Ärzteschaft im Nationalsozialismus: KVWL zeigt Ergebnisse jahrelanger Forschungsarbeit

Im Dortmunder Ärztehaus: Wanderausstellung läuft bis zum 26. Mai

Gruppenbild zur KVWL Ausstellungseröffnung Systemerkrankung
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(v. l.): Avigdor Nosikov (Rabbiner Jüdische Kultusgemeinde Dortmund), Norbert Schilff (Bürgermeister Stadt Dortmund), Dr. Dirk Spelmeyer (Vorstandsvorsitzender KVWL), Sjoma Liederwald (Kurator), Rodion Bakum (Arzt und Landtagsabgeordneter), Dr. Ulrich Oeverhaus (Vorsitzender KVWL-Vertreterversammlung).

Dortmund, 23.04.2026 – Eindringlich, persönlich, informativ: Im Dortmunder Ärztehaus der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) ist noch bis zum 26. Mai 2026 die Wanderausstellung „Systemerkrankung: Arzt und Patient im Nationalsozialismus“ zu sehen. Sie zeigt durch bislang unveröffentlichtes Quellenmaterial, wie Ärztinnen und Ärzte und ihre Standesvertretung zu grausamen Verbrechen einer menschenverachtenden Ideologie beigetragen haben.

Die Ausstellung, die am Mittwochabend (22. April) im Rahmen des KVWL-Frühjahrsempfangs eröffnet worden ist, basiert auf einem mehrjährigen Forschungsprojekt im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und wurde vom Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin kuratiert.

Auf etwa 20 Bannern mit Texten, Auszügen historischer Dokumente und zahlreichen Fotos sowie zwei Medienstationen erhalten Besucherinnen und Besucher einen Einblick in das Arzt-Patienten-Verhältnis und die Gesundheitsversorgung in der Zeit des Nationalsozialismus. Auch die Verstrickung der Ärzteschaft und ihrer Standesvertretungen in das nationalsozialistische Unrechtssystem wird deutlich.

Dr. med. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender
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Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KVWL

Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KVWL: „Die Aufarbeitung der Rolle und Verantwortung der Ärzteschaft im Dritten Reich ist von eminenter gesellschaftlicher Bedeutung. Zugleich erinnert die Ausstellung daran, dass sich solche Zeiten niemals wiederholen dürfen. Wir erleben in unserem Land derzeit leider vermehrt antisemitische und demokratiefeindliche Tendenzen und Strömungen. Dagegen müssen wir uns – jede und jeder Einzelne und damit wir als Gesellschaft – wehren. Mit Entschiedenheit, Zivilcourage und Solidarität! Wir Ärztinnen und Ärzte versorgen unsere Patientinnen und Patienten unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion und sozialem Status. Aus diesem Selbstverständnis folgt, dass Menschenrechte, Freiheit, Pluralismus und Demokratie fundamentale Säulen für den ärztlichen Beruf sind.“

Anke Richter-Scheer, stellv. Vorstandsvorsitzende der KVWL
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Anke Richter-Scheer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVWL

Anke Richter-Scheer, stellvertretende KVWL-Vorstandsvorsitzende: „Die Wanderausstellung dokumentiert in eindringlicher Weise eine verheerende Zeit mit einer schrecklichen Rolle der damaligen Ärzteschaft. Die heutige Selbstverwaltung übernimmt mit der Dokumentation historische Verantwortung, die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Als KVWL laden wir alle Interessierten ein, sich mit diesem Kapitel der Medizingeschichte auseinanderzusetzen. Für uns ist dies keine Pflichtaufgabe, sondern eine Selbstverständlichkeit. Denn die Ärzte- und Psychotherapeutenschaft in Westfalen-Lippe stehen für Respekt, Weltoffenheit und Toleranz. Werte, die für uns alle unverhandelbar sein sollten.“

Anmeldung zur Ausstellung

Die Ausstellung im Dortmunder Ärztehaus (Robert-Schimrigk-Str. 4-6) ist ausschließlich nach vorheriger Anmeldung zu sehen. Interessierte melden sich bitte unter www.kvwl.de/systemerkrankung an. Informationen zu „Systemerkrankung: Arzt und Patient im Nationalsozialismus“ finden Sie auch unter: www.systemerkrankung.de

KVWL-Pressestelle