Neue Adresse für den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Unna
„Hier wird sektorenübergreifende Notfallversorgung gelebt“ – 36. Portalpraxis in Westfalen-Lippe nimmt am Christlichen Klinikum Unna West ihren Betrieb auf.
Dortmund/Unna, 20.04.2026. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) stellt den allgemeinen Bereitschaftsdienst in Unna zukunftsgerecht neu auf: Ab Montag (27. April) werden Patientinnen und Patienten aus Unna und Umgebung mit akuten Beschwerden abends und am Wochenende am Christlichen Klinikum Unna West (CKU West) an der Holbeinstraße in einer Portalpraxis versorgt.
In den neuen Räumlichkeiten sind weiterhin die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Ansprechpartner für Akutfälle, wenn die örtlichen Praxen geschlossen sind. Dr. Prosper Rodewyk, Leiter der zuständigen KVWL-Bezirksstelle Dortmund, erklärt den für Unna neuen Begriff der Portalpraxis: „Dort werden alle Patientinnen und Patienten, die sich mit einem akuten medizinischen Problem vorstellen, zunächst an einem gemeinsamen Tresen empfangen. Die fachkundigen Mitarbeitenden entscheiden dann, ob die Behandlung weiter ambulant durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst der KVWL in der Portalpraxis, ambulant im Krankenhaus mit erweiterten Diagnostik-Leistungen oder aber stationär in der Klinik stattfindet.“
KV-Chef Spelmeyer: „Beispiele für eine gut funktionierende Zusammenarbeit“
Für Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KVWL, zeigt die Inbetriebnahme der 36. Portalpraxis einmal mehr die Schlagkraft der ärztlichen Selbstverwaltung: „Hier wird sektorenübergreifende Notfallversorgung wirklich gelebt. Mit der neuen Portalpraxis steht den Patienten mit ihren unterschiedlichen Behandlungsbedürfnissen ein umfassendes Versorgungsangebot zur Verfügung. Dafür arbeiten wir in Westfalen-Lippe inzwischen sehr eng mit den Krankenhäusern zusammen. Portalpraxen sind dabei Beispiele für eine gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen ambulantem und stationärem Bereich – und damit wegweisend für die medizinische Versorgung der Zukunft. Mit diesen Strukturen erfüllen wir schon heute politische Reformgedanken.“
Umzug von der Wasserstraße 26 an die Holbeinstraße 10
Für das Christliche Klinikum Unna West ist diese Entwicklung sehr positiv. „Auch wir sehen die Patientenversorgung durch die Zusammenarbeit sehr gut aufgestellt“, so CKU-Geschäftsführer Thorsten Roy. Für das Team der Zentralen Notaufnahme des Krankenhaues bedeutet dies einen Fortschritt, da Patienten mit ambulantem Behandlungsbedarf in direkter Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten behandelt werden können und keine weiten Wege entstehen.
Patientenservice 116 1117 bleibt wichtige Schnittschnelle
„Ob der Weg in die neue KV-Bereitschaftspraxis überhaupt notwendig ist, sollte vorab mithilfe des Patienten-Navi auf www.116117.de oder durch einen Anruf bei der Service-Rufnummer 116 117 geklärt werden“, ergänzt Dr. Rodewyk und erläutert: „Unter dieser kostenfrei erreichbaren Telefonnummer nimmt zunächst medizinisch geschultes Personal eine fundierte Ersteinschätzung vor. Die Mitarbeitenden können so die Behandlungsdringlichkeit und die Notwendigkeit einer Untersuchung in der KV-Bereitschaftspraxis ermitteln. In vielen Fällen kann der Besuch durch ein Gespräch mit einem Arzt per Videotelefonie ersetzt werden. Die Mitarbeitenden der 116 117 übernehmen die Koordination für eine solche Videosprechstunde.“ Alternativ ist die 116 117 auch via App erreichbar (siehe „INFO: Patientenservice 116 117“).
Patientenservice 116 117 – der zentrale Wegweiser, online und telefonisch
Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) ist für den ärztlichen Bereitschaftsdienst außerhalb der Praxisöffnungszeiten im Landesteil Westfalen-Lippe zuständig. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte stehen bereit, um akute Beschwerden in insgesamt 91 Bereitschaftspraxen in Westfalen-Lippe zu behandeln. Hierzu zählen 61 allgemeine, 21 pädiatrische, fünf HNO- und vier augenärztliche Bereitschaftsdienstpraxen.
Wer online über das „Patienten-Navi“ unter www.116117.de oder telefonisch bei der Patientenservice-Hotline 116 117 (kostenfrei, ohne Vorwahl) Hilfe sucht, erhält rund um die Uhr eine schnelle medizinische Ersteinschätzung seiner Beschwerden. An der Hotline stellen die medizinisch geschulten Mitarbeitenden rund 20 gezielte, individuelle und strukturierte Fragen zum Beschwerdebild. Telefonisch wie online unterstützt die bundesweit genutzte Software "SmED" ("Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland"). Bei SmED handelt es sich um ein zertifiziertes Medizinprodukt. Das Programm ermittelt eine Empfehlung zur Behandlungsdringlichkeit und zum korrekten Behandlungsort: Haus- oder Facharzt-Praxis, Videosprechstunde, Bereitschaftspraxis oder Krankenhausambulanz. Für nicht mobile Patienten organisieren die Mitarbeitenden des Patientenservice 116117 im Bedarfsfall auch einen ärztlichen Hausbesuch. Für die Videosprechstunde gilt, dass das Beschwerdebild hierfür geeignet sein muss. Kommt die Videosprechstunde je nach Symptomatik und Dringlichkeit in Frage, leiten die Mitarbeitenden der KVWL Patientinnen und Patienten in das "virtuelle Wartezimmer" weiter. Dazu erhalten diese per SMS oder E-Mail einen entsprechenden Zugangslink. Wichtig: Im Internet-Browser müssen sie der Nutzung von Kamera und Mikrofon zustimmen. Auch die Krankenversichertenkarte wird benötigt.
Typische Fälle für den Bereitschaftsdienst sind: Erkältungskrankheiten, grippale Infekte mit Fieber und Schmerzen, Infektionen von Hals, Nase, Ohren, Magen-Darm-Infekte mit Brechdurchfall, akute Bauchschmerzen, Migräne oder Hexenschuss. Wichtig: Bitte wenden Sie sich in einer lebensbedrohlichen Notfallsituation umgehend an die Rettungsleitstelle unter der Telefonnummer 112. Weitere Informationen zu den ärztlichen Bereitschaftsdiensten und den Öffnungszeiten finden Bürgerinnen und Bürger unter www.kvwl.de/116117.
Pressematerial zum Herunterladen
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Neue Adresse für den ärztlichen Bereitschaftsdienst in UnnaGemeinsame Pressemitteilung von Kassenärztlicher Vereinigung Westfalen-Lippe und Christlichem Klinikum Unna
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Foto 1: Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KVWL
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Foto 2: Dr. Prosper Rodewyk, Leiter der zuständigen KVWL-Bezirksstelle Dortmund
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Foto 3: Thorsten Roy, Geschäftsführer Christliches Klinikum Unna West