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Gemeinsame Pressemitteilung der Kassenärztlichen Vereinigungen Bayerns, Sachsen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Westfalen-Lippe

Telematik-Testregionen begrüßen angekündigtes eHealth-Gesetz: Schnelle Entwicklung sinnvoller Anwendungen ist dringend geboten

Bad Segeberg, Dortmund, Dresden, Mainz, München, 24. Juli 2014

Telematik-Anwendungen in der ambulanten ärztlichen Versorgung müssen praxistauglich sein und einen zusätzlichen Nutzen für Patienten und Ärzte aufweisen. Diese Anforderungen möchten die fünf Kassenärztlichen Vereinigungen der beiden Telematik-Testregionen auch im angekündigten eHealth-Gesetz des Bundesgesundheitsministeriums umgesetzt sehen. Die KVen begrüßen die Äußerungen von Gesundheitsminister Hermann Gröhe anlässlich der Ankündigung des Gesetzesvorhabens, den Forderungen aus der Ärzteschaft nach sinnvollen Anwendungen Rechnung zu tragen. „Wir nehmen Minister Gröhe beim Wort. Er bestätigt damit, wie komplex das System insgesamt ist und unterstützt die KVen auf ihrem bisherigen Weg für eine bessere Vernetzung der Praxen. Wir sehen uns damit in unserer Arbeit bestätigt“, fasst Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KV Westfalen-Lippe und Sprecher der Test-KVen, die Erwartung zusammen.

Mit Blick auf die gebetsmühlenartig vorgetragene Kritik des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung betonen die KVen der Testregionen, dass es überhaupt keine Blockade des Telematik-Einsatzes von Seiten der KVen gibt. Im Gegenteil nehmen die KVen schon seit Jahren eine Schlüsselfunktion für den Aufbau und die Nutzung einer sicheren Telematik-Infrastruktur ein. Mit dem sicheren Netz der KVen haben die Vertragsärzte und -psychotherapeuten das einzig flächendeckende, relevante und funktionierende Netz im Gesundheitswesen, an das derzeit bereits mehr als 42.000 Anwender angebunden sind. Dieses Netz genügt nicht nur strengsten Datenschutzanforderungen, sondern gewährleistet auch beim elektronischen Datenaustausch die Einhaltung der ärztlichen Schweigepflicht. Kriedel betont: „Vor diesem Hintergrund sind öffentliche Vorwürfe, wir seien Bremser und würden den Ausbau neuer Strukturen behindern, völlig unverständlich. Genau das Gegenteil ist der Fall: Bisher sind in einem hochkomplexen System ausschließlich Infrastruktur und Anwendungen der KVen funktionsfähig.“

Die Tests der neuen Telematik-Infrastruktur der gematik bei ihren Mitgliedern nehmen die fünf KVen der Testregionen deshalb sehr ernst und begleiten sie kritisch wie auch konstruktiv. Dabei geht es nicht nur um die Sicherheit der Infrastruktur. Vielmehr müssen zeitnah sinnvolle Anwendungen bereitgestellt werden, die sowohl die Patienten wie die Ärzteschaft von ihrem Nutzen überzeugen. Und natürlich müssen sich solche Anwendungen in die bestehenden Abläufe der Praxen aufwendungsarm einfügen, messbare Vorteile für Patienten, Ärzte und Psychotherapeuten bringen und dürfen keinesfalls zu mehr Bürokratie oder zusätzlichen Kosten führen. Aus diesem Grund sehen die KVen den verpflichtenden Stammdatenabgleich in den Praxen äußerst kritisch.

„Einen relevanten Nutzen für Patienten und Ärzte sicher zu stellen, ist Sinn der Testungen in den Regionen“, beschreibt Kriedel das Engagement der fünf Test-KVen und kündigt an: „Wir wollen deshalb alle Testungen von neuen Anwendungen in den Praxen mit einer Messung des notwendigen zeitlichen wie finanziellen Aufwandes nach dem anerkannten Standard-Kosten-Modell (SKM) begleiten. Nur das Funktionieren allein reicht uns nicht. Die Anwendungen werden nur die Akzeptanz der Nutzer finden, wenn sie den heutigen Aufwand reduzieren und keine zusätzlichen Kosten verursachen.“

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