Versorgungsqualität

oKFE – Organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme

Die Durchführung von organisierten Krebsfrüherkennungsprogrammen bestimmt sich nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA; Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme – oKFE-RL). Wesentliche Elemente der oKFE-RL sind die regelmäßige Einladung der Versicherten durch die Krankenkassen (Erreichen eines bestimmten Anspruchsalters, danach in programmspezifischen Intervallen), die verbundene Information der Patienten über die jeweiligen Untersuchungen, die personenbezogene Datenverarbeitung und den Datenschutz, Widerspruchsrechte sowie die Durchführung der eigentlichen Untersuchung. Zur Programmbeurteilung bzw. -evaluation werden pseudonymisierte elektronische Dokumentationen der Ärzte, der Krankenkassen und der Krebsregister einbezogen.

Übermittlung der Daten an die Datenannahmestelle

Der Arzt ist verpflichtet die durchgeführten Untersuchungen elektronisch zu dokumentieren und die Daten quartalsweise an die KVWL, als Datenannahmestelle (DAS), zu übermitteln. Die Verschlüsselung der dabei erzeugten Daten wird automatisch beim Export der Dateien durch die Praxisverwaltungssysteme (PVS) übernommen.

Wir empfehlen Ihnen, die Übermittlung der Exportdatei direkt nach Abschluss Ihrer Quartalsabrechnung vorzunehmen. Sofern Sie dies nicht im Verbund erledigen, müssen für die jeweiligen Quartale jedoch gewisse Fristen zur Übermittlung der Dokumentationen beachtet werden (s. Tabelle).

Quartal Übermittlungsfrist
1. Quartal 15. Mai
2. Quartal 15. August
3. Quartal 15. November
4. Quartal 28. Februar des Folgejahres

Weiterer Verlauf der Datenübermittlung

Die KVWL, als Datenannahmestelle, prüft ein technisches Prüfprotokoll auf formale Auffälligkeiten und klärt diese bei Bedarf mit den entsprechenden Leistungserbringern (LE) ab. Die Datenannahmestelle anonymisiert die leistungserbringeridentifizierenden Daten und pseudonymisiert diese (sofern erforderlich laut Krebsfrüherkennungsprogramm) bevor sie an die Vertrauensstelle weitergeleitet werden.
Nach der Pseudonymisierung der versichertenidentifizierenden Daten durch die Vertrauensstelle erfolgt die Weiterleitung der Daten an die Auswertungsstelle.
Die Auswertungsstelle führt die Datensätze schließlich zusammen, prüft und wertet diese spätestens alle zwei Jahre aus. Die Auswertungsstelle übermittelt die Auswertung an den G-BA, welcher die Ergebnisse zur Beurteilung der Krebsfrüherkennungsprogramme alle zwei Jahre veröffentlicht.

Überblick über das Gesamtverfahren und die beteiligten Stellen:

Organisierte-Krebsfrueherkennung – oKFE – Infografik Gesamtverfahren

Achtung:
Die elektronische Dokumentation zur Programmbeurteilung startet zum 01. Oktober 2020

Die vom G-BA am 05.12.2019 beschlossene Aussetzung der Dokumentationsverpflichtungen nach der oKFE-RL für das bereits laufende Programm zur Früherkennung von Darmkrebs als auch das zum 01.01.2020 gestartete Programm zur Früherkennung des Zervixkarzinoms endet zum 30.09.2020.
Nach Auffassung aller Verfahrensbeteiligten der oKFE (IQTIG, Vertrauens-, Auswertungs- und Widerspruchsstelle sowie Softwareanbieter) steht den Praxen zum 1. Oktober 2020 voraussichtlich eine geprüfte Dokumentationssoftware zur Verfügung, so dass der G-BA die Aussetzung der Dokumentationsverpflichtung beendet hat. Die Dokumentation der entsprechenden Untersuchungen dient der Programmbeurteilung, welche gesetzlich vorgegeben ist (§ 25a SGB V) und die Qualität der organisierten Krebsfrüherkennungsprogramme systematisch erfassen und weiterentwickeln soll.

Bei Fragen zur Implementierung und der Verfügbarkeit der entsprechenden Dokumentationssoftware kontaktieren Sie bitte Ihren PVS-Anbieter.

Weiterführende Informationen zu den Krebsfrüherkennungsprogrammen und den Spezifikationen zur Programmbeurteilung finden Sie hier:

Programm zur Früherkennung von Darmkrebs nach oKFE-RL

Bis zum 31.12.2019 haben Vertragsärzte mit einer Koloskopie-Genehmigung noch nach den bekannten Vorgaben der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) gemäß der Spezifikation der KBV dokumentiert.

Das Programm zur Früherkennung von Darmkrebs ist weiterentwickelt worden und am 19.04.2019 als bundesweit organisiertes Darmkrebsscreening – mit Anpassung der Gebührenordnungspositionen GOP 01737 bis 01741 EBM an die Inhalte der oKFE-RL – neu gestartet. Dokumentationspflichtig nach der oKFE-RL sind nur die genehmigungspflichtigen GOP 01738, 01741 und die GOP 13421 bei Koloskopien nach positivem iFOBT-Test.

