Verstärkung für Herforder Praxis dank Förderung von Kreis und KVWL

Verstärkung für Herforder Praxis dank Förderung von Kreis und KVWL
© Kreis Herford
Landrat Mirco Schmidt (2.v.r.) und Marius Tönsmann vom Kreis-Gesundheitsamt (rechts) besuchten gemeinsam mit Constantin Rehers (v. l.) von der KVWL die Gemeinschafts-Praxis von Dr. Sonja Manegold und Dr. Gernoth Plappert. Alexandra Ens (Mitte) verstärkt seit dem Sommer 2025 das Ärzteteam.

Kreis Herford / Dortmund, 15.12.2025 – Das Ärzteteam an der Mindener Str. 72 in Herford wächst – und das dank der Unterstützung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) und des Kreises Herford: Seit dem 01. Juli verstärkt Frau Alexandra Ens die Gemeinschaftspraxis von Dr. Gernoth Plappert und Dr. Sonja Manegold. Die 43-Jährige ist Absolventin des Programms „Mit Praxis zur Praxis“, das der Kreis im Jahr 2022 gemeinsam mit der KVWL ins Leben gerufen hat.

„Die Teilnahme am Hausarzt-Programm war für mich ein ganz entscheidender Faktor, um in Herford als Hausärztin einzusteigen“, so Alexandra Ens. Nach erfolgreicher Beendigung des Hausarzt-Programms steigt sie nun zum Jahreswechsel als vollwertige Partnerin in die Praxis ein.

Landrat Mirco Schmidt und Marius Tönsmann vom Kreis-Gesundheitsamt besuchten gemeinsam mit Constantin Rehers von der KVWL die Herforder Praxis, um sich mit den Praxisinhabern über die jüngsten Erfahrungen auszutauschen.

Das Förderprogramm „Mit Praxis zur Praxis“ ermöglicht es Ärztinnen und Ärzten, die bereits Facharzt oder Fachärztin sind, Erfahrungen in der ambulanten Versorgung zu sammeln und den Berufseinstieg in die vertragsärztliche Versorgung vorzubereiten. Während dieses Jahres arbeiten die Praxismacher für sechs Monate in sogenannten Mentorenpraxen und besuchen begleitend Seminare, die ihnen wichtige Kenntnisse hinsichtlich Abrechnung, Honorar und Telematikinfrastruktur vermitteln. Das Gehalt übernimmt die KVWL, die Lohnnebenkosten der Praxis erstattet der Kreis Herford. Das Projekt wurde mittlerweile auch auf Kinderarzt-Praxen erweitert. Von den elf bisherigen Absolventen sind bereits zehn in der hausärztlichen Versorgung im Kreis Herford tätig. Ein weiterer Praxismacher ist aktuell noch im Förderprogramm.

„Die Zahlen zeigen: Das Förderprogramm bewirkt etwas“, betont Landrat Mirco Schmidt. „Wir haben allein hierdurch bereits zehn Medizinerinnen und Mediziner als niedergelassene Hausärztinnen bzw. Hausärzte für den Kreis Herford gewonnen. Hinzu kommen die Niederlassungsförderungen für neugegründete oder übernommene Praxen sowie die Förderung für Medizinstudierende“, so Schmidt.

Der Erfolg der verschiedenen Fördermaßnahmen des Kreises wird immer sichtbarer, so konnte die hausärztliche Versorgung in den Kommunen nachhaltig gestärkt werden. Die Idee, das Hausarzt-Programm von KWWL und Kreis zu absolvieren, kam Alexandra Ens durch ihre eigene Hausärztin, Daniela Mittelberg. Mittelberg ist selbst Absolventin des Programms und praktiziert seit 2023 in der Gemeinschaftspraxis Nave/Duplois in Herford. Ihre guten Erfahrungen haben Alexandra Ens schnell überzeugt.

Zuvor war die 43-Jährige acht Jahre lang als Fachärztin in der Inneren Medizin bei den Kreiskliniken am Standort Herford tätig. Hier verantwortete sie zuletzt die Onkologie. „Das Programm hat mir den Start in den Praxisalltag ungemein erleichtert. Die begleitenden Seminartage haben mir reichlich wertvollen Input geliefert“, so Ens. Aber auch grundsätzlich sieht Ens am Hausarzt-Dasein viel Gutes: „Als Hausärzte nehmen wir den Patienten ganzheitlich in den Blick. Ein Mensch besteht nicht nur aus Herz und Bein, alles hängt miteinander zusammen, und auch das persönliche Umfeld der Patienten spielt eine wichtige Rolle“, so Ens. Darüber hinaus ist sie als vierfache Mutter auf familienfreundliche Arbeitszeiten angewiesen. „Und das funktioniert in unserer Praxis sehr gut“, so Ens.

Constantin Rehers, Leitung Team Nachwuchsförderung und Fördermaßnahmen bei der KVWL, betont: „Der erfolgreiche Einstieg von Alexandra Ens zeigt einmal mehr: Das Förderprogramm ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung und eine große Unterstützung für angehende Hausärztinnen und Hausärzte“. Mit dem Hausarzt-Programm und den begleitenden Seminaren habe man einen Nerv getroffen: „Abrechnung und Bürokratie sind unter anderem Dinge, die junge Medizinerinnen und Mediziner vom Hausarzt-Beruf eher abschrecken. Bei den Seminartagen wird sich mit solchen und weiteren Themen intensiv beschäftigt, die für das Führen einer Hausarzt-Praxis wichtig sind“, so Rehers.

Dr. med. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender
© KVWL

Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der KVWL, sieht in dem Programm eine Blaupause zur Stärkung der ambulanten Versorgung: „Als KVWL fördern wir seit Jahren den ärztlichen Nachwuchs. Mit ‚Mit Praxis zur Praxis‘ haben wir zusammen mit dem Kreis Herford ein innovatives Konzept geschaffen, mit dem wir passgenau das Rüstzeug für die vertragsärztliche Praxistätigkeit vermitteln. Das kommt bei den beteiligten Kolleginnen und Kollegen sehr gut an – und stärkt nachhaltig die ambulanten Versorgungsstrukturen.“

Auch Dr. Plappert und Dr. Manegold sind vom Hausarzt-Programm überzeugt: „Wir konnten Frau Ens über das sechsmonatige Förderprogramm in ihrer Arbeitsweise und ihrer Persönlichkeit näher kennenlernen, wodurch eine Vertrauensbasis für eine gemeinsame langfristige Zusammenarbeit geschaffen werden konnte. Sie ist ein großer Gewinn für unsere Praxis!“. - und auch ein großer Gewinn für die Bürgerinnen und Bürger, denn die Praxis nimmt über Alexandra Ens zukünftig noch weitere Patientinnen und Patienten auf.

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