KVWL-Sprechstunde informiert: „Schmerz – was hilft wirklich?“

Deutschland – Schmerzland. Nach einer Schätzung der Deutschen Schmerzliga leiden 12 bis 15 Millionen an chronischen, länger andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen.

Dr. Matthias Heintz, KVWL-Sprechstunde, Schmerz, Schmerztherapie
© Marienkrankenhaus Schwerte
Dr. Matthias Heintz, Facharzt für Spezielle Schmerztherapie

Dortmund, 17.01.2023. 

Deutschland – Schmerzland. Nach einer Schätzung der Deutschen Schmerzliga leiden 12 bis 15 Millionen an chronischen, länger andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen. Ein Drittel dieser Patienten sind sogar stark beeinträchtigt. Die Zahlen zeigen: Das Thema ist akut. Deshalb informiert die KVWL-Sprechstunde am Dienstag, 7. Februar, von 18 bis 20 Uhr im Dortmunder Ärztehaus (Robert-Schimrigk-Str. 4-6) zu diesem Krankheitsbild. Motto: Bürger fragen, Experten antworten.

Zu den Referenten der KVWL-Sprechstunde „Schmerz - was hilft wirklich?“ zählt Dr. Matthias Heintz, Facharzt für Spezielle Schmerztherapie. Drei Fragen an den Experten:

Herr Dr. Heintz, wann spricht man überhaupt von chronischen Schmerzen?

Wir müssen zwischen akuten und chronischen Schmerzen unterscheiden. Akute Schmerzen warnen vor möglichen Verletzungen, Stichwort heiße Herdplatte. Chronische Schmerzen sind sinnlos. Sie warnen nicht, sie sind einfach da. Der Schmerz lässt sich nicht durch Behandeln der Ursache heilen. Die Krankheit ist der Schmerz selbst. Das Fiese: der Körper gewöhnt sich nicht daran. Im Gegenteil: unser Nervensystem wird dadurch schmerzempfindlicher…“

Welche Ursachen kommen für chronische Schmerzen in Frage?

„Forschungsergebnisse zeigen, dass starke und länger andauernde Schmerzreize die Nervenzellen sensibler für nachfolgende Schmerzreize machen können. So können selbst leichte Reize wie beispielsweise eine leichte Berührung, mäßige Hitze oder Druck plötzlich als starker Schmerz empfunden werden. Über das Rückenmark kann sich dabei eine Schmerz-Überempfindlichkeit entwickeln.“

Wie lautet Ihr wichtigster Tipp für Patientinnen und Patienten?

„Ruhe bewahren – auch wenn’s schwerfällt. Betroffene gehen nicht selten mit der Vorstellung zum Arzt, dass eine einzelne Ursache Auslöser für den Schmerz ist. Sie hoffen, dass diese gefunden wird, die Schmerzen dann weg sind. Das passiert aber in den seltensten Fällen. Erst, wenn die chronische Krankheit erkannt und akzeptiert wird, kann über sinnvolle Therapiemöglichkeiten entschieden werden.“

Hinweis: Die Teilnahme an der KVWL-Sprechstunde ist kostenfrei, eine Anmeldung aber aus organisatorischen Gründen für die persönliche wie für die Online-Teilnahme erforderlich: www.kvwl.de/sprechstunde. Sollten Sie über keinen Internetzugang verfügen, unterstützt Sie die Patientenberatung (Tel. 0231 9432-9000) bei der Buchung. Interessierte können vorab Fragen einreichen unter sprechstunde@kvwl.de.

KVWL-Sprechstunde am 07.02.2023: Schmerz - was hilft wirklich?

KVWL-Pressestelle