Niederlassung

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Angestellt in der Praxis – flexible Arbeitszeiten, gute Perspektiven

Wer in der ambulanten vertragsärztlichen oder vertragspsychotherapeutischen Versorgung tätig werden möchte, kann dies neben der Zulassung auch in Form einer Anstellung tun. Die Anstellung erfolgt bei einem zugelassenen Vertragsarzt bzw. -psychotherapeut oder alternativ in einem Medizinischen Versorgungszentrum. Anstellung ist in Teilzeit oder Vollzeit möglich und mit der Übernahme eines Versorgungsauftrages verbunden. Das beinhaltet grundsätzlich die gleichen Rechte und Pflichten, die auch der Zulassungsstatus mit sich bringt. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass der Angestellte statt eines Honorars von der KV ein Gehalt vom Arbeitgeber bezieht und dass er auf einem „Sitz“ arbeitet, der ihm nicht gehört. Die unternehmerische Verantwortung trägt der Arbeitgeber, der Angestellte verstärkt die medizinische Kompetenz. Und lernt auf diese Art und Weise den Betrieb einer Arzt- bzw. Psychotherapeutenpraxis kennen, die Versorgung der Patientinnen und Patienten in Form eines persönlichen Sprechstundenangebots.

Die Anstellung kann am Anfang der beruflichen Karriere in der ambulanten Versorgung stehen und ein Sprungbrett sein für eine spätere Partnerschaft oder für die Übernahme einer eigenen Praxis. Sie kann aber auch ein Weg für die letzte Phase dieser Karriere sein: die Praxis an einen Nachfolger zu übergeben und diesem in Anstellung weiter unter die Arme zu greifen. Das Zulassungsrecht ist hier flexibel. Dennoch ist einiges zu beachten. Die Praxisberatung der KVWL berät Sie gerne über Ihre Möglichkeiten, egal ob Sie jemanden anstellen wollen oder selbst ein Anstellungsverhältnis suchen.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Sprachformen verzichtet und das generische Maskulinum verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für beide Geschlechter. Außerdem werden sowohl Ärzte als auch Psychotherapeuten gleichermaßen angesprochen.

Entwicklung der angestellten Ärzte 2010 bis 2020

Entwicklung Angestellte_WL_2010_2020 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Anzahl absolut Jahr (jeweils zum 01.01.) 3.000 3.500 2.500 2.000 1.500 1.000 500 0 Anzahl Ärzte Vollzeitäquivalente

Quelle: KVWL, 2020

  Ihre Möglichkeiten als angestellter Arzt in einer Praxis

Es gibt verschiedene Formen der Anstellung in einer Praxis. Grundsätzlich unterscheidet das Zulassungsrecht Angestellte von Assistenten, auch wenn beide per Arbeitsvertrag an den Praxisinhaber gebunden sind.

Definition: Angestellte Ärzte (§ 32b Ärzte Zulassungsverordnung)

Angestellte Ärzte erbringen ihre Leistungen persönlich und kennzeichnen sie in der Abrechnung der Praxis mit einer eigenen lebenslangen Arztnummer. Ihre Tätigkeit ist zulassungsrechtlich nicht befristet, die Dauer arbeitsvertraglich geregelt. Wird das Beschäftigungsverhältnis gelöst, verbleibt der dazugehörige Sitz in der Praxis bzw. im Medizinischen Versorgungszentrum.

Wer einen Arzt in der Praxis anstellen möchte, muss neben den zulassungsrechtlichen Voraussetzungen arbeitsvertragliche Fragen (z. B. Gehalt, Sozialversicherungspflicht, Kündigungsregelungen), Haftungsfragen und steuerliche Aspekte klären. Vor allem bei der Beschäftigung mehrerer Angestellter oder bei einer fachübergreifenden Anstellung kann sich die Frage der Gewerbesteuer stellen. Der Steuerberater sollte also in die Planungen einbezogen werden.

