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Kassenärzte kontern Behauptungen beim Krankenhaustag

„Unerträgliche Ablenkungsmanöver führender Krankenhausvertreter“

Aussagen beim 41. Deutschen Krankenhaustag in Düsseldorf haben Unverständnis und Unmut bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) ausgelöst: „Immer wieder wird von führenden Krankenhausvertretern wie jetzt von DKG-Präsident Gerald Gaß behauptet, die doppelte Facharztschiene in Deutschland führe zu Doppeluntersuchungen und Ineffizienzen im System. Das ist absoluter Quatsch und konnte aus diesem Grund auch noch nie nachgewiesen werden“, betonte Dr. Gerhard Nordmann, 1. Vorsitzender der KVWL. „Ambulant tätige Fachärzte erbringen eine komplett andere Versorgungsleistung als ihre Kollegen in den Kliniken und sind deshalb unersetzlich für die Sicherstellung der Versorgung. Es ist unerträglich, dass Krankenhauslobbyisten immer wieder versuchen, mit solchen Aussagen von den eigenen Problemen abzulenken.“ Denn Eines sei doch inzwischen unstrittig: „Den deutschen Krankenhäusern gehen mehr und mehr die Fachärzte aus. Insbesondere Fachärzte, die der deutschen Sprache wirklich mächtig sind, sind in vielen Kliniken kaum noch anzutreffen.“

Ebenfalls nicht nachvollziehbar ist die von Dr. Josef Düllings beim Krankenhaustag getätigte Klage, dass die Krankenhäuser immer mehr Anteile am ambulanten Notfalldienst übernehmen müssten. So zitiert der Ärztenachrichtendienst den Präsidenten des Verbands der Krankenhausdirektoren Deutschlands mit den Worten, dass etwa in Paderborn 70 Prozent der niedergelassenen Ärzte gar nicht mehr am Notfalldienst teilnähmen. KVWL-Vorstand Dr. Nordmann: „Die Sicherstellung der ambulanten Versorgung auch außerhalb der Öffnungszeiten der Arztpraxen zählt zu den Kernaufgaben der KVWL. Wir kommen dieser Verpflichtung in unseren zentralen Notfalldienstpraxen vollumfänglich nach. Wenn Krankenhäuser nachts die ambulante Sicherstellung von der KVWL übernehmen, geschieht dies auf Basis vertraglicher Abmachungen, die von beiden Seiten unterschrieben sind.“ Von Zwang könne also keine Rede sein.

Von erschreckender Unkenntnis zeuge die Schlussfolgerung, dass die Krankenhäuser den ambulanten Notfalldienst übernehmen müssten, weil sich 70 Prozent der niedergelassenen Ärzte nicht am Notfalldienst beteiligten, ergänzte Dr. Ulli Polenz, Leiter der KVWL-Bezirksstelle Paderborn. „Laut Notfalldienstordnung kann sich jeder zum Notfalldienst verpflichtete Arzt im Notfalldienst vertreten lassen. Wenn in Paderborn 70 Prozent der Ärzte von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, hat dies keine Auswirkungen auf die Sicherstellung des Notfalldienstes. Tendenziell dürfte sich dadurch sogar die Qualität der Notfallversorgung verbessern. Denn in der Regel vertreten erfahrene Hausärzte Kollegen aus Fachgruppen, die nicht täglich mit jenen Krankheitsbildern Kontakt haben, die typischerweise im Notfalldienst vorkommen.“ Als Hauptgeschäftsführer des St.-Vincenz-Krankenhauses in Paderborn wisse Dr. Düllings zudem, dass die KVWL-Bezirksstelle Paderborn sich besonders intensiv für die Entlastung der Notfallaufnahmen der Paderborner Krankenhäuser engagiere. Dr. Polenz: „Gemeinsam mit den Krankenkassen und Krankenhäusern haben wir bereits 2017 die Informationskampagne ‚Notaufnahme in Not‘ gestartet. Ziel ist es, die die Notfallversorgung im Kreis Paderborn in für alle Beteiligten geordnete Bahnen zu lenken und Patienten für die Problematik eines Besuches in der Notaufnahme zu sensibilisieren. Erste Auswertungen zeigen, dass die Kampagne wirkt – die Patientenzahlen in den KVWL-Notfalldienstpraxen in Paderborn und Büren steigen.“

 

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