Inhaltlich unterscheiden sich die Vorgaben der oKFE-RL nur an sehr wenigen Stellen von denen der bis 31.12.2019 maßgeblichen KFE-RL.

Die Anpassungen erfolgten im Wesentlichen aufgrund von Anregungen der Fachgesellschaften und Berufsverbände. So umfassen die neuen Vorgaben beispielsweise die Erfassung serratierter Adenome.

Dokumentationen iFOBT

Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) hat auch für die Dokumentation der quantitativen immunologischen Tests auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) Spezifikationen bereitgestellt. Diese enthalten neben dem Testergebnis unter anderem auch Angaben zum verwendeten Test (Schwellenwert, Pharmazentralnummer). Die Daten werden zukünftig von den Laboren patientenbezogen erfasst und übermittelt; dafür entfallen die Quartalsberichte, die bis zum 31.12.2019 von Laboren an die KVen übermittelt wurden.
Die technischen Spezifikationen wurden vom IQTIG erstellt und bereits zum 01.07.2019 veröffentlicht.

Achtung:
Die elektronische Dokumentation zur Programmbeurteilung startet zum 01. Oktober 2020

Die vom G-BA am 05.12.2019 beschlossene Aussetzung der Dokumentationsverpflichtungen nach der oKFE-RL für das bereits laufende Programm zur Früherkennung von Darmkrebs als auch das zum 01.01.2020 gestartete Programm zur Früherkennung des Zervixkarzinoms endet zum 30.09.2020.
Nach Auffassung aller Verfahrensbeteiligten der oKFE (IQTIG, Vertrauens-, Auswertungs- und Widerspruchsstelle sowie Softwareanbieter) steht den Praxen zum 1. Oktober 2020 voraussichtlich eine geprüfte Dokumentationssoftware zur Verfügung, so dass der G-BA die Aussetzung der Dokumentationsverpflichtung beendet hat. Die Dokumentation der entsprechenden Untersuchungen dient der Programmbeurteilung, welche gesetzlich vorgegeben ist (§ 25a SGB V) und die Qualität der organisierten Krebsfrüherkennungsprogramme systematisch erfassen und weiterentwickeln soll.

Bei Fragen zur Implementierung und zur Verfügbarkeit der entsprechenden Dokumentationssoftware kontaktieren Sie bitte Ihren PVS-Anbieter.

Einen guten Überblick über die Neuerungen beim Darmkrebsscreening geben Ihnen die folgenden Praxisinformationen sowie die Themenseite der KBV.

Die Versicherteninformationen des G-BA werden Ihnen auf folgender Seite zur Verfügung gestellt:

Programm zur Früherkennung des Zervixkarzinoms nach oKFE-RL

Die Inhalte des neuen Programms sind in der oKFE-RL festgelegt. Demnach haben Frauen unter 35 Jahren Anspruch auf eine jährliche zytologische Untersuchung; Frauen über 35 Jahre haben alle drei Jahre Anspruch auf einen Ko-Test (zytologische Untersuchung sowie HPV-Test). Die anspruchsberechtigten Frauen erhalten alle fünf Jahre eine Einladung von ihrer Krankenkasse; der Versand hat wie geplant zum 1. Januar 2020 begonnen.

Einen Überblick über die abrechnungsfähigen Leistungen im Rahmen des Programms zur Früherkennung des Zervixkarzinoms gibt Ihnen die folgende Tabelle:

Primärscreening zur Früherkennung des Zervixkarzinoms nach der oKFE-RL

GOP Beschreibung Besonderheit
01761 Krebsfrüherkennung bei der Frau gem. Teil III. C. § 6 oKFE-RL  
01762 Zytologische Untersuchung gemäß Teil III. C. § 6 der oKFE-RL
01763 HPV-Test gemäß Teil III. C. § 6 der oKFE-RL

Abklärungsdiagnostik

GOP Beschreibung Besonderheit
01764 Abklärungsdiagnostik gemäß Teil III. C. § 7 oKFE-RL  
01765 Abklärungskolposkopie gemäß Teil III. C. §§ 7 und 8 oKFE-RL
01766 Zytologische Untersuchung gemäß Teil III. C. § 7 mittels Zytologie der oKFE-RL
01767 HPV-Test gemäß Teil III. C. § 7 der oKFE-RL
01768 Histologie bei Abklärungskolposkopie gemäß Teil III. C. § 7 der oKFE-RL  

Dokumentation

Die Dokumentation für das Primärscreening und die Abklärung mittels Zytologie und HPV-Test erfolgt nach den Vorgaben der Anlage VII der oKFE-RL.

