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Corona-Pandemie: KVWL zieht positives Zwischenfazit

Dortmund, 08.04.2020

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe sieht sich im andauernden Kampf gegen die Corona-Pandemie auf einem guten Weg: In kürzester Zeit baute sie eine temporäre zweite Versorgungsschiene auf, die die Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte deutlich entlastet und die Ausbreitungsdynamik des Coronavirus spürbar verlangsamt hat. Das erste Ziel war, potenziell infektiöse Patienten möglichst aus den Praxen fernzuhalten, um eine unkontrollierte Verbreitung des Virus gerade im wichtigen Gesundheitssektor zu vermeiden und Infektionsketten zu unterbrechen. Das wurde mit der schnellen Errichtung von 36 Diagnosezentren in Westfalen-Lippe erreicht, in denen Abstriche zur Testung auf eine Infektion mit dem SARS-CoV2-Virus durchgeführt wurden.

Nachdem die Zahl der Infizierten weiter zunahm, hat die KVWL ergänzend zu den Diagnosezentren sogenannte COVID-19-Behandlungszentren (CBZ) eingerichtet. Allein am Standort Klinikum Nord in Dortmund wurden innerhalb der ersten beiden Wochen über 2.500 Patienten behandelt. Inzwischen existieren in Westfalen-Lippe über 20 Corona-Behandlungszentren. „Unser Konzept der Behandlungszentren ist ein voller Erfolg. Sie bilden ein gut funktionierendes Bollwerk gegen das Coronavirus“, kommentiert der 1. KVWL-Vorsitzende Dr. med. Dirk Spelmeyer. „Das wichtigste Ziel war es immer, die Krankenhäuser vor einer zu großen Zahl von schwererkrankten Corona-Patienten zu bewahren und ich bin stolz darauf, dass die KVWL gemeinsam mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten einen wichtigen Beitrag dazu leistet. Die Tatsache, dass sechs von sieben Corona-Patienten ambulant behandelt werden, ist ein Beleg für den Erfolg unserer Arbeit!“

Beschaffung von Schutzmaterial läuft auf Hochtouren

Eine der größten Herausforderungen ist nach wie vor die Versorgung des medizinischen und pflegenden Personals mit Schutzkleidung. Auch hier hat die KVWL selbst die Initiative ergriffen und allein insgesamt 800.000 Schutzmasken bestellt. Geliefert worden sind aufgrund des leergefegten Weltmarktes bislang allerdings nur 20.000 Stück. „Unterstützt durch eine Lieferung des Bundes konnte die KVWL in einer ersten Phase 7.900 Starterpakete, bestehend aus Atemschutzmasken, Schutzkitteln und Desinfektionsmittel, an die Praxen verschicken. Ein erster wichtiger Schritt – gemessen am wöchentlichen Bedarf allein der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte von zirka 100.000 Schutzmasken, allerdings nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein“, betont KVWL-Vorstandsmitglied Thomas Müller. „Daher gehen wir auch ungewöhnliche Wege und haben zum Beispiel auf eigenen Faust bei einer Kornbrennerei aus dem Münsterland 10.000 Liter Ethanol gekauft, um es zu Flächendesinfektionsmittel weiterzuverarbeiten und an die Praxen auszuliefern. Zudem werden ab dem heutigen Mittwoch weitere Pakete mit Schutzmasken, Einmalhandschuhen und Desinfektionsmittel an die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte verschickt.“

Engagement unverändert hoch

„Da wir uns seit Wochen im Krisenmodus befinden, gerät die ambulante Regelversorgung manchmal etwas aus dem Blick. Die Regelversorgung ist weiterhin unverändert sichergestellt. Klar ist, dass der zusätzliche Betrieb der Diagnose- und Behandlungszentren die KVWL vor große finanzielle, aber auch personelle Herausforderungen stellt. Daher ist es umso bemerkenswerter, dass sich auf unsere Aufrufe zur Unterstützung bis jetzt schon über 3.000 Kolleginnen und Kollegen sowie Medizinische Fachangestellte gemeldet haben, die uns freiwillig unterstützen möchten! Für mich zeigt sich auch und gerade in der gegenwärtigen Corona-Krise der westfälische-lippische Weg, Probleme anzugehen: Einander unterhaken und gemeinsam anpacken!“, lobt der 2. KVWL-Vorsitzende Dr. med. Volker Schrage.

Ansprechpartner für die Presse

Vanessa Pudlo
(Pressesprecherin der KVWL)

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