Formen der Anstellung nach § 32b Ärzte-Zulassungsverordnung

Für die Möglichkeiten der Übernahme eines Versorgungsauftrages, egal ob in Zulassung oder Anstellung, ist die Bedarfsplanung entscheidend. Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen fasst zweimal pro Jahr Beschlüsse zur Versorgungslage in Westfalen-Lippe. Darin wird festgestellt, ob ein Planungsbereich für eine Arztgruppe wegen Überversorgung „gesperrt“ ist oder ob es noch Zulassungsmöglichkeiten gibt.

  1. Werden freie Sitze ausgewiesen, kann sich ein Arzt oder MVZ auch mit einem anzustellenden Arzt darauf bewerben. Dies geschieht üblicherweise innerhalb einer Frist, die der Landesausschuss mit den Beschlüssen bekannt macht. Gibt es mehr Bewerber als freie Sitze, führt der Zulassungsausschuss ein Auswahlverfahren durch.
  2. In gesperrten Planungsbereichen können ausgeschriebene Sitze übernommen werden. Auf eine solche Ausschreibung kann sich auch ein Arzt oder MVZ mit einem anzustellenden Arzt bewerben. Werden sich Antragsteller und bisheriger Praxisinhaber handelseinig, kann der Sitz übernommen und in Anstellung fortgeführt werden. Konkurrieren mehrere Bewerber um den ausgeschriebenen Sitz, muss der Zulassungsausschuss ein Auswahlverfahren durchführen. Ist eine Verlegung des Sitzes an den Standort des neuen Praxisinhabers geplant, ist dafür die Genehmigung des Zulassungsausschusses erforderlich. Alternativ kann der angestellte Arzt auch am alten Praxisstandort arbeiten, der dann als Zweigpraxis des Arbeitgebers gilt und eine Genehmigung der KVWL voraussetzt.
  3. Drittens besteht schließlich die Möglichkeit, eine bestehende Zulassung in eine Anstellung umzuwandeln. Der Praxisinhaber verzichtet auf seine eigene Zulassung zugunsten einer Anstellung bei einem Kollegen oder in einem MVZ und arbeitet als Angestellter weiter. Ist das in einem gesperrten Planungsbereich nicht mit einer Ausschreibung verbunden, muss der nunmehr angestellte Arzt noch mindestens drei Jahre persönlich tätig bleiben.

Informationen rund um die Bedarfsplanung, zu den Beschlüssen des Landesausschusses sowie zu den Niederlassungsmöglichkeiten in Westfalen-Lippe finden Sie hier:

Eine Sonderform der Anstellung ist das Jobsharing nach § 101 Abs. 1 Nr. 5 SGB V. Ein Praxisinhaber kann einen Kollegen desselben Fachgebiets in einem von Zulassungsbeschränkungen betroffenen Planungsbereich anstellen. Der Jobsharing-Angestellte teilt sich dann den Sitz mit dem Arbeitgeber, er wird nicht auf die Bedarfsplanung angerechnet. Die Praxis erhält eine feste Honorarobergrenze, die sich am Fachgruppendurchschnitt oder an vier vorausgehenden Abrechnungsquartalen orientiert, und kann nicht mehr weiter wachsen. Jobsharing ist ein Modell für große Praxen mit dem Ziel der Arbeitsteilung. Gern beraten wir Sie dazu.

Flexible Arbeitszeiten als angestellter Arzt

Die Anstellung in einer Praxis oder einem MVZ ist in Vollzeit und in Teilzeit möglich. Arbeitet der Angestellte mindestens 31 Stunden pro Woche in der Praxis, gilt die Tätigkeit als Vollzeittätigkeit und füllt einen ganzen Versorgungsauftrag aus. Sieht der Arbeitsvertrag bis zu zehn Wochenstunden vor, handelt es sich um eine Viertelstelle (Faktor 0,25 in der Bedarfsplanung). 11 bis 20 Wochenstunden sind ein halber Versorgungsauftrag (Faktor 0,5 in der Bedarfsplanung), 21 bis 30 Wochenstunden eine Dreiviertelstelle (Faktor 0,75 in der Bedarfsplanung). Ein voller Sitz kann daher auf bis zu vier teilzeittätige Ärzte des Fachgebiets aufgeteilt werden.

