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Nach der Theorie kommt die Praxis!

Abbau von Vorurteilen – die KV Westfalen-Lippe informiert an den medizinischen Fakultäten

Dortmund, 08. Mai 2017

In den nächsten Tagen ist die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) wieder an den medizinischen Fakultäten in Bochum, Duisburg/Essen, Münster und Witten/Herdecke unterwegs, um die Medizinstudierenden über die attraktiven Berufsausübungsmöglichkeiten in der ambulanten Versorgung zu informieren.

"An der Uni werden die Weichen dafür gestellt, in welchem Fachgebiet und in welchem Versorgungsbereich ein Arzt später tätig ist", erläutert Ines Dickmann, Referentin für ärztlichen Nachwuchs der KVWL. Deswegen sucht die KVWL seit einigen Jahren das direkte Gespräch mit den angehenden Ärzten. "Leider zeigt sich dabei immer wieder, dass viele junge Menschen immer noch Vorurteile über das Dasein als niedergelassener Arzt haben. Das Bild des Einzelkämpfers in der Provinz, der Tag und Nacht für seine Patienten da sein muss, entspricht aber längst nicht mehr der Realität."

Inzwischen gebe es auch in der ambulanten Versorgung viele flexible Arbeitszeitmodelle, so Dickmann: Ärzte könnten kooperieren, sich anstellen lassen oder Jobsharing betreiben – "und die Zahl der Notdienste ist heutzutage als Kassenarzt in Westfalen-Lippe geringer als wenn ich als Weiterbildungsassistent an einer Klinik tätig bin."

Das Team der KV Westfalen-Lippe ist an folgenden Tagen an den medizinischen Fakultäten mit einem Infostand vor Ort, um Fragen zur ambulanten Versorgung zu beantworten und ihre Beratungs- und Förderangebote vorzustellen:

Mittwoch, 10. Mai: Universität Bochum (Gebäude MA, Cafeteria)
Donnerstag, 11. Mai: Universität Duisburg/Essen (Foyer Mensa, Medizinische Fakultät)
Dienstag, 16. Mai: Universität Münster (Lehrgebäude Zentralklinikum)
Donnerstag, 18. Mai: Universität Witten (Foyer)

Mit der Abteilung für Allgemeinmedizin der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat KVWL-Nachwuchsreferentin Ines Dickmann darüber hinaus eine eigene Seminarreihe mit dem Titel "Wege in die Niederlassung" konzipiert, die im Sommersemester 2016 erstmals angeboten wurde. Auf dem Stundenplan der Medizinstudierenden standen Themen wie "Bedarfsplanung und Fördermöglichkeiten", "Einzelpraxis oder Gemeinschaftspraxis - ärztliche Kooperationsmöglichkeiten" oder auch "Wie kommt das Geld in die Praxis? Vergütungsstrukturen der ambulanten Versorgung". "Die Resonanz der Studierenden auf die Veranstaltung war sehr positiv, sodass wir die Seminare in diesem Sommersemester gerne erneut anbieten", berichtet Dickmann.

Die Infotage an den Universitäten und die Seminarreihe an der RUB sind Teil der im Herbst 2014 gestarteten Nachwuchskampagne der KVWL. Diese steht unter dem Motto "Nach der Theorie kommt die Praxis". Herzstück der Kampagne ist die Internetseite www.praxisstart.info. Hier finden Interessierte alle Informationen für den Start in die ambulante Versorgung – übersichtlich und verständlich. Zudem beraten die Niederlassungsexperten der KVWL persönlich unter der Rufnummer: 0231 / 94 32 94 00. Auslöser für die Nachwuchskampagne der KVWL ist die Tatsache, dass immer weniger Medizinstudierende eine selbstständige Tätigkeit in der eigenen Praxis anstreben. Dabei wird der ärztliche Nachwuchs dringend benötigt. Derzeit sind in Westfalen-Lippe mehr als 300 hausärztliche Zulassungsmöglichkeiten unbesetzt. Hinzu kommt, dass aktuell jeder dritte der knapp 5.000 Hausarzt in Westfalen-Lippe bereits älter als 60 Jahre ist.

 

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(Pressesprecher der KVWL)

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