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Arzneimittelausgaben liegen in Westfalen-Lippe deutlich unter dem Bundesdurchschnitt

Westfälische Ärzte sparen den Krankenkassen 331 Millionen Euro

Dortmund, 14.04.2016

"Durch ihre kostenbewusste Verordnung von Arzneimitteln haben die Kassenärzte in Westfalen-Lippe dafür gesorgt, dass die Ausgabensteigerungen der Krankenkassen für Arzneimittel hier in unserem Landesteil im Jahr 2015 deutlich unter dem Bundesdurchschnitt lagen", kommentiert Dr. Wolfgang-Axel Dryden, 1. Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, aktuelle Statistiken des GKV-Spitzenverbandes. "Hätte jeder gesetzlich Versicherte in Westfalen-Lippe 2015 Arzneimittel für 584 Euro verschrieben bekommen, wie es bundesweiter Durchschnitt ist, so wären die Kassenausgaben um 331 Millionen Euro höher gewesen als sie es mit dem landesweiten Durchschnittswert von nur 538 Euro je Versicherten sind," rechnet Dr. Dryden vor. Bundesweit stiegen die Arzneimittelausgaben je Versicherten 2015 um 4,2 Prozent, in Westfalen-Lippe waren es nur 3,2 Prozent. Dryden: "Das zeigt, dass die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Westfalen-Lippe besonders kostenbewusst verordnen – unterstützt und beraten durch ihre Kassenärztliche Vereinigung."

Vor diesem Hintergrund kritisiert KVWL-Vorstand Dryden die Überschrift einer aktuellen Pressemitteilung der AOK NordWest zu den GKV-Statistiken – "Arzneimittelausgaben in Westfalen-Lippe auf Rekordhoch" – als "irreführend": "Es wird der Eindruck erweckt, als ob die Ärzte in Westfalen-Lippe rekordmäßig viele Arzneimittel verordnen. Dabei puffern unsere Ärzte durch ihre sparsame, aber bedarfsgerechte Verordnungsweise die massiven Preissteigerungen seitens der Pharmaindustrie einmal mehr erheblich ab."

Ausdrücklich teilt die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe die Kritik der AOK NordWest an der freien Preisbildung im ersten Jahr nach der Markteinführung für neue patentgeschützte Arzneimittel. "Es kann nicht sein, dass Pharmaunternehmen im ersten Jahr nach der Markteinführung einen beliebig hohen Preis für ein Präparat aufrufen können", betont auch Dr. Dryden. Hier sei der Gesetzgeber gefordert, Lösungen zu finden, damit neuartige Arzneimittel gegen Krebs, Hepatitis C oder auch Demenz nicht die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung gefährdeten.


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