FitFürFieber
Multimedial und souverän mit Fieber umgehen
Fieber gilt in der Pädiatrie als ein erstes Anzeichen einer Erkrankung und ist gleichzeitig eine Schutzreaktion des Körpers. Die erhöhte Körpertemperatur bekämpft Krankheitserreger und beschleunigt so die Reaktion des Immunsystems. Eltern reagieren oftmals beunruhigt: Sie greifen zu früh zu Medikamenten oder suchen manchmal unnötig eine Kinderarztpraxis oder die Notfallambulanzen auf. Das Innovationsfondsprojekt FitFürFieber will das ändern – mit einer neuen, strukturierten und digital unterstützten Versorgungsform, die Eltern stärkt und gleichzeitig Ärzte entlastet.
Das Innovationsfondsprojekt läuft vom 1. November 2025 bis zum 31. Oktober 2028 und erhält eine Gesamtförderung von rund 2,6 Millionen Euro.
Im Innovationsfondsprojekt „FitFürFieber“ wird eine digitale und multimediale Versorgung für Kinder mit Fieber erprobt, um einen sachgerechten und sicheren Umgang mit dieser grundsätzlich physiologischen Reaktion zu fördern:
- Rund 170 Praxen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern nehmen zunächst an einer Online-Schulung teil, die sich auf die aktuelle AWMF-S3-Fieber-Leitlinie stützt. Anschließend führen die Kinder- und Jugendärzte im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung ein strukturiertes, materialgestütztes Aufklärungsgespräch mit Eltern durch.
- Ergänzend erhalten Familien über die PraxisApp „Meine pädiatrische Praxis“, die mehrsprachige FeverApp und weitere digitale Angebote ein umfassendes Informationspaket rund um das Thema Fieber.
So werden Eltern fit gemacht, um sicher und gelassen auf Fieber zu reagieren – ohne unnötige Medikamente oder Notfallbesuche. Sie lernen zudem Warnzeichen zu erkennen, bei denen ärztlicher Rat wirklich erforderlich ist.
Das Ziel von FitFürFieber ist die Reduktion unnötiger Antibiotika- und Antipyretikaverordnungen und eine leitliniengerechte Fieberkompetenz bei Eltern.
Die Konsortialführung übernimmt der Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin der Universität Witten/Herdecke.
Konsortialpartner:
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte (bvkj)
- Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie (IVG)
Kooperationspartner:
- Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
- Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
- Kassenärztliche Vereinigung Bayerns
- Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
- Patientenorganisation für angeborene Immundefekte (dsai e. V.)
- DAK-Gesundheit
Sie möchten mit Ihrer Praxis teilnehmen? Dann melden Sie sich direkt per E-Mail an unter fitfuerfieber@uni-wh.de an und übermitteln Sie uns die ausgefüllte Teilnahmeerklärung so schnell wie möglich:
Ihre Vorteile:
- Vergütung der Intervention ohne Studiendokumentationsaufwand: Erstmals ist für das Fieberaufklärungsgespräch eine finanzielle Vergütung vorgesehen. Dokumentiert wird ausschließlich die Abrechnungsziffer.
- Weniger Notfallvorstellungen: Informierte Eltern reagieren besonnener. Das entlastet Ihre Akutsprechstunde und schafft mehr Zeit für die eigentliche Patientenversorgung.
- Nachhaltiger Beitrag zur Versorgung: Auch Praxen in der Kontrollgruppe leisten, ohne jeglichen Aufwand (bis auf Unterschreiben der Teilnahmeerklärung), einen wichtigen Beitrag, damit FitFürFieber als regulärer Bestandteil der U-Untersuchungen verstetigt und künftig von den Krankenkassen übernommen werden kann.
Bitte beachten Sie: Die Teilnahme ist auf 172 Praxen limitiert.