Grundsätzlich darf ein mit vollem Versorgungsauftrag zugelassener Vertragsarzt in Person maximal drei in Vollzeit tätige Ärzte angestellt beschäftigen. Die Zahl der Anstellungen in einem MVZ ist nicht begrenzt, allerdings abhängig von den Möglichkeiten der Bedarfsplanung.

  Ihr Weg in die Anstellung

Die zulassungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Anstellung entsprechen denen einer Zulassung. Ein angestellter Arzt nach § 32b Ärzte-Zulassungsverordnung muss die Facharztanerkennung besitzen und ins Arztregister eingetragen sein. Den Antrag stellt der zukünftige Arbeitgeber. Der anzustellende Arzt muss für die Versorgung in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen. Hat er weitere berufliche Verpflichtungen und arbeitet zum Beispiel auf einer Teilzeitstelle im Krankenhaus, ist das als Nebentätigkeit durch den Zulassungsausschuss zu genehmigen. Grundsätzlich sind alle Formen der Anstellung über den Zulassungsausschuss zu genehmigen.

Die Übernahme eines vertragsärztlichen Versorgungsauftrages in Form einer Anstellung ist mit denselben Verpflichtungen verknüpft wie eine Zulassung. Diese sind vor allem im Bundesmantelvertrag definiert. Dazu gehören die Sprechstundenverpflichtung und die Teilnahme am ärztlichen Notdienst. Auch Genehmigungs- und Fortbildungspflichten sind zu beachten.

Im Fall von Urlaub, Krankheit oder Fortbildung kann die Praxis einen Vertreter für den angestellten Arzt benennen.

Scheidet ein angestellter Arzt aus der Versorgung aus, bleibt der vakante Sitz beim Arbeitgeber. Dieser hat das Recht der Nachbesetzung, die innerhalb von sechs Monaten erfolgen muss. Eine Fristverlängerung bis zu einem Jahr ist möglich, wenn nachgewiesen werden kann, dass man sich um eine Nachfolge bemüht hat. Eine Ausschreibung des Sitzes, auch in einem gesperrten Planungsbereich, ist dafür nicht notwendig. Kann der Sitz nicht nachbesetzt werden, ist er schließlich aus der Bedarfsplanung herauszurechnen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass der Angestellte mit dem Einverständnis des Arbeitgebers den Sitz selbst übernimmt und darauf zugelassen wird. Dafür ist in gesperrten Planungsbereichen keine Ausschreibung erforderlich. Diese muss nur dann erfolgen, wenn jemand anderes als der bisher angestellte Arzt den Sitz übernehmen soll. Mit der Umwandlung in eine Zulassung haben Praxisinhaber und Angestellter ein Instrument in der Hand, aus einem Arbeitsverhältnis eine Partnerschaft und aus einer Praxis mit angestelltem Arzt eine Berufsausübungsgemeinschaft zu machen. Die Genehmigung des Zulassungsausschusses ist erforderlich.

Angestellte Psychotherapeuten und Ärzte sind Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung, wenn sie in einem Umfang von mindestens zehn Wochenstunden tätig sind. Sie besitzen somit die Wahlberechtigung.

Weitere Informationen zu den möglichen Kooperationsformen in der ambulanten ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung finden Sie unter folgendem Link unter „Infos / Beratung zu Niederlassung, Kooperation oder Praxisabgabe“:

Angestellt als (Weiterbildungs-) Assistent in der Praxis

Viele Ärzte haben bereits als Weiterbildungsassistenten (WBA) in Vertragsarztpraxen Erfahrungen gesammelt.

Für die Mitarbeit in einer Praxis als Assistent wird im Unterschied zur Anstellung nach § 32b Ärzte-Zulassungsverordnung kein Beschluss des Zulassungsausschusses benötigt, eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung reicht aus. Diese ist zeitlich befristet und muss rechtzeitig vor Beginn der Assistententätigkeit beantragt werden.

