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Unterstützung für Forderung der 91. Gesundheitsministerkonferenz der Länder

„Stärkung der Praxisnetze verbessert die Versorgung“

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) unterstützt die Forderung der 91. Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK), die Rolle der Praxisnetze im deutschen Gesundheitswesen weiter zu stärken. „Bei uns in Westfalen-Lippe haben sich die Arztnetze als Multiplikatoren guter Ideen zur Verbesserung der ambulanten Versorgung bewährt“, betont KVWL-Vorstandsmitglied Thomas Müller. „Die inzwischen 21 anerkannten Netze in unserem Landesteil arbeiten sehr effektiv und schließen so regionale Lücken in der Versorgung. Dass Praxisnetze künftig auch Arztsitze erwerben und Ärzte oder Versorgungsassistentinnen anstellen dürfen, ist aus unserer Sicht deshalb ein überfälliger nächster Schritt, den wir sehr befürworten.“

Hintergrund: Die 91. GMK, die am 20./21. Juni in Düsseldorf tagte, fordert das Bundesgesundheitsministerium per Beschluss auf, die Rahmenbedingungen für die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung durch eine Stärkung der Arztnetze zu verbessern. „Insbesondere sollte es Praxisnetzen – vor allem solchen, die in unterversorgten Gebieten tätig sind und die von einer Kassenärztlichen Vereinigung anerkannt worden sind – ermöglicht werden, Arztsitze zu erwerben sowie Ärztinnen und Ärzte oder anderes medizinisches Personal anzustellen“, heißt es in einem einstimmig gefassten Beschluss der 16 Landesgesundheitsminister.

Die Möglichkeit, zunächst als angestellter Arzt in einem Praxisnetz die Arbeit in der ambulanten Versorgung kennenlernen zu können, wäre insbesondere für den Ärztenachwuchs eine attraktive Option, ist Thomas Müller überzeugt: „Denn wir wissen aus vielen Gesprächen mit jungen Medizinern, dass sie einerseits nicht als ,Einzelkämpfer‘ in die Niederlassung starten wollen und anderseits das unternehmerische Risiko einer eigenen Praxis oft überschätzen.“ Er könne sich deshalb sehr gut vorstellen, „dass so mancher angestellter Arzt nach zwei bis drei Jahren den Arztsitz vom Praxisnetz übernimmt, wenn er erst einmal entsprechende Erfahrungen in der Versorgung gesammelt hat“.

Ein wichtiger Aspekt sei auch die von den Gesundheitsministern angeregte Anstellung von medizinischen Personal durch die Praxisnetze, so KVWL-Vorstand Müller: „Die Ausbildung und Anstellung einer entlastenden Versorgungsassistentin, der sogenannten EVA, ist mit hohen Kosten verbunden. Die Zuständigkeit einer EVA für mehrere Praxen – wie bei einem Praxisnetz – erscheint daher auch wirtschaftlich effektiver.“ In Zeiten eines zunehmenden Ärztemangels sei die damit verbundene zeitliche Entlastung für den einzelnen Arzt nicht zu unterschätzen. Müller verweist auf positive Erfahrungen im Rahmen eines Modellprojekts in Siegen. Auf Basis eines Selektivvertrages mit den Krankenkassen hat das dortige Praxisnetz „Gesundheitsregion Siegerland“ seit einigen Jahren eine Netz-EVA angestellt. Inzwischen teilen sich zwei entsprechend fortgebildete Mitarbeiterinnen die Tätigkeit und unterstützen die Praxen bei Hausbesuchen. Das Feedback der Patienten und der Ärzte sei gleichermaßen gut, betont der KVWL-Vorstand: „Die Patienten fühlen sich gut betreut und die Ärzte gewinnen Zeit für schwerwiegendere Fälle.“

Thomas Müllers Appell an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Im Sinne der hausärztlichen Versorgung in ländlichen Regionen – bitte stärken Sie die Praxisnetze, so wie es die Landesminister heute von Ihnen fordern.“

 

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