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Maßnahmen gegen den drohenden Hausärztemangel

Die Förderungen werden zielgenauer

Dortmund, 13. Juni 2018

Um drohende Lücken in der hausärztlichen Versorgung noch wirkungsvoller zu bekämpfen, fördert die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) ab sofort auch die Niederlassung in einzelnen Stadtbezirken. Bielefeld-Senne und Bielefeld-Sennestadt sollen als erste davon profitieren. Hausärzte, die in diesen Stadtbezirken eine Praxis übernehmen oder einen Kollegen anstellen, können bei der KVWL Kostenzuschüsse, Praxisdarlehen und Umsatzgarantien beantragen. „Bielefeld ist insgesamt noch ausreichend mit Hausärzten versorgt, weshalb eine Förderung im gesamten Stadtgebiet nicht angemessen wäre“, erläutert Dr. Gerhard Nordmann, 1. Vorsitzender der KVWL. „In Senne und Sennestadt sieht es hingegen nicht so gut aus. Da hausärztliche Versorgung möglichst wohnortnah erfolgen sollte, setzen wir jetzt erstmals auch einzelne Stadtbezirke auf unser Förderverzeichnis.“

Neben Bielefeld-Senne und Bielefeld-Sennestadt hat die KVWL ihr Förderverzeichnis aktuell um neun weitere Städte und Gemeinde erweitert: Jetzt kann die Übernahme eines hausärztlichen Versorgungsauftrages in Zulassung oder durch Anstellung auch in Breckerfeld, Gronau, Halver, Kalletal, Neuenkirchen, Petershagen, Rheine, Schalksmühle, Vlotho gefördert werden. Gleiches gilt unverändert für Bad Salzuflen, Borgholzhausen, Brilon, Büren, Gütersloh, Halle, Isselburg, Kierspe, Kreuztal, Lage, Löhne, Meinerzhagen, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade, Oelde, Olsberg, Rheda-Wiedenbrück, Rhede, Verl, Werdohl.

Aktuell nicht mehr auf dem Förderverzeichnis gelistet werden Burbach, Ense, Espelkamp, Menden und Rahden. „In diesen Städten und Gemeinden hat sich die hausärztliche Versorgungssituation zuletzt etwas entspannt; zum Teil auch unterstützt durch unsere Fördermaßnahmen“, berichtet Dr. Nordmann. So habe die KVWL in den vergangenen Monaten die Niederlassung oder Anstellung von zusammen zehn Ärztinnen und Ärzten in diesen Städten gefördert und dafür mehr als eine halbe Million Euro an Fördergeldern zur Verfügung gestellt.

Überhaupt habe die KVWL positive Erfahrungen mit der gezielten Förderung von Niederlassungen in von Unterversorgung bedrohten Regionen in Westfalen-Lippe gemacht, so der 1. Vorsitzende: „Das Förderverzeichnis basiert auf einem gut funktionierenden Frühwarnsystem, mit dem wir sehr genau erfassen können, wo sich unter anderem aufgrund der Altersstruktur der Ärzte Probleme ankündigen. Aber eines muss man auch ganz klar sagen: Es ist sicher nicht nur das Geld, das junge Mediziner motiviert, in einer ländlichen Region als Hausarzt tätig zu sein.“ Der Arbeitsplatz für den Partner, die Schulen vor Ort, das kulturelle und sportliche Angebot, die Wohnsituation – viele Gründe spielten bei der Entscheidung, wo man als Arzt in der Praxis tätig sein möchte, eine Rolle. Dr. Nordmann: „Finanzielle Anreize können aber das berühmte Zünglein an der Waage sein, wenn sich ein Kandidat zwischen mehreren Optionen entscheiden kann.“

 

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