Neben der Weiterbildung kann der Grund für eine Assistenz darin bestehen, eine Praxis und einen Patientenstamm kennenzulernen oder zur Entlastung des Praxisinhabers beizutragen – zum Beispiel in Krankheitsfällen oder aus Erziehungsgründen.

Der Assistent hat keine eigene Arztnummer, sondern kennzeichnet seine Tätigkeit mit der Arztnummer des Praxisinhabers. Er darf nicht zur „Aufrechterhaltung eines übergroßen Praxisumfangs“ beitragen oder persönlich für eine starke Vergrößerung der Praxis verantwortlich sein. Allerdings werden Assistenten durchaus bei der Betrachtung des Leistungsumfangs einer Praxis berücksichtigt, so etwa mit einem Zuschlag auf die zeitliche Plausibilität des assistierten Arztes oder im Falle eines Jobsharing mit einem Aufschlag auf die Honorarobergrenze.

Anders als die Vertretung setzt die Assistenz die Anwesenheit des Praxisinhabers voraus.

Lassen Sie sich zu den einzelnen Möglichkeiten der Förderung für Weiterbildungsassistenten beraten oder informieren Sie sich auf:

Um einen Weiterbildungsassistenten zu beschäftigen benötigt der Ansteller eine gültige Weiterbildungsbefugnis. Diese muss bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe beantragt werden.

  Anstellungsvertrag

In den Anstellungsvertrag sind Vereinbarungen über folgende Punkte aufzunehmen (§ 2 Nachweisgesetz):

  • den Namen und die Anschrift der Vertragsparteien,
  • den Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverhältnisses,
  • bei befristeten Arbeitsverhältnissen: die vorhersehbare Dauer des Arbeitsverhältnisses,
  • den Arbeitsort oder, falls der Arbeitnehmer nicht nur an einem bestimmten Arbeitsort tätig sein soll, ein Hinweis darauf, dass der Arbeitnehmer an verschiedenen Orten beschäftigt werden kann,
  • eine kurze Charakterisierung oder Beschreibung der vom Arbeitnehmer zu leistenden Tätigkeit,
  • die Zusammensetzung und die Höhe des Arbeitsentgelts einschließlich der Zuschläge, der Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen sowie anderer Bestandteile des Arbeitsentgelts und deren Fälligkeit,
  • die vereinbarte Arbeitszeit,
  • die Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs,
  • die Fristen für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses,
  • ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf die Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Arbeitsverhältnis anzuwenden sind.
    (Anm.: Im ambulanten Bereich gibt es für angestellte Ärzte keinen Tarifvertrag. Einzelne Regelungen aus den Tarifverträgen der kommunalen Krankenhäuser können aber für den Anstellungsvertrag übernommen werden.)

Die Vereinbarung ist spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses schriftlich niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen.

Darüber hinaus sollten auch Regelungen über folgende Themen getroffen und im Anstellungsvertrag festgehalten werden:

  • Vorbehalt der Genehmigung durch den Zulassungsausschuss
  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Anordnung und Vergütung von Überstunden,
  • Nebentätigkeiten,
  • gesetzliche Fortbildungspflicht als Arbeitszeit?
  • Konkretisierung der Teilnahme(-pflicht) am organisierten Notfalldienst,
    z. B. Verteilung der Dienste, Vergütung, Anrechnung auf die Arbeitszeit?

Der Anstellungsvertrag wird von den Zulassungsgremien hinsichtlich der vereinbarten Arbeitszeit und des Tätigkeitsortes mit dem Genehmigungsantrag abgeglichen. Eine weitergehende rechtliche, insbesondere arbeitsrechtliche Überprüfung des Vertrages erfolgt nicht.

