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Presseinformation der KVWL - Bezirksstelle Arnsberg

Ärzte und Pflegeeinrichtungen gründen regionale Initiative – Ziel: Versorgungsverbesserung von Pflege- und Seniorenheimen im Raum HSK und Soest

Arnsberg, den 03.04.2014

Die medizinische Versorgung von Patienten in Pflege- und Seniorenheimen stellt für Ärzte und das Pflegepersonal eine große Herausforderung dar. Denn neben den oft vielfachen gesundheitlichen Beschwerden nehmen die Heimbewohner nicht selten mehrere Arzneimittel parallel ein. Sind die Bewohner zudem an Demenz erkrankt, erschwert dies die genaue medizinische Therapie meist zusätzlich.

Um den Wissens- und Informationsaustausch zwischen den an der medizinischen Versorgung von Pflege- und Seniorenheim beteiligten Fachkräften zu verbessern, hat sich im Hochsauerlandkreis und dem Kreis Soest eine neue regionale Initiative gebildet. Zu den Initiatoren zählen die Bezirksstelle Arnsberg der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) und die Träger der stationären Pflegeversorgung des Gesundheits- und Seniorenzentrums „Am Bremers Park“ in Arnsberg-Neheim sowie den Senioreneinrichtungen des Caritasverbandes in Arnsberg und Sundern. Ziel der Initiative ist es, mit einem umfassenden neuen Versorgungskonzept die Heimversorgung der Patienten zu verbessern und damit den zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden. Hierzu wird eine verbesserte Kooperation von heim-betreuenden Hausärzten, Fachärzten und pflegerischer Versorgung angestrebt.

Das Bild zeigt die Initiatoren des Projektes (v.l.n.r.): Thorsten Vlatten, Geschäftsführer Seniorenzentrum „Am Bremer´s Park“, Alexander Simonow, Chefarzt und Ärztlicher Direktor, Neurologische Klinik Sorpesee, Dr. Hans-Heiner Decker, Leiter KVWL-Bezirksstelle Arnsberg und Ulrich Sölken, Caritas-Verband Arnsberg-Sundern, Fachbereichsleiter Pflege und Wohnen.

Den Auftakt für die Initiative bildet eine erste, an Ärzte gerichtete, Fortbildungs- und Informationsveranstaltung am Mittwoch, den 09. April 2014, in der Neurologischen Klinik Sorpesee in Sundern. Thema der Veranstaltung wird der Morbus Alzheimer und dessen Differenzialdiagnosen sein. „Im Rahmen dieser ersten Veranstaltung wollen wir zunächst unter der Ärzteschaft das Wissen über die Demenz vom Alzheimertyp und ihre Diagnosen aktualisieren und die ärztlichen Erkenntnisse in der Behandlung dementer Patienten erörtern“, sagt Dr. med. Hans-Heiner Decker, Leiter der KVWL-Bezirksstellenleiter Arnsberg. Weitere Fortbildungsveranstaltungen, die sich sowohl an Ärzte als auch das Pflegepersonal richten werden, sind für den weiteren Jahresverlauf geplant.

Als Referent für die April-Veranstaltung konnte u.a. Alexander Simonov, Chefarzt der Neurologischen Klinik in Sundern–Langscheid, gewonnen werden, der aus seiner Zeit als niedergelassener Nervenarzt über eine hohe und langjährige Erfahrung im Umgang und mit der medikamentösen Behandlung dementer Patienten verfügt. Seinen Erfahrungen zufolge seien gegenwärtig über 90 % der Heimpatienten in unterschiedlicher Ausprägung von Demenz betroffen.

„Mit unserer regionalen Initiative im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest greifen wir gemeinsam mit der KVWL die Initiativen sowohl der Bundes- als auch Landesregierung auf, sich verstärkt der Versorgung von Pflegeheim-Patienten zu widmen“, sagt Thorsten Vlatten, Geschäftsführer des Neheimer Gesundheitszentrums und Mitinitiator des Projektes. Zu den weiteren Zielen der Initiatoren zählt es, das Projekt zukünftig auf weitere Regionen in Südwestfalen und auch auf zusätzliche Berufsgruppen auszuweiten.

Um dies zu erreichen und insbesondere das ärztliche Fachwissen kontinuierlich in den weiteren Wissenstransfer zu integrieren, kooperiert die Initiative auch mit der Ärztegenossenschaft Westfalen-Lippe (ÄGWL) , einem eingespielten und bewährten Ärztenetz in der Region. Dessen Aufsichtsratsvorsitzender, Dr. Rudolf Wortmann, formuliert die weiteren Schritte wie folgt: „Die kommenden Bausteine unserer Initiative werden in den kommenden Monaten die Arzneimitteltherapiesicherheit zur Vermeidung unerwünschter Arzneimittel-Nebenwirkungen, die Wundversorgung und die Vermeidung unnötiger Krankenhauseinweisungen sein. Denn die im Trend erkennbare deutliche Intensitätszunahme von Krankheiten immer älterer Seniorenheimbewohner erfordert die Erarbeitung neuer Konzepte. Hier wollen wir vor allem auch die Apotheker, Krankenhäuser und Krankenkassen einbeziehen“.

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