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Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in Bocholt, Rhede und Isselburg

Die KVWL fördert das Ärztenetz BOHRIS als Projektpartner des LEADER-Projektes "Medizinisch gut versorgt und vernetzt in der Aa-Region" mit 30.000 Euro

Bocholt, 21. Februar 2018

Um die hausärztliche Versorgung in den Städten Bocholt, Rhede und Isselburg mittelfristig zu sichern, unterstützt die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) das Ärztenetz BOHRIS als Projektpartner des von der Stadt Bocholt betriebenen LEADER-Projektes "Medizinisch gut versorgt und vernetzt in der Aa-Region" mit 30.000 Euro. Dr. Amin Osman, Leiter der KVWL-Bezirksstelle Borken, überreichte gestern Abend im Rathaus den Förderbescheid an Dr. Ulrike Frye, Vorstandssprecherin des Ärztenetzes, im Beisein des Bürgermeisters der Stadt Bocholt, Peter Nebelo.

LEADER ist ein Förderprogramm der EU zur Stärkung des ländlichen Raums. Im Zentrum des Bocholter Projekts steht das im April 2016 gegründete Ärztenetz BOHRIS – ein Zusammenschluss ambulant tätiger Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten im Mittelbereich Bocholt. Die beteiligten Ärzte und Psychotherapeuten haben es sich zur Aufgabe gemacht, die medizinische Versorgung der Bevölkerung in den Städten Bocholt, Rhede und Isselburg auch in Zukunft zu gewährleisten. Dazu soll insbesondere die Zusammenarbeit der Ärzte und Psychotherapeuten in der Region verbessert und ärztlicher Nachwuchs gewonnen werden. In einem ersten Schritt ist geplant, einen Netzmanager bei der Stadt Bocholt einzustellen, der als zentraler Ansprechpartner für Ärzte, Bürger, Kassenärztliche Vereinigung, Politik, Krankenhäuser und Pflegeheime im Rahmen eines Netzwerkes erreichbar ist und die für die nächsten Jahre notwendigen Veränderungsprozesse vorantreibt.

"Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat bereits vor einigen Jahren bei einer Veranstaltung der Stadt Bocholt erstmals darauf hingewiesen, dass die hausärztliche Versorgung im Mittelbereich Bocholt wegen der Altersstruktur der Hausärzte und der demografischen Entwicklung der Bevölkerung in Verbindung mit der kritischen Nachwuchssituation bei den Ärzten perspektivisch gefährdet sein könnte", erläuterte KVWL-Bezirksstellenleiter Osman. Vor diesem Hintergrund begrüße er die Initiative der Kommunen und Ärzte in der Region ausdrücklich. Ärztenetze hätten sich in Westfalen-Lippe als Motor für innovative Versorgungskonzepte im Kampf gegen den Ärztemangel bewährt. Die Erfahrung zeige zudem, dass die nachrückende junge Ärztegeneration die Kollegialität in kooperativen Versorgungsformen besonders schätze und als attraktiv empfinde.

"Die medizinische Versorgung ist eine wichtige Säule der Daseinsvorsorge in unserer Region", betonte Bürgermeister Peter Nebelo. Wo die hausärztliche Versorgung fehle, gebe es auch keine Neuansiedlung von Bürgern oder Firmen: "Eine solche Region wird von der Bevölkerung als nicht lebenswert wahrgenommen." Durch die vernetzte Arbeit der Kommunen und der Ärzte in der Region erhofft er sich eine Verbesserung der medizinischen Versorgung. Beispielsweise könnten bestimmte Krankheitsbilder abgestimmt behandelt oder auch gemeinsam effektivere Lösungen etwa bei der Pflegeheimversorgung gefunden werden. Sein Wunsch: "Am Ende des Projekts sollten möglichst alle niedergelassenen Ärzte in der Region Mitglied des Netzwerkes sein."

Die Gesamtkosten des Projekts "Medizinisch gut versorgt und vernetzt in der Aa-Region" zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in der LEADER-Region Bocholter Aa belaufen sich auf 171.000 Euro. Finanziert werden diese direkt aus dem EU-Förderprogramm (111.000 Euro), von den beteiligten Kommunen Bocholt, Rhede und Isselburg (30.000 Euro) sowie auch vom Ärztenetz BOHRIS e.V. (30.000 Euro).


Übergabe Ärztenetz BOHRIS
Foto: Bruno Wansing, bocholt.de

Dr. Amin Osman, Leiter der KVWL-Bezirksstelle Borken, überreicht den Förderbescheid an Dr. Ulrike Frye, Vorstandssprecherin des Ärztenetzes BOHRIS. Rechts Peter Nebelo, Bürgermeister der Stadt Bocholt

 

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