Auch dürfen weder die Zulassungsgremien noch die Kassenärztliche Vereinigung bei der Abfassung des Anstellungsvertrages juristisch beratend tätig werden. Bei Bedarf sollte daher eine (arbeits-)rechtliche Beratung – z.B. durch eine Anwaltskanzlei oder gegebenenfalls Berufsverbände – in Anspruch genommen werden.

Zur Veranschaulichung hat die KVWL in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Westfalen Lippe ein Muster für einen Anstellungsvertrag erstellt. Dieses Muster dient jedoch nur als Beispiel; die Inhalte, insbesondere zu Arbeitszeiten, Überstunden und zur Vergütung, sind - im Rahmen der geltenden rechtlichen Vorgaben - zwischen den Parteien frei zu verhandeln.

Ansprechpartner

Praxisberatung

Beratender Fachausschuss für angestellte Ärzte

Um der wachsenden Bedeutung der Anstellung auch im ambulanten Sektor gerecht zu werden, hat die Vertreterversammlung der KVWL im Februar 2018 beschlossen, einen Beratenden Fachausschuss für angestellte Ärzte einzurichten. Damit setzte die Körperschaft die Vorgaben des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes um. Im Juli 2018 trat der Beratende Fachausschuss für angestellte Ärzte zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen.

Dipl.-Päd. Maria Pfeiffer
Kinder- und Jugendpsychotherapeutin (FA), angestellt in Gemeinschaftspraxis, in Dortmund

Prof. S. Gesenhues
Allgemeinmedizin (HA), angestellt in Gemeinschaftspraxis, in Ochtrup

Dr. A. Preuss-Nowotny
Innere Medizin (HA), angestellt im MVZ, in Dortmund

Dr. A. Schlüter
Augenheilkunde (FA), angestellt in Gemeinschaftspraxis, in Dortmund

PD Dr. U. Siekmann
Frauenheilkunde und Geburtshilfe (FA), angestellt in Gemeinschaftspraxis, in Bielefeld

Bei Fragen und Anregungen an den Ausschuss rund um das Thema Anstellung wenden Sie sich gerne per E-Mail an angestellte-aerzte@kvwl.de.

Ergänzende Informationen

  Abrechnung

Ein wichtiger Bestandteil bei der Abrechnung von Praxen mit angestellten Ärzten ist die Leistungskennzeichnung. Diese ist gemäß § 37a Bundesmantelvertrag-Ärzte sowie § 3 der Abrechnungs-Richtlinien der KVWL verpflichtend. Jeder Arzt/Therapeut muss seine persönlich erbrachten Leistungen mit seiner lebenslangen Arztnummer (LANR) kennzeichnen. Für die KVWL muss ersichtlich sein, welcher Arzt die Leistungen und ggf. an welchem Ort erbracht hat. Zusätzlich wird anhand der Leistungskennzeichnung ein Abgleich mit den vorliegenden Abrechnungsgenehmigungen sowie den jeweils zugeordneten Zeitkontingenten vorgenommen. Abrechnungsgenehmigungen für angestellte Ärzte einer Praxis müssen bei der KVWL von der anstellenden Praxis beantragt werden. Um die Kennzeichnung in Ihrem Praxisverwaltungssystem vorzunehmen, sprechen Sie bitte mit dem Softwareanbieter der Praxis.

Die Verantwortung für die Abrechnung gegenüber der KVWL trägt der Praxisinhaber. Als Angestellte oder Angestellter erhalten Sie unabhängig von dieser Abrechnung Ihr Gehalt. Inwieweit Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber Sie in den Abrechnungsprozess einbinden möchte, entscheidet sie oder er selbst.

Sowohl Praxisinhaber als auch angestellte Ärzte sollten die offiziellen Veröffentlichungen der KVWL beachten. Wir informieren auf unserer Homepage und im Mitgliedermagazin KVWL kompakt über z. B. Änderungen der Gebührenordnung, von Sonderverträgen etc. Eine Beratung durch die KVWL in der Abrechnungsabteilung, der Honorarberatung, dem Service-Center oder im Verordnungsmanagement ist ebenfalls nach Terminabsprache möglich. Auskünfte zu Abrechnungs- bzw. Honorardaten Ihrer anstellenden Praxis erteilt die KVWL Ihnen nicht. Diese können ausschließlich bei Ihrem Arbeitgeber eingeholt werden.

