Praxisnetze in Westfalen-Lippe sind bundesweiter Spitzenreiter

Siebter Zusammenschluss erreicht höchste Qualitätsstufe der KVWL

Neues Innovationsfondsprojekt analysiert Gesundheitsnetze und -regionen in NRW, Bayern und Schleswig-Holstein

Dortmund, 29.12.2025 – Sie zählen längst zu den tragenden Säulen der ambulanten medizinischen Versorgung: die Praxisnetze. In Westfalen-Lippe kümmern sich 25 anerkannte Zusammenschlüsse um eine möglichst optimale und fachübergreifende Versorgung ihrer Patienten. Kein Bundesland verfügt über mehr Netze. Mit Blick auf Qualitätsstandards setzt Westfalen-Lippe damit bundesweit Maßstäbe.

Das Ärztenetz „BOHRIS e. V.“ hat als inzwischen siebtes Netz die höchste Anerkennungsstufe der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) erreicht. Die Zertifizierung bestätigt, dass der Zusammenschluss aus dem Münsterland (rund 100 Ärzte, mehr als 50 Praxen) höchste organisatorische und qualitative Standards erfüllt, die das übergreifende Arbeiten bestmöglich fördern sollen.

Welche Bedeutung die Praxisnetze in Westfalen-Lippe insgesamt haben, zeigt ein Blick auf die Zahlen: 2.500 Ärzte und Psychotherapeuten versorgen fachübergreifend rund drei Millionen Patienten. Zu den Aufgaben der Netze gehören unter anderem der Auf- und Ausbau der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit sowie die Definition und Umsetzung einheitlicher Qualitätsstandards. Alle Bemühungen verfolgen das Ziel, durch eine kooperative, wohnortnahe ambulante medizinische Versorgung die Qualität und die Effizienz zum Wohle der Patienten zu steigern. Sie können dabei unter anderem von kürzeren Wegen und abgestimmten Behandlungspfaden profitieren. Darüber hinaus sind die Praxisnetze ein wichtiger Motor in der Aus- und Weiterbildung medizinischer Nachwuchskräfte: 470 Netz-Mitglieder sind als Weiterbildungsbefugte tätig, 190 als Lehrärzte.

Dr. med. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender
© KVWL

Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KVWL: „Unsere Praxisnetze sind ein elementarer Baustein der ambulanten Versorgung. Sie bieten einen enormen Mehrwert, weil sie – wie der Name schon sagt – regional sehr gut vernetzt sind und wirklich Hand in Hand arbeiten. Diese Versorgungsstrukturen gilt es verstärkt zu fördern und auszubauen. Denn der doppelte demografische Wandel mit all seinen Auswirkungen stellt uns bei der Sicherstellung vor große Herausforderungen, die wir nur gemeinsam bewältigen können.“

Derweil startet am 1. Januar 2026 mit dem Innovationsfondsprojekt „ReGen“ (Laufzeit: drei Jahre, Gesamtförderung 1,8 Millionen Euro) eine Bestandsaufnahme verschiedener Gesundheitsnetze und -regionen in NRW, Bayern und Schleswig-Holstein. Das Ziel: Durch eine umfassende Analyse bestehender Zusammenschlüsse soll die Versorgung der Patienten in den Bereichen Prävention, Diagnose, Behandlung und Nachsorge noch besser aufeinander abgestimmt und optimiert werden.

Diane Weber, Leiterin des KVWL-Geschäftsbereichs Innovative Versorgungsformen und Praxisnetze: „Solche Projekte, aber auch unsere KV-internen Dialogformate, sind enorm wichtig, damit echte Vernetzung entstehen und wachsen kann. Wir gehen im ‚Land der Netze‛ gerne weiter voran, denn die Zusammenschlüsse in Westfalen-Lippe zeigen eines ganz deutlich: Kooperative Versorgungsformen sind unverzichtbar.“

KVWL-Pressestelle