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Bürger fragen – Experten antworten KVWL-Sprechstunde
zum Thema Multiresistente Keime

Wenn das Antibiotikum nicht mehr wirkt

Dortmund, 28. Mai 2018

Wenn man krank ist, wünscht man sich nur eins: Ein Medikament, dass eine schnelle Genesung verspricht. Doch insbesondere bei bakteriellen Infektionen ist dies nicht mehr selbstverständlich. Der Grund: Immer häufiger kommt es zu einer Ansteckung mit multiresistenten Keimen, die sich nicht mehr durch Antibiotika bekämpfen lassen. Wie multiresistente Keime entstehen, wie man sie behandelt und was man tun kann, um sich vor einer Infektion zu schützen, erfahren interessierte Bürger in der nächsten KVWL-Sprechstunde „Multiresistente Keime: MRSA und Co.“ am 5. Juni im Dortmunder Ärztehaus.

„Resistente Keime sind die Folge eines falschen und zu häufigen Einsatzes von Antibiotika“, erklärt Dr. Wolfgang-Axel Dryden, erster Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Wird eine Antibiotika-Therapie beispielsweise zu früh abgesetzt, können nicht alle schädlichen Bakterien restlos bekämpft werden. „Die überlebenden Keime werden so unempfindlich gegen das Antibiotikum und vererben diese Widerstandsfähigkeit weiter, sodass immer mehr Resistenzen, sogenannte Multiresistenzen, gegen verschiedene Wirkstoffe entstehen können“, erläutert der Allgemeinmediziner Dryden. Eine Infektion kann direkt, z.B. über einen Handkontakt, aber auch indirekt über Gegenstände erfolgen.

Allerdings sind multiresistente Keime nicht für alle Menschen gleichermaßen gefährlich. Für Gesunde ist ein Kontakt mit MRSA oder anderen multiresistenten Erregern in den meisten Fällen harmlos. Anders sieht es hingegen für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem aus: Infizieren sie sich mit antibiotikaresistenten Keimen, kann dies schwerwiegende Erkrankungen zur Folge haben. „Aus diesem Grund ist die Gefahr für eine Infektion mit MRSA besonders in Krankenhäusern oder Alten- und Pflegeheimen stark erhöht“, erläutert Dryden.

In der KVWL-Sprechstunde am 5. Juni informieren Dr. med. Frank Hünger (Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin sowie Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Dortmund) und Dr. med. Heinz Ebbinghaus (Facharzt für Allgemeinmedizin und Chirurgie, Soest) die Teilnehmer ausführlich über die Gefahren und die Verbreitung multiresistenter Keime sowie über Schutz- und Behandlungsmöglichkeiten. Auch die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen, wird gegeben.

Die KVWL-Sprechstunde „MRSA und Co." findet statt am

Dienstag, 5. Juni 2018, von 18 bis 20 Uhr
im Ärztehaus Dortmund, Robert-Schimrigk-Str. 4-6.

Hinweis: Einige Navigations-System-Versionen enthalten die „Robert-Schimrigk-Straße“ nicht. Geben Sie in diesem Fall bitte die „Karl-Liebknecht-Straße“ als Ziel ein.

Der Besuch der Veranstaltung ist kostenfrei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich willkommen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung bietet die Kooperationsberatungsstelle für Selbsthilfegruppen, Ärzte und Psychotherapeuten in Westfalen-Lippe (KOSA) der KVWL auf unserer Homepage unter www.kvwl.de/kosa. Gegründet wurde die KOSA, um die Kooperation zwischen Ärzten, Psychotherapeuten und Selbsthilfegruppen zu stärken und so die ambulante Versorgung in Westfalen-Lippe weiter zu verbessern.

 

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