Presse

Praxisnetze in Westfalen-Lippe – ein Erfahrungs- und Wissenstag im Dortmunder Ärztehaus

Fast 40 Prozent der westfälischen Ärzte arbeiten vernetzt

Dortmund, 14. September 2015

Aneinander wachsen und voneinander lernen – diesem Gedanken folgend haben sich in Westfalen-Lippe fast 40 Prozent der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Praxisnetzen zusammengeschlossen. Sie alle setzen damit auf einen regelmäßigen kollegialen Austausch. „Westfalen-Lippe ist das Land der Praxisnetze“, sagte Thomas Müller, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), am 11. September zum Auftakt der Veranstaltung „Praxisnetze in Westfalen-Lippe – Perspektiven, Strukturen, Verträge.“ Mehr als 150 Ärztinnen und Ärzte waren ins Dortmunder Ärztehaus gekommen, um ihre Erfahrungen und ihr Wissen miteinander zu teilen.

„Die Zusammenarbeit fördert die Attraktivität des Arztberufs und der an dem Netz beteiligten Arztpraxen“, betonte Müller. Dies sei übrigens auch ein starkes Signal an den ärztlichen Nachwuchs, der bekanntlich großen Wert auf Kooperation lege: „Hier bei uns sind die Voraussetzungen dafür, einerseits selbstständig in eigener Praxis praktizieren und andererseits in regionalen Verbünden den kollegialen Austausch pflegen zu können, besser als in vielen anderen Regionen.“

Doch in Westfalen-Lippe stimmt nicht nur die Quantität bei den Praxisnetzen – auch die Versorgungsqualität innerhalb der Netze ist nachgewiesenermaßen hoch. So konnte die eigens bei der KVWL eingerichtete Geschäftsstelle „Neue Versorgungsformen und Praxisnetze“ bereits 13 Praxisnetze als förderungswürdige Praxisnetze nach § 87 b Abs. 4 SGB V auszeichnen. Weitere Zertifizierungen werden in Kürze folgen.

Um von der KVWL als Praxisnetz anerkannt zu werden, müssen definierte Strukturvorgaben erfüllt sein. Unter anderem muss das Netz aus mindestens 20 Arztpraxen bestehen, sich aus Hausärzten und mindestens drei weiteren Fachgruppen zusammensetzen, einen Geschäftsführer sowie eine Geschäftsstelle haben, seit mindestens drei Jahren bestehen und mit externen Partnern wie Krankenhäusern oder Apotheken kooperieren.

Zudem muss klar erkennbar sein, dass sich die Praxisnetze drei Versorgungszielen verpflichtet fühlen: Patientenzentrierung (u.a. Patientensicherheit und Therapiekoordination), kooperative Berufsausübung (u.a. netzzentrierte Qualitätszirkel und Kooperation mit anderen Leistungserbringern) und verbesserte Effizienz/Prozessoptimierung (u.a. Beschleunigung von Diagnosen- und Therapieprozessen im Praxisnetz und Nutzung von Qualitätsmanagement).

Die belegbare besondere Versorgungsqualität hat die Krankenkassen dazu veranlasst, für das Jahr 2015 insgesamt fünf Millionen Euro außerhalb der Gesamtvergütung für die zertifizierten Praxisnetze in Westfalen-Lippe bereitzustellen. „Damit können wir die anerkannten Praxisnetze nicht nur organisatorisch, sondern auch finanziell unterstützen“, so Geschäftsführer Müller beim Netzkongress. Die KVWL engagiere sich hier auch deshalb so stark, weil sie sich „als Multiplikator guter Ideen zur Verbesserung der ambulanten Versorgung im Landesteil“ verstehe. Genau aus diesem Grund habe sie auch einen Ideenwettbewerb der anerkannten Praxisnetze ausgeschrieben, an dem sich elf Netze beteiligt und unter anderem Vorschläge zu den Themen Nachwuchsförderung, Terminpool oder auch Psychotherapie für Flüchtlinge eingebracht hätten.

 

Pressemitteilung als PDF (36 KB)

Ansprechpartner für die Presse

Jens Flintrop
(Pressesprecher)

0231 94 32 32 66
0231 94 32 31 33

E-Mail

Mona Vosseler
(Stellv. Geschäftsbereichsleitung Kommunikation)

0231 94 32 35 73
0231 94 32 31 33

E-Mail