Teampraxis
Zukunftsmodell Teampraxis: Mehr als interprofessionelle Kooperation
Ausweitung der Delegation schafft wichtige Entlastung in der Patientenversorgung
Die Versorgung kranker Menschen war – wenn sie gut funktionierte – nie etwas anderes als die Leistung eines gut aufeinander abgestimmten Teams. Und genau dieser Gedanke wird mit dem vermehrten Einsatz von Delegation und Kooperation in sogenannten „Teampraxen“ nun in Form gegossen:
Die KVWL ist davon überzeugt, dass eine engere Zusammenarbeit mit weiteren medizinischen Berufen (u. a. auch akademisierten Berufen wie den Physician Assistants) innerhalb einer Teampraxisstruktur zu einer verbesserten ambulanten Versorgung beitragen kann. Das ist ein Paradigmenwechsel, der die herkömmliche Arbeitsweise in den Praxen deutlich verändern wird und durch den sich die ambulante medizinische Versorgung gleichzeitig weiterentwickelt.
Der Teampraxis-Ansatz unterstützt Sie dabei, Verantwortung zu delegieren, Prozesse zu optimieren und die hohe Qualität der Patientenversorgung langfristig zu sichern. Entscheidend dabei ist eine gut abgestimmte interprofessionelle Kooperation.
Der Teampraxis-Kompass
Die Ausweitung der Delegation schafft eine wichtige Entlastung in der Patientenversorgung. Zudem erfordert der zunehmende Fachkräftemangel ein flexibles Personalmanagement: Welche arztentlastenden Berufe gibt es? Wer kann möglicherweise Aufgaben übernehmen, die nicht von einer erfahrenen MFA erledigt werden müssen und so dazu beitragen, Ressourcen freizusetzen? Eine erste Orientierung bietet unser Teampraxis-Kompass!
Klicken Sie sich durch Ihr zukünftiges Praxisteam!
Bitte klicken Sie in die einzelnen Räume unserer Modellpraxis und schauen Sie sich an, welche Berufe Sie unterstützen könnten.
Je nach Struktur, Größe und Schwerpunkt Ihrer Praxis könnten zum Beispiel folgende Berufsgruppen zum Einsatz kommen.
- Fachliche Anforderung: Abgeschlossene Facharztweiterbildung
- Ausbildungsdauer: Regelstudienzeit für Medizin 12 Semester (6 Jahre)
- Unterstützung im Praxisalltag: medizinische Patientenversorgung
Mehr Informationen zur Anstellung
- Fachliche Anforderung: Weiterbildung setzt abgeschlossene Berufsausbildung im medizinisch-pflegerischen Bereich und mind. 3 Jahre Berufserfahrung voraus
- Ausbildungsdauer: ca. 1 Jahr
- Unterstützung im Praxisalltag: unterstützt Diabetesbetroffene in ihrem Diabetes-(Selbst-)Management durch die Besprechung der Laborwerte und Beratung
Mehr Informationen auf der Webseite der Deutschen Diabetes Gesellschaft
- Fachliche Anforderung: diese deutschlandweit einmalige Fortbildung richtet sich an nichtärztliches Praxispersonal
- Ausbildungsdauer: ca. 40 Stunden
- Unterstützung im Praxisalltag: treiben Digitalisierung in der Praxis voran und sind Ansprechpartnerinnen und -partner für die digitalisierte Patientenversorgung
Mehr Informationen zum Berufsbild
- Fachliche Anforderung: Abgeschlossene MFA-Ausbildung mit Berufserfahrung
- Ausbildungsdauer: 150 bis 200 Unterrichtseinheiten
- Unterstützung im Praxisalltag: vorrangig Hausbesuche, Wundversorgung, Disease-Management-Programme (DMP)
Mehr Informationen zum Berufsbild
- Fachliche Anforderung: Schulabschluss
- Ausbildungsdauer: 3 Jahre
- Unterstützung im Praxisalltag: Patientenbetreuung und -vorbereitung auf diagnostische Verfahren, Praxisorganisation, Assistenz bei Untersuchungen, Blutentnahme, Messungen, kaufmännische Tätigkeiten
Mehr Informationen zum Berufsbild
- Fachliche Anforderung: abgeschlossene Berufsausbildung z.B. als Kauffrau für Büromanagement oder als Verwaltungsfachangestellte, Hotelfachfrau oder auch andere Berufsausbildungen
- Ausbildungsdauer: 3 Jahre
- Unterstützung im Praxisalltag: administrative Tätigkeiten z.B. Telefonieren, E-Mails schreiben, Scannen, Rezept-AB, Online-Rezeption, Patientenannahme
Mehr Informationen zum Berufsbild
- Fachliche Anforderung: abgeschlossene MFA-Ausbildung mit Berufserfahrung
- Ausbildungsdauer: variabel je nach gewähltem Weiterbildungsprogramm
- Unterstützung im Praxisalltag: Patientenversorgung je nach Zusatzqualifikation
- Fachliche Anforderung: kommt auf die Hochschule an; in der Regel: Abgeschlossene Ausbildung in einem medizinischen Beruf oder als Duales Studium
