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FALK zu den Aussagen zum Notdienst beim Krankenhaustag: Gemeinsame Lösungen statt billiger Polemik

Zu den Aussagen von Dr. Josef Düllings während des 38. Deutschen Krankenhaustages im November in Düsseldorf erklären die Vorstände der Freien Allianz der Länder-KVen (FALK) heute in Berlin:

Berlin, den 2. Dezember 2015

"Falschaussagen werden nicht richtiger, wenn man sie ständig wiederholt - auch dann nicht, wenn man es mit so viel Chuzpe tut, wie der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands, Dr. Josef Düllings, kürzlich während des Deutschen Krankenhaustages. Düllings forderte für die Krankenhäuser den Sicherstellungsauftrag im ärztlichen Notdienst ein, der derzeit bei den Kassenärztlichen Vereinigungen liegt und stützt diese Forderung darauf, dass der Klinikbereich angeblich die Hauptlast im Notdienst trage. Diese Aussage basiert auf falschen Zahlen und fehlerhaften Definitionen.

Die Fakten zeigen weiterhin ein anderes Bild. Die mit Abstand meisten Patienten im Notdienst werden von den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten behandelt. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) gibt für das Jahr 2014 eine Quote von 56 Prozent der Behandlungen an, die im Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte vorgenommen werden, verglichen mit 44 Prozent, die am Krankenhaus stattfinden. Diese Zahlen decken sich mit den Abrechnungsdaten aus den Bundesländern und sind daher eine valide Grundlage für die Diskussion über den Bereitschaftsdienst. Auf dieser Grundlage kann von einer Hauptlast, die die Kliniken zu tragen hätten, nicht die Rede sein, zumal ein relevanter Prozentsatz der Fälle in den Notaufnahmen - in Bayern etwa ein Viertel - zu den regulären Sprechstundenzeiten anfällt und somit nicht als eigentlicher Notfall mit gezählt werden dürfte.

Insgesamt gilt: In Deutschland gibt es einen flächendeckenden ärztlichen Bereitschaftsdienst zu sprechstundenfreien Zeiten, Bereitschaftsdienstpraxen und - bei medizinischer Notwendigkeit - auch Hausbesuche im Bereitschaftsdienst. Vermittelt wird der Bereitschaftsdienst über die bundesweite Rufnummer 116117. So werden die Patienten effizient und umfassend behandelt. Diese Struktur wird durch die Notaufnahmen der Krankenhäuser ergänzt und diese bekommen bereits heute die gleiche Vergütung für ihre wichtige Tätigkeit wie die niedergelassenen Kollegen.

Bei der Politik haben jedoch die ‚Argumente' der Krankenhausgesellschaft verfangen. Mit dem Krankenhausstrukturgesetz werden zusätzliche Mittel in dreistelliger Millionenhöhe aus der gedeckelten Gesamtvergütung der niedergelassenen Ärzte an die Kliniken fließen - auf Kosten der ambulanten Regelversorgung. Damit werden die angeblichen Finanzierungs-lücken der Krankenhäuser zu Lasten der niedergelassenen Ärzte gestopft. Vor dem Hintergrund aktuell bilanzierter Gewinnsteigerungen von Asklepios und anderen Klinikkonzernen erscheint der Sinn dieses Vorgehens mehr als zweifelhaft. Wir appellieren daher an die Krankenhausfunktionäre, endlich die unerträgliche Lobbykampagne gegen den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Deutschland einzustellen. Statt weiteres Porzellan zu zerschlagen, sollten die Kliniken gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten an einer sachgerechten und nachhaltigen Organisation des Notdienstes arbeiten!"

 

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