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KVWL spricht sich gegen Grippeschutzimpfung in Apotheken aus

Dortmund, 21.10.2019

Mit Unverständnis begegnet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) dem gesetzlichen Vorhaben, Grippeschutzimpfungen im Modellversuch künftig auch in Apotheken zu ermöglichen. Diese Regelung soll nach einem Änderungsantrag der Fraktionen von CDU/CSU und SPD in das „Gesetz für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention“ (Masernschutzgesetz) aufgenommen werden.

„Wir sehen überhaupt keine Notwendigkeit, etablierte und gut funktionierende Strukturen aufzubrechen und Zuständigkeiten aufzuweichen“, erklärt Dr. Volker Schrage, 2. Vorsitzender der KVWL. Die niedergelassenen Ärzte verfügen nicht nur über die notwendige medizinische Qualifikation, sie kennen auch die Krankheitsgeschichte ihrer Patienten und können sie dementsprechend kompetent und individuell zur Grippeschutzimpfung und zum Impfen im Allgemeinen beraten. „Die KVWL setzt sich zudem bereits seit vielen Jahren für eine Steigerung der Impfquoten in Westfalen-Lippe ein. Unsere alljährlichen Impf-Informationsveranstaltungen für Ärzte und Medizinische Fachangestellte sind regelmäßig ausgebucht, was das große Interesse unserer Mitglieder an diesem Thema widerspiegelt – und das kommt natürlich auch ihren Patienten zugute“, betont Thomas Müller, KVWL-Vorstandsmitglied.

Für Allgemeinmediziner Schrage wirft die Grippeschutzimpfung in Apotheken zahlreiche Fragen auf: „Wie steht es um die rechtlichen Rahmenbedingungen, das heißt sind Apotheker gemäß ihrer Berufsordnung überhaupt dazu berechtigt, Impfungen durchzuführen und wie ist dies mit dem Dispensierrecht vereinbar? Auch die Fragen zur Privatsphäre und zum Datenschutz der Patienten sind völlig offen. Ebenfalls unklar ist, wie es um die Einhaltung der notwendigen Hygienebestimmungen bei Impfungen in Apotheken steht.“

Knapp 18 Millionen Impfdosen werden in diesem Jahr von den westfälisch-lippischen Ärzten für ihre Patienten vorgehalten. „Die Kolleginnen und Kollegen in den Praxen sind bestens gewappnet – sowohl was den Grippeimpfstoff betrifft als auch im Hinblick auf die medizinische Qualifikation und Erfahrung. Das Impfen gegen Grippe in die Apotheken zu verlagern, und sei es nur im Rahmen eines Modellversuchs, halten wir deshalb für nicht sinnvoll“, betonen Schrage und Müller unisono.

 

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(Pressesprecherin der KVWL)

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