- Ausbildungsdauer: 6 bis 7 Semester
- Unterstützung im Praxisalltag: Patientenbehandlung und Versorgung – Teil des Ärzteteams
- Fachliche Anforderung: Tätigkeit in einer niedergelassenen Hausarztpraxis und abgeschlossene MFA-Ausbildung mit Berufserfahrung, abgeschlossene MFA-Ausbildung mit Hochschulreife oder als Duales Studium
- Ausbildungsdauer: 5 bis 7 Semester
- Unterstützung im Praxisalltag: Einsatz nur in der Hausarztpraxis, Patientenbehandlung, administrative Tätigkeiten
- Fachliche Anforderung: abgeschlossene Berufsausbildung in einem medizinischen Beruf
- Ausbildungsdauer: Weiterbildungsdauer variiert je nach Anbieter
- Unterstützung im Praxisalltag: z.B. Abrechnung, Praxisorganisation (Materialbeschaffung, Aufgaben der Digitalisierung), Qualitätsmanagement, Personalmanagement und -führung, Marketing
Mehr Informationen zum Berufsbild
- Fachliche Anforderung: abgeschlossenes Medizinstudium
- Ausbildungsdauer: 5 bis 6 Jahre
- Unterstützung im Praxisalltag: können gemäß Weiterbildungsordnung Patienten versorgen
Mehr Informationen zur ärztlichen Assistenz
Teampraxis als Modell der Zukunft
Der Teampraxis-Ansatz wird sich auch auf die Rolle der Praxisinhaber auswirken, die sich zukünftig noch stärker mit Fragen des Personalmanagements und der Personalführung befassen müssen. Mittelfristig wird auf diese Weise jedoch zusätzliche Arztzeit für die schwereren Behandlungsfälle frei.
Teampraxis – das bedeutet vor allem:
- fortschrittliche Delegation und Kooperation mit weiterqualifiziertem Personal (Stichwort: Arbeitsteilung!)
- Verbesserung der Versorgung
- eine verbesserte Betreuung der zahlreichen Patientinnen und Patienten
- nicht zuletzt eine Ausweitung des gesamten Praxisangebots und eine Optimierung der Prozesse (z. B. durch unsere Praxismanagementberatung, KPQM+ Lean Healthcare und digitale Tools).
Hierbei können Politik und Selbstverwaltung mit einer modernen Delegationsvereinbarung jedoch nur den Rahmen aufspannen, den dann jedes Praxisteam für sich füllen muss. Dazu gehören Qualifikation, Kommunikation und ein vertrauensvolles Miteinander, in dem alle Teammitglieder ihre Aufgaben kennen – und ihre Grenzen. Denn klar ist, dass ein solches Teampraxis-Modell nur dann Akzeptanz finden wird, wenn die Behandlungsqualität unverändert hoch bleibt.
Die Teampraxis – Mehr Delegation und Kooperation in der ambulanten Versorgung
Eine Möglichkeit, drohenden Versorgungsengpässen entgegenzuwirken und die ambulante Versorgung von morgen zu sichern, ist der vermehrte Einsatz von Delegation und Kooperation in sogenannten Teampraxen. Lesen Sie hierzu unser Positionspapier.
So finden Praxen und Mitarbeiter zusammen
Die KVbörse unterstützt bei der Suche nach fachärztlichen Mitarbeitern sowie medizinischen Fachangestellten – Gesuche und Angebote für jeden medizinischen Beruf werden hier gelistet:
News
-
Gesundheitsminister Laumann stellt Eckpunkte für eine zukunftsfeste ambulante medizinische Versorgung vor
Das Gesundheitssystem steht nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels vor tiefgreifenden strukturellen Herausforderungen. Für den ambulanten Bereich hat das Gesundheitsministerium den Prozess „Versorgung der Zukunft“ initiiert und im Austausch mit relevanten Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitswesens 15 konkrete Maßnahmen für notwendige Strukturreformen erarbeitet.
-
KVWL-Jahreskongress 2025: „Es kann nur gemeinsam funktionieren!“
Zupackend, lösungsorientiert, gemeinschaftlich: Der Jahreskongress der KVWL bot am Freitag (26. September) spannende Lösungsansätze zu den größten Herausforderungen der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung.
-
„Die Akzeptanz ist hoch“
Physician Assistants (PA) können ein wesentlicher Stützpfeiler der ambulanten Versorgung sein – sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Das zeigen die Ergebnisse eines Modellprojektes, das die KVWL vor zwei Jahren gemeinsam mit der Hochschule für Gesundheit, Soziales und Pädagogik Rheine (EUFH) und der Deutschen Gesellschaft für Physician Assistants e. V. (DGPA) auf den Weg gebracht hat.