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IKK classic stoppt besondere hausärztliche Versorgung in Westfalen- Lippe

HzV-Vertrag mit der KV Westfalen-Lippe wird nicht verlängert

Dortmund, den 23.08.2013

Nach nur drei Jahren ist für etwa 20.000 Versicherte der IKK classic und für rund 500 Hausärzte in Westfalen-Lippe schon wieder Schluss mit der besonderen hausärztlichen Versorgung. Der seit September 2010 bestehende Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung (HzV) zwischen der IKK classic und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) wird auf Bestreben der Krankenkasse nicht verlängert. Die betroffenen Versicherten werden damit automatisch ab dem 1. Oktober 2013 wieder im Rahmen des Kollektivvertrages behandelt.

"Wir bedauern es sehr, dass sich die IKK classic – als Rechtsnachfolgerin der ehemaligen Vereinigten IKK – bereits nach so kurzer Zeit aus dem Hausarztvertrag zurückzieht", sagt Dr. Gerhard Nordmann, 2. Vorsitzender der KVWL. "Bei Vertragsabschluss im Jahre 2010 wollten beide Parteien die Betreuung und Versorgung der Versicherten noch langfristig und nachhaltig verbessern. An den nun beendeten Vertrag sollten ursprünglich auch Facharztmodule angekoppelt werden, um die Zusammenarbeit der Disziplinen weiter voran zu treiben und dem Patienten eine schnelle, fachübergreifende Behandlung zu sichern. Nun haben sich die Gewichte bei der IKK classic offensichtlich verschoben."

Nach Ansicht des 2. Vorsitzenden ist der Schritt der Krankenkasse allein durch eine Fixierung auf die Kosten motiviert. Der Grundsatz "so billig wie möglich" bestimme das Handeln. "Die besondere hausarztzentrierte Versorgung wird wieder abgebaut, Leistungen der Ärztinnen und Ärzte nicht mehr bezahlt und dem Patienten somit vorenthalten – kurz: der Service wird heruntergefahren", resümiert Nordmann. Die derzeitige öffentliche Diskussion um die zunehmende Verweigerung von Leistungen für gesetzlich Krankenversicherte finde hier ihre Fortsetzung.

Die kurze Lebensdauer dieses Vertrages zeigt nach Nordmann aber auch deutlich, wie wenig verlässlich separate Versorgungsverträge außerhalb des gesetzlichen Kollektivvertrages mit den Krankenkassen sind. "Die Kolleginnen und Kollegen haben Vorleistungen erbracht, ihre Praxisorganisation umgestellt, sogar in zusätzliche, vertraglich vorgeschriebene Software investiert", zählt Nordmann auf. "Das alles ist jetzt fehlinvestiert!"

Angesichts dieser aktuellen Entwicklungen appelliert der 2. KVWL-Vorsitzende an alle gesetzlichen Krankenkassen, mögliche Versorgungsverbesserungen nicht sofort wieder kaputt zu sparen: "Der Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung mit der IKK hat ja gezeigt, dass wir gemeinsam gute Wege finden können. Wir wünschen uns aber einen Partner, der uns dabei langfristig begleitet."

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