.

Ansprechpartner
für Ärzte und Therapeuten