Weitere Informationen finden Sie in der Navigation unter der Rubrik Mitglieder ⇒ Abrechnung.

Bei allgemeinen Fragen zur Abrechnung können Sie den Geschäftsbereich Abrechnung oder unser Service-Center kontaktieren.

Ansprechpartner

Service-Center

0231 94 32 10 00
E-Mail

   Genehmigungspflichtige Leistungen

Eine qualifizierte ambulante Behandlung auf hohem Leistungsniveau sicherzustellen und weiterzuentwickeln ist eine zentrale Voraussetzung für eine bedarfsgerechte und wirtschaftliche Versorgung von Patienten.

Rund 50 Prozent der Untersuchungen und Behandlungen im ambulanten Bereich unterliegen einem Genehmigungsvorbehalt, d.h. es bestehen auf Grundlage bundesweiter gesetzlicher Maßstäbe Qualitätsanforderungen, die zusätzlich - über die grundlegende ärztliche bzw. psychotherapeutische Aus- und Weiterbildung hinaus – nachgewiesen werden müssen.

Die rechtlichen Grundlagen dafür sind die Regelungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM), bundeseinheitliche Qualitätssicherungsvereinbarungen, die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses oder Selektivverträge.

Zu den fachlichen, apparativen und/oder organisatorischen Erfordernissen berät Sie der Geschäftsbereich Versorgungsqualität und erteilt Genehmigungen zur Durchführung und Abrechnung von Leistungen.

Weitere Informationen zu genehmigungspflichtigen Leistungsbereichen finden Sie hier:

Ansprechpartner

Besondere Hinweise

Genehmigungen zur Durchführung und Abrechnung von genehmigungspflichtigen Leistung werden durch Ihren Arbeitgeber beantragt. Sie müssen den von Ihrem Arbeitgeber ausgefüllten Antrag lediglich unterschreiben. Sobald die jeweiligen Qualitätsanforderungen seitens der KVWL geprüft wurden, bekommen Sie eine Kopie der Genehmigung für Ihre Unterlagen. Das Original erhält Ihr Arbeitgeber.

Da erst nach erfolgreich erteilter Genehmigung angestellte Ärzte die entsprechenden Leistungen in der Praxis ihres Arbeitgebers durchführen dürfen und diese dann auch erst über die Quartalsabrechnung abgerechnet werden können, empfehlen wir Ihnen eine möglichst frühzeitige Antragstellung – am besten parallel zum Zulassungsverfahren.

Wichtig:

  • Die Genehmigungen sind immer personen- und/oder praxisstandortgebunden. Genehmigungen von früheren oder anderen Arbeitgebern oder Praxisorten sind somit ungültig. Ihr Arbeitgeber muss für jede genehmigungspflichtige Leistung einen Neuantrag einreichen.
  • Sofern Sie als Angestellter auch in einer Nebenbetriebsstätte tätig werden sollen, muss dies für diesen Standort separat beantragt werden. Die Tätigkeit in einer ausgelagerten Praxisstätte ist anzeigepflichtig.
  • Die Genehmigungen eines Angestellten können von denen des anstellenden Arztes abweichen. Entscheidend ist, dass die jeweiligen Qualitätsanforderungen erfüllt werden. Zu beachten ist in diesem Fall auch, dass für per Software dokumentationspflichtige Leistungen, in dem jeweiligen Praxisverwaltungssystem ggf. noch entsprechende Module eingerichtet werden müssen.

  Teilnahme am Notfalldienst

Die Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger ist eine der wichtigsten gesetzlichen Aufgaben der KVWL. Ein Kernpunkt ist der allgemeine Notfalldienst / Ärztliche Bereitschaftsdienst.

