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Brustkrebsfrüherkennung – 10 Jahre Zentrale Stelle Mammographie-Screening in Westfalen-Lippe

Brustkrebs-Screening: Konstant gute Beteiligung der Frauen

Dortmund, 25. November 2015

Das Mammographie-Screening-Programm Westfalen-Lippe feiert Jubiläum: Seit genau 10 Jahren lädt die Zentrale Stelle Mammographie-Screening mit Sitz bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Standort Münster, anspruchsberechtigte Frauen zur Früherkennungsuntersuchung auf Brustkrebs ein und koordiniert die Terminfindung.

"Der Erfolg des Programms zur Früherkennung von Brustkrebs steht und fällt mit der Beteiligung der Frauen", betont Dr. med. Wolfgang-Axel Dryden, 1. Vorsitzender der KVWL. "Dank der engagierten Arbeit unserer Mitarbeiterinnen in der Zentralen Stelle liegen die Teilnahmequoten der eingeladenen Frauen in Westfalen-Lippe jedes Jahr konstant über 50 Prozent. Diese Werte sind gut – das heißt aber nicht, das wir uns zufrieden zurücklehnen." 2014 seien 56 Prozent der Angeschriebenen und somit 322.912 Frauen der Einladung der Zentralen Stelle gefolgt, berichtet Dryden.

"Die Forderung des Deutschen Bundestages, ein flächendeckendes Mammographie-Screening zu etablieren, war 2005 die Grundlage für die Gründung der Zentralen Stelle in Westfalen-Lippe", erinnert sich Petra Hibbeler, die die Einrichtung seit Gründung leitet. Anfangs sei den 10 Teamkolleginnen nicht wirklich bewusst gewesen, was es bedeutet, für 1,2 Millionen Frauen die Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchung nur auf Basis der Einwohnermeldedaten zu koordinieren. "Und damit meine ich nicht nur die logistische Herausforderung der Terminvermittlung für so viele Anspruchsberechtigte", erklärt Petra Hibbeler: "Wir führen auch sehr viele sehr emotionale Gespräche. Was sagen Sie einer Frau, die vor kurzer Zeit an Brustkrebs erkrankt ist, und jetzt eine standardisierte Einladung zur Früherkennungsuntersuchung auf Brustkrebs im Briefkasten hat? Oder wie begegnet man einer Frau, der bereits vor Jahren beide Brüste entfernt wurden, und die jetzt einen Termin für eine Mammographie vereinbaren soll?" Die Mitarbeiterinnen hätten erst lernen müssen, solche Gespräche zu führen und emotional zu verarbeiten. Inzwischen habe man das Team aufgestockt, auf jetzt umgerechnet 17 Vollzeitkräfte.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Etwa zehn Prozent aller Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens daran, die meisten nach dem 50. Lebensjahr. Deshalb gibt es das Mammographie-Screening-Programm. Es genügt höchsten Qualitätsanforderungen. Unter anderem dürfen nur besonders qualifizierte Einrichtungen das Programm durchführen, jede Röntgenaufnahme der Brust wird von zwei besonders geschulten Ärzten beurteilt, jeder teilnehmende Arzt beurteilt routinemäßig die Mammographien von mindestens 5.000 Frauen jährlich und im Falle einer Verdachtsdiagnose erfolgt die erforderliche Abklärung innerhalb des Früherkennungsprogramms. Die Ergebnisse werden immer von allen beteiligten Ärzten gemeinsam ausgewertet, das weitere Vorgehen wird gemeinsam besprochen.

Die Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm ist freiwillig. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Die Zentrale Stelle bei der KVWL lädt auf Grundlage von Daten der Einwohnermeldeämter alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren im regelmäßigen Abstand von zwei Jahren schriftlich zur Teilnahme an der Früherkennungsuntersuchung ein. Der für die eingeladenen Frauen reservierte Termin ist immer in einem Zeitraum von etwa 3-4 Wochen geplant.

"Das Mammographie-Screening ist die wirksamste Waffe, die wir im Kampf gegen den Brustkrebs haben", betont Wolfgang-Axel Dryden: "In vielen Fällen können wir Anzeichen eines Brustkrebses im Anfangsstadium entdecken und diese anschließend gezielt behandeln." Der 1. Vorsitzende der KVWL appelliert deshalb an alle anspruchsberechtigten Frauen, "unser qualifiziertes Angebot zur Früherkennung von Brustkrebs zu nutzen".

 

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