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Praxisstart in Westfalen-Lippe – Kassenärzte zünden die nächste Stufe ihrer Nachwuchskampagne

Sprechstunde statt Stippvisite – KVWL umwirbt Studierende

Dortmund, 21. Oktober 2015

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) erweitert ihre Nachwuchskampagne. Nachdem die im Herbst 2014 gestartete Initiative bislang vor allem auf Ärzte in Weiterbildung und sonstige Klinikärzte abzielte, sollen nun in einem nächsten Schritt auch bereits Medizinstudierende angesprochen werden. "Nach der Theorie kommt die Praxis", lautet die zentrale Botschaft, mit der die Körperschaft den ärztlichen Nachwuchs für eine Niederlassung in Westfalen-Lippe interessieren möchte.

"Während des Studiums sind richtungsweisende Fragen zu beantworten", erklärt Dr. Gerhard Nordmann, 2. Vorsitzender der KVWL. "Wo leiste ich den ambulanten Abschnitt meiner Famulatur ab? In welchen Fachgebieten absolviere ich mein Praktisches Jahr? Welchen Facharzt strebe ich an? Wie und wo möchte ich später praktizieren?" An den Universitäten würden die Studierenden oft in Richtung Spezialistentum und Klinikkarriere geprägt. Vor diesem Hintergrund wolle die KVWL aktiv auf die Jungmediziner zugehen und ihnen die hervorragenden Perspektiven in der Niederlassung aufzeigen. Dabei gehe es auch darum, Vorurteile auszuräumen, so Nordmann: "Viele Nachwuchsmediziner meinen immer noch, als niedergelassener Arzt in einer ländlichen Region müssten sie als Einzelkämpfer rund um die Uhr vor Ort für ihre Patienten da sein. Diese Zeiten sind vorbei!" Heute gebe es flexible Möglichkeiten, in der ambulanten Versorgung tätig zu werden: "Der Arzt kann mit Kollegen kooperieren, sich anstellen lassen oder auch mit reduzierter Stundenzahl tätig sein." Zudem sei die Residenzpflicht längst aufgehoben.

Auch für die zweite Stufe der im Herbst 2014 gestarteten Nachwuchskampagne hat die KVWL Poster, Postkarten, Kaffeebecher und diverse Streuartikel kreiert. Diese kommen zum Einsatz, wenn die Körperschaft im Herbst mit einem Infostand an den Universitäten in Bochum (27. Oktober), Münster (28. Oktober) und Essen (4. November) vertreten sein wird. Nordmann: "Wir wollen vor Ort zeigen, was wir sind: ein kompetenter Partner für unsere Mitglieder – und solche, die es werden wollen."

Für die Studierenden besonders attraktiv dürften die Förderangebote der KVWL während des Studiums sein. So bezuschusst die KVWL Medizinstudierende, die ihre Famulatur in einer hausärztlichen Praxis oder in einer Praxis der allgemeinen fachärztlichen Versorgung in einer ländlichen Region ableisten, mit bis zu 400 Euro im Monat. Im Praktischen Jahr winkt den Studierenden eine Förderung in Höhe von insgesamt 2.400 Euro, wenn sie sich im viermonatigen Wahlbereich für das Fach Allgemeinmedizin entscheiden.

Flankiert werden die Info-Tage an den medizinischen Fakultäten von einer breit angelegten Plakataktion: Von Ende Oktober bis Mitte November werden in Bochum, Essen, Münster und Witten zusammen rund 140 Werbewände mit den Motiven der Nachwuchskampagne bestückt. Darüber hinaus zieren die Kampagnenmotive fünf Busse und in Bochum eine U-Bahnlinie. Auch in den Universitäten selbst sind Werbeflächen gebucht.

Mediales Herzstück der KVWL-Nachwuchskampagne ist auch weiterhin die Internetseite www.praxisstart.info. Hier finden Niederlassungsinteressierte alle Informationen für den Start in die ambulante Versorgung – übersichtlich und verständlich. Zudem beraten die Niederlassungsexperten der KVWL persönlich unter Telefon: 0231 94 32 94 00.

Auslöser für die Nachwuchskampagne der KVWL ist die Tatsache, dass immer weniger Medizinstudierende eine selbstständige Tätigkeit in der eigenen Praxis anstreben. Dabei wird der ärztliche Nachwuchs dringend benötigt. Derzeit sind in Westfalen-Lippe mehr als 300 hausärztliche Zulassungsmöglichkeiten unbesetzt. Hinzu kommt, dass aktuell jeder dritte der rund 5.000 Hausarzt in Westfalen-Lippe bereits älter als 60 Jahre ist.

 

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