Nach § 2 Abs. 2 der Gemeinsamen Notfalldienstordnung (GNO) sind auch angestellte Ärzte zur Teilnahme am Notfalldienst verpflichtet. Zur Erfüllung dieser Pflicht wird der Einteilungsfaktor der anstellenden Ärzte im Umfang des jeweiligen Anstellungsverhältnisses wie folgt erhöht:

Tätigkeit Einteilungsfaktor
bis zu 10 Stunden in der Woche 0,25
zwischen 10 und 20 Stunden in der Woche 0,5
zwischen 20 und 30 Stunden in der Woche 0,75
ab 30 Stunden in der Woche 1

Gemeinsame Notfalldienstordnung der ÄKWL und der KVWL

  Verordnungsmanagement

Auch angestellte Ärzte sollten über Neuerungen oder Veränderungen im Zusammenhang mit Verordnungen von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln informiert sein.

Arzneimittelrezepte müssen zum Beispiel immer vom ausführenden Arzt unterschrieben werden. Der Stempel enthält dabei den Vor- und Nachnamen, die Berufsbezeichnung z. B. FA für … oder nur „Arzt“, die Anschrift der Praxis und eine Telefonnummer. Sind diese Informationen nicht auf dem Stempel enthalten, können diese auf den Vordrucken ergänzt werden.

Weitere Informationen finden Sie in der Navigation unter der Rubrik Mitglieder ⇒ Verordnung.

Gerne beraten Sie auch die Kolleginnen und Kollegen aus dem Verordnungsmanagement zu diesem Thema.

Ansprechpartner

Arzneimittel / Sprechstundenbedarf

0231 94 32 39 41

Heilmittel / Hilfsmittel

0231 94 32 39 47

E-Mail - Verordnungsmanagement

  Vertretung

Sollte ein angestellter Arzt oder Therapeut ausfallen, ist hier eine Vertretungsregelung möglich. Ein angestellter Arzt oder Therapeut, der freigestellt oder dessen Arbeitsverhältnis beendet ist, kann bis zu einer Dauer von sechs Monaten vertreten werden. Der Vertragsarzt oder Vertragspsychotherapeut muss dabei die Besonderheiten für das jeweilige Fachgebiet seines Angestellten beachten.

Die Praxisberatung kann Sie bei der Suche nach einem Vertreter unterstützen.

Informationen zum Thema Vertretung finden Sie auf unserer Homepage unter:

Ansprechpartner - Beratung und Genehmigung

Praxisberatung
Ärzte / Psychotherapeuten

0231 94 32 94 00
0231 94 32 83 031

E-Mail

Assistenten / Vertretung
Psychotherapeuten

0231 94 32 94 50
0231 94 32 80 450

E-Mail

Assistenten Ärzte 

0231 94 32 32 36 / -37 / -38
0231 94 32 87 054

E-Mail

Die Patenschaft für angestellte Ärzte und Psychotherapeuten – ein Service Ihrer KVWL

Für Ärzte und Psychotherapeuten, die sich in einer Praxis anstellen lassen, bietet die KVWL in den ersten zwei Jahren das Patenschaftsprogramm an. Dabei steht den angestellten Ärzten/Psychotherapeuten ein Mitarbeiter des Service-Centers als persönlicher Ansprechpartner zur Seite.

Die Patenschaft dient dazu, den neuen KVWL-Mitgliedern wichtige Informationen über die Arbeit in der ambulanten Versorgung zu geben und individuelle Fragen zu Themen wie Praxisorganisation, Abrechnung, EBM oder Verträgen zu beantworten.

Zu praxisindividuellen Informationen darf die KVWL Angestellten keine Auskunft geben. Darunter fallen zum Beispiel Abrechnungsbescheide, Honorar, Abschlagszahlungen oder Trendmeldungen zu Verordnungen. Diese Informationen sind dem Praxisinhaber vorbehalten.

Bei allgemeinen Fragen zur Patenschaft für angestellte Ärzte und Psychotherapeuten wenden Sie sich gerne an die Mitarbeiter des Service-Centers.

Ansprechpartner

Patenschaft