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Drohender Hausärztemangel: Mit gezielter Förderung frühzeitig gegensteuern

Das Frühwarnsystem schlägt früher an

Dortmund, 07. September 2016

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) erweitert ihr Förderverzeichnis um sieben Städte und Gemeinden. Ab sofort kann die Übernahme eines hausärztlichen Versorgungsauftrages in Zulassung oder durch Anstellung auch für Borgholzhausen, Espelkamp, Halle, Isselburg, Rahden, Rheda-Wiedenbrück und Rhede gefördert werden. Gleiches gilt unverändert für Altena, Brilon, Kierspe, Löhne, Meinerzhagen, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade, Oelde, Olsberg und Werdohl. In allen 17 Städten und Gemeinden muss besonders intensiv um hausärztlichen Nachwuchs geworben werden, um keine Lücken in der Versorgung entstehen zu lassen. Mit Praxisdarlehen und Umsatzgarantien unterstützt die KVWL deshalb ganz gezielt Ärzte, die sich jetzt in diesen Städten und Gemeinden als Hausarzt niederlassen oder dort einen Kollegen anstellen wollen.

"Das kulturelle und sportliche Angebot, ein Arbeitsplatz für den Partner, die Schulen vor Ort, die Wohnsituation – es ist sicher nicht nur das Geld, das junge Ärztinnen und Ärzte motiviert, in einer ländlichen Region eine Hausarztpraxis zu übernehmen oder nicht", betont Dr. Gerhard Nordmann, 2. Vorsitzender der KVWL. "Eine finanzielle Förderung kann aber das oft zitierte Zünglein an der Waage sein, wenn sich eine Kandidatin, ein Kandidat zwischen mehreren Optionen entscheiden kann." Die KVWL habe positive Erfahrungen mit der gezielten Förderung von Niederlassungen in von Unterversorgung bedrohten Regionen im Landesteil gemacht, so der KV-Vize: "In zwei Mittelbereichen konnte die drohende Unterversorgung abgewendet werden, in weiteren Kommunen konnte die hausärztliche Versorgung unterstützt und verstärkt werden."

Um so effektiv wie möglich zu fördern, wurde das Förderverzeichnis überarbeitet. Die Mittelbereiche der Bedarfsplanung bilden auch weiterhin die Grundlage für die Prüfung und Aufnahme, aber für Interessenten ist häufig unklar, welche Gemeinden dazu gehören. Deshalb werden nun in alphabetischer Reihenfolge förderfähige Gemeinden in Westfalen-Lippe ausgewiesen. Die Liste wird dadurch zwar länger, gleichzeitig aber auch verständlicher. Und die Förderung ist noch gezielter möglich, wenn innerhalb eines Planungsbereichs ein Versorgungsgefälle besteht. Dann wird nur die Kommune gefördert, wo der Bedarf am dringlichsten ist. Die Entwicklung wird in Quartalsabständen überprüft und das Förderverzeichnis angepasst. "Wir haben hier ein Frühwarnsystem, mit dem wir sehr zielgerecht erfassen können, wo sich vor allem aufgrund der Altersstruktur der Ärzte vor Ort und der bestehenden Versorgungsdichte Probleme ankündigen" berichtet Nordmann.

 

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Informationen zur Förderung finden Sie in unserer Rubrik Niederlassung

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