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Krebsfrüherkennung in Westfalen- Lippe – positiver Trend im Mammographie-Screening hält an

Teilnahmequote auch 2012 gestiegen

Dortmund, den 24.09.2013

Das Mammographie-Screening-Programm in Westfalen-Lippe entwickelt sich weiterhin positiv. Die Teilnahmequote stieg auch im Jahr 2012 weiter an – auf knapp 58 Prozent. In den letzten Jahren konnte die Quote damit deutlich gesteigert werden (2008: ca. 52 Prozent, 2010: ca. 55 Prozent). Insgesamt folgten im vergangenen Jahr über 316.000 Frauen der Einladung der Zentralen Stelle für Mammographie-Screening, die das Programm von Münster aus für ganz Westfalen-Lippe koordiniert. "Ich freue mich über diese Entwicklung und hoffe, dass sie auch in Zukunft anhält. Das Mammographie-Screening ist die wirkungsvollste Früherkennungsmaßnahme, die wir im Kampf gegen den Brustkrebs haben. Denn wir können damit Anzeichen eines Brustkrebses im Anfangsstadium entdecken, noch bevor sich Symptome zeigen und diese anschließend gezielt behandeln", sagt Dr. Wolfgang-Axel Dryden, 1. Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Mit der hiesigen Teilnahmerate von knapp 58 Prozent liegt Westfalen-Lippe etwa 4 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt.

Deutlich mehr als die Hälfte der eingeladenen Frauen aus Westfalen-Lippe nutzte im vergangenen Jahr die Chance zur Krebsfrüherkennung. Etwa 233.000 Frauen haben das Angebot trotz schriftlicher Einladung nicht angenommen. In Westfalen-Lippe wird das Mammographie-Screening dabei vor allem in Ostwestfalen genutzt. Die Teilnahmequote lag in den dortigen Landkreisen insgesamt bei etwa 62 Prozent. Ähnlich positiv zeigte sich die Situation mit einer Teilnahmequote in Höhe von über 59 Prozent im Münsterland. Etwas zurückhaltender waren dagegen die Frauen zwischen Bottrop, Hamm und Hagen. Im Großraum Ruhrgebiet betrug die Teilnahmequote rund 55 Prozent und lag damit leicht unter dem Landesschnitt. Auch im Bereich Südwestfalen nahmen rund 55 Prozent der Frauen die Einladung zum Mammographie-Screening an.

Laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts ist Brustkrebs mit etwa 72.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Rund 17.000 Frauen sterben jährlich daran. Das Mammographie-Screening ist eine Röntgenuntersuchung der Brust und dauert nur wenige Minuten. Seit dem Jahr 2005 haben alle Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren im Turnus von zwei Jahren darauf Anspruch, da Brustkrebs in dieser Altersgruppe besonders häufig auftritt. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und die Teilnahme ist freiwillig. "Bei durchschnittlich etwa 95 Prozent der untersuchten Frauen zeigt die Mammographie keinen Hinweis auf eine Erkrankung. Bei ca. fünf Prozent gibt eine Auffälligkeit jedoch Anlass zu weiteren Untersuchungen, wie zum Beispiel eine Biopsie. Einer medizinischen Therapie oder gar Operation müssen sich am Ende dann nur etwa ein Prozent der untersuchten Frauen unterziehen", so Univ.-Prof. Dr. Walter Heindel, Leiter des Referenzzentrums Mammographie am Universitätsklinikum Münster.

Um ein sorgsames medizinisches Urteil zu erhalten, befunden immer zwei speziell geschulte Ärzte des Programms unabhängig voneinander die Röntgenbilder der Brust. Die Mediziner müssen regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen und pro Jahr Bilder von mindestens 5.000 Frauen auswerten. Auch die medizinisch-radiologischen Assistentinnen sind speziell für das Erstellen der Röntgenaufnahmen ausgebildet. Darüber hinaus müssen die Screening-Einheiten alle Ergebnisse sorgsam dokumentieren. Die Ergebnisse werden kontinuierlich überprüft und der gesamte Ablauf in den Screening-Einheiten unterliegt regelmäßigen Qualitätskontrollen durch die programmverantwortlichen Ärzte sowie die KVWL.

"Wir appellieren an alle anspruchsberechtigten Frauen in Westfalen-Lippe, unser qualifiziertes Angebot zur Brustkrebs-Früherkennung zu nutzen und in Sinne der eigenen Gesundheit anzunehmen", so Dryden und Heindel.

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