  • Die elektronische Dokumentation des Primärscreenings und der erfolgten Abklärung mit Zytologie und HPV-Test wird durch den Gynäkologen in der Praxisverwaltungssoftware vorgenommen. Die dabei zu erfassenden Daten finden Sie in Anlage VII der oKFE-RL.
  • Die Ergebnisse der zytologischen Diagnostik bzw. des HPV-Tests werden durch den die Leistung erbringenden Zytologen, Pathologen oder Labormediziner elektronisch in der Praxisverwaltungssoftware dokumentiert. Die hierbei zu erfassenden und zu übermittelnden Daten finden Sie in der Anlage VII der oKFE-RL (Zytologie und HPV-Test)
  • Vertragsärzte, welche die Abklärungskolposkopie durchführen, dokumentieren Angaben zur kolposkopischen Diagnostik und zu etwaigen thearpeutischen Eingriffen elektronisch in der Praxissoftware. Die dabei zu erfassenden Daten finden Sie in Anlage VII der oKFE-RL (Abklärungskolposkopie und Therapeutische Eingriffe).

Hinweise:

Die Beauftragung der Zytologischen Untersuchung erfolgt über das Muster 39. Da das Formular inhaltlich aktuell nur die Veranlassung des Primärscreenings abbildet, nicht aber die Leistungen zur Abklärungsdiagnostik auffälliger Befunde, haben KBV und GKV-Spitzenverband hierzu eine Übergangslösung vereinbart, nach der ab dem 1. März 2020 die für die differenzierte (Teil-)Beauftragung von Primärscreening oder Abklärung erforderlichen Informationen mit Codes in der ersten Zeile des Freitextfeldes „Gyn. Diagnose“ abgebildet werden können. Hierzu wurden in den Vordruckerläuterungen der Anlage 2 (Stand: 01.10.2020) des Bundesmantelvertrags (BMV) für Ärzte bundeseinheitliche Codes vereinbart. Damit ist nun im Rahmen einer Übergangslösung eine eindeutige Beauftragung möglich.

Folgende bundeseinheitliche Codes wurden vereinbart:

P-HPV nur HPV-Test im Primärscreening
P-Zyto nur zytologische Untersuchung im Primärscreening
P-KoTest Ko-Test im Primärscreening
A-HPV nur HPV-Test in der Abklärung
A-Zyto nur zytologische Untersuchung in der Abklärung
A-KoTest Ko-Test in der Abklärung

Erläuterungen zum Muster 39 finden Sie hier:

  • Die Überweisung einer Patientin zur Abklärungskolposkopie erfolgt mittels Muster 6 mit der Kennzeichnung „präventiv“. Dem Kolposkopiker sind mit der Überweisung die Ergebnisse der Zytologie und des HPV-Tests für die Programmdokumentation zu übermitteln.
  • GOP 01760: Krebsfrüherkennung bei der Frau gem. Abschnitt B. II. §§ 6 und 8 KFE-RL. Die Leistung setzt keine elektronische Dokumentation nach der oKFE-RL voraus.

Einen guten Überblick über die Neuerungen beim Programm zur Früherkennung des Zervixkarzinoms geben Ihnen die nachstehende Praxisinformation sowie die Themenseite der Themenseite der KBV. Dort finden Sie auch Informationen zu den Kategorien „Anspruchsberechtigte Patienten“, „Einladung und Versicherteninformation“, „Inhalte des Früherkennungsprogramms“, „Algorithmen zur Abklärung“, „Veranlassung diagnostischer Untersuchungen“, „Abrechnung und Vergütung“ sowie „Programmdokumentation“.

Die Versicherteninformationen für die Früherkennung des Zervixkarzinoms werden vom G-BA auf folgender Seite zur Verfügung gestellt:

Achtung:
Die elektronische Dokumentation zur Programmbeurteilung startet zum 01. Oktober 2020

Die vom G-BA am 05.12.2019 beschlossene Aussetzung der Dokumentationsverpflichtungen nach der oKFE-RL für das bereits laufende Programm zur Früherkennung von Darmkrebs als auch das zum 01.01.2020 gestartete Programm zur Früherkennung des Zervixkarzinoms endet zum 30.09.2020.
Nach Auffassung aller Verfahrensbeteiligten der oKFE (IQTIG, Vertrauens-, Auswertungs- und Widerspruchsstelle sowie Softwareanbieter) steht den Praxen zum 1. Oktober 2020 voraussichtlich eine geprüfte Dokumentationssoftware zur Verfügung, so dass der G-BA die Aussetzung der Dokumentationsverpflichtung beendet hat. Die Dokumentation der entsprechenden Untersuchungen dient der Programmbeurteilung, welche gesetzlich vorgegeben ist (§ 25a SGB V) und die Qualität der organisierten Krebsfrüherkennungsprogramme systematisch erfassen und weiterentwickeln soll.

Bei Fragen zur Implementierung und zur Verfügbarkeit der entsprechenden Dokumentationssoftware kontaktieren Sie bitte Ihren PVS-Anbieter.

Ansprechpartner

Datenübermittlung an die Datenannahmestelle

Julia Miller

0231 94 32 33 74
E-Mail

Programm zur
Früherkennung von Darmkrebs

Thomas Balhar

0231 94 32 15 60
E-Mail

Programm zur
Früherkennung des Zervixkarzinoms

Christian Dreier

0231 94 32 